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Donnerstag, 12. Zevruar 1925

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für ©bergen)

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Linien zu ziehen waren. Oder wenn die Hand nnide geworden war und mit leichtem Druck noch etwas aufschreiben wollte.

Einmal lieh sie ihn fallen. Er rollte über die Tischplatte und die Hand haschte nach ihm. Sie konnte ihn aber nicht einholen, und so fiel er mit einem leichten Aufschlag auf die Dielen. Ein Schmerz durchzuckte ihn. stechend, im ganzen Körper.

Dann faßte ihn die Hand wieder und wollte einen schönen, breiten Strich mit ihm ziehen. Aber da brach eia Stück seiner Seele ab, und die Halskrause stand einen Augenblick leer. Da kam die Stahlklinge und schnitt. Lange Splitter fielen zur Erde. Es schmerzte den Bleistift, und er drehte sich zwischen den Fingern der Hand. Endlich stand wieder ein Stückchen dunkler, runder Seele aus seiner Spitze hervor.

.Knicks", sagte es da auf einmal, und die Seele fiel mit einem Holzsplitter zusammen zu Boden. Wieder fuhr b:e Messerklinge dem Blei­stift ins Fleisch. Wieder kam ein Stückchm Seele zum Borschein. Wieder sagte es .knicks', und wieder fielen (Splitter und Dlnkern auf die Erde.

Tanz heiß wurde es dem Bleistift und er schrumpfte schrecklich schnell zusammen. Heber Dreiviertel von ihm lag zerschnitten und ver­streut zwischen zwei Stieseln und einem Papier» korb. Endlich schien diese furchtbare Prozedur auf» hören zu sollen. Die Seelr wareft und blieb fest und vollbrachte einen schönen, dicken, schwung» vollen Strich.

Aber damit war ihre Kraft gebrochen Unb die des Bleistifts auch. Er wanderte, wohl ver­sehentlich. in eine Rocktasche, rutschte im Lause der Wochen durch eine lockere Raht in das Futter und wurde ganz unansehnlich und dunkel.

Wenn beim Ausklopfer, nicht das Dienst­mädchen ihn gesübl: und herausgeholt hätte, nie wäre er je ans Licht des Tages zurückgekehrt. So

Aus der Provinz

Landkreis Gief;cn.

wenn das Reich in diese Verträge eintreten sollte, wie ist es da zu erklären, daß auch nur eine Firma es wagen tonnte, die A r t die Wälder zu legen, die ihr nach Scheinverttag gar nicht gehörten?

Zeuge: 3a. bei den Vorverhandlungen

erschien er doch noch einmal wieder auf dem Schreibtisch seines Herrn, der damit in einem kurzen Biertelstündchen eine Skizze auss Papier warf:von dem Bleistift mit der gebrochenen Seele", der in Schönheit starb. Denn das war seine letzte Tat. Mit dem Schluhpunkt war er zu Ende. Wie eine Kerze verlischt oder ein alter Mensch. es.

trägen f)cauS diesen Verhandlungen nichts Genaues : ,t nehmen tonnte iBewegung )

2t '2L Vogt: Wenn nach Ihrer Angabe die Verträge do zu geschlossen worden sind um die deutschen Wälder zu erhalten, toerni die Holz- firmen sich nur als Treuhänder führten und

?legenzunehmen. In den diesbezüglichen Vertrag ollte dann später die bayerische Regierung zum größten Teil eintreten. ES sei jedtxh nicht g. hingen, die Zustimmung der maßgebenden Stellen

den. Erst sehr spät wurde ihm bekannt, daß ein Abschluß der Firma H. auch für die Pfalz vorlag.

Firnbach Wußten Eie. daß Ihr Vertrag bedeutend schlechter war als der mit H?

Schenk erklärt, das habe er erst jetzt in den letzten Tagen erfahren. Der Vertrag mit den Franzosen wurde unter einem g c - wissen Zwang geschlossen, da getagt wurde: Wenn er nicht in einer Viertelstunde unter­schrieben hätte sei schon ein anderer da. der unterschreiben wolle. Er muhte atmehmen. daß dies H. gewesen sei.

Der Himmelsbachprozeß.

Auch am 3. Verhandlungstag des Himm: s- bach-Prozesfes kam es wieder zu recht erregten Zusammenstößen zwilchen den Verteidigern, dem Kläger und dem Beklagten und auch zum Teil zwischen den Zeugen. Der Kläger Him­melsbach war bemüht, den Beweis dafür zu erbringen, daß die Holz.ndustr llen sich zu dem Abschluß der Sond rertrage mu bei Franzosen unter Zwang hätten entschließen müssen, weil die deutschen ReichSstellen sich tcei^erten. die da- mal« noch schwebenden Vertrüge überhaupt auch nur inhaltlich zur Kenntnis zu nehmen. Die en Vehauvtungen wurde j'doch von Vertretern der ReichSbehörden widersprochen

Rechtsanwalt Vogt als Vertreter deS Be- klagten wies darauf hin. daß de Firma Hirn» melsbach bereits zwei Tage nach Ab­schluß der Verträge mit ben Holzfällungen be­gonnen hätte und oaß siir bereits 70 Prozent der von den Franzosen ihr zugewiesenen Wald- gebiete abgeholzt hatte, b'vor sie mit der Reichsregierung in Verhandlungen eintrat. Wenn die Regierung es abgelehnt hatte, in b:c Verträge bet Holzfirmen einzutreten, so deshalb, weil bk Franzosen es ablehnten, b'ndende Er­klärungen abzugeben, daß diesem w Verrechtlichen Sonderschlag keine weiteren folgen würden.

Ministerialrat Strohmeyer bemerkt, daß der Abschluß der Coupes-Verträge durch elf deutsche Firmen bei allen Landesregierungen das grö'tts Aufsehen erregte, da die Verträge der H l - firmen mit den Franzosen den deutschen Wal­dungen gar keinen Schutz gewährten. Rach Ablauf der Verträge im Jahre 1927 konnten die Franzosen die Wälder erneut verlangen und mit neuen Zwangsforderungen kommen.

Himmelsbach erklärt, daß er bei seinen Ver­handlungen mit den Regierungsstellen die Emp» /Inbung gehabt habe, daß die Regierung in die Verträge nicht eintreten wollte.

Zeuge Dr. Schmidt sagt aus. daß der In­haben der Firma Ruby sich sehr abfällig darüber geäußert habe, daß Himmelsbach hinter dem Rücken der Pfälzer Holzhändler einen Sonder- bertrag mit den Franzosen' für sich abge­schlossen habe.

Der Syndikus der Pfälzischen Industrie Dr. Kessel, der in seiner Eigenschaft auch als Vertreter der psälzischen säge- und holzbearbei­tenden Industrie zum Teil an den Verhandlungen in Berlin teilgenommen hat, schildert die Verhand­lungen. die bereits am 11. Januar 1924 in Berlin stattfanden, in denen die vertragsschlie­ßenden Firmen die Coupes-Verträge den Reichs- reffort« und Ländervertretern wenigstens inhalt­lich übergeben wollten. Da jedoch ber Vertreter des Auswärtigen Amtes fehlte, sei diese Zusam- menkunst ohne Erfolg geblieben. Der Pfälzer Holzindustrielle Schenk habe bei biefcn Verhand­lungen jedoch informatorisch mitgeteilt, man habe erreicht, daß die Franzosen für 150000 Kubik­meter Schnittholz 275 000 Kubikmeter Rundholz und dazu eine Entschädigung von 8.8 Millionen Franken geben wollten Diese Entschädigung sollte an die Holzindustrie ober an die bayerische Forftverwaltung gezahlt werden. Um die poli­tischen Bedenken der Reichsressorts zu zerstreuen, erklärte sich die Holzindustrie bereit, a l s Treu­händer des Reiches diesen Betrag ent-

t Grünberg. 10. Febr Vor einiger .

die Jagd der Gemeinde Lehnheim aus der Hand für 720 Mk. verpachtet worden Diese Ver­pachtung wurde von dem Pächter des fiska­lischen Reviers und anderen Inter Tonten ange»

Der Zeuge Holzgroßhändler Schenk-Lan­dau berichtet über den Abschluß der Verträge, die auf Antrag des iranzöfischen Senator- oe ßuberf ac im französischen Parlament geschlos­sen werden mußten. Gr betont, daß es immer

in ber Frauenkleibung. die kräftigeren kolo­ristischen Akzente in ber Wohnungseinrichtung, will aber auch bie Farbe mehr bei Arbeit und Spiel verwendet wissen. Man hat durch Ver­suche beobachtet, daß Männer und Frauen besser arbeiten, wenn sie von freudigen Farben umgeben sind Die Leistung von Arbeiterrnnm wurden in einem Falle dadurch gesteigert, daß man die Maschinen, an denen sie arbeiteten, bunt bemal'e. Außerdem wurde den Arbeite­rinnen gestattet, starkfarbige Blusen statt be: grauen Arbeitskleidung zu tragen, die vorher üblich war. Rach neuen Versuchen haben Kinder, die in farbloser Umgebung aufwachsen, einen großen Hunger nach kräftigen und schreienden Farben. 10jährige Knaben ziehen im Allgemeinen Rot. Blau. Gelb, Orange und Grün vor. Mäd­chen desselben Alters zeigen eine größere Vor­liebe für Blau. Die Liebe zum Gelb ist bei jüngeren Kindern größer und tritt bann erst wiever bei Erwachsenen auf. Ein Gefallen an Braun und Grün ist bei jungen Kindern nicht häufig. Abneigungen, die Kinder gegen starke Serben haben, lassen sich fast immer durch krank­hafte Seelenregungen erklären. So war z. B die Abneigung eines Knaben gegen Rot durch Furcht vor 5euer begründet. Ein anderer Junge wieder hatte eine besondere Vorliebe für Gelb, weil er fein eigenes strohgelbes Haar für sehr schön hielt.

Im allgemeinen aber lassen sich die ver­schiedenen Geschmacksrichtungen in der Farbe nicht erklären: nur soviel läßt sich sagen, daß die Liebe zur Farbe und die durch sie hervor» gerufene freudige und angeregte Stimmung jedem normalen und gesunden Menschen eigen ist. Far­ben gehören dazu, um in uns jenes Wohl­befinden, jene Stimmung von Zutrauen und Glück hervorzurufen, die für den Lebenskampf fo nützlich sind.

fein Bestreben gewe'en w:re den deutschen Wald zu retten. Wenn die deutschen Forstverwaltungen die Bemühungen des Holzhand::- nicht gutheißen konnten, so geschah das allerdings nicht aus böfem Willen, sondern aus politischen Grün-

fachten und Schritte in befer Aigelegenheit bei dem Kreisamt Alsfeld und bei dem Mmiste- rtum. Abteilung Forftverwaltung. in D a r m st a d l unternommen. Daraufhin hat das Kreis­amt Aisfeld verfügt, baß diese Jagd nach zwei­maliger öffentlicher Bekanntmachung öffent­lich verpachtet werden muß. Bei dieser Verpachtung am 7. b. Mts hat der Zwiebacks­fabrikant Pauli aus Friedrichsdorf das 1. Re­vier für 410 Mk.. Herr Langohr-Mücke und Eck» stein-Grünberg das 2. Revier für 635 Mk ge­pachtet. Hierbei hat die Gemeinde einen Mehr­erlös von 325 Mk. ber freihändigen Verpachtung gegenüber zu verzeichnen. Die Genehmigung seitens der Gemeinde ist noch nicht erfolgt.

l. Hungen. 10. Februar. Aus der jüng­sten Ge m e i ndera t s s i h un g ist zu be­richten: Dir vor dem "pachteiingungsamt ge­troffene Vereinbarung mit einer Anzahl ch - t c r von Gemeindegelän d e wird von dem Gemeinderat gutgeheißen. Diese soll auch den Richtreklamanten insoweit zugute kommen, als ihnen nicht der frühere Gemeinderatsbeschluh günstiger erscheint. Die Herstellung eines G o s s e n p f l a st e r s in ber Friedberger Straße und die Pflasterung eines Bürgersteigs in der Riddaer Straße sollen in diesem Jahre zur Aus­führung gelangen. Ein Gesuch um Erlaß von Grunderwerbsteuer wird ebenso wir dasjenige einer Anzahl Baulustiger um Überlassung von Bauholz aus dem Gemeindewald zu ermäßigten Preisen abgelehnt.

* Hungen. 10. Febr. Schulausbau. Aut Vorschlag des Kuratorium- ber hiesigen höheren Bürgerschule hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung der Errichtung eine r Öcfta an der Bürgerschu le von Ostern 1925 ab zugestimmt. Bedeutete schon seither das Fehlen der Sexta die Bürgerschule umfaßt zur Zeit die Klassen Quinta bis Obertertia eine Erschwerung ber Schularbeit, so wären bi: Schwierigkeiten beim Einsetzen ber neuen Schvl- resorm wahrscheinlich ins älnerträgllche gewach­sen. Dieser Gefahr begegnet ber genannte De- tchluß und sichert fo bas Weiterbestehen unserer vor bald fünfzig Jahren in- Leben gerufenen höheren Schule.

Kreis Schotten.

L a u b a ch , 10. Febr. Bei der gestrigen Versteigerung kamen Buchenscheiter 1. Kl. auf 11,50 bis 12 Mk., Buchen knüppel 1. Kl. auf 8 bis 8,50 Mk., Buchenstöcke auf 6 bis 8 Mk., Duchenstammreiser auf 1,50 bis 2 Mk., Buchen» aftreifer auf 1 bis 1,20 Mk.

zu erlangen. Es fei auch bekannt geworden, daß die deutsche Reichsreg.erung und Landesregie» rungen eiklärten, sie wünschten nicht, baß die Coupes-Dertiäge mit den Franzosen geschlossen werden. Am 24. Rlärz 1924 habe dann bie pfälzische Holzindustrie mit Min.-Rat Mantel in München vcrhanbelt. wobei auch die CrupeS- Verträge flüchtig gestreift wurden. Auf eine Frage erklärt der Zeuge: Ich muß allerdings sagen, baß die bayerische Regierung, wenn sie nicht schon vorher genau Kenntnis von ben Der-

Mehr Farbe ins Leben!

Die anregende, erfrischende und erheiternde Wirkung starker Farben wird in neuester Zeit von der Psychologie immer mehr erkannt und auch für bas praktische Leben nutzbar gemacht. Ein Farbenhunger wurzelt ja unbewußt von Anbeginn im menschlichen Gemüt. Das zeigt die Vorliebe der Primitiven Menschen für ein starkes Rot. ein leuchtendes Grün oder grelles Gelb. Dic. Purpurfarbe ist das Kleid des Herr­schers, die sich des starken Eindrucks dieser Farve bedienen, um Freude und Staunen in den Herzen zu erwecken. In der düsteren und mißfarbenen Umgebung der großstädtischen Steinwüsten sucht der Menich ein wenig von dem Glück zu erhaschen, das in der Farbe liegt, und sei es auch nu^ indem er sich einen Geraniumtopf ans Fenst n: stellt. Arbeiter, die ihr Tagwerk in der Rächt der Kohlenbergwerke verbringen, erzählen von ber überwältigenden Freude, die sie beim Anolick grüner Wiesen ergreift, und bie ganze Vorliebe für Vögel und Blumen, bie zu allen Zeiten geherrscht hat. geht ja zum nicht geringen Teil auf bie befcligenbe Wirkung der Farbe zurück.

Die Psychologie, bie sich fett vielen Jahren mit bem Studium des Einflusses ber Farbe auf die Stimmung des Menschen beschäftigt, fordert, baß die gjrbe im Alltagsleben eine noch viel größere Rolle spielen müsse, als sie schon jetzt einnimmt. Sie begrüßt bie größere Farbigkeit

W6 Sie können es glauben, eS gibt nur einen Weg imb ben müssen Sie gehen. Die Gesundung

und Erhaltung Ihres Haares wirb bebingt burch einen gut burchbluteten tzaarboben, frei von MV d Schinnen unb Schuppen, frei von Unreinheiten. Pflegen Sie tzaarboben und Haar täglich

i Jl ll E I w f I ft I | W mit bem in seiner Zusammensetzung richtig abgestimmten, nervenstärkenben, anregenben, guten vy W Mr V W Lräuterhaarwasser Iavol. Der Erfolg bleibt nicht aus. Ieber einzelne Satz ber vielen, uns täglich

r er freiwillig zugehenben QInertennungen, spricht mehr als ganze Bände.Bin von ber verblüffenben

Wirkung QhceS Iavols geradezu erstaunt."Als langjährige Iavolkunbin erlaube ich mir, Ihnen meinen Dank für Ihr vorzügliches Lopfwafler auszu^rechen. Din heute e nes reichen, eineinhalb Meter langen Haares, welches allgemein Cccounberung erregt. Iavol mit Fett, Iavol ohne Fett, , Fl. 1,75,

Vi 51. 2,50 - ?; 4,, Iavol-Golb (besonders wohlbustenb) 2, unb 4,. In c'icn Sachgeschäften -rhättlich. Etterikultur G. m. b. H , OMeebab Dolberg.

Der Bleistift.

Mit zwanzig seinesgleichen lag er rn einer Schachtel, auf der in grünen Buchstaben ein Firmenaufdruck stand. Dann riß ein Fräulein die älmhüllung auf und nahm ihn von seinen Kameraden fort.

Er war febr stolz auf seine Selbständigkeit und blitzte mit seinem flotten Lacküberzug freudig in die Welt. Da griff ihn plötzlich eine feste Hand und schnitt tiefe Kerben in fein Fleisch. Bis an feine Seele, seine schöne, runde, schwarze, schwere Seele drang der kalte Stahl. Die Hellen Schnittflächen schmiegten sich liebevoll schützend wie mit zarten Händen um das dunkle Blei. Dann legte man ihn in eine Schale, in der noch mehr seinesgleichen ruhten.

Er war der jüngste von ihnen. Er sah am schneidigsten aus. Seine grüne Farbe blinkte und die Weiße Halskrause lachte, er war unerschüttert von den Schicksalen, die seine älteren Brüder und Schwestern schon hinter sich hatten. Es war ganz wie bei ton Menschen, nur daß er als der Jüngste der Größte zugleich war, das war anders als bei ihnen.

Er hieß Rr. 1 und hatte eine weiche Seele. Die Hand, die mit ihm schrieb, schien das zu wissen, sie benutzte ihn nur selten. Für Schwer- arbeit waren andere Kollegen bestimmt. Sie mußten oft viele Seiten hintereinander immer in kurzen Strichen auf und abfli-;en und tourten dabei immer kleiner immer unscheinbarer, immer müder, bis sie endlich ach'los beiseite geworfen wurden. Sie hatten ihre Dienste getan und waren abgenützt, wie die Menschen, und es kümmerte sich niemand mehr um sie. wie bei den Menschen.

Rr. 1 wurde nur bei besonderen Gelegen­heiten benutzt. Zum Beispiel, wenn etwas unter­strichen werden sollte. Oder wenn einige wenige

immer von einer Rettung der Wälder die Rede. Wie es dann später zu der Differenzie­rung kam und die Firma H. sich dazu veranlaßt sah. so flteße Abholzungen vorzunehmen, kann ich allerdinas auch nicht sagen, /©roße Bewegung.)

R.-A OS-qt Ist es richtig daß bei den eben angeführten Verhandlungen in München der bay­rischen Regierung erklärt wurde, durch d e Cou- Ves-Verträge fei ber größte Teil der Pfälzer Wälder gerettet worden?

Zeuge. Jawohl.

Der Zeuge Reichstagsabg. Hoffmann» Ludwigshafen erklärt, daß er seinerzeit im Reichstag eine diesbezügliche Inter' e lalion ei '» gebracht habe, ob es der Regierung bekannt fei, daß die Franzosen die Absicht hätten, in der Pfalz 600 COO Festmeter Holz einzuschlagen Auf Wunsch des Pfälzer Holzhande's habe er fooann einer Sitzung im Wieder auf bauministerium vei» gewohnt, die sich mit dieser Frage beschäftigte 3m Laufe dieser Sitzung habe der baverisch: ,Vertreter jede Ersatzlieferung glatt abgeleint. 'Die Reichsregierung wiederum verwies die H"lz» firmen an die Forstabteilungen der einzelnen Länder. Damit war das Schicksal der Wälder besiegelt. In den herrlichen Beständen seien starke Abholzungen vorgenommen worden. Er muß allerdings zugeben, daß das Reich mit diesen Dingen nichts zu tun haben mochte, da durch ein Eingreifen oder die Gewährung von Krediten ufto. dieses eine Wiederaufnahmr der ruhenden Reparationsleistungen bedeutet hätte. Der Vorsitzende verliest dann ein Schreiben de« Abg. Dr. Wirth, in dem dieser dagegen protestiert, daß beraubtet worden sei, er habe seinem Geschäftsfreund Himmelsbach in feiner Eigenschaft als damaliger Reichs» k a n z l e r darauf aufmerksam gemacht, daß Frankreich mit dem Inkrafttreten des Dawes­planes auf die Verfügung über die beschlag­nahmten Forsten verzichten müßte. Diese Be° hauptuna unterstelle einen schweren Mißbrauch feiner Amtstätigkeit dar, wenn er das getan habe, und er verlangt, sofort a l s Zeuge hierüber vernommen zu toerben. Da ber Beklagte Firnbach eine solche Wendung nie­mals gebraucht hat. was auch vom Gericht unb dem Kläger festgestellt wird, wird die Ladung a bg e le h n t. zumal irgendeine Dez ehung zwi­schen Dr. Wirth unb Himmelsbach während des ganzen Prozesses nicht einmal zur Sprache ge­kommen sei

Zeuge 3 l l i g erklärt, daß er im Frühjahr 1924 von den Verträgen Kenntnis erhalten habe. Direktor Schenk habe ihm geschrieben, daß Him­melsbach große Verkäufe in der Pfalz vorgenom­men habe, trotzdem er sich gebunden hätte, hier nichts abzusehen.

Firnbach. Haben sich mxß andere Firmen um Holz bemüht, besonders solche, die von ben CoupeS»Verträgen an bie Wank» gedrückt wurden?

3llig: Himmelsbach unb ferne Freunde hatten nur für sich gesorgt unb sich um das Wohl ber Allgemeinheit gar nicht gekümmert.

Firnbach: Die Gruppenführer hätten also ihre Stellung als DerbanbSvorsiheTrde benutzt, um für sich unb wenige andere aus ben Coupes- Verträaen Gewinn zu schlagen, während die All­gemeinheit leer ausgeht?

3llig: Allerdings! Infolge dieser Vorkomm­nisse hat der pfälzische Verband die Firmen Himmelsbach und Schenk hinausgeworfen, weil viele Mitglieder durch die Firmen gerade­zu ruiniert worden seien.

-4- Schotten . 10. Febr. Die amtlichen Bezirkslehrerkonferenzen für den Kreis finden Montag, 16. Febr. m illrl<f>- stein, am 19. Febr in Laubach am 23 Feor. in Gedern unb am 26. Febr tu Schotten statt. In allen Konferenzen ftebt der neue Lehr» plan zur Besprechung. Die große Geld­not beleuchtet ein Beschluß des Stadtv. r'iaiideS. den Losholzberechtigten die noch mit Zai,langen aus dem vorhcrgrhenden Jahre im Rückstand find, bie neuen LoShol zzettel bi« zur Tilgung der Schuld vorzuenthollen.

Starkenburg und Seyeinhesicn.

Darmstadt, 11. Febr. Ein Hochstapler, der sich als Dr. med. Heinrich A r u tz aus Han­nover ausgab. hat eine hiesige Arztfamilie um einen größeren Betrag ae'chädigt. - In der Obermühle von Gg. Wdl. Ganß in Groß- Zimmern brach Feuer aus. daS sich rasch ver­breitete. fo daß innerhalb einiger Minuten die ganze Scheuer in Flammen stand Die Wehren von Groß- und Klein-Zimmern, Dieburg und Darmstadt kamen bald angerückt. Durch daS Zu­sammenarbeiten der Wehren konnte das Feuer bald auf feinen Herd beschränkt werden Große Mengen von Stroh- und Futtervorräten sind den Flammen zum Opser gefallen. - In den Ort­schaften des Weschnitz! als haben die Milch­händler den Einkaufspreis für einen Liter Milch beim Erzeuger von 24 auf 22 Pfennig herabgesetzt Demgemäß wurde auch der Verkaufspreis an die Verbraucher von 34 auf 32 Pf. ermäßigt.

Hcücn-Naüau.

T Waldgirmes. 11. Febr. Von gestern ab hat unsere Postagentur eine Erweiterung erfahren. Da die Agentur in Atzbach in Weg­fall gekommen ist, sind die Orte Atzbach und Dorlar zum Landbestellbezirk Waldgirmes geworden, die durch einen Postboten, der von heute ab in Waldgirmes angestellt ist, bestellt werden. Sehr ideal ist diese Einrichtung nicht, da die Postsachen morgens erst in Dorlar an der Bahn geholt und dann zum Teil wieder hin- beförbett werden müssen, wenigstens die Wert- und Einschreibfachen, älmgekehrt machen die in Atzbach und Dorlar aufgegebenen Sendungen den doppelten Weg. Eine Besserung der Ver­hältnisse kann nur eintreten, wenn wieder eine F a h r p o st , die wir über 30 Jahre lang hatten, eingeführt wird. Damals fuhr diese morgen« von Wetzlar über Raunheim, Waldgirmes. Dorlar, Garbenheim nach Wetzlar und nachmittags von Wetzlar nach Waldgirme« und wieder zurück. Heute mühte eine Autopost umgekehrt fahren, morgens um 7 Uhr von Waldgirmes über Raun­heim nach Wetzlar. 1215 Personen würden bann ständig von Waldgirmes und nicht viel weniger von Raunheim mitfahren, die abends nach 6 Ühr wieder neben Postsachen von Wetzlar nach Wald­girmes gebracht werden müßten. Ohne Zweifel würde sich eine solche Einrichtung für die Post lohnen, und hoffen wir, daß eine diesbezügliche Eingabe Erfolg hat. Die Fassung der Quelle zu unserer Wasserleitung ist auf große Schwierigkeiten gefloßen. Beim Tiefergehen hat sich eine solche Wassermenge ergeben, daß zwei Pumpen, mit Menschenhänden Tag und Rächt getrieben, dieselbe nicht zu fassen vermochten und die Arbeiten durch Einsturz wieder vernichtet wurden. Man hat daher eine Motorpu'np« ausgestellt, die ohne Unterbrechung täglich über 600 Kubikmeter Wasser herauSwtrft. Die Ar­beiten müssen deshalb auch nachts und selbst Sonntags betrieben werden, und man glaubt, in einigen Tagen die Hauptsache bewältigt zu haben. Zwischen den beiden Gemeinden Wald­girmes und Dorlar ist dahin ein Einverständnis erzielt worden, daß Dorlar eine einmalige Summe von 9000 Mark und vorläufig auf 15 Jahre pro Kubikmeter 5 Pf. bezahlt. Der Verbrauch ist für Dorlar täglich auf 60 und für Waldgirmes au 120 Kubikmeter berechnet.

fpd. Bad Homberg v. d. H., 10. Febr. Auf Anordnung des Landeshauptmannes Dr. W o e l l -Wiesbaden wurden die Schulkinder