Ausgabe 
12.1.1925
 
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Montag, 12. Januar 1925

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Ar. 9 Zweiter Blatt

Jugend und Hochschule

Mitteln: was bicfec 2ofung

des Ganzen

392t

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erzwungen werden. 10. Januar 1925. e Finanzämter

junge und alte Burschen waren der Einladung nach Elberfeld gefolgt, um den heiligen 'Billen zu einem wahrhaft völkischen und sozialen Groß- deutschland zu bekennen.

Dr. Hoppmann (Deutsche Burschenschaft) gab alS Vorsitzender der Vaterländischen Vereini­gung seiner Genugtuung über die unerwartet starke Beteiligung Ausdruck und forderte vor allem auch die jungen Studenten zu treuem Zu- sammenstehen im Ringen um Deutschlands Zu­kunft auf. damit dereinst die Geschichte über sie dasselbe Urteil fällen könne, wie sie es über die Kommilitonen von 110 Jahren getan hat. Be­sonders notwendig sei ein enges und inniges Zu­sammenwirken zwischen Jung und All und zur Stärkung der täglich rüstig vorwärtsschr^itenden völkischen Akademikcrbewegung. Bir deutschen Akademiker müssen unserem Volke ein Vorbild nicht der Zersplitterung sondern der Einigung sein! Der Redner wies hin auf das Vorbild der Bartburgjugend. die das alte Schwarz-Rot-Golo trug als Symbol ihres Kampfes gegen ent­mannenden Pazifismus und Internationalismus. Auch heute ift dieser Kampf der Mademiter nötig, wenn das Deutschtum erhalten und das völkische Grohdeutschland gestaltet werden soll.

Als Redner war der bekannte farbenstuden­tische Führer Dr. Lindemann, Berlin (Deut­sche Landsmannschaft» gewonnen worden. Der Redner stellte seinen Ausführungen über das Thema ..Deutliche Volksgemeinschaft und Atade- mikerschaft" ein Bort Zahns:Ehe nicht cm Land die Behen kriegt, kann kein Volk geboren werden!" zum Geleit an die Spitze. Er wandte sich gegen die Selbstzerfleischung in unserm Doste und wies eindringlich darauf hin, daß Deutsch­land nur durch Deutschland gerettet werden kann. Unser Volk hat in seiner Gesamtheit sich em na­tionales Gedenken und nationales Wollen zu

entgegenstche, müsse bekämpft werden. 'Dec Redner sprach sich gegen eine Vermehrung der Hochschulen auS und erörterte dann verschiedene Forderungen der Studierenden. Bei dieser Gelegenheit gab er feiner Freude Ausdruck. daß die Leibesübun­gen an den Hochschulen immer nwyr gepflegt würden. Die wirtschaftlich? Lage der Studierenden habe sich etwas gebessert, her Qkcbanb werde nicht ablafsen. weiter in dieser Hinsicht zu sorgen. Ehrendoktoren sollten nur auf Grund wissenschaftlicher Verdienste ernannt werden. Der gegenwärtige Hochschuttag werde sich auch mit "Cer Reform dec höheren Schulen beschäftigen. DicCim drücke über die Beziehungen zur ausländischrn Bissenfchaft seien vorwiegend schmerzlich. Zum Schlüsse seiner Ausführungen betonte der Redner nochmals die Rotwendigkeit deS Zusammenschlui- ses der deutschen Hochschulen, denn die Organi­sation schütze die Individualität.

Professor Dr. Petersen- Darmstadt sprach über ..Probleme der Fernkraftübertra­gung". Der Redner schilderte kurz das Besen der Fernkraftübertragung: durch den an Ort und Stelle aus der Braunkohle erzeugten Strom werde Schwarzkohle für andere Zwecke frei und Trans­portkosten würden erspart. In Süddeutschland verwende man vorwiegend die Basserkraft, die weiße Kohle". Benn es gelänge, zu bestimm­ten Zeiten, wenn Basserarmut oder Basserreich- tum im Süden Deutschlands herrscht, einen Aus­gleich durch den Strom aus Rorddeutschland zu erzielen, so wäre damit ein großes wirtschaft­liches Problem gelost. Der Redner wies darauf hin, daß jetzt noch der Kraftübertragung auf weite Strecken große Schwierigkeiten entgegen- stehen: er besprach im Anschluß hieran eure Reihe von Störungserscheinungen. Es folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Rot h acker-Hei- delberg überDas Verstehen in den Geisteswissenschafte n". Der Redner er­örterte diese Fragen vorwiegend vom philosophi­schen Standpunkt aus und bemerkte u. a., daß die Geisteswissenschaften ihre Grundlage in der histo­risch-romantischen Epoche zu Beginn des vorigen Jahrhunderts empfangen hätten. In seinen Dar­legungen ging der Redner hauptsächlich von An­schauungen der platonischen Philosophie aus. Die Feier schloß mit einer musikalischen Daroietung des Orchesters.

In dec Geschäftssitzung erstattete zu­nächst Geh. Rat Prof. Dc. Brandt-- Göttingen den Bericht des Schulausschusses. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, die sich gc gen jede Verschlechterung der Lehrpläne der hu­manistischen Gymnasien sowie gegen die Über­lastung der Mittelschullehrer richtet, die sich uv folge des Abbaues in erhöhter Stundenzahl und der Zusammenfassung der Schulklassen mit er­höhter Schülerzahl auswirkt. Der Hochschultag sieht darin eine große Gefahr für die Qua­lität der Vorbildung der Studierenden. Außer­dem wurde der dringende Bunsch geäußert, daß Aenderungen in Schulfragen, nicht wie bisher auf dem Verordnungswege, sondern durch Gesetz ge­regelt werden sollten.

Hierauf hielt der Vorsitzende der Deut­schen Studentenschaft, Herr Dauer, ein eingehendes Referat über die Lage der deutschen Studentenschaft, in dem er über die wirtschaftliche Rot und die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung, über die idealen Ausgaben der studentischen Or­ganisationen und die Erfolge ihrer Auslands­arbeit berichtete. Der sympathisch aufgenommene Dortrag gipfelte in dem Bunsche einer engeren Zusammenarbeit der Professoren und Studenten in den wirtschaftlichen und idealen Studenten­fragen. Ergänzend dazu berichtete Geh .RatProf. Dr. Schmidt- Leipzig über die segensreiche Tä­tigkeit der Dresdner Studentischen Birtschaftshilse.

In einer anschließenden vertraulichen Sitzung berichtete dann Geh. Rat Prof. Dr. Franke- Berlin über die Tätigkeit des Auslandaus­schusses des Hochschulverbandes, wobei er auf die Bestrebungen der Franzosen und Belgier hin­wies. die noch jetzt auf einen direkten Ausschluß der deutschen Gelehrten von internationaler wis­senschaftlicher Zusammenarbeit hinwirken. Eine einstimmig gefaßte Resolution zu dieser Frage, die den Regierungen vorgelegt wurde, lautet:

1. Der Hochschulring will gegen eine Kodi­fizierung des geltenden Rechtes in Bezug auf die theologischen Fakultäten und der sogenann­

cigen gemacht. Darum tut es not, der blinden Masse den nationalen Gedanken vorzuleben. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte der Redner den Grundsatz der völkischen Akademiker­bewegung:.Unfer Beg ist die Pflicht!" Die alte Pflichtauffassung, der Geist von Pots­dam, muß wieder uns selbst und unser ganzes Volt erfassen. Die gute Schule unseres alten Heeres mit seiner jeden treffenden Forderung Du mußt der Allgemeinheit dienen!" und feinem Zwang zur Unterordnung unter das Ganze fehlt für unsere Volkserziehung sehr. Der Mangel wird sich bitter rächen. Machen wir Akademiker, zu­nächst in unseren Reihen, den Versuch, einen Ersah zu schaffen durch eine Einführung der all­gemeinen Arbeitsdienstpflicht. Führer fein beißt: Vorleben! Deutscher Führerwille und byzantinischer Herrscherwille find Gegensätze. Bir brauchen den deutschen Führermenschen, der vor­lebt und mit dem Volke innerlich verbunden, d. h. völkisch gerichtet ist. Mögen die Akademiker m allen diesen Fragen vorbildlich vorangehen, dann werden sie Begleiter und Träger der zu erstre­benden grohdeutschen Volksgemeinschaft. Hinein ins Volk, so rief unter dem Beifall der jungen und alten Burschen der Redner, zur Bieder- Herstellung der Volksgemeinschaft über Deutsch­lands politische Grenzen hinaus. Bir Geistigen sind verantwortlich für Riedergang oder Auf­stieg unseres Volkes. .

Begeistert begrüßt wurde dann Herr Fink vom 3entralDerbanb Auslanddeutscher Studie­render, der die Grüße dieses Verbandes und des Bundes Deutscher Atademiker in Rumänien überbrachte. Als der Siebenbürger Sachse er­klärte, daß feine Landsleute sich bereits 800 Jahre siegreich in ihrem völkischen Bestand be­hauptet hätten, und sich auch in den nächsten 800 Jahren tapfer zeigen würden, als . k<:

Bir tun unsere Pflicht, tut Ihr dte Eurige",

Ä, D*"1 obnrcMM' 'NachM^ onöcnJÄ' -Wrertkilt , E

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heil, Emst und Schonhcii zum Siege verhelfen will. Jugend als Einfachheit, Einfalt. Reinheit. Heroismus ist ein unbedingter Bert. Bo ist er im Leben der Erwachsenen beherrschende Birk- lichkeit? Ist hier nicht viel Verstellung und Un­echtheit, viel Bequemlichkeit. Feigheit. Häßlich­keit und dem slachcn Rützlichen zugewandter Sinn ? Solche Birklichkeit mußte die Jugend als wesensfeindlich empfindcli. Sie mußte wohl ihre hohen Absolutheiten reiten, indem fic ihnen un Kreis der Altersgenossen, wandernd, spielend, tanzend, denkend die Luft zu freiem Bachs- tum gab

JKöcbten die Alten bedenken, daß sie nicht nur die Abkehr der Jungen zu verantworten haben, alles seelische Leid, das ihr voranging nein, auch die Irrwege, die Jugend in der Jugendbewegung geht. Pietätlosigkeit ist ein Irren: mit ihr widerspricht Jugend sich selbst, die doch empfinden muß. daß sie mit maßloser Kritik an den Eltern sich irgendwie am Reiche objektiver Ideen vergreift, das sie ja gerade mehren sollte. Denn wahre Jugend ist Dienst in diesem Reiche, sie wird nicht glauben wollen, aus sich allein, ohne Hilfe des Bettgeisles, eine Belt des Geistes schaffen zu können. Bürzel der Pietätlosigkeit ist ein anderer Irrtum der Be­wegung. der Intellektualismus, der sie in tpeitem Kreise beherZcht. Er ist nicht ursprünglich aus der Jugend selbst gekommen, vielmehr durch Führer und Anwälte der Bewegung in sie hineingebracht. Ratürlich. Jugend drängt zum Tun. zu irgend­welchen Synthesen, nicht zu gedanklicher Zerglie­derung des Lebens. Deshalb wird auch aus j einem großen Teil der Literatur der Jugend­bewegung der Eindr-uck künstlichen Alters emp­funden. Es wird theoretisiert, fern vom Leben. Mit dem Intellekt wird ergriffen und abgegriffen was im Heiligtum des Gefühls zu hegen wäre, dessen Stunde so mutet es oft an noch nicht einmal gekommen ist. Borte machen frühreif. Sie machen gemein. Zu viele Borte steigern sub­jektive Gefühle zu objektiver Bedeutung, sic machen kurzsichtig, während Schweigen und Tun Den weiten Blick bis zur Horizontlinie des

| Lebens gibt.

Das beste an der Jugendbewegung ist die Jugend: man vergesse das nicht, man fühle die Verantwortung. Die Jugend hat den absoluten Bert, die 'Bewegung den relativen. Glaubt die Bewegung, die Alten wären nicht einmal jung gewesen? Ach, diese brauchen ja nur in ihre Brust zu sehen, wo im Schimmer der Erinnerung I die alten, die ewigen Sterne leuchten. Ja, noch jetzt ist ihr Glanz wirksam. Jugend ist nicht an I die Jahre gebunden: das Reich des Geistes findet in den Alten wohl feine demüligst-heißen Dienet. Die Iugendjahre sind ungeduldig und fordern absolut, sie haben nicht Zeit und Sinn für die I Silberblicke im Leben der Alten. n>enn plötzlich aus Dunkel und Enge und Dumpfheit des All­tags reinste Jugend bricht.

Bohl ist es große Schuld der Erwachsenen« I daß ihr Leben so wenig, so selten den Forderun­gen edler Jugend entspricht. Aber viel großer ist die andere Schuld, und die war es wohl auch am meisten, die die Jugend aufbrechen hieß: bic Schuld, daß sie nicht frei neben sich wachsen und blühen lassen wollen. Die Schuld, daß sie auffahrende Fittiche zur Erde herabziehen. Daß sie Adlersehnfucht nach der Sonne des Geistes toten. Daß sie das. das höher ist als sie. nei­den! An die Mütter geht die Vorstellung: dient den Idealen eurer Kinder! Gebt das Beibliche, das Riedere, das Bequeme auf! Spannt Jugend nicht in euer Zweck da sein. Sorgt, daß alle Kinder des Volkes dieselbe lange, sorglose, aufnehmende Jugend haben! Ihr habt euch zu opfern, nicht dürft ihr es der Jugend auferlegen.

Fast drei Jahrzehnte gibt es eine Jugend­bewegung. All ihr Irren, wozu auch Eigcnarts- I dünkel. Ilnvcrbindlichteit des Besens gehören, überragt der sie treibende sittliche und geistige Ernst. In ihr sprach und spricht aufrüttelnö deutsches Kulturgewisfen. Gerade derjenige, wel­cher von dem Bert ihres Geschehens durch­drungen ist, welcher dantesvoll auf die Quell- frische und das hohe Menschlich: blickt, das I sie einer dumpfen und niedrigen Zeit offen­barte muß annehmen, sie habe in einem vielleicht nicht allzu fernen Zeitpunkt ihre

Mission erfüllt. Sie habe die Jugend in ben Alten wachgerüttelt. Es könnte dann die I Bewegung aufhören, und die Jugend, die bliebe, umblühte wieder mehr die ihr natürlich gegebenen | Alten, die Eltern. ES mag die Vorstellung an

ten konfessionellen Professuren in den phiwsv phischen Fakultäten keine Bedenken erheben.

2 Er würde es beklagen, wenn durch eine Verschlechterung der gegenwärtigen Rechtslage die Stellung her theologischen Fakultäten an I den deutschen Hochschulen erschüttert würde, weil er ihre Erhaltung um der Universität wie um der Vol^gemeinschaft willen für un= I entbehrlich hält.

3. Er erwartet, daß bei Abschluß derartiger I -bertiägc die beteiligten Hochschulen und Fa­kultäten gutachtlich gehört wei den.

In der Rachmittagssihung des Freitags wur­den Mißstände in Titel- und Ernennungs­fragen behandelt. Rach einem eingehenden Referat von Geh. Rat S c c b c rg ° Berlin er­klärte sich der Hochschultag einstimmig bereit, I rücksichtslos gegen Mißstände bei der Erwer­bung des D o k t o r t i t e l S vorzugehen.

Prof. Dr. Laos- Eharlottenburg erstattete den Bericht des Ausschusses für Leibesübungen: die obligatorische Teilnahme an den Leibes­übungen seht eine obligatorische ärztliche Unter» I fuebung der Studierenden voraus. Eine über- I toiegenbe Mehrheit entscheidet sich für zwangs- mähige Teilnahme an den Leibesübungen und für eine einmalige, aber eingehende Unter- I suchung jedes Studierenden.

Hierauf beschloß der neue Vorsitzende I Prof. Scheel- Kiel den 4. Deutschen Hochschul- tag mit der festen Zuversicht, daß die deutschen Hochschulen auch weiter in den schweren Kämpfen um die Erhaltung und Befestigung des deutschen I Volkstums mit vornehmen geistigen Baffen i n I vorderster Linie kämpfen werden.

Adolf von Strümpell f. I

Geheimer Medizinalrat Dr. med. Adolf von Strümpell, Professor her speziellen Patho­logie und Therapie, Senior der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Direktor der medizinischen Universitätsklinik und des | Krankenhauses St. Jakob. Ehrendoktor der Uni­versität Oslo, ist in der Rächt vom 9. zum 10. Januar im Alter von <1 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.

Mit Strünrpell ist einer her bekanntesten deutschen Kliniker dahingeschi.den. Seit vier Jahr­zehnten dürfte es kaum einen Arzt in Deutsch­land und in außerdeutschen Kulturstaaten geben. Der Strümpells klassisches Lehrbuch der speziellen Pathologie und Therapie der i n n c r e n Ä r a n fr I beiten nicht gelesen und studiert hätte. So > hervorragend Strümpell als Lehrer .der aka- , deinischen Jugend - zuletzt in Leipzig, vordem in Breslau wirkte, so bedeutend war er auch als Forscher, besonders auf dem schwierigen Ge­biete der R e r v e n k r a n k h e i t e n. Er war im Jahre 1853 zu Dorpat als Sohn eines be­kannten Philosophen geboten und kam 1872 nach Leipzig, wo er später die medizinische Uni» versttätspoliklimk leitete. Von da wurde er nach Erlangen berufen; dann folgten Breslau, Bien und Leipzig. Hier war er eine stadt­bekannte Persönlichkeit und besonders als Kon­siliarius geschätzt. Kürzlich erschienen seine meister­haft geschriebenen Erinnerungen unter dem Titel Aus dem Leben eines deutschen Kli­nikers" im Leipziger Verlag von F. E. B. Vogel.

Die Alten und die Jungen.

Von Dr. Hanna Gräfin v. P e sta l o z z a.

Mit der FrageBrauchte Jugendbewegung zu fein?" soll nicht die metaphysische Rotwendig- keit ihres Geschehens in Zweifel gezogen werden. Der Maßstab engen Moralisierens darf nicht an sie herangebracht werden, denn sie ist sein Recht in sich tragendes Leben: sie ist Leben und wirkt Leben. Vielmehr gilt die Frage der Vorgeschichte der Jugendbewegung, der Quelle, aus welcher der Emanzipationskampf der Jungen entsprang. Und diese Quelle ist: Schuld der Erwachsenen. Von hier aus darf gefragt werden: Brauchte der Kampf zu fein? Beil seine Quelle vielleicht noch immer gespeist wird, weil feine Vor­geschichte vielleicht noch heute in Kinderstuben lebt, mag die in der Frage liegende Vorstellung an uns Alte berechtigt, notwendig erscheinen. Der Protest der Jugend gegen das Leben Der Erwachsenen muß erhärtet werden, sofern es dem Besen der Jugend widerspricht. Jugend als Inbrunst zur Freiheit, die einem Leben in Bahr»

da erhob sich eine auS aller Herzen kommende begeisterte Zustimmung.

Beiter konnten auch Vertreter aus Oester­reich, des Bundes Deutscher Akademiker in Hamburg, des Deutschen Hochschulrings, der Hamburger Vereinigung Alter Landsmannschaft ter usw. begrüßt werden.

Diese große und glänzerrd verlaufene Heer­schau der völkischen Akodenrikerschaft in der be­drohten Bestmart ist weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus von demostrativer und symptomatischer Bedeutung. In den anschließen­den Beratungen und Besprechungen zeigte sich, daß man sich nicht mehr wie bisher ausschließ­lich auf gutgemeinte Reden beschränkt, sondern daß man sich zu einem stärkeren Aktivismus durchgerungen hatte. Es wurden Fragen inner

organisatorischer Art besprochen und Probleme erörtert, die im Januar und später zur Er­örterung auf den Tagungen gestellt werden sollen. Verschiedentlich wurde mit Rachdruck die mißverständliche Auffassung bekämpft, daß die völkische Akademikerbewegung parteimäßig ein­gestellt sei oder sich an eine politische Partei

anlehne. Dies ift ebensowenig Tatsache, wie die Behauptung, daß der völkische Gedanke nur die Riederknüppelung des Judentums bezwecke. Vor­gesehen wurden Referate über praktische soziale

Arbeit, über deutsche Kunstpolitik und die Ent­wicklung des weit in die Zeit der älrburfchen- schaft zurückreichenden völlischeu Gedankens.

Benn die Verhandlungen auch leine Ent­schließungen und Beschlüsse ergeben, so waren fic doch insofern wichtig und von Bedeutung, als daraus hervorging. daß der Geist der Pots­damer Tagung lebendig fortwirkt und auch in absehbarer Zeit, dank der aufopfernden Arbeit besonders her Akademiker im Buppcrkal, posi­tive Ergebnisse zeitigen wird.

Tagung des Verbandes Deutscher Hochschulen.

(Don unserer Darmstadter Redaktion.)

Am Donnerstag wurde die Tagung des DerbandeS der deutschen Hoch­schulen mit einem Akademischen Festakt tm Kleinen Hause des Hess. La n d eS t he a t e rS zu Darmstadt eröffnet. Zu Beginn der &icx bot das Streichorchester der städt. Akademie für -«.on fünft und des Instrumentalvereins unter Leitung von Musikdirektor B. Schmit t-Handels Con­certo grofso in Q-Moll. Der Vorsitzende des Verbandes Prof Dr. Schenck-Munster be­grüßte $ic Gäste, vor allem die Vertreter der Regierung insbesondere den Minister drs Innern v Brentano, ferner den Ober- bürgermeifter der Stadt Darmstadt sowie die Vertreter her Darmstädter Technischen Hochschule, besonders deren Rektor Prof. Dr. S ch 1 i n k Dieser erinnerte in feiner Begrüßungs­ansprache an die Tatsache, daß der Verband der Deutschen Hochschulen zum ersten Male am Sih einer Technischen Hochschule tagt. Der Verband fei in der Zeit der Rot gegründet worden und baher war es möglich, daß Universitäten und Technische Hochschulen sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenfanden. Die gegenwärtige Ta­gung sollte eigentlich schon vor 2 Jahren in Darmstadt stattfinden, sie wurde aber wegen der Rähc der Besatzungsgrenze nach einem andern Ort verlegt. Der Redner wieS auf die Pflege der sittlichen, geistigen und religiösen Kräfte hin, damit diese die Schattenseiten des Materialis­mus bannen. Ferner wies er auf die Bedeutung von Technik und Bissenfchaft für den Biederauf­bau Deutschlands hin und wünschte den Arbeiten der Tagung vollen Erfolg. Der Minister deS Innern v. Brentano machte in feiner 'Be­grüßungsansprache u. a. auf die Erfolge des Verbandes aufmerksam; dieser habe den Ge­danken der Selbsthilfe in schwerer Zeit unter der Studentenschaft verbreitet. Die Darmstädter Stu­dentenschaft sei in dessen Verwirklichung Muster und Beispiel gewesen. Der Darmstädter Ober­bürgermeister Dr. Glässing dankte dem Ver­bände für die Bahl Darmstadts als Kongreßstadt. Der Glaube an die Macht des Geistes habe im Mittelalter die Universitäten ins Leben gerufen und im Jahre 1810, in einer Zeit der Rot, zur Gründung der Berliner Unincrfität geführt, er habe auch jetzt der deutschen Bissenschaft neue Freistätten geschaffen. Trotz der Versuchun­gen menschlicher Rot möchten die Hochschulen als die unerschöpflichen Freistätten unserer geistigen und sittlichen Kultur erhalten bleiben. Rach! wei­teren Begrüßungsansprachen, darunter eines Ver­treters der Rotgemeinschaft Deutscher Bissen- schaften und der Darmstädter Handelskammer erstattete Prof. Dr. Schenck-Münster den Ge­schäftsbericht.

Er erinnerte daran, daß 1919 der Gedanke entstand, als die Parteiherrschaft sich auch der Hochschulen zu bemächtigen drohte, sich zusammen- zuschliehen, um die Pflegestätten der deutschen Bissenfchaft zu erhalten. Der Redner erwähnte bic Hochschulreform, d. h. die Mitbeteili­gung der Richtordinariate an der Mitverwaltung der Hochschulangelegenheiten. 1920 trat die Rek­torenkonferenz zusammen, auf der große allgemeine Fragen erörtert wurden; es wurde beschlossen. eine ständige Organisation zu schaffen, die jederzeit aktionsbereit fei. Man sage zwar Organisation unterdrücke die Individualität, das gelte wohl für wirtschaftliche Verbände, nicht aber für die Hochschulen. Für sie habe das Schlagwort Geltung: Organisation schützt die In­dividualität. Der Verband habe deshalb alles abgelehnt, was ihm den Charakter einer De- hörde hätte geben können; er ist ähnlich, wie der Städtetag. ein Zweckverband. Der Verband stehe nicht im Dienste einer bestimmten Beltanschauung ober Partei, und er schütze die Freiheit der Bissenschaft. In diesem Zusammenhang besprach her Redner die Vorgänge an der ilniberfität Jena im vergangenen Jahr. Ferner wies er auf die Konkordatsverhandlungen in Preußen und Bayern hin, sowie auf die Verhand­lungen zwischen Staat und ev. Kirche in denselben Ländern: hierdurch würden wichtige Belange her Hochschulen berührt und die Tagung des Ver­bandes werde sich jetzt mit dieser Frage beschäf­tigen. Nachdrücklich warnte der Redner vor ein­seitigen Beltanschauungen; die Hochschulen hätten bic Pflicht und die Möglichkeit, volle Erkenntnis

Kundgebung der völkischen Akademiker in der Mestmark.

(Eigenbericht von unserem nach Elberfeld ent­sandten K. 5.-Mitarbeiter.)

Mitte April vergangenen Jahres war in Potsdam auf dem Ersten Deutschen Akcchrnntter- tag die bedeutsame Einigung der auf völkischem Boden stehenden Alt-Akademikervcrbande des deutschen Sprachgebietes vollzogen wordetr Mit dein weiteren Ausbau dieses Zusammenschlusses war damals die ..Vaterländische Vereinigung Alter Akademiker des Buppertales" beauftragt worden, deren straffe Organisation und ziel- bewußte Arbeit die beste Gewähr für den wei­teren inneren und äußeren Ausbau bieten tonnte.

Der Vorort Elberfeld-Barmen hat ganz im Stillen im Sinne her bei der Potsdamer Tagung feftgetegten Grundsätze weitergearbeitet und wird zu einer neuen Tagung nach Elbcr-- feld für den 17. Januar dieses Jahres cin= laden.

Als Auftakt dazu hatte die Vaterländische Vereinigung zu einem deutschen Abend auf ­gerufen. der sich zu einem wahrhaft imposanten Kundgebung der jungen und alten Akademiker des Rheinlandes gestaltete. Es war das erste Mal nach langer Zeit, daß auch die Kommilitonen des besetzten Rheinlandes, vom Feinde unbe- bindert, auf feindlichem Gebiet sich versammeln konnten. In Sonderzügen aus Bonn und Köln, aus Aachen und Münster rückten die aktiven Der- binhungen der westhochdeutschen Hochschulen ge­schlossen an. und es war für die Textilstadt ein nie erlebtes Schauspiel, die akademische Jugend im bunten Schmuck der Farben durch den geschäft­lichen Lärm der engen Straßen des Buppertäles wandem zu sehen. Heber anderthalb tausend

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i*4 d-n sb2?J°^n ,m Ucker. Durchfuhren - sind Der« ,Vr Einlieferung unb Mackenblätter für nu-^^^östsräumen Mich bekannt zu machen, »ch. daß jedes einzelne : .allen (einen Teilen usgeplüt ist, insbesondere Mui mit der koMchrist Mu übereinstimmen. wg der Steuerbarte und r für IM ist zugleich die uerharte für 1925 und di, qt Steuerwarte ausgestellt nis der Ein!ieferungsvflich> § 377 21. 0. vorgesehenen :; außerdem kann die Iruv die im § 202 21. 0. vor-

Mbltock b- gEKestanl.' s** mitrt. »'

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ach, (Brünberg, Hungen rsteigervng n 19. Januar voröen im öistrikl Mühlberg (SicS- die Gmarlmg Mach irigeri:

SchriM 'buche: 155, Tuche: 149, Eiche: 138 M- 2, Sichte 4; 6too' z Eiche: 109, Fichte: 4t, ü: 580, Eiche: 470, Dirk 0. - Zahlungsbedingung. ;g, längere zinslose 6tun* X3' bei barzahlung 10 > ämmenbmst 9t Uhr vor- Straße Lich-Meßer^ jer Hofes. Es empfiehn öesichtigung des Holzes. chenenDMlncrn ko« ebDt______

ergermg.

-16. Januar 1925, nach« versteigert die Gemeinde m feto®** 1 * * unil ck im Zaseihos.

den 9. Januar 1925. leisterei Grumngen.