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Wettervoraussage.

Der Moffulkonftikt vor

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auf Oberhes- der Schafe.

Anläßlich des Reichstagsbeschlusses, für den Dau einer Küstenverteidigunqsflotte für den Haushalt 1926 47 Millionen finnische Mark zu bewilligen, jedoch keine Bürgschaft für die ganze vom Kabinett für diesen Zweck angeforderte Summe von 315 Millionen Mark zu gewähren, überreichte der finnische Premiermini- st er dem Präsidenten das Rücktrittsgesuch des gesamten Kabinetts.

Eine Geucfye, die sich fast nur s e n beschränkt, ist die Räude denn nur in Oberhessen ist die

Erkrankungen entfallen bis auf etwa 600 alle auf oberbessische Gemeinden. Todesovfer erforderte die Krankheit eigentlich nicht, doch sind 280 Tiere, die in Pfungstadt (Kreis Darmstadt) erkrankt waren, ge­schlachtet worden. Die Räude ist bei R f e r d e n in Oberhessen dagegen nur in zwei Fällen auf­getreten: in ganz Hellen wurde sie bei Einhufern nur achtmal festgestellt. Weit mehr wegen ihres Schadens für die Volkswirtschaft kommt die unter dem Ramen Vornasche Krankheit bekannte Gehirn- und Rückenmarkent^ünduna der Pferde in Betracht: sie ist nur in oberhessischen Gemein­hin angetroffen worden. Ein Heilmittel peaen diese Seuche gibt es bis jeftt nicht, und so sind ihr die 50 davon befallenen Tiere erlegen.

Verhältnismäßig groß sind auch die Geldverluste beim Auftreten von Schweineseuche und Schweinepest; diese Krankheiten erscheinen in

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eine Anfrage der Abgeordneten und Gen. über

die DeemtLnbesolbung und die einteuung

Abg. Steinkopp (Soz.) ersucht die Regie­rung, endlich mit der Sprache herauszukommen, was sie in der Frage der Beamtenbesoldung vor­habe. Die einmalige Zulage helfe nur im Augen­blick, und in kürzester Frist stehe man erneut vor der Notwendigkeit, die Bcsoldungsfrage zu behan­deln. Entschließe man sich aber zur einmaligen Zulage, so müsse sie selbstverständlich auch den Ange st eilten und Arbeitern gegeben werden.

Abg. Schmidt (Dn.) drang darauf, daß die Beamtenbesoldungsfrage, die Frage der Erwerbe- losenfürsorge und der Lohnsteuer unbedingt noch vor Weihnachten erledigt werden müßten.

Die Regierung soll morgen früh endgültig sagen, was sie machen will.

Hierauf vertagte sich der Ausschuß auf Freitag.

Rat von dem Führer der Untersuchungskommis- sion des Völkerbundes, General Laidoner verlesene Bericht zur Mossulfrage stellt einer­seits fest, daß die Zwischenfälle an der vor­läufigen Grenze zwischen der Türkei und dem Irak solange unvermeidlich bleiben, als die Grenzlinie nicht endgültig festgesetzt ist, unter­streicht aber andererseits, daß die Vertrei­bung der christlichen Grenzbevolke- r u n g durch türkische Truppen sehr ernste und beklagenswerte Formen angenommen habe. Ge­genüber diesem zweiten Punkt erneuert nun der türkische Außenminister TewfikRuschdiBey in einer an die Presse verteilten Erklärung die bereits im September vorgebrachten türkischen Anklagen wegen des Vorgehens der englischen Truppen, die int Irak Taufende von türken­freundlichen Muselmanen getötet, inS Gefängnis geworfen oder in das Gebiet nörd­lich der Brüsseler Linie vertrieben hätten. Die christlichen Restorianer, auf deren Aussage sich General Laidoner in seinem Bericht aus­schließlich stütze, seien immer Gegner der Türkei gewesen und werden, wie die Er­klärung hinzufügt, immer gegen die Türkei auS- sagen. Die Untersuchung des Generals Laidoner sei einseitig vorgenommen worden. Die tur»

dem Völkerbund.

Die Türkei führt den Bericht Laidoners an.

Genf, 10. Dez. (WTD.) Der heute

Vie Räumungsvordereitungen.

Köln, 10. Dez. (TU.) Bis jetzt haben die Eng­länder zwei Züge Material und einen Truppen­transport von 11 Offizieren und 340 Mann der laden. Für die nächsten Tage sind keine Trans- oorte vorgesehen. Die genaue Zahl der Truppen, die Köln bis heute verlassen haben, läßt sich nicht angeben, da die Engländer neben den größeren Transporten täglich kleinere Abteilun­gen mit den fahrplanmäßigen Zügen völlig un­auffällig abschieben.

Auch in der belgischen und in der fran­zösischen Besatzungszone schreiten die Räu- mungsvorbereitungen fort. Die Belgier haben bisher etwa 3000 Mann aus den von ihnen besetzten Ge­bieten zurückgezogen. Die Franzosen sind in Bonn mit dem Abtransport von Material beschäftigt. Bis Weihnachten wollen sie 1000 Waggon Material ab­gefahren haben. Auch das Munitionslager in Mün­chen-Gladbach, in dem mehrere Eisenbahnzüge Munition lagern, wird zur Zeit abgebrochen.

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Gegen das deutsche Beamtentum in der Tschechen

Prag, 10. Dez. (WTB.) Die Entlas­sung von 2000 deutschen Postbeam­ten und Ange st eilten in den deutschen Gebieten deS Staates rief in der deutschen Be­völkerung ungeheure Entrüstung hervor. Abgesehen von der furchtbaren Rot, welcher die Entlassenen und ihre Familien ausgesetzt sind, und der Llnmenschlichkeit, die in dieser im härte­sten Winter vor Weihnachten erfolgten Entlassung zum Ausdruck kommt, sieht die deutsche Bevölke­rung in diesen Entlassungen einen weiteren S chritt zur Tschechisierung der deut­schen Gebiete, da die Entlassenen durch Tschechen erseht werden. Der Postverkehr wickelt sich in zahlreichen Orten nur mit b-n größ­ten Schwierigkeiten ab. 3n zahlreichen deutschen Versammlungen wird dagegen Protest erhoben, daß man den Abbau der Staatsbeamten und -angestellten lediglich auf Kosten der Deutschen durchführt.

ein. Der Antrag bezieht sich auf tenachbau. Einer Regierungsantwort hierzu ist zu entnehmen, daß im März dieses Jahres von den oberen Beamten 7,95 Prozent, den mitt­leren Beamten 7,04 Prozent, den unteren Be­amten 13,14 Prozent abgebaut worden sind und von den Angestälten 33,7 Prozent. Rund 21/i Millionen seien erspart worden. Auf die An-

Kleine politische Nachrichten.

Der Vorstand des Preußischen Städtetages hält es für notwendig, daß der größere Teil der neu hinzukommendcn Hauszins st euer- prozente zur Forderung des Wohnungsbaus verwandt wird, und daß nicht, wie bisher, un­geachtet des krassen Wohnungselends in den Städten ein verhältnismäßig großer Teil des Steueraufkommens der Reubautätigkeit in den Städten entzogen und auf dem Wege über den staatlichen Ausgleichsfonds über das Platte Land ausgestreut wird.

Der Berliner Anwaltsverein hat in Form eines Gesetzentwurfes einen dringenden Antrag an den Reichstag gerichtet, die am 31. Dezember 1925 ablaufende Frist zur Aufwertung von Hypotheken und die hiermit zusammen­hängende Frist um drei Monate zu verlän­gern.

Der Wiener Stadtrat beschloß einftinunig, an die italienische Regierung mit dem Aner­bieten heranzutreten, daß die Gemeinde Wien für den Fall, daß sich die Rachricht von der Entfernung deS Denkmals Walter von der Vogelwetde aus Bozen be­wahrheitet, dieses Denkmal übernimmt und sich verpflichtet, es auf einem würdigen Platz der Stadt Wien aufzustellen.

spricht.

DaS Haus tritt nunmehr in die Beratung eines Antrages Dr. Werner und Gen. sowie Dr. Werner

frage wird von der Regierung u. a. erwidert, daß sie für eine Erhöhung der Besoldung in den unteren Gruppen beim Reich ein­getreten fei.

Der Ausschuß beantragt, die Vorstellung und die Anfrage durch die Regierungsantwort für erledigt zu erklären.

Abg. Dr. Keller (D.V.P.) lenkt die Auf- merllamöeit des Hauses auf die alten Ruheständ­ler: die Hess. Regierung sollte einmal bei der bayerischen Regierung anfragen, wie dort die Tlnterstühungsverhältnisse wären. Das Verfah­ren in Bayern müsse dann auch in Hessen durch- geführt werden.

Abg. Frau H a 11 e m e r (Ztr.), Abg. Kindt (Dntl.) und Abg. Reiber (Dem.) verwenden ich ebenfalls für die Altpensionäre. Abg. Frl. Birnbaum (D. Vp.) bittet, auch der W i t w en zu gedenken. Das HauS stimmt dem Ausschuß» antrag zu.

Ein Antrag der Abgg. Dr. Keller, Birnbaum (D. Vp.) und Gen. über den Aufstieg der Amtsobergehilfen in Gruppe 4 der De- soldungSordnung wird der Regierung als Mate­rial überwiesen.

Bei Beratung deS Antrages Dr. Werner und Gen. über die Verhältnisse bei der Reichsbahn werden zahlreiche Beschwerden gegen die Dahnverwaltung vorgebracht. Der An­trag, der in seinem ersten Teil die Regierung ersucht, bei der Reichsbahn wegen verschiedener Wünsche vorstellig zu werden, wird angenommen.

Ferner wird ein Antrag der Abgg. Dr. Werner und Gen. betr. die Hinterbliebe- nenversorgung der Staatsbeamten ohne wesentliche Debatte angenommen.

Rächste Sitzung Freitag.

Schafhaltung in größerem Umfang verbreitet. Don den rund 7000

Wie die Frankfurter Zeitung" an zuständi- Stelle der Rheinlandkommission erfährt, treffen die Meldungen, daß der Vorsitzende der Rheinland-Kommission,Tirard, fein Amt niederlegen und Koblenz verlassen wird nicht zu. Ein Rücktritt Tirards komme in nächster Zeit nicht in Frage. Das ist um deswil­len in höchstem Maße bedauerlich, weil sich in der Person des Herrn Tirard das System Poincare mit allen feinen Schikanen verkörpert. Die Ab­berufung Tirards wäre ein Beweis gewesen für den guten Willen Frankreichs sich nun auch feinerseits auf den oft zitiertenGeist von Lo­carno" praktisch einzustellen. Sie ist aber auch eine Voraussetzung für jede Aenderung des Befahungsregimes.

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kische Delegation warte auf Vorschläge. Jedes Arrangement, das die Interessen und das Prestige der Türkei genügend berücksichtigt, werde von ihr als Empfehlung des Völkerbundsrates ange­nommen und der türkischen Rationalversammlung zur Annahme empfohlen werden. Die Türkei sei durchaus zu Opfern bereit, wenn diese durch den Abschluß eines wirtschaftlichen Abkommens, das die Interessen der Grenzbevölkerung schützt und eine Zerreißung des Wirtschaftskörpers ver­hindert, mit England ausgeglichen werden wür­den. Die endgültige Anerlennung der provisori­schen Grenzlinie.sei jedoch auch heute für die Türkei nicht möglich, wie andererseiis nicht mehr an einen Sieg der türkischen These gedacht werden könne.

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Aus aller Welt.

Der Tod der Jurjcwskaja.

Rach einet Mitteilung deS Berliner Polizei­präsidiums haben die Ermittlungen in der An­gelegenheit der verschwundenen Sängerin 3ur» jewslaja ergeben, daß die Ehefrau v. Brehmer, mit Künstlername Zurjewslaja, sich feit einiger Zeit in schwerer seelischer Bedrückung befand. Um Erholung zu finden, war sie im Einverständnis mit ihrem Ehemann nach der Schweiz abgereist. Durch diese Reise wollte sie zugleich dem Konzert, das am 3. Dezember im Gewandhaus zu Leipzig unter ihrer Mit­wirkung stattfinden sollte, aus dem Wege gehen, da sie sich den Anforderungen eines Konzerts nicht gewachsen fühlte. Mm einen 11 r- laub von der Staatsoper zu erwirken, hat der Ehemann mit ihrem Einverständnis auf einem im Osten Berlins gelegenen Postamt ein Selejramm an Brehmer des Inhalts auf- gegeben, daß die Mutter der Sängerin schwer erkrankt sei und diese sofort nach Dorpat kom­men sollte. Auf Grund dieses der Staatsoper übern.ittelten Telegramms, bei dem man den llrsprungsort Berlin in Dorpat umgeändert hatte, wurde die Sängerin beurlaubt. Der Ehe­mann brachte seine Frau selbst an die Bahn. Vier Tage nach ihrer Abreise erhielt v. Breh­mer aus Andermatt einen Brief, in dem die Sängerin den Gatten bittet, er möge ihr ver­zeihen, wenn sie ihm Kummer bereite. Er möge allgemein verbreiten, daß sie durch Herzschlag verstorben sei. Sie werde aus dem Leben scheiden.

5rau Jurjewskaja hat sich etwa 4050 Schritte von der Teufelsbrücke in die wild brausende Reust gestürzt. Bisher hat man lediglich zwi­schen der zweiten und dritten Stufe des Wasser­falles, der an jener Stelle von einer ziemlichen Höhe herunterbraust, ein Stück ihres Kleides aufge- funden. Trotz der angestrengtesten Suche ist es den Bergungsmannschaften bisher nicht gelungen, die Leiche aufzufinden. Bei dem reißendem Lauf der Reuß ist es leicht möglich, daß die Nachforschun­gen nach der Leiche der so tragisch ums Leben ge° kommenden Künstlerin jetzt im Winter ohne Erfolg bleiben werden.

Abg. Büchner (Dem.) verwahrt sich da- | gegen, daß er eine dem Handwerk feindliche Stel­lung eingenommen hätte: er habe das Gesamt- interesse der deutschen Wirtschaft im Auge. Man dürfe einem einzelnen kleinen Berufskreise der Handwerker nicht auf Kosten der Steuerzahler helfen.

Abg. Glaser (Landbund) bemerkt, die Versteigerungen, auf denen Stundung gewährt werde, brächten höhere Beträge, dadurch würden die Zinsverluste wieder wettgemacht.

Der Ausschuß hat mit 7 gegen 7 Stimmen den Antrag Haury abgelehnt, das HauS lehnt in der Abstimmung diesen Q.ntrag ab und nimmt damit einen Antrag (Glaser) der Minderheit an, der den Wünschen der Handwerker ent-

Ein deutsches Großflugzeug in Persien.

Ein in 'Angora gestartetes Junkers-Dreischrau- ben-Grostflugzeug ist in Teheran eingetrosfen, nach­dem der 1950 Km. lange Weg in 11 Stunden Flug­zeit zurückgelegt worden war. Es ist das erste Groß­flugzeug, das Persien besucht. Es wird an den Krönungsfeierlichkeiten Riza Khans teilnehmen, der seit Beginn seiner Ministerpräsidentschast der Entwicklung und der Zusammenarbeit mit Deutsch­land auf diesem Gebiete großes Interesse entgegen­gebracht hat.

Der weihe Tod.

Im Bezirk Reutte (Tirol) ereignete sich inner­halb einerWoche das dritte Unglück durch L a - w i nensturz. Ebenso wie in den beiden ersten Fällen wollten Bauern von der Höhe Sommerheu herabbringen. Don den 20 Leuten find drei Brü­der von einer Lawine erfaßt und fortgerissen wor­den. Während sich der eine mit eioener Kraft her­ausarbeitete, konnten seine beiden Brüder nur noch als Leichen geborgen werden.

6ecmann3loS.

Der Heringslogger A. E. Rr^9L.von der GesellschaftGroßer Kurfürst", ist b:i dem Orkan am 25. Rvvember bei der Einfahrt in dis Western-Ems gesunken. Dabei hat die Be­satzung von 14 Mann den Tod gefunden. Der aus Rewcastle stammende DampferLandport" ist am Mittwoch nacht an der englischen Ostküste mit einem norwegisch?n Fahrzeug zusammen- gestoßen und gesunken, wobei zehn Personen ertranken.

19 Kreuzottern vernichtet.

3m Dorfe Konradsgrün bei Würzburg entdeckte beim Aufheben einer großen Stein­platte ein hiesiger Steinmetz ein Win erasyl von Kreuzottern. Richt weniger als 18 Ottern, dar­unter große und ausgewachsene Tiere, wurden vernichtet.

Aebersahrrue Schafherde.

Der beschleunigte Personenzug Stuttgart* Bretten fuhr kurz vor dem Bahnhof Oelbronn! in eine Schafherde, die gerade den Bahnkörper überquerte. Trotzdem der Zugführer sofort ©egen* dampf gab, konnte der Zug erst zum Stehen ge­bracht werden, als bereits etwa 20 Schafe, größ­tenteils Mutterschafe, getötet und eine weitere Anzahl verletzt waren. Cs ist noch unaufgeklärt, wen die Schuld trifft Bekanntlich ist vor einigen Tagen auch bei Landstuhl eine Schafherde auf gleiche Weise vernichtet worden, ebenso vor etwa 14 Tagen in der Rühe von Marburg.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 11. Dezember 1925. j

Die Tierseuchen in Hessen.

Kürzlich hat die hessische Regierung ein Ein­fuhrverbot für Geflügel aus dem Aus­land erlassen, das mit dem 1. Dezember in Kraft trat Die Veranlassung dazu haben in erster Linie mehrer Fälle von Geflügelcholera gegeben, die sich in verschiedenen Teilen des Landes eingestellt haben. Unter den seuchenartigen Krankheiten, die unter dem Geflügel auftreten, ist die Geflügelcholera bei weitem die gefährlichste, denn es kann ihr das Federvieh ganzer Ortschaften zum Opfer fallen, wenn es nicht gelingt, wirksame Sperrmaßnahmen durchzuführen. Die Krankheit ist nach den Ermitt­lungen fast stets aus dem Ausland, namentlich aus Italien eingeschleppt. Bis jetzt ist es noch immer gelungen, der Seuche Herr zu werden. Welcher Schaden aber angerichtet werde könnte, läßt sich aus dem Auftreten der Seuche im vergangenen Jahre ermessen, denn in den neun Gehöften, in denen sie auftrat, erlagen ihr nicht weniger als 846 Hühner, 50 Gänse und 38 Enten. Die Hühnerpest trat nur in einem Falle auf, und es fielen ihr 19 Gänse zum Opfer. May kann hieraus ersehen, daß nur scharfe Abwehrmaßnahmen den großen Geflügelbestand unseres Landes sichern können.

Weit größer und volkswirtschaftlich weit mehr ins Gewicht gefallen sind natürlich die Schäden, die durch Seuchen in den Beständen der Großtiere an­gerichtet werden. Die größten Verluste werden durch den Rotlauf der Schweine und die Back- fteinblattern verursacht. Diese Krankheiten ver­teilen sich ziemlich gleichmäßig über die drei Pro- vinzen des Landes; es sind im Verlaufe des ver­gangenen Jahres 2775 Schweine daran erkrankt,681 sind zugrunde gegangen, 881 der erkrankten Tiere mußten getötet werden. Bis jetzt ist es noch nickt gelungen, der Krankheit Herr zu werden oder sie auf ein geringeres Maß zurückzufuhren. Die Bekämp­fung der Maul - und Klauenseuche, von der Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine befallen wer­den, ist unbebingt notwendig, schon angesichts der Häufigkeit dieser Krankheit; sind doch 1924 allein 4904 Rinder, 901 Schafe, 712 Ziegen und 4374 Schweine davon befallen worden. Wenn auch in der Mehrzahl die Krankheit in der milderen Form auftrat, so forderte sie doch noch 59 Todesopfer an gefallenen und 9 auf polizeiliche Anordnung hin gerötete Rinder.

Veränderlich, Tagestemperaturen wenig über dem Gefrierpunkt, leichter Nachtfrost, meist trocken.

Der Nordseewirbel verlagert sich langsam ins Ostseegebiet. Seine warme Lust ist weiter nach Osten vorgedrungen und hat in ganz Deutschland das Tauwetter zum Durchbruch gebracht. Auf seiner Westseite bildet sich, von dem Vordringen kalter Luft nach Süden unterstützt, ein Gebiet höheren Druckes aus, so daß sich Nachlassen der Niederschläge und Temperaturfall anbahnen.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 4,4 Grad Celsius, Minimum 1,8 Grad Celsius. Niederschläge 2,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 4,9 Grad Celsius.

Der Kapitän Gordon Eunning, der in Tanger eintraf, behauptet, äleberbtinget eines offiziellen Briefes von A b d e I Krim, der einige Friedensbedingungen Vorschläge, zu fein. HavaS erfährt, Abd el Krim erkenne die religiöse Oberhoheit des SultanS an, bean­spruche aber die volle politische Selbständigkeit des RifS, die namentlich das Recht umfasse, ein Heer zu unterhalten.

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Hessischer Landtag.

Darmstadt, 10. Dez. Zu Beginn der Sitzung wird folgender Antrag über die Verhältnisse im besetzten Gebiet beraten, in dem eine Reihe von Wünschen der Bevölkerung geäußert wird:

Der Canbtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln darauf hinzuwirken, daß die nach Annahme des Vertragswerkes von Locarno zu erwartenden Erleichterungen im besetzten Gebiet in möglichst weitem Umfange eintreten. Die Hof.nungen des befcfjLV Gebietes finb durch die Beseitigung des Delegierlenapparates und die Verordnung 30S dec Rheinlandkommission bisher nur zu gerin- gern Teil erfüllt worden. In wesentlichen Punkten, so bezüglich der die Bevölkerung beson­ders quälenden 7N i litärgerichtsbarkeit mit ihren Begleiterscheinungen (Gendarmerie, süret.) ist noch nichts geschehen; das Ausweisungsrecht der n einlandkomluifsion besteht weiter; die die deutsche Jusiizhoheit einschränkenden Vorschriften sind noch nicht ausgehobeu; die Pahpflicht ist be­stehen geblieben, die Freiheit der presse ist noch keineswegs hergestellt, das Vereinsrechl unterlieg! weiterhin starken Beschränkungen. 3n allen diesen und noch vielen anderen Punkten er­wartet das besetzte Gebiet die gänzliche Auf­hebung der von der Rheinlandkommistion erlasse­nen Vorschriften als selbstverständliche Folge der durch Locarno geänderten politischen Verhältnisse. Insbesondere aber mutz der durch die übermäßig starke Besatzung gerade auf dem hessischen be­setzten Gebiet und besonders auf der Stabt Main; lastende schwere Druck gemildert werben. Rach der Unterzeichnung bes Vertrags von Locarno bestehl nach ber Austastung des Hess. Lanbtags, der sich hierin einig weiß mit ber Relchsregierung, überhaupt kein Grund mehr zur Auf­recht e r h a 11 u n g ber Besetzung deut­schen Gebietes. Jedenfalls aber muß die bal­dige wirksame Abkürzung ber Besahungsfristen energisch gefordert werden.

Der Hess. Landtag spricht die Erwartung aus, daß es, solange die Besatzung bestehen bleibt, den Bemühungen der Reichsregierung gelingt, eine fühlbare Herabsetzung der Besahungs- starten und eine grundlegende Aende- rungdes Besahungsregimesherbeizu- fübten mit dem Ziele, für die Bevölkerung ber besetzten Gebiete und htsbefonbere für die Beoölte- rang ber am längsten beseht bleibenden hessischen Gebiete, die Besetzung so erträglich wie irgend mög­lich zn gestalten.

D a r m ft a bt, den 8. Dezember 1925. Dingelbey. Kaul. Dr. Werner. Selber. Lenhart.

Dr. v. Helmolt.

Präsident Adelung bemerkt dazu, daß de: Druck im besetzten Gebiet immer noch sehr groß sei. Alle verantwortlichen Stellen mühten . Sorge tragen, daß der Geist von Locarno zur Auswirkung komme. Hessen, dessen Gebiet zur Hälfte beseht sei, hätte die Pfficht, auf diese Zustände hin-uweisen. Das Besahungsregime sei eine Gefahr für die friedliche Entwicklung Euro­pas. Der Eintrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Hierauf wird ein» Vorstellung des Vereins hessischer Zustiz- cüntmänner über die Aufrückungsver- hältnisse der mittleren Zu st i z b e am­ten beraten. Abg. Dingeldeh erstattet hier­über Bericht. Ein Teil der Beamten soll in Grupp» 9 (Znh^berstellen) aufrüden. Der Aus­schuß hat m feiner Mehrheit beschlossen, die Vorstellung der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Das Haus tritt diesem Beschluß bei. Ebenso wird eine Vorstellung des Verbandes der mittleren Daubeamten wegen Schaf­fung von gehobenen Stellen der Gruppe 9 in .üebereinflimmimg mit dem Ausschußantrag an­genommen.

ZL einem Antrag der Abg. Haury, Dingeldey und Den. über die Rutzholz-- versorgung des Hess. Handwerks hat die Regierung eine längere Erklärung abgegeben. Der Antrag will zinslose Stundung der Zah­lungen bei Holzversteigerungen gegen Bürg­schaftsleistung.

Landforstmeister Hesse weist darauf hin, baß bis Martini gegen 9 Prozent Zinsen immer Stun­dung statffinbet.

Abg. Haury (D. V.) macht darauf aufmerk­sam, daß anderen Berufen zinslose Stundungen in zahlreichen Fällen gewährt werden, z. B. der Land­wirtschaft. Der Handwerker könne nicht immer gleich das Holz verwerten; auch bezahlten die Kunden des Handwerkers gegenwärttg so schlecht, daß dadurch die Holzzcchlunyen erschwert würden.

Ministerialdirektor Schäfer meint, es würden große Beträge dem Staate verlorengehen, wenn dem Anträge stallgegeben werde. Die Bestimmun­gen über die Holzzahlungen in Hessen wären die­selben wie in anderen deutschen Ländern.

Abg. Haury (D. B.) hält der Regierung ent­gegen, paß viele Gemeinden entgegenkommender bei den Zahlungsbedingungen sind als die Regie­rung. Die letzten Holzversteigerungen wären zu­meist ergebnislos verkaufen, weil die Handwerker keine Barzahlung leisten können.

Abg. Dr. Büchner spricht unter lebhaftem Widerspruch der Rechten gegen den Antrag Haury. Man solle die wirtschaftliche Krise sich erst einmal auswirken lassen.

Landforstmeister Hesse: Die Preissenkungs- altion mache sich auch bei den Holzverfteigerungen geltend, die Preise gingen zurück.

In ber weiteren Debatte wenden sich der Abg. Golm (Komm.) gegen den einseitigen großindu­striellen Standpunkt des Abg. Dr. Büchner. Abg. Kindt (Dn.) bezeichnet dessen Erklärungen direkt als handwerkerfeindlich.

Abg. Haury lenkt die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Stellungnahme der verschiedenen Parteien zu seinem Anträge hin. Er mache das gesamte Handwerk auf die Aeuherungen des Abg. Dr. Büchner aufmerksam

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