Ausgabe 
11.8.1925
 
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lauer wergettlich tloH. Lustspiel In wnie. 7609c

Nr. 186 Zweites Blatt

Siebener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gderheffen)

Dienstag, U. August 1925

Die neuen Steuergrund­lagen für die Landwirtschaft Don Karl Hepp. M. d. R., Präsident des

Reichslanbbunbes.

Zu den Ltcuergeseyen. die im besonderen QUafic die Landwirtschaft interessieren, gehört das Reichsbcwertungsgeseh. mit dessen Ver­abschiedung wenigstens tn seinen Grunbgedanken einer schon lange ausgesprochenen Forderung der Landwirtschaft entgegengekommen wird, Aufgabe dieses Gesetzes soll es sein, dem völligen Durch­einander auf dem Gebiet der Bewertung ein Ende zu machen Die Vielheit der Bewertungs- giundlagen <im Reich? der berichtigte Wehrbei- tiagowert. in Preußen der SrgänzungssteuerweN 1917 19, in vielen Gemeinden autonome Wehr- bcitragsordnungen) muhte endlich klaren, durch­sichtigen Verhältnissen weichen. Reich wie Länder haben ein Interesse daran, dah der Steuerzahler insbesondere aut dem flachen Lande mit dem Steuersystem und seinen Deranlagungsmctyoden vertraut wird und damit ein gut Teil des Mih- liauens, das sich schliehlich gegen den Staat richtet, verschwindet. 3m Einverständnis mit den fliehen Organisationen der Landwirtschaft haben wir darum die Rotwendigkeit einer einheitlichen landwirtschaftlichen Bewertungsgrundlage er­kannt und seit geraumer Zeit in diesem Sinne im Parlament unS eingesetzt.

Bedauerlicherweise hat jedoch die straffe Durchführung dieses Gedankens eine Reihe von Abschwächungen erfahren, auf die In folgendem eingegangen werden soll.

Den Landesregierungen ist daS Recht zuge- standen, zugunsten der Verbesserungen eigener Steuerguellen bestimmte Teile des landwirtschaft­lichen Betriebes aus der Detriebseinheit heraus- zunchmen und der Gewerbesteuer zu unterwerfen. Das gilt zum Beispiel für die landwirtschaft­lichen Brennereien, die hiernach eine Gewerbe­steuer unterworfen werden können,' nachdem be­reits die Betriebseinheit geschlossen nach dem Merkmal des Wertes und damit dem Einheits­wert zur Grundsteuer veranlagt worden ist. So­mit ist die Möglichkeit einer durch nichts gerecht­fertigten Doppelbesteuerung ohne w t eres gegeben. Eine andere, nicht unerhebliche Gefähr­dung des Einheitswertes besteht darin, dah Län­der und Gemeinden zur Anerkennung der steuer­lichen EinhcitSgrundlage nur dann verpflichtet sind, wenn sie Steuern nach dem Merkmal des ., Wertes" erheben, d. h. also, dah für den Fall, dah die Gc-nannten ihre Grundsteuern zum Bei­spiel nach dem Merkmal desErtrages" erheben eine Bindung an den Einheitswert für sie nicht mehr besteht Es dürste kaum im Interesse der Länder liegen, hiervon Gebrauch zu machen, denn letzteres würde voraussichtlich für die Landwirt­schaft zur Folge haben, eine Verschärfung der Be­stimmungen über die Anwendung der Einheits­werte au fordern

Als Bewertungsgrundlage schreibt das Reichsbewertungsgesetz im Sinne einer stets von der Landwirtschaft erhobenen Forderung den Ertragswert vor, und zwar gemäß dem § 152 RAO. Damit ist also hierunter der objektive Ertragswert zu verstehen, den daS Grundstück normalerweise und nachhaltig bei gemeinüblicher Bewirtschaftung mit entlohnten Arbeitskräften haben kann. Es wird also nicht die subjektive Srtragsleistung, sondern die objektive Er- tragSfähigkeit veranlagt.

Die Sozialdemokratie steht nach wie vor auf dem Boden des gemeinen Wertes, und auch der demokratische Redner lieh im Plenum des Reichs­tages bei seinen Ausführungen durchblicken, dah seine Zustimmung zum Ertragswert nur eine

Deutscher Wein und deutsche Kultur.

(Zur Reichsausstellung in Koblenz.)

Den Veranstaltungen zur rheinischen Jahrtau- sendscier gesellt sich würdig die Reichsausstellung ..Deutscher Wein" hinzu, die soeben eröffnet wurde. Ist doch der Wein einer der Ruhmestitel unseres deutschesten «tromeo. die Stimmung, die von ihm nusgeht, verklärt und beschwingt rheinisches Wesen, und in der ganzen Kultur und Kunst dieses geseg­neten Landstriches haben feine Beobachter den Duft einer köstlichen ..Blume" verspüren wollen. Mitten im besetzten Gebiet ist in Koblenz ein Werk ge- schassen worden, das nicht nur die Beziehungen des deutschen Weines zur deutschen Wirtschaft, sondern auch seinen engen Zusarnenhang mit Wissenschaft, Kultur und Kunst lebendig vor Augen führt. In den Käufern desWeindorfes" offenbart sich die alte Baukunst der Weinbaugebiete-, vor allen: aber ist in den Schöpfungen des Kunstgewerbes von den romanischen und gotischen Zeiten bis zur Gegenwart ausgebrcitet, was dem Wein und dem Trinken seine Entstehung verdankt. Im Ehrenhof der Ausstellung erhebt sich das deutsche Weindenkmal, von dem jungen Münchener Bildhauer Josef Hensel- mann un Auftrage der vereinigten Weingutsbesiger von Koblenz geschaffen, in dessen vier prächtigen Gestalten die reife Weisheit des schweren Rhein­weines, die ausgelassene Jugend des jungen Weines, die zarte Fraulichkeit des duftigen Moselweines und die üppige Pracht des spnidelnden Schaumweines verkörpert sind.

Die Ansicht, dah die Weinrebe aus Borderasien nach Südeuropa und dann zu uns gekommen sei, ist heute als irrig erkannt. Zahllose vorgeschichtliche Funde haben erwiesen, dah die Rebe so ziemlich tn allen Ländern der Erde ursprünglich heimisch war, und auch in Deutschland gibt es schon Reben in der Urzeit, die wohl mit den heute noch an vielen Flüssen

Gesundheit über alles!

Wohl nichts wurde während der Kriegszeit neben dem Mangel an Lebensrnitteln schwerer empfunden, als das Fehlen guter Seife. Mit einem gewissen Grausen erinnert man sich der berüchtigten K. A.-eife und des nicht minder zweifelhaften K. A.-Seisenpulvers. Die Männer­welt hat das lange nicht so empfunden, als die Frauen. Was wurde damals nicht alles unter­nommen, um den entsetzlichen Zustand zu beseiti­gen: doch welche Enttäuschungen erlitten unsere Hausfrauen, als sie versuchten, selbst Seife zu kochen.

Diese schrecklichen Verhäftnisse liegen zwar freute glücklicherweise hinter unS. Geblieben ist

.derzeitige" sei. Vielleicht find diese Kreise, die den Schuh des kleinen Dauern im Gegensatz zum Groh besitz er für sich auSschliehlich in Anspruch nehmen, sich darüber nicht im klaren, dah die Besteuerung nach dem gemeinen Wert mit b c - s onderS schwerer Belastung gerade für die bäuerlichen Betriebe verbunden sein muh. Bekanntlich ist die Rachftage nach Kleinbesitz gröber als nach ausgedehnten Besit­zungen. Sodann ist der Wert des Gebäudetapi- tals, gemessen am Wert der genutzten Fläche, beim kleineren Betrieb wesentlich höher, so dah sehr wohl daraus gefolgert werden kann, dah der gemeine Wert sich bei geringer werdender De- triebsgröhe erhöht. Wer darum Besteuerung nach dem gemeinen Wert fordert, führt einen folge- schweren Schlag gegen den bäuerlichem Besitz

Der beim Reichsfinanzministerium zu errich­tende DewertungSbeirat soll die Ausgabe haben, bei der Sicherstellung der Gleichmähjgkeit und Bewertung im Rahmen des ganzen Reiches maßgeblich mitzuwirken. Er wird seine Ausgabe um so besser löfen können, als er im möglichst weitem Mähe eine sachkundige Mitarbeit der Landwirtschaft gewährleistet. Zur Erleichterung seiner Tätigkeit ist die Schaffung von Wirt­schaftsgebieten im ganzen Reiche vorge­sehen. die zum Zwecke beffever Arbeitsbuch süh. rung möglichst mit. den Bezirken der Landes- finanzärnter sich decken sollen. Die Reinertrags­berechnungen trc.den durchgeführt bei den sog. Dergleichsbetrieben größter, mittlerer und geringerer Ertragssähigkeit. Diese Betriebe werden innerhalb der einzelnen Wirtschaftsgebiete miteinander verglichen, und damit wird das end­gültige Verhältnis ermittelt. Bei sorgfältiger Durchführung kann somit eine gewisse Gleich- mähigkeit der Bewertung erreicht werden. 3m Rahmen dieser Dergleichsbetriebe vollzieht sich alsdann die Bewertung aller übrigen Betriebe, die endgültige Festsetzung der Ertragski tssen und Rahmensätze erfolgt durch das Reichssinanzrnini- fterium und den Reichsrat.

Eine Bestimntung bedarf einer besonderen Kritik, denn sie ist in der Tat nicht haltbar. 3m § 36, in dem von sogenanntem »Bauland ge­sprochen wird, soll die Bewertung nach dem ge­meinen Wert erfolgen, auch wenn das betreffende Grundstück landwirtschaftlich genutzt ist. Diese Be­stimmung muh in gewissen Gegenden Deutsch­lands, insbesondere im Westen, in der Rähe von Grohstädten und Fabrikanlagen zur Ek- propriierung führ n, da die Oefal)r be­steht, dah landwirtschaftlich oder gärtnerisch ge­nutztes Land hier als Bauland angesehen und dementsprechend steuerlich behandelt wird. Der Widerstand gegen diese Bestimmung ist um so be­rechtigter, als dabei nicht nur die Reichsvermö­genssteuer, sondern auch die Erbschafts­steuer. wie die Grundsteuern nach dem gemei­nen Wert erhoben werden können. Zwar ist in­folge des Protestes der Landwirtschaft und des Widerspruchs der rechtsstehenden Parteien eine Milderung insofern erfolgt, als in den 3ahren 1925'26 die Bewertung nach dem gemeinen Wert nur dann erfolgen soll, wenn das betreffende Grundstück im 3ahre 1924 bei der Veranlagung zur Reichsvermögenssteuer bereits als Bauland veranlagt war: es wird jedoch erforderlich sein, innerhalb dieser Zeit den § 36 durch eine andere Bestimmung zu ersehen, die dem Landwirt die Möglichkeit schafft, mit mehr Ruhe und Sicher­heit seinen Acker zu bestellen.

Bekanntlich ist der Ertragswert ein Viel­faches des jährlichen, nachhaltigen Reinertrags. Durch die RAO. war als Multiplikator das 25sache unter Berücksichtigung eines allgemein üblichen Zinssatzes von 4 Proz. vorgesehen. Die weitgehenden Veränderungen auf dem Gebiet der Zinspolitik machen eine Korrektur dieser De-

Mittel- und Südeuropas wild wachsenden Reben in Zusammenhang stehen. Nicht also die Weinrebe, son­dern höchstens die Pflege der Rebe ist von den Römern zu uns gebracht worden, die wohl Haupt- sächlich im zweiten vorchristlichen Jahrhundert die Grundlage des römischen Weinbaues schus. Zahllose Bodenfunde beweisen den linksrheinischen Weinbau zur Römerzeit. Immer wieder fördert man in der Pfalz das gallo-römische Winzermesser mit römischen Gefäßen usw. aus Gräbern zutage: an der Mosel sind eine Menge römischer Winzergeräte gefunden worden, und an der Ahr sogar ein ganzer römischer Weinberg und darin römische Münzen. Die Wein- kultur des Moselgebietes hat Ausonius ums Jahr 370 n. Ehr. in seinem GedichtMosella" besungen, und zwar hauptsächlich den dort gepflanzten Rot­wein.

Der von den Römern geschaffene Weinbau am Rhein überdauerte die Wirren der Bölkerwande- rung. Schon merowingische Urkunden zeigen deut­lich, daß der Weinbau erhalten blieb, so besonders die Schenkung des Weinzehnten im Speyergau durch König Siegbert III. an Bischof Principius von Speyer um 653. Aus der karolingischen Zeit gibt eine ganze Menge von Schenkungen an Klöster Reb- orte aus allen rheinischen Weinbaugebieten an. Der Wein war ja für die Kirche von großer Be­deutung, denn sie bedurfte seiner zum Gottesdienst, und als Sinnbild ist der Wein aufs engste mit dem Christentum verknüpft, wie ja vor allem die Darstel­lung Christi in der Kelter zeigt, die mit dem Tode des Erlösers am Kreuz in engstem Zusammenhang steht. Das Kelterbrett, auf dem der Schmerzensmann die Trauben nach mittelalterlicher Art tritt, ist sogar bisweilen durch das Kreuz ersetzt. Der Wein hatte auch bald eine ganze Reihe örtlicherWeinheiliger". Der Hauptschutzherr der Winzer war aber der hl. Kilian. Als sein Gegenbild erscheint der hl. Urban, nach dem das durch allzu heftigen Weingenuß er- langte PodagraSt. Urbans Plag" genant wurde. Aber der hl. Urban trägt die Traube nicht als Warnungszeichen, wie man das angedeutet hat, fon-

aber die Erkenntnis, was uns eine wirklich gute Seife eigentlich bedeutet und wie richtig es ist, beim Einkauf äußerst wählerisch zu fein. Das Angebot ist wieder groß geworden, und jede er­fahrene Hausfrau weiß, dah sich auch unter den heutigen Seifen viel zweifelhafte Erzeugnisse be­finden. Welche Eigenschaften muh nun eine wirklich gute Kernseife eigentlich besitzen?

Sie muh rein fein, d. h. sie darf keine Fül- lungsmittel enthalten, die nur einen billigen Preis vortäuschen. Sie darf keine freie Soda enthalten, welche die Wäsche grau macht und die die Wäschefaser zerstört. Sie muh einen frischen Geruch haben, der sich auf die Wäsche über­trägt. Sie darf die Hände der Wäscherin nicht aufwaschen".

Was nützt eS denn, den menschlichen Körper

ftimmungen erforderlich, denn bei einem An­wachsen der Zinshöhe muh eine entsprechende Senkung des Multiplckators erfolgen. Dem ist dadurch Rechnung getragen, daß der Reiche­st nanzminister mit Zustimmung des Reichsrats ermächtigt wird, eine Aenderung dee Multi­plikators vorzunehmcn. Es muh die sehr be­stimmte Erwartung ausgesprochen werden, dah der Reichsfinanzminister von dieser Bestimmung, die leider keine zwingende ist. Gebrauch macht.

Schliehlich enthält das Gesetz noch Bestim­mungen für verpachtete Betriebe, bei denen der Einheitswert so feftzustellen ist. als ob sie vom Eigentümer selbst bewirtschaftet würden und die Verteilung auf Verpächter und Pächter gemäß ihrer Dermögensbeteiligung an der Be- triebseinheit erfolgt.

Der beim Finanzamt bestehende Grund- wertausfchuh veranlagt die einzelnen Be­triebe. Damit jeder einzelne Betrieb die Mög­lichkeit hat. seinen Besitz bezüglich der Einstufung nachzuprüfen, werden die vom Finanzamt fest- gestellten Einheitswerte offengclegt.

Auch über das Rechtsmittelverfab- ren, das in oberster Instanz beim Reichs- stnanzhof endet, und damit eine Besserung gegen­über früher darstellt, enthält das Gesetz die er­forderlichen Bestimmungen.

3m ganzen besehen bedeutet das Reichs- bewertungsgefeh einen merkbaren Schritt nach vorwärts. Aufgabe kommender Zeit wird es sein, noch vorhandene Fehler zu be­seitigen.

Kirche und Schule.

V W ahenborn-Eteinberg, 10. Aug. Gestern hatten wir in unserem Kirchspiel Mis­sionssonntag 3n Watzenborn-Steinberg predigte um 10 Uhr Missionar Glöckel. Bad Homburg, früher in Kamerun, in gewissenschär- fender eindringlicher Weise über Apostelgeschichte 17, 16 ff. Rachmittags feierten wir in der Filial­gemeinde Garbenteich das diesjährige Dekanatsmissionssest des Dekanats Gießen. Es war vom schönsten Werter begünstigt und hatte sich eines starken Besuches zu erfreuen von Ein­heimischen und vielen auswärtigen Festtellneh- mem. Die ganze Feier fand in einem schön ge­legenen Garten statt, der für alle bequeme Ge­legenheit zum Sitzen bot. Der Posaunenchor Klein-Linden stellte sich in selbstloser Weise in den Dienst der guten Sache und erfreute uns durch exakt gespielte Weisen und Begleitung der gemeinsamen Gesänge. Schön vorgetragene Lieder des Männerchors sowie ein Gesang des Schülerchors unter Lehrer Weisels Leitung: Die Sach' ist dein, Herr 3efu Christ" gaben einen passenden Rahmen zu den einzelnen Reden und Ansprachen. 3m Festgottesdienst h eit Pfarrer Schultheiß. Grohen-Linden die ge­haltvolle Festpredigt über Luk. 11,32. 3n ge­dankenreichen Ausführungen entwickelte er die Geschichte deS Missionsgebankens in unserem Hessenlande. Ebenso zahlreich war die nach einer Kaffeepause stattfindende Rachversammlung be­sucht. 3n ihr begrüßte zunächst Dekan Guh - mann in warmen Worten auf Grund von Hebt. 13, 7 die Festgemeinde, und zeichnete ein­drucksvoll Bilder vom letzten Basler Missions­fest. Missionar Glöckel gab in anschaulichen Bildern eine herzandringende Schilderung von den Leiden der Mission in den schweren Jahren, die hinter unS liegen, und bann gab er einen hoffnunaSsrohen Ausblick auf die neuen Aus­gaben, die jetzt der Missionsarbeit gestellt sind. Der Ortsgeistliche, Pfarrer S t a u b a ch. sprach im Schlußwort zunächst den Dank für alles Ge­botene aus und mahnte zum freudigen Opfersinn für die große Sache. Es waren Stunden innerer

Erhebung, und innerlich bereichert sch eben alle von der gastlichen Gemeind: Garbenleich Daß die Feier nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen, Sgtc daS Ergebnis der Sammlung für die iffton. Einschließlich verkaufter MlllionSlchriften waren es 217 Mk. Für die schöne Spende sei auch an dieser Steile nochmals herzlich Dank gesagt.

~ Rodheim an der Horloff, 9. Aug. Heule sand in unserem Kirchspiel das drille Dorfkirchenfesl statt, von den .Freunden der Dorfkirche" veranstaltet. Den Festgotlesdrenft hielt Dekan 2 criba - Eichelsiw rf über 1. Kor. 3, 11. Rachmiltags zog man unter Musikbegleitung zur Festversammlung in den Kleinen Unioerfi- lätSwald unterhalb Forstbauö Glaubzahl. 3m Mittelpunkt der Feier stand ein geifl- und kraft­voller Vortrag des bekannten Schriftstellers Frrtz Philippi. Pfarrer in Wiesbaden, über .Dorf- kirche und Vollsgemernschafl". Seine Ausführun­gen wurden umrahmt von gemeinsamen Liedern und Darbietungen des gemilchten EhorS Ober- Widdersbeim (Dirigent Lehrer Gantz) der Ge­sangverein Steinheim (Dirigent Lehrer Bepp- l e r) und Rodheim ( Dirigent Lehrer Dietrich). Die Instrumentalmusik wurde geleistet von dem unermüdlichen Posaunenchor G l a u b e r g.

Turnen, Sport und Spiel.

42. Bundcsscsl bc0

Bundes deutscher Radfahrer.

Stettin, 9. Aug. (WB.) Zu dem 12. Bundes- fest des Bundes deutscher Radfahrer, das vom 7. bis 11. August in Stettin ftattfinbet, haben sich meh­rere laufend deutsche Radfahrer aus allen Teilen des Reiches, vornehmlich aus dem Rheinlande und den öftlicheit Provinzen eingefunden, von den Be- Hörden und der Bürgerschaft herzlichst begrüßt. Re­ben allgemeinen Veranstaltungen, die durchweg einen glänzenden Rahmen hallen, wurde das Die- rermannschaflsfahren (Landstraße, ausgetragen, das der RadfahreroereinWanderfalke" (Dresden) knapp vor dem Radfahrerverein Schweinfurt ge- wann. In dem 1-Kilometer-Bahnrennen um die Bundesmeisterschaft wurde Oßmella (Köln) Sieger, Crewel (Köln) dagegen trug die Bundesmeister- Schaft über 25 Kilometer heim. An den kommenden Tagen werden weitere Meisterschaften ausgetragen. Der Abschluß des Festes bildet am Dienstag eine große Oderuferbeleuchtung. Am Mittwoch beginnt die Dampferfahrt, die der Bund als Nordland, reife nach Helsingfors veranstaltet.

Nttl den Acrmclkanul

Wieder kommt die Kunde von zwei Versuchen, den Qlermeltanal zu durchqueren, aber beiden war ein Erfolg nicht beschieden. In dem einen war es die französische Schwimmerin Sion, die sich dieser schweren Prüfung unterzog Um y Uhr früh startete sie an der französischen Küste, mußte aber, nur eine Viertelmeile von dem ersehnten Ziele entfernt, ihr Vorhaben aufgeben. Um 9.40 Ufrr wurde sie von dem sie begleitenden Dampfer aufgenemmen. da die niedrige Wassertemperatur ihr ein Weiterschwimmen unmöglich machte Hier­nach wird man gespannt sein auf das Abschneiden der amerikanischen Weltrekordschwimmerin Ger­trud E d e r l e , die sich schon seit längerer Zeit in Frankreich aufhält und sich auf dieses vtrecken­schwimmen unter sachgemäßer Anleitung vor­bereitet.

Den zweiten Versuch unternahm der englische Oberleutnant Frehberg. der ebenfalls von Frankreich aus die Küste bei Dover erreichen wollte. Auch ihn trennten nur noch eine Viertel­weile von England, al8 er nach 17 Stunden feinen Versuch aufgeben mußte.

bern nach der Legende soll er einmal durch einen Weinstock vor dem Tode gerettet worden fein, als er sich in dem Buschwerk den Blicken seiner Ver­folger entzog. Die ganze Kunst und Dichtung des Mittelalters ist erfüllt von-dem fröhlichen Geist des Weines, und wohl keine andere Literatur besitzt eine fo reiche Weinpoefie wie die deutsche. Im 16. Jahr- hundert ist freilich die altdeutsche Weinherrlichkeit durch die Aufhebung vieler Klöster, dann später durch die Kriege des 17. Jahrhunderts untergraben worden. Aber trotz aller Schädigungen, besonders durch die Einschleppung der amerikanischen Reblaus im 19. Jahrhundert, gedeiht noch immer am Rhein ein köstlicher Tropfen.

Der hundertste Geburtstag eines Staates.

(Die Befreiung Bolivias, 11. August 1825.)

Der letzte Besitz Spaniens in Südamerika, die Präsidentschaft Alto Peru, war durch den Sieg bei Ahacucho am 9. Dezember 1824 verloren gegangen und damit die Befreiung vollendet. Bolivar,el Liberador", stand auf der Höhe seines Ruhms und seiner Macht. Zum sichtbaren Zeichen ber Dankbarkeit des befreiten Volkes beschloß der Konvent der vier Provinzen von Alto Peru am 11. August dem neuen Staat den Barnen des Befreiers. Bolivia, zu geben. Ein Jahr später nahm der zweite Kongreß den von Bolivar als ständigem Protektor vorgelegten Verfassungsentwurf an, der einen lebenslänglichen Präsidenten mit ungewöhnlich weitgehenden Rech­ten vorsah. Der aber, für dessen Person diese Stellung vorgesehen war, wellte bereits fern: Ein Aufstand in Venezuela hatte Bolivar nach dem Rorden gerufen. Zwar siegte er über diesen wie über einen späteren in Peru fast ohne Schwertstreich durch die Gewalt seiner Persönlich­keit: auch gelang es ihm, sich trotz alles Miß­trauens der Konstitutionellen gegen seinenapv-

mit auserlesenen Feinseifen zu reinigen ober mit Parfümerien zu behandeln, werm der widerliche Geruch schlechter Kernseife durch die Wäsche auf die Haut übertragen wird und denjenigen des Parfüms ober ber Toiletteartikel nieber- kämpft? Darum ist beim Einkauf von Kernseife größte Vorsicht geboten! Scheinbare Er­sparnisse beim Einkauf von Seife rächen sich schwer an Wäsche un b Körper, also an Gut unb Gesunbheitl Eine Kernseife, welche bie höchsten Beengun­gen erfüllt, ist diejenige der 1843 gegründeten Seifenfabrik C. Baumann, Offenbach a. M. Diele wirklich zweckentsprechende Seife trägt als Ga­rantie auf jedem Stück baS geschützte Waren­zeichenExtrafeine Qualität fotoie den Ramens- zugE. Baumann, Eftr besseres Fabrikat gibt

leonischen" Pläne bis an seinen am 17. Dezember 1830 erfolgten Tod im Besitz einer fast diktatori­schen Gewalt zu erhalten: allein der große Traum seines Lebens war unwiederbringlich dahin. Kein geeintes Südamerika, um feinen Mittelpunkt Bolivia gruppiert, sollte ins Leben treten. Dort war inzwischen General Sucre zum Präsidenten auf Lebenszeit gewählt worden. Allein nach zwei Jahren legte er diese Würde nieder. tyrb nun begann für Bolivia eine Zeit innerer Unruhen. Auch die Kriege mit den Rachbarstaaten verliefen nicht glücklich. Trotzalle- dem ist heute das besonders an Bodenschätzen reiche Land im Ausstiege begriffen und farm mit guten Aussichten in das zweit« Jahrhundert seines Bestehens treten.

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Ein Komitee zur Bekämpfung der Schlafkrankheit.

Der Völkerbundsrat hatte eine Kommission ein­gesetzt, die Maßnahmen für die internationale Be- kömpfung der Schlafkrankheit im tropischen Afrika vorbereiten sollte. Diese Kommission empfiehlt nun die Einsetzung eines wissenschaftlichen Komitees, das feinen Sitz in dem englischen Seucheninstitut zu Entebbe in Uganda am Viktoria Njassa-See haben soll. Dafür wird die Mitarbeit eines deutschen Arztes verlangt, nämlich des Prof. A Kleine, der bei der Erprobung des Heilmittels Bayer 205 so große Erfolge erzielt hat. Es soll ein ständiger Austausch der Nachrichten über den Stand der Schlafkrankheit in den einzelnen Kolonien geschaffen werden, und weiter werden durchgreifende Maßnahmen gegen den unkontrollierbaren Verkehr der Eingeborenen zwischen den einzelnen Seuchen­gebieten, die Einführung eines Gesundheitspaß- zwanges und die scharfe Kontrolle verseuchter Land­striche gefordert.

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Rochmals fei zum Schluß ben Hausfrauen eingeptägt. Auch heute noch wirb viel »weifel- hafle Selle in ben Hanbei gebracht: aber eüi Fabrikat, bem man unbebingt und ohne jede Ent­täuschung vertrauen kann, ist Raumann's Seif« Extrafein,