Ausgabe 
11.6.1925
 
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Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 8. 3uni. Dem Strafgefangenen Aug. Fr. war zur Last gelegt, anfangs Januar 1925 in der Zellenstrafanstalt Buhbach eine Be­scheinigung eines Strafanstaltsbeamten über Ar­beitsleistungen gefälscht und versucht zu haben, durch Borlage dieser gefälschten Urkunde sich einen höheren Arbeitsverdienst gutschreiben zu lassen. Die Beweisaufnahme ergab starke Un­stimmigkeiten in den Aussagen der verschiedenen Zeugen, so daß das Gericht zu einer Frei­sprechung mangels ausreichenden Beweises kam.

Der schon mehrfach vorbestrafte Molkereige­hilfe B. H. aus Schmölau erhielt wegen eines Fahrraddiebstahls SMonateGcfängnis.

Wirtschaft.

Die Kohleuproduktion iu Hessen.

Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Dolksstaats Hessen weist für den Monat M a i 1925 folgende Zahlen nach: An Rohbraun­kohlen wurden gefördert 35 213 Tonnen, verlaust wurden davon 14 395 Tonnen: der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den ver­schiedenen Rohkohlen wurden neben Schwelerei­produften erzeugt: 1577 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen eine Anzahl Stein- Preßkohlen erzeugt.

Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selb st Verbrauchs verblieben am Monatsschluß ab­satzfähig: 15 998 Tonnen Rohkohlen, 1926 Tonnen Rahprehsteine, zusammen 17 924 Tonnen Braun­kohlen und Brarmkohlenprodufte im Gesamtwerte von 99 439 Rm.

* Günstiger S t a'n d der deutschen Zuckerversorgung. -Sta laufenden Wirt­schaftsjahre haben wir, wie» der D. H. D. erfährt, in Deutschland aus Erzeugung, Anfangsbeständen und Einfuhr insgesamt 17j4 Mill. Dztr. Zucker (Rohzuckerwert) zu erwartea. Ausfuhr und Ver­brauch in den ersten 8 Monaten des Wirt­schaftsjahres, also bis zum 1. Mai 1925, bean­spruchen rund 11.4 Mill. Dztr., so daß an diesem Tage ein rechnungsmähigter Aeberschuß von 6 Mill. Dztr. noch zur Verfügung stand. Deutsch­land wird also bis zum Beginn der neuen Ernte noch einen Aeberschuß in daS neue Wirtschafts­jahr übernehmen. An eine Einfuhr von Ausland« zucker ist unter diesen Umständen, wie vor we­nigen Tagen auch amtlich bekcurnl gegeben wurde, zur Zeit nicht zu denken.

* Farbwerke vorm. Meister Lucius und Brüning, Höchst a. Main. Die o. H.-V. genehmigte auf Vorschlag des Auf­sichtsrates 8 Proz. Gewinnanteile auf die Stamm­aktien und 3V» Proz. Gewinnanteile auf die Vorzugsaktien zu verteilen. Im den Aufsichtsrat wurde der Gesandte a. D. Dr. Adolf von Brü­ning, Berlin, welcher turnusgs.'mäß ausschied, wiedergewählt. An Stelle des Grafen Louis Schimmelpenninck von Rycnhuis. welcher aus Gesundheitsrücksichten sein Avftichtsratmandat niederlegte, wurde Graf Dutger E. Schimmel- - penninck in Haag in bcn Aufsbchtsrat gewählt.

* Reue Betriebsanlagen beiThhs° 1 s en. Die Gewerkschaft Thyssen hat eine neue ,. Kohlenwäscherei aus Eisenbeton gebaut. Ein neuer * Sckmchtbock steht vor seiner Volle-üdung. Zwischen v den Kohlenförderschichten sind Kvhlenschirmc und - in den Koksförderschichten der Baar einer Trans- portbrücke in Angriff genommen.

- Meguin A.-G.. Stilliugen (Saar). Das 1920 zur Aebernahme der Anlagen der da­mals noch im Saargebiet domizilierenden deut­schen Gesellschaft gleichen Ramens von französi­schen Interessenten Marine et Hommecourt errich­tete Unternehmen weist für 1924 bei Franken 8 Millionen Kapital eine Anterbilcmz von Fran­ken 1.94 Millionen auf.

* Zusammenschlußbest rebungen der europäischen Rotenbamkein An­läßlich der Anwesenheit des Reichsüankpräsiden- ten Schacht in Wien 'wurde über den Zusam­menschluß der europäischen Rotenbamken unver­bindlich konferiert. Die Initiative ging von den englischen Danken aus, nachdem England den Goldstandard wieder ausgenommen hat.

Devisenmarkt DerlinFrankfurt a. M.

/J,I Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-AireS, Sunbqn, Neu- York, Japan. Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapcss fnr 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.)

Telegraphische

Auszahlung.

9 Juni

10. Juni

Amtliche Noti rung

Amtliche Notierung

Geld

Briet

Geld

ibner

Amft.-Rvlt.

168,59

169,01

168 51

169,01

Bucn.-Nires

1.681

1.685

1.617

1,681

Brn-Anlw.

20 ,17

20,2.

20 39

20,45

Christianta.

70,16

70,64

70,51

70,69

.Kopenhagen

78,92

79,12

78,95

79,15

Stockholm .

112,24

112,52

112,28

112,56

Helsingfors.

10,573

10,613

10,573

Italien. . .

16,71

16,75

16,65

London. .

20,387

20,439

20,390

20,442

Neuyork . .

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris....

Schweiz . .

20,55

20,61

20.625

20.685

81.315

81.51.

81.42

81,62

Spanen. .

61,22

61,38

61,37

61,53

Japan . . .

1,720

1,72-

1,710

1,714

Bio de Jan.

0.461

0.463

0.457

),459

Wien in D--

59,057

59,197

Oest. abgest-

59,057

59,19

Prag ....

12.425

12.46.

12.431

12,471

Belgrad ..

7.05

7,0

7.11

7,1 <

Budapest. .

5,5üb

5,91.

5,895

5,915

Bulgarien .

3,055

3,06.

3,055

t 3,065

Lissabon

20,475

20,525

20 475

20,525

Danzig. . - Konstantin-

80,87

81,07

80 87

<1.07

'.26

2,27

2-255

2,265

Athen. .

7.14

7.1«

7 14

7,16

Banknoten.

Berlin, 10. Juni-

Geld

Brief

Amerikanische Noten . .

4,176

4,196

Belgische Noten . . . . »

* .

20,30

20,40

Dänische Noten - . .. »

k A

78.70

<9,10

Englische Noten.....

20,350

2O,4:'O

Französische Note» ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten......

Deutsch-Ocsterr.,Li00.Kroueo

20,59

168,18

16,67

70,42

59,09

20,69

169,01

16,75

70,78

59,39

Rumänische Noten . . .

-

Schwedische

Noten . . .

112,08

112,64

Schweizer Notev ....

81,35

81,75

Spanische Noten ....

Tschechoslowakische Notel

61.20

61,50

12,435

12,495

Ungarische Noten . . .

5,855

5.875

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt a. M.. 10. Juni. (TU.) Die leichte Erholung an der heutigen Rachbörfe über­trug sich auch auf den Abendverkehr, nach kurzem Verlaufe aber kam es bereits wieder zu einem Tendenzumschwung, der erneut die schlechte Ver­fassung der Börse zum Ausdruck brachte. Obwohl bemerkenswertes Angebot sich nicht bemerkbar machte, bröckelten die Kurse wiederum ab. Rur einige wenige Werte vermochten sich zu behaup­ten. Das Geschäf twar ziemlich lebhaft, besonders für chemische und Montanwerte. Am deutschen Rentenmarkt eröffneten 5prozentige Kriegsan­leihen erholt mit 0.328, erfuhren dann aber eine neue Abschwächung auf 0.315. Aenlich verlief der Psandbriefmarkt. wo die Tendenz zum Schluß gleichfalls neue Abschwächungen zeigte. Die Börse schloß ruhig mit Reigung zum Rachgeben. Deut­sche Anleihen: 5prozentige Reichsanleihe 0.328, Schuhgebietsanleihe 4.5. Ausländische Renten bprozentige Goldmexilaner 37.25. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 118.50. Eommerzbank 100, Darmstädter Bank 123, Deutsche Bank 121, Diskonto 109, Dresdner Bank 103, Metollbank 88.25, Mitteldeutsche Creditbank 98, Reichsbank 118.75, Oesterreichischc Kreditaktion 7.37. Mvnta- aktien: Buderus 48.50, Deutsch-Luxemburger 71, Gelsenkirchen 56.50. Ilse Bergbau 88, Mannes­mann 77.50, Phönix 86.50, Rheinstahl 70, Tellus 2.45. Chemische Aktien: Badische Anilin 107.25, Chemische Griesheim 100.50, Scheideanstalt 100, Elberfelder Farben 100, Th. Goldschmidt 80.12, Höchster Farben 100.25, Holzverkohlung 5.60, Rütgerswerke 52.37. Transportwerte: Rordd. Lloyd 54.25, Baltimore 56. Industrie­aktien : Adlerwerke Kleyer 54.50, Deutsches Erd­öl 89, Licht und Kraft 88, Lahmeyer 65.25, Julius öid>el 40, Wayß und Frehtag 70.75, Zucker Heil­bronn 53.

Berliner Börse.

(Eigener Drohtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin, 10. Juni. Die pessimistische Stimmung der Börse verschärfte sich weiter. Aus allen Marktgebieten kam es gleich zu Beginn des Verkehrs zu neuerlichen starken Kurssenkungen, die namentlich in den füh­renden Spekulationswerten durchweg mehrere Pro­zent ausmachten. Man hat den Eindruck, als wenn der Grund hierfür weniger in äußeren wirtschaft­lichen Gründen, als in rein technischen Ursachen zu suchen ist. Die Börsenspekulation hat durch die anhaltende Verflauung der letzten Woche e r - I hebliche Geldgewinne einstecken können

und scheint sich, hierdurch ermutigt, noch in größerem Umfange nach unten zu engagieren. Diese Ver­mutung sindei auch darin ihre Bestätigung, daß die Lage des Geldmarktes, soweit Tagesgeld in Betracht kommt, unverändert leicht ist. Die Umsätze auf diesem Gebiet sind jedoch recht klein, da der Geldbedarf für Baisseengagements gering ist. Tägliches Geld ersordert 7',9 Proz., Monats­geld 94112 Proz. Zu einem starken Kurs­einbruch kam es bei der Schutzgebiets-An­leihe, die mit 4,20 umgesetzt wurde und damit in den letzten Tagen zwei Prozent verloren hat. Die starken Kursverluste der Schiffahrtsaktien, die gestern auf Hamburger Arbitragekäufe eintraten, setzten sich nicht in gleichem Ausmaße fort. Dagegen gaben heute Kolonialwerte und auch V 0 r - kriegspfandbriefe gleichfalls nach. Im De­visenmarkt hat sich der französische Frank gegenüber dem gestrigen Nachmittag etwas ver­schlechtert. ParisLondon 99,15. Eine leichte Erholung erreichte das englische Pfund mit 4,86*/ia gegen den Dollar. Heutige Marknotierungen werden gemeldet aus Amsterdam 99,25, London 20,42, Paris 4,84, Zürich 122,80.

Börsenkurse.

9. 6.

Datum:

0.37 |

0,10

Src: ljurler Getreidebörse.

Schluß. |

59,5

42

9,25

3,40

59,75

76

62

111

12 8

100

8,75

63

80

62,."i

61

41

18

70,75

64

100 123,13 123,62

73

110

90,25

100

6,50

93

76,5

74,25

2,60

0,45

0 85

109

2,25

89,75 i

92,5 !

7.51

37,37 I

114.25

0.5

85,2

112,5

114.25

6.4

60

107,5

94,50

0,50 I

0,26 I 0,39 0,60 ;

Frankfurt a.9)ij Berlin

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgescllichaft Frankfurt Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel .

5% Dcnttche MelchSanlelhe . <% Deutsche Reichsanleihe . B'/a% Deutsche Reichsanlcihe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche L>vnrprämienanlethe 4% Preußische Koniols . . - 4% Hessen S'A/Vn Hessen 3% Helsen..........

Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-SchaS-Anweisng.ft

4% Zolltürken

5% Goldmexikaner .....

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank........

Deutsche Dereiusbank .... Disconto Commandit ... Metallbank...........

Mitteldeutsche Ereditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt. Westbank...........

Bochumer Guß .......

Buderus.....

Caro ......

Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . .. Kaliwerk Westeregeln .... Lanrahütte «... Oberbedarf. . ........ Phönix Bergbau ...... Rheinstahl

Riebeck Montan . .

Tellus Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd . ... Eheramische Werke Albi» . . Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmann ...... Analo-Cant.-Guano . . ... Badische Anilin.......

Chemische Master AiavÄ .. Goldschmidt Griesheimer Electron .... Höchster Harbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rütgerswerke.........

Schetdeanstall ......

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft B-rrgmann ......

Momkrastwerkr ..... Schuckert . . . ........ Siemens 4 HalSke .....

Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. .....

Schlich k. Abei.ü- bBrie

Schluß. Rurs

Schlubk Mittag börle

10 6.

9. 6.

10 6.

0.328

0,37 |

0.315

0,38

0,34

--

0.38

0,295

0.425

0,505

0,435

0.20

0.21

0,195

0,335

0.40

0,305

_

0,35

0,40

0,43

89.75

91,75

91,75

92,4

92,5

92,75

6,75

7.62

6,5

118.5

124,13

120

100

100

100

123

123,25

123

121

124

122

72

109

110

UM)

88,25

98

100

98

7,37

7,5

7,37

0,10

56,13

52

48,5

46,5

48,5

61,5

58

71

74,25

71

56.5

6t

58

105

111

105

11

12.6

11.37

15

13.8

45

50

40

5.875

6.2

5,5

86,50

91.75

70

75.25

73

73

74.5

73,5

2,45

50,25

51

54,25

60,75

55,25

70

5)

63

61,5

101

98

107,25

114

107,75

80,13

85

80

100,50

113

99

100.25

113,50

100,5

5.6

52,37

60

52,25

100

90,75

94,75

90

66

64

79,5

62

55,75

78

77,75

54,5

62,75

57,10

53

60

52,5

40.5

46

46

43,75

76

68

0,45

0,75

0,8

0,9

103

! 2,1

2,2

2,18

2,8

10

43

39

i 8.5

9

8,8

3,30

56

59

54,25

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt, 10. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 2224,25, Roggen, inländischer 2022,50, Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 25,50, Hafer, inländischer 1923, Mais, gelb 21,25 bis 23,25, Weizenmehl, inländisthes, Spezial 0 38,75 bis 39,50, Roggenmehl 30,7532,25, Weizenkleie 12, Roggenkleie 13. Tendenz:Stetig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 10. 3uni. Am Produftemnarkt tra­ten infolge höherer Auslandsnvtierungen mäßige Preiserhöhungen für Weizen ein. Roggen vom Inland angeboten und von beimischcn Mühlen gekauft. Die guten Ernteausfichten für Roggen brachte eine Preissteigerung für Roggen, der für Weizen nur 6-enig, Hafer fest. Fufterartikel wenig belebt. Es notierten je 1000 Kilo: Wei­zen, märk. 267 bis 270, dto. 3uli 2721/, bis 273V->, Roggen, märk. 217 bis 222, dto. Juli 217 bis 218. Gerste, märk. 226 bis 242, Futter­gerste 200 bis 218, Hafer, märk. 238 bis 246, dto. Juli 200 bis 201^ ... Mais (La Plata) (loko Berlin) 209 bis 212; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 36,50, Roggemnchl 29,75 bis 31,75, Weizenkleie 13,80, Roggenkleie 14,10 bis 14,20, Dikioriaerbfen 23 bis 28, Kleine Erbsen 23 bis 26. Futtererbsen 21 bis 23, Peluschkm 19,50 bis 20, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 21 bis 24, Lupinen, blau 10 bis 11; dto. gelb 13 bis 14, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80. Trockenschnitzel 10, Torftnelaffe 9,75 bis 10, Kartvffelflocken 19,30 bis 19,50.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau".)

Freitag, 12. 3uni.

12 ilfjr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Ahr: Wirt- schaftsmeldungen. 4.30 bis 6 Ahr: Hausfrauen- Rachanittag in Musik und Wort. Programm u. a.:Was mache ich mit meinen Kindern iw den Sommerferien?", Vortrag von Frl. Dr. Maria Türk. 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.10 AHr: Zuristensunk. 6.10 bis 6.30 Ahr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 60 Silben aufwärts). 6.30 bis 7 Ahr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weftliteratur): AusSoll und Haben" von Gu­stav Frehtag (Fortsetzung). 7 bis 7.15 Ahr: Die Besprechung. 7.15 bis 7.30 Ahr: Esperanto- Anterricht. 7.30 bis 8 Ahr: Aebertragung von Kassel: Vortrag von Frau Geheimrat Kraus: Hauswirtschaftliche Berufsschulen". 8 bis 8.20 Ahr: Vortrag von Dr. Dusch, Direktor des Sta­tistischen Amtes der Stadt Frankfurt a. M.:Die Volks-Berufs- und Betriebszählung in der Rächt vom 15. zum 16. Juni". 8.30 bis 9.30 Ahr: Georges Dandin. Komödie in 5 Akten von Mo­kiere. 10 bis 11 Ahr: Tanzmusik von Jonnys Hawaiian-Dand, Wiesbaden.

Kirchliche Nachrichten.

(Zsr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 13. Juni, Freitag abd. 7.45, Samstag vorm. 8.00, nach in. 4.30. Sabbatausgang 9.35. Wochengottesdienst morg. 6.30, abends 7.00.

IvhUSMkM zu beseitigen, ist der unmittelbare Zweck der Nahrung. Der Sättigungswert einer Speise richtet sich aber danach, wie lange das Hungergefühl durch ihren Genuß beschwichtigt wird. Die Ergänzung einer Mittagsmahlzeit oder des Abendtisches mit einem

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Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.

Don Karl-August von Laffert.

63 Forlletzung (Rachdruck verboten.)

Kaum war der Befehl hinausgegangxn, als der Lautsprecher meldete:

Wichtiger Funkspruch von Transp«rtschiff 67, das von Petrolea hierher fliegt: Unabsehbare Flie- germasfen aus südöstlicher Richtung im Anfluge, die 4,15 nachmittags etwa 50 Kilometer von Platinia entfernt waren. Telegramm noch nicht beendet. Schluß folgt alsbald."

.Kersten griff nach der Karte, die Nagel ihm reichte.

Aus südöstlicher Richtung?" wiederholte er. Dann haben die Gegner uns eine Falle gestellt. Jetzt ist es bereits 4.21 nachmittags. Sie fliegen mit dem Winde, machen also das Kilometer in vier­zehn Sekunden. In sechs Minuten können sie hier fein. Verbindung mit Kommando der Trans­portflotte!" befahl er der Zentrale. Dann wandte er sich an den Ersten Offizier:Kampfflieger sollen sofort in Richtung Platinia abwenden. Sobald das geschehen ist, orientieren Sie den Führer über die Lage!" Er rief in den Schalltrichter, wo das Kom­mando der Transportflotte sich unterdessen gemel­det hafte:

Transportflotte sofort in Richtung Ar­changelsk auffteigen! Wann kann das letzte Flug­zeug fort fein?"

Wir können nur paarweise starten. Ein vor kurzem einsetzender scharfer Wind zwang uns, alle Maschinen wieder in der Halle unterzubringeu."

Dann so rasch wie möglich starten. Feind kommt aus Richtung westlich Grönland. Befehlen Sie sofort und melden Sie sich gleich wieder."

Kersten wandte sich an Sanders.

Ich fürchte, ein Teil unserer Transportflotte ist verloren. Ich hatte ausdrücklich befohlen, daß olle Flugzeuge außerhalb der Halle startbereit he­gen sollten. Das kommt davon, wenn man nicht überall seine Augen hat!"

Ich bewunderte Ihre Ruhe dem Führer der Transportflotte gegenüber, der die schwerste Schuld auf sich geladen hat!"

Vorwürfe in diesem Augenblick würden ihn völlig kopflos machen. Jetzt heißt es zu retten, so­viel als möglich ist."

Die ersten beiden Transportflieger sind hoch!" rief Sanders, der mit einem Glase beobachtet hatte.

Gleichzeitig meldete der Führer der Transport- flotte:

Befehle find gegeben. Soeben startet das zweite Paar."

Kersten erwiderte:

Ueberraschend wird die Annäherung einer starken feindlichen Luftflotte aus südöstlicher Rich" tung gemeldet. Es ist zu erwarten, daß der Feind bereits in den nächsten Minuten über Platinia er­scheint. Lassen Sie den Rest der Flugzeuge (0 lange starten, wie es der Gegner erlaubt. Sie selber dür­fen natürlid) erst mit der letzten Maschine auf­steigen. Zunächst ist Richtung Archangelsk einzu­schlagen, um vom Gegner abzukommen, demnächst nach Petrolea zu fliegen. Sollte der Feind die Flugzeughalle mit Bomben bewerfen, so lassen Sie alle Mannschaften in die unterirdischen Räume treten. Die bereits gestarteten Flugzeuge orientieren Sie, bitte, durch Funkspruch."

Der Zweite Offizier meldete:

Beobachtungsstellen 1 und 2 melden südöst­lich in etwa 3000 Meter Höhe das Erscheinen feind­licher Flugzeuge, die in diesem Augenblick bereits den Verteidigungsring überschreiten."

Dann müssen wir sie auch von hier aus sehen können", sagte Kersten.

Sanders blickte burd) einen der großen Sucher, die in der Außenwand des Gefechtsstandes leicht be­weglich angebracht waren

Ich sehe sie!" rief er.Es sind mindestens fünfzig Flugzeuge."

Der Erste Offizier meldete:

Kampfflieger können in fünf Minuten über Platinia fein. Erbitten Gefechtsanweisung."

Kersten befahl:

Rücksichtsloser Angriff auf alle feindlichen Flieger, in erster Linie aus diejenigen, die direkt über der Flugzeughalle kreisen. Rasche Vernich­tung der ersten Flugzeuge wird den Feind veran­lassen, alle Kräfte einzusetzen "

Helle, blitzartige Erscheinungen flammten an drei Stellen in der Rohe des Beobachtungsstandes auf, denen ein gewaltiges Krachen folgte.

toie haben uns entdeckt", meinte Sanders und dachte dabei an Linda, die gewiß in zitternder Angst in ihrem Kämmerchen hockte.

Das ist nicht gesagt", erwiderte Kersten, und als gleichzeitig nach an den verschiedensten anderen Stellen scharfe Explosionen ertönten, setzte er hin­zu:Der Feind belegt systematisch das ganze Ge­lände mit schweren Bomben. Er rechnet mit unseren versteckten Abwehrbatterien, die er zu vernichten hofft"

Der Zweite Offizier meldete:

Störungsschäden in Batterie 201 und 66. Drei Geschütze außer Gefecht gefetzt, die übrigen intakt."

Sie können tausend Geschütze vernichten, uns bleiben doch noch genug zum Siege", sagte Kersten.

Jetzt wurde aus das unheimliche. Tacktack der Maschinengewehre hörbar.

Sie beschießen unsere Transportflieger!" rief der Erste Offizier.

Alle blickten gespannt auf den schwachbewölk­ten Himmel oberhalb der weißen Flugzeughalle. Dem ungeübten Auge nur schwer erkennbar, kreuzten mehrere weiße Vögel in großer Höhe.

Ein Flugzeug stürzt brennend ab!" meldete der Zweite Offizier. Er ergriff ein Glas und setzte hinzu:Einer der Transportflieger ist es."

Ein schwarzer Rauchball sank aus großer Höhe langsam zur Erde und schleppte einen langen, dunk­len Streifen hinter sich her. Jetzt schlugen helle Flamemn auf. Der Fall wurde schneller, die Flam­men größer.

Bombentreffer in die Flugzeughalle!" rief der Erste Offizier.

An zwei Stellen des langen, weißen Gebäu­des erschienen dunkle Explosionswolken.

Der Zweite Offizier meldete:

Beobachtungsstand 3 schätzt die Zahl der feindlichen Flugzeuge auf etwa hundert. Von diesen befindet sich gut die Hälfte innerhalb des Der- teidigungsringes."

Kersten rief die Nachrichtenzentrale an:

Was machen die Kampfflieger?"

Fnnkenverbindung mit ihnen vermag nicht durchzudringen. Die feindlichen Flugzeugftationen geben mit allen möglichen Wellen und stören da­durch die Verständigung."

Aber die Kampfflieger empfangen trotzdem die Funksprüche der Zentrale?"

Sicherlich. Unsere große Station vermag alle gegnerischen Wellen zu durchschlagen."

Dann ertellen Sie, Befehl an die Funkstation, mit den bereits erkannten feindlichen Wellen an­dauernd starke Störungszeichen zu geben."

Er wandte sich an Sanders:Wenn die Fran­zosen uns zu stören versuchen, dann wollen wir wenigstens auch ihnen jeden Funkverkehr unter­binden."

Eine heftige Detonation ließ den Beobach­tungsturm hin und her schwanken. Die große Glas­scheibe auf der südlichen Seite wies Sprünge auf.

Gut gezielt!" rief Kersten.Dicht zu" Füßen des Turmes muß der Treffer gelegen haben."

Linda erschien in der Tür. Ihr Gesicht war bleich, aber gefaßt.

Ist etwas geschehen? Können wir helfen?"

?UIe5 wohl!" rief Sanders munter.Haben Sie keine Angst; es geht gut."

Gehorsam verschwand sie wieder.

Der Zweite Offizier rief:

Beobachtungsstand 5 meldet Eintreffen un­serer Kampfflieger. Er behauptet, es sei fast un­möglich, in der großen Hohe unsere Flugzeuge von den feindlichen zu unterscheiden."

Der Erste Offizier meldete:

Vier von unseren Transportflugzeugen find abgeschossen. Die Flugzeughalle liegt zur Hälfte in Trümmern. Die Funkstation erhielt zwei Treffer. Zwei Mann toi, drei verwundet. Ein Mast zer­stört. Betrieb geht auf Referveantenne weiter."

Kersten rief:

Befehl für Funkstation: Störungszeichen un­terbrechen. Befehl an Kampfflieger mit vollster In­tensität durchgeben, daß alle unsere Flugzeuge als Kennzeichen andauernd weißes Licht zeigen."

Er trat mit Sanders an das nach Norden füh­rende Fenster.

Im gleichen Augenblick fing wieder ein Ma­schinengewehr an, einige andere folgten, und dann ratterte und knatterte es ummterbrochen.

Der Tanz beginnt!" sagte Kersten.

Meldung von Stand 4," berichtete der Zweite Offizier,unsere Kampfflieger zeigen weißes Licht. Fünf feindliche Flugzeuge stürzen ab, zwei davon brennen."

Ich sehe noch weitere Maschinen herunter­geben!" rief Zanders. (Fortsetzung folgt.).