Nr. 59 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Mittwoch, fl. März (925
Bildtelegraphie.
2uS einem Dortrag von Professor Dr. Ä o m • Berlin.
3n einer gemeinsamen citjung der Ober- hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde' und des Südweftdeutschen Radiottubs sprach in bei vergangenen Woche Herr Professor Dr. Arthur Korn aus Berlin über Ergebnisse und Probleme der Dildtelcgraphie. Wie es möglich geworden ist. durch Drahtleitungen. Seekabel. aber auch aus drahtlosem Wege Worte unb Sätze in die Ferne zu übermitteln, sowie den Schall durch Telephon oder Rundfunk zu übertragen, so ist auch der Wunsch rege geworden. Bilder, Schriftzüge, ja schließlich Personen oder Dorgänge selbst an entfernten Orten durch elektrische Uebcrtragung optischer Eindrücke sichtbar au machen. Ist die Übermittelung ruhender Bilder zur Zeit bereits als ein Verfahren von praktischer Bedeutung, beispielsweise für illustrierte Zeitungen oder für polizeiliche Zwecke, zu bezeichnen. so bedeutet die Lösung des Problemes eines eigentlichen In-die-Ferne-Sehens heute nmh eine Zukunflsaufgab.'. deren Aufschub ftidessen nicht mangels technischer Möglichkeiten, sondern wesentlich wegen der ganz außerordent- lich großen Kosten dazu geeigneter Anlagen bedingt ist.
Der Dortragende, der die Bildtelegraphie durch seine bahnbrechenden Arbeiten auf einen heute schon praktisch bedeutungsvollen Standpunkt gefördert hat. ging bei seiner Schilderung der Kmübertragung von Handschriften und Zeichnungen von dem hierzu zuerst erdachten Derfahren des Engländers Dakewell (1848) aus, das auch noch Grundlage der heutigen Dild- telegraphi,e jcblicben ist. Die zu übertragenbe Handschrift oder Zeichnung wird mit einer die Elektrizität nicht leitenden Tinte auf Silberpapier geschrieben und um einen ZyOnder, der um seine Längsachse in ihnirefjunq gesetzt wird, gelegt. Auf diesem Zylinder, d. h. auf dem Silberpapier, schleift eine feine Metalls))itze, ähnlich wie der Stift eines Phonographen, und beschreibt, indem sie langsam an der Walze
Aus welchen Rassen setzt sich das deutsche voll zusammen?
Don Professor Dr. Fritz Kern. Bonn.
Auf diese Frage wird vermutlich ein Seil der Leser antworten „Aus germanischer, unter Beimischung keltischcr und slawischer Rasse". Einem anderen Teil wird die Antwort näher liegen: ..Aus Arien und je nachdem man sie dazurechnen will, aus zusätzlichen Semiten". Eine weitere Lelergruppe dürfte über die Frage den Kopf schütteln und dagegen fragen: „Gehört denn nicht das ganze deutsche Dolk zur weißen Rasse?"
Alle diese Antworten wurden wissenschaftlich unhaltbar fein. Es gibt keine besondere germanische Rasse, so wenig tmc es eine keltische oder slawische gibt. Urgermanen, Uriel ten und Ur» slawen gehören alle drei einer und derjelben Raste an. Diese Rasse ist aber nicht die weiße Rasse, denn es gibt keine einheitliche weihe Rasse. Schon in der Steinzeit stehen eine Reihe weißer Rassen selbständig und wohlunterschieden nebeneinander. Urgermanen. Urteilen und Urslawen gehören der nordischen Rasse an. Auch die Arier sind ein Zweig der nordischen Rasse: man bezeichnet mit diesem Ausdruck den Zweig der nordischen Rasse, der nach Iran und Indien gewandert ist. Daraus ergibt sich, daß das deutsche Doll nicht zu den Ariern gehört, wenn schon engere verwandtschaftliche Beziehungen bestehen. Es gibt aber auch keine jüdische Rasse. Das heutige Judentum ist ein Rassengemisch wie das heutige Deutschtum, wenn schon ein wesentlich anders zusammengesetztes.
GS ist zu bedauern, daß ein großer Teil der Deutschen den rassenmäßigen Grundlagen der Weltgeschichte stumpf geqenüberfteht und daß ein anderer Teil über Rassenfragen zwar leiden schäft- schastlich. aber ungenügend unterrichtet urteilt. In England und namentlich in Amerika ist man sich in den dortigen nationalen Kreifen der gewaltigen. nicht nur erkenntnismäßigen, sondern auch praktischen Bedeutung der Rassenwissenschaft bewußter als bei uns. So ungeklärt, wie bei uns noch vielfach die Dorstellungen sind, wird sich daS Derständnis für rassenmähige Grundtatsachen der Geschichte und praktische Forderungen erst dann verbreiten können, wenn erst einmal die drei biS vier Rassen, aus denen sich das heutige Deutschtum zusammenseht. allgemein gekannt ist. ®ine sehr gute Beschreibung mit ausgezeichneten Bildern, die ja für das Eindringen in diese Frage unentbehrlich sind, gibt Hans Günthers Rassenkunde des deutschen Dolles (München I. F. Lehmann). die von Auflage zu Auslage wifscmschaft- lich zuverlässiger wird und ihre wachsende Be- liebtheit voll verdient. Für die erste Orientierung mögen folgende Angaben genügen.
Da heute schon die meisten Deutschen rasse- gemischt sind, also Merkmale der verschiedenen Rassen vielfach ineinanderfließen, so müssen Sied- kungSgebiete angegeben werden, wo man noch die reine Rasse verhältnismäßig häufiger antrifft. Ich beginne mit der nordischen Rasse, der noch immer (rein und als Mischungsbestandteil) etwa 60 Prozent des deutschen Blutes zugeschrieben werden können. Gebiet des häufigsten Vorkommens ist die Rord- und Ostseeküste, vor allem Rordwestdeutschland, und außerhalb Deutschlands Skandinavien, das Baltikum, Großbritannien. So ziemlich die gesamte Forschung setzt die irordische Ralle heute mit dem Urvolk der Indogermanen gleich, das in der jüngeren Steinzeit zwischen Ostsee und Schwarzem Meer Hebelte. Körperliche Merkmale sind: Hoher, schlanker Wuchs, langer Schädel, schmales Gesicht, Helle Haar- und Augenfarbe. Haut wie ..Milch und Blut". Don Anfang an war diese Rasse auf erobernde Ausbreitung, Unterwerfung anderer Rassen und Staatengrün- dung gerichtet und zugleich hat sie auch die höchsten Kulturen des Altertums wie der neueren Zeiten hervorgebracht. Reben den Germanen.
Wellen und Slawen gehörten dieser Ralle z. D auch die Stämme an, welche die Kulturen deS Sanskritvolkes und des Zarathustravolles, das klassische Griechenland und den Staat der Romer fiegründet haben. Die körperliche Erscheinung bittet Herrenrasse hat das Schönheitsideal für alle Europäer geliefert im Altertum, wo die hellenischen Helden und Gotter ihm folgen, wie in der Reuzeit. Auch in Griechenland und Rom war. wie in Deutschland, eine breite Unterschicht anderer Rassen vorhanden, die in der Kunst nur da auftauchen. wo es Knechte, niedrige, komische Typen zu schildern galt, wie etwa den gemeinen Therfttes der Ilias. Rur wo ein Mensch von unnordischer Rasse einmal zu hohem geistigen Rang emporstieg. wie Sokrates, erzwang sich dieser rundköpfige, stülpnasige unnordische Schlag den Eingang in die hohe Porträtkunst. Sonst begegnen wir. bei Aletander wie bei Eäsar. bei der hellenischen Geistes- und Geblütsariswkrat.e wie bei den altrömischen Patriziern fast durchweg dem nordischen Schlag, meist auch mit Hellem Haar und blauen Augen. Da sich das nordische Blut in den Mittelmeerländern trotz immer w ede. holler Einwanderungsströme, heute längst erschöpft hat, ähneln die Bilder eines Demosthenes oder Sophokles viel mehr heutigen deutschen oder englischen Deniertypen als den modernen Griechen, die in ihrer Rallenmischung den Juden verwandter sind als den alten Griechen der Oberschicht.
Rächst der schlankhohen nordischen Rasse ist in Deutschland am zahlreichsten vertreten der breituntersetzte Schlag, den man auf zwei deutlich getrennte, wennschon unter sich verwandte Rassen verteilen muß, auf die Rundkopf- rasse, die in Südwestdeutschland (außerhalb Deutschlands besonders in der Schweiz. Rord- tDeflItalien, Frankreich, Belgien) am häufigsten vorkommt, und die baltische Dreitlopfrasse, die in Ostdeutschland, z. D. Schlesien, und in dem ganzen Randstaatcngebiet einschließlich Rußlands mit der nordischen Rasse vermischt lebt. Die mehr westeuropäischen RundLpfe, die „alpine Rasse", wie sie zuweilen noch genannt werden, die „Dickschädel", die „gstumpete Leut" des Dolksmundes. werden vielfach fälschlich als „keltischer" Typ. die baltischen „Breitköpfe" ebenfo fälschlich als „slawischer" Schlag bezeichnet. Allerdings haben diese beiden in der Steinzeit aus Asien eingesickerten, nach Ansicht der meisten Forscher der mongolischen Dölkerfamilie näher- stehenden Rallen ihr Volkstum, ihre arteigenen Sprachen früh verloren und niemals eine eigene Kultur ausgebildet, sondern Sprache und Kultur der nordisch-indogermanischen Slawen. Germanen. Kelten usw. angenommen, unter deren Herrschaft sie lebten. Die nichtindogermanischen (nichtnopdischen) Rundköpfe West- und Mitteleuropas sind ff ein gewachsen, aber nicht zierlich schlank, wie die (in Deutschland kaum vertretene) Mittelmeerrasse. sondern ftäntmig untersetzt, zu gerundeten Formen neigend, dunkel von Haar und Augen, die Haut nicht rosig durchscheinend wie bet der nordischen Rasse. Rundlichbreit ist Schädel wie Gesicht. Der frühen Reife entspricht frühes Wellen. Aehnlich die baltischen „Breitköpfe", nur ist bei ihnen Haut- und Augenfarbe hell, der Wuchs elwaS grober, das Gesicht eckiger in seiner Breite, die Backenknochen stärker hervortretend, mongolennäher.
Der Dlutanteil dieser beiden nichtindogermanischen Rassen, die in uralter Symbiose mit den Germanen leben, dürste in Deutschland in stetem Zunahmen begriffen sein: heute schätzt ihn Günther auf etwa 20 Proz., was zu niedrig gegriffen erscheint.
Der letzte wesentliche Rassenbestandteil unseres Volkes wird gebildet durch eine Ralle, die in der Steinzeit aus Kleinasien über den Balkan nach Europa vorgedrungen ist und heute im Gebiet der Adrialänder und der bayrisch-österreichischen Alpen feine** verhältnismäßig größte
vorbei bewegt wird, auf ihr infolge der Walzendrehung eine aus dicht aneinanderliegenden Schleifen bestehende Spirale. Ein angelegter Strom, der von dem Zylinder durch daS Silberpapier zu dem die Lastspitze tragenden Stifte führ^ und in die Feme geleitet werden kann, wird nun immer dann unterbrochen werden, wenn bte Spitze die mit der nicht leiienben Tinte beschriebenen Schriftzüge usw. berührt. Sorgt man daher in der Empfangsstation dafür, das einem völlig gleichen Apparat mit genau gleicher Umlaufsgeschwindigkeit der ankommende Strom durch eine ähnliche Spitze zugeführt wird, und erseht man hier das Silberpapier durch ein chemisch präpariertes leitendes Papier, das sich z. B. blau färbt, wo es vom Strom durchflossen wird, so wird es sich an allen Stellen verfärben außer an jenen, die den beschriebenen in der Gebestation entsprechen, an Lenen der Strom ja unterbrochen wird. Da im übrigen der Empfängerstift infolge des synchronen Umlaufes der zweiten Walze die nämliche Spirallinie auf dem Papiere beschreibt wie der Sendestrift, so erhält man ein weißes Bild der zu übertragenden Handschrift auf blauem (Srunbe (Kopiertclegraphie).
Rachdem im Jahre 1873 die Lichtempfindlichkeit des dem Schwefel ähnlichen chemisch«! Elements Selen entdeckt worden war, das je nach der Intensität des auffallenden Lichtes den elektrischen Strom merklich besser leitet als im Dunklen, war es naheliegend, diese auffällige Eigenschaft für die Bildtelegraphie nutzbar zu machen. Auf einem Glaszylinder, der wieder der Bakewellfchen Walze entspricht, wickelt man nun einen transparenten photographischen Film, auf dem sich das zu übertragende Bild befandet. Statt das Silberpapier mit der Metallspihe spiralig abzutasten, durchleuchtet man das Bild mit einem ebenso Punkt für Punkt auf kleine Rasterelemente (winzige quadratische Felder» konzentrierten Lichtstrahlenbündel, das nach feinem Durchgänge durch den Film auf eine Selenzelle geworfen wird und die Stärke eines diese durchfließenden Stromes je nach seiner beim Durchgänge durch die einzelnen Rasterfeldchen des Filmes erfolgten größeren oder geringeren
Verbreitung hat. Diese dinarifche Ralle wird häufig bezeichnet als .Defreggerschlag". Mit den beiden vorgenannten nichtnvrdifchen Raffen tollt sie das Merkmal der Kurzschädlichkeit int Gegensatz zu den langschädlichen Germanenabkömmlingen. 3m übrigen aber haben die Dinarier mit den Rund- und Breitköpscn schlechterdings nichts gemein, stehen vielmehr der Rordrallc näher durch ihren hünenhaften Wuchs ihre nicht niedrig gelungene, sondern kriegerisch-freie Gesamt- erscheinung: doch fallen ihre Formen weniger inS Schlanke als ins Derbknvchige. Die Derbindung von langem Gesicht, wie Rordrasse. mit kurzem Schädel, wie die andern nichtnordisch m Rallen, macht den Dinarier zum „Hochkopf". Da» Profil kennzeichnet besonders den Kontrast der außergewöhnlich großen, häufig fleischigen Rase, nicht selten ist auch die Hakennase, mit einem steil abfallenden, wie abgeschnitten wirkenden Hinterhaupt, bei den andern Rassen ist das Hinter- hauot cmsgewölbt. Die Farben sind dunkel, der Gesamteindruck von derber Kraft. Auch die Dinarier sind sprachlich und kulturell längst in Völkern mit alter indogermanischer Führerfchicht aufq'gangen. Im gesamten Deutschtum macht dieser von Oesterreich und Oberbayern aus überall hineingemischte DlutbestaTrdtell vielleicht 15 Proz. aus.
Die Eigeirfchasten dieser Hauptkomvonenten des Deutschtums sind auch seelisch noch unterscheidbar, wennschon da natürllch mit größter Behutsamkeit und unter Berücksichtigung der langen Verschmelzungszeit und der immer mehr fortschreitenden Zerkrerlz'ing der alte» Rassen geurteilt werden muß. Auf diese Prvblenre ist vielleicht später $u nid» uf ommer. 3u"ächst wollte ich einmal auf korverliche Tallachen h-nweisen und zur näheren Dertiefung in diese für jedermann interessanten Feststellungen anregen.
Angedeutet sei nun noch daß aber anderseits das Recht der Deutschen, fich als germanisches Voll und als ein Hauptgebiet der schöpferischsten Rasse der Weltgeschichte, der nordischen, zu bezeichnen. davon abhängt, daß der Rückgang unseres nordischen Blutes sich nicht fortseht.
Büifacrtisch.
— Das Reserve-Infanterie-Re- giment R r. 8 3, von Hauptmann a. D Wahrenburg. Mit 8 Karten und 109 Abbildungen. Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg i. O. Mit dem Beginn der Mobllmachung, am 1. August 1914, begann die planmäßige Aufstellung dieses Reserve-Regiments in Arolsen, Kassel und Marburg. Schon am 11. August 1914 rückte es ins Feld, um mit dem aktiven I.-R. 168 zu einer Brigade vereinigt, im Verbände des XVlIl. Res.° A.-K. zunächst als 2. Treffen der 4. Armee (Herzog Albrecht von Württemberg) den Vor- ni.itfd) im Westen zu beginnen. Der Wendepunkt der Marncschlacht zwingt auch dieses Regiment zur Umlehr und zum Stellungskrieg in der Lause- champagne. Aber schon nach wenigen Wochen wird es in die Umgehungskämpfe auf den rechten Flügel des deutschen Westheeres erst bei Lille, dann bei Whtschaete geworfen. In der Folgezeit vom Dezember 1914 vis Dezember 1915, ist ihm ein selten abwechfelungsreiches Kriegsschicksal bc- schieden. Rach siegreichen Kämpfen in Russisch- Polen, in den Karpathen, in Galizien und Südrußland sowie in Serbien kehrt eS Ende 1915 nach dem Westen zurück, um diesen Kriegsschauplatz bis zum Kriegsschluß nicht mehr zu verlassen. Ganz ander«, als sie es beim siegesfrohen Ausrüden gehofft, aber doch mit unbeflecktem Ehrenschild, kehren die letzten Reste deS Regiments, in die Inf.°Regimenter 82, 83 und 167 eingereiht, in die Heimat zurück. Aber damit endete zum Glück nicht die Tradition der Reserve 83er; sehr bald fanden die in ihrem ehemaligen Regimentsadjutanten den geeigneten Mairn, der, ihre Taten für alle Zeit vor dem Dergessenwerden zu bewahren, die nun vvrlie-
genbe Regimentsgeschichte historisch getreu, ein» gehend und fesselnd su Papier brachte. Möchti nun auch das stattliche Buch den Weg zu recht vielen „Ehemaligen" und deren Angehörrgen fanden. 92
Lehrbuch des Mah-2ongg- Spieles von Kurt Küster. «Hesse u. BcÄer Leipzig.) Mah-Iongg, das interessante Rational spiel der Chinesen, ist in der Kriegszeit nach Europa gekommen, als eS in Amerika bereits seinen SiegeSzug vollendet hatte. Bei unS fetzte es sich nicht mit einem Schlage durch, denn ohne Anleitung kann das vielseitige Spiel, das nach den ihm eigenen, streng einzuhaltenden Regeln gespielt fein will, kaum erfaßt werden. Hierzu bietet das vorliegende Büchlein die Hand Es gibt über Spielweise. Spielregeln und Berechnung erschöpfende Belehrung. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen den Gang deS Spiel«.
Schach-Ecke.
Problem Nr. 2. Don Georg EhocholouS in Prag. Schwarz, abedef g h
8
8
6
5
3
2
2
■ ■■ । .i— ...
ab-cdef g h
Weiß.
Weih zieht und setzt in zwei Zügen mat.
Endspiel Nr. l;
Don D. Horwitz.
Weih: Kb5, DH7, Bo6, Be6
Schwarz: Ka8, Db8, Sg8, Be7
Weth zieht und gewinnt.
Da bic Lösung dieses Problems feine einfache ist. bringen wir sie sofort.
1 De4+ 2. Da4+ 3. Df4-f- 4. Df8+ 5. Df3+ 6. Dd3+ 7. Dg3+ 8. Dg8+ 9. Dg2+ 10. Dd2+ 11. DH2-? 12.Dh8+ 13. Dal-faKb? 14. Dd64- + . Wundervoll f
Aus der Schachwelt.
Mitte Juli beginnt in DreSl au der Kongreß des Deutschen Schachbundes: eS wird außer Haup'- und siebenturmeren auch zum ersten Male wieder ein Internationales Meisterturnier stattfinden. (Das letzte I. Turmer fand bekannt fach in Mannheim 1914 statt und wurde nicht beendigt.) Die Veranstaltung eines berortigen Turniers wird in deutschen Schachkreisen sicher viel Freude und Anerkennung Hervorrusen.
Losung deS Problems Ar. 1.
1. Dh8. Varianten leicht.
Jede besorgte Mutter kann ihrem Heinen Bubi zur raschen Bekämpfung seines Hustens ruhig FahS echte Sodener Mineral- Pastillen in heißer Milch ausgelöst geben. Der kleine Magen verträgt dieselben ausgezeichnet. W3ss
Schwächung beeinflußt In der Empfangsstation muh aus diesen aufeinander folgenden, vom Geber ankommenden Strömen das Bild wieder zusammengesetzt werden, genau wie auf Dake- wells Empfangswalze. Ein ebenso aufgetoidelter Film, der sich gleichzeitig und völlig gleichartig vor einer Lichtquelle in der Empfangsstation bewegt und durch eine feine EinstraHloffnung ebenso raftermäßig Punkt für Punkt belichtet wird, nimmt das zu übertragenbe Bild auf und gibt Licht und Schatten richtig wieder, wenn die ankommenden, je nach der Durchlässigkeit des Sende- fllms an den entsprechenden Stellen mehr oder weniger starken Strome dazu verwendet werden, das Licht der Lichtquelle am Empfangsapparat durch automatische Vorschaltung von Blenden mehr oder weniger zu schwächen.
Diese Andeutung des Verfahrens einer Dild- übertragung. wie sie 1904 durch Professor Korn zum ersten Male zur Ausführung gelangte, möge hier zur Kennzeichnung genügen. Der Vortragende schilderte an Hand von Lichtbildern den Gang der Entwicklung eingehender, zeigte vor allem auch eine große Zahl zum Teil sehr gut gelungener Fernphotographieen, und beschrieb, wie durch sinnvolle Verwendung eines Saiten- galvanometers als Blende am Empfangsapparate die Trägheit der Uebertragung überwunden werden konnte, durch Gebrauch von Derstärkerröhren andererseits die Intensität der ankommenden Strome erhöht wurde, so daß nunmehr die Möglichkeit besteht, in wenigen Minuten eine Photographie zu übermitteln. Den Selenzellen erwuchs neuerdings ein Konkurrent in den sogenannten lichtelektrischen Zellen, die viel empfindlicher sind und in Verbindung mit Verstärker- rohren gute Dienste leisten: immerhin ist ihr Vorrang vor den Selenzellen noch nicht entschieden.
Kann die Bildtelegraphie, soweit sie nicht drahllos betrieben toirö, mit Erfolg nur auf 1500 Kilometer ReicAveite ausgedehnt werden, so kommen bet größeren Entfernungen eigenartige andere Verfahren in Frage. Man übersetzt zum Beispiel, wiederum mittels Selenzellen, am Sendeorte automatisch die verschiedenen Helligkeiten der Rasterei em errte, indem man etwa wie
6etm Schreiben auf einer Schreibmaschine zeilenweise von einem RasterfeHe zum anderen fort* schreitet, in ein Duchstabenalphabet, dessen einzelne Buchstaben ganz bestimmten HelligkeitSwer- ten der Rasterfelder entsprechen. Die in gewöhnlicher Weise telegraphisch übermittelte Buchstabenfolge wird nun am Empfangsorte Zeile für Zeile mit einer eigens konstruierten Schreibmaschine gleicher ßmiencinteilimg niedergeschrie- ben: die Typenhebel tragen hier indessen keine Buchstaben, sondern drüden kleine quadratische Felder auf das Papier, deren Fläche mehr oder weniger mit Druckfarbe ausgefüllt ist, so daß am Ende des Schreibmaschinediktates das im Sender aufgegebene Bild zu Papier gebracht ist?
Die Schwierigkeiten des eigentlichen Fernsehens beruhen auf zwei Urfadyen: Die Weber- mittelungszeit jedes einzelnen Bildes, das ja nur für Bruchteile einer Sekunde besteht — handelt es sich doch um die nämliche Geschwindigkeit der Bilder folge wie in der Kinematographie — muß außerordenllich kurz bemessen werden können, und man muß dazu mit einer viel g e- ringeten Helligkeit der Objekte aus- kommen als bei den künstlich bestrahlten Photographien usw. Zur Ueberwindung dieser Schwierigkeiten wird man sich in ausgiebigstem Maße der Verstärkerrohren zu bedienen haben, außerdem aber gleichzeitig viele Elemente des Einzelbildes aufgenommen werden müssen, wozu eine stattliche Zahl sichtelektrischer Zellen nebeneinander erforderlich wäre, deren jede — und das ist besonders schwerwiegend — eine eigene Drahtleitung zum Empfangsapparate benötigt, oder, bei der hier Wohl nur in Frage kommenden drahtlosen Uebermittelung. die Anwendung je einer besonderen Wellenlänge der elektromagnetischen Strahlung. Auch die gleichzeifage Sendung auf mehreren Wellenlängen bedeutet eine Schwierigkeit besonderer Art. Richtsdestoweniger steht die Losung des Problemes, in die Ferne zu sehen, nach der Ueberzeugung des Vortragenden keineswegs als technische Unmöglichkeit vor uns, doch birgt es gewiß noch zahllose Schwierigkeiten, deren wesentlichste, die ungeheuren Kosten für den Dau geeigneter Anlagen, indessen mehr äußerer Art ist L. H.
JKetali-OeZ -Jblitur*
besser als fhizwcLsser
-Niederlage: Otto Schmidt, Gieüea, öauohoistratie 1»-
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