Ausgabe 
10.11.1925
 
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Lollar, den 9. November 1925.

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Mittwoch, den 11. November, 7.30 Uhr abends Professor Vr. G. Mntzel, Frankfurt am Main Die Verträge von Locarno in historischer Betrachtung

Der Dortrag findet in der Neuen Aula der Universität statt.

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Auch der Jugend sei der Film warm emp­fohlen; es ist keine billige Indianergeschichte, sondern ein hohes Lied von deutschem Mut,

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über Zeit, Dichtung, Theater. Fritz Lands­berger umreiht kurz und klar die gegenwärtige Situation der Dichtung. Berthold Viertel schildert den Regisseur als den lebendigen Inter­preten des Dramas, Bernhard Diebold sieht das Wesen des Films als Kunstwerk in der Lieberwindung des von Lessing geprägten, er­starrtenfurchtbaren Momentes", und dann geht esRundum" durch das Theater in Amerika, Italien, Rußland, und wieder zurück nach Deutschland, in dein Bayreuth, Donaueschingen, Salzburg mit klugen Augen gesehen wird. Ber­liner und Stuttgarter Theater erscheint mit Wichtigstem. DerFall Gärtner", ein Schand­fleck in der deutschen Kulturgeschichte der Gegen­wart, fehlt nicht. DasWerk" bringt Bruch­stücke lebendiger Dichtung der Gegenwart, in den Arabesken" ist ein toller Einfall durch Bert Brecht, Karl Kernheim und Georg Kaiser Wirk­lichkeit geworden. Wir sehen den folgenden Hef­ten mit Spannung entgegen.

D i e Kunst", Monatshefte für freie und angewandte Kunst, F. Bruckmann 01.=®., München, gibt soeben ihr reich ausgestattetes Rovemberheft heraus. Die Mannigfaltigkeit der vortrefflich illustrierten Aufsätze führt zu den verschiedensten Bezirken der freien wie der an­gewandten Kunst. Der kürzlich verstorbene Russe Leon Bakst erscheint in seinen Beziehungen zur Kunst der Szene mit den Figurinen und Deko­rationen, die er für das Russische Ballett ge­schaffen. Der Münchener Maler Karl Schwalbach erfährt eine feinsinnige Würdigung. Der Stutt­garter Bildhauer Alfred Lörcher äußert sich über die Absichten, die ihn bei seinem Schaffen leiten. Waldmann-Bremen berichtet über ein un-

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beim Ankauf Don fänun!

Gießen hat aus Roheit und Rauflust am 29. März 1925, abends gegen 10.30 Uhr, einem hiesigen jun­gen Mann in der dunklen Kaiserallee zunächst, von hinten her kommend, eine Ohrfeige gegeben. Dies war die Veranlassung, daß seine Schwester K. P. und derenFreund" H. L. B. hinzueilten und mit dem Geschlagenen und seinen Bekannten einen w ü st e n Streit vom Zaun brachen. K. G. P. hat sich vor dem Jugendgericht, seine Schwester und H. L. B. haben sich vor dem Einzelrichter zu ver­antworten. Die beiden Burschen erhielten wegen schwerer gemeinschaftlicher Körperverletzung j e sechs Wochen Gefängnis, das Mädchen 30 Mark Geldstrafe, vier Zeugen widerlegten die Angabe der Angeklagten, daß einer der Zeugen mit einem Stein nach den Baracken geworfen und die K. P. dabei getroffen habe. Der jugendliche K. G. P. wurde der Strafaussetzung nicht für würdig erachtet und muß deshalb auch die früher verwirkten Stra­fen verbüßen. Der Fall möge anderen jugendlichen Rohlingen zur Warnung dienen.

Vüchertisch

Die Premiere", Blätter für wesent­liches Theater. Gustav Kiepenhauer-Verlag, Potsdam. Hanns Horkheimer gibt hier eine neue Zeitschrift heraus, die. wenn sie hält, was in der ersten Aummer durch die Tat versprochen ist, wirklich die Zeitschrift für das Theater zu werden verspricht. Zuerst und zumeist wegen ihres weltumfassenden Horizontes, der das ge­samte europäische Theater einschließt, zum an­deren durch die Gewinnung der dem Theater am innigsten verbundenen Köpfe zu tätiger Mit­arbeit. Hans I. R e h f i s ch schreibt grundlegend

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,,Sie lachen trotz des eingeklemm­ten Fußes?

KunststücklWenn man seine Hüh­neraugen durch Lebewohl los­geworden ist, macht einem so etwas direkt Spaß.

Gießener Jugendgericht.

In der letzten Sitzung wirkten als Jugendschöf­fen mit Frau Karoline Pfeiff und Karl Voigt, beide von Wieseck.

Ein 17jähriaer Angeklagter ist beschuldigt, an der Straße AllendorfClimbach mehrere Obst- bäume durch Behauen beschädigt zu haben. Er hat früher die Tat einem Wachtmeister, der ihn zur Rede stellte, zugegeben. Bei seiner richterlichen Vernehmung widerrief er das Geständnis, das er auch in einer früheren Hauptverhandlung nur aus Furcht abgegeben haben wollte. Gleichzeitig wurde eine neue Zeugin namhaft gemacht, die gesehen haben sollte, daß ein kleiner Junge aus Allendorf un Unverstand die fraglichen Bäume angehauen habe. (Es handelte sich nur um ganz leichte Be­schädigungen.) In der zweiten Verhandlung be­stätigte die Zeugin unter Eid diese von ihr gemachte Wahrnehmung. Der Angeklagte wurde deshalb freigesprochen.

Ein diebisches Hausmädchen, das bei feiner Herr­schaft wertvolle Gegenstände (Armbanduhr, Arm­band, Ring, Brillantnadel) gestohlen hatte, obwohl es keineswegs in Not handelte es ist die Tochter wohlsituierter auswärts wohnender Leute, wurde wegen fortgesetzten Diebstahls unter vorläufi­ger Strafaussetzung in eine Gefäng­nisstrafe von zwei Wochen verurteilt bei vierjähriger B e w ä h r u n g s f r i st. Der Vormundschaftsrichter wird Erziehungsmaßregeln anordnen. Es handelt sich um eine erste Bestrafung, und es wurde zugunsten der Angeklagten angenom­men, daß sie den wahren Wert der entwendeten Sachen nicht gekannt hat.

Der bereits mehrmals vorbestrafte K. G. P. von

bekanntes Frauenbildnis Leibls. Die intime Raumkunst des Berliner Meisters Hermann Mu- thesius wird an zwei neu entstandenen Billen in Berliner Bororten aufgewiesen.

Das Rovemberheft derZeitwende" (C. H. Decksche Berlagsbuchhandlung, München) gibt dem so überaus reichen Oktoberheft an Qua­lität nichts nach. Hohe Gegenwartsbedeutung im Jahre der Stockholmer Konferenz hat Hans von Schuberts Aufsatz überDeutsches Volkstum und christliche Weltreligion", der Eigenart, Wert und Aufgabe der deutschen Ausprägung des Christen­tums mit feiner Kunst Herausarbeitei. Was Wil­helm Stählin überStockholm" berichtet, dringt über das rein Politische hinaus zum eigentlichen Kern der Probleme vor. 3n dem Aufsatz über Wilhelm Steinhaufen sagt der Maler Adolf Schinnerer zugleich Grundsätzliches über religiöse Kunst und ihre Entwicklung im letzten Menschenalter. Tim Kleins TragödieThomas Münzer ist eine starke Dichtung, trotz historischer Treue vom unmittelbaren Leben der Gegenwart getragen. Bier schöne Bilder Steinhausens illu­strieren Schinnerers Aufsatz und schmücken zugleich das stofflich so abwechslungsreiche Heft.

Sixtus-Wilm, 3 m Heinzel­männchenreiche. Bilderbuch. Derls^Lnstalt Gorlitzer Rachrichten und Anzeiger, Görlitz. Die Idee, einen ganzen Tag im Reiche der Heinzel­männchen zu schildern, ihr Leben und Treiben im Bilde festzuhalten und mit schönen Versen zu er­läutern, ist ganz originell. Abgesehen von den inneren Vorzügen, ist das Buch auch in der Aus­stattung ganz vorzüglich und besitzt somit alles, was es für seine Aufgabe und Reise ins Kinder-

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