Die Urkunde über die gewährte Dorzugsrente wird von der Reichsschulücnoerwaltung ausgestellt, die auch die Rente selbst zu zahlen hat. Aushändigung der Urkunde und Zahlung erfolgen erst, wenn der Gläubiger seinen Eventualverpflichtungen nach- gekommen ist.
Die Rente ist unveräußerlich, unvererblich und unpfändbar.
Soweit die Anleihenennbeträge 1000 Mk. nicht erreichen, findet bekanntlich kein Umtausch statt. Dagegen wird den Altbesitzern eine Barabfindung von 8—15 Proz. gewährt. Die näheren Bestimmungen hierüber stehen noch aus.
•* Zum Weihnachtspaketverkehr nach überseeischen Ländern. Es empfiehlt sich. Weihnachtspakete nach überseeischen Ländern schon Anfang November bei der Post cinzulicsern. damit die rechtzeitige Aushändigung an die Empfänger gesichert ist.
*• Falsche bayrische 50-Mark- Banknoten im Umlauf. Seit einiger Zeit sind in Bayern, hauptsächlich in den größeren Städten, falsche bayrische Banknoten über 50 Am. im Umlauf. Die Fälschung ist sehr plump und leicht erkenntlich. Trotzdem sind bisher schon 20 solcher falschen Noten eingeliefert worden. Vorsicht ist daher geboten.
" Zur Richtigstellung. 3n unserem gestrigen Artikel ,Wilhelm Michel: Goethe und das rechte Leben" muß es richtig heißen: Das luziserische Sinnen der naturalistischen Rebellen ist gewichen einem franziskanischen Mit- klingenwollen in der großen Symphonie des Weltorchesters.
•* Erben gesucht. 3n Durham (Nord- Carolina, U. S. A.) ist im Alter von 80 Jahren ein gewisser 3. G. Löffler, der ein Vermögen von etwa 10 000 Dollar hinterlassen hat, gestorben. Löffler, der im badischen Schwarzwald geboren ist. war Uhrmacher. Da der Verstorbene noch vor 20 Jahren Briefe von Verwandten aus Deutschland erhalten hat, ist damit zu rechnen, daß jetzt noch Verwandte von ihm in Deutschland leben. Auskunft über die Erbschaft erteilt Rudolf Küffner in Durham (U. S. QL).
* Allerlei Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 3. November wurde in eine hiesige Apotheke eingebrochen. Der oder die Täter drangen vom Hinteren Hofe aus in das Gebäude ein. Nachdem sie die unteren Bureauräume durchstöbert hatten und hier kein Geld vorsanden, begaben sie sich in die Privatwohnung im 1. Stockwerk. Hier wurden sie durch einen kleinen Hund, der anschlug, verscheucht und konnten unerkannt entkommen. — Am 5. Novbr., nachmittags gegen l1/. Uhr, wurden einem Dienstmädchen au8 einem Mansardenzimmer in der Neustadt 6 ML Bargeld und eine blaugraue Strickjacke entwendet. In der Nacht zum 7. November wurden aus einem Lager in der Ditter- gasse einige Liter Branntwein und der Abfüll- schlauch entwendet. — Am 2 November vorm. wurde in den: Gäßchen zwischen Hamm- und Bahnhofstraße an der Wieseck entlang eine erbrochene Kiste gefunden, deren Inhalt entwendet war. Sachdienliche Mitteilungen, die zur Aufklärung der Vorgänge dienlich sind, nimmt die Kriminalpolizei entgegen.
•• Fe st genommen wurde ein junger Mann aus Köln, der in Bad-Nauheim ein Fahrrad entwendet hatte. Das Rad konnte dem Eigentümer wieder zugestellt werden. — Am 7. Novenrber wurde ein Handwerksbursche festgenommen, der hier aus einem Laden 50 Mark entwendet hatte. — Wegen des am 10. Oktober 1924 gemeldeten Detrugsversuchs in einem hiesigen Hotel, wo ein Fremder in betrügerischer Absicht den Portier um 27.50 Mk. prellen wollte, wurde als Täter der Reisende Eduard L o h m ü l l e r aus Hamburg ermittelt und in München festgenommen.
•• Dec Goethe-Bund veranstaltete am Sonntag einen wohlgelungenen musikalischen Olbend. Aus den Mitgliedern heraus hatte sich ein neues Klaviertrio zusammengefunden, das neben einer Probe aus der hoheitsvollen und ausdrucksstarken Kammermusik des Veronesers Abaco einige der schönsten Werke Beethovens in sicherem uiti> einfühlendem Ensenrblespiel zu Gehör brachte. Ein weiteres Mitglied trug mit glockenreiner Sopranstimme, die das feinste Empfinden auszudrücken sich fähig zeigte. Kavatinen und Lieder von Mozart, Weber, Schubert und d'Qllbert vor.
—Das Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit", unter Leitung des Musiklehrers W. Schüttler fand am Sonntagnachmittag in der neuen Aula der Landesuniversität statt und war trotz des regnerischen Wetters gut besucht. Die Darbietungen des Vereins bereiteten den Zuhörern einige Stunden angenehmsten Genusses, und fanden verdientermaßen lebhaften Beifall. Der im Jahre 1878 aus kleinen Anfängen entstandene Verein hat sich dank der Hingabe des Dirigenten und der Sänger zu einem der angesehensten und leistungsfähigsten Männerchöre unserer Stadt entwickelt. Ein großes Verdienst fällt dem jetzigen Dirigenten zu, der neben außerordentlicher musikalischer Begabung großes Verständnis für den Gesang, insbesondere für das Volkslied zeigt. Die künstlerische Begabung der etwas 90 Sänger kann als vortrefflich bezeichnet werden. Das Programm bot eine Reihe köstlicher Proben des Volksliedes und des volkstümlichen Liedes. Wir erwähnen hier besonders „Lebewohl" von Silcher, „Still" von Ayßinger, ..Jägerchor" von C. M. von Weber, „Die Nacht" von Fr. Schubert und „Jäger-
grühen" von Sonnet. Den Höhepunkt erreichte der Deifallstunn. als das humorvolle „Vergebliche Warnung" von M Neumann zum Vortrag kam. Die dankbare Zuhörerschaft nötigte dem Chor eine Zugabe ab. Daß die „Heiterkeit" in ihrem gesanglichen Können auch den schwierigen Kunstchören gewachsen ist, zeigte der mustergültige Vortrag des Shores „Rudolf von Werdenberg" von Fr. Hegar. Die mitwirkenden Solisten Fräulein Emmy Marx aus Hanau (Sopran), Herr Br. Hermann -Gießen (Cello) und Frl. Hella Maternus-Gießen (am Flügel) taten ihr 'Bestes zum guten Gelingen des Konzertes. Das wunderbare weiche Spiel des Cellisten Hermann fand dankbare Zuhörer. Nach seinem „Scherzo" war der Beifall so groß, daß sich der Künstler zu einer Zugabe verstehen mußte. Nicht weniger als 7 Lieder zeigte das Programm für die Sängerin Emmy Marx. Ihr weiches Organ und die schöne Vortragsweise begeisterte die Zuhörerschaft außerordentlich. Besonders hervorgehvben zu werden verdienen „Re- genwctterlied" von Haas. „Zueignung" von Richard Strauß und „Der Gärtner" von H. Wolf. Auch Fräulein Marx fügte ihren Liedern noch eine nette Zugabe bei. Hella MatemuS beherrschte den Flügel mit großer Geschicklichkeit, so daß auch ihr Spiel rühmend hervorgehoben werden muß. Zum Schlüsse darf zusammenfassend gesagt werden, daß der Gesangverein „Heiterkeit" mit diesem Konzert seinen Besuchern einen erlesenen Genuß bereitet hat, an den man sich gern und dankbar erinnern wird.
Bornotizcrr.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7V2 Uhr: „Die blaue Stunde". (Ende gegen 9V2 Uhr.) — Elsaß-Lothringer, 81/* Uhr: „Hotel Köhler", MonatSversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Karawane".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Ueber die Darbietungen des russisch-deutschen Künstlertheaters „Der goldene Hahn", das am Donnerstag, 12.November, ein einmaliges Gastspiel hier absolviert, liegen ganz ausgezeichnete Besprechungen vor. Ein vortreffliches Künstlerensemble unter Leitung von Leonid Zelinsky, unterstützt durch eigenartige, hochkünstlerische Dekorationen und aparte Musik, bringt eine Inszenierung von Liedern, Romanzen, Parodien, Grotesken und Tänzen, die überall außerordentlichen, ja begeisterten Beifall gefunden hat. Das Gastspiel verdient die Teilnahme weiterer Kreise.
— Eine Wahlversammlung der Mittelstands-Vereinigung, der anläßlich der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl neugegründeten Gruppe, findet morgen, Mittwoch, abends 8 Uhr, in der Turnhalle (Oswalds- garten) statt. Näheres im gestrigen Anzeigenteil.
— Reichszentrale für Heimatdienst. Morgen, Mittwoch, abends 7.30 Uhr, in der Universitäts-Aula Vortrag von Prof. Dr. K ü n h e l - Frankfurt über „Die Verträge von Locarno in historischer Betrachtung". (Siehe heutige Anzeige.)
Kirche und Schule. Oberhessischer Verein für Innere Mission.
t Gießen, 9. Nov. Das Jahresfest des Oberhessischen Vereins für Innere Mission wurde mit einem am Abend des 8. November von Pfarrer Dr. Ritter- Marburg gehaltenen, zahlreich besuchten Fest- g o 11 e s d i e n st in der Stadtkirche eröffnet, den dec hiesige Kirchengesangverein durch gesangliche Vortrage verschönte.
Am heutigen 9. November vormittags begannen die Verhandlungen mit einem gemeinsamen Gesang und einem von Pfarrer Lenz-Lich gesprochenen Gebet. Sodann erstattete der Vorsitzende, Oberstudienrat Dr. Weimer den Jahresbericht über 1924. An Stelle des seitherigen Vorsitzenden Prof. Dr. Mayer, hier, der aus Gesundheitsrücksichten den Vorsitz niederlegen mußte, wurde Prof. Dr. Weimer hier ernannt. Für das gleichfalls zurückgetretene Vorstandsmitglied Kaufmann wurde Herr Horst und für den seitherigen Schriftführer Pfarrer Adolf Staatsanwalt Knaus gewählt. Die Mitgliederzahl des Vereins hat infolge der traurigen wirtschaftlichen Verhältnisse bedeutend abgenommen, dagegen sind die Ansprüche an den Verein gewachsen, besonders die Qlrbeit für die Herberge zur Heimat, bei der viel Verbesserungen eingeführt wurden. Das Eleonoren-Hospiz in Bad-Nauheim macht gleichfalls gute Fortschritte. In verschiedenen Dekanaten sind Feste für Innere Mission abgehalten worden. Die Volksmission in Oberhessen steht auf dem Grunde der Inneren Mission. Missionar Waller hielt 13, Missionar Schuster 12, Pfarrer Horst 6 Missionswochen ab, die alle gut besucht waren. Der Verein nimmt sich auch der sog. freien Krankenschwestern an, die er zu einer Vereinigung gesammelt hat. Das Voll für die Innere Mission zu gewinnen, ist Aufgabe der Vorführung des Dethelfilms, der in vielen Gemeinden gezeigt wurde. Die Arbeiterkolonie Neu-Ulrichstein, einer Gründung des südwestdeutschen Vereins für Innere Mission, durfte am 1. Juli d. Js. auf ein 40- jähriges Bestehen zurückblicken. Die von Kirchenrat (51 r a d, hier, erstattete Rechnungsablage ergab eine Einnahme und Ausgabe von 4227
WarL Der Reingewinn deS Vereins beträgt 4800 Mk. Die Rechnung der Herberge zur Heimat brachte einen Uebcrschuh von etwa 300 Mk. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. § 6 der Satzung wurde dahin geändert, daß die Wahl der Vorstandsmitglieder nicht mehr für 3, sondern für 6 Jahre vorgenommen werden soll. Darnach hielt Universitätsprosessor D. Nieder- gall-Marburg einen tiefgehenden Dorttag über: „Der Unglaube und die Degenerationserscheinung in unserem Volk". Einleitend zog der Redner einen treffenden Vergleich zwischen der Revolution des 9. November 1918 und der Reformation Luthers, der am 10. November seinen Geburtstag hat. Luther hat es allein mit dem „Glauben" zu tun, d. h. mit der Verantwortung des Menschen für sein ganzes Denken. Fühlen und Handeln Gott gegenüber. Wo dieser Glaube schwach geworden ist, da treten Degenerationserscheinungen ein, Nervosität, Qlr- beitshetze, Mammonismus, Mangel an Autorität, AlkoholiSmus. Chenöte, Selbstmord, alles Symptome der nachlassenden, erschlaffenden Verbindung mit dem Glauben. Was ist dagegen zu tun? Glauben verkündigen! Das ist die Größe der Inneren Mission. Das heißt: Gott verkündigen als den Gott, der Sinn in die Welt bringt
Der Vorsitzende machte zum Schluß auf das in der nächsten Woche stattsindende Jahres- f e ft des Landesvereins für Innere Mission in Darmstadt aufmerksam und lud zum Besuch desselben ein.
Turnen, Sport und Spiet
Siegreicher Fechlklub.
WSN. D a r m ft a b t, 9. Noo. Der Darmstädter F e ch t f l u b hat gestern ein I l o r e 11 - fechten gegen den Stuttgarter Fechtklub in Stuttgart mit 7:4 und das Säbelfechten mit 11:5 überlegen gewonnen.
Das große Berliner HerbstLurnier
Die Ergebnisse des Samstags.
Eignungsprüfung für Offizierspferde (o. 2)1.). Leichte Pferde. 1. Major Seu- nigs „Koheil", Bef.: 2. Moritz „Almenrausch", Bei.: 3. Frhr. v. Waldenfels' „Dengel", Des.; 4. Oblt. Erdmanns „Alvo", Bef.
Iuniorenpreis: a) vom 7. bis 11. Jahren 1. Frau Dollmanns „Elfen", Dera Wolff; 2. Frau Hausmanns „Blitz", Römming; 3. Hantkes „Delila", Ruth Hantle; 4. Ursula Kraskas „Lord", Des.; b) von 12 bis 15 Jahren: 1. Reichmanns „Char- das", Mignon Reichmann; 2. Dr. Halles Pollux, Hans Dernftein; 3. Sklarz' '„Tipp", Wolfgang Sklarz; 4. Tetelmanns „Revolte", E. Schwarz.
Damenpferde -Reitprüfung (Kl. M). 1. Frhr. v. Schierftedts .Herzbube", Frau v. Gottberg; 2. Frau Jhnens „Accord", Bes., und Frau Theunes „Schwabenmädel", Bef.; 3. Tattersall Beermanns „Bolt", Frau Potthost, und Leidloffs „Sul- tan", Frau Franke; 4. Oppenheimers „Schwaben- möbel", Bef., und Frl. v. Opels „Aristokrat", Des.
Zweispänner-Siegerpreis (Eignungsprüfung für Gespanne, o.M.). 1. Baron v. Deckens „Queen Mary" und „Beatrice", Baronin o. Decken.
Preis der Nationen (Jagdspringen Kl. S). 8 Hindernisse. 1. Deutschland: W. Spill- ner auf „Baron III", 0 Fehler; Lt. Momm auf „Spanier"? 10 Fehler, 10 F.; 2. Holland: Rittmeister Labouchere auf „Eopain", 11 F., auf „Gamin" 0 F., HF.; 3. Schweiz: Hauptmann Ruhe auf „Boy", 11 F., auf „Royal Gries", 5 F., 16 F.; 4. Ungarn: Hauptmann v. Cseh auf „Beni", 15 F.; Rittmeister Binder auf „Emden II", 5 F., 20 F.
Championat der Schwergewichte (Eignungsprüfung für Reitpferde): 1. Frhr. v. Lüdinghausens „Herold", Frhr. v. Langen; 2. Tattersall Beermanns „Austerlitz", Major Bürkner; 3. Oetkers „Nomade", Telzerow.
(Eignungsprüfung für Offizierpferde (o. M.), schwere Pferde: 1. Major v. Lö- wenichs „Beweis", Bef.; 2. Major v. Aliens „Arthur", Bef.; 3. Graf v. Scherr-Thoß' „Christian", Oblt. v. Lewinski; 4. Major Neumanns „Apache II", Besitzer.
Amtsgericht Wetzlar.
£2 Wetzlar, 7. Nov. Wegen gemeinsam e r gefährlicher Körperver
letzung und gemeinsanien Hausfriedensbruchs sind der Arbeiter Heinrich M., der Installateur Willi E., der Arbeiter Heirrrich W. und der Arbeiter Ludwig P., alle von Wetzlar, auf der Anklagebank. Ihnen ist zur Last gelegt, gemeinsam und widerrechtlich in das Haus des Zeugen R. rn Büblingshausen eingedrungen und den in diesem Hause wohnenden 3eugen K. mittels Stoffen körperlich mißhandelt zu haben, wodurch dieser mehrere Verletzungen davontrug, durch bte er mehrere Sage arbeitsunfähig war. Wie kne Beweisaufnahme ergibt, traf der Angeklagte M, der kurz vorher nach Derbüßung enter 20mona- tigen Gefängnisstrafe aus der Strafanstalt ent- lassen worden war, die übrigen Angeklagten aus der Kirmes in Niedergirmes, von wo sie dann nachts gemeinsam nach Büblingshausen gingen, um in der angeblichen Wohnung des M ein paar Flaschen Bier zu trinken. In das Haus des Zeugen R., bei dem als Untermieter der Zeuge K. wohnt, versuchte der Angeklagte M. einzudringen, angeblich aus Zorn darüber, daß seine Frau, die dem Zeugen K. den Haushalt
führt, bei diesem wohnt. Nachdem er (M.) die Haustür geöffnet hatte, will er von dem Zeugen K. mit einem harten Gegenstand einen Schlag über den Kopf erhalten und erst dann auf diesen und nur mit der Faust eingeschlagen haben, während die Angeklagten W. und P. ihm zu Hilf« gekommen seien. Alle Angeklagten bestreiten, etwas davon gehört zu haben, daß sie zum Verlassen des Hauses auf gefordert worden seien. Durch die eidlichen Aussagen der Zmgen wurden die Angeklagten M., W. und P. belastet. Da« Gericht erkennt gegen die Angeklagten M. W. und P., indem es ihnen in weitestem Maße mildernde Umstände zubilligt, wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs auf 10 Mark und wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung auf 20 Mark Geldstrafe hilfswc.se für je 5 Mark 1 Sag Gefängnis. Der Angeklagte E. wird freigesprochen.
Gerichtssaal.
Karlsruhe, 9. 9koo. Der Oberpoftschaffner Belikan hatte eine Quittung über 2000 Mark mit dem Namen einer Adressatin g c - fälscht, die inzwischen gestorben war, und das Geld für sich verwendet. Er wurde unter Zubilligung mildernder Umstände angesichts seiner bisherige guten Führung zu li Jahren Oe» f ä n g n i s verurteilt.
Landwirtschaft.
Der Saatenstand in Preußen Anfang November.
Die diesjährige Ernte ist mit Ausnahme von Resten an Rüben und Kobl überall eingebracht. Die Gutachten der landwirtschaftlichen Vertrauensmänner erstrecken sich demnach im vorliegenden Bericht bereits auf den Stand der jungen Wintersaaten und des Stoppelklecs.
Für die Bestellung der Wintersaaten ist die Oktoberwitterung außer an den nassen Tagen um Mitte des Monats recht günstig gewesen, nachdem die Arbeiten im September roegen des anhaltenden Regens sehr im Rückstände geblieben waren. Zn den östlichen Provinzen einschl. Schlesiens ist die Bestellung fast durchweg beendet, im mittleren und westlichen Teil des Landes wird Roggen und besonders Weizen überall dort noch bestellt, wo diese Wintersaaten als Fruchtfolge nach Kartoffeln und Rüben vorgesehen sind. Auch für das Keimen und das Wachstum der jungen Saaten war die milde Herbstluft und der gut durchfeuchtete Boden recht förderlich, so daß die früh bestellten Felder gut eingegrünt und dicht bezogen sind. Da aber die Einsaat wegen der anhaltenden Nässe im September im ganzen ziemlich spät in Gang Farn, so ist erst spärlich aufgelaufen, und die eingesandten 3607 Berichte der landwirtschaftlichen Vertrauensmänner enthalten vielfach noch feine Begutachtungen über den Stand der Saaten.
Die Kartoffelernte kann mit Ausnahme von Resten auf großen (Sütem als beendet angesehen werden. Auch die Rüben- und Kohlernte ist oielfad) schon vollständig erledigt und der noch rückständige Teil wird nach den Meldungen etwa 8—10 Tage in Anspruch nehmen.
Für ganz Preußen ergeben sich für den Stand der Wintersaaten folgende Begutachtungsziffern: Weizen 2,7, Spelz (Dinkel) 2,9, Roggen 2,7, Gerste 2,5, Gemenge aus vorstehenden Oetreibearten 2,9, Raps und Rübsen 2,7, für jungen Klee 3,1.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio--Umschau".)
Mittwoch, 11. November.
4,30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Gilbert-Operetten. 6 bis 7 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan. Die Germanen im Sklavenjoche oder Sintturn als römischer Soldat (für Kinder vom 10. Jahre ab). 7 bis 7,30 Uhr: Stunde des Süd- westdeutschen Radioklubs: C. Decker: „Der Selbst- bau eines Detektorempfängers". 7,30 bis 8 Uhr: Stenographischer Fortblldungskursus für alle Systeme (Diktat von 150 Silben ab aufwärts). 8 bis 8,30 Uhr: Schachstunde. 8,30 Uhr: „Der Richter von Zalamea". Schauspiel in drei Aufzügen von Don Pedro Calderon de la Darca.
Geschäftliches.
Für die Küche ist das Beste gerade gut genug. Deshalb sieht die erfahrene Hausfrau überall auf Qualität und hält ihre Vorratskammer frei von minderwertigen Nahrungs- und Genuhmitteln. Sie bevorzugt als bewährtes und in jeder Beziehung erstklassiges Küchenhtlfsmittel Maggis Würze.
Etwas für Raucher. Die bekannte und seit einiger Zeit von erfahrenen Rauchern viel begehrte Zigarette Aco-Srlber, eine Schöpfung der Zigarettenfabrik Constantin in Hannover, ist auch künftig in gleicher Güte zum bisherigen Preise von 5 Pfennig überall zu haben.
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Für Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Kpezlalkaranstalt Horbelm 1. Tiunae bei Fra kfurt a M Beha/rl eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Di&t-Kureni Mäßige Preise Prospekt durch Ar. n, Sehnlr.e-KahIey*H, Nervenarzt.
Licht ist produktiv.
Wer seinen Betrieb richtig beleuchtet, erhöht die Leistungsfähigkeit seiner Arbeiter, vermindert Unfälle und Ausschußarbeit. Licht, in genügender Menge richtig angewendet, erhöht die Produktivität.
Das Lichtheft „Licht und Arbeit" ist bei Elektrizitätswerken, OSram-
Verkaufsstellen und anderen Elektro-Fachgeschäften für 25 Pf. erhältlich. 7


