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(Nachdruck verboten )

32. Fortsetzung.

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Sonntag, den 13. Okt. nachm. mit den Kameraden von Lieh und Umgebung im Holländischen Hof in Lieh. Zahlreiches Erscheinen erwünscht.

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Der gefesselte Strom

Roman von Hermann Dtegemann.

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Infolge vielerlei Anregungen,die uns aus Freundes - und Interessenten- Kreisen von unserem

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08293 Der Vorstand: Frhr. Roeder v. Diersburg

Sie strich ihm die Kissen glatt und fuhr ihm mit beiden Händen durch das geschorene Haar.

.,2a, Hanns Ingold, ich wohne hier, und ich komme morgen wieder", versetzte sie heiter.

An der Tür blickte sie noch einmal zurück. Knabenhaft jung erschien er ihr. Sie muhte an seinen Bruder denken und an die kleine Lo.

Lind wie sie nun wieder in den Korridor binunterging, war ihr Plötzlich, als hätte sie in diesem Kranlenzimmer etwas zurückgelaisen, das sie nie mehr wiederfinden würde. Sie war wieder au, dre Erde zurückgekehrt, über die sie sich eine Viertelstunde lang, nur in Ge­fühlen und mit der Seele lebend, schwebend er­hoben hatte.

Am anderen Morgen fand sie in Ingolds Wohnung die ersten hundert Exemplare seiner Schrift und sah und las, als hätte sie leinen einzigen Buchstaben davon gekannt, ilnö aus dieser Schrift reckte sich der Hanns Ingold, der sie an diesen Tisch gezwungen hatte.

Sie nahm die Umschläge zur Hand und be­gann die Adressen zu schreiben.

Das Verzeichnis lag neben ihr. Hanns hatte es noch selbst angelegt, die letzten Vamen waren beinahe unleserlich.

Als sie auf Ellenrieders Vamen stieß, hielt sie inne, zögerte eine Zeitlang und ließ ihn dann aus. Der Kommerzienrat hatte auf ihre Mitteilung, daß Hanns erkrankt sei, geantwortet, er bedaure das und hoffe, später wieder von ihm zu hören. Ein kurzer höflicher Brief, mit der Maschine geschrieben, mit Vermerk und lau­fender Äummer versehen und flüchtig unter­schrieben. Aber Ruth wollte ihn zum Vorwand nehmen, um den Kommerzienrat zu sprechen und ihm die Broschüre zu überbringen.

Schon häufte sich der Stapel gelber Um- schlüge auf dem Tisch.

Da stutzte sie. buchstabierte den Namen, der einer der letzten war, und las plötzlich und unwillkürlich laut: Bylander.

Das Blatt in ihrer Hand zitterte. Langsam stieg ein Erlebnis aus der Tiefe ihrer Erin, nerung, das. dort untergetaucht, seine volle Frische bewahrt hatte. Als wäre sie auf einmal eine andere Ruth, erlebte sie ihr Verhältnis

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die vrühl'sche Unlversttäts-vruSLrLi. R. Longe, (Siehrn. Sthuiftr. 7. I

1 ganzes Leben Jugend I

®anz überwältigt von der Fülle der Teilnahme an unserer goldenen Hochzeit, wie sie sich in Telegrammen, Zuschriften, wundervollen Llumenspenden und sonstigen freundlichen Andenken, vor allem aus unserer alten Heimat Gießen und Umgebung kund getan hat, drängt es uns, dem Gefühl lebhaften Dankes, das uns bewegt, Ausdruck zu geben. Da es unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken, bitten wir, es fteundlich anzunehmcn, wenn wir den Gießener Anzeiger, der ja in jedes Haus kommt, beauftragen, es allen zu sagen, wie wohltuend uns alle Beweise der Teilnahme, der Liebe und Anhänglichkeit sind. Die in Gießen verlebten Jahrzehnte mit ihrem reichen Inhalt sind tief und unvergeßlich in unsre Herzen geschrieben. Lebenslang bleiben wir auch in der Ferne mit Gießen eng verbunden.

Pfarrer D. Schlosser und Frau.

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<mPj eile Bedienung. Uluetr. Katalog gratis. Hefner. GefIflgelpark Hainstadt R 3 Baden.

in größerer Zahl zugingen,haben wir uns entschlossen,neben unserer großen Packung zu Mk.2.50 eine kleinere Packung mit der Bezeichnung

KLEIN-KUR Mk. 1.-

ab 25.Oktober fortan in den Handel zu bringen.

Dadurch ermöglichen wir allen noch abseits stehenden Interessenten eine billige Versuchskur. Alle diejenigen, die sich bisher,bedingt durch die derzeitige Geldknappheit,mit billigen einseitig wirkenden Fabrikaten behel­fen mußten,können nunmehr stattdessen unsere «Klein-Kur1 zum Preise von Mk.l.-in den einschlägigen Geschäften erhalten.

Die Herausbringung dieser Klein­kur ist eine Folge der oben angeführ­ten Anregungen. Wir können Jedoch nicht Jedem einzelnen unseren Dank schriftlich aussprechen und verbinden deshalb mit der vorstehenden Mittei­lung an Alle die öffentliche Bitte, unseren besten Dank für die Anregungen und bewiesenen freundlichen Interessen unter unserem Motto:

zu Gerhart Tylander neu. und sie durchlief die Phasen dieses Erlebnisses, das in der Ver­gangenheit wurzelte, von seiner Ankunft bis zum Abschied, in wechselnden Erinnerungsbildern, die sich wie ein Film vor ihr abrollten. Der Aufstieg zur Burg Hohenelfen und die Fahrt auf dem umbuschten Rhein leuchteten am stärk­sten nach. Wie kam der Harne in das Ver­zeichnis?

Plötzlich entsann sie sich, daß Tylander und Hanns sich gesehen und gesprochen hatten. Vach dem Unfall Los. Gerade dieses Bild hatte vor­hin im Film gefehlt.

Als sie noch einmal auf das Papier blickte, sielen ihr ein paar mit Bleistift hingeworfene stenographische Zeichen neben Tylandcrs Vamen auf.

Sie trat ans Fenster. Blasse Sonne strei­chelte das Papier. Jetzt konnte sie die Zeichen entziffern:

War in St. Joseph, könnte Schicksal spie­len", las sie laut.

Dann ward es still, nur der verworrene Lärm der Gasse klang zu ihr heraus.

Endlich kehrte sie langsam zum Schreibtisch zurück. Sie tauchte die Feder ein und begann die Adresse zu schreiben. Aber kaum hatte sie den Vamen geschrieben, stockte sie, hielt einen Augenblick zaudernd inne, von einem wilden Gedankensturm bewegt, und riß dann den Um­schlag in Stucke. Heiße Scham schlug in ihre Wangen.

Darauf schrieb sie mit fester Hand die letzten Adressen unb machte die hundert Exemplare zum Versand bereit.

Aber sie war unruhig geworden. Die iraum- wondlerische Sicherheit und Unbefangenheit, mit der sie seit ihrer Abreise von Vheinau gelebt hatte, war mit einem Schlag dahin. Das Glück des gestrigen Wiedersehens wie ein Vogel ent­schwebt.

Sie muhte sich zwingen zu tun, was sie noch tun wollte, ilnö tat's. Ging nach Hause, klei­dete sich um und begab sich auf dqr Weg zu Salomon Ellenrieder.

Mit geröteten Wangen kam sie an.

Sie gelangte bis zum Vorzimmer des Privatkontors. Hier saß sie eine halbe Stunde.

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ilnö nun, öa sie ihn erblickte, die Verän­derung in seinen Zügen sah, versagten auch ihr die Wort*. ,

Langsam richtete er sich auf. In den tief» gegrabenen Augen erschien ein Licht, das stieg wie aus einem Brunnen an die Oberfläche. Weih und beinahe durchsichtig war seine Haut, gestern erst war der Krankenbart gefallen. Die Vase stand schmal und scharf mit hohem Rücken in seinem Gesicht, und dieses Gesicht war wie das eines Jünglings so glatt und klar. Vun lächelte er, sank leise zurück und streckte die Hände nach ihr aus

Da kniete sie rasch zu ihm nieder und um­sing seine Schultern.

Er schloß die kraftlosen Hande um ihren Vacken, schmiegte Öen Kops an ihre Brust und atmete ihre Vähc, suchte mit weichen Lippen die zarte Stelle zwischen Hals und Ohr, küßte sie behutsam und flüsterte das Wort, nach dem sie sich jahrelang gesehnt hatte und das nur in einem fieberhaft hingestürmten Brief einmal auf­geflackert war:Süße Ruth!"

In diesem Augenblick war Ruth Engelhardt wunschlos glücklich, besah sie ihn ganz^ stgnd nichts mehr zwischen ihnen, floh Schwärmerei der Jugend und das Bewuhttein erkämpfter Liebe in eins, und. einander hingegeben, ver­schmolzen ihre Leben einen Herzschlag lang in einem einzigen Klang. , ... .

Mit einem Seufzer trennten sie sich, und dem Genesenden fielen die Augen zu.

Ruth sah und hielt seine Hand

Trüb und grämlich blickte der Tag durch das Spitalsenster. in der Höhe trieben Wolken, aufgewühlt von einem drängenden Wind.

An diesem Tage wurde von Hanns Ingolds Werk gesprochen. _ , . '.

tzs schien in seinem Gedächtnis Tetnen Platz mehr zu haben. , r£1 .

Als Ruth nach einer Viertelstunde Ab­schied nahm, fragte er plötzlich: ..Wohnst du hier? Kommst du morgen wieder?"___________

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Betreßte Boten kamen und gingen, schöngefchel- telte KommiS eilten vorüber, aus den Reben- räumen klang das Klappern der Schreib­maschinen.

Dreimal wandte sie sich an den Sekretär, der sein Ohr zwischen Telephon und Hör- schläuchen teilte und alles so ausdruckslos unk so genau erledigte, dah Ruth ihn mit einem Automaten verglich.

Sie bat ihn, Ellenr ieders Brief und ihre Karte hineinzuschicken. Endlich sah sie ihn beides auf ein bewegliches Wandbrett legen, das so­gleich verschwand. Er beugte sich wieder zum Tischtelephon, zum Horschlauch, zu Öen Tastern, stenographierte, warf plötzlich zwischen zweiJa­wohl" und ..Gewiß" einen Blick auf Ruth und sagte dann:Bitte, der Herr Kommerzienrat ist bereit, Sie zu empfangen."

Als sie ihn dankbar anlächelte, lief der erste Schein von Leben über fein ausdrucks­loses Gesicht.

Beim Eintritt in Ellenrieders Kontor sah Ruth zunächst nur die kostbaren gedrehten Schränke, die mit ihren gekröpften Säulen schwarz und fremd im modernen Raum standen. Don Ellenrieder bemerkte sie nur den dicken Speck­wulst über dem hohen Kragen iytö den dünn- behaarten Schädel.

Aber nun drehte er sich um. blinzelte, setzt« öen Klemmer auf und zog öie Brauen zu­sammen. Das strafte Gesicht mit den dicken Lippen unter der großen Vase ließ keine lleb«w raschung merken.

Bitte, setzen Sie sich, Fräulein Engelhardt« Ich kann Ihnen fünf Minuten geben.

Es war keine Aufschneiderei, auch keine Un­höflichkeit. sondern eine streng geschäftsmäßig«! Mitteilung. Ruth hörte es heraus.

Für das. was ich zu sagen habe, genügen fünf Minuten. Herr Kommerzienrat. Für die Sacke nicht."

Sie lächelte, als sie das sagte, und nahm ihren Worten damit den letzten Schein von Keckheit.

Fester setzten die mageren Hände, die zu dem "starken Vacken im Gegensatz standen, den goldenen Klemmer auf den breiten Vasenrücken.

(Snrtkhnnn folgt)

Zum .Andres6

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ausgesührt von dem

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Leitung: Fräulein Reipert

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Braunschweig. nadiweis frei. 8064A

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