Einzelbild herunterladen

?s'

>n

Ml

ck

ÜN g3L

nfb

lieben alt («SO

Stb.

nde. aog und lebt Ul­an-

WWM

ttlOU

i in mt> en. ibl

Jm- WD

ir

15.

$ 17.

I in lein, 1861- eu.

len

cerei Kund, ni den -elrev- leich-- ßener

r erde»

0*691

t.

iDtr,

81k

Z. d. A.

ConntaQ,il.Ctt.: Ausstug nach Annerod «Wächter!. Abniaiich 7»3 Ubr mittags.

Treffpunkt »Stadt Ach' Freunde rollt* kommen. MU

Ter Vornand.

ir

erie -N

b iten ntöft ußer fort

XII i an

nn ck.

ka- 3en «c

iB »S ltre>^

w

&Ss*

W*«8äB

m" achtbare?^

^1°cher fw

W 41»;

eÄS'u»

Sdjäfct* Hündin mit KettenbalSband

Zugelaufen. MgenSritattung der Unkosten abm» holen bet My Autoschneider.

Stadttheater

AM ***&i:c. jjgä* tafÄR SSM Ä-KK ss&f Ls°M

Wmlit taHW.

mliglickk" üerfommlöM

Montag. 12. nhfltbä olt Uhr» it® Reditoch» Weffan'

Ml-mml«. ___.

Warldurg- verein.

U Hhr, IM Äürku^ 8 jflfll, Mtchftrahe: WWer- Bortrog Mönützung der

Dafferftast.^

Mtrilt

^OflC

- %JOtbttr

: 1

*hga** unter &St|mebot

M

ene. ite b. chen iror.

im rrs.

>rrb.

K einige ten OHM, «n. teil nAn' ndern «der* teu ft-

Ge» LMeS

l!r. 258 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag, P. Moder (925

Kreis Wetzlar.

dem Kreise Wetzlar, 9.Oft. der Wunsch laut, mehr als in den

XX Aus Hüberall wird

Beherrschtheit beim Tremolo wäre ihr zweifellos von Vorteil. Marie Pcrlik (Baronin Adelaide) scheint eine wichtige Stütze des Ensembles wer­den ziu sollen. Sie weih aus der Bühne Bescheid und zeige stimmlich wie im Spiel eine angenehme Sicherheit. Ohre Leistung war mit der Richard v. S ch e n k s (Baron Weps) die beste des Abends. Schenk schien in Stimmung und spjelte und sang mit einem entzückenden Charme, der ungemein Wohltat. Den etwas billigen Scherz in der Ohn­machtsszene verzeiht man ihm dabei germ Die beiden andern Gäste' Anita Franz (Kurfürstin Marie) und Georg Ernst (Graf Stanislaus) schienen etwas farblos und matt. Paul Wester­meyers Professor Würmchen sei noch wegen seiner guten Charakterisierung erwähnt: die übri­gen:Grüß Euch Gott! Alle miteinander!"

so mag man über dessen Schicksal vorläufig beruhigt sein.

Eine Zurückstellung der Brennerfragc Hal auch in O e st e r r e i ch s e l b st ein verschiedenes Echo ausgelöst. On kon'ecvativen Kreisen Oester­reichs ist man allzuleicht geneigt, die durch den politischen Fernblick gebotene Zurückhaltung Deutschlands als nationalen Verrat hinzustellen. On die'em Zusammenhänge sei nur daran erin­nert, daß gerade von jenen Kreisen der auch heute noch nicht aufgegebene Plan ausging, Oe st erreich in eine Personalunion mit 3 t allen zu bringen: man führte wirt­schaftspolitische Erwägungen dafür ins Treffen und auch die dadurch möglich gewordene Wieder­vereinigung mit dem Deutschtum Südtirols. Es soll über diese 3dee hier kein Werturteil ge­fällt werden: auf welcl em Wege aber das deutsche Gesamtintereffe eher gewahrt wird, durch einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland ohne Süd­tirol, oder durch den an 3talien, vielleicht, aber kaum wahrscheinlich, mit Südtirol, darüber gibt es wohl reine Diskussion. Für Deutschland muh die Brennersrage gegenüber der Anschluhfrage von sekundärer Bedeutung sein.

Das Publikum erkannte den Fleiß und die Anteilnahme des Ensembles an und kargte nicht mit seinem Beifall, älnd so herrschte in dem festlich vollen Hause den ganzen Abend über eine frohe Stimmung, die als gutes Omen bei Beginn der Spielzeit gern festgestellt werden soll, e-s.

Tausend Jahre rheinische Kunst.

Dr. H. Lempertz In der Dortragsvereinigung.

Die Dortragsvereinigung hatte am Donners­tagabend in die neue älniversitätsaula eingelaoen, wo Dr. H. Lempertz -Köln über das Thema. Ein 3ahrtausenb rheinische Kunst"

sprach. Das Rheinland hat schon zur Zeit der Römer und ihrer Besiedelung des linken Rhein­ufers mit starker Eigenkultur die fremden Ele- mente mit Bodenständig-Eigenem durchdrungen. Unö auch diese Zeit muß man, den Rahmen des Themas sprengend, hinzunehmen, wenn man die rheinische Kultur in ihrer überall durchdringen­den Eigenart ganz erfassen will. Das Rheinland hat, vermöge seiner besonderen Lage, stets eine Vermittlerrolle gespielt, sei es vom Westen zum Osten oder vom Süden zum Rorden. Schon die Porta Rigra zu Trier (3. 3hdt.) zeigt durch den griechisch-römischen Grundton der Klarheit und Großzügigkeit eine leichte Auflockerung der Fläche durch das ästhetische Moment der Wider- holung. Durch Karl den Großen kamen südliche Motive und südliche Bauart an den Rhein, deren Vorbilder in Ravenna standen. 3m 10. bis 11. 3ahrhundert belebte sich die glatte Fläche in der Sehnsucht nach Körperlichkeit mehr und mehr zu dreidimensionaler Körperlichkeit.

3n der Architektur beginnt das rheinische Eigenleben am deutlichsten in der Matthias- Kapelle zu Schwarzheindors (1160) sich durch­zusetzen. Die Auflösung des Profils durch das Wechselspiel von Mauer und Säule geht parallel mit der Modellierung des Gesamtkörpers. Die aufdännnernde Gotik bringt in die dunkle Abge­schlossenheit der romanischen Kirche das Spiel des Lichtes. Auch mildert sie die noch byzanti­nisch strenge Konventionalität dec Plastik durch französische Beweglichkeit, wobei die rheinische Liebenswürdigkeit, die leicht an Weibliches an- klingende Haltung der Gebärde und die Lust am Fabulieren sich mit hineinwebt. Die Kirchen­bauten zu Limburg, Heisterbach Freyburg sind Belege dafür. Die Rot der Zeit, Pest, Miß­wachs, Brand, ließen religiöse Schwärmer aus­stehen, deren Geistesrichtung ihren Riederschlag fand in der immer krasseren Leidensdarstellung Christi der älngackeuze. Ommer lebensnaher wird die Darstellung der Künstler. Der Meister desMarienlebens" sieht schon den Raum als Eigenwert in der Komposition der Bilder. Die Gestalten, die bisher in genialer Llnbetontheit sich dem Bildganzen zugunsten seiner Hauptfigur eingliederten, fangen sevständig zu leben an und auch die Farben bekommen ihre eigene, neue Bestimmung. Hier sind bereits die ersten Lebens­zeichen der erwachenden Renaissance zu spüren, die auch die Architektur dahin beeinflußte, die strenge Dreiteilung des KivchenschiffeS aufzuldsen

Hörer ging dahin, dem ausgezeichneten Redner bald wieder mit gleich lichtvollen und Intcp- essantcn Darbietungen zu begegnen. Die Ma­drigal-Vereinigung Darmstadt gab unter Leitung von Privatdvzent Dr. Friedrich Roack gestern abend im Kurhause ein Kon­zert, das sich cineä vorzüglichen Besuches er­freuen konnte. Alte Lieder und Madrigale, Volks­lieder und Kunstlieder auS neuerer Zeit kamen zum Vortrag. Obwohl die Darbietungen auf künstlerischer Höhe standen, verhielt sich das Pu­blikum zunächst zurückhaltend unt> verstand sich, erst im Verlauf des Konzerts, als altbekannte Volkslieder zum Vortrag kamen, zu stürmischem Beifall.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 9. Oft. Der Kreiskassen- obermspckwr Hansel wurde durch Beschluß des Kreisausschusses mit Wirkung vom 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Als Rachfolger, als Kreiskassenrechner, wurde der seitherige Krcisrechnung5inspektor Hof­mann bestimmt. Die Stelle des Kreisrechnungs­inspektors wird vorerst nicht wieder besetzt wer­den. Die hiesige Landwirtschaft hat dieses Oahr eine besonders gute Kartoffel­ernte zu verzeichnen, die alle Erwartungen weit übertroffen hat. Auch die Obsternte war durchweg gut. Der in Büdingen beheimatete Storch, der auf dem Rathaus sein Rest hat und schon seit mehreren Wochen nach dem Süden verzogen schien, ist heute plötzlich wieder zurück- gekehrt. Dieser Vorgang ist bis heute noch nicht beobachtet worden. Was mag der Storch nur beabsichtigen?

Kreis Schotten.

lg. Gedern, 9. Oft. Wachtmeister Rau, der mehrere Oahre am hiesigen Orte tätig war. wurde mit Wirkung vom 15. ds. Mts. nach Heppenheim a. d. Bergstraße verseht. Wir verlieren in ihm einen allezeit pflichtgetreuen Beamten, der sich durch sein aufrechtes Wesen die Wertschätzung weiter Kreise gewann.

Kreis Lruterbach.

!*! Lauterbach, 9. Oft. Die Wohnungs­not konnte durch den Reubau von 14 Fa­milienwohnungen, die dieser Tage zum Teil bezogen wurden, bedeutend gemildert wer­den. Dor Rest wird am 15. Rovember bezugs­fertig werden.

letzten Oahrzehnten Walnuhbäume an»u» pflanzen. Der Verbrauch der wohlschmeckenden, gesunden und nahrhaften Früchte steigert sich von Oahr zu Oahr. Kaum eine andere Baumfrucht wird von den Kindern so freudig angenommen, als gerade die Walnüsse. Auch zur Anpflanzung an den Landstraßen eignet sich der Ruhbaum.

Hessen-Nassau.

<> G ladenbach, 9. Ott Heute morgen gegen ülhr brach in dem Anwesen des Spe­diteurs Decker, Bahnhofstraße 24, aus un­bekannter ülrsache Großfeuer auS. Die Stal­lung und der Dachstuhl des Doppelh au* s e s brannten vollständig a b, die übrigen Stock­werke wurden stark beschädigt. Dank dem raschen Eingreifen der hiesigen Freiwilligen und Pflicht- feuerwehr wurde eine weitere Ausdehnung des Brandes auf die benachbarten, mit großen Ernte» Vorräten gefüllten Scheunen verhindert und un­übersehbares Ülnheil von der Gemeinde abge­wendet.

bl. Aus dem Dilltal, 9. Ott. Der den diesjährigen Ob st Versteigerungen hielten sich die Angebote in mäßigen Grenzen. Der Preis stellte sich auf 12 bis 15 Mark je Zentner. Der Ertrag an Aepfel war gut; Dirnen und Pflaumen gab es weniger.

fpd. Frankfurt a. M., 9. Oft. Die Ge­meindevertretung Sossenheims nahm den vom Bürgermeister entworfenen Gingemein- dungsvertrag mit Frankfurt an, der bei der Verabschiedung noch einige Zusatzforde-

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

Wieseck, 10. Oft. Das Fest der Gol­denen Hochzeit feiern heu.e. 10. Oktober, in voller Rüstigkeit die Eheleute Talth. Schnabel.

: Aus demBuseckerTal, 9. Oft. Om Laufe dieses Sommers wurde an Waldrändern und Bergäbhängen des öfteren, namentlich durch Kinder, eine Schlangenart gefangen und getötet, die man als Kreuzottern zu bezeichnen glaubte. On Wirklichkeit waren es Verwandte der ganz harmlosen Ringelnatter, die Schling­nattern oder auch glatte Rattern ge­nannt. Sie erreichen wohl dieselbe Länge wie die Kreuzotter, etwa 80 Zentimeter, unterscheiden sich aber von dieser durch einen dunkleren Fleck im Racken und zwei Reihen derselben Flecken, die sich über den Rücken hinwegziehen. Schling­natter heißt sie, weil sie ihre Deute mit einigen Windungen ihres biegsamen Leibes um­schlingt, während die Kreuzotter ihre Opfer durch einen Dih ihrer Giftzähne tötet. Man nennt sie such noch glatte Ratter, weil sie vollkommen glatt ist, während die Schuppen der Ringelnatter gekielt sind. Die Schlingnatter nährt sich t>on Eidechsen. "Blindschleichen und kleinem Ungeziefer und ist für den "Menschen völlig un­gefährlich, genau wie die in unserer Gegend immer seltener werdende Ringelnatter, die aller­dings bis 1 Meter lang wird. Man sollte auch die Schlingnatter, die sonst nur in Gebirgs­gegenden angetroffen wird, vor der Ausrottung bewahren. Wer gerade Glück hat, kann zu­weilen in unserem Tal ein seltenes Stück unserer heimischen Dogelwelt bewundern. Es ist ein Pärchen Gabelweihe, im VolksmundGa­belschwanz" benannt. Diese Vögel, es find Raubvögel, haben die Größe eines Mäuse­bussards. Ohren Horst haben sie errichtet im höchsten Gipfel eines Daumes im Eichwald zwi­schen "Bersrod und Allertshausen. Die Förster sind von ihren Oberförstereien beauftragt, diese so selten gewordenen Vogel zu schonen. Eine ganze Kolonne Elstern kann man täglich im Wäldchen bei Dersrod beobachten. Die scheuen Vögel durchstreifen von dort aus. von Hecke zu Hecke fliegend, daS ganze Feld.

t Grünberg, 10. Oft. Zu dem am 14. und 15. Oktober hier stattfindenden GalluSmarkt, verbunden mit Ferkelmarkt, wird seitens der Stadtverwaltung und der Geschäftswelt eine rege Tätigkeit entfaltet. Große Mengen von Waren jeglicher Art werden in die Stadt ge­schafft, um die Lager und die Derkaufsstände zum Gallusmarlt recht reichlich auszustatten. Die Käse­wiese, der Platz des Gallusmarttes, hat sich für dieses Oahc als zu klein erwiesen, es mußte deshalb noch Privatbosih herangezogen werden. Außerordentlich zahlreich liegen die Anmeldungen vor, kommen doch nicht weniger als fünf Karussels

verschiedener Art, mehrere Schiffsschaukeln und Schießhallen, Panorama, Zirkus, Tauchergruppe, Tierschau und eine große Anzahl neuer Sehens­würdigkeiten. Weit über 600 Derkaufsstände sind angemeldet, darunter sehr bedeutende. Zum ersten­mal wird in diesem Oahre ein großes Kaffeezelt errichtet, was besonders für die Auswärtigen von Dedeutung ist. Die namhaften Hotels und Restaurants machen die arößten Anstrengungen, um ihren Gästen ein reichhaltiges und abwechie- lungsvolles Programm zu Meten; genannt seien hier das HotelHirsch", derWilde Mann", sowie daö Restaurant Wilh. Zumpft und Gast- und Lichtspielhaus Deltrop. On der Turnhalle gastiert die Gruppe Henrich Frankfurt-Griesheim, die hier allbekannt ist. Hoffentlich hat nun der Himmel ein Einsehen und schafft seinerseits die Vorbedingungen für ein volles Gelingen des Marktes, damit die Geschäftsleute und Markt- stände auf ihre Rechnung kommen. Gestern nachmittag wurde unser neuer "Bürger­meister Oöckel durch Oberregierungsrat Dr. Heß vom Kreisamt Gießen in feierlicher Weife vereidigt und in das Bürgermeisteramt eingeführt. Bürgermeister O ö ck e l ver­sicherte, daß ihm die Förderung des Allgemein­wohls unter Ausschaltung aller Parteipolitik stets die vornehmste Pflicht seines amtlichen Wirkens sein werde.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 9. Oft. üleber einen schwe­ren Raubüberfall auf einen Frank­furter Chauffeur meldet der Friedberger Polizeibericht folgendes: On der Rächt auf den 9. i>8. Mts., morgens gegen SVt Ülhr, wurde ein Frankfurter Ch auf feur auf der Straße Ober-Rosbach Friedberg überfallen, und zwar auf folgende Weise: Gegen iy2 älhr wurde der in Frage kommende Chauffeur in Frairkfurt a. M. an dev Hauptwache von einer Dame und zwei Herren beauftragt, sie nach Friedberg, Frankfurter Straße 14, zu fahren. Als er ungefähr zwischen Beinhardshof und Ober-Rosbach fuhr, wo das Schienengleise der Erzgrube die Landstraße schneidet, bekam er den Auftrag, langsam zu fahren. On diesem Augen­blick wurde der Wagenführer von einem der Onfaffcn nach vorheriger Zertrümmerung der Glasschuhscheibe mit einem dicken Stein auf den Hinterkopf geschlagen, so daß er besinnungslos wurde. Der Chauffeur besaß jedoch noch soviel Geistesgegenwart, den Wagen zum Stehen zu tringen. Die 3nsassen benutzten diesen günstigen Moment, sprangen aus dem Wagen, ergriffen die Flucht und entkamen unerkannt. Die Täter werden wie folgt beschri^en: Die beiden männ­lichen Personen: 1. Etwa 25 Oahre alt, grauer Airzug, 1,60 Meter groß, hellblonder Bart. 2. Etwa 28 Oahre alt, dunller Anzug, 1,68 Meter groß, dunkelblonder Haar-Anflug. Die weibliche Person: ülngesähr 23 Oahre alt, Größe 1,63 Meter, dunkelblondes Haar, ohne Hut und trägt aus der Bluse einen roten Selbstbinder. Da bis jetzt jegliche Spur Von den Tätern fehlt, bitten wir sachdienliche Mitteilungen an das Friedberger Polizeiamt, Kriminalabteilung, gelangen zu lassen.

2$. Bad-Rauheim, 9. Oft. Die Abtei­lung der Deutschen Kolonialgesellschaft, der See- berein und die Ortsgruppe beä Vereins für das Deutschtum im Auslande haben sich, wie früher schon eimnal berichtet, zu einer Arbeitsge- meinschaft zusammengeschlossen. Hauptzweck derselben ist die Veranstaltung gemeinsamer Vor­träge. Der erste Vortrag dieses Winters fand gestern abend in dem bis zum letzten Platz ge­füllten Saal des Sprudelhotels statt. Als Red­ner war Admiral v. M a n t e y - Berlin, Lei­ter des Onstttuts für Marinegeschichte und Ver­fasser des bekannten BuchesAuf See unbesiegt", gewonnen, er sprach über die Skakerrak» schlacht. Der Redner verstand es, die ange­spannteste Aufmerksamkeit der großen Versamm­lung an sich zu fesseln, und fand zum Schlüsse wärmste Worte vaterländischen Empfindens, die die Anwesenden zu lebhaftestem Beifall hin­rissen. Der Abend, der von Amtsgerichtsdirektor Dr. Fuhr eröffnet und beschlossen wurde, war höchst fesselnd. Der allgemeine Wunsch aller Zu-

und den Kirchenraum als eine Ganzheit zu er­fassen. Was so fremd aus Otalien nach Deutsch­land kam, wurde im Rheinland mit rheinischer Lebendigkeit erkannt und in den Riederlanden zu höchster Blüte ausgereift. Denn auch die Rieder- lande rechnen in tieferem Sinn zu Deutschland, und es ist nicht nur die geographische Gebunden­heit des Rheinlaufes, die das betont; es ist die rheinisch-deutsche Kulturgemeinschaft, die alles, was an den Ufern des Flusses wohnt, ^ufammen- schließt zu einer geistigen Einheit. Die Renais­sance brachte dem Rhein abwärts das italienische Mottv der Loggia. ES wird, dem Drängen nach neuen Formen, nach größerer Ausweitung und nach der Freude am Licht rasch aufgenommen. Die reichen Möglichkeiten der Ontarsienarbeit er­schöpfte das rheinische Handwerk in vollendeter Kunst, ebenso wie es in der Bearbeitung deS Porzellans sich ganz auf die spielerische Grazis des so beweglichen Stoffes ein^ufleilen verstand. Das Barock, an Fürstenhöfen zu hoher Blüte ge­bracht, führte im freiheitlich gerichteten Rhein­land eine eigene, hohe Blüte. Schloß Bennrath in Düsseldorf ist eins der bezeichnendsten Beispiels dafür. Die Romantik hat in der Düsseldorfer Malschuls ihren bedeutendsten Riederschlag ge­funden. Hans v. Maries, ein geborener Elber­felder, verrät am besten die Freudigkeit am Fluss« der Linien, an dem starken Körpergefühl und der Sinnlichkeit, die alle Dinge mit starker Lebendig­keit und warmem Blute erfüllt. Friedrich von Wille mit seiner angeborenen Liebe zur Eifel gilt als wichtigster Vertreter eines Ompressionis- mus mit jener großgeschauten Erfassung des Rau­mes, die überall Beziehung zu Luft, Licht und Ülmgebung zeigt. August Macke endlich als Ver­treter rheinischer Kunst der Gegenwart, hat in Bonn dieselbe Luft geatmet wie das Oahrtausenü vor ihm. On seinen Bildern wacht beziehungs­reich das Wesen der Dinge auf, sie verraten ihr« Ahnen und sprechen von italienischer Farben­fülle, französischer Grazie und deutscher Onnigkett.

So ist der Rhein von Straßburg bis Köln! und weiter abwärts bis Amsterdam die große Schlagader, in der ein starkes Gefühl für daS Lebendige in der Kunst fließt. Der- ripuarischa Franke ist der vollkommenste Vertreter jene- lebensfroyen und starken Geschlechtes, das fett einem Occhrtausend deutscher Kultur fremde Güter klug und freudig einverleibte und zu großenk und starken Eigenleben weckte.

Spielleitung: (Westermeyer) flott und beweglich. Das Bühnenbild erwies sich im ersten 2TEt in Bezug auf die Dachziegel als renoviert. Die zweite Szene war gut gewollt, leider wurde die künstlerische Einheit des Bildes durch den Durchblick aus der Tür auf Dersehstücke ä la 1901 zerrissen. Om dritten Akt wurde der Himmel derartig mißhandelt, daß es kein Wunder wäre, wenn e£ morgen regnete. Och ließe mir das auch nicht gefallen ....

Om übrigen wurde das Orchester von Kapellmeister E. Reff flott dirigiert. Om 2. Akt bei dem Professoren-Duett allerdings hätte eine sorgfältigere Modellierung notgetan. Auch die Ouvertüre brauchte noch eine leichte äleberarbei- tung, um mehr Fluß und Lockerung zu erreichen. Die Chöre waren auf dem Posten.

Die Brennerfrage.

Von unserem Wiener Berichterstatter, Dr. Emst R i e st n e r.

Die Tse.i.enie ch.ä-.lung der Pakckonserenz zu Locarno auf die deutschen Westgrenzen hat die Frage einer Garantie der Brennergrenze durch Deutschland gegenstandslos gemacht. Oene Ein­schränkung, die offenbar auf den Wunsch Eng­lands zurückzuführen war, sich von kontinen­talen Konflikten möglichst femzuhallen, bedingte zugleich auch ein gewisses Abrücken der öst- lichen Rachbarn Deutschlands, sowie Ita­liens von Frankreich. Polen unterhandelt mit Rußland, die Tschechoslowakei erkundigt sich in Berlin selbst über die Möglichkeiten, eine ver­söhnlichere Stimmung einzuleiten, ülnd Otalien blickt ebenfalls nach Rorden. Die Absetzung der Drennerfrage von der Tagesordnung der Pakt­konferenz gibt Anlaß zu taktischen Erwägungen, wobei nicht zu übersehen ist, daß die Aufrollung der Brennerfrage durch Musfolini eigentlich verrät, baß man in Otalien mit der Möglichkeit des Anschlusses Oesterreichs an Deutsch­land rechnet, da nur dann Deutschland in die Lage käme, eine Drennergrenze, die ja seine eigene sein müßte, zu garantieren.

ES wäre ein politischer Fehler, wollte man die Brennerfrage in einem Zeitpunkt aktuali­sieren, da die Absprengung Otaliens von der Entente in den Bereich der Möglichkeit gerückt ift Kürzlich ging die Mitteilung eines deutschen Generals durch die Presse, daß Mussolini ein Angebot gemacht hat, das letzten Endes auf ein deutsch-italienisches Militärbünd­nis hinauslief. Die'e Meldung würde nicht nur der impulsiven Art Mussolinis, sondern der all­gemeinen politischen Entwicklung auf dem Kon­tinent überhaupt entsprechen. Ein Ausbau der italienisch-deutschen Teziehungen müßte vor allen politischen Belastungen sorgfältig serngehalten werden. Verhältnismäßig geringste Bedenken noch würde ein Aufrollen der Anschluhfrage erregen. Der franzosenfreundliche Teil der ita­lienischen Presse hat zwar stets den Grundsatz gepredigt, Otalien dürfte im eigenen Onteresse an seiner Rordgrenze keine Großmacht dulden. Sn Otalien hat man darunter in erster Linie eine Donaukonföderation oder ein übergroßes Jugoslawien verstanden, während die Stimmung gegenüber einem durch Oesterreich vergrößerten Deutschland mindestens eine geteilte war. Sicher ist, daß seit der Amovierung der italienischen Wunschliste von der Tagesordnung in Locarno der Wunsch nach Verständigung mit Deutschland in Otalien größte Resonanz gefunden hat.

Oedes Ding hat zwei Seiten. Zunächst er­gibt sich in diesem Zusammenhänge die bange Frage um das Schicksal Deutschsüd - tirols. 300 000 Deutsche stehen nahezu 40 Mil­lionen Otalienern gegenüber. Bei aller, durch politische Klugheit gebotenen Zurückhaltung ist es schwer über sich zu bringen, angesichts der faschistischen Politik gegenüber den südtiroler Deutschen ruhig Blut zu bewahren. Rirgends in der ganzen Welt wird eine deutsche Minorität so behandelt, wie in Südtirol. Man italienlfiert die öffentlichen Schufen, verbietet deutschen Pri­vatunterricht, überschwemmt das Land mit italie­nischen Priestern: man zwingt deutsche Gemeinde­rate die Faschistensahnen zu küssen und wird nicht müde, nationale Demütigungen zu er­sinnen. Die Hauptsache aber bleibt doch, daß der deutsche Kern unberührt bleibt. Das Land südlich des Brenners trägt dazu agrarischen Charakter; und die Geschichte lehrt, daß nationale Entwurzelung wohl in den Htädten möglich, bei einem Bauernvolk, noch dazu vom Kern der Tiroler Aelpler, ist sie aus­geschlossen Die italienische Schulpolitik mag ein Analpha e ettun le anzüchfen; Deam.entum, zum Teil auch die Geschäftswelt mag einen stärkeren romanischen Einschlag bekommen. Aber selbst hier wird gerade durch den faschistischen Ifebermut der Trotz wachgehalten und verhärtet, so daß man bereits selbst in Rom einzusehen beginnt, daß diese Taktik nicht zum Ziele führt. Halt zudem der deutsche Reisestrom nach Südtirol an,

Gießener Stadttheater.

Der Vogelhändler".

Operette von K. Zeller.

Das Gießener Stadttheater begann seine Spielzeit mit einem Gastspiel des Offenbacher Operetten-Ensembles.

Der erste Theaterzettel vermied es, den Ra- men des Komponisten zu verraten, auch hielt er sein Versprechen nicht, größere Pausen durch Glockenzeichen bekannt zu geben. So verstrich die erste Pause bei Dunkelheit auf den Fluren nutzlos, die Heinere Pause, in der das Publikum sich draußen erging, wurde dagegen so kurz gehalten, daß für das Vorspiel zum nächsten Akt eine wesentliche Bereicherung durch die musikalische Mitwirkung der Türangeln herauskam.

Temperamentvolle Auseinandersetzungen bei offener Szene hinter den Kullfsen sind ja seit der Wiener Spuck-Affäre nichts neues mehr. HerrQuatsch" holte sich dabei einen leichten Heiterkeitserfolg. ,

Die Fabel: Adam, der Dogelhändler aus Tirol. liebt die Briefchristel in der Pfalz. Oedes 3ahr kommt er mit seinen Vögeln herüber. So auch diesmal. Gerade am selben Tage halt aber der Kurfürst Oagd in jener Gegend Baron Weps, sein Waldmeister, besorgt die zu schießende Wild­sau, nicht ohne dabei einen kleinen Affen mit Heimzutragen. Sein Reffe, gleich ihm in großer Geldverlegenheit. spielt die Rolle des plötzlich abflerelften Kurfürsten, so daß sein Oheim seine nicht ganz einwandfreien Geldgeschäfte prompt erledigen tann. Die Briefchristel erbittet in Pri» vataudienz im Pavillon ein Amt für ihren geliebten Adam da kommt, verllerdet die KurfÜrsttn Marie dazwischrn. Es gibt ein hell- lvses Durcheinander, das sich langsam im zweiten

Härt und nach einigen kurzen Verwicklungen im dritten zur allgemeinen Befriedigung restlos gelöst wird. *

Heinz Steinbrecher (Adam) führte durch seinen Gesang im ersten Akt den schlagenden Be­weis daß er feinen Ramen zu Recht fuhrt. Später (flat justitia) fang er mitunter richtig

Glfe Simon, noch vom letzten Winter her bekannt, lang die Briefchristel. Ohr Piano scheint weicher geworden zu sein, im Sorte bleibt die Stimme Immer noch etwas scharf. Etwas mehr