Der gefesselte Strom । Roman von Hermann Stegemann.
(Nachdruck verboten.)
8. Fortsetzung.
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Ihre am 12. September 1925 stattfindende Vermählung beehren sich anzuzeigen
„Das Schönste ist. für leben!"
„Ruth!"
Er wollte ihre Hände reihen, besann, bemeisterte
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auch kommen mag. Rur den Vater. Hermann, den Vater, den muht du mir hüten. Und wenn ich jetzt hier etwas tue. was ihn mir zum Feind macht, dann bist du noch da. Und du wirst ihn liebhaben und wirst zugleich auch mich verstehen."
„Hanns, was ist? Ich hab' schon lange gemerkt, daß 'der Vater etwas in sich hinein- friht. Was willst du tun, Hanns? Sag's mir, mir allein sag's!"
Da neigte sich der Ingenieur zu dem Kna- Ben, und es war wie ein großes Geheimnis, das er ihm ins Ohr raunte:
„Ich will den Lauffen sprengen und ein Kraftwerk bauen am Rhein."
„Den Lauffen sprengen!" schrie der Knabe mit tonloser, in bet Kehle ersterbender Stimme, und Hanns spürte, wie ihn ein wilder Schauer rüttelte.
Cs war etwas so älnfahlicheS für den Fischerjungen wie der Einsturz des Himmels. Der Tod der Mutter war dagegen ein natürliches und fahliches Erlebnis. Den Lauffen sprengen, das hieße das Feste, das Bleibende, Unveränderliche stürzen, die Welt aus den Fugen reihen! Aber ging's denn auch? Konnte man den Lauffen sprengen?
„Ia, den Lauffen sprengen, glatte Wasser- Bahn schaffen und Bauen, Hermann! Tas ganze Tal hin und Bis weit in den Schwarzwald hinein. Bis Freiburg, Bis in die Schweiz und ins Elsah den elektrischen Strom spannen, dah der Rhein Licht und Kraft ins ganze Land schickt!"
Aber darauf hörte der KnaBe nicht.
„Den Lauffen sprengen! Ich will dabei sein, Hanns, wenn du den Lauffen sprengst!"
In leidenschaftlicher Spannung stieß er die Worte hervor.
Lächelnd strich ihm HannS über daS rote Haar.
Ein später Gast verlieh die WirtsstuBe der „Post" und kam mit schweren Schritten die Gasse herab. Hanns zog den Vruder in ben Giebelschatten.
Plötzlich erkannte er den Heimkehrenden am Gang.
„Der Vater!"
(Fortsetzung folgt)
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Ein abgängiger, fetter Vogelsberger Dulle soll durch schriftliches Angebot pro Zentner Lebendgewicht verkauft werden. Angebote sind bis zum 16. d. M.» nachmittags 7 Uhr, bet unterzeichneter Stelle, wo die Bedingungen bekanntgegeben werden, einzureichen.
Leihgestern, den 10. September 1925.
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die fünfundachtzig Kubikmeter mit einem Wal auS dem Pah berauSgesdrengt wurden? Oder am Ende der AiagarafaU, der zchnmal so hoch ist wie der Rheinfall und zehn Meilen wett brüllt?" a
HannS blieb stehen, schlug ihm die Hand auf die Schultern, und halb zu Ruch gewendet, erwiderte er mit vibrierender (Stimme:
„Das Schönste auf der Welt ist. wenn es ums Ganze geht! Wenn das Hochwasser kommt und du weiht, das jetzt das Werk hält oder bricht. Und weiht ganz genau, daß es nicht bricht. Das Schaffen, das Allesdransetzen, das ist das Schönste, Hermann."
Der Knabe tat einen tiefen Atemzug und schwenkte in trunkenem Iugendmut den groh- köpfigen Rheinhecht im Kreise, daß silberne Blitze von ihm wegstoben.
„Ia, das ist das Allerschönste!" bestätigte er voll Inbrunst und drängte sich plötzlich in aus- brechender Liebe an den großen Bruder.
Ruch schwieg.
Da fragte Hanns Ingold herausfordernd: „Und was sagen Sie dazu. Fräulein Ruth?" Einen Augenblick zögerte sie, dann hob sie die Augen und entgegnete mit einem abweisenden Ton:
„Ich? Richts. Ich bin kein Mann.
„Dann sagen Sie, was Sie für das Schönste
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dod Donaersiao, öen 10. September, bis Samstag, ben 12. September, 5uDinalor-9rt6opiiöie-OOeri(l)wef(8r 3ngt non Der Srontfurter 3entrole zur (oftenlofen llnter-
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halten."
Wieder schwieg sie eine Weile, atmete tief und schaute über den Strom. Einen Augenblick fiel alles Herbe von chr, und plötzlich sagte sie: einen anderen
schweigend weitergehen.
Reben chm murmelte der Knabe, als mühte er den Bruder beschwichtigen:
„Laß sie, Hanns, sie ist ja nur ein Mädchen."
Es schlug zehn Uhr, der Rachtzug kam als Lichterkette oben am dunkeln Waldrand gefahren, und in den Gassen war es schon still und leer geworden.
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Don verlangender Leidenschaft gepadt starrte HannS auf den ziehenden Kahn, brs er an der Biegung verschwand. Run lag er wie ein Räuber im Dusch und wartete. Die Lände war Wetter oberhalb am Altwasser, wo die Strömung noch nicht vom Lauffen angezogen wurde. Sie muhten an ihm vorbeikommen.
Rach einer Stunde hörte er ihre Stimmen, Hermann sprach, und Ruth lachte.
Da ging er ihnen entgegen. Sie verstummten, als sie seine Gestalt wahrnahmen.
Er gab sich zu erkennen und sah, wie Ruth stutzte. Dann kam sie langsam näher, das Gesicht vom Mond weiß gebleicht, barhaupt, mit erkünstelter Fassung zu Hermann sprechend, als wäre nichts geschehen.
Der Knabe trug einen armlangen Hecht an den Kiemen, der glänzte wie ein breites, silbernes Schwert in der weihen Rächt.
Trotzig blickte er auf den Bruder.
Stockend war die Begrüßung, und eine Weile gingen sie wortkarg nebeneinander. Bis Hanns in eine fieberhafte Lebendigkeit fiel. Erinnerungen und Erlebnisse waren mit einem Schlag in ihm erwacht, die zum Mund drängten. Und er begann zu erzählen von dem Bau des Staudammes bei Assuan und der versinkenden Tempelinsel im Ril, den goldroten und tyiolenblauen Dämmerungen und den strahlenden Tagen Aegyptens, erzählte von den braunen ^Fluten des Mississippi und dem Kampf mit den Zyklonen und merkte selbst nicht, wie alles Glanz und Farbe gewann, weil Ruth neben ihm ging.
Sie hörte schweigend auf seine ungestüme Rede.
Hermann aber fuhr mit lebhaften Fragen dazwischen, hatte Scheu und Trotz verloren und vergaß alles über Fragen und Berichten.
„Lind was war das Schönste von allem? Die Pyramiden und die Palmen und die Tempel mit den Königsbildern oder wie üjr die große Mine am Mississippi angezündet habt und
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Sonntag, den 13. September 1925:
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Vormittags 71/, Llhr: Beginn der Spurenarbeit auf dem Hinteren Trieb.
Nachmittags 21/-, Uhr: Beginn der Gehorsams-, Gewandtheitsübungen und Mannarbeit im Philosophenwald.
MenbS 71/, Uhr: Bekanntgabe des PrüfungsergebnifseS im Restaurant Philosophenwald.
Lürbank und wartete auf das Fräulein. Er war Gärtner, Dadmeister und Masseur in einer Person und erschien auch zuweilen am Bahnhof, um Fremde obzuholen.
Hermann übergab ihm den Fisch.
Gepreßt klang der Gutenachtgruß, mit dem rns sich von Ruth verabschiedete. Er blickte nach, wie sie mit dem alten Hotz, der den Fisch als Gegengewicht zu einem Postpaket über den Rücken gehängt hatte, die Gasse hinaufstieg und verschwand.
„Hanns!"
„Ia, was gibt'S!" Er schreckte auf und fuhr leise fort: „Ah, du bist noch da!" -Dann legte er den Arm um Hermanns Racken und drückte ihn fest an sich.
„Du, Hanns, ich will auch so ins Freie wachsen wie du. Ich will auch wissen, was das Allerschönste ist."
Das weihe Mondlicht, das über den Giebeldächern stand, entfärbte das Gesicht Hermann Ingolds, und Hanns sah den leidenschaftlich gespannten Ausdruck seiner feinen Züge sich seltsam durchgeistigen.
Das war nickt mehr der sommersprossige magere Knabe mit den großen roten Händen und dem unsicher zielenden Blick, eine Flamme war in ihm lebendig geworden und erleuchtete ihn von Innen heraus, verklärte sein Gesicht und ans seinen dunkel umschatteten Augen.
Da überkam es Hanns Ingold wie ein Vorgefühl kommenden Unglücks. Er dachte daran, daß er heute mit seinem Vater zerfallen war, und den ranken Knaben fester an sich drückend, sagte er:
„Das sollst du, Hermann! Ich steh' dir dafür mit allem, was ich vermag."
„älnd wenn die ganze Welt gegen uns ist, wir zwei wisien, was das Allerschönste ist, gelt, Hanns!"
Herrlich reckte sich das weihe Gesicht mit dem zuckenden Mund und den entrückten Augen aus der dämmernden Rächt, und grobknochige Fäuste umkrampften schmerzhaft den Hals des Hanns, der den Arm noch fester um den hageren Knabenleib schlang und sich von dem Schicksal loszukaufen gedachte, indem er sagte:
„Ia, und wir zwei halten zusammen. Was
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Samstag, den 12. September, abends 7.30 Uhr
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Auf Grund der ministeriellen Bestimmungen über die Vergebung von Bau- arbeiten sollen die bei dem Deamten- MiethanS 9 in Giehen, Banblock Wilhelmstratze, vorkommenden Glaser-, Schreiner-, Treppen- und Anschlagear- beitcn, sowie die Ofen- und Herdlieferung in öffentlichem Wettbewerb vergeben werden. >
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen vom Montag, dem 14. September ab. auf unserer Zweigstelle im Physikalischen Institut zur Einsicht offen. Die Angebotsvordrucke werden dort, solange der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis abgegeben.
Die Angebote sind verschloßen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postftei, bis Montag, den 21. September 1925, vormittag« 11 Ahr, dem Eröffnungs- termin, Bei vorgenannter Zweigstelle aB» zugeBen. Die Eröffnung erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bieter. Zu- schlagssrist 14 Tage.
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1. Statuten-Deränderung § 4 und 20.
2. Verschiedenes.
g. Vortrag des Herrn Direktors Schüttler von der Handwerkskammer Darmstadt.
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Bei Nichterscheinen tritt § 22 in Kraft._______
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