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angesehen werden, da dieser verantwortungsvolle Posten geeignet war, ein Hindernis bei der Ent- faltung seiner Fähigkeiten als Sprinter zu bilden. In dem Mehrkämpfer August Wallenfels fand sich denn nun auch der Mann, dessen sport­liche Auffassung, dessen Liebe zur Jugend und dessen eigenes Können die beste Verwaltung dieses Amtes verbürgten. Seiner nie ermüdenden Tätigkeit ist es zu verdanken, daß heute die Leichtathletikabteilung über 110 Mitglieder. 30 Aktive und 80 Jugendliche, verfügt. Es wird fernerhin das Bestreben des Gießener Sportclubs sein, der Leichtathletik die beste Pflege angedeihen zu lassen. Um dieser Aufgabe vollauf gerecht werden zu können, entsendet er den ersten und zweiten Trainingsleiter, A Wallenfels und R. F i s ch e r , in den nächsten Tagen nach Berlin zur Teilnahme an einem Lehrkursus der Deutschen Hochschule für Leibesübungen unter Leitung des Reichstrainers Waitzer. Mögen die neuen An­regungen und Belehrungen bei den Leichtathleten des Gießener Sportclubs auf fruchtbaren Boden fallen und auch dazu beitragen, diesem schönen Sport neue Freunde zuzuführen

SportvorZchau für Sonntag, 13. September.

Leichtathletik und Turnen.

vo. Ohne Zweifel ist in der Leichtathletik das Internationale Sportfest des Deut­schen Sport-Klubs die großzügigste Ver­anstaltung deS Sonntags. Hier startet die Mann­schaft des Jllinois-Athletik-Clubs. die vor acht Tagen in Düsseldorf war. hier starten aber auch hervorragende deutsche Leichtathleten, so dah es Kämpfe und Leistungen ersten Ranges geben wird. Ob das Treffen TrohbachRiten, das einen kleinen Höhepunkt für sich bildet, zustandekommt, erscheint nach unseren Informa­tionen noch fraglich. Gegenüber diesem Sport­fest müssen die anderen Veranstaltungen dieser Art etwas zurückstehen. Einen besonderen Reiz würden jedoch die nationalen Leicht­athletik-Wettkämpfe des V. f. B. Remscheid haben, sofern das angekündigte Treffen HoubenCorts zustandekäme. In Mün­chen wird die Südbayerische Zehn- kampfmeisterschaft zusammen mit dem Frauensechskampf und dem Jugend- zehnkampf entschieden. Mitteldeutschlands Jugend trifft sich in den Verbands-Ju- gendmeisterschaften in Jena, an denen rund 400 Jugendsportler teilnehmen werden.

Im Turnerlager ist das Teutoburger­wald-Fe st am Hermannsdenkmal in Detmold wohl die größte Turnerveranstaltung des Sonntags.

Rasensport.

Am gleichen Tage bringen die D. T. und die D. S. B. ihre Spielmeisterschaften zur Entscheidung, die Turnerschaft in Halle, die Deutsche Sportbehörde in Dresden. Im Schlag­ball und F a u st b a l l werden an die Männer- und Frauenmannschaften die Meistertitel ver­geben.

Im Handball konzentriert sich das In­teresse auf das nun endlich zustandegekommene Länderspiel De u't schla n'dOe'st er­reich in ^alle.

Im Fußball ruht man nach den Ereig­nissen des vergangenen Sonntags aus. Rur Punktspiele und kleinere Freundschaftsspiele ste­hen auf dem TageSplan. Zur Einweihung des Hamborner Stadions spielt der Berliner Meister Hertha B. S. C. gegen eine dortige Städte­mannschaft.

Dafür herrscht im Tennis um so mehr Leben. Vielleicht der interessanteste der dies­jährigen Tenni-länderkampfe dürfte das Treffen Deutschland-Holland in Köln werden, wenn auch Holland nicht seine stärkste Vertretung l stellt, so wird Timmer fehlen.

Im Golf schließlich werden Wettspiele in V Berlin (Herbstwettspiele), in München (Einheits- t spiele und in Leipzig (Zählspiele) ausgetragen.

Schwimmen.

Im Schwimmsport bereiten sich die Vereine bereits auf die kommende Wintersaison vor. Rur noch zwei Vereine versuchen es, verbandSoffene Schwiyjlmfeste zu veranstalten. S. V. Dortmund 96 und Rikar-Heidelberg werden die Schwimmer zu ihren Wettkämpfen versammeln.

Wassersport.

Leipzig hat seine erste Ruder-Herbstregatta, verbunden mit der 8. Jugendregatta, auf diesen Sonntag gelegt, Magdeburg hat ebenfalls eine mit Jugend- und Schülerrennen verbundene Herbstregatta auf der Elbe ausgeschrieben. Die Beteiligung ist, wie jetzt bei Herbstregatten üb­lich. mehr oder weniger lokaler Ratur. Sonst gibt es im Westen Dauer rudern: Das 6. Mittelrheinische Dauerrudern auf dem Rhein zwischen Berfelden und Oppenheim. das 4. Dauerrudern des Rheinisch-Westfälischen Re- gattaverbandes auf der Strecke OrsoyWesel und schließlich das Fränkische Dauerrennen auf dem Main zu Milterckerg.

Bei den Kanufahren bringt der Mär­kische Kreis seine Langstreckenmeisterschaft über 25 Kilometer, für Damen und gemischte Ren­nen (10 Kilometer) zum Austrag. Eine Lang­streckenwettfahrt findet auch in Magdeburg statt.

Schwerathletik.

In Kreuznach wird am 12. und 13. September die Deutsche Mei st erschüft im Mannschaftsringen zwischen dem A. S. V. Kreuznach und der Sportvereinigung Berlin-Ost entschieden.

Kegelsport.

In Helsen gelangen die K e g e l Meister­schaften des Deutschen Keglerbundes zum Austrag.

Flugsport.

In München beginnt der Internatio­nale Flugwettbewerb aus dem Flug­platz Schleißheim. Rach dem Meldeergebnis zu schließen wird es gute Leistungen geben.

Motorsport.

Das Hauptinteresse richtet sich im Motor­sport auf die Westdeutsche Gebirgs­prüfungsfahrt um den Großen

Rheinlandpreis, den der Kölner Auto­mobilklub auf einer 500 Kilometer langen Strecke zum Austrag bringt. Im Saargebiet veran­staltet der dortige A. E. eine Herbstwanderfahrt von Kaiserslautern nach Würzburg. Würzburg- Bad Ems. Bad Ems nach Trier für drei Ta^e. Weitere PrüfungSfahrten sind: Rund um den Mauersee und die Fichtelbergsahrt des A. C. Hof. Eine Jubiläumsfahrt veranstaltet der Mär­kische A. E. nach der Sächsischen Schweiz.

Internationale

Athletik-Wettkampfe.

Wien. 10. Sept. (WTD.) Bei den heutigen internationalen Athletik-Wettkämpfen gewann den W e i t s p r u n g der Regerstudent Goto r-Paris mit 7.35 Metern. Cotor gewann auch den 100- Meterlanf in 11 Sekunden. Im Laufe über 800 Meter siegte der Franzose Baraton in der neuen französischen Rekordzeit von 1,55 Min. Zweiter wurde der Wiener Mahr in der öster­reichischen Rekordzeit von 1 Min. 56,2 Sekunden. Im Lausen über 1500 Meter siegte Baraton in 4,15 Min Im Laufen über 5000 Meter siegte der Franzose G a u d e in 15.59 Min. vor seinem Landsmann Rorlanden in 16.2 Min. Die olym­pische Stafette gewannen die Franzosen in 3,29 Minuten.

Russischer Segelfiugwetlbewerb.

Doch deutsche Beteiligung?

Bekanntlich halte die russische Segelflug-Ver­einigung, die zum Rhon-Wettbewerb mehrere Teilnehmer geiandt hatte, an den Rhön-Rositten- Verband eine Einladung zur Teilnahme deut­scher Segelflieger an dem Krim-Segelflug-Wett- bewerb ergehen lassen, den die deutschen Segel­flieger aus finanziellen Gründen nicht glaubten Nachkommen zu können. Nachdem nun aber der Russische Verband erklärt hat. dah Reise- und Transportkosten von etwaigen deutschen Teil­nehmern nicht bezahlt zu werden brauchten, ist eine deutsche Beteiligung in greifbare Nähe ge­rückt. Der Wettbewerb beginnt allerdings schon in diesen Tagen in Feodosia (Krim).

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden. 10. Sept. Heute vor­mittag fand hier durch Schulrat Prof. Dr. A l l es die feierliche Einführung des neuernannten Rektors Friedrich M ö n n i g statt. Rach der Ansprache des Vertreters der Schulbehörde er­griffen Rektor M ö n n i g und Pfarrer Acker­mann das Wort. Letzterer überbrachte die Glück- und Segenswünsche der Kirchengemeinde und gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß es dem ncuernannten Rektor im Verein mit dem neugewählten Bürgermeister gelingen möge, einen Schulhausneubau in die Wege zu leiten.

* Heuchelheim, 10. Sept. Unser Got­teshaus bekommt demnächst eine neue Orgel, ausgestattet mit den modernsten Ein­richtungen. gestiftet von Fabrikant Ludwig Rinn. Der Auftrag wurde der bekannten Firma Forster & Nicolaus in Lich übergeben.

Saasen, 10. Sept- Untere Gemeinde steht seit längerer Zeit in Verhandlungen mit der Besitzerin des hiesigen ftiKgelegten D a- saltwerkes wegen Ankauf des An­schlußgleises, auf das der Gemeinde ver­traglich das Vorkaufsrecht zusteht. Die Gemeinde, die an der Station feine Laderampe und kein Ausladegleis besitzt, hat natürlich ein großes Interesse daran, daß das Anschlußgleis und da­mit die Möglichkeit, hier Waggons ein- und aus­laden zu können, bestehen bleibt. Die beider­seitigen Sachverständigen haben nun den Wert der Anlage festgestellt und die Gemeinde hat ihr Angebot gemacht, das jedoch seitens der Firma als zu gering abgelehnt wurde. Da an­dererseits die Gemeinde sich nicht weiter finanziell belasten farm, so sind die Verhandlungen auf einem toten Punkt angelangt. Bei ca. 30 Wag- gonladungen, die hier ein- und ausgeladen wer­den, besteht auch keine Möglichkeit, die Inter­essenten wirksam zu den Kosten heranzuziehen, es würde sich sonst der Fuhrlohn von Reis­kirchen billiger für diese stellen. Hoffentlich ge­lingt es der Firma, nun das Werk und die Gleis­anlage anderweitig abzustohen. damit der Ge­meinde, die in diesem Falle auch bereit wäre, dem neuen Besitzer beizustehen, die Anlage er­halten bleibt. Die Firma, die die Besitzerin ist, hat, wie früher schon gemeldet, ihren Betrieb nach Kesselbach verlegt, und betreibt dort ein Dasaltwerk.

3 W irberg . 10. Sept. Wegen der trost­losen Witterung mit ihren häufigen durchwei­chenden Regengüssen mußte das für den 13. ge­plante Gustav-Adolf- Fest des Zweig- Vereins Grünberg auf dem W i r b e r g auf bessere Zeiten verschoben werden. Unsre Wege nach dem Wirberg, schon seit Jahrzehnten die ständige Klage der Bewohner, sind in solchen Regenperioden fast ungangbar. Als Festprediger war Pfarrer Göbel- Wolf vorgesehen, wir hoffen, daß er uns an dem neuen Termin eben­falls dienen wird. Die Vorbereitungen für das große Gustav-Adolf-Fest in Gie­ßen sind bei uns im Gange. Zum Festzug am 20. haben sich bereits 50 Teilnehmer gemeldet, und es besteht Aussicht, dah sich noch mehr Ge- meindeglieder anschließen werden. Die Samm° hing, die für die Festgabe in Gießen veranstaltet wurde, erbrachte bis jetzt 50 Mk. Die Kindergabe ist bis jetzt teilweise durchgeführt. Am Vormittag des 20., des Festtages, predigt auf dem Wirberg Pfarrer P l i 11 aus Bischofsburg in Ostpreußen, auch wird derselbe in einigen Gemeinden des Kirchspiels Vorträge halten. Die G r u m m et- ernt e in unsrer Gegend ist durch das Wetter sehr verzögert. Teilweise liegt das Grummet schon seit 10 Tagen, ohne daß die Möglichkeit besteht, es nach Hause zu bringen. Der größte Teil ist noch nicht gemäht. Das Bedenllichste ist die nahende Kartoffelernte und die vorrückende Zeit. Hoffentlich wird bald die ersehnte Sonne wieder scheinen, dah der reiche Segen geborgen werden kann.

s Grünberg, 10. Sept. Die hiesige F o r t- bildungsschul c umfaßt eine Knaben- und

eine Mädchenfortbildungsschule. Erstere zählt fünf Klassen mit gewerblichen Fächern und zwei Klassen mit allgemeinen Fächern. Die Gewerbliche Fortbildungsschule wird zur Zeit von 81 auswär­tigen Schülern und von 18 hiesigen besucht. Die Allgemeine Fortbildungsschule zählt 2 Klassen mit 38 Schülern von hier. Die zwei Klassen der Mädchenfortbildungsschule haben zusammen 44 Schülerinnen, nämlich das 9. und 10. Schul­ahr. Nächste Ostern kommt ein neuer Jahrgang hinzu. Jede Klasse wird dann in 6 Wochen­stunden unterrichtet, und zwar im ersten Jahre in Berufs-, Lebens- und Dürgerkunde, in Deutsch, Rechnen und 3 Stunden Handarbeit. Im 2. und dritten Jahre kommt noch Hauswirtschaft mit je 3 wöchentlichen Stunden vorn 15. Oktober hinzu. Zur Durchführung dieses Unterrichts ist eine Kücheneinrichtung notwendig. Der Gemeinderat hat die Mittel für eine einfache Kücheneinrichtung bewilligt. Die Küche soll in einem Raume des Volksschulgebäudes eingerichtet werden, sie ist als Zentralküche auch für die Schülerinnen der benachbarten Orte, wie Queckborn, Lauter, Weickartshain, Stangenrod. Beltershain. Re'm- hardShain und Göbelnrod gedacht. Diese Ge­meinden werden prozentual der Schülerzahl gu den sachlichen Kosten beitragen müssen, ähnlich wie die auswärts wohnenden hiesigen gewerb­lichen Fortbildungsschüler. Mit Wirkung vom 1. Oktober ist Gehr er Geng nagel in Burg- Gemünden zum hauptamtlichen Fortbildungs­schullehrer für Grünberg und Umgegend ernannt worden.

> Holzheim. 10. Sept Die hiesige Pfarrstelle, die seit der Versetzung unseres Pfarrers Freitag nach Bleichenbach. Kreis Büdingen, erledigt war, wird nun ab 20. Septbr wieder besetzt. Zum Nachfolger von Herrn Freitag ist Pfarrer Weber, seither in Hahn bei Darmstadt, bestimmt worden. Herr Weber bat schon einigemal hier gepredigt, er ist also der Gemeinde nicht unbekannt, uird es wird ihm leicht sein, sich bald ihr Vertrauen zu erwerben. Gegenwärtig versieht Pfarrer Weber, Grü- ningen die hiesigen Pfarrgeschäfte. Dis zur An­kunft unseres neuen Pfarrers sollen die Wieder­herstellungsarbeiten am Pfarrhause, an denen eben Maurer und Weißbinder rege beschäftigt sind, beendet fein. Auch unser altes Rat­haus soll allmählich ein anderes Gesicht be­kommen. Nach dem Vorbilde anderer Orte war ursprünglich geplant, den alten Fachwerkbau bloßzulegen. Es zeigte sich jedoch alsbald, daß das Holz der Balken an manchen Stellen morsch und fehlerhaft war. so daß man gezwungen war, den schönen Plan fallen zu lassen. Die hiesige Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens beabsichtigt nächsten Sonntag unter Führung ihres Großmeisters Grieb eine Fahrt auf dem Kraftwagen nach Bleichenbach. Ungefähr 80 Per­sonen werden sich daran beteiligen. Die Fahrt geschieht auf Einladung der dortigen Bruder­schaft anläßlich der Einweihung ihres Krieger­denkmals, dann aber auch zu Ehren des früheren Pfarrers Freitag, der in den letzten Jahren seines Hierseins sehr zur Pflege des jungdeutschen Gedankens beigetragen hat.

Kreis Friedberg.

i. Butzbach, 10. Sept. Heute fand hier eine von der Bürgermeisterei Lich im Einverständnis mit den Kreisämtern Gießen und Friedberg berufene Ver­sammlung der an der Eisenbahnstrecke GrünbergButzbach (bzw. Bad-Rauheim) liegenden Gemeinden statt. Don feiten des Kreis­amts Gießen nahm Oberregicrungsrat Dr. Heß, und vom KreiSamt Friedberg Kreisdirektor Geb­hard an der Besprechung teil. Zuerst refe­rierte Bürgermeister Völker-Lich über die Schritte, die die Gemeinden, die Obliga­tionsgläubiger der Buhbach-Licher Eisen­bahn sind, zur Wahrung ihrer Rechte bei der Aufwertung zu tun haben. Einen großen Raum nahm die Beratung über den Entwurf eines neuen Betriebsvertrages, den die Firma Lenz u. Co. in Berlin als Be- triebsführerin mit der Buhbach-Licher Eisen­bahn-Aktiengesellschaft schließen möchte, ein. Man beschloß, keine Entscheidung zu treffen, da der vorgeschlagene Vertrag nach Ansicht der Ver­sammlung bestehenden Verträgen widerspricht. Es wurde beschlossen, mit dem Justizministerium Fühlung zu nehmen, um Aufklärung über die rechtliche Lage zu erhalten. Dann soll die An­gelegenheit in Gegenwart der Staatsbehörde in der demnächst stattfindenden Aufsichtsrats- s i tz u n g und der Generalversammlung behandelt werden. Jedenfalls erregte es all­gemeines Befremden, daß sich die Betriebsleite­rin auf den Standpunkt zu stellen sucht, daß die Verträge nicht genehmigungspflichtig sein sollten. Schließlich verwahrte sich die Versamm­lung gegen jede Verschlechterung des Fahrplans im kommenden Winter.

Kreis Büdingen.

Nidda, 10. Sept. Die in den letzten Tagen eingetretenen schweren Regenfälle haben das auf Kegeln sitzende oder aus den Wiesen ausgebreitete Grummet vollstän­dig verdorben. Man befürchtet bei weiterem Regenwetter, daß die Nidda über die Ufer tritt und das noch auf den Wiesen stehende Grummet­gras überschwemmt, so daß es auch verloren ist. Selbst bei Eintritt von gutem Wetter erscheint es sehr zweifelhaft, daß alles in unserer großen Gemarkung noch geerntet wird. Infolgedessen sind die Preise für Grummetgras sehr niedrig. Die Stadt ließ vor 8 Tagen das Grummgtgras von den städtischen Wiesen ver­steigern: der Stadtvorstand erteilte aber wegen des verhältnismäßig geringen Erlöses nicht die Genehmigung. Deshalb wurde gestern die Ver­steigerung zum zweiten Male abgehalten, hatte aber das Ergebnis, daß nun noch etwa 30 Proz. weniger gelöst wurden als das erstemal. Sehr niedrig sind auch die Preise für Falläpfel. Heute wurden solche an dem hiesigen Bahnhof für 2 Mark den Zentner eingeladen. Für Kar­toffeln werden ebenfalls nur 2 Mark für den Zentner geboten.

Kreis Schotten.

Schotten, 10. Sept. In der gestrigen Tagung des Kreis-Lehrervere k n s

wurde der seitherige Kreisobmann Karl L i n ck zu Rudingshain einstimmig wiederge- wählt. Die Versammlung befaßte sich vorwiegend mit dem erst in diesen Tagen bekannt gewordenen Entwurf zum Reichsschulgesetz, beleuchtete die daraus unserer Simultanschule drohenden Ge- fahren und zog Mittel und Wege in Erwägung, diese Gefahren abwenden oder wenigstens abschwa- chen zu können. Die Allgemeine Ortskran­kenkasse des Kreises hat ab 1. September den Krankenkassenrechner Friedrich Schnabel zu Ober-Schmitten als Krankenkassen k o n t r o l » l e u r angestellt. Man erhofft von einer ständigen Kontrolle der Erkrankten eine Verkürzung der Krankheitszeit, eine Senkung der Krankenziffern und damit eine starke Verminderung der laufenden Ausgaben.

?" Eichelsdorf, 10. Sept. Auch die viel­versprechende Bafaltindustrie scheint gegen wirtschaftliche Krisen nicht ganz gefeit zu sein. Das hiesige Basaltwerk Albert, das etwa 60 Arbeiter und Steinrichter beschäftigt, sah sich gezwungen, infolge Absatzschwierigkeiten und säu­migen Geldeingangs feinen Betrieb mit dieser Woche vorübergehend einzustellen. Mit Rücksicht auf die dadurch arbeitslos Gewordenen erhofft man rasche Behebung der Schwierigkeiten und valdige Wiedereröffnung des Betriebs.

no. Öber»6eemen, 10. Sept. Durch den Kreisausschuß wurden die R e k l crm <4 i o n e n die gegen die am 5. Juli stattgefundene Bür- germeister-Stichwahl erhoben wurden, als unbegründet verworfen. Somit dürfte Heinrich Kipper VIII. demnächst in seinem neuen Amte als Bürgermeister hie­siger Gemeinde bestätigt werden.

! Gedern, 10. Sept. In der Basalt- i n d u st r i e, die in der ganzen Gegend vor kurzer Zeit mächtig aufgebläht war, macht sich zur Zeit ebenfalls eine A b s a tz k r i s i s geltend. Einzelne Werke mußten bereits zur Entlassung von Arbei­tern schreiten. Um so erfreulicher ist es, daß das Eisenwerk Hirzenhain, wobl bas_ größte Industriewerk Oberhessens, voll beschäftigt ist. Es herrscht in dem Werk, das wohl über 1000 Arbeiter und Beamte beschäftigt, infolgedessen eine rege Bautätigkeit. Ein neuer Werkstättenbau ist im Entstehen begriffen.

§ Dom hohen Dogelsberg, 10. Sept. Der Teil der Frucht ernte, der noch auf den Feldern ist, scheint dem Untergang ge­weiht zu sein, da das Regenwetter im Bunde mit den Rebeln fein Ende nehmen will. An die Grummet ernte ist nicht zu denken: aber nicht nur Weizen, Gerste und Hafer sind außer­dem bedroht, sondern teilweise, in den höheren Lagen, auch noch Korn. So hat der Wiesen- h o> bei Feldkrücken bis jetzt nur einen einzigen Wagen Korn einfahren können, was angesichts der vorjährigen Mißernte geradezu eine Kata­strophe für den Landwirt bedeutet. Rächsten Sonntag, nachmittags 1 Uhr, wird auf dem Hoherodskops eine D ü r g e r m e i st e r - D e r - fammlung unserer Gegend sein, in der über Anträge auf Steuernachlaß und geeig­nete Hilfemabnahmen gesprochen und Beschluß gefaßt werden wird.

Kreis Alsfeld.

m. Mücke, 9. Sept. Ein ziemlich schweres Gewitter ging heute nachmittag trotz der kühlen Witterung über unsere Gegend nieder, das reichliche Regengüsse mit Hagel­schlag brachten. Weiteren Schaden richtete es nicht an. während das Gewitter am letzten Frei­tag durch verschiedene Blitzschläge in die Licht­leitung Störungen in der Stromzufuhr herbei- sührte, die erst am nächsten Nachmittag be­seitigt werden konnten.

r. Mücke, 10. Sept. In einem Artikel! wurde kürzlich zum Ausdruck gebracht, daß. unsere Mücke, die bereits 250 Einwohner zählt, sich mit Selbständigkeitsgedanken tragt. Dies würde allerdings auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen, da die Mücke teils zu Flensungen, teils zu Merlau gehört. Eine Lö­sung dieser Frage könnte nur so erfolgen, dah die beiden Gemeinden Flensungen und Merlau, die ja jetzt schon bereits durch die Mücke ver­bunden sind, zu einer Gemeinde Mücke verschmolzen würden. Eine solche Der- schmelzung würde allen dreien große Dorteile bieten. Die Mücke bildet jetzt schon den Zentral­verkehrspunkt der ganzen Gegend, ja des ganzen vorderen Dogelsberges. Postamt, Holzschneide­rei/ Daumaterialienhandlungen, Kaufhäuser, Metzgereien, Gasthäuser, Brot- und Feinbäckerei geben ihr schon jetzt das Gepräge einer Klein­stadt. Ein Erholungsheim, das im Sommer stets voll belegt ist, bringt ebenfalls Verkehr und Verdienst. Rur fehlt noch die Wasserlei­tung. Deshalb wollen die Interessenten der Mücke sich zu einer Wassergenossenschaft zusammenschliehen und eine Leitung vom Eich­born des nahen Burgwaldes nach Mücke an legen. Bei einer Verschmelzung würde dann diese auch den eingemeindeten Dörfern Merlau und Flen­sungen außer den anderen Vorteilen später zu­gute kommen, da auch diese noch ohne Wasser^ leitung sind.

m. Flensungen. 10. Sept. Die Berg- Werksdirektion Rieder-Ohmen gibt bekannt, daß die Arbeiten an der hiesigen Draun- eifenffeingru be ab 1. Oktober einge­stellt werden. Diese Maßnahme ist um so be­dauerlicher, als der Winter vor der Türe steht und dem weitaus größten Teil der hiesigen Be­wohner die wichtigste Erwerbsquelle entzogen wird. Das hiesige Bergwerk, welches vor fünfzig Jahren erschlossen wurde, hatte gerade in der letzten Zeit einen bedeutenden Aufschwung ge­nommen. Eine Erzwäscherei mit Damps- und zuletzt mit Elektromotvrbetrieb war im Seen- bachtal errichtet worden. Durch Ausstellung einer Baggermaschine wurden die Arbeiten in der Erz­gewinnung sehr gefördert.

Krc»s Wetzlar.

dg. Wetzlar, 10. Sept. Der Sandberg der Firma Buderus, der sich im Lause der vielen Jahre zn einem kleinen Gebirge gestaltete, wird jetzt nach und nach abgebaut. Eine große Bag­germaschine arbeitet täglich große Teile des Berges hinweg: der Sand wird wieder in dem Werke ver­arbeitet. Bei einem Abbau in dieser Weise kann

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