* Aur Warnung. Der frühere Äreisomt»- gehUfe Reinhold Voll von Schotten, der vor U Jahren nach Brasilien auswanderte, ist jetzt wieder in die Heimat zurückgekehrt. Die Hoffnung, üch in der neuen Well eine Existenz gründen zu können, erwies sich als trügerisch. Die Bezahlung ist, an den Kosten für den Lebensunterhalt gemeilcn, äußerst gering und reicht nicht au», die allernötig. ften Lebensbedürsnisie zu befriedigen. Fast alle Deutschen, die in der Nachkriegszeit noch Brasilien ausgewandert, teilen dieses Schicksal. Sie vermögen aber nicht das Reisegeld auszudringen, oder Scham halt sie ab, in die Heimat zu ruckzukehren
ü. Tine Dienstansängerschulc der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main ist für dielen Bezirk in Hanau eröffnet worden. Die Dienstansänger de- Elsen- bahnbelricbs- und VerkehrSdienftes. deren Ein- gangssteilen in den Besoldungsgruppen I—V liegen. erhalten dort den für ihren Dienstzweig erforderlichen Unterricht. Der Dienstansänger- untcrricht soll die Anwärter in die allgemeinen Grundlagen des Eisenbahndienstes, seine Zusammenhänge sowie in die Dicnstvorschristen einfüh- rcn. Der Unterricht soll die Ausbildung im praktischen Dienst. welche mehr aus die Ein- Übung von Fertigkeiten abzielt, so ergänzen, daß der Dienstansängcr die inneren Gründe seines Handelns klar erkennt. AIS Dauer des Unterrichts cinlchl. der Uebungsstunden sind vorgesehen für Eisenbahn-Assistenten und Betriebs- Assistenten 6 Wochen, für Weichenwärter 3 Wochen und für Rangierer, Schaffner bei Güter- zugen und Stationsschaffner je 2 Wochen Die Dicnstanfänger erhalten in der Schule Unterkunft und Verpflegung und haben für die Dauer des Unterrichts einen täglichen Zufchusi von 50 Pf. zu leisten. Die Teilnahme am Unterricht ist für die Dienstanfänger der erwähnten Dienstzweige Pflicht. Die ReichSbahngesellschast hat in letzter Zeit schon viel auf dem Gebiete deS Unterrichts- und BildungSwesenS geleistet. Bon den Eisenbahnbedienstelen wird dieses Bestreben der Derwaltung dankbar anerkannt, andererseits erhält die Reichsbahn ein gut geschultes und, wie dies im Gisenbahndienste erforderlich ist, auch schlagfertiges Personal.
•• Warnung vor falschen Optanten. Der Laaerdirektton in Schneidemühl sind wiederholt Klagen zugegangen, daß arbeitsscheues Gesindel, in einigen Fällen sogar mit Familie, im Lande bettelnd umherreist und durch erfundene Schilderungen über angebliche Entbehrungen und menschenunwürdige Behandlung Mitleid zu erwecken versucht. ES ist keine Sel- tenljeit, daß Leichtgläubige auf den Schwindel hercinsallen und diesen unsauberen Elementen Hilfe leisten. Kommt man ihnen aber, mit Ar- beitsgegelenheit und Unterkunft, so haben sie keine Ausweispapiere, kommen mit allerlei faulen Ausreden und verduften dann schleunigst. Die Lagerdirektion sieht sich deshalb veran- lasit. vor solchen Schwindlern dringend zu warnen. Jeder Optant, der da« Schneidemühler Durchgangslager verläßt, muß im Besitz des UcbernahmcscheineS mit Lichtbild, der OptionS- urkunde und deS Abmeldescheines auS Polen sein. Wer sich vor Schwindlern sichern will, fordere in jedem Falle diese Auswcispapiere.
WK. Für fünf Millarden Mark Anzeigenreklame. Es gibt wohl kein Land, in dem die Anzetgenveklame eine größere Pflege findet alS in Amerika. Wenn die amerikanische Grichästswelt zu ihrer sprichwörtlichen Wohlhabenheit gelangen konnte, so verdankt sie diese nicht zum geringsten Teile einer konsequenten, reklametechnisch und psychologisch gut durchgearbeiteten AnzeigenreName. In welchem Umfange man sich in Amerika der Inseratenreklame bedient. erhellt aus den neuesten Berechnungen, die Reunorker Blätter verössentlichen. Man schätzt den jährlichen Umsatz der Anzeigenrellame in den Berciniglen Staaten auf 1,25 Milliarde Dollars, das sind mehr alS 5 Milliarden Mark.
* Einen blühenden Zwetschen- b a u m kann man gegenwärtig in der Gemarkung Großen-Linden sehen. Bei diesem Hundewetter, das uns nun schon einige Zeit .beglückt", dürfte der triebfrohe Baum immerhin eine Seltenheit sein.
•• Pers onalie Ernannt wurde am 4. September der Kanzleigehilfe Wilhelm Gilbert aus Heuchelheim mir Wirkung vom 1. September 1925 an zum Kanzlisten bei der allgemeinen Berwaltung der medizinischen Klinik, Sraucnfliml und Klinik für Hautkranke in Gießen.
•• Eine Feuerlöschprvbe führte am gestrigen, Rachmittag die .Glückauf" G. m. b. H. mit ihrem Feuerlöschapparat auf OswildSgarten vor. Ein mit Teer und Petroleum präpariertes Holzgcstell wurde angebrannt. Die hoch auf- fchlagenden Flammen der flüssigen Teer- und Benzolmischung erstickte unter der Trockenmasse des Apparats saft augenblicklich Die aus ungehobelten "Brettern bestehende Kiste allerdings wurde kaum vom Feuer ersaht. Der Vorführung wohnte eine grohe Anzahl Reugieriger bei. Auch geladene Vertreter der Behörden und der Presse waren anwesend.
•* Zur Richtigstellung In unserem gestrigen Bericht über die Schottener Tagung des Oberhessischen MissionS Vereins für Basel ist richtig zu lesen- Die Gesamtzahl der evangelischen MssionSkräfte betrügt 29 000, nicht 2900.
•• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkl: 25 Ochfen. 9 Kühe. 950 Kälber. 790 Schafe, 1150 Schweine.
— Tageskalender für Donnerstag. Stadtlheater. 8 Uhr: Steierer Abend — Verein Rudersport. 9 Uhr Bootshaus Monatsversammlung. — Spielvereinigung 1904. 8' , Uhr .Darmstädter HauS": Monatsversammlung -- Lichtspielhaus. Bahnhoftttaste: .Südliche Liebe".
Die hessischen Handelskammern zur Preissenkung.
O Die Industrie ' und Handelskammer Mainz hol, wie wir erfahren, als Boron des Hessischen Industrie' und Han- delskammertags zu der Frage der Preissenkung und der Maßnahmen der Negierung in einem Schreiben an den Deutschen Industrie- und Handelstag Stellung genommen. Den darin enthaltenen Ausführungen sind folgende allgemein interessierende Stellen entnommen:
„Das System der Zwangswirtschaft und der Preiskontrolle hat nicht nur völlig oerfagt, sondern dos Uebel vergrößert. Das Schiebertum wurde großgezogen, in weiten Kreisen schwand die Achtung vor den Gesetzen, in Handel und Verkehr machte sich eine Abwendung von aesunden kaufmännischen Grundsätzen in weitem Umfange bemerkbar. Man gewöhnte sich an Kalkulationen, die von dem falschen Begriff des „angemesienen Gewinnes" ausgingen, an die Stelle des freien Wettbewerbes traten mehr und mehr schematische Vereinbarungen, leistungs- unfähige Elemente wurden künstlich gehalten. Ganz besonders trug zu diefer Entwicklung dos Lohn- t a r i f w e f e n bei. Dazu kam die ebenso s ch e m a- tische Regelung der Arbeitszeit teils durch gesetzgeberische Maßnahmen, teils wiederum durch die larifoerträge und die Schaffung zahlreicher unproduktiven Arbeiten in den Betrieben. Dabei sind die Ausgaben für die öffentliche Verwaltung noch fortlaufend g e • wattig gestiegen, sowohl beim Reich wie bei den Ländern und Gemeinden. Ebenso sind die sozialen Xi a ft e n ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft bedeutend gesteigert worden : es sei nur erinnert an die jüngst erfolgte Der- abschiedung des zweiten Gesetzes zur Unfallversicherung, in welchem der Reichstag weit über die Vorschläge der Reichsregierung hinausgehend der Wirt- schasl Lasten auserlegt hat, die mindestens das Doppelte der seitherigen betragen dürften. Die Reichseisenbahn und die R e i ch s p o st, sowie die meisten übrigen öffentlichen Anstalten, die der Allgemeinheit dienen, haben Tarife, die sich weit über den Vorkriegs st and erheben."
Die von der Reichsregierung oeröffenttichten Maßnahmen bedürfen nach Ausfasiung der Industrie- und Handelskammer Mainz noch der Ergänzung in folgenden Punkten:
1. Es ist notwendig, die sogenannten not- wirtschaftlichen Verordnungen (bett. Preistreiberei und Kettenhandel) und die Preisprüfungsstellen völlig zu beseitigen, da sie nur eine Beunruhigung der Wirtschaft und eine zwecklose Belastung der Verwaltung bedeuten.
2. Daß die Verordnungen über das Lohn- tartf- und Schlichtungswesen beseitigt werden müssen, haben wir schon angeführt und weifen nur der Vollständigkeit halber nochmals darauf hin.
3. Mit vollem Recht hat der Deutsche Industrie- und Handelstag bereits in seinem Rundschreiben vom 24. August d. I. darauf hingewiesen, daß die soziale Belastung der Wirtschaft unbedingt einer Nachprüfung bedarf, insbesondere daß die Belastungsgrenze der Wirtschaft in dieser Hinsicht festgestellt und dann auch von der Gesetzgebung eingehalten werden muß. Diese Forderung machen wir uns durchaus zu eigen.
4. Auch die Steuerbcla ft ungen von Reich, Staat und Gemeinden gehen vielfach weit über das erträgliche Maß hinaus. Vergleicht man die Ausgaben, die die öffentliche Verwaltung in ihren verschiedenen Zweigen heute verursacht, mit den Ausgaben der Vorkriegszeit, so findet man eine zwei> bis dreifache und häufig eine noch höhere Mehrbelastung. Das liegt zum Teil darin, daß die öffentliche Verwaltung Aufgaben übertragen bekommen oder selbst übernommen hat, die ihr früher nicht oder nur in geringerem Maße oblagen. Hier muß unbedingt abgebaut werden, sodann ist die Arbeitsleistung zum großen Teti geringer geworden. Auch hier muß Wandel geschafft werden, wenn das Gleichgewicht zwischen den Anforderungen der öfientlichen Verbände und der Leistungsfähigkest der Wirtschaft hergestellt werden soll. Auf Einzelheiten einzugehen, kann nicht Aufgabe dieser Aeuße- rung fein.
das Der da« und be-
Be
fallenen Beleidigungen mit Bedauern zurück- genommen werden, daß der Kellner unter Heber» nähme 7)er auf feiner Sette erwachsenen Kosten die Prwatklage zurücknehme, und daß der Stein^ brüder alle übrigen Kosten übernehme und gleichzeitig eine von ihm gegen die Ehefrau- des Kellners erhobene Privatklage zurückzog.
Auch die Privatklage eines Gärtnereibesitzers von hier gegen einen Generalagenten endete mit einem Vergleich. Alle gegenseitigen Beleidigungen zwischen den Parteien und ihren beiderseitigen Familienangehörigen wurden mit Bedauern zurückgenommen und die Kosten geteilt.
Turnen, Sport und Spiel.
Vom Turngau Hessen.
Turnverein 1860 Bad-Nauheim Inhaber des Weidig-Wanderpreises.
^5 Butzbach. 8. Sept. Zum fünften Male seit 1921 wurde in Verbindung mit dem Abtumen des hiesigen Turn-undSportvereinS um den gelegentlich der 600-Iahrfeier der Stadt Butzbach gestifteten Weidig-Wanderpreis gekämpft. 7 Mannschaften aus dem 5. Bezirk des Gaues Hessen waren zum 4x!00-Meterlauf angetreten. Zn den sehr spannenden Gndlauf kamen folgende Mannschaften: Tv. 1860 Bad-Rauheim I. Schupo Butzbach, T. u. Spv. Butzbach I, Tv. 1860 Bad-Rauheim II. Tv. 1860 Bad-Rauheim I. der seit 1923 di? Weidig-Plc kette zu verteidigen hatte, wurde auch diesmal Sieger, und zwar in der Zeit von 47,1 Sek. Es folgten an zweiter und dritter Stelle: T. u. Spv. Butzbach I (2x/s "A^ter zurück), Tv. 1360 Bad-Rauheim II. Der Turn - Der ein 1860 Bad-Rauheim hat damit die Weidig-Staffel dreimal hinter-
chen Hause wohnt, verklagt, weil dieser Mädchen im Treppenhause geschlagen habe. Steindrucker gibt dies zu, behauptet aber. Mädchen habe ihn dadurch, daß es ihn seine Ehefrau vorher durch Schimpfworte leiöigt habe, hierzu gereizt. Rach erfolgter weisaufnahme verglichen sich die Parteien dahin, daß alle bis heute zwischen dem Kellner, seiner Ehefrau und seinen Kindern einerseits und dem Steindrucker und seiner 'Ehefrau andererseits ge-
gebniTfe:
100/meter-Cauf : 1. CammetÄrOIbenburg 112 400-Meter-Laus. 1. Kamann-Derltn 52,4. 5000- Meter-Lauf: 1. GeruN-Duisburg 16:24. 110- Mrier-Hürd<m: 1. KuraluS-Brandeichurg 16,8 1500 Meter. 1. Havekost-Bremen 14:18.7. 4x 100-Meter-Staffel: 1. Küstenpreis 45,3. 3x1000- Meter-Staftel: 1. Berlin. 4x400-Meter-Staffel: 1. Berkin. 3:55. Hochsprung: 1. Skoczinski-Berlin 1,88 Meter. Weitsprung: 1. Thyrolf-Berlin, 6.85 Meter. Kugelstoßen (beftarmlg): 1. Hänchen- Berlin. 12,70 Meter: beidarmig: 1. Hänchen. 23.06 Meter. Diskuswerfen: 1. Hänchen. 39,27 Meter. Polizeifünfkampf: 1. Böttner-Magdeourg, 222.4 Punkte. Turnerischer Zwölfkampf: 1. Weh- lanb-Ä'oln, 201 Punkte Hammerwerfen, Leichtgewicht : 1. Witte-Stettin 23,41 Meter: Mittelgewicht: 1. Markrander-KarlSruhe, 28,11 Meter. Schwergewicht: 1. Greif-Sensburg. 30,75 Meter. Steinstohen. beidarmig: Leichtgewicht 1. Restler- Ehemnitz. 11,10 Meter: Mittelgewicht 1. Wehland- Köln. 13.49 Meter: Schwergewicht 1. Hänchen, 14.40 Meter.
Turnier um die Meisterschaft des Rheins.
orb. 3n der sechsten Runde des Lheinmeister- tumierß gewann Orbach (Frankfurt a. M.) gegen Härtel (Kölns in einem Damenbauernspiel, sowie Gebhardt (Saarbrücken) gegen Dleutgen (Mainz) in einer Indischen Partie, durch sehr schlechte Behandlung des letzteren. Fleihner (Ludwigshafen) überspielte Werner (Mannheim) in einer Sizilianischen Partie und Weihgerber (Saarbrücken) Schapiro (Köln) in einem Damenbauern- spiel Die Partie Kemper (Kreseld) gegen Brech «Aachen) wurde nach meisterhastern Spitzle Kempers in Gewinnstellung für denselben abgebrochen. Ruchti (Speyer) war spielfrei.
Stand nach der 6. Runde: Orbach 4 Punkte. 2 Hängepartien, Gebhardt 4 P. 1 H-, Brech 3 P.. 3 H-, Weihgerber 4 P.. Ruchtt 21/- Punkte, 1 H., Kemper V/.. P., 3 H., Fleihner 1' ,P. 2 H., Bleutgen 1 P.. 1 H., Werner 1 P., 1 H.. Schapiro »/.P-, 0 H.. Härtel 0P.. 0 H.
einaxber gctooruiciL Die Weidigplakeuc gebt somit-in fdnaUxnicrnbcn Besitz über.
Drei D. T.-Fechtmeisterschasten in Hannover.
Die Fechtmeisterschaften der Deutschen Tumerfchaf! vom 3. bis 5. Oktober in Hannover werden in allen drei Gattungen: im Florett, leichten Säbel und Degen ausgptrgggn Tetl- nahmcberechtigl sind bic Mugtteücr der Sonder- klassen der D.T (nach der Ermittlung auf dem Deutschen Turnfest 1923 tn München). Außerdem werden aber auch die Kreissonderklosten nach Maßgabe der W.K.D.D.T. bemrtig zuge- lassen, daß jeder Kreis die fünf Besten bzw. die Hälfte feiner Sonderklasse zu melden berechtigt ist lieber die Zulassung entscheidet der Fecht- auSschuß der D.T. ebenso über die Zulassung weiterer Wettkämpfer eines Kreises auf begründete Vorschläge des KreiSfechtwartS. Die Meldungen zu den Meisterschaften, deren Vorarbeiten dec Turnklub Hannover übernommen bat. müssen durch die KreiSfechtwarte an den Fechtwart Der D.T Stassen-Hanau erfolgen.
Eine Organisation der Turnerringer.
vo. Die in Leipzig während der Volksturn- meisterschaften anwesenden Turn^rringer iahten in einer Besprechung den Beschluß, zur Förde' rung des Ringens innerhalb der D.T. eine Turnerringer-Organisation zu schassen, um diesen Zweig des DolkSturnenS wieder in feine alte Wortstellung einzugliedern. Daß die Turner über Ringcr von gutem Können verfügen, bejptefen die reichSoftenen Ringkämpfe, die im Rphmen der VolkSturnrneisterschaften in vier verschiedenen Gewichtsklassen durchgeführt wurden. 3n bet ersten Klasse (Leichtgewicht biS 60 Kg.) siegle 3rmler von der B.T. fiber Veltzge Bohlth- Ehrenberg. In der Klasse biß 70 Kg bezwang in der Entscheidung der Magdeburger Stephan- Daetz von der B.T. 3n der dritten Klassechis 80 Kg gewann Holzhausen-Magdeburg über Maler-Leipzig-Connewitz. In der vierten Klasse über 80 Kg. siegte Walther-Rordhausen über
I Brüggemann-Rordhausen.
Deutsche Polizeimeisterschaften.
Die Kämpfe um die zum erstemnal auSge- tragenen deutschen Polizeimeisttrschgftrn zu- I Rammen mit den preußischen Landesmeisterschaf - I ten sind nunmehr zu Ende geführt. brauten I im großen und ganzen die erwarteten Ergebnisse I unb die Siege von Sportlern, die man auch außerhalb deS Polizeisports gut kennt. Einen unangenehmen Zwischenfall gab es bei der Austragung der 4xlOO-Meter-Staffel. die Berlin gewann. Gegen dieses Ergebnis wurde jedoch wegen Ueber- tretung der Wechselmarke Protest eingelegt, daß in diesen Dingen wohl noch nicht sehr erfahrene Schiedsgericht ordnete eine zweite Austtagung an zu der Berlin bann nicht mehr aptpat Somit gewann der KüstenpreiS (Oldenburg). Die ©c-
Zufammenfassend kommt der Bericht der In- ] buftric- und Handelskammer Mainz zu dem Er- gebnis. daß die Bestrebungen der Reichs- I regierung in jeder Weise z u unter- | tützen feien, daß aber vor übertriebenenJJrroar- tungen hinsichllich einer baldigen starken Senkung der Preise gewarnt werden müsse.
Schöffengericht Giehen.
• Giehen. 9 Sept. 1925.
Der Maurer W- H von Rieder-Mockstadt I toai der Verleitung zum Meineid an- gefiagt. WS Beklagter in einem 2llimentalions- prozetz war er bei dem ihm kaum bekannten I Zeugen 11. erschienen und hatte diesen tu veran- I lassen gesucht, vor Gericht unter Sio auSzu- fagen. er. der Zeuge, habe mit der Kinds mutter ebenfalls Verkehr gehabt, er werde ihm später auch gefällig sein unb ihm helfen, wo er könne. Der Angeklagte bestritt dies nicht, will aber der Uebcrjeugung gewesen fein, der Zeuge habe mit I der Mutter tatsächlich verkehrt und wolle dies ableugncn. Wenn er jemand zum Meineid hätte verleiten mol Um. hätte er sich an einen seiner Bekannten gewandt und gewiß nicht an einen Fremden Von dem Verkehr des U. mit bet Mutter habe er durch den Zeugen L gehört- Dieser wurde heute ebenfalls eidlich vernommen und wollte nichts wissen Er machte aber, wie schon auf den Untersuchungsrichter, auf das Ge- | richt einen äußerst beschränkten unb unglaubhaften Eindruck. Es scheint, daß er Schwäherei en gemacht und es später mit der Angst zu tun bekommen hat Gemäß dem Antrag des Staatsanwalts wurde der Angeklagte mangels Beweises sreigesprochen.
Der wegen Betrugs und Diebstahls zahlreiche Mole mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestrafte Kaufmann Emst Qu eifer von Ziegenhain hat in Gießen. Marburg und Friedberg viele Leute, weit über hundert, dadurch betrogen, daß er in deren Wohnung erschien, sich als Abonnentensammler der Zeitschrift „Hessenland" ausgab und die Abonnementsbeträge — durchschnittlich zwei bis vier Mark — einkassierte. Seiner Angabe, daß er sich, eben aus dem Zuchthaus entlassen, in Rot befunden habe, wurde Glauben geschenkt: von einem Rotbetrug konnte über angesichts der Höhe der erschwindelten Summe - - mehrere hundert Mark — nicht die Rede sein. Strafe: Wegen Rückfallbettugs ein Jahr drei Monate Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe, die im Fall der älneinbringlich- feit mit einem weiteren Monat Zuchthaus zu verbüßen ist.
Amtsgericht Gießen.
' Gießen. 7. Sept. Ein Kellner von hier hat als Vertreter seiner minderjährigen Tochter einen Steindrucker, der mit ihm in dem glei-
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