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n regsames Mitglied M 2ej. An, Lamslagaboiü er- ßolfsbitbungsoenin

Winter 1925,26. Aach einem lt durch den Asrsitzenden aav über die Deranstaliuntzen dee 1924/25. Die Liblivthek, von der Kreistasse der Kni- d von der Dereinskasie etwa rben, erfreute sich recht eifri» 1500 Sönbe wurden im im Die SJorträge des Skr- und ganzen recht gut be* nachsvigende Personen den -. Pros. Dr. S)timte von iche Liedeiungen in Deutsch«

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fand eine Führung durch das Gießener Musea m_ftatt. Ferner wurde das Schauspiel SchillersWilhelm Teil" im Gießener Stadt­theater besucht. Die Jahresarbeit beschloß eine dreitägige Wanderung der Jugend­gruppe unter Führung des 1. Vorsitzenden an den Rhein. Ein genauer Bericht des Vorsitzenden über diese Fahrt rief den Teilnehmern die Erinne­rungen zurück an das schöne Stück des deutschen Vaterlandes, das sic gesehen hatten. Aehnlich wie im verflossenen Jahr soll auch die Tätigkeit für das kommende Halbjahr durchgeführt werden. Eine mehrtägige Wanderung der Iugendabteitung durch Thüringen wird die Winterarbeit abschließen. Anschließend an die Generalversammlung erhielt Lehrer Schmoll von Elpenrod, ein Führer auf dem Gebiet der Volksbildung, das Wort zu einem Vortrag überDie große französische Revolution und Napoleon !.". Prachtvolle Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners. Reicher Beifall aller Anwesenden und der Dank des Vorsitzenden lohnten die trefflichen Ausführungen des Redners, der nun schon seit 1921, mithin zum fünftenmal unsere Winterarbeit mit einem Vortrag unterstützt.

o. Ober-Bessingen, 8. Dez. Die Wahl de« neuen Gemeinderats wurde vom KreiSamt Gießen bestätigt, so daß in den näch­sten Tagen die Verpflichtung er olgen kann. Der hiesige Gesangverein hat ein besseres Harmonium für seine Hebungen von der Firma Riedhaus> und Pappe bezogen. Die nicht un­erhebliche Anschaffungssumme wird dem Verein durch Mitglieder und hiesige Einwohner unver­zinslich vorgeschossen. Ein schönes Zeichen des Gemeinsinnes der Bewohner und des herzlichen Verhältnisses zwischen Gemeinde und Gesang­verein zur Zeit der Geldknappheit. Die Wetter ist seit 2 Tagen festgefroren und bietet eine herrliche Schlittschuhbahn. Die Menge Wildenten, die seither die Wetter bevötterten, ist daher ver'schwun'den.

Kreis Büdingen.

Nidda. 8. Dez. Die hiesige Ortsgruppe des Vereins zum Schutze des Deutsch­tums im Auslande hatte äu einem Vortrag des deutschrussischen Kolonisten Heine überEr­lebnisse eines Mitkämpfers aus dem roten Ruß- land" in den Gambrinus eingeladen. Der Redner hat den Krieg als Gardeoffizier mitgemacht und später gegen die Bolschewisten gekämpft. Der hochinter­essante, bis zum Schluß fesselnde Vortrag fand bei den Zuhörern großen Beifall. Viel Anklang fanden auch die Lieder, die der Vortragende nach seinen Ausführungen unter Begleitung seines National­instruments, der Balalaika, den Anwesenden bot.

y. Bad Salzhausen. 8. Dez. Vor zwei Jahren erbauten die Eheleute I. W i l d h o ck hier ein stattliches Haus und eröffneten darin eine Pen­sion und GastwirtschaftZur Jägersruh". Infolge der großen Kreditschwierigkeiten und der hohen Verzinsung des Baukapitals konnten die rührigen Geschäftsleute das Unternehmen nicht mehr halten. Es ist deshalb der Konkurs eröffnet und der ge­richtliche Verkauf des Anwesens auf den 5. Januar d I. angeordnet worben. Apotheker Dr. Wer - n e r in Mergetheim, früher in Gießen, verkaufte sein am südwestlichen Ende des Parkes gelegenes Landhaus an Oberbademeister Möbus dahier für 5000 Mk.

y. Kohden, 8. Dez. Unsere H a l t e st e l l e ist schon seit 2 Jahren geschlossen. Wiederholte Eingaben der Ortsbehörde an die Eisenbohndirek- t i o n, der Staatspräsidenten und den Landtag um Wiedereröffnung und Halten der durch ben Ort fahrenden Züge waren bisher erfolglos, wodurch eine große Erbitterung unter den Einwohnern herrschte. Nunmehr hat die Bahnverwaltung end- lich den Wünschen der Interessenten entsprochen und genehmigt, daß vom 1. Januar kommenden Jahres wieder alle Züge hier halten sol­len, wenn die G em e i n b e b i e Kosten der Beleuchtung der Haltestelle übernimmt. Dem Vernehmen nach hat der Ortsvorstand diese Be­dingung angenommen, um den Arbeiterinnen, die seither täglich zu Fuß von hier nach den Papier­fabriken in Ober-Schmitten und zurückgehen muß­ten. wieder Fahrgelegenheit zu verschaffen.

Kreis niicM>crq.

ss. Friedberg, 8.Dez. Der dritte Vortrag, ben der Volksbildungs-Verein in diesem Winter veranstaltete, führte in Wort und Bild nach dem schönen Spanien. Seminarlehrer G a tz e r t, besten Vorträge sich hier allgemeiner Beliebtheit er­freuen, erzählte von einerFrühlingsfahrt nach Andalusien', die er in diesem Jahre ausgeführt fjat; an der Hand einer Reihe prachtvoller, von seinem Reisegefährten Studienrat Roth aufgenommenen Lichtbilder gab er ein lebensvolles Bild von der Landschaft, den Sitten und Gebräuchen und ben Bauwerken dieses interessanten Landes. Der hie­sige, unter Leitung ges Amtsobergehilfen Vogel stehende Kavallerie - und Train-Verein beging am Samstagabend im Hotel Trapp die Feier feines 15. Stiftungsfestes in schöner und würdiger Weise. Zahlreiche Vertretungen aus­wärtiger Kavallerievereine und der Schutztruppe, sowie die hiesigen militärischen Vereine überreichten Fahnennägel. Die Festrede hielt Oberstudiendirektor Philipps; der musikalische Teil wurde durch Darbietungen der Frankfurter Kaoalleriekapelle und des Doppelquartetts von Friedberg-Fauerbach be- itritien. Es ist dankbar zu begrüßen, daß die Üesige Turngemeinde in letzter Zeit das Bestreben jat. auch den früher allgemein etwas vernachlässig- ten Schwimmsport zur vollen Geltung zu bringen. Einen erfreulichen Beweis dafür lieferte das Schwimmfest, das der Verein am Sonntag in dem Stöbt. Schwimmbabe abhielt, welches auf allen Gebieten bieses Sports anerkennenswerte Stiftungen bot Trotzdem das Programm nicht we­niger als 21 Nummern zählte, folgten die sehr zahl­reich erschienenen Zuschauer den Darbietungen mit größter Spannung. Besonders gute Leistungen wurden im Springen erzielt; hier waren es beson­ders Frl. ©au ff und Sarnes, die allgemeine Bewunderung erregten. Ein Wasserballspiel und eine humoristische Pantomimeßuftige Leute" bil­deten den Abschluß. In dem Wintersteingebiete, in der Nähe der Kapersburg, wurde eine von der

Forstbehörde errichtete Schutzh 6 tte feierlich ein- I geweiht und von dem Taunusklub übemom- I men. Der Vorsitzende des Klubs, Oberregierungsrat H o o s, Übernahm mit einer Ansprache die Hütte und teilte mit, daß diese zu Ehren des früheren langjährigen Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvor­sitzenden. Bankdirektor Jean Dorr, den Namen Dorr-Hütte tragen soll. Direktor Dorr, der selbst erschienen war, dankte in bewegten Worten für die durch langjährige hingebungsvolle Arbeit verdiente Ehrung.

WSN. Friedberg. 8. Dez. Im Voranschlag 1924*25 des Kreistages war vorgesehen, die Kreis st raße Friedberg Ran st abt, die bedeutendste Verkehrsstraße zwischen der Wetterau und dem Vogelsberg, mit Kleinpflaster zu versehen. Infolge der schwierigen Geldbeschaffung mußte dieses wichtige Projekt größtenteils zurück­gestellt werden; nur bei einem kleinen Teil der Strecke zwischen Ossenheim und Fauerbach war bisher die Pflasterung möglich.

z< Bab-Rauheim, 8. Dez. ilnfcre Bade­st adt steht zur Zeit im Zeichen beS Winter­sports, ber hier nicht nur von Einheimischen, sondern auch von auswärtigen Sportfreunden liusgeübt wirb. Das Gelände bes Johannis­bergs, des letzten Ausläufers bes Taunusge- birges nach ber Wetterau zu. eignet sich gut für bie verschiedensten Zweite winterspörtlicher Be­tätigung. Die sanften Hänge ber Reuanlagen, bie sich nach dem Fraurnwalb hinziehen, werben gerne von Sllläufcrn ausgesucht. Der Sport­verein hält die cti>a 2 K lomtr. lange Rodel­bahn, bie vom Gipfel des Johannisberges aus geht und mit mehreren interessanten Kurven an der Rordseite des Berges verläuft, um am Kur­hause zu enden, in gutem Zustande. Ein interes­santes sportliches Treiben, an dem jung und alt zahlreich beteiligt sind, spielt sich dort täg­lich ab und verfehlt auch feine Anziehungskraft auf die Zuschauer nicht. Es hat sich bis jetzt nur ein ernstlicherer Unfall ereignet. Der hiesige Arzt Dr. Bauer jun., der mit an geschnallten Schlittschuhen seinen Rodelfchl tten lenken wollte, erlitt einen Knöchelbruch. Seit gestern ist nun auch der Große Teich, ber in seinen Ausmaßen unb infolge seiner schönen Lage eine ibeale Eisfportfläche darstellt, von der Polizei zum Eislauf freigegeben worben, nach­dem bie Prüfung der Eisdecke die geforderte Mindest dicke von 15 cm überschritten hat. Der Teich lockt täglich auch viel Schlittschuhläufer aus der Umgebung an. ES gehen viele Winter ins Land, ohne daß der Teich als Eisfläche benutzt werden kann. Selten dürfte cs borgetommen ein, daß er schon im Dezember die nötige Trag­fähigkeit besaß. Auch ein Dewris für die Strenge des heurigen Frühwinters.

C Rieder- Florstadt, 8. Dez. Die R i d d a ist nun vollständig zugefroren, nachdem sie am Sonntag an den Ufern schon starkes Cis angeseht hatte, das gestern stellenweise über die Mitte ging, so daß waghalsige Jungen schon den Fluh überquerten. Jetzt ist das Eis so stark, daß es sicher trägt Damit wendet sich die Jugend bom Rodeln ab und läuft Schlittschuhe. Mancher Familienvater wird dies begrüßen, denn bie einzige Rodelbahn hier, eine abschüssige Rebenstraye, die auf die Hauptstraße mündet, war wegen des starken Autoverkehrs sehr ge­fährlich. Jung und alt tummelt sich nun auf der Ridda. Das Wild hat unter der grimmigen Äälte (bis 20 Grad Celsius) unb dem hohen Schnee (ca. 50 Ztm.) sehr z u leiden. 3n einer Waldlichtung im Dirbensee kann man täglich ein Rudel von etwa 10 Rehen beobachten, die ben Schnee nach Futter absuchen. Auch viele Hasen halten sich dort in dem niebriqen Tannenwald auf und suchen hauptsächlich an Rainen, an denen der Wind den Schnee wrgg:weht hat, die dürren Grasreste. Aber auch an etwa 20jährigen Obst­bäumen ist die rauhe Rinde abgekvaht. und bie weichen Rindeateile sind stellenweise abgenagt. Ebenso schlimm ergeht es ben Singvögeln, die nun an Oie Fenster kommen. Die Sch Massen haben Futterkästen an ben Bäumen im Schulhof aufgchängt unb füttern regelmäßig die hungern­den Vögel. Diele Kinder haben auch daheim Futterstellen errichtet, so dah nach Möglichkeit für unsere lieben gefiederten Sänger gesorgt ist.

Kreis Schotten.

ld. Aus dem Vogelsberg, 6. Dez. Die hohe Schneedecke und die grimmige Kälte haben bie Tier- und Vogelwelt in große Rot versetzt. In den dicht verschneiten Feldern und Wäldern, in denen jedes noch hervorschauende GraShälmchen mit Reif behangen ist, ist kein noch so karges Futter zu finden. Don bitterem Hunger getrieben, legen bie Tiere ihre Scheu vor den Menschen ab unb kommen, selbst am Hellen Sage, in bie Rähe ber Dörfer, hier alles nach etwas Genießbarem abluchend. Mit großer Freude farm man feststellen, daß vieles getan wird, die große Rot ber Tierwelt zu lindem. Allenthalben legen die Kinder Futterplähe für Dögel an; der weidgerechte Jäger läßt in den beliebtesten Stand­orten des Rehwildes Heubündel anbringen, von denen auch der Hase seinen Antell holt. Der farbenbunte Eisvogel, ber in früheren stren­gen Wintern an den schnellfliehenden, daher nicht ganz zufrierenden Gebirgsbächen ziemlich häufig zu sehen war. konnte in diesen Tagen noch nicht beobachtet werden. Er scheint ziemlich selten geworden zu fein. Dafür kommt um so häufiger, da die wenigen größeren Teiche des Dogeisberges zugefroren sind, die Wild­ente an die tieferen Stellen ber noch offenen Bäche, und mancher Jäger, dessen Revier ohne Enten ist, ist erfreut über diese Bereicherung des WiDbestandeS seiner Jagd.

Kreis Alsfeld.

er. Homberg a. d. Ohm, 8. Dez. Im Hotel .Hessischer Hof" fand am Sonntagnadjmiuaa eine Versammlung der Mitglieder der Deutschen V o l k s p a r t e i statt. Der Vorsitzende. Oberamts­richter Gundrum, begrüßte die Anwesenden und erteilte dann das Wort dem Geschäftsführer dieser Partei, Herrn Weißer aus Gießen. Dieser ent­rollte in Hftftünbiger, fesselnder Rede die Bestre­

bungen der Deutschen Volkspartei feit 1918 unb ; zeigte oof allem, was Dr. Stresemann in zielbe- wußter Arbeit bis zum Abschluß der Locarnover- träge erreicht hat. Im Verlauf seiner Rede ging Herr Weißer auf diese Verträge näher ein und hob dabei besonders hervor, wie diese für das deutsche Volk und Vaterland von der weitgehendsten Bedeutung seien und daß deren Folgen sich noch in der Zukunft weiter auswirkcn würden. An die mit großem Beifall aufgenommene Rede schloß sich eine Besprechung über das öftere Zusammenkom­men der Mitglieder, in Zwischenräumen von zwei bis 3 Monaten, an; auch die Mitgliederbeiträge unb sonstige Angelegenheiten der Partei bildeten den Gegenstand der' weiteren Besprechung.

ul Flensungen, 7. Dez. In dem Bibel- Heim Flensunger Hof werben gegenwärtig umfangreiche Dauarbeiten dorgenom- men, die einer Gießener Firma übertragen wur­den. Das ganze Saal mußte aufgebrochen wer­den, uxil der Schwamm im Gebälk war. Es sollen jetzt massive Steinwänbe errichtet werden. Ferner wird der Saal ganz unterkellert. Die PilgermissionSanslalt St. Chrischonn, bie im Be­sitz des Hauses ist, plant für das kommende Jahr noch einen Reubau mit 30 Zimmern, ba sich das Heim infolge des starken Zuspruchs im ver­gangenen S innrer als viel zu Hein erwiesen hat. Ferner beab ichtigt man, das in der Gemarkung Flensungen liegende K i r ch e n g u t anzukaufen, um es dann b?i der tommenben F-ldbereinigung an ben Hof legen zu lassen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 8. Dez. Der Oben- Wälder Derkehrsbund hielt in Erbach seine Hauptversammlung ab. Es kam zu einer Aussprache über die Kraftwagenverbin­dungen im Gebiete des Odenwaldes. Der Derlehr auf den bestehenden Linien wurde als gut bezeichnet und der weitere Ausbau des Ver­kehrsnetzes geiorbert. Ein Odenwald- Reckar-Eikzuy war von ber Bahnverwal­tung im Sommer eingelegt worden und sollte we­gen zu schwacher Benutzung aufgehoben werden. Durch eine intensive Agitation, namentlich durch Flugblätter, hat es der Verkehrsbund erreicht, daß ber Zug jetzt stärker benutzt wird und bestehen bleibt. Die Ludwig- unb Aliee-Stiftung deS Hess. Landes- lehrer-Dereins. deren bedeutende Kapi­talien durch die Inflation nahezu wertlos ge­worden waren, ist jetzt wieder auf eine feste Grundlage gestellt worden. Sie zählt gegen­wärtig 2700 Mitglieder unter der hessischen Lehrerschaft. Im abgelegenen Vereinsjahr be­trugen die Beiträge der Sterbekasse 14811 Mk.; an Sterbegeldern wurden für 48 Sterbesälle 8900 Mk. ausgezahlt. Die älnterstühungskasse empfing an Beiträgen von Lehrern 2750 Mk.: an Geschenken und Stiftungen ging nahezu die gleiche Sumnie ein. Die neugegrünbete Heck- Stiftung wurde ber älnterstühungskasse an- gegliedert. Die Sterbekasse erzielte einen Jahres- Überschuß von 5911 Mk., der äleberschuh der älnterstützungskasse betrug 572 Mk. Dor eini­gen Wochen wurde im Stadtwald eine Eiche dem Andenken des Dichters Matthias Clau­dius aeveiht, der eine Zeitlang in Darmstadt gelebt hat. An der Eiche war ein von dem Kunstmaler Prof. Beyer verfertigtes Bild angebracht worden, das eine hiesige Gesellschaft für Lokalgeschichte gestiftet hatte. Das Bild ist jetzt gestohlen worben.

Rheinhessen.

LuchausstellungKunst und fiultur.

WSN. Mainz, 7. Dez. In Anwesenheit staat­licher und städtischer Behörden wurde gestern die AusstellungKunst und Kultur un­serer Zeit im deutschen Buch" eröffnet. Direktor Dr. R u p p e l von der Stadtbivliothek hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß die Ausstellung den Abschluß der diesjährigen Arbeiten der Stadtbibliothek und des Gutenbergmufeums bilde. Oberbibliothekar Dr. E p p e ls h e i m e r, auf dessen Anregung die Ausstellung ins Werk ge­setzt wurde, gab einen Ucberblick über bie geistigen Strömungen der Jetztzeit. Das wissenschiaftliche Buch sei zurückgedrängt worden zugunsten eines Buches, das sich an einen weit größeren Leserkreis wende. In Rückwirkung dessen müßten bei Neuan­schaffungen auch die Bibliotheken dieser Tatsache Rewnung tragen. Es folgte dann ein Rundgang durch die Ausstellung, wobei sich den Besuchern eine ungeahnte Fülle von Werken aus allen Wissens­zweigen erschloß. Die Ausstellung zerfällt in zwei Abteilungen. In der einen sind nur die Neuerschei­nungen der schonen Literatur ausgestellt, während in der anderen Werke der Philosophie, Naturwissen­schaften, Weltanschauung, Erziehung, Jugendbe­wegung, Staatslehre usw. vor Augen geführt werden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

J Wetzlar, 8. Dez. Arn Samstag ftarb in der Privatklinik von Prof. Poppert m Gießen an ben Folgen einer Gallenstein-Operation ber Kaufmann unb Fabrikant Christian Cloos von hier. Cloos gehörte zu ben führenden Leuten -bes Wetzlarer industriellen Lebens und war Chefinbaber ber allbekannten Holzgrohhandlung Gebrüder Cloos. Sein früher und unerwarteter Heimgang wirb hier allgemein bedauert. Reben seinen weitverzweigten Geschäftsbezieh-ungen, die bis nach Ruhlanb hin reichten und besonders auch in sehr engen Verbindungen zum rhernisch- wcstsälischcm Bergbau bestanden, war der Ver­storbene auch mehrere Jahre hindurch Mttglied bcS Wetzlarer Stadtverorbneten-Kollegiums unb bes Kreistages. Don seiner Wahl zum Provin- zial-LandtagSabgeorbneten der Deutschen DvW- Partei am 29. Rovember konnte er leider nur noch auf dem Krankenbett Kenntnis nehmen Ein in Stadt und Land allgemein hochgeachteter unb für seine Heimat immer hilfsbereiter Mann ist mit ihm bahingrgangen. Der so plötzlich mit aller Macht einsehende Winter bringt eine wei­

tere Verschlimmerung der leider sich immer mehr verschärfenden Lage beS hiesigen Arbeits markteS. Del der großen Kälte ist eine Beschäftigung der vielen Arbeitslosen bei Strahenbauten unb sonstigen Eroarbeiten leider nicht möglich. Die Lage der Industrie ist direkt eine t r o ft I o f c. Aus Mangel an Geld­mitteln müssen viele Detr -be ganz schließen, ober können nur stark verkürzt arbeiten. Anch der Absatz, besonders nach dem Ausland, ist besonders für bie Eisenindustrie durch den niebeigen Stand des srairzösischen Fransen volllommen unterbun­den. Hoffentlich tritt wenigstens bald eine Besse­rung in ber Wetterlage ein, damit Stadt und Kreis einen größeren Teil der Erwerbslosen mit Arbeit versorgen können.

DiNkrc-s.

bl. Herborn, 8. Dez. Vom 4. bis 6. d. M. fand hier die 5. Krelsverbandsschau der Geflügelzuchtoercine des Kreises Bie­denkopf und des Dillkreises statt. Gleich­zeitig hielt der Herborner Geflügelverein seine 2. I u n g ge f l ü g e l s ch a u ob. Im Saale des Nassauer Hof" hatten etwa 80 Aussteller mit 280 Stück Geflügel Platz gesunden. Zur Schau gestellt waren Tauben. Enten und Hühner. Das Gesamt­bild der Veranstaltung war ein durchaus günstiges.

für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Lahausstattung erfolgen Destellunacn zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags

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Erneut wurde bewiesen, daß die Pflege und Zucht von Geflügel in beiden Kreisen gut voranschreitet. Am Abend des Eröffnungstages fand ein Vortrag über regelrechte Zucht statt. Der Samstag brachte einen Besuch der Schulen. Sonntag morgen sand eine Versammlung des Kreisverbandes statt, bei der allgemeine Fragen erörtert wurden. Während ber Tage wurde die Ausstellung recht rege besucht.

Schwurgericht Bie en.

" Gießen, 8. De;. H^ute wurde gegen den Ql.beiter Ad 'm F aui- Gie' e.l weg n Totschlags- Versuchs verhandelt. F. hatte seit August 1923 mit de r geschiedenen Frau M. öon hier ein Verhältnis untetf). Ken. Im Mai dieses Jahres kam es aus gegenfritigen Eifersüchteleien zu Streitigkeiten zwischen b iben, die damit endeten, daß F. der Frau QH. mit einem Hammer fünf­mal derart auf den K->pf schlug, daß sie schwere Verletzungen des Gehirns daoontrug. Wider alles Erwarten kam sie mit dem Leben davon, merm sie auch heute u. a noch an dem rechten Arm vollständig gelähmt ist. Qi ch dem Gutachten des Sachstverständigen QHebi5tnaIr.1t Dr. Wal­zer ist F. ein leicht erregt; :rer Mensch, aber straf­verantwortlich. Sta tsanwalt Fischer bean­tragte, den Angeklagten weg n T t chl 'gsversuchs au 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis zu verurtei­len. Der Verteidiger, Gei ichtSassessor E n g i s ch, hielt ben Tötungsvorsah für nicht nachgewiesen unb bat, F. lediglich wegen Körperverletzung zu verurteilen. Rach Beratung verkündete Land» gerichtsrat Strack bas 11 teil dahin, daß F. wegen Tvtschlagsversuchs zu 3 Jahren G e--- f ä n g n i s verurteilt werde. Das Geeicht hielt für erwiesen, baß ber Angeklagte in Kenntnis bes Umstands, baß berartig wuchtige Schläge auf be Kopf zur Tötug gceiget gewesen seien, gehandelt habe.

Aus dem 2lmtsverkündiftnn^sblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt N r. 9 5 vom 8. Dezember enthält: Ausstellung von Wandergewerbescheinen. Gewerbelegitimations­karten. Ergebnis der Hauptkörung 1925. Vieh- markt in Lich.

Briefkasten her Redaktion.

Emilie A. Die Angelegenheit ist rechtlich so kompliziert, daß darüber im Briefkasten keine Aus- kvnft erteilt werden kann. Sie wenden sich am besten an einen erfahrenen Rechtsanwalt.

Rundfunk-Programm

des ^ranf'nrter Senders.

(Aus der ^Radio-Umschau-.) Donnerstag, 10. Dezember.

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Waldteufeleien". 6 bis 6.30 Uhr: Die Lefestur.de. 6.30 bis 7 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Ra-> dioklubs: Studienrat Dr. B. Löffler:Die elek­trischen Maßeinheiten". 7 bis 7.30 Uhr: Uebertra- gung von Kassel: Stunde der Stadt Kastel: ,Liele und Aufgaben des kleinen Theaters", Vortrag von Direktor Rudolf Scheurmann vom Kleinen Theater, Kassel. 7.30 bis 8 Uhr:Die Wirtschaststheorien vom Merkantilismus bis zur Gegenwart, III", Vor­trag von Diplomhandelslehrer E. Beyer. 8.30 Uhr: Dirtuosenmusik.