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Turnen, Sport und Spiel

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burtstag, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Aula nkelmannfeier. Johann Joachim

den, um ein Aufrauhen und Abnutzung zu ver­hindern. Die obere Seite der Skier streicht man am besten mit Oelsarbe an. Dabei wird die schwarze Farbe bevorzugt, weil sie sich nicht nur von der Schneefläche gut abhebt, sondern auch dem Auge beim Laufen Ruhe gewährt.

Will man seine Skier gut erhalten, so müs­sen sie jedeSmal nach Gebrauch sofort von Schnee und Eis gereinigt und dann gebunden aufbewahrt werden. Der für die Bindung er­forderliche Holzklotz soll 8 bis 10 Zentimeter hoch sein und ruht am besten auf der Stelle, an der sich der Absatzpunkt befindet. 3n einem lühlen Raum sollen die Schneeschuhe stets mit der Kante am Boden liegen oder mit den Spitzen nach unten an die Wend gestellt werden. Stellt man sie nämlich mit den Spitzen nach oben, so sammelt sich am unteren Teil Feuchtigkeit an, die in der kalten Luft zu Eis wird und bei

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Um die Bezirksmeisterschaft in Hessen-Hannover.

tz.Regen, Schnee und Sturmgebraus halten niemals uns zu Haus." Der Fußball sollte seiner Lieberlieferung treu bleiben, anstatt die Spiele wegen Schnee uird Kälte abzusagen. Das ist eine neue Mod? im Fußbnllspvrt. Die Vor- kriegs- und die ersten Rnchttiegsjahre kannten diesen Zustand nicht. Auf jeden Fall fühlte man sich in Kassel bemüßigt, die beiden auf dem Programm stehenden SpieleS p o r t" - M a r- bürg und Spiel v.S. C. 03 Kassel aus obigem Grunde abzusagen. Aber auch die beiden anderen Treffen Borussia Fulda-Oste­rode und 05' Göttingen-Gießen 1900 kam nicht zum Austrag. Die beiden reisenden Mannschaften Öftere t>? und ©ie':ei vernichteten. Damit war der eigentliche De-irkLligaspi'lbetrieb am vergangenen Sonntag gleich Rull. Der Ver­zicht von Osterode hat aber noch eine Folge, da die Derzichtleistung auf eine Spielaustragung in dieser Serie seitens der Osteroder bereits zum dritten Male erfolgte. Insofern nämlich, als Ost er: de daraufhin ausschndet und seine sämt­lichen in der 2. Serie errungenen Pluspunkte an die in Frage kommenden Gegner abgibt: Diese sind der F. E. Wetzl ir, der s. Zt. in einer Schwächeperiede in Osterode 1:3 verlor und fein Tabcllennachbar Hann. -Münden, der 0:1 verlor in einem Spiel, in dem Osterode feine be­kannte Maurerkunst zeigte. Aber selbst durch diesen außergewöhnlichen Punktgewinn ändert sich in der Reihenfolge der Tabelle nichts. Die Klä­rung in der Mcislersch ftsf age sbeht noch bevor. Durch die dauernden Spielveel'gungen tst nun­mehr der T. L. A. in Terminverlegenheit ge- kommen. Seine neueste Bekanntmachung lautet demzufolge, daß die Plätze so vom Schnee ge­reinigt werden müssen, daß die Spiele programm­mäßig vor sich gehen können. Zu erwähnen ist im Anschluß hieran noch, daß der Meister bis zum 1. Febr. 1926 dem W. S. B. gemeldet sein muß. ____

xtt beachten. Sn jedem Zug« »erben genügend Ramherabtelle mitgesührt.

Die Ortsgruppe Gießen des Bundes deutscher Bodenreformer" veranstaltete am Sonntag im Hotel Schütz einen geselligen Abend zur Feier des 60. Geburts­tages von Adolf Damaschke. Sm Mittel­punkt der von Musik- und Gesang-vorttägen verschönten Veranstaltung stand ein tunbiget und wohldurchdachter Vortrag von FortbildungS- schullehrer Friedrich Huf über die Persön­lichkeit und Lebensarbeit des Führer- der Deut­schen Dodenreformer. Der-Vorsitzende konnte die fteufcig angenommene Mitteilung machen, daß der jüngste Ehrendoktor der Gießener theologi­schen Fakultät am 12. Januar hier öinen öffent­lichen Vortrag zu halten gefoenft über die re­ligiös-sittliche Dedeulung der Bodenreform.

Skibehandlung.

Wie der Ruderer seinem Boot, der Reiter seinem Pferd, der Automobilist seinem Fahr­zeug. kurz wie man allen Sportgeräten und Tieren stets eine sorgfältige Pflege angedeihen lassen muß. um nicht bei der Ausübung des Sports durch irgendwelche Vernachlässigungen be­straft zu werden, so muh auch der Schneeschuh- läuser die langen Bretter kennen und sich um ihre Pflege sorgen.

Jeder Skiläufer sollte sich zunächst mit dem Wesen der Schneeschuhe im allgemeinen und im besonderen belanntmachcn. Was die Form an­langt, so ist beim Ski sehr wenig Einheitlichkeit anzutreffen. Länge, Breite, Prosilierung, ßmicn- führung durchlaufen alle Skalen der Verschieden­artigkeit. Sn nordischen Ländern gilt als der beste Typ der Telemark-Ski. ein Schneeschuh von durchaus einfacher Konstruktion, graziös in der Linienführung, sanft in der Aufbiegung. Man hält heute nicht mehr sklavisch an der Regel fest, daß die Länge des Skis der Höhe entsprechen müsse, die der Besitzer mit ausgestreckten Armen erreicht. Ein Anfänger wird sich leichter mit kürzeren Brettern zurechtfinden, ein:n Meister­fahrer stört die Länge nie. Für schwieriges Ter­rain sind kurze Qlier aber immer zu empfeh­len. Was die Holzart anlangt, so nützen sich Tanne. Fichte und Lärche rasch ab und sind nicht genug widerstandsfähig gegen Bruch. Leichte Skier werden viel aus Ahorn und Birke her- gestellt. Buche ist zu schwer und zu wenig ela­stisch, liefert dafür aber glatte Bretter. Die bevorzugte Holzart ist Esche wegen ihrer Wider­standskraft und Elastizität. Für Sprunaslier ver­wendet man mit Vorliebe Hickoryholz, wegen seiner Glätte und seines Gewichts, ferner als Fournierholz für die Laufsiäche. Eichenholz tut ähnliche Dienste, während Rußbaum total un­geeignet ist. Fast 90 Prozent aller Skier wer­den aus Esche hergeftellt: Hickory steht an zweiter Stelle.

Was hat nun der Läufer au tun? Er hat darauf zu feilen, daß die Schneeschuhe vor allem immer eine glatte, harte und ebene Lauffläche aufweisen. Das läßt sich durch Smprägnieren und durch öftere- Abschlei'en erreichen. Für die Imprägnierung empsiehlt sich: Fichtenharz, Teer, gekochtes Leinöl oder Schellack, entweder jedes Mittel für sich oder einige dieser Mittel zu­sammengekocht mit einem kleinen Zusatz von Gra­phit, Fischtran, Talg, Schmäh, Paraffin, Stearin, sind als Smprägnierungsmrttel nicht so emp- fehlenswert wie die Harzärten, weil Fett lang­sam trocknet, was zwar gegen Feuchtigkeit gut ist, aber das Holz nicht hart und gleitend macht. Rach bewährtem Rezept erwärmt man die 2m- prägnierungsmasse so lange, bis sie flüssig wird, bestreicht dann die unteren Seiten der Skier und reibt mittels der Flamme einer Lötlampe (offenes Hottfeuer im Freien, offenes Kamin- feuer) die Masse in das Ho.wobei man sich natürlich in acht nehmen muß, das Holz nicht anzukohlen. Zum Schluß bestreicht man den Skier mit gekochtem Leinöl. Werden sie einige Tage vor der Imprägnierung iwch mit warmem Wasser bestrichen, wodurch das Holz porös und weich wird, so saugen sie noch mehr Smpräg- nierungsstofs auf. Rach vollständigem Eintrock­nen schleift man die unteren Fläch, n der Bretter mit feinem Sand oder Schmiergelvapier ab, wo­bei die Kanten der Skier besonders behutsam be­handelt werden müssen. Zeigen die Schneeschuhe bei sportlicher Benutzung sogenannte kahle Stel­len, so muh die Imprägnierung erneuert toer-

bie Dampfzuführung nach der jeweilig herrschen- ben Außentemperatur durch entsprechende Detäsi- gung der Stellvorrichtungen in den Abteilen, der Drosselventile und der Dcrtellungssch'.eber ge­regelt werden. Die Wagenaufsichtsbediensteten und das Zugbegleitpersonal sind ohne Schwie­rigkeiten in der Lage, für die Regulierung der Heizung entsprechen» den genannten Maßnah­men zu sorgen.

RDV. Rücksicht auf Richtraucher in der Eisenbahn. Die Beachtung des Rauch­verbots in den Nichtraucherabteilen der Züge, besonders in der 3. und 4. Wagenklasse, läßt flur Zeit wieder viel zu wünschen übrig. Die Reichsbahndirektionen haben jetzt ihr Personal erneut angewiesen, gegen ilc&ertrcter des Ver­botes einzuschreiten. ilm Weiterungen zu ver­meiden, kann nur empfohlen werden, das Verbot

Kreisamts Gießen auf Aufhebung des Poltzetbefehls vom 1. Ott 1925. 2. Klage der Auguste Schmidt Witwe zu Hungen gegen den Polizeibefehl des Kreisamt Gießen auf Aushebung des Polizeibefehls meisterwahl in Merlau: hier: Berufung des Ludwig Schlosser und des Heinrich Meinhardt m Merlau gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld vom 16. Juli 1925. 4. Bürger, meisterwahl Herchenham: hier: Berufung der Re- klamanten Ludwig Dietz und anderer gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Schotten vom 23. September 1925. .

D i e AutoomnibuSlinie Wie - seck Gießen veröffentlicht in unserem heu­tigen Anzeigenteil ihren vorläufigen Fahrplan. Danach befährt das Unternehmen in Wteseck und Gießen zwei Strecken, deren eine von Wie- seck aus in Gießen über die Ostanlage führt, während die andere über die Rordanlage geht. Beide haben den Bahnhof zum Zielpunkt. Außer­dem sollen zu gewissen Zeiten noch Wagen nach den Kliniken gefahren werden. Räheres in der Qlnlünöigung.

" Die Ausstellung der Steuer­bücher betrifft eine Bekanntmachung der Stadt­verwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen. .

Ehrende Anerkennung der hte. sigen Freiwilligen S a n i t ä t s k o l o n n e durch die Reichsbihn. Anläßlich der Alar- n-.ierung des Eisenbahn-Hilfszuges der Station Gießen in der Nacht vom 17. zum 18. November zur Hilfeleistung bei einem angenommenen Eisen- bahnunglück im Dahr.hof Butzbach wurde die Frei­willige Sanitätskolonne Gießen zur Unterstützung mitalarmiert. Der Kolonne ist nun nachstehendes Dankschreiben zugegangen:

Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft Reichsbahndirektion Frankfurt (M.)

An die

Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen.

Für die Teilnahme an der Uebung am 17.d. M. in Butzbach sprechen wir unseren ver­bindlichsten Dank aus.

Mit Genugtuung haben wir feststellen kön­nen, daß Sie allen Anforderungen voll gerecht wurden. Besonders heroorheben möchten wir das rechtzeitige Erscheinen der Mitglieder, deren sachgemäße Ausbildung und vor allem die be­wiesene Umsicht beim Transport der 'Beilegten. Wir haben das Vertrauen, daß Sie uns auch im Ernstfälle überaus wertvolle Hilfe leisten werden.

gez. Unterschrift.

RDV. Die Heizung der Züge. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Ge­sellschaft hat die in Betracht kommenden Dienst­stellen auf die sachgemäße Bedienung der Heiz- vorrichtungen für die Heizung der Züge hinge- wiesen. Reben der Regelung des Dampfdrucks in der Heizleitung durch den Lokomotivführer soll

Winkelmann, geb. 9. Dez. 1717 zu Stendal in der Altmark, ermordet am 8. Juni 1768 in Triest durch einen nach seinen antiken goldenen Ringen und Münzen lüsternen Italiener, ist nicht durch seinen tragischen Tod der Nachwelt merkwürdig, sondern durch sein erfolgreiches Wirken für die antike Welt. Noch immer, wenn ein Stil sich erschöpft hatte, griff man auf die Einfachheit und Klarheit des klassischen Stils zurück. Winkelmanns unsterbliches Verdienst ist, daß er in dem Rokoko Dresdens zuerst in die Antike zurückgeführt und dann in Rom im Dienste des Kurfürsten von Sachsen und des Kardinals Albani ordnend, erklärend und in geletzten Schriften bahnbrechend gewirkt hat. Er ist längst überholt, wie auch die Kunstwerke, die damals in Pompeji und Herkulanum dem vom Vesuv im Altertum ver­schütteten Boden entrissen wurden, eine unabsehbare Schar neuer Funde sich anreihte und eine Literatur zeitigte, die seine Werke überragt, niemand aber konnte ihm das Verdienst rauben, das Interesse an der Archäologie in Deutschland nicht nur geweckt, nein, auch zur Lebensfähigkeit ausgestaltet zu haben. Kein Geringerer denn Goethe widmete ihm eine Lebensbeschreibung, einen Nachruf. Es heißt darin: So war er denn auf der höchsten Stufe des Glücks, das er sich nur hätte wünschen dürfen, der Welt Der» schwunden. Ihn erwartete sein Vaterland, ihm geeckten seine Freunde die Arme entgegen, alle eußerungen der Liebe, deren er bedurfte, alle Zeugnisse der öffentlichen Achtung, auf die er so sehr Wert legte, warteten seiner Erscheinung, um ihn zu überhäufen." Auf Ersuchen des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums wird Pro» fesior Dr. Delbrück sprechen überDie Theoda- sianische Kunst". (Siehe Anzeige im gestrigen Blatt.) Eine AusstellungDie Entwick­lung des Kinderbuches" ist gegenwärtig in der Buchhandlung Keißner, Schulstraße, hergerichtet. Der Eintritt ist frei. (Siehe Anzeige.)

Wie bleibt die Frau jung und schon?" lautet das Thema zweier Borträge, die Dr. Kaufmann» München heute im Saalbau Sauer halten wird. (Siehe gestrige Anwige.) Der Vortragende hat sich, wie er uns mitteilt, mit der Materie schon seit Jahren beschäftigt, er kennt die in Betracht kommenden Präparate genau und ver­mag seinen Zuhörerinnen sehr beachtenswerte Auf­klärungen und Anleitungen zu geben.

* Sitzung des Provinzialausfchuf- se s. Am nächsten Samstag, vormittags 8j Uhr beginnend, findet im Sitzbngssaal des Regierungs- gehäutes zu Gießen eine öffenntliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Wilhelm Matthes II. in Bettenhausen gegen das

bis 40 Pf. je Stück.

Boruotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 71/- Uhr .Heimliche Brautfahrt" «Ende 107* Uhr). Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums, 8 Uhr: Großer Hörsaal der Universität, Lichtbilder-Vortrag. Kaufmann. Verein: 3'/, Uhr. Kaufmänn. Ver- einsyaus, Vermögenssteuer-Vortrag. V.A.D.: 8 .UhrFrankeichaus" Vortrag. Vortrag über Schönheitspflege: 8 UhrSaalbau Sauer". Lichtspielhaus. Bahnhofstraße:Lustspiel-Pro- nramm". Astoria-Lichtspiele:Die Sklaven­königin".

AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Anläßlich der Aufführung von Puccinis .Tosca" am kommenden Fre.tag darf daran erinnert werden, daß drr letzten Auf­führung einer Puccim-Oper hier, der von .M a - darne Butterfly" anfangs Mai d. 3. ein ganz außerordentlicher Erfolg beichteten war. Der .Gießener Anzeiger" schrieb damals in der Besprechung am 7. Mai: .Sine Ausführung, wie man sie nur selten erleben kann, selbst an den größten Bühnen, in solcher Besetzung und solcher Form!" Sine gleichwertige Aufführung ist auch wieder für Freitag zu erwarten, da die Frank- siirter Oper gerade die Puccinischen Werke vor­züglich besetzen kann.

Der Konzert-Verein schreibt uns, daß sein nächstes Konzert, in der Reihe der Abonnementslonzerte das vierte, am Sonntag, 13. Dezember, stattfindet. Gs ist im Gegensatz zu den ersten drei, die rein instrumental waren, dem Gesang gewidmet. Als Sänger ist der in Gießen noch unbekannte Daritonist Karl Ham­me-, Konzert- und Opernsänger in Köln, ge­wonnen worden. Dem KLntter werden eine prächtige Stimme und so hervorragende musi­kalische Eigenschaften nachgerühmt, daß er als ausgemachter Liebling des Kölner Publikums ?ilt. Auf seinem Programm stehen a l t i ta­ten i s ch e und H ä n d e l s ch e Arien, Lieder von Wolf und vor allem der hier lange nicht gehörte und so beliebte sechszehnteilige Lieder­zyklus ..Dichterliebe" von R. Schumann. Die Begleitung am Klavier hat der von früher her bestens bekannte Herr Paul Meyer aus Frankfurt übernommen. Bei dieser Gelegen­heit sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß daS zweite Orchester-Konzert, entgegen der Vorankündigung, nicht, wie herkömmlich. Sonn­tags, sondern ausnahmsweise an ein:m Mon- tag stattfindet, und zwar am 11. Januar. Es soll damit einem von vielen Seiten geäußerten Wunsche willfahren werden.

Der Verein derFreun de deshuma- nistischen Gymnasiums hält, so schreibt man uns, am 9. Dezember, Winkelmanns Ge»

Aus der provinzialhauptftadt.

Gießen, den 9. Dezember 1925.

Liebigfeier.

Im physikalisch-chemischen Institut der Universi­tät fand am Montag eine würdige J a hrhun » dertfeier der Professur Justus Sie­bt q s statt. m ,

Nach herzlicher Begrüßung der «Bcriammlung durch den Vorsitzenden derGesellschaft Liebig-Mu» feum, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer, hielt Sanitäbrai Dr. med. et phil. Kranz- Busch (Wiesbaden) eine glänzende Festrede über Lustus von Liebig, der Forscher und der Mensch", die sich zu einer eindrucksvollen Apotheose des ge­nialen Forschers und großen Menschen erhob. Lie­bigs Leben, fein Kämpfen und Siegen wurde ein­gehend und fesselnd dargestellt. Der Redner schil­derte in beredten Worten die unsterblichen 23er» bienftc dieses großen Reformators auf dem Ge­biete der Chemie, Agrikultur und Medizin für die Menschheit. Gießen ist durch Liebig die Geburts» Hätte der deutschen Chemie geworden, und die T)ulbe droben auf der Liebigshöhe die Wiege der modernen Landwirtschaft in der ganzen Welt. Schon allein durch die Entdeckung des Chloroforms sei Liebig einer der größten Wohltäter der Mensch­heit -gewesen. Dr. Kranz-Busch zeichnete so­dann ein scharf umrissenes packendes Bild der gei­stigen Persönlichkeit Liebigs und wies auch mit Nachdruck darauf hin, von welch hohem Wert für unsere Zeit und für unser Volk ein so leuchtendes Vorbild echt deutscher Charakterstärke, Tatkraft und Idealismus fei. Liebig, einer der größten und edel­sten Männer unserer Nation, sei mit Recht em Weg­weiser und Führer zur Höhe edelsten Menschen­tums zu nennen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Nachdem Geheimrat Professor Dr. Sommer dem Redner für feine hervorragende Darstellung der Persönlich­keit Liebigs und feine zu Herzen gehenden Aus­führungen den wärmsten Dank ausgesprochen hatte, erörterte er die schwierige Finanzlage des Liebig- Museums. Das kleine Vermögen ist durch die In­flation verloren gegangen. Neuerdings sind umfang­reiche Reparaturen nötig geworden, für die lebe Deckung fehlt. Es sind für bauliche Zwecke 10 000 bis 15 000 Mark erforderlich. Durch einen neuen Aufruf, der gedruckt vorliegt, soll versucht werden, die zur Rettung des Museums nötigen Mittel zu verschaffen. Es ist dringend zu wünschen, daß sich auch der hessische Staat und die Stabt Gießen hierbei beteiligen.

Gictzcner Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem gestrigen Wochenmarkte: Butter 210230, Matte 40, Käse 6575, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 40, Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 30, Rosenkohl 50, Feldsalat 120, Tomaten 120, Zwiebeln 12, Meerrettich 3080, Schwarzwur­zeln 50. Kartoffeln 4. Aepsel 1518, Birnen 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 80 bis 110, Nüsse 60-90 Pf. je Pfd.. Eier 19-20, Blumenkohl 60120, Endivien 1020, Ober-Kohl- rabi 10. Lauch 510, Rettich 1020, Sellerie 20

die in der kalten Luft zu Eis wirb und scharfen ^Stößen die Bruchfähigkeit erhöht.

llnb noch ein Wort über die Stiefel, die derselben Fürsorge bedürfen, wie die Skier. Als ImprägnierungLftüssigkeit ist hier erprobt: 100 Gramm Vaseline und 60 Gramm Paraffin im Wasserbad zu schmelzen und mit 1 Liter Ben­zin zu mischen (Vorsicht!). Mit dieser erwärm­ten Flüssigkeit wird der Schuh übergossen und dann in einem warmen Raum getrocknet. Der

(Stiefel ist dann nicht nur wasserdicht geschmiert, sondern das Fett ist auch in da« Leder ge­drungen. Da Benzin verflüchtet, macht sich der Schnceschuhläuser. obwohl der ganze Stiefel im­prägniert ist, beim Gebrauch nicht die Strümpfe und Hände fettig.

Danach gehantelt, wird man viel Aerger und Schaden vermeiden. M. H.

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Aus dem 4. Bezirk im Turngau Hessen.

Z Lauterbach, 8. Dez. Der 4. Bezirk im Turngau Hetzen (AlsfeldLauterbachSchlitz) hielt am Sonntag in Wa11enrod seine zweite bieswinterliche B e z i r k s v o r t u r n er­st u n b e unter der umsichtigen Leitung bcs Bezirks» turnwarts 21. Bastian- Attfeld ab. Trotz der schwierigen Derkehrsoerhälmisse im Vogelsberg waren fast alle Bezirksvereine zur Stelle, ein Zei­chen bafür, wie die ländlichen Turnvereine bestrebt finb, jede sich nur bietende Ausbilbungsgelegenheit auszunutzen. 35 Turnwarte und Vorturner nahmen an der anregend verlaufenen Turnstunde teil. Durch- geturnt und eingehend besprochen wurden die für die Gauoeranstaltungen in 1926 vorgeschriebenen Drbnungs» und Freiübungen. Gegenstand gründ­licher Belehrung, besonders in bezug auf die Turn- spräche, waren außerdem die für das Dezirksgeräte» turnen vom Turnausschuß des Gaues bestimmten Wettkampfübungen an Reck, Barren und Pferd. Nach ter Turnstunde fand eine Beratung statt. Dabei wurde beschlossen, bas Bezirksgerätewett- turnen, das sog. Hallenturnen, am 31. Januar 1926 in Maar abzuhalten, woselbst de meue Hofmann- sehe Saal eine vorzügliche Gelegenheit für derartige Winterveranstaltungen bietet. Als Ort für das nächst- jährige B e z i r f 01 u r n f e ft, das die Volksturner des Bezirks auf den Plan führen wird, wurde G r 0 ß - Fe l d a bestimmt. Als Zeit für diese Ver­anstaltung kommt der erste oder zweite Sonntag im Juni in Bettacht, da die Bezirksturnfeste laut Gaubeschluß mindestens drei Wochen vor dem Gau- tumsest in Nidda erledigt sein müßen. In (Er­gänzung der bei der vorigen Dorturnerstupbe ge­tätigten Wahlen wurde Lehrer Dem» Nieder- Ohmen, eine im Bezirk und (fhu sehr rührig tätige und geschätzte Turnerpersönlichkeit, zum stellvertre­tenden Bezirksvorsitzenden gewählt. Erster Bezirks­vertreter bleibt Redakteur Ehr. (9 u n t r u m = Schlitz. Mit einem begeistert aufgenommenenGut Heil!" auf bas weitere Blühen des 4. Bezirks konnte Be- zirksturnwart B a ft i a n , nachdem er noch zu flei­ßiger Vorarbeit für bas Droge Gauturnfest in Nidda (2. Sonntag im Juli 1926) gemahnt, die anregend verlaufene Turnertagung beschließen.