Ausgabe 
9.10.1925
 
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Hochschulnachrichten.

][ Marburg, 8. Oft. Der langjährige Direktor der Llniversitäts * Frauenklinik und Hebammen-Lehranstall, Prof. Dr. med. Zange- meister hat einem Auf in gleicher Eigenschaft nach Königsberg Folge geleistet. Sein Nach­folger wird mit Beginn des Wintersemesters der Leiter der staatlichen Frauenklinik in Dresden, Geh. Rat Pros. Dr. med. Kehrer. Die juristische Fakultät der hiesigen Universität er­nannte den in den Ruhestand getretenen O6er- landeSgerichtSpräsidenten Wirkt. Geh. Ober­justizrat Hans Frihsch in Kassel in Aner­kennung seiner Verdienste um die Ausbildung des juristischen Nachwuchses zum Ehren d o k t o r.

* Die AusstellungMutter und K i n d", die in zahlreichen Städten bereits mit bestem Erfolg gezeigt wurde, wird vom kommen­den Sonntag ab, auf eine Reihe von Tagen, in unserer Stadt zu sehen sein. Mit der Ausstel­lung, die sehr wertvolle Aufklärungsarbeit leistet, sollen ärztliche Führungen und ärztliche Borträge verbunden werden, wodurch der Nutzen dieser Schau natürlich wesentlich gesteigert wird. Der Eintrittspreis ist so außerordentlich niedrig be­messen, daß jeder Frau und jedem Mädchen der Zutritt möglich ist. Näheres im morgigen An­zeigenteil.

" Schmu ckung der Kriegergräber im'Ausland an Allerseelen und am Totensonntag. Der Bolksbund Deutsche KriegSgräberfürsorge übernimmt es in diesem Jahre wieder, auf einer großen Anzahl bestimm­ter Friedhöfe im Auslande an Allerseelen und am Totensonntag Gräber zu schmücken. Das Verzeichnis der Friedhöfe findet sich in Heft 10 derKriegsgräberfürsorge". Aufträge auf Grä-

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* Dom Wochenmarkt. Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagen­ladungen findet jetzt nur auf Oswaldsgarten statt.

* D i e Allgemeine Ortskranken­kasse Giehen-Stadt fordert im heutigen Anzeigenteil zur Zahlung rückständiger Septem­ber-Beiträge auf. Dis zum 14. ds. Mts. tonnen die Rückstände noch ohne Kosten bezahlt werden.

** Eine weite Luftballon-Reise. Der Inhaber der Firma Schuhhaus Meyer in Gießen, Herr Meyer, ließ in der Bahnhof-

Bekanntmachung

den Wochenmarkt betreffend.

Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet Samstag, den 10., 17., 24. und 31. Oktober, sowie am 7. November 1925 nur auf Oswaldsgarten statt.

Gießen, den 9. Oktober 1925. "U,B Der Oberbürgermeister. 3. D.: Klingspor.

* Die Arbeitsmarktlage im nörd­lichen Oberhessen, umfassend Stadt und Kreis Gießet: und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, hat sich im vorigen Vierteljahr gegenüber dem Stand oom 1. Juli verschlechtert. In verschiedenen Industriebetrieben fanden Ar­beiterentlassungen infolge Auftragsmangels statt, andere Firmen mußten zur Kurzarbeit schreiten: von dieser Maßnahme wurden allein etwa .150 Personen betroffen. Ein Teil der entlassenen Leute konnte Beschäftigung in der Landwirtschaft finden, ein anderer Teil fand bei städtischen Ar­beiten Verwendung Am 1.3ult wurden 213 Hauptunterstühungsempfänger und 341 Zu- schlogsempfänger gezählt Hiervon entfielen auf Gießen-Städt 88 bzw. 152, Gießen-Land 94 bzw. 128. Kreis AlSfeld 14 bzw. 32, Kreis Lauter­bach 0, Kreis Schotten 17 bzw. 29. Ende Sep­tember wurden festgestellt 315 Hauptunterstüt- zungsempfängcr und 478 Zuschlagsempfänger. Hiervon entfielen auf Gießen-Stadt 65 bzw. 112, Gießen-Land 199 bzw. 266, Kreis Alsfeld 22 bzw. 40, Kreis Lauterbach 0, Kreis Schotten 29 bzw. 60. Der neueste Stand nach der Zählung vom 1. Oktober weist 267 Hauptunterstühungs- cmpfänger und 387 Zuschlagsempfänger auf. Da­von entfallen auf Giehen-Stadt 61 bzw. 108, Gießen-Land 162 bzw. 192, Kreis Alsfeld 22 lzw. 40, Kreis Lauterbach 0. Kreis Schotten 22 bzw. 47. Erfreulicherweise hat die Landwirtschaft in den letzten Tagen infolge des günstigen Ernte- Wetters weitere Erwerbslose aufnehmen könyen. Die fernere Gestaltung des Arbeitsmarktes auf diesem Gebiet hängt ganz von der Wetterlage ab. Hinsichtlich der künstigen Gestaltung in den industriellen und gewerblichen Betrieben kann heute nichts vorausgesagt werden.

: Die Schneegänse ziehen. Die Vorboten des WinterS ziehen jetzt über unsere ©egenb: die Schneegänse. Gestern konnte man im DuseckerTal in einer Stunde acht Züge der großen Vögel zählen, die in Keilform den wär­meren, südlichen Ländern zueilen.

Sonntags-Sonderzug nach Ba­den-Baden. Es sei noch einmal darauf hin-- gewiesen, daß die Reichsbahndirektion Frankfurt am kommenden Sonntag, 11. Oktober, einen Sonntags-Sonderzug mit nur 4. Klasse, beschleu­nigter Fahrzeit und einer Ermäßigung von Vs des gewöhnlichen Fahrpreises nach Baden-Baden verkehren läßt. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt in Gießen um 6,31 vorm., in Butzbach 6,55 vorm., in Bad-Nauheim 7,07 Derrn., in Friedberg 7,14 vorm. Der Preis für die Hin - und Rückfahrt beträgt ab Gießen 11,50 Mk.. ab Butzbach 10,70 Mk., ab Bad-Nau- heim 10,30 Mk., ab Friedberg 10,10 31tf. GS ist Vorsorge getroffen, daß der Fahrtteilnehmer einen Sitzplatz erhält. Baden-Baden bietet im Oktober den Besuchern ganz besondere Reize. Gegen Vorzeigung der Sonderzugkarten können die Kurkonzerte, die Trinkhallen, die Prachtsäle des Kurhauses, die Bäder und die römischen Bad­ruinen ohne besondere Gebühren besucht werden. Aueßerdem wird bei der Fahrt zum Merkur auf der Straßen- und Bergbahn eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung gewährt. Den Fayrtteil- nehmem bietet sich hier eine seltene Gelegen­heit, das berühmte Weltbad in besonders billiger Weise kennen zu lernen.

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t und Land, t, ten 9. Oktober 1925, üttigheit.

Zeit, da genossen unsere rinnen im allgemeinen bei icn guten Mj. Defmber; m von ihnen waren äußcch man tagte, es sei oft rech nebenbei! zu finden. Seibft Her konnte ihre wühlerische, nbe Art oft beinahe zur Bei- : ®ogen des hausfraulichen leängftigenb hoch, wenn eine i später als minderwertig er» glauben, wie verhältnismäßig n ändern können, sobald nur aes Gewohnheit werden lägt, Seife als Unrecht empfunden und später die Ünflatw zsachen täten, und die M empört und trab in die urnnogl#" dnaen. Von lernte vor allem liigültiqleil sowohl m bezug [(rt und Dualität der Daren, ner xerantwortlichkeikm Er> Men Und diese AeichM' , heute über unserem sanze" S'SS-S

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straße einen Kinderluftballon aufsteigen. Sine daran gehängte Karte kam von WolfShain im Vogtland zurück, wo der Ballon niedergeaan- gen war. Das ist eine recht anständige Aug­leistung des kleinen Spielzeugs, wenn man be­denkt. daß man bis dahin 11 Stunden mit dem Schnellzug zu fahren hat und die Strecke 400 Kilometer lang ist.

X Derbes ferteGüterbeförderung der Reichsbahn. 3m Hinblick darauf, daß unter den Wirkungen deS Personalabbaues die Schnelligkeit der Güterbeförderung stark beein­trächtigt worden war, erhielten zu Anfang dieses Jahres alle Reichsbahndirektion den Auftrag, den gesamten Güterbeförderungsdienst umzuge­stalten. Es wurden u. a. folgend« Maßnahmen getroffen: Erhöhung der Geschwindigkeit der Güterzüge von 30 auf 40 Kilometer und der Eilgüterzüge von 50 auf 60 Kilometer mit Ein­führung des SommersahrplanS, Schaffung durch­gehender Eilgüter- und Güterzüge für alle wich­tigen Linien, Ausbau der Verbindungen im Nah­verkehr durch sogenannteleichte Güterzüge" und gemischte Züge", Einrichtung völlig neuer Durch- gangSeilgüterzüge auf große Entfernungen, schärfste äleberwachung des Verkehrsdienstes zur Ermittlung und Verfolgung aller Unregelmäßig­keiten. Nach übereinstimmenden Berichten aller Reichsbahndirektionen ist die angestrebte Be­schleunigung des Güterverkehrs auf den Friedens- stand im allgemeinen erreicht worden.

** Geldpreise für Erfindungen im Eisenbahnwesen. Wie das, amtliche Nach­richtenblattDie Reichsbahn" mitterlt. sind von den in der Betriebsrechnung der Deutschen Reichs- bahngesellschaft vorgesehenen Mitteln 50 000 Mark an Beamte und Arbeiter als Belohnung für nützliche Erfindungen und Derbesserungen auf dem Gebiete de? Eisenbahnwesens gezahlt worden. Die Erfin­dungen und Verbesserungen beziehen sich auf alle Zweige der Verwaltung, liegen in der Hauptsache aber auf technischem Gebiet.

"DasEndederbahneigenenSchlaf- wagen. Die Stellung der Schlafwagen erfolgte bisher durch die Reichsbahn, die Mitropa oder durch die Internationale Schlafwagengesellschaft. In feiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellsckaft dem Vorschläge zu­gestimmt, zur Vereinheitlichung und Verbesserung des Betriebes sämtliche bahneigenen Schlafwagen­läufe der Mitropa zu übertragen. Wann die lieber» leitung ftattfinbet, ist noch nicht bekannt.

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Schöffengericht Dietzen.

Gießen, 7. Ott. Unter Ausschluß bet OeffenUichkeit wurde heute gegen eine Reihe von Personen von ©iefjen und Umgegend we­gen Abtreibung, Doihist« und Anftrftung hier­zu verhandelt. 3 Frauen wurden wegen ver­suchter Abtreibung zu je 1 Monat 2Wvchen Gefängnis, 3 wegen vollendeter Abtreibung zu je 6 Monaten Gefängnis verur­teilt. Der Verwalter O. E. W. von Wiescck erhielt wegen Anstiftung zur Abtreibung 9 Monate Gefängnis Die gegen den Ehemann Schmitz schon früher erkannte Strafe wurde auf 7 Jahre 6 Monate Zucht­haus, diejenige seiner Ehefrau auf 3 Jahre 4 Monate Zuchthaus erhöht.

Vüchertisch.

'Ein Hess eg ruh", Ernstes und Hei­teres in Hüttenbeeger Mundart von Gg. Heß. (Verlag Wilhelm Engel in Schotten.) 3n dem kleinen Büchlein, das von W. Stephan mit mehreren ganzseitigen Federzeichnungen aus­gestattet ist. bringt der Verfasser einige freund­liche Reime in Hüttenberger Mundart, wie sie in der Gegend nördlich von Gießen gesprochen wird. Eine Anleitung zur Aussprache und ein Wortverzeichnis vervollständigen daS Bändchen und erleichtern denen bas Verständnis, die mit dem hessischen Dialekt nicht sehr vertraut sind.

Die neue Nummer 4208 der I l l u st r i er- ten Zeitung (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig) bringt einen Bericht vom spanisch-marokkanischen KriegsschauplatzCfitit der spanischen Flotte vor Kap Morro" aus dar Feder deS nach dem Kampfgebiet entsandten SonderbevichterstatterS derÄlustrierten Zeitung", Herrn Hairs Felix Wollf. ^In ArtikelCBom Schafhirten zum 61aaSM!,äfi?e ten" . e enft 'e ' u eni'identen Paul Krüger anläßlich der 100. W ederkehr sei"eS DekburtStages am 10. Oktober. WeitaehendeS Znteresse wird auch der Beitrag von Professor Dr. v. Lengerken überTierische Bastarde" er­wecken.

Ostdeutsche Volkskunde von Prof. Dr. K. Brunner. Herausgegelen von Pros. Dr. F. v. d. Stiert (Deutsche Stämme Deutsche Lande). 292 Seiten. 32 Tafeln mit zahlreichen Abbildungen. Sn Leinen 7 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.)

Gerade uns Sud- und Westdeutschen, die wir im allgemeinen nur unvollkommene Vorstellungen von ostdeutschem Volkstum haben, ist dieses treff­liche Buch warm zu empfehlen. Unterstützt durch zahlreiche«, gutes Bildermaterial, gibt es einen Lleberblick über daS Leben des märkischen und ostmärkischen Volle«, das sich in Tracht und Sitte, Mundart und Lied einen elgcna. :gen Zweig deutschen Volkstums bewahrt hat. Für den Leser gewährt es einen besonderen Reiz, die deutsche Volksseele in der Wiege und dem Dach deS

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