Einzelbild herunterladen

würde. Die türkische Delegation wird in diesem Sinne dem Dölkerbundsrat eine Denkschrift über- reichen.

Die Finanzkontrolle in Oesterreich.

Genf, 8. Sept. (WTB.) Die Frage des Ab­baus der Finanzkontrolle des Völkerbundes in Oesterreich stand heute vor dem F i n a n z k o in i - t e e des Völkerbundes zur Beratung. Die Aus­sprache ergab, daß auch das Finanzkomitee des ! Völkerbundes grundsätzlich für die E in lei-, tung des Abbaus der Kontrolle ist. Das Komitee spricht sich jedoch dafür aus. daß mit dem Beginn des Abbaus ein Delegierter des Völkerbun- des nach Wien entsandt und der Oesterreichischcn Staatsbank als Beobachter beigegeben werden soll. Da von englischer Seite, wie bereits vor einigen Tagen im Ratskomitee, wiederum mit Rücksicht auf die Interessen des ausländischen Ka­pitals Bedenken gegen den 2lbbau geltend ge­macht wurden, beabsichtigt das Komitee, dem Völ­kerbundsrat vorzuschlagen, daß sich die österreichi­sche Regierung im voraus verpflichten soll, mit der Wiedereinführung der Kontrolle emverstanden zu sein, falls eine solche sich nach Meinung des Völkerbundes nötig erweisen sollte. Saarländische Wünsche an

den Völkerbund.

Genf, 8. Sept. (WTB.) Eine parlamen­tarische Abordnung aus dem Saargebiet hat in den letzten Lagen mit mehreren Rats­mitgliedern Unterredungen gehabt, um eine Reihe von Wünschen der Saaichevölkerung vorzubringen. Die Saardelegation, die bei den Ratsmitgliedern eine entgegenkommende Aufnahme gefunden haben soll, stellt folgende Forderungen: Die Wähl­barkeit zum Landesrat, die bis jetzt nur den im Saargebiet geborenen Einwohnern zugestanden ist, soll auf alle Einwohner des Saargebietes ausgedehnt werden; die Saarbevöl­kerung soll ein Initiativrecht an den Landesrat erhalten, dessen Mitgliedern ferner volle parlamentarische Immunität zugestanden werden soll; die französische Polizei soll völlig aus dem Saargebiet zu­rückgezogen werden, da die saarländische Ortsgendarmerie zum Schuh von -Ruhe und Ordnung vollkommen ausreicht. Außerdem fordert die Saardelegation die definitive Einführung des jährlichen Turnus für den Präsiden, len der Regierungskommission des Saargebietes und eine Reihe von wirtschaftlichen Zugeständ­nissen, so Erhöhung der Löhne und der Gehälter der Staatsarbeiter und der Staatsbeamten.

Ein neuer Schlag gegen das Deutschtum in Böhmen.

Prag, 7. Sept. (Z.1L) wie dieSudeten- deutsche Zeitung" meldet, spricht man in eingeweih- len Kreisen von der Auflösung der deut­schen Technischen Hochschule in Prag in jorm einer sogenannten Vereinheitlichung mit der Technischen Hochschule in Brünn. Das Blatt hofft jedoch, diese Absicht werde an entschei­dender Stelle schließlich doch an der Erkenntnis scheitern, daß ein solcher neuer Schlag gegen die deutsche Kultur In der Tschechoslowakei den Bo­gen überspannen könnte.

Deutschenversolgungen in Ost-Oberschlesien.

Berlin, 8. Sept. (Wolff.) DasBerliner Tageblatt" meldet aus Breslau, daß die Drang­salierungen, denen die Deutschen in Ostoberschlesien . neuerdings wieder ausgesetzt sind, auf ein s y st e - malisches Vorgehen der Polen gegen f- olles, was deutsch ist, zurückzuführen sind. Täglich laufen Meldungen über Bandenüber- '* fälle auf deutsche Ansiedlungen, M i ß- handlungen deutschsprechender Einwohner und Demonstrationen gegen die in Ostoberschlesien ver­bliebenen Deutschen ein. Auch die Behörden be­teiligen sich an diesen Drangsalierungen. So for­derte der Bürgermeister von Königshütte, D o m - deck, zum Boykott aller deutschen Wa­ren und Fabrikate auf. Die Entlassun­gen deutscher Arbeiter und Beamten nehmen unaufhaltsam ihren Fortgang. Am 6. Sep­tember, an welchem Tage polnische Demonstratio­nen gegen die Lostrennung Ostoberschlesiens von Polen veranstaltet wurden, wurde die deutschge­sinnte Bevölkerung gezwungen, an den Demon- strationen teilzunehmen. Die Umzüge wurden photographiert und an ausländische Zeitun­gen gesandt.

Gegen die deutsche Justiz in Grotzrumanien.

Bukarest, 8. Sept. (XU.) Am 15. Sept, wird in den neu angeschlossenen Gebiet*« Ru­mäniens, in Siebenbürgen, der Bukowina und im Banat, das neue rumänische ® - richtsgesetz eingeführt. Dieses Gesetz sieht vor, daß die Richter der Minderheiten in die altrumänischen Gebiete ver­seht werden und an ihre Stelle Richter aus dem Allreich treten. Wie die Telegraphen-Union aas outinformierter Quelle erfährt, wird an dem Tage, an dem das neue Gesetz in Kraft tritt, die Mehrheit der deutschen und ungarischen Richter geschlossen abdanken. Die Advo­katenkammern treten mit der Richterschaft soli­darisch auf und werden in kurzer Zeit einen leb­haften Feldzug gegen die neue Reform Beginnen

Kunst und Wissenschaft.

Um Ballings Nachfolge.

* Darmstadt, 8. Sept. In der Bürger­schaft wird bereits lebhaft die Frage der Rach- folgeschaft des verstorbenen Generalmusik­direktors Michael B a l l i n g erörtert. Die Mei- arung geht überwiegend dahin, daß für den Posten nur eine Persönlichkeit in Frage kommen kann, die die musikalische Leitung des Hessischen Landestheaters im Sinne Ballings weiterführt, eine Persönlichkeit, die namentlich auch die Musik- dramen Wagners und die klassische Musik als wesentliche Bestandteile der Musikpflege in Darm­stadt betrachtet. Es dürfte nicht leicht fein, einen Rachfolger zu finden von der Bedeutung Bal lings, zumal jetzt unmittelbar nach Beginn der Winterspielzeit der Bühnen; aber daß nur ein namhafter Orchesterleiter in Frage kommen kann, wird für eine Stadl mit aller Musiktradition. wie Darmstadt, für selbstverständlich eimchiet. Es

verlautet, daß das Oandestheater mit General­musikdirektor Leo Blech in Verbindung ge­treten sei, dem ehemaligen langjährigen Leiter des Orchesters der Staatsoper, der gegenwärtig frei ist. Leo Blechs Gattin, Martha Frank, war hier Opernsoubrette. Blechs OpernDas war ich",Versiegelt", sowieAlpenkönig und Men­schenfeind" sind hier aufgeführt worden. Auch war er einmal vor einigen Jahren als Gast­dirigent in Darmstadt.

Die Jubelfeier der russischen Akademie der Wissenschaften.

Leningrad, 7. Sept. (WTB.) Heute hat eine Festsitzung der Akademie der Wissenschaften stattgefunden, an der 150 ausländische Gelehrte und Vertreter fremder Mächte teilnahmen. Die Sowjetregierung war vertreten durch den Vor­sitzenden des ZentralvoltzugsausschusseS, Ka­tenin, den Llnterrichtsminister Lunatschar­ski und den Gehilfen des Volkskommissars für Auswärtiges, L i t to ino f f. -- ä len in führte etwa folgendes aus:Die Anwesenheit aus­ländischer Gelehrter beweist, daß die Arbeit der Russischen Akademie für die ganze wissenschaft­liche Welt bedeutungsvoll ist. Aber man muh feststellen, daß der russische Beitrag zur all­gemeinen Wissenschaft natürlich bescheiden ist. Jetzt ermöglicht es aber die große Revolution der Akademie, sich an die Massen anzuschließen und aus dem Volke neue Kräfte zu schöpfen. Die Aufgabe ist jetzt der älmbau der ge­samten Gesellschaft, an dem auch vor allem die Akademie teilnehmen muß. Untere Akademie hat für die Entwicklung der russischen Sprache Außerordentliches geleistet. Es ist aber notwendig, daß sie in eine Akademie der Sowjet­union umgewandelt wird. Sie muß die Ent­wicklung von Sprache und Kultur aller Sowjet­völker fördern." Der Sekretär der Akademie, Oldenburg, schilderte sodann die geschichtliche Ent­wicklung der Akademie und zählte die Institute auf, die nach der Revolution entstanden sind. Das physiko-mathematische, das chemische Insti­tut, das Institut für Platinforschung, für physiko­chemische Analyse, für Bodenforschung, für Euge­nik, das kaukasische und das archäologische In­stitut.

Am Abenb gab die Akademie der Sowjet­union ein Bankett für die in- und ausländi­schen Gäste. Der deutsche Botschafter Gras Brockdorff-Rantzau beglückwünschte die Akademie im Ramen seiner Regierung. Er be­tonte, nicht die Gefühle von Haß uni) Liebe seien ausschlaggebend für die Beziehungen der Völker, sondern der Verstand und der Geist. Der Ver­stand finde eine Ausdrucksform in der Politik, die hier ausgeschaltet sei. Der Geist finde seinen Ausdruck in der Wissenschaft und Kunst. Es be­stehe ein großes Verständnis der deutschen Wissenschaft für die Beziehungen der beiden Völker und ihrer Akademien. Die geistigen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Rußland würden zum Glücke aller Völker beitragen. Die deutschen Gelehrten P l a n e ck und Götz er­klärten, nichts könne die jahrtausendalten Be­ziehungen der beiden Völker vernichten. Götz schloß seine Rede auf Russisch, indem er aus­führte, während der letzten für beide Völker harten zehn Jahre habe die Wissenschaft aus­geharrt und arbeite jetzt an der großen Auf­gabe der Vereinigung der sozial und politisch zersplitterten Völker.

Aus aller Welt.

Amundfen kauft ein italienisches Luftschiff.

Rom, 9. Sepk. (WTB. Funkspruch.) Die Blät­ter melden, daß Amundsen für seine nächste Rord- polsahrt im kommenden Frühjahr das Halbstarre Luftschiff Rr. 1 zu für den italienischen Fiskus günstigen Bedingungen angekauft hat. Die neue Nordpolfahrt soll im nächsten Frühjahr unter norwegischer Flagge, aber mit italie­nischem Personal erfolgen. Das Luftschiff ist 106 Meter lang, besitzt drei Motoren von 245 P. S., die ihm eine Geschwindigkeit von 77 bis 105 Stun­denkilometer geben, und hat einen Aktionsradius von 3570 Kilometer.

Kein elektrisches Kraftwerk am Laacher-See.

Koblenz, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Auf den Antrag des Rheinisch-westfälischen Elek­trizitätswerkes. am Laacher-See ein Kraftwerk zu bauen, hat der zuständige Bezirksausschuß in Koblenz dem Elektrizitätswerk mitgeteilt, daß die Prüfung der rechtlichen Verhältnisse und die Feststellungen bei technischen Behörden ergeben haben, daß der Laacher-See kein Wasserlauf im Sinne des Preußischen Wassergesehes ist und daher eine behördliche Genehmigung gemäß dem Anträge nicht in Frage kommt, das Projekt viel­mehr nur mit Zustimmung des Eigen­tümers des Sees zur Ausführung gelangen könnte. Da der Eigentümer des Sees, die Abtei Maria Laach, nach einer am 6. September erfolgten Bekanntmachung des Abtes dieses Klosters das den See betreffende Unternehmen entschieden ablehnt, und alle zur Erhaltung der Seelandschaft erforderlichen Schritte unterneh­men will, dürfte die Angelegenheit hiermit er­ledigt sein.

Internationale Hotelbesitzer - Tagung.

In S ch e v e n i n g e n ist der Internationale Hotelbesitzerverein zu seiner 50. Generalversamm­lung zusammengetreten. Die Einleitung der Ver­handlungen bildete der Jahresbericht des Syndikus Dr. Bloemers, aus dem von allgemeinem Interesse die Feststellungen sind, daß der I. H. V. heute eine Mitgliederzahl umfaßt, die diejenige vor dem Krieg sehr erheblich übersteigt und sich auf 31 Länder er­streckt. Van Deventer aus dem Haag sprach über Hotelgewerbe und Verkehr. Aus seinen Ausführungen geht hervor, daß jährlich etwa 300 000 Amerikaner nach Europa kommen, die etwa 30 Millionen Dollar für die Uebersahrt bezahlen und mindestens etwa 150 Millionen Dollar in den von ihnen besuchten Ländern, in erster Linie Eng­land und Frankreich, der Volkswirtschaft zuführen. Allein für Frankreich schätzt man die Einnahmen au- dem amerikanischen Besuch im Jahre 1924 bei 135 000 Besuchern auf ungefähr 200 Millionen Dollar.

Direktor Hans Walter- Essen sprach über Flugverkehr und internationales Hotelwesen und führte aus, daß es heute bereits in Europa regelmäßig beflogene Luftlinien in einer Länge von ungefähr 30 000 Kilometer gibt. Der Anteil der Weltteile an dem Luftverkehr gliedert sich in Eurova 21600. Rordamerika 4340. Südamerika 963. Asien 1200. Australien 2450 Kilometer or­ganisierter Strecken. Im deutschen Luftverkehr

wurden 1924 l3/< Millionen Flugkilometer mit 40 000 Passagieren zurückgelegt, ohne einen Un­fall. Als nächste Marksteine der Entwicklung bezeichnete der Redner: Restaurativns- betrieb im Flugzeug, die Möglichkeit, zu schlafen, fei es im Flugzeug selbst oder in engster Verbindung mit dem räumlich benachbarten Hotel, birefte Flugkarten für große Strecken, die in ihren Preis neben der Beförderung auch Ueber- nochten und Verpflegung umschließen.

Die Versammlung faßte eine Entschließung, dtr feststellt, daß für die Frage der Konzes- f l on für Hotels. Gast- und Schankwirtschaften das Volkswohl maßgebend sein müsse.

HaLptbundeslag des Fleischergesellenbundes.

Am Sonntag nahmen die Verhandlungen bdS 13. Hauptbundestages des deutschen Fleischer- gefetlenbundes in Hannover ihren Anfang. Obermeister Schmidt- Hannover hielt einen Vortrag über die kommende Kreishandwerker­ordnung. Es wurde die Forderung unterstrichen, daß die Lehrlinge eine siebenstufige Gemeinde­schule durchgemacht haben sollen. Auch verlangt der Bund eine Verschärfung der Prüfungsvor­schriften. Die Errichtung einer Fleiscberfach- schule soll mit dem Deutschen Flei cherverband weiter verfolgt werden. Das gesamte Herberge­wesen soll einen weiteren Ausbau erfahren.

Apothekertagung.

Stuttgart. 7. Sept. (Wolff.) Unter großer Beteiligung aus dem ganzen Reich nahm heute die 51. Hauptversammlung des Apothekervereins, die vom 8. bis 12. Septenrber hier stattfindet, ihren Anfang. Mit der Tagung ist eine Apo­thekermesse und Ausstellung verbunden, die heute vormittag im Beisein zahlreicher Gäste eröffnet wurde.

Ein neuer Flugzeugthp.

Ein von dem deutschen Ingenieur Dr. Rohr­bach konstruiertes Wasserflugzeug wird der eng­lischen Admiralität demnächst abgeliefert wer­den. Es handelt sich dabet um einen vollkommen neuen Typ. Das Flugzeug ist aus Aluminium gebai;l und soll außer seiner normalen Aus- rüfb noch Segel führen. Zu diesem Zweck sind ,-~.i auftreibbare Masten auf dem Flugzeug angebracht.

Die Typhusepidemie in Langenbielau.

Breslau, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Typhusepidemie in Langenbielau hat sich der Schlesischen Zeiitung" zufolge weiter ausgebreitet. Währe: Ins Mitte August von Beginn des Jahres an 58 gemeldet worden waren, ist die Zahl der $ .ich amtlichen Auskünften nunmehr auf 92 c Bis Mitte August waren drei Per­sone. Typhus gestorben, die Zahl der Gestor­

benen hat sich jetzt auf neun erhöht. 50 Personen sind gegenwärtig noch krank.

Die amerikanische Einwanberungsstatistik.

Die soeben veröffentlichte Cinwanberungs- statistik zeigt, daß das neue Einwanderungsgesetz in wirksamer Weise den Zustrom der Ausländer zurückhielk. In dem mit dem 3uni endigen­den letzten Einwanderungsjahr sind nach der Statistik insgesamt 294 000 Personen eingewan­dert. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahre einen Rückgang von 6800 Personen. 92 000 Per­sonen sind in ihre alte Heimat wieder zurück­gekehrt.

Schachturnier um die Rheinmeifter- fchaft.

3n der vierten Runde des Schachturniers um die Rheinmeisterschaft in Bad Münster a. St. gewannen Orbach gegen Weihgerber und Werner gegen Schapiro, während die Partien Ruchti Dleutgen, Gebhardt Brech und Kempen Fleitzner abgebrochen werden muhten. In der fünften Runde gewannen Brecht gegen Scha­piro, Orbach gegen Bleutgen und Ri^ti gegen Märtel. Remis wurde die Partie Weißgerber gegen Gebhardt, während die Partie Werner gegen Kempen abgebrochen wurde.

Wettervoraussage.

Vorübergehende Aufbesserung, sonst wenig Aenderung des kühlen Wetters, einzelne Regen­fälle.

Der Kern des Wirbels füllt sich auf, doch hat sich über den britischen Inseln auf seiner Rückseite ein neuer Randwirbel gebildet, der eine weitere Besserung des Wetters noch ver­hindern wird.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 13,9, Minimum 8,2 Grad Celsius. Riederschläge: 1,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 11,2 Grad Celsius.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. September 1925.

Das 116er-Denkmal in Giehen.

lieber das 116er-Denkmal auf dem Landgraf- Philipp-Platz in Gießen schreibt Prof. Friedrich Wentzel- Gießen in dem Festbuch zum 116er-- Tag:

Inmitten eines Bassins von rund 10 Meter Durchmesser erhebt sich ein Sockel von 3,10X3,10 Meter, der den Unterbau bildet für die Figur. Unterbau und Figur erreichen vom Grunde des Bassins aus die Höhe von 5,20 Meter. Auf der Vorderseite des Sockels erscheint zwischen zwei sitzenden Löwen das Abzeichen des Regimentes Kaiser Wilhelm (2. Hessisches Rr. 116). Die beiden Seiten gieren Schilder mit den Nummern der Tochterrregimenter. Die Rückseite zeigt in Relief das marschierende Regiment. Die Figur selbst soll verkörpern das Geschehnis des Weltkrieges zugleich mit dem Willen des Volkes zur Wiederaufrichtung. Als den fruchtbaren Augenblick, diesen Gedanken auszudrücken, hat der Künstler die Haltung un­mittelbar vor der Wiederaufrichtung erachtet. Der Mann war, von einem überwältigenden Stoße ge­troffen, in die Knie gesunken; den Stoß fing er auf mit dem linken Arm, der sich auf den Stahl­helm stützte. Sofort aber hat er sich gesammelt mit unbeugsamem Willensentschluß und gewaltiger Kraftanspannung und ist gerade im Begriff, sich endgültig zu erheben. Darum ist der Oberkörper leicht vorgenejgt, entschlossen legt sich die rechte Faust auf den rechten Oberschenkel als Stütze, schon hat sich die linke Hand vom Stahlhelm, auf den sie sich stützte, gelöst. Im nächsten Augenblick wird er aufrecht dastehen, allen Widersachern zum Trotz. So hat ein tiefer Gedankengehalt in knapper, wuch- echt künstlerischen Ausdruck erhalten.

Ausgeführt ist das Denkmal in Muschelkalk. Die Figur ist aus einem einzigen Block geschaffen, der bei seiner gleichmäßigen Beschaffenheit in dieser Größe eine Seltenheit ist. Beschafft wurde der Block

durch die Firma Michael Haas und Steinbildhauev Otto Rottmann in Heidingsfeld. (Schöpfer bcr Denkmals ist, wie schon berichtet, der Bildhauer Arnold -Beuern. D. Red.)

Steirer und Kärntner in Gietzen.

Ein eigenartiger Zufall hat es gefügt, daß wir in dieser Woche zugleich eine ft e i r i s ch e und eine kärntnerische Volkskunsttruppe in Gießen be­grüben können. Die steirische Truppe steht unter der Leitung des ersten Staatsanwalts Dr. P o - pe 1 ak aus Graz, die kärntnerische unter der des bekannten österreichischen Dichters Professor Pce. konig aus Klagenfurt. Die Darbietungen werden eindrucksvolle Bilder von Heimat, Tracht, Gitte, Brauch, Lied, Gesang und Tanz, von Leid und Freude der deutschen Südostmark geben. Beide Gruppe wollen durch lebendige Fühlungnahme mit den Deutschen im Reich dem Anschluhgedon- k e n dienen und zugleich materiell g r o ß d e u t s ch e Arbeit leisten, indem sie den Ertrag ihrer Veranstaltungen in den Dienst der Fürsorge für deutsche N o t stellen. Die Steirer reisen im Auftrage des Zentralverbandes Deut­scher Kriegsbeschädigter, der Reinertrag ihrer Tätigkeit fließt dem Deutsch-österreichischen Kinderhilfswerk zu; die Kärntner re*$»n im Auf­trag des Landesverbandes Hessen-Darmstadt des Vereins für das Deutschtum im Aus­land, dem die kulturpolitische IBettruung einer- fernen kleinen Bauernvölkleins obliegt.

Die Steirer Gruppe spielt am morgigen Donnerstag, 10. Sept., im Stadttheater, wo ihr die Stadtverwaltung einen herzlichen Willkom­mensgruß entbieten wird, die Kärntner- gruppe spielt am Samstag, 12.d.M., im Ka­tholischen Vereinshaus. Beide Veranstal­tungen beginnen um 8 Uhr.

Wo sie hinkamen, sind die Steirer und die Kärntner als Brüder, dieheim ins Reich" wollen, aus vollem Herzen gefeiert worden. Gießener, sorgt dafür, daß sie auch von Gießens Willen zur groß- deutschen Einheit nachhaltige Eindrücke mit in ihre Heimat nehmen. Daß die Deutschen aus Kärnten und der Steiermark uns Dinnendeutschen recht viel zu geben und zu sagen haben, das wird jeder sehen und fühlen, der zu ihnen kommt!

Gießener Wochenmarktpreise.

am 8. September (Händlerpreise).

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 220 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 70, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rot­kraut 15 bis 20, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen 30 bis 35. älnterkohlrabi 8, Mischgemüse 15, Tomaten 20, Zwiebeln 15, Meerrettich 120, Rhabarber 20, Kürbis 8, Pilze 40, Kartoffeln 4,5, Frühäpfel 15 bis 20 Fall­äpfel 5, Birnen 20 bis 50, Preiselbeeren 70, Weintrauben 60 bis 90, Pfirsiche 130, Zwetschen 20, Honig 40; das Stück: Suppenhühner 120. junge Hahnen 100, Eier 16, Blumenkohl 40 bis 150, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 40. Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 15 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sel­lerie 10 bis 20; das Bund: Radieschen 15, gelbe Rüben 15.

Bor:: zen.

Tageskalender für Mittwoch. Rad-Club Germania, 8V$ Ähr Vereinslokal: Außerordentliche Hauptversammlung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Der Wann um Mitter­nacht". Astoria-Lichtspiele:Die Todes fahrt des 11 777".

Der Hess. Polizei- und Schutz- hundeverein 1914 gibt im heutigen An­zeigenteil eine Vorführung von Polizei- und Schuhhunden bekannt.

*

Gegen da s W eltbum mlerwesen nimmt das Kreisamt Gießen mit folgender Ver­fügung an die Landbürgermeistereien und die Gendarmeriestationen des Kreises Stellung: Rach hierher gelangten Mitteilungen sind in letzter Zeit häufig Personen beobachtet worden, die die Gemeinden durchziehen und angeben, sei es aus sportlichen Gründen, sei es auf Grund einer Wette oder aus Reklamegründen im Auftrag einer Firma um die Erde wandern zu wollen. Die betreffenden Personen sind meist unbemittelt und ohne ordnungsgemäße Ausweispapiere. Die erforderlichen Mittel zur Weiterreise beschaffen sie sich fast ausnahmslos durch den Verkauf von Postkarten mit ihrem Bild oder durch Musizieren auf der Straße oder in Höfen, ohne im Besitz der gewerbepolizeilich vorgeschriebenen Papiere zu sein. Es kann angenommen werden, daß bei der Mehrzahl dieser Leute, deren Zahl offensichtlich im Wachsen begriffen ist, gar nicht die Absicht besteht, eine Weltreise zu unternehmen, daß es sich vielmehr um eine neue Art von Landstreicher- tum handelt, dem im Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit größere Aufmerksamkeit zu schenken ist. Häufig sprechen dieseWelt- reisenden" bei den Behörden vor und wollen ihre Anwesenheit in dem betreffenden Ort be­scheinigt haben. Dieses Sammeln von Unter­schriften unb amtlichen Stempeln birgt die Ge­fahr in sich, daß diese, wie schon vorgekommen, zur Herstellung falscher Ausweispapiere ver­wendet werden. Schon aus diesen Gründen ist den betreffenden Personen gegenüber größte Vor­sicht geböten. Wir empfehlen daher, die Aus­stellung etwa beantragter Bescheinigungen ab­zulehnen und uns Bericht zu erstatten. Straf­rechtlich werden die fraglichen Reisenden wohl in vielen Fällen wegen Bettelns, Landstreicherei, wegen Zuwiderhandlung gegen Bestimmungen der Gewerbeordnung oder auch gegen Paßbestimmun­gen belangt werden können.

e Sanitätskolonne und 116er» F e st. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen trat anläßlich des Großen 116er-Tages in erhöhte Arbeitstätigkeit. Wurde doch allein bei der Denkmals-Einweihung bei den an drei verschiedenen Stellen ausgestellten fliegenden Wachen die Hilfe der Sanitätsleutc in 16 Fällen in Anspruch genommen. Cs han­delte sich hierbei größtenteils um Ohnmachts­anfälle, die durch geeignete Maßnahmen in allen Fällen bald behoben werden konnten. Bei dem Festzug und auf dem Festplah wurde die Hilfe der Wache>in über 20 Fällen benötigt. Ernstere Fälle waren auch hier nicht zu ver­zeichnen, doch muhten 2 Frauen, davon eine mit schweren Herzkrämpfen, mit dem Krankenwagen nach ihren Wohnungen gebracht werden, wo sic sich in ärztliche Behandlung begaben. Es kann hier festgestellt werden, daß die Sanitätswachen sowohl bei der Denkmälsweihe wie auch während des Festzuges sreiwillig und unentgeltlich gestellt wurden.

** Eine Rosen- und Dahlienschou veranstaltet der hiesige Gartenbauverein am nach-

leiert IlN s ch ftc

iil schulen < llntetN nibgVQ aller dr< deutsche' aller,3< Rach?e Fricdbei Kastel, l schrillen, seinen If bektus 2 war, 6ol rer tf} den.

unb weite auf -ein - Aäiiseturr lieblichen die hohen linls des Mvvbew nationale dem bis stecken Srücke. d imstande vor St-, die freui Mainz. 1 Eiehen e in Empl sinnvolle nis für

theken llnterW dem Kren gestellt w eine Angs Die über' 'Leckage k bei dm

M. auf de werden, kehr5wer fuchsweij die Aboi rung neu die Seifet trieben en ftänbiger <

Mits öeutji Hüb

Prämiier

Bersteigei

. Die Li< stebien Lak M Liesen geben wer!

Angebo W d. M Aeltion d

M A Aeibl doch

Eiehen, StSd

N Äj Ä Ne fa Wi 3t. 3 ^eistbiei» UnW 5 unbQto Holzung, zunächst geboten. .. 3n d d'e an ö, Attest Gebiete. Anden . Ngen (

W g

""Nr "1*681 fei* N N'ele -

3,61 Jc