ar. 84 Erstes ölatt
175. Jahrgang
Vonnersiag, y. April 1925
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I
Für Hindenburg!
Endlich ist im LoebellauSschuß deS Reichs- | blockS Das erlösende Wort gefallen: Feldmar- chall von Hindenburg ist als Kandidat der gesamten Rechten für den zweiten Wahlgang um die ReichSpräsidentschast aufgestellt worben. Lange haben die Parteien gezögert, dem greisen Feldherrn ihre Bitte vorzuttagen, lange hat sich Hindenburg selbst besonnen, ob er dem Rufe folgen sollte, der ihn aus der Zu- »ückgezogenheit seines hannoverschen Ruhesitzes in hen Strudel des politischen Lebens Lurch einen erbitterten Wahlkampf an die Spitze des Reiches führen soll. Nur das Be- tvuhtsein, in seiner Person alle nationalem Kräfte des deutschen Bürgertums zu einen, nur das altpreußische „ich dien'" vermochte den Feldmarschall sich dieser von ihm unerhörte Opfer deö Körpers und des Gemüts heischenden Aufgabe zu unterziehen.
Dieses hehren Beispiels soldattschen Pflichtgefühls, staatsbürgerlicher Treue zum deutschen Vaterland wird sich nun das deutsche Bürgertum am 26. April würdig zu erweisen haben. ES setzt sein Größtes ein, was es aus Schutt und Trümmern deS alten Reiches hinübergerettet hat in eine neue Welt innerer Wirren, des Parteizwistes und Partei- ImderS, den Namen, bei dessen Klang eines jehen Deutschen Herz, ob links ob rechts, vb hing ob alt, aufjubelt in Liebe und Stolz, dafz er unser ist. Der Retter der deutschen Ostmark, der Mann, dessen geniales Fcld- fienntum während des großen BölkerringenS deutsches Land vom Feinde frcihielt, der durch den Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit, unerbittlich hart gegen sich selbst, in eiserner Pflichttreue gegen Staat und Boll, das Heer aus Feindesland zurückführte und den neuen Männern an der Spitze des Reiches die Mög- lichiett gab zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung, zur Anbahnung neuer, ver- | sassungsmähiger Verhältnisse, der Mann, der in den düsteren Novemberlagen des Jahres 1918 das Deutsche Reich zum zweiten Male vom Untergang rettete, unser Hindenburg stellt sich von neuem in die Bresche, roll frohen Pflichtbewuhtseins, mit der mutigen BerantwottungSfreudigkeit seines alten Soldatenherzens, um das träge, schlaffe, gleichgültige deutsche Bürgertum aufzurütteln zu gleicher Pflichttreue.
Seit den Tagen des Alten im Sachsenwald ist dem deutschen Botte erst wieder in dem greifen Feldmarschall ein getreuer Eckhardt erstanden, gleich dem eisernen Kanzler rin steter Mahner zur nationalen Selbstbesinnung, zu emsigem Schaffen am Wiederaufbau des Reiches. Keine großen Worte, keine pctthe- iischen Reden hörte man, aber immer mehr wurde das Heim des Feldinarschalls in Hannover das Symbol deutscher Einigkeit. 3n frohen und bangen Stunden galt des deutschen Volles Gedenken seinem Heros, dem Marschall Hindenburg, vor dessen ehrwürdiger Persönlichkeit sich alle DolkSgenossen zusam- inenfanden in dankbarer Verehrung und Liebe.
Welchem ehrlichen Deutschen legt sich nun aber nicht wenigstens für kurze Augenblicke ein Gefühl banger Wehmut ums Herz, wenn er des Feldmarschalls fast schon mythisch verklärte Gestalt, wenn er Den guten Geist des deutschen Volles von hoher Warte I herabsteigen sieht in das wilde Kampfgetümmel politischen Haders? Doch der Weg sühn hindurch zur höchsten Würde des Reiches, aber auch zum höchsten Amt, das das deutsche Voll in freier Wahl in die reinsten, lautersten Hande legen will. Und wer ragt höher empor über allem Parteigetriebe, wer ist erprobter in treuestem Dienst am Voll, freier von allen Bindungen, eine lautere große Persöirlrchkeit, vor der die Welt sich ehrfürchtig neigt? Wer mehr als Hindenburg?
Die Zwiespältigkeit deutschen Wesens hat es verhindert, daß das deutsche Bott einmütig seinen größten Sohn zum Reichspräsidenten erkor. Nachdem Die Linke Die Präsidentschaftswahl zu einem Parteischacher degradierte, ist es Sache des nationalen Bürgertums, seinerseits gegen ein derartiges Gebaren FroiV ou machen. Das konnte nicht wirkungsvoller geschehen als durch die Schilderhebung Hindenburgs, in dessen Namen sich alles eint, was des Deutschen Reiches Oberhaupt nicht einem Parteillüngel ausliefern will, dem die Präsi- dentschastswahl gut genug war, seine eigennützigen Parteiziele zu erstreben.
3n opferfreudiger, dienstwilliger Selbst- entäußemng folgt Hindenburg erneut dem Rufe des Volkes und Dem Rufe Der Pflicht. Run ist es unsere Sache, ihm Treue mit Treue zu gelten und am Wahltag Den greisen Marschall mit Dem Ruf zu grüßen: 3n Deinem Lager ist^Deut schlau di
Hindenburg Präsidentschaftskandidat
Der Beschluß des Reichsblocks.
Berlin, 8. April. (TU.) Wie wir schon in einem Teil der gestrigen Auflage melden konnten, hat der Reichsblock, nachdem die Bayerische DoltSPartei mitg-teilt hatte, daß sie einer Kandidatur Hindenbu.gS zustimmen würde, beschlossen, die Kandidatur dem General eldmar- schall von Hindenburg anznbieten. Dieser hat die Kandidat ir angenommen. Die Bayerisch- Volks Par tei, die Wirtschaftspartei, der Bayerische Bauernbund und die Deutschhannoversche Partei haben sich den im Reichsblock vereinigten Parteien und Derbänden angeschlossen und sind damit dem Reichsblock beigetreten.
Die »Nationalpost" schreibt: Das nationale Deutschland atmet befreit auf, daß man endlich den Mut gefunden hat, durch Die Ausstellung eines solchen Kandidaten den klaren Willen zur Umkehr auszufprechen. daß man Schluß machen will mit den Folgen des No- vcmberverbrechens und Die Grundlage bauen will, für ein anständiges, sauberes, nationales Staatswesen.
Die .Kreuzzeitung" schreibt:
Wir erblicken in Hindenburg den besten und vertrauensvollsten Deutschen dieser Tage.
Gefahr zu verdächtigen, bezeichnet d'.e Aufstel-
Widerstand gegen d'.e den Grund g'legt hat. der Name Hindenburg stark in die Glieder ge- nun versuchen, Hinden-
Hincinragend aus starker Vergangenheit in die Zeit wilden Wirbels, hinüberwersend in eine Zukunft, für die seine Tat im Weltkrieg, die allein den vierjährigen ganze Welt ermöglichte, Kein Wunder, daß den Organen der Linken fahren ist, und daß sie
feldmarfchall von Hindenburg, die Kandidatur ha die Rcichspräsidentenwahl angenommen h.tt Machen Sie sich klar. waS daS für einen Mann von 7? Jahren bedeutet! Welche Opfer bringt di fer Mann feinem Daterlande! D.eser Offizier soll uns allen ein Vorbild sein, daß wir versuchen, es ihm gleich zu tun und jeder sein Opfer bringt. Bon Ihnen erwarte ich, daß Sie bis aufs äußerste dafür eintreten, daß Generalsetdinarschall von Hindenburg am 26. April auch tatsächlich g wählt Wird, damit Deutschland wieder ehrlich wird!
Der Reichsblock erläßt einen
Wahlausruf, in Dem es heißt: Deutsche Männer, deutsche Frauen, deutsche Jugend! Am 29. März haben sich 10’ Millionen Deutscher durch ihre S!imm- abgabe entschieden, an die Spitze des Reiches einen nationalen, christlichen und sozial- ernpfindenden Mann zu stellen. Für den 26. April steht Der zweite Wahlgang bevor. An diesem Tage Den Endsieg für den vaterländischen Gemeinschastsgedanlen zu erringen, ist das Ziel aller guten Deutscher, die das Vaterland über die Partei stellen. Diesem Gedanken folgend, haben die Bayerische Velkspartei. der Bayerische Bauernbund und Die Deutsch-Hannoversche Partei erklärt, sich aus Hindenburg als gemeinsamen Kandidaten mit Den in Den bis- I herigen Reichsblock zusammcngeschlossenen Parteien und Verbünden vereinigen zu wollen.
Dr. Jarres folgend, hat die nunmehr so verstärkte Front des Reichsblocks beschlossen, dem deutschen Volke einen Mann für das Amt des Reichspräsidenten vorzuschlagen, dessen Name in aller Wett das Programm deutscher Ehre, Treue, Kraft und Festigkeit bedeutet:
Generalfeldmarschall von Hindenburg! | Hindenburg hat als getreuer Eckehard des Dem» schon Volkes sich diesem Rufe nicht entzogen, son- I dem sich in stets bewährter Pflichterfüllung bereit erklärt, das große Opfer dieser Kandidatur zu bringen. Wir betrachten es als ganz selbstverständliche Pflicht aller Deutschen in Stadt und Land, ohne Unterschied des Standes und De- I kenntnisses, sich mit ganzer Kraft und Hingabe für unseren Hindenburg ei nzu sehen. Hindenburg war Euer Führer in großer und schwerer Zeit. Ihr seid ihm gefolgt; I Ihr habt ihn geliebt; er hat Euch nicht verlassen! Kämpft für ihn auch jetzt, wo er, der alte Führer, I treu wieder an Eure Spitze treten w ll, um seinem Vaterlande im Frieden dem Aufbau zu dienen. Unsre Losung lautet deshalb: M i t H i n- denburg zum Sieg! Für Einheit aller Deutschen! Für christliche Art und sozialen Fortschritt! Für des Vaterlandes Größe und Freiheit! Hindenburg der Retter der Zwietracht!
Der Reichsblock.
Die Berliner Presie zur Kandidatur Hindenburg.
Berlin, 8. April. (DD.) Die Nachricht, daß der Reichsblock die Kandidatur Hindenburgs aufgestellt und daß Hindenburg die Kandidatur i angenommen hat, ist, da sie ziemlich spät be- I fannt wurde, nur von wenigen Berliner Abendblättern kommentiert worden.
Die „Tägliche Rundschau" schreibt: Gerade das ungeheure Kapital persönlichen Vertrauens, das sich Hindenburg im Lande wie im Ausland erworben hat, wird ein starkes Aktiva m für die künftige deutsche Po- l i t i f Darstellen. Er wird ein Staatsoberhaupt sein, das sich nicht erst Anerkennung und Hochachtung zu erwerben braucht, sondern vom ersten Tage an besitzt, seine internationale I Geltung und Respekt auch des schlimmsten Feindes ins Amt mitbringt. Hindenburg ist der gc<* I bereue und bewährte Führer.
SV D A. Z." sagt: Hindenburgs ehrwürdige Gestalt steht h o ch ü b e r d e n P a r t e i - u n d Klassengegensätzen, die unser Volk heute I so zerspalten wie je zuvor. Er ist der Repräsentant jenes in den letzten Jahren nur au sehr I in Den Hintergrund gedrängten Geistes, der sich ! zuerst als Deutscher und dann erst als I Parteiangehöriger fühlt, jenes Geistes, Der ernst Deutschlands ®rö6e geschaffen hat.
Die Wahl Hindenburgs wird ein sinnfälliger Ausdruck der Erstarkung nationalen Wollens und der Selbstachtung des deutschen Volkes fein.
Der „2 o t al an5 e ig er“ schreibt: Der I Name Hindenburg, durch Den Mann Jarres I einborg cf) eben und zur Losung gemacht, ist der I höch ste Einsatz, Der uns Deutschen in Dem Kampf um die Präsidentschaft bleibt. In Den I furchtbarsten Stunden Deutschlands wurde der I niame Hindenburgs der Name derRettung und des Trostes. , m
Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: Er ist in seinem hohen und edlen Menschentum, in seiner sittlichen Größe ein Fanal für alle, Denen reine Empfindungen noch nicht in Der Drust erstickt sind. And so hat Denn auch fein Olame seine selbstverständliche und natürliche Werbetrast über die Grenzen der Parteien un- Konfessivnen hinweg er= I neut bewährt
habe.
Das „Acht-Ahr-Abendblatt" nennt Die Kandidatur H ndenburg eine ausgesprochene Verlegenh?itska ndidatur und erinnert ebenso wie die „Germania" an ein Telegramm Hindenburgs, in Dem er sich als zu alt für Den Reichsprafi- Dentenposten bezeichnete iuiD die Möglichkeit zugab, Daß seine PräfiDentschaftslanddatur schwere außenpolitische Bedenken auslösen müsse.
Der „Vorwärts" bemerkt. Die KandiDatur Hindenburgs sei eine außenpolitische Katastrophe, für Die das Blatt Die Reichsregierung verantwortlich machen will, peil eine eindringliche Vorstellung Der Reichsregierung an Hindenburg offenbar nicht ergangen sei. Das Blatt schreibt: Hindenburg ist für alle Welt das Symbol Des kriegerischen Kaiserreiches. Seine Proklamierung zum KandiDaten reißt alle Wunden des Weltkrieges aus. Außen, innen und draußen wird man jede Stimme. Die für Hindenburg abgegeben wird, als unzweideutiges Bekenntnis zur Monarchie und zum Revanchekrieg bettachten. Im Innern wird ein Wahltämpf geführt werden, wie ihn Deutschland noch nicht geführt hat, dessen Folgen unabsehbar sind.
Die „D e 11 i n e r B ö r s e n z e i t u n g", die seit einigen Tagen mit aller Entschiedenheit für Die Kandidatur Hindenburg cingetrctcn war. begrüßte heute nachmittag im Voraus Die endgültige Aufstellung Der KanDiDatur.
Die Spätabendausgabe des „T a g" bezeichnet Hindenburg als den kommenDen deutschen Führer. Dr Jarres habe immer erklärt, daß ihm an seiner Person nichts liege und daß er im Augenblick gern verzichten wolle wo es gelingen sollte, Den volkstümlichsten Deutschen, Den in guten und bösen Tagen bewährtesten Mann Der Ration zur Annahme des höch- I fielt Amtes zu bewegen. Hindenburg f w:tt l mehr als der Kandidat einiger Parteien und Verbände, er habe oft staatsmännischer gedacht und gehandelt, als die Leute, die sich allzu gern selbst als Führergen,es aus- gaben-
Tirpitz zur Kandidatur Hindenburg.
Hannover. 8. April. (Sil.) Großadmiral von Tirpitz ist heute nachmittag nach Berlin gereist. Kurz vor der Abfahrt hatte der Vertreter der „Telunion" eine ilnterteDung mit dem Großadmiral, in deren Verlauf sich Tirpitz über Die Kandidatur Hindenburgs u. a. folgendermaßen äußerte: Ich bin dankbar erfreut, daß Der Generalfeldmarschall dem Vaterlande das schwere Opfer bringen will, die Kandidatur anzunehmen, nachdem die Ergebnisse Der erften Wahs einen Erfolg für Dr. Jarres zweifelhaft erscheinen ließen. Der Wunsch. HinDenburg an der Spitze des Reiches zu sehen, ist aus dem elementaren Drang des deutschen Volkes nach Führung. Freiheit und K l arbeit geboten. Hindenburg ist eine Persönlichkeit der das Vaterland über Die Parteien geht, eine Persönlichkeit, Die mehr Sein als Scheinen will unD deren Lauterkeit erhaben ist. Die Rühe. Würde und abwägende Art des Feldmarschalls sollten auch dem Auslände Die Erkenntnis bringen, daß ein Deutschland unter seiner Leitung für Die stetig fortschreitende friedliche Lösung der europäischen Probleme Die denkbar beste Gewähr bietet.
Ludsndorff für Hindenburg.
München. 8. April. (WTD.) Zu Ehren Ludendorsfs anläßlich seines 60. Geburtstages veranstalteten am Mittwochabend eine Reche von völkischen Verbänden in München eine Kundgebung mit Fackelzug. Ludendorff>hielt hierbei eine Rede, in der er auch auf die Annahme Der ReichspräsidcmtschaftskanDidatur Durch Hindenburg zu sprechen kam. Er sagte u.a.. „Wir haben heute die Nachricht erhalten, daß oer beste Soldat Des alten Heeres. Gmeral-
burg als außenpolitische Di« »Boss. Ztg."
(ung Der Kandidatur als eine Niederlage der Deutschen Volkspartei und erklärt nach einem Hinweis auf Die Vorgänge innerhalb des Loebell- Ausschusses und Die wiederholte Ab'ehnung Der Kandidatur durch Hindenburg, daß trotz des schm baren Zuwachses. Den Die Bayer sch? Volls- partm und Die Deutsch Hannoveraner dem Reichß- block bringen, die Kand datur Hindenburg weit schlechtere Aussichten als Die Kcmd Datur Jarres
Bayern hinter dem Feldmarfchall.
München, 8. April. (BTB.) Die „B a y e * rische S t a a t s 3 c 11 u n g" schreibt zur 'Bereit- Willigkeit Hindenburgs, die Kandidatur zur Reichs, vräfidenlenwahl anzunehmen: Mit dieser Entschei Dung ist der schier unentwirrbare Knoten von Irrungen und Wirrungen der letzten Taae durch hauen. Die Verhandlungen in 'Berlin habe so ein Ende gesunden, daß jeder begrüßen muß. Hindenburg ist Kandidat für das höchste Amt. das das deutsche Volk nach der Weimarer Verfassung zu vergeben hat. Fast scheint es so, daß der greife deutsche Führer im Weltkriege dem deutschen Volk abermals ein Symbol ist in den Tagen, in denen es gilt, aus den politischen Wirren der Gegenwart Rettung zu finden. In diesem Zusammenhang ist der Wunsch verständlich, es möge dem opferbereiten Feldherrn aus Deutschlands großer Zeit gelingen, durch fein Handeln Deutschland ein Beispiel zu sein, es zu Verzicht bereiter Hingabe an das Ganze zu- erziehen; denn das allein hat ja dem aufwärtsstrebenden Deutschland die größten chindernisie bereitet, daß Der Wille Der Parteien nur allzu oft in den Vordergrund getreten ist und das einige Zusammenarbeiten saft unmöglich gemacht hat.
Die „München-Augsburger „Abend*Zetlung schreibt u. a.: Mit der Annahme der Kandidatur durch Hindenburg wurde dem Feilschen und Handeln um Den nationalen PräsidentschaftskandiDaten ein En De gemacht. Wil hallen e» für das Richtigste, daß -aUc Erörterungen, die sich daran knüpfen tonnten, zurückgestellt werden. Wenn fiinbenburg sich' bereit erklärt, das höbe, s ,were Amt des Reichspräsidenten gegebenenfalls zu übernehmen, so wissen wir, daß dadurch alle Einwände, die sich auf das hohe Alter Des Generalfeldmarschalls beziehen konnten, hinfällig geworden sind. Wenn chm- Denburg ruft, wird ihm das deutsche Volk folgen. (Fr bet eines für sich, was kein anderer Kandidat beanspruchen kann: Eine wahrhaft überpar- t e i l i che S te 11 u n g und eine ungeheure ge- f chichtliche Leistung !
Aufruf der Wirtschaftspaktes.
-Berlin. 9. April. (TU.) Der ParteivorstanD Der Wirtschaftspartei erläßt nachstehenDen Auf* ruf: ..Parteifreunde! Unfern heißen Bemühungen, im Sinne Des einmütig gefaßten Beschlusses Der am 7. April aus Dem ganzen Reich nach Berlin herbeigeeilten Parte' freunDe unD Vertrauensleute, eine KandiDatur HinDenburgs im Reichsblock Durchzusetzen. ist ein völliger Erfolg brschicben. Der Marschall ist aufgestellt unD hat Die Kandidatur angenommen. Das deutsche Volk wird dem Feldmarschall Dank wissen, daß er trotz seines hohen Alters auch in dieser schweren EchickfalsstunDe das Vaterland nicht int C - ich gelassen. Nun Dürfen auch wir Dem Heros unseres Volkes die Gefolgschaft nicht versagen. Parteifreunde! Die Parole lautet jetzt: Mit ganzer Kraft, mit ganzem Her- zen ans Werk! Der Sieg mu«ß unser fein. Es lebe unser Feldmarschall von HinDenburg"
Die Banken
zur Aufwertungsfrage
Berlin, 8. April. (WTB.) In der vom Zen« traloerbanD des deutschen Bank- und Bankiersgc- werbes gefaßten Resolution zu dem Aufwertungs- gesetz, über die wir schon kurz berichteten, werden folgende Forderungen ausgestellt:
1. Zwischen altem und neuem Besitz Darf keine unterschiedliche Behandlung ftattflnben.
2. Die zur Verfügung stehenden Mittel nach Abzug eines Sonderfonds für die Unter ft ü^u ng bedürftiger Zeichner müssen unter Den gleichen Bedingungen zugunsten sämtlicher Besitzer verwendet werden.
Als Borteile für ein solches Verfahren werden angeführt: 1. Arbeit und K 0 st e n der Adlö- sungsgeschäfre werden auf einen kleinen B r u ch- t e i l des jetzt vorgesehenen enormen Bruchteils zu* rückgeführt. 2. Es entfällt die Gefahr der b c * trügerischen Schädi gung des Reiches und die Notwendigkeit, sich dagegen durch kostspielige Uederwachungsmaßnahmen zu sichern. 3. Die Rechte sämtlicher Ablösungsglau- biger werden endgültig festgelegt. 4. Für Die B e> ro e r t u n g Der Ablösungsschuld wird eine sichere Grundlage geschaffen. 5. Die Entrechtung der Altbesitzer unter 1000 M k. wird beseitigt. 6. Es erübrigt sich ein strafrechtliches Verbot der Austorderung zur Unterlassung Dee Umtausche, gegen welches rechtlich unD moralisch Die erheblichsten BeDenken bestehen. 7. Schließlich vor allem werben Die Gefahren oermte* Den .Die der künftigen börsenmäßigen Unterbringung von Anleihen des Reiches und Der Länder aus einer dem Mesen


