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Das Wesen der deutschen Universität.
AuS einem Dortrag Professor Eduard Sprangers, orbentL Professor der Psychologie an der Universität Berlin.
Die abendländischen Universitäten, die auf eine Entwicklung von etwa 700 Jahren zurück» blicken können, wurzeln sämtlich in der mittelalterlichen Universität. Die früheste Fonn der mittelalterlichen Umversität war die Klosterschule. 3n dieser wurden nur die „septem artcs“ Grammatik, Rhetorik. Dialektik, Arithmetik. Astronomie, Geometrie und Musik gelehrt. alS Erbe deS griechisch-römischen Altertums. Erst mit dem zwölften Jahrhundert trat ein Umschwung ein. DaS römische Recht wurde zu neuem Leben erweckt. Die Medizin nahm durch arabischen (Sin- Hub einen neuen Aufschwung. Dor alley Dingen aber entstand durch die Auffindung aristotelischer Schriften eine neue theologisch-philosophische Wissenschaft. die Scholastik.
Die erste abendländische Unwersitat wurde in Bologna gegründet, worauf bald andere in allen Kulturnationen folgten. Schon die damalige Universität gliederte sich in vier Fakultäten, die aber nicht gleichwertig waren. Als „untere" Fakultät, die jeder „Student" erst durchlaufen muhte, bestanden noch die „septem artes", also daS, waS heute der philosophischen Fakultät entspricht. Die drei „oberen" Fakultäten waren Theologie, Jurisprudenz und Medizin. Die Gliederung der Studierenden erfolgte nach dem Muster der Zünfte (Lehrling, Geselle, Meister) in SchvlariS, BaccalaureuS und Magister. 3n dieser Zeit entstand auch der Dame Universität, der aber später falsch ausgedeutet wurde. Universität heiht ursprünglich nicht ein 3nstitut, daS der „Gesamtheit' der Wissenschaften dienen soll, sondern daS die „Gesamtheit" der Lehrenden und Lernenden umspannt. Man dachte also an eine Lebensgemeinschaft im heutigen Sinne.
Die Hauvtcharakteristika der mittelalterlichen Universität waren erstens eine von der Religion, das heiht hier von der Offenbarung, gelenkte Wissenschaft, zweitens Ueber- nanonafität (die Universität umfasste die gesamte abendländische Christenheit), drittens war sie Erbin der griechisch-römischen Tradition, d. h. sie war fein Forschung^, sondern ein Lehr- inftitut; gemäß dem Geiste des Mittelalters, für den eS keine Erkenntnisse gab. die man findet, sondern nur die. die ivt der Bibel mö als Unterbau dazu in der aristotelischen Philosophie vorhanden waren. Die Form der Lehre bestand in einem Dorsagen und Diktieren, wovon sich Reste biS in unsere Zeit erhalten haben.
3n dieser Form bestand die Universität bis zur Wende durch die Reformation. Mit dem Erwachen antiker 3been im Humanismus und der Spaltung der Kirche in katholische, lutherische und kalvinistische verwandelt sich die alte, vom übernationalen Geiste der einen Kirche getragene Universität in eine Landesuniversität. Die Raturwissenschaften blühen, losgelöst vom Zwange der Kirche, auf, und es entwickelt sich eine von der Theologie unabhängige Philosophie. Reben den Universitäten entstehen Akademien. die im Gegensatz zu ihnen reine gor- schungsanstalten sind.
Diese Epoche reicht bis zur Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810. Diese Gründung ist Exponent des gangen damaligen GeisteS. Die Befreiung des Individuums, die auf politischem Gebiete ihr Korrelat im Liberalismus hat, erzeugt als reinsten Ausdruck deutschen Wesens die deutsche idealistische Philosophie. Diese Philosophie, die mehr als blohe Wissenschaft ist, ist persönlich erarbeitete, von persönlicher, nicht kirchlicher Religiosität erfüllte Weltanschauung. Der Geist, den die damalige Berliner Universität in feiner Reinheit (Fichte, Schleiermacher. Schelling» verkörperte. legt den Schwerpunkt auf die Idee der Einheit aller Wissenschaften in der Philosophie. Diese ist nicht der Rahmen der Einzelwissenschaften. sondern macht sie erst möglich. Die Reinheit der Wissenschaft wird betont, die Wahrheit soll um ihrer selbst willen gesucht werden, nicht in bezug auf ihre Anwendbarkeit. Wahrheit ist im Gegensatz zur mittelalte: lichen Anschauung nichlS fertig Vorhandenes, sondern ein beständig Werdendes. Vermehrung des WisfenSbestandes. d. h. For- e schung ist Pflicht der Universität, und zwar der ' Lehrer und der Schüler. Der Geist der Freiheit, in Gestalt der Freiheit des Forschens, der Lehre und des Lernens, herrscht in einem Grade wie bei feiner anderen Lebensorganisation.
Mit dieser Wendung rückte die frühere .untere" Fakultät auS ihrer dienenden Stellung heraus zu einer wenigstens innerlich herrschenden. Denn die eigentliche Wüsenschustsmehrung liegt Hei der philosophischen Fakultät. Die anderen verwenden ihre Erkenntnisse, wie die medizinische, oder arbeiten nach ihren Methoden.
Erzieher.
Von 3. W. von Goethe.
Die Worte sind gut. fic sind aber nicht das Beste. Das Beste wird nicht deutlich durch Worte. Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste.
Wer blos mit Zeichen wirkt, ist ein Pedant, ein Heuchler oder eine Pfuscher. Cs gibt ihrer viele, und es wird ihnen wohl zusammen. Ihr Geschwätz hält den Schüler zurück, und ihre beharrliche Mittelmäßigkeit ängstigt die Besten. Des echten Meisters Lehre schließt den Sinn auf. denn wo die Worte fehlen, spricht 'die Tat.
Wie erlebten Schulkinder den Volkstrauertag?
Zweifellos eine Frage, die dem Erzieher toertDofle Rückschlüfse ermöglicht Wie erlebten Schulkinder den Dolkstrauertag?
Um einmal zu sehen, wie ein solcher Tag sich in der Seele der Schulkinder widerspiegelt, ließ ich sie einen Aufsatz darüber schreiben.
Daß der Dolkstrauertag den gefallenen Krie- rgalt, das erwähnten von 25 Kindern
Eine ganze Anzahl, 11, gedachten auch des Todes des Reichspräsidenten: „es war ein doppelter Trauertag", ober: „deshalb trauerte man noch mehr", schreiben die Kinder. Eines drückt sich so aus: „am Tage vorder war der Reichs- prafident Ebert gestorben. Am Sonntag wurde
Jugend und Hochschule.
Bis zum Ende des achtzehnten IahrhuirdertS umspannte noch die Philosophie alle Wissenschaft, daher- rechnen heute noch Wifsenschaften zur philosophischen Fakultät, die mit reiner Philosophie nichts mehr zu tun haben.
Mit bem 19. und 20. Jahrhundert wendet sich biefe Entwicklung nun derart, baß die (Sin- zelwiffenschaften mehr und mehr aus dem Schoße der Philosophie herauSwachsen. Durch die fortschreitende Komplizierung der modernen Kultur wirb die Fülle bei im einzelnen Wiß- baren immer größer. Der moberne Staat und auch die freien Berufe erfordern immer tiefer gehende Fachbildung. Woraus sich, da die ilni= versität die Fülle der „Fakultäten" nicht mehr fassen könnte. Fachhochschulen bilden, deren bekannteste die Technische Hochschule ist. Dies geht soweit, daß jede neue Seite der abendländischen Kultur eine eigene Fachschule ober Fakultät er- forbert.
Die deutsche Universität in ihrer heutigen problematischen Stellung zeichnen folgende Charakteristika auS:
Erstens, die Verbindung von Philosophie und Forschung. Diese Synthese ist an unb für sich nicht selbstverständlich. Philosophie kann im wesentlichen Weisheit, Lebensführung ober Metaphysik fein. d. h. der Religion näherstehen. Allein der latente Zusammenhang. der zwischen den Cinzelkarnationen unserer abendländischen Kultur besteht, führt notwendig aus diese Synthese. Die Philosophie kann, so wie sie heute als geschichtlich gewordenes Gebilde dasteht. nicht an den Einzelwissenschaften vor« übergehen. Weltanschauung läuft der Idee nach auf ein Totalwissen hinaus. Die Aufgabe der heutigen Philosophie ist daher einerseits, die verborgenen philosophischen Voraussetzungen der Einzelwissenschaften zu zeigen und dann ihre Ergebnisse zu einer Weltanschauung, d. h. Metaphysik zusammenzufassen, da die Einzelwissenschaften beziehungslose Teile ohne das Werk des Philosophen blieben. Wenn diese Philosophie bis heute nicht gelungen ist, liegt das nicht daran, daß die Aufgabe schief gefteltt ist, sondern daran, daß sie nur von einem der seltensten Köpfe bewältigt werden kann.
Zweitens, die Verbindung von Forschung und Lehre. Der Professor und der Student müssen wenigstens der Idee nach die Wissenschaft toeiterbUben. Die deutsche Dissertation muß etwas Eigenes, Reues enthalten. In dem Lernenden soll die Leidenschast des Wchrheitsuchens herangezüchtet werden. Gerade hierauf, daß alle mitschaffen müssen, beruht die Lebendigkeit und die große Anziehungskraft der deutschen Universität gegenüber dem Auslande.
Drittens, ist das Studium rein wissenschaftlich und keine Berufsbildung. Die ilnioerfität soll nur wissenschaftliche Voraussetzungen bieten, nicht die Berührung mit der Praxis des Lebens. Hieraus entspringt der Vorwurf der LebenSfremdheit, der der Universität gemacht wird. Sie bilde reine Gelehrte, und Die reine Wissenschaft stehe in einem Mißverhältnis zu ihrer Anwendbarkeit. Dies läuft auf Die Frage hinaus, ob älniöerfitäten zu Berufsanstalten gemacht werden fallen. Dem steht einerseits unser deutscher Glaube an den Wert des Wahrheitsuchens als ethischer Wert gegenüber, ferner die äleberzeugung. daß jeder, der eine Zeitlang durch die Schulung unparteiischen Denkens gegangen ist, eine bessere ttrnstellungsfähig- feit für neue Fragen der Praxis besitzt. alS der nur auf sein spezielles Derufsfach Gedrillte.
Die heutige Stellung der deutschen Universität. mag im einzelnen vieles rudimentär sein, ist in ihrem Verhältnis zur Gesamtkultur eine innerlich notwendige und gesunde: fruchtbare Aenderungen können nicht erzwungen werden. fondem müssen dem historisch-organischen Entwicklungsprozeß überlassen bleiben.
Das russische Hochschulstudium.
Auf einer der letzten Sitzungen des Kollegiums des Volksbildungskommissariats in Mos - k a u wurden u. a. folgende neue Regeln für bas Hochschulstudium im Änterrichtsjahr 1925 26 bestätigt:
Insgesamt werden in den Hochschulen 18 000 Studierende ausgenommen, von welcher Zahl 8000 Arbeiterfakultäten absolviert haben müffen. Die übrigen Plätze werden wie folgt verteilt: Auf die russische Kommunistische Partei entfallen 15 Prozent, ebensoviel auf die Derufsverbände unb auf den Kommunistischen Iugendverband. ferner ebenfalls 15 Prozent auf das arbeitende Bauerntum, Invaliden und entlassene Rotarmisten. Für die Kinder der arbeitenden Intellektuellen sind 10 Prozent vorgesehen, doch müssen auch sie von den Derufsverbänden empfohlen sein. 25 Prozent stehen den Absolventen der Mittelschulen und der — Parteischulen zu. so daß für die Zurück- brängung der Kinder bourgeoiser Eltern immer noch genügend Spielraum bleibt. Die prozentuale Aufteilung der Daganzen zeigt, wie sehr man in Rußland nach der vorjährigen großen „Hoch-
schulsäuberung" auch heute noch daraus bedacht ist, nur dem Proletariat ben Hochschulbcluch zu ermöglichen. Trotz aller sicher Maßnahmen sehen die russischen Parteikreise die größte Gefährdung des Kommunismus im Fehlen einer genügend intelligenten proletarischen Hochschuljugend
Eine Diplomalenschule in Amerika.
Auch Amerika hat sich, nachdem bereits Frankreich unb Deut! chland sich eine Lehranstalt für ihren Rachwuchs int diplomatischen Dienst eingerichtet haben, eine solche in bet ..School o f 5 o r c i g n Office" der George Town University in Washington geschaffen. Zu ihrem Direktor ist Dr. Friedrich Wilhelm Rotz, ein Sohn deutscher Eltern, der auch in Deutschland studiert hat und Mitglied des Deutschen Instituts für Weltwirtschaft unb Seeverkehr ist. ernannt worben.
Durch ein im vorigen Jahr erlassenes Gesetz ist in Amerika die Ausbildung für den diplomatischen Dienst auf eine neue Basis gestellt worden, die die Diplomatenkarriere zu einem Beruf gemacht hat, der nicht mehr nur führende Parlamentarier der jeweils herrschenden Richtung zugänglich ist. Das neugegrünbete Institut hat sich bic Förderung der diplomatischen Wissenschaften zur Aufgabe gemacht und namhafte Gelehrte werden an ihm Vorlesungen halten.
Die Berliner medizinische ftahdtät zur «Kurpfuscherei.
Die zunehmende Laienbehandlung ernster Krankheiten und die körperliche Schädigung zahlreicher Menschen hierdurch, die teilweise zu gerichtlicher Verfolgung geführt hat. veranlaßte Die medizinische Fakultät der Friedrich-Wilhelm- Ülniversität zu Berlin zu einer Erklärung gegen die überhandnehmende Kurpfuscherei:
Die medizinische Fakultät sieht in der immer stärker werdenden Zunahme des Kurpfuschertums eine erhebliche Gefahr für die Volksgesundheit und hält deswegen den Erlaß eines Kurpfuschereiverbotes für erstrebenswert. Sollte dieses nicht erreichbar fein, so hält sie es für zum mindesten unbedingt geboten, daß staatliche und Gemeindebehörden. Versicherungsanstalten. Krankenkaffenverbände usw. jede Unterstützung des Kurpfuschertums unterlassen und daß die Behandlung von ansteckenden (befonders Geschlechts-) Krankheiten durch Richtärzte gesetzlich verboten wird.
Die neue preußische Promotionsordnung für d. Dr.med. vet
Die Vorschriften der Promotionsordnung für die Erteilung der Würde eines doctor medicinae vetennanae durch die Tierärztlichen Hochschulen in Berlin und Hannover vom 29. Oktober 1910 unb vom 7. Mai 1913 werden nach einer Verordnung des Landwirtschaftsministers wie folgt geändert:
§ 7. „Der Beschluß der Prüfungskommission wird dem Bewerber durch den Rektor mitgeteilt. Das Doktordiplom wird ihm jedoch erst eingebänbigt, nachdem er 200 Abdrucke der als Dissertation anerkannten Schrift bei dem Rektor eingereicht hat. Vor der Aushändigung des Diploms hat der Bewerber nicht das Recht, sich Doktor zu nennen.
Die eingereichten tMdrucke müssen ein besonderes Titelblatt haben, auf dem die Abhandlung ausdrücklich als von der Tierärztlichen Hochschule zur Erlangung der Würde eines doctor medicinae veterinanae genehmigte Dissertation bezeichnet unb auf dessen Rückseite der Rame des Referenten angegeben ist.
Zu dem Titelblatt hat der Rektor die Druckgenehmigung zu erteilen, auch kann er auf Antrag des Referenten verlangen, daß vor der Veröffentlichung Aenderungen des Textes der Dissertation vorgenommen werden."
Diese Aenderung tritt am 1. Oktober 1925 in Kraft.
Deutschland und die internationalen wissenschaftlichen Kongresse.
Der Verband Deutscher Hochschulen bringt eine interessante Zusammenstellung der internationalen wissenschaftlichen Kongresse der letzten beiden Jahre, an denen deutsche Gelehrte meist nicht beteiligt waren, ohne jedoch näher aus die Vorgänge einzugehen, die das Fernbleiben der Deutschen bedingten. Es werden im ganzen 91 Kongresse aufgeführt, die teils stattgefunden haben, teils Dor bereitet find. Zu 58 Kongressen war Deutschland überhaupt nicht eingeladen worden: bei den übrigen 33 handelt es sich meist um solche, die vom Völkerbund ausgingen oder von den Mittelmächten einberufen waren. An letzteren waren Frankreich und Belgien nur dann beteiligt, wenn es sich um internationale Gesetzgebung Handelle, oder die
der Mülstrauertag dadurch immer schlimmer." Die Mhncn wehten halbmast. Daß dies mit dem Dolkstrauertag in Verbindung stand, betonten 9 Kinder. 6 meinten, die Fahnen seien wegen des Todes des Reichspräsidenten besonders aufgezogen. Daß deshalb bis einschließlich Donnerstag zu flaggen war. erwähnen 2. 1 Kind erwähnt dazu, daß alle Vergnügungen verboten traten.
3m Mittelpunkt des Tages steht auf dem Lande wohl fast überall an solchem Tag der feierliche Gottesdienst. Da ist die Kirche einmal voll! Aber die Kinder sind nicht entzückt davon, daß Erwachsene sich auf „ihren" Plätzen breit» machen. Konservatwe Jugend! Ein Bub sagt. „Wie erstaunte ich, als große Männer auf meinem Platz faßen und es sich bequem machten. Ich versuchte, mich auf der vorderen Bank zwischen meine Kameraden zu zwängen. So hatte ich die Möglichkeit. mich wenigstens hinzusetzen." Ober: „Wir mußten uns drängen, um Platz zu bekommen. Manche freilich haben auch schnell entschlossen sich Plätze gesucht und sie eingenommen. Dann sahen sich die Kinder im Gotteshaus um. Daß bet den Kriegergedenktafeln die umflorten Fahnen des Krieger- und Gesangvereins standen, fiel 15 Kindern besonders auf; 1 Bub erwähnte sogar die Blumensträuße, die unter die Gedenktafeln hingestellt worden waren. Den Teri der Predigt. Offenbarung Ioh. Kap. 3, Vers 11. haben 17 Kinder behalten: 5 von ihnen wußten auch noch, welcher Gemeinde ursprüng
lich diese Worte gelten. Den Inhalt der Predigt geben 3 Kinder sehr gut, 2 Kinder gut wieder. Auch Urteile Darüber finden sich. Ein Kind sagt: „die Predigt war für diesen Tag sehr geeignet", ober ein anderes. „die ganze Predigt bezog sich auf ben Trauertag." Ein Kind ist so ehrlich — eine gute Schülerin übrigens — zu sagen: „In der Predigt habe ich manches nicht verstanden." War sie wirklich an manchen Stellen vielleicht „zu hoch"?
An einem solchen Tag kommen Denen, die Angehöriger gedenken, leicht Tränen in die Augen. 3 Kinder betonen das. und eines macht sich auch Gedanken über das „Warum?", und beantwortet die Frage sehr gut unZ) richtig.
An dem Gottesdienst nahm der Kriegerverein geschlossen teil. 21 Kinder erwähnen ihn; 4 Kindern sind gleich die Abzeichen aufgefallen. Den am Gottesdienst beteiligten Gesangverein erwähnen sogar 22 Kinder, und von diesen sagen 13, daß er zweimal gesungen hat. Einige fügen besonders an, daß der Gesang sehr schön gewesen sei. — Die am Ausgang erhobene Kollekte erwähnen 2 Kinder: 1 bemerkt, als getreuer Registrator, daß der Gottesdienst „länger als sonst gebauert" hat.
Mittags von 1 bis 1* 4 ilßr wurde zu Ehren der Gefallenen getaut et. Das ist 18 Kindern tm Gedächtnis geblieben. Das das Läuten nur mit einer Glocke geschah, da wir nur ci hüben, hat bei 3 Kirchern besonderen Eindruck g .nicht. Ein
Tagung vom Völkerbund einberufen war. Tagungen auf deutschem Boden wurden nur selten von ihnen besucht, meist aber gemieden unter der ausdrücklichen Bemerkung, man wolle nicht mit Deutschen zusammen tagen.
Don einer Reihe wissenschaftlicher internatio naler Organisationen ist Deuts chland fei: bem Kriege satzungsgemäß ausgeschlo' fen. Es handelt sich hier besonders um bk icnigen. die dem International reserch council (I. R. C.) unterstehen. Verschiedene Unionen wur den gegründet mit Dein Zweck, andere, die früh, unter deutscher Leitung standen, auszuschalle . So wurde z. D. an Stelle der internationalen astronomischen Rachrichtenzentrale in Kiel eine neue Zentrale in Brüssel gegründet: die chemisch? Union beschloß 1920 in Rom die Gründung eine' internationalen Patentamtes mit Llusschluß Deutschland-. -• Vor dem Kriege hatten 15 internationale wissenschaftliche Vereinigungen ihren Sih in Deutschland, 1923 bestanden Davon noch 3. Die Commission intern, des m^thodes d'analyse des produils sucres, das öefretariat des congres intern, d'histvire de« religionS in Göttingen, von dessen Tagung in Paris Deutschland ausgeschlossen wurde unb endlich das Zentralbureau der astronomischen Tele gramme in Kiel, an dessen Stelle ein neues in Brüssel gesetzt wurde. An einigen anderen Gesellschaften sind nur Deutschland unb einige (neutrale beteiligt. In vielen Organisationen, besonders denen, die dem I R. C. angeschlossen sind, hat F r a n k r e i ch-jetzt die Führung. 3n fast allen Gesellschaften svielte Deutschland vor dem Kriege eine wesentliche, wenn nicht die führende Rolle: fic wurden einfach aufgelöst unk später unter Ausschluß Deutschlands neu gegründet. Der englische Gelehrte Hardy (Or forb) sagte dazu: „D e r Zweck des 3. R. C. ist nicht die Förderung internatio n a I er Zusammenarbeit, sondern bei Ausschluß der Deutschen.
War der Ausschluß der Mittelmächte nicht sahungsgemäß vorgesehen, so wurde Deutschland auf anderen Wegen von der Teilnahme an ben Tagungen ferngehalten. So wurden zu einer Tagung in Dularest nur Die Völker cinge laben, Die dem Völkerbund angehörten. Die deut scheu Psychologen wurden zum Kongreß in TI a i - land zwar eingeladen, aber Die deutsche Sprachc wurde nicht zugelassen und auch kein Deutscher in das Komitee gewähll. Unter diesen Umständen war natürlich eine Teilnahme nicht möglich. üin = gekehrt wurde auf dem Chirurgenkongreß die deutsche Sprache zugelassen, mit Rücksicht auf die Skandinavier, die deutschen Chirurgen aber nicht eingetaben. Zum Geographenkongreß in Kairo 1925 mußten sogar Die schon erganaencn Einlabungen annulliert werben, um Deutschland noch nachträglich auszuschließen. Aehnllche Fälle ließen sich noch mehrfach anführen. — Zu einigen Kongressen wurden bann deutsche Gelehrte oder Gesellschaften als „Obferoet“ gelaßen, d. h. fic Durften als stille Beobachter an der Tagung teil- nehmen. Leiber herrscht betreffs der Stellungnahme zu derartigen Ansinnen noch keine Einigkeit. Es kann doch nur eine Meinung geben Entweder die Deutschen werben als gleichberechtigt angesehen ober sie lehnen jede Teilnahme ab. Bedauerlich ist es aber, wenn sich Gelehrte unter so entwürdigenden Bedingungen doch bereit erklären, die Kongresse zu besuchen.
Es fehlt jedoch neuerdings nicht an Stimmen im Ausland, die diesem Zustand ein Ende machen möchten. Bekanntlich haben sich besonders die skandinavischen Länder Finnland unb Holland in diesem Sinne bemüht. So verweigerten Schweden und Finnland die Teilnahme am Chemikerkongreß in Kopenhagen wegen des Ausschlusses Der Deutschen. Rorwegen trat aus Dem internationalen ßtubentenbunD aus und dänische Gelehrte beschlossen, nicht eher Der con- f^Deration des travailleurs intellectuels beizutreten. bevor nicht Deutschland ausgenommen sei. Fast noch bemerkenswerter ist es, daß auch bei ehemaligen Feindesstaaten Stimmen laut werden, 'die für Deutschland sprechen. So erhob sich in Italien lebhafter Widerspruch, als Deutschland nicht zum Pathologenkongreß eingeladen war, Der übrigen- bis heute noch nicht stattgefunden hat. Eine Reihe von englischen Gelehrten unter Führung von Hardy hat sich zu einem Protest gegen den Ausschluß Deutschlands zusammen- aetan. Auf dem Phhfiologenkvngreß in Edin- bourg war Deutschland durch 23 Gelehrte vertreten. Frankreich unb Belgien waren nicht erschienen. Wir sehen aus diesen Beispielen, daß sich langsam der Geist der Versöhnung regt, doch tun 'wir gut, uns noch keinen zu großen Hoffnungen hinzugeben. Rur durch unbeirrbares Fordern von Gleichberechtigung können wir das alte Ansehen auf ben Kongressen wiedergewinnen Jedes Kompromiß, durch das unsere Würde verletzt wird, muß ausgefchaltet werden. Wir können das Ausland solange entbehren, bis man uns völlige Gleichberechtigung einräumt.
anderes freilich erhebt sich in poetische Sphären und verläßt dabei den Boden der Wirklichkeit, wenn es von „Hellen, zitternden Glöckchen" spricht, die ertönt wären.
Die Kränze auf dem Friedhof erscheinen 2 Kindern erwähnenswert. — Daß außerdem auS Anlaß des Volkstrauertages noch eine Abendveranstaltung — ein Vortrag — war, toirb von 13 Kindern hervovgehoben. Das Thema des Vortrages bezeichnen 8 Kinder sogar richtig 1 hat den Vortrag selber besucht und ben Inhalt sehr gut wiedergsoeben. 5 geben das Thema des Vortrages falsch an; andere waren so schlau, zu sagen: „Ich habe Darüber nichts Näheres gehört", oder: „Ich kann nichts Räheres berichten. Denn ich war selbst nicht Dabei.“ Andere haben von ihren Eltern oder Geschwistern gehört, daß der Vortrag schön oder „sehr interessant" gewesen sei. —
So ist dieser kleine Aufsatz und sein Ergebnis ein wertvoller Beitrag zur Seelenkunde des Schulkindes zwischen 11 und 14 Jahren. Wer diese Llebersicht hier lieft, und sich durch die wenigen Zahlen durcharbeitet, dem wird für Die Zukunft, wenn wieder einmal ähnliches gefeiert wird, für Vorbereitung und Ausgestaltung mancher Fingerzeig gegeben — er fei nun Lehrer oder Pfarrer. Aber auch weiteren Kreisen ist vielleicht so ein Bild von Der Auswirkung des Dolkstrauertages in Der Kindesseele, wenn auch nur in ganz kleinem Ausschnitt, nicht uninteressant. Kn.-U.


