Ausgabe 
9.3.1925
 
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uaeqt gevnrucht. Sen 'XnqeflacteiT Tteumann habe er die Aussage Pöges er ft nach feiner Rück- te&e gu* Berlin vorgeh allen unD ihn in dem ®(au5en gebißen, Daß eS sich um Feststellungen handele, die er in Berlin gemacht habe. Darauf habe Reumann nach stundenlangem Zureden end­lich etflärt. er gebe z u, Rausch nieder- geschossen zu haben. Er sei auch bereit, An­gaben über den Fall Rausch zu machen, soweit feine Genoisen dadurch nicht unnötig belastet würden. Reumann erklärte, er habe Rausch nicht töten, sondern ihm nur einen Denkzettel geben vollen.

Aufwertungsdebatte im Reichstag.

Berlin, 7. März. <Priv.-Tel.) SS kommt zur ersten Beratung bet demokratischen Antrags auf unverzügliche Vorlegung eines neuen Auf- wertungSgesehes in Verbindung mit dem sozial- cemcfratlfd&cn Antrag auf Aushebung der drtt- . 'n Steuernotverordnung.

Aba von Richthofen (Dem.) spricht sein Bedauern darüber auS, daß die am fünften Fe­bruar feierlich gegebene Zusage der Reichsre- Gierung daß in spätestens drei Wochen das neue Aufwertungsgesetz kommen würde, nicht ein­gehalten worden sei. Die AufweriungSfrage sei für die ganze Wirtschaft von so großer Dedeu- lung, daß sie nicht sängerinderSchwebe bleiben dürfe. DaS Volk verlange vom Reich-- 'ag, daß feine Parteien die Versprechungen er­fülle, die sie im Wahlkampf den Wählern gemacht haben. Die Demokraten hätten in diesem nie» malO unerfüllbare Versprechungen gemacht.

Abg. Keil (6.) bemerkt, dieser Antrag sei die Wiederholung de- Antrages, den die Deutsch- nationalen vor einem Jahre gestellt, inzwischen aber wieder zurückgezogen hätten. Dor einem Jahre versuchten die Deutschnationalen alS Oppo­sitionsparteien sich im Volke Anhang durch Der- fprechungen in der Aufwertungsfrage zu ver­schaffen. Sie machten die Aufwertungsfrage zur Wahlparole, mit dem Erfolg, daß die Jnflations- opser bet der Wahl den Deutschnationalen die meisten Mandate verschafften. Abg. Hergt er­klärte, die AufwertunaSfrage fei für seine Freunde dieconditio sine qua non" für den Eintritt in die Regierung. Heute sind die Deutsch- nationalen in der Regierung. Wo bleibt ihr Aufvertungsentwurf und ihr Antrag auf Auf­hebung der dritten Steuernotverordnung? (Sehr gut1 links.) Jetzt reißt endlich den Gläubigern und den Sparern der Geduldsfaden. Sie pro­testieren gegen die Irreführung, die von der deutschnationalen Demagogie an ihnen begangen worden ist.

Reichsjustizminister Dr. Frenken:

Die Reichsregierung hat mit dem Lage ihrer Zusage am 5. Februar die Arbeiten zur Lösung der Aufwertungsfrage mit aller Energie ge­fördert, so daß der Gesetzentwurf in kürzester Frist vorgelegt werden kamt. (Rufe links: In wieviel Monaten?) Bei der ungewöhnlichen wirtschaftlichen und recht-politischen Bedeutung dieser Frage hielt die Regierung sich aber für verpflichtet, den Gesetzentwurf den gesetzgeben­den Körperschaften erst dann vorzulegen, nachdem sie die Gewißheit gewonnen hatte, dah er in seinen G rundlagen von einer Mehrheit dieses Hohen Hause- getragen wird. Diese Gewißheit konnte bisher in dem nötigen Umfange noch nicht gewonnen werden. lHört, hört! links.) Die Bemühungen werden unausgesetzt fortgesetzt, so dah die Vorlage nun- mehr baldigst vorgelegt werden kann. (Gelächter links.) Zu dem Antrag der Sozialdenivkraten ann die Regierung nur pflichtgemäß erklären, ?ih die Aufhebung derdritten Steuer» Notverordnung zu einem Chaos auf dem Gebiete der Rechtspflege und Wirtschaft führen müßte, und daß die Regierung die Verant­wortung für eine solche Maßnahme nicht würde tragen können. (Hört, hört! links.)

Abg. Hergt (D.-Rall.): Ich unterstreiche die Meinung des sozialdemokratischen Redners und erfläre, daß mich die Gründe des Finanz- ministerS für die Verzögerung nicht befriedigt haben. Wenn die Sozialdemokratie jetzt wirklich unsere Anträge abgegeben hat, so muß doch daran erinnert werden, daß

die Sozialdemokraten ursprünglich im Ausschuß als Aufwertungsgegner auf getreten sind. Erst alS sie bei den Wahlen die Erfolg« der Deutschnationalen sahen und glaubten, auch etwas für sich heraaSschlaqen zu können, find sie plötzlich Freunde, ja geradezu Fanatiker der Auswertung geworden.

(Sehr richtig! rechts.) Bei den Ausschußberatun- gen hat sich die Rotwendigleit ergeben, Klar­heit über die rechtliche Behandlung der verschiedenen Forderungen und über dieSteuer zu schaffen, aus deren Ertrag die Aufwertung geleistet werden kann. Diese Klarheit kann nur Die Regierung schassen. Darum ist jetzt mit Anträgen der Parteien nichts zu erhalten. (Ruse links: Ihren Wählern haben Sie das nicht gesagt!) Wir beantragen, den sozialdemokratischen Antrag dem Ausschuß zu überweisen. Dem demokratischen Antrag stimmen wir zu An die Regierung richten wir die Mahnung, die Auf-- wertungssrage nicht ressortmäßig zu behandeln und die Mißverständnisse zu beseitigen, die im Volke über die Haltung der Regierung bestehen. Hier gilt das Wort.Doppelt gibt, wer 'chnell und gern gibt! (Lebhafter Beifall recht-, Lachen bei den Sozialdemokraten.)

2Ibg. Dr. 5eßet i er (Ztr.) bedauert, daß 'ich die Einlösung des Regierungsversprechens 'o verzögert habe. Die Lösung sei jetzt dadurch komplizierter geworden, well die Regierung d i e Aufwertungsfrage z ueiner Steuer- tage gemacht habe. Der sozialdemo­kratische Antrag diene offenbar nuragi - atorifeßen Zwecken und fei unannehm- b a r. Angesichts Der großen Bedeutung der Auf- wcrtungssrage sei es nicht angängig, sie so par- :efagttatorilch zu behandeln, wie es heute von rechts und lints geschehe. Dem demokratischen Antrag werde das Zentrum zustimmen.

Abg. Dr. Wunderlich (D. Dp.) erklärt, die von der Regierung angeführten Gründe für die Verzögerung der Lösung könnten nicht a 16 durchschlagend angesehen werden.

Wenn die Regierung nicht schleunigst mit einer Vorlage komme, werde der Ausschuß selbst sie einbringen sen. Der soziallxunokratische An­trag fei offene ar nicht ernst gemeint. Dem Demo- Irakischen Antrag werde die Deutsche Volks- Partei zustimmen.

Aba. Dr. Best (Dtschntl.) erklärt, er be­trachte seinen bekannten Aufwertungsgesetzentwurf I

nur a l S Grundlage für die AuSschuy- betatungen und verlange keineswegs, daß die Regierung diese Rooelle in allen Einzelheiten übernimmt. Die Dritte Steuernotvervtdnung sei das schlimmste Anrecht daß feit Jahrhunderten in der deutschen Geschichte begangen worden sei. Bei Dem jetzigen System würden gerade die wirtschaftlich stärksten Schuldner auf Kosten ein­zelner schwächerer Gläubiger begünstigt. Die prozentuale Aufwertung tfi die gerech- teste und die allein wirtschafllich tragbare. Die Einwendungen der Großkapitaliften sind nicht stichhaltig. Die chemische und die Schwerindustrie hat ihren Umsatz gegenüber dem Stand der Vorkriegszeit verdvppcU und verdreisacht. Wenn diele älnternehmungen nach der Dritten Steuer­notverordnung nur 15 Prozent ihrer Schulden abzutragen haben, so ist da- eine ganz ungerecht­fertigte Schädigung der Gläubiger. Die Gold­bilanzen haben außerdem einen recht zweifel­haften Wert. Tie für Amerika bestimmten An­leiheprospekte der Großindustrie zeigen wesentliche Abweichungen von Dm Goldbilanzen. Die Steuerfrage ift nicht unlösbar, wenn die Gläubiger gerecht aufgewertet werden, so werden sie mit Freuden 2 Prozent ihrer ein» gezogenen Forderungen dem Steuerfiskus leisten. Dagegen müßte cd als höchst ungerecht empfunden werden, wenn die Regierung tat­sächlich die Verewigung der Hau-zin-- steuer beabsichtigen sollte. Wir haben a l l e den Krieg verloren. Daher muß verlangt werden, Daß die Riesengewinne, die einzelne aus Kriegslieferungen und aus der Kre­ditpolitik der Reichsbank während der Inflation auf Kosten der Allgemeinheit ein* gcheimst haben, dem EteuerfiskuS zu- geführt werden. Da- fehlt aber leider in den Steuerplänen bet Regierung. Im Interesse der Gerechtigkeit muß die Dritte Steuernotverord­nung verschwinden.

Der demokratische Antrag, der die Regierung ersucht, unverzüglich ein neues Aufwer­tungsgesetz vorzulegen, wird einstimmig angenommen.

Der sozialdemokratische Antrag auf Auf­hebung der Dritten S t e u e r n o t ve r- ordnung zum 31. März und Ersah durch ein Aufwertungsgeseh wird auf Antrag der Deutschnationalen einem Ausschuß über­wiesen. Die Sozialdemokraten sttmmen gegen die Ausschußüberweisung.

Für Den gegen den Reichsbankpräsidenten gerichteten Antrag der Rationalsozialisten er­heben sich unter großer Heiterkeit nur die An­tragsteller.

Hierauf wird die Einzelberatung des Etats des Reichsverkehrsmini st eriums so t- gefetzt. Ohne wesentliche Debatte wird dec Etat verabschiedet. Um 5'. Hßr vertagt sich das Haus auf Montagnachmittag 2 llßr. Auf Der Tagesordnung stehen unter anderem der Gesetz­entwurf über den Termin der Reichs- präfidentenwahl, über die Stellver­tretung de s Reichspräsidenten und Über Die Hcbernabme der BeisetzungS- kosten des verstorbenen Reichspräsidenten auf die ReichSkasse.

Aus Stadt und Land.

Gießen, Den 9. März 1925.

Ncnftcftaltltnq des Lebe»slialtu;igsindex.

Der Präsident deS Statistischen Reichsamts, Professor Dr. Wagemann, gab Vertretern der Presse einen Ueberbütf über Die Reugestal- tung des Lebenshaltungsinder auf Grund der Verhandlungen mit Der Jndexkommis- slon. Die Reichsinderzifser für die Lebenshal­tungskosten. die nach der bisherigen Berechnung-- art die Ausgaben für Ernährung, Wohnung, Heizung. Beleuchtung und Bekleidung umfaßt, beläuft sich, wie am Samstag schon gemeldet, nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt deS Monats Februar auf 125.1. Run ist für Den Monat Februar zum erstenmal nach eingehenden Beratungen der aus Vertretern Der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammengesetzte Kommission eine neue, in ihren Grundlagen erweiterte LeberrShaltungs-Index­ziffer errechnet worden, bei Der außer Den ele­mentaren Lebensbedürfnissen noch Die sonstigen Ausgaben eines Haushalts für Reinigung und Körperpflege. Bildung usw. in Die Derechnungs- art einbezogen worden sind, um einen Vergleich Der Kosten für die Aufwendungen eines HauS- halls mit Der Vorkriegszeit zu erhallen. Diese Fornr der Reichsinderziffer für Die Lebenshal­tungskosten erstreckt sich auf folgende Punkte:

1. Ergänzung der )u Grunde gelegten Ration einer normalen Familte,

2. Reuaufstellung der Ernährungsration,

3. Qualllative Verbesserung der Grundlage für Die Bekleidungskosten,

4. Rachprüfung der VorkriegSpreise.

Die neue, erweiterte Indexziffer stellt sich für den Monat Februar auf 135,5. Da diese Ziffer auf völlig veränderten Grundlagen errechnet ist. kann sie mit Den früheren Index­ziffern nicht verglichen werden. Bei Anwendung der neuen Dercchnungsmelhode auf Den Vor­monat ergibt sich für Die Lebenshaltungskosten etwa Die gleiche Steigerung wie nach der allen Methode. Die Veröffentlichung der Reichs« Indexziffer für die Lebenshaltungskosten erfolgt, von nun an auch, wie früher, nur einmal im Monat. Die wöchentliche Bekanntgabe, die zur Messung Der sprunghaften Preissteigerung in der Inflationszeit angeführt wurde, wird mit Rücksicht auf die nunmehrige größere Stetigkeit der Preisgestaltung wieder eingestellt

Vornotizen.

TageStalender für Montag. Stadttheater: 6', ilßrDie Fledermaus". G. F. G.: 81 .> llhr M natsvcrs m lu g bei Tr nf- auS. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Weib gegen Weib".

* Arbeiten an elektrischen An­lagen. Don der Direktion des Städtischen Elektrizitätswerks wird unS geschrieben: Es wird auf Die Bekanntmachung in der heutigen Rümmer dieses Blattes über Arbeiten an elektrischen An- lagen besonders hingewiesen. Es ist wiederholl feftgcftellt. daß in elektrischen Anlagen unzu­lässige. vorschriftswidrige elektrische Apparate. Sicherungen und dergleichen in Benutzung sind und Beleuchtungskörper von unberechtigten Per­sonen ausgewechsell bzw au^gepüuyi und an- geschlossen wurden. Bei Verwendung dieser un- vorschriftSmäßigen 2lpparate besteht für die elek-

trtsche Anlage u. XL Feuer-gesahr. ober eine Gefahr für die Meßeinrichtungen des Konsu­menten. SS liegt somit hn Interesse jede» Ein­zelnen, daß er nur solche Avvarate verwendet, bei denen Die Gewähr besteht, daß dieselben eine einwandfreie Beschaffenheit aufweisen. Diese Apparate können wiederum nur von solchen Fir­men geliefert und angebracht werden, welche die Gewähr einer ausreichenden Fachkenntnis bieten. Die leiten- der Elektrizitätswerke zu- gelassenen Installateure hatten Den Elektrizitäts­werken einen RachweiS ihrer Fachkenntnisse zu erbringen und entsprechen somit den vorgenann­ten Voraussetzungen. Die feiten» der Elektrizi­tätswerke erfolgten Schutzmaßnahmen liegen im eigensten Interesse deS Stromabnehmer-, außer­dem darf erwartet werden. Daß das Publikum die legalen Geschäfte unterstützt und Dem wilden Hausierhandel keinen Vorschub leistet- Auf die in der Bekanntmachung erwähnten Strafmaß­nahmen wird besonder- hingewiesen.

ee Personalien. Ernannt wurden Der KreiSamtmann bei dem Kreisamt Erbach l O., Regierungsrat Dr. August Roesener. mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritt- an zum Kreisamtmann bet dem KrciSamt Büdingen unter Belassung feiner Amtsbezeichnung al» Re- gierungSrat uno der Regierungsassessor Wal» Xßt Strack mit Wirkung vom 1. Rkärz 1925 an» zum Kreisamtmann bei dem KreiSamt Alsfeld mit Der Amtsbezeichnung Regierung-rat: Der Lehrer Andreas Mergler zu Herbstein. Kr. Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Ockstadt, KretS Friedberg.

Vorbereitungsdienst für die Oberjustizsekretär-Prüfung DaS Staatspresseamt teilt mit; Rach Ostern d IS. können etwa 15 Justizanwärter zum Vorberei­tungsdienst für die Oberjustizsekretär-Prüfung, Deren Ablegung als Voraussetzung für eine An­stellung als mittlerer Justizbeamter vorgeschrieben ist. zugelassen werden Gesuche um Zulassung sind bis -um 14. April bet hem Ministerium Der Justiz einzureichen Den Gesuchen müssen das Abgangs­zeugnis einer Realschule mit siebenjährigem Kur­sus oder Der RachweiS Der Reife für Die Unter­prima eines Gymnasiums. Realgymnasiums oder einer Realschule, eine von Dem Bewerber ver­faßte unb handschriftlich gefertigte Darstellung des Lebenslaufs, ein Leumundszeugnis sowie Der Rachweis des Besitz«? Der ReichKangehörigkeit beigefügt werden. Inhaber deS Reifezeugnisse- einer Vollanstalt (neunllassigen höheren Lehr­anstalt) werden bevorzugt. Gesuche sind nicht eher einzureicben. als bis die oben bezeichneten Zeug­nisse und Rachweise beigefügt werden können. Die einstweilige Einreichung von Gesuchen ohne diese Zeugnisse und Rachweise ist zwecklos. Da für Die Auswahl der demnächst in Den Vor­bereitungsdienst einzuberufenden Justizanwärter der Zeitpunkt des Eingangs Der Gesuche be­deutungslos ist. Gesuche. Denen Die Zeugnisse und Rachweise nicht beigefügt sind, werden ohne weiteres zurückgewiesen werden.

Fahrraddiebstahl. Am Donners­tagabend zwischen 7 und 8 ülhr wurde in Weil­burg das nachstehend beschriebene Fahrrad ge­stohlen: Marke Opel, hochgebogene Lenkstange. Hinter» und Vorderradbremse, Felgen mit Rickei­streifen, Bereifung mit grauen französischen Drahtmänteln. Sattel und Tasche dunkelgelb. Der Täter ist etwa 30 Jahre alt, ungefähr 1,86 Meter groß, gesetzte Figur, hat rote», volle- Gesicht, kleinen gestutzten Schnurrbart und trug Förster­uniform. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdien­liche Mittellungen nimmt Die Kriminalpolizei Gießen entgegen.

Del den ehern. 222er n. Einen froh- gestimmten Familienabend tonnten die Mitglie­der und Freunde der Arbellsgemelnfchaft der hiesigen Militär- und Kriegervereine auf Ein­ladung der Vereinigung ehern. 222er am Sams­tagabend im Saalbau Sauer feiern. Der Geist herzlichster Fronttameradschaft tarn bet dieser Ge­legenheit wieder einmal prächttg zum Ausdruck und schuf in allen Teilen die beste Harmonie, Der Vorsitzende der Vereinigung, Dankdirektor Grießbauer, bot nach Der Begrüßung der Gäste und Der Kameraden als besonderen Ge­winn deS Abends einen außerordentlich fesseln­den Lichtbildervortrag überUnfete Luftfahrt im Kriege und im Frieden". Der Vortragende verstand es ausgezeichnet, seinen vielen Zuhö­rern Die Glanztaten unserer deutschen Luft­eroberer nahe zu bringen. Er wie- auf Die Großtaten ZeppelinS. Dürr-, Dr. Eckeners usw. hin, Deren Luftschiffbau und Luftschissahrten für alle Zeiten Weltruhm genießen werden, erinnerte weiter an Die Boelke, Jmmelmann, Richthofen usw.. Die im Kriege durch ihre gewaltigen Lei­stungen die Welt in Dinn schlugen und ihren Ramen und zugleich auch Die Geltung Der deut­schen Fliegerei mit ehernem Griffel in das Buch Der Geschichte einschrieben, und zeigte schlleßlich. Daß Der Deutsche Fliegergeist auch in Den Dunklen Zetten Der Rachkriegsjahre nicht tot, sondern regsamer und befruchtender Denn je ist, wie daS -. B. in Der VerkehrSfllegerei namentlich der Junkers Fluggesellschaft -um Aasdruck kömmt. Mit Der Hoffnung, daß es der deutschen Fliegerei vergönnt sein möge, trotz allem und alledem Den Platz an Der Sonne wieder zu erobern, schloß Der Vortragende feine für Die Luftfahrt begeisterten und begeisternden Worte. Eine Fülle vortrefflicher Lichtbilder, die Das deutsche Flug­wesen in Den KricgSi7hren an allen Kampffronten Der Well zeigten. Daneben aber auch Die Frie» Denslliegerei und einige AuSschnttte aus Der neu­zeitlichen Entwicklung des Flugzeugbaues zur Geltung kommen ließen, ergänzten Den sehr bei­fällig auf genommenen Vortrag in bester Weise. Bei Sologesängen Des Kam. S p ö r h a s e und bet gemeinsamem Liedergefang blieb maq in bester Stimmung noch einige Stunden beisammen.

Landsturm-Tagung. E'ne stattliche Zahl ehern. Angehöriger deS Landslurm-Jnf.- Regts. 20 gab sich Dieter Tage in Gießen ein Stelldichein. Groß war die Freude DeS Wieder­sehens besonders bei Den Kameraden, die sich jahrelang nicht ntehr gefeßen. Bei Den Ver­handlungen konnte fest gestellt werden, daß die im vorigen Jahre gegründete Kameradschaftliche Vereinigung des RegtmentS inzwischen gute Fort­schritte gemacht hat. Sie hat sich über ganz Deutschland au6gebreitet und gliedert sich in Ilnterbezirke. Für Den Bezirk Oberhessen und die angrenzenden preußischen Gebietsteile gilt Gießen als Vorort. Die Leitung dieses Bezirk- Hegt in Den Händen Der hier wohnenden Kame­raden Weber. Kling und Ioch um. Der 10jährige Gründungstaa deS Regiments wird voraussichtlich im 3um D. 3. in Frankfurt a. TL gefeiert werden. Rach mehrstündiger Tagung trennte man sich mit dem Wunsche, öfter der­artige Zusammenkünfte zu veranstalten.

" Ein« oderheffts chc ® e T a x g* verein-t agung. fand gestern im Saalbau Sauer in Gießen statt. Die Verhandlungen nah­men ehren anregenden Verlauf und endeten mit Der Wahl der oberhesfischon Vertreter für Der Gefamtvvrstand de- Hessischen Sängerbunde- Wir werden morgen eingehend über die Tagung berichten.

am. D l e Sv. Volksgemeinschaft fo berichtet man unS hat ihre Werbearbeit in Oberhessen vorläufig zum Abschluß ge­bracht, nachdem in den letzten Wochen in allen Kreisen teilweise recht gut betuchte Kreisver- sammlunaen ftattsanden. ikberall wurde es klar erkannt, baß Die Sv Volksgemeinschaft eine Rot Wendigkeit ist. um da- politische Leben. daS In der Schwierigkeit einer Regierungsbildung den deutlichsten Ausdruck der Verwirrung und Hist- loftgkett geigt, mit neuem Geist zu erfüllen unD vor allem ber gefährdeten evangelischen Kirche im Volksleben zu Der Stellung zu verhelfen. Die ihr zukommt. Besonders erfreulich ist es. wie allmählich viele, die zuerst fürchteten, Daß nur eine neue Splitterpartei aeschaifen werd m sollte, klar erkannt haben, daß es der einzige Weg ist, unter zersplittertes Voll unter einem großen Gedanken, unter Dem ewigen Evangelium zusammenzufassen und die Volksgemeinschaft zu verwirklichen, von Der so viel geredet wird, vm- der man aber so wenig lieht In den nächsten Wochen soll nun die gleiche Werbearbeit in Der Provinz Starkenburg einsehen

" Austrieb auf dem heutiger Frankfurter Schlachtvieh markt: 183 Ochsen, 40 Dullen. 887 Färsen und Kühe. 484 Kälber, 153 Schafe, 4531 Schweine.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, Den 7. März 1925.

Der Trauerfeier des Stadtparlaments, übet Die wir an anderer Stelle dieser Rümmer be­richten. schloß sich eine kurze geschä'tliche Sitzung an. die der Erledigung eiliger Vorlagen galt. Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt:

Der zur Beschaffung einer Straßen­walze erforderliche Kredit in Hohe von 16 000e Mark wurde bewilligt. Von der Benutzung Dieser Walze ist eine Verbilligung Der Straßenunter» haliungslosten zu erwarten.

Mtt der Verlegung Der Brecheranlage de- Steinbruchs von der 8. nach Der 9. Schneise de- StadtwalDes erklärte man sich einverstanden und genehmigte Den hierzu cr> forderlichen Kredit von 20 000 Ml.

Auf Antrag Des Betriebsausschufses wurde der Beschaffung eines llnion-Heizwert- schreiders für Das Gaswert zum Preise von 1250 Mk. zugestimmt. Mit Diesem Apparat kann Die Brennfähigkeit Der Kohle und D:r Heiz« wert DeS GaseS dauernd genau kontrolliert wer- Den. Der Apparat arbeitet automatisch.

Zur Beschaffung einer automobilen Drehleiter unD zur Verbesserung der Motorspritze wurden 15 000 Ml. bcrcil- gestellt. Die Drehleiter ist bereits im Besitz der Feuerwehr, sie soll jetzt auf ein ebenfalls schon vorhandenes Lastautomobil aufgebaut wer­den. um sie dadurch schneller befördern zu können.

Für Den Bau einer zweiten TranS- formatorenftation in Beuern wurde von den Kosten von 8000 Rm. die Hälfte auf daS Elektrizitätswerk übernommen und der hier­für erforderliche Kredit in Höhe von 4000 Rm. innerhalb deS Voranschlag des Eleltrizitätswerks für 1924 vorgesehenen Betrags bewilligt. Die Lie­ferung deS erforderlichen Transformators wurde Den SiemenS-Schuckert-Werken übertragen. Die Erweiterung Der Anlage ist durch Den stark«' ElektrizttätSbezug in Beuern notwendig getoor» Den.

3m übrigen genehmigte Das Haus, den An­trägen der Dau-Deputation entsprechend, eine Reihe von Baugesuchen, bei Denen es sich in Der Hauptsache um gewisse Befreiungen von allgemeinen Bauvorschriften hanDelte. Als be- sonDers bemerkenswert ist hier nur der Reu - bau eines VerbinDungshauses, das Die Landsmanns chaf t Chattia an der Ecke Der Licher Straße^Gevrg-Philipp-Gailstraß« errichten will, zu registrieren.

Turnen, Sport und Spiel. Die Handballmannschaft S. C. 1900 schlägt Schupo Wetzlar 3:1.

Am gestrigen Sonntag standen die Hand­baller Der Leichtathletikabteilung des S. E 1900 Gießen in Wetzlar dem dortigen Polizeifportverein gegenüber, der an Spielstarke nur ganz wenig Dem führenden F. C. Wetzlar nachsteyt. Bei nicht gerade idealen Boden- und Windverhältnissen entwickelte sich zunächst ein Spiel, das die Clubleute fast dauernd in Front sah. In forsch vorgetragenen An- griffen brachten sie daS Wetzlarer Heiligtum oft in Gefahr, und im Verlauf der ersten Viertel­stunde setzte der Halblinke Vetter durch ra­sante Würfe den Ball dreimal in die Maschen. Ab und zu machten sich die Wetzlarer aus Der Umflarrrmerung frei und erzielten auch das Ehrentor. Rach Halbheit hatten die Schupoleuto den Wind zum Bundesgenossen, und die 1900er mußten sich sehr ihrer Haut wehren, ließen aber den Gegner nicht mehr zu Erfolgen kom­men. Die Gießener Mannschaft bildete während deS ganzen Spiels ein harmonisches Ganze- und hat den Sieg wohlverdient. Einen Spieler be­sonders hervorheben, hieße den arideren $urü* sehen. Jeder tat seine Schuldigkeit. Jedenfalls wird dieser 3:1-Sieg ein guter Ansporn fetw zum siegreichen Bestehen der weiteren Kämpfe.

Gleichzettig trugen in Wetzlar D<e 1. und 2. Iugendmannschaft des G. S. C. von 19 00 beide in dieser Saifon ungeschlagen Spiele gegen die gleichen Mannschaften des F. C. Wetzlar aus. Auch hier mußten die Leute a'ift der ehemaligen freien Reichsstadt mtt einer 4:0° bzw. 3:0-Riederlage Die Segel streichen

die beste Kindersel.c InwDrei. AilMt lell, P. J. */an, Geaei

WeUtBlelB, Drog. 0. W- > He

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