llr. 33 Erster
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Blatt
175. Jahrgang
Montag, y. Zedruor 1925
GiehemrAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Herriots Dreifontenkrieg.
Der französische Ministerpräsident Herriot hat mit seinem damaligen scharfen Auftreten gegen Deutschland augenscheinlich verschiedene Vorbilder aus der Geschichte seines Landes nachgeahmt. Er hat auf den bewährten Prügeljungen Frankreichs, das Deutsche Reich, losgeschlagen, um bei der bevorstehenden Behandlung inner- politischer Probleme eine bessereoffent- liche Meinung zu erhalten. Zuerst hatte es den Anschein. alS sei ihm dies gelungen; denn die Opposition der Rechten lobte Herriots mannhafte- und patriotische« Auftreten. Wenige Tage darauf gab eS jedoch neue Konflikte zwischen Herriot und der sehr rührigen Parlamentsoppo- sltion. Die Deputiertenkammer hat in einer Racht- sihung vom 7. zum 8. Februar einen von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurf über die Brotversorgung Frankreich- verabschiedet. Der Ministerpräsident forderte von der Kammer die Genehmigung zur Veranstaltung einer D e - standSaufnahme von Brotgetreide und verlangte einen Kredit von hundert Millionen Franken für Ankäufe von Getreide. Die Mehrheit, mit der die Deputiertenkammer dem Gesetzentwurf zustimmte, hat sich gegenüber den letzten Tagen etwas vergröbert; sie betrug 332223 Stimmen. Die Kammeropposition spürte augenscheinlich, dab Herriot bereits heute die Möglichkeit einer Drotversorgung in- Auge gefaht hat. Dieser Sorge entsprach wohl auch ein dem Gesetzentwurf hinzugesügter neuer Paragraph, in welchem der 15. August 1925 als Termin für das Außerkrafttreten des Gesetze- festgelegt wurde.
Der Frankenkur« bröckelt wieder einmal langsam ab; vor vierzehn Tagen betrug er noch 22.8 Reichsmark für 100 Franken, am Sonnabend nur noch 22.6 Reichsmark. Frankreich hat in seiner Finanzpolitik immer noch die Allüren des Siegerstaate- und kann sich nicht an den Gedanken gewöhnen, dab es den Auswand einschränken und die öffentlichen La st en verstärken muh. Herriot hat in der erwähnten Rachtsihung temperamentvoll auSgerufen, daS Land verlange von Regierung und Parlament, dah sie ihr Möglichste« tun, um eine neue Verteuerung von Brot und Brotgetreide zu vermeiden. Die Oppositwn tmrö ihm hierbei natürlich nicht behilflich sein, ihm dann aber ein etwaige- Mißlingen der Aktion als ein schwere- Versagen auf das Konto sehen.
Herriot führt zur Zeit einen Dreifrontenkrieg. Er hat nie eine sehr sichere Mehrheit hinter sich gehabt und muh seinen Sturz gewärtigen, wenn die Gruppe Loucheur vollzählig zur Opposition übergehen sollte und ein paar unzufriedene Sozialisten sich der Stimme enthalten. DaS Auftrumpfen gegen Deutschland ist vielleicht fürs Erste noch geeignet. die Stohkrast der Opposition abzuschwächen; ob dieS immer der Fall sein wird, ist zum mindesten zweifelhaft.
Der Kampf gegen die Opposition und die Wiederaufnahme der hochfahrenden Politik gegen Deutschland würde genügen, Herriot voll in Anspruch zu nehmen; der französische Kabinettschef muh sich aber auch noch gegen das Drängen Amerikas und Englands in der Schuldenfrage wehren. Vor Beginn der Kammersihung vom 7. Februar hat Herriot in den vereinigten Kammerausschüssen für Außen- Politik und Finanzen Erklärungen über die weitere Behandlung des Scbu denproblems abgegeben. Er widersprach den Wünschen der Abgeordneten Klotz und Lautier, die einen Sonderausschuß für die Behandlung der Echuldenfrage einsetzen wollten. Herriot, der sich so gern einen modernen Politiker nennen läßt, ist entschieden gegen die öffentliche Behandlung dieser Frage und glaubt durch vert raulichc Verhandlungen mit den Gläubigerstaaten Amerika und England bessere Ergebnisse zu erzielen. Ende der Woche hieß es. Herriot und der Finanzminister seines Kabinetts C l e m e n t e l würden schon sehr bald nach London reisen, um mit den engliscken Kollegen unmittelbar zu verhandeln. Die Reise wird voraussichtlich erst erfolgen, trenn die Antwort des britischen Kabinetts auf das Sckmlden-Memorandum Clementels eingetroffen sein wirb.
Man ist in Paris der Meinung, daß die englische Antwortnote den Wunsch ausdrücken wird, Frankreich möchte formulierte Vorschläge ü6t di? Abtragung der 6d)ulben machen. Durch die Erfahrungen mit Amerika dürfte der Finanzmrnister Clementel soweit gewitzigt sein, daß er nicht wiedn: offenbar unbillige Vorschläge macht. Vor Mona s rist hatte Elemente! der amerikanischen Regierung angeboten, nach einer zehnjährigen Schonfrist tn die Verzinsung -und Tilgung der Anleihe ei-zutreten. Der A nort.sationsvlan s llte achtzig Annuitäten umfassen, so daß also erst im Jahre 2015 die Darlehen die Frankreich während des Weltkrieges bei Aner ka ausgenommen hot. getilgt worden wären. Wenn Frankreich England gegenüber Ve sprechur.gm auf eine erheblich frühere Abtragung der Schulden abgeben sollte, so wäre das ein offenkundiges Luftversprechen und würde d?r französischen Regie mg die Verpflichtung auc erlegen, in ganz ande em Tempo und mit ganz anderer Energie als bisher die Sanierung der Staatsfinanzen zu betreiben Bei sinkender Währung, bei offenkundigen Dersorgung'schwierg'ei-en und vor allem bei dem in weiten Kreisen Frankreichs bestehenden Siegesk'her ist es fest" unwahrscheinlich dah d es Werk gelingen wirk
Die Kölner gone und das Sicherheilsproblem.
Dor einer alliierten Konferenz in London.
Paris. 8. Febr. (WB.) Das .Petit Journal" will erfahren haben, daß Ende Februar oder wahrscheinlich in den ersten Tagen des März unmittelbar vor der Reise Chamber - Iain -zur Tagung des Völkerbunds rateS, die am 6. März in Genf beginnen soll, sich Herriot und T h e u n i « nach London begeben werden, um mit Stanley Baldwin über die Frage der Räumung der Kölner Zone zu verhandeln. Inzwischen werde wohl tn der Mitte der kommenden Woche der Generalbericht der Kontrollkommission vorliegen, für dessen Studium da- interalliierte Militärkomitee in Versailles etwa acht bi- zehn Tage benötigen wird. Das .Petit Journal" glaubt, es sei sicher, dah die englische Regierung verlangen werde, den Zeitpunft der Räumung der Kölner Zone festzusehen. oder besser gejagt, eine Art Kalender für die deutsche Entwaffnung auszuarbeften. Deutschland werde aufgefordert, sich seiner Verpflichtungen zu gewissen, auf einige Monate verteilten Zeitpunkten zu entledigen und die Alliierten andererseits würden sich verpflichten, am letzten Stichtag die Kölner Zone zu räumen.wenn Deutschland die vorgeschriebenen Bedingungen pünktlich erfüllte.
Das Blatt fügt dieser Mitteilung folgende Betrachtung hinzu- Das bedeutet also, daß sich unsere englischen Alliierten an die rein juristische Seite des Problems halten wollen und dah sie wenig geneigt scheinen, eine Verbindung zwischen der Räumung der Kölner Zone und unserer Sicherheit herzustellen, die nach ihrer Ansicht durch die Bestimmungen des FriedenSvettrages von Versailles. 6er Dentstand die Entwasfaungsk auseln auferlegte, garantiert fft Wenn allerdings unsere Alliierten es für opportun halten, Frankreichs Sicherheit durch neue Abm achungen zu garantieren, so fei das eine andere Angelegenheit. die nichts mit der Räumung der Kölner Zone zu tun habe und die Deutschland nichts angehe. Das sei die These, die die offiziöser eng» ltschen Bläser feit einigen Tagen vertreten, ©te könne sehr gefährlich werden, wenn die englische Regierung sie bis zur letzten Konseguenz an- nehme. Allerdings hänge ja von den Schluß - folgerungen des Interalliierten M Lidrrate« in V^sailleS und von den Bedingungen, die man der deutschen Regierung notifizieren werde, alles ab.
Diese Bedingungen könnten streng genug sein, um die Gefahren auf ein Minimum herabzubrücken. Die Frage habe noch eine andere Seite. Die Räumung Kölns sei m i l i t ä r i s ch mit der Räumung des Ruhrgebiets verbunden, für die in Lo ndon das Datum festgesetzt sei. Das Blatt schreibt: Die Räumung der Ruhr sollte einem Deutschland gewährt werden, das un s er Vertrauen verdient. Haben wir jetzt nicht doppelten Grund, die vollkommene Defrie-
Das deutsche Volk hat keinen Grund, für HerriotS Regierungssorgen Mitaefühl zu hegen. Der Mann der pazifistischen Suada hat auf seiner staatsmännischen Orgel 6ie mannigfaltigsten Register. Er bat auf der erwähnten Sitzung der Kammerausschüsse geäußert, er wolle die Schuldenfrage nicht „mit großem Orchester" behandeln. In vertraulichen Gesprächen mit Baldwin, Chamberlain und Churchill hofft er augenscheinlich, das immer drohender aufsteigende Schuldenproblem dilatorisch behandeln zu können, ohne dafür von der Kammer zur Rechenschaft gezogen zu werden. Er würde damit in dasselbe Fahrwasser einlenken, in dem schon so mancher mittelmäßige französische Staatsmann gesegelt ist: in die Taktik des Zeitgewinnen-.
Marokko.
Abdel Krims Frirdensbedinaunqen.
Paris. 8. Febr. (WTB.) Die .Chicago Tribüne" veröffentlicht folgende S klärunaen Abd el Krims: Wenn Spanien geneigt ist. sein sog. Protektorat aufzuneben. sind wir bereit, unter folgenden Bedingung?» Frieden zu schließen: Die Unabhängigkeit und nationale Souveränität des R l f 0 muß ausdrücklich anerkannt werden. Ferner muh das ganze Gebiet von Mel lla bis nach der Zone von Ceuta und nach der Küste hin dem Rif z u g e t e i 11 werden. Dann sind wir auch .bCTett- irgendeine Vereinbarung zu treffen hinsichtlich der zukünftigen Regierung der Küstenzone von Tanger bis zu der französischen Grenze. Wir verlangen über dieses Gebiet nicht die Souveränität, obwohl sich gegenwärtig unsere Souveränität tn der Tat über dieses Gebiet erstreckt. R i e m a l s werden wir mit dem svani- schen Protektorat über irgendeinen Teil von Marokko einverstanden sein. Wir sind bere.t. über die Internationalisierung der Küstenzone zu verhandeln. Für unser Volk eignet sich am besten die absolu t e Monarchie. Eventual! beabsicht gen wir s.e in eine konstitutionelle Monarchie aus breiter liberaler Grundlag' umzuwan^eln. Der Rame „Rilrevublik" ist durchaus falsch, da totr unter Republik noch kleinere Ein.«eilen, wie Vö'kerstämme verstehen Die Souveränität des Sultans Mulay Vusfof über Mar 8o ist eine Fabel, denn wir wissen, daß Pussos der
bigung in der Si cherheitSfrage zu fordern, bevor wir an die beiden Räumungen denken?
Keine Ablieferung ausländischer Wertpapiere mehr.
Berlin, 8. Febr. (TU.). Rach Blätter- Meldungen ist mit der Reparationskommission ein Übereinkommen dahin getroffen worden, daß von einer Durchführung des über die Auslegung deS Art. 260 des Versailler Vertrages ergangenen Schiedsspruches abgesehen wird und weitere Ablieferungen von Wertpapieren auf Grund der genannten Bestimmungen nicht mehr stattfinden.
Die britische 5chuldennote.
Paris, 8. Febr. (WB.) Die Rote der englischen Regierung an die französische Regierung hinsichtlich der Regelung der französischen Kriegsschulden erklärt. daß der Grund- s a tz der Rote Balfours angenommen werde, daß also England Zahlungen erhalten müsse, die denen gleichkommen, die es an die Vereinigten Staaten zu leisten habe. Die Regierung kann keine Lage annehmen, in der dieser Grundsatz nur auf der Grundlage des vollen normalen Ertrags der Dawesannui- täten erfüllt wird ober die Schulden nach ihrem anscheinenden Wert geschätzt werden, die a l S sichere Aktivposten in der Gegenwart nicht behandelt werden können. Die Regierung hat bereits ihr Einverständnis erllärt, nicht nur ihre Ansprüche an die Alliierten auf einen Betrag herabzusehen, der notwendig ist, um ihre eigenen Zahlungen betreffs der britischen Kriegsschuld an die Regierung der Vereinigten Staaten zu decken, sondern auch die Gesamtheit der britischen Anteile an den deutschen Reparationszahlungen tatsächlich diesem Zwecke zuzuführen. Dies bedeutet, baß Großbritannien nicht nur zu seiner eigenen Schuldenlast seine gesamten Krieg-Verluste, sondern auch 800 Millionen Pfund auswärtiger Sicherheitslei st ungen, die es um der gemeinsamen Sache willen hingegeben halte, bevor die Vereinigten Staaten in den Krieg ein- traten, hinzufügt. In Anwendung der Balsour- note auf die gegenwärtige Lage war die Regierung eingedenk dessen, daß die Kriegsschulden unter den Alliierten in einer gemeinsamen Sache ausgenommen wurden,
bereit, Vorschläge zu erwägen, wie die bestehende Schuld Frankreichs an Großbritannien herabgesetzt werben konnte, vorausgesetzt, daß der Grundsatz einer endgültigen Zahlung durch Frankreich aus feinen eigenen nationalen Mitteln mit gebührender Rücksicht auf feinen relativen Wohlstand und seiner Steuerkraft ohne Rücksicht auf die Reparationen gewährleistet ist.
Gefangene der Franzosen ist, der im eigenen Rainen nicht handeln kann noch will. Wir beabsichtigen nicht, die Souveränität irgendeines Gefangenen, mag er auch Sultan sein, anzuerkennen. Abd el Krim erhärte ferner, dah oie jetzige Grenze mit dem französischen Teil von Marokko von ihm nicht anerkannt sei und werde. Sie wurde 1904 von den Diplomaten gezogen. Die Rifleute würden diese Grenzlinie memals annehmen, da sie durch den Besitz ihrer Stämme gehe. Er verlange natürliche und praktische Grenzlinien.
Um das Kalifat.
Paris, 7. Febr. (WB.) Der „Information" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß der Scheich der Senusi Ahmed au- Tripolis in vertraulicher Mission in Mekka ein getroffen sei. Er sei der von Mustafa Kemal Pascha bestimmte Kandidat. Ahmed habe I b n • Said ein Empfehlungsschreiben Kemal Paschas und der hauptsächlichsten muselmanischen Führer Algeciras und Indien- überreicht. Der Scheich habe vorgeschlagen, das Ka lifat anstatt in Konstantinopel in Mekka zu errichten und gefordert, zum ständigen Präsidenten von Hedscha- ernannt zu werden.
Die Wahlen in Süd'lawien.
Agram, 8. Februar (TU.) Heute findet in Kroatien die Wahl für die Skuptfchina statt. Die Regierung hat die Grenze gesperrt. Die frei? Wahlbeteiligung wird schon letzt dadurch erschwert, dah Die oppositionellen Versammlungen verboten und vielfach m i t Gewalt auseinandergetrieben werden. ,
Der Wahltag ist nach den bis 11 Uhr abends hier eingelaufenen Meldungen verhältnismäßig ruhig verlaufen, was wohl auf die Sicherheitsmaßnahmen der Regierung zurückzuführen ist. Rach Kroatien teeren vier Infanterie-Regimenter geschickt worden. Die Wahlbeteiligung war sehr groß. Trotz der fieberhaften Agitation aller Parteien werden nur Plänkeleien zwischen Agitatoren, jedoch keine ernsthaften Zu- sammenstöhe gemelbet. In Belgrad wurde Pasitsch mit rund 10000 Stimmen gewählt, während seine letzte Wahl mit 7000 Stimmen erfolgte. Der Führer der Opposition Da vido- witsch der bei der letzten Wahl 4000 Stimmen
Rach Ansicht der Regierung dürste eS in- dessen angemessen erscheinen, dah die französischen Zahlungen geteilt werden
a) in bestimmten Jahres zahlung en Frankreichs ohne Rücksicht auf die gegenwärtigen Einnahmen auS den DaweSannuttäten,
b) eine weitere Iahreszahlung aus dem französischen Anteil an den DaweS- annuitäten.
DieS würde natürlich bedeuten:
1. dah alle Geaenansprüche Frankreich- an Großbritannien aufgehoben würden.
2. dah, wenn und sobald die von Großbritannien aus den europäischen Kriegsschulden und Reparationen geschöpften Zahlungen hinreichend wären, um eine volle Entlastung Der britischen Schuldverpflichtungen gegenüber den Vereinigten Staaten über die ganze Lauffrist solcher Verpflichtungen hinaus einschließlich der bereit- geleisteten Zahlungen sicherzustellen, jeder Ueb er schuß dazu verwendet werden würde, die auf den Alliierten Großbritanniens ruhenden Lasten zu verringern
Die Regierung gibt sich der Hoffnung hin. dah, wenn die französische Regierung bereit wäre, auf Grund der in Dorstehendern unterbreiteten Richtlinien Vorschläge zu machen, eine beide Länder befriedigende Regelung erreicht werden dürfte.
Der Ausbau der englischen Luftflotte.
Die Verlegung des Schwerpunkte- der englischen Marinestreitträfte von der Rordsce nach dem Mittelmeer, die eine deutliche Spitze gegen Frankreich zeigte, haben die Franzosen mit einem starken Au-bau ihrer Luft- streltkräfte und mit der Anlegung eine« Flughafens in der Rähe von Cherbourg, der der größte der Welt werden soll, gleichzeitig aber auch ein hervorragender Stützpunkt im Fallc eines englisch-französischen Waffcnaanges für die französischen Kampfluftgeschwader sein wird, beantwortet, so dah sich nun wieder England gezwungen sieht, an die Kette der gegenfettigen Rüstungen ein neue« Glied anzufügen und ebenfalls seiner Luftwaffe das größte Augenmerk zuzuwe irden.
Für die Erweiterung der Luftflotte des Heimatgebietes hat jetzt das Luftministerium ein Bauprogramm beschlossen, DaS den Etat noch um 21/; Millionen Pfund Überschreitet. weil gleichzeitig die Indienststellung neuer Geschwader vorgesehen ist. DaS Wettrüsten hat natürllch auch seine Grenzen, wie alle anderen Dinge, eS kommt aber lediglich darauf an, wer amlängften durchzuhalten vermag». Daß hier England der finanziell kräftigere und leistungsfähigere Staat ist, liegt aus der Hand, wenn auch Frankreich heute die Stärk- der englischen Luftflotte wett hinter sich läßt.
erhielt, wurde mit 6000 Stimmen gewählt. In Agram wurden die oppositionellen Führer Stephan Raditsch und Dr. T rum bi t sch mit grober Mehrheit gewählt, ebenso in Laibach Dr. Anton Korosee. Hervorzuheben ist der große Stimmenzuwachs der Oppositionsparteien. Sin llare- Bild über den Ausfall der Wahlen wird man sich kaum vor Dienstag machen können, da die Resultate aus Bosnien, der Herzegowina und aus Dalmatien laum vor Montag eintreffen werden.
Kommuniften^utscye in Bulgarien.
Sofia, 7. Febr. (Wolff.) Kommunisten griffen den Ort Dodetsch. 12 Kilometer von der jugoslawisch-bulgarischen Grenze entfernt, an und töteten zwei Zivilisten und einen Polizei beamten und verletzten weitere Polizeibeamte schwer. Die ilnterbräfeftur wurde geplündert. Den Behörden gelang es. die Angreifer zu umzingeln. Sechs wurden getötet und fünf gefangen genommen. In dem Dorfe Metkowo in Der Rähe von Tschirpan wurde von der Kriminalpolizei eine neue kommunistische Verschwörung entdeckt, die weitere Gewalttaten in Bulgarien zum Ziel hatte. Mehrere Kommunisten wurden verhaftet, sowie da- Geheimarchiv beschlagnahmt. da- wichtige Briefe und Instruktionen au- Mv-kau enthielt, in denen Anhänger de- bulgarischen Kommunismus angewiesen tour- den.nach den Methoden der russischen Oktoberrevolution vorzugehen.
‘DieitalienifiieSoaialbemofcratte
Rom, 8. Febr lWolfl.) Die marimalistisch- sozialistische Parteileitung beendete gestern in Mailand ihre Beratungen Rach Dlättermeldung ist der linke Flügel, welcher den Austritt aus dem OpPvsitionSblock und die Rückkehr in die Kammer forderte, in der M i nderheit. während die Richtung M i d i g l i a n o , welche m dem Oppofttions- block bleibt, aber sich volle Handlungsfreiheit für die Wahlen Vorbehalten will, mit 6 gegen 3 Stimmen den Sieg davontrug. Die dritte Richtung, der auch Della und Renni vom „Avanti" an gehören, wünscht ein Zusammengehen, mit de» Ovvosi-


