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io«v ö y>rDB|raDte mtt 1,96 Mill. Einwohnern (4,8 Proz. der Bevölkerung),

1880 14 Großstädte mit 3,27 Mill. Einwohnern (7,2 Proz. der Bevölkerung),

1895 28 Großstädte mit 7,28 Mill. Einwohnern (13,9 Proz. der Bevölkerung),

1905 41 Großstädte mit 11,5 Mill. Einwohnern (19 Proz. der Bevölkerung),

1910 45 Großstädte mit 16 Mill. Einwohnern (21,3 Prozent der Bevölkerung),

heute 46 Großstädte mit 14,1 Mill. Einwohnern (23 Proz. der Bevölkerung).

Man ersieht daraus: In der deutschen Groß­stadtentwicklung nach dem Kriege ist ein Still- st a n d eingetreten. Dies mag verschiedene Ursachen haben: Die Menschenoerluste im Weltkrieg, der Rückgang der Geburten, unter dem besonders die Städte leiden, die schlechte Konjunktur der In­dustrie, welche den Zuzug nach den Städten hemmt, verbunden mit der Baunot. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß Straßburg, Mühl­hausen im Elsaß und Posen nicht mehr mit- gezählt werden, was allein einen Ausfall von einer halben Million Einwohner bedeutet. Immerhin insbesondere im Vergleich mit Frankreich war das Wachstum unserer Großstädte vor dem Kriege enorm. Das zeigt eine einfache Gegenüberstellung. Es hatten Großstädte:

Frankreich 1880: 10, heute 17, Deutschland 1880: 14, heute 46.

Ohne den Krieg wäre das Verhältnis sogar 10:15 und 14:49.

Am größten ist das Wachstum der Großstädte allerdings in England und am rapidesten im ..Lande der unbegrenzten Möglichkeiten", in den Vereinigten Staaten, in denen im letz­ten Jahre 11 Städte unter die Großstädte einge- reiht worden sind, so daß sie heute 79, also ein starkes Drittel der europäischen Großstädte zählen.

Dr. I. W.

Aus der Provinz.

Landkreis Gieren.

G r ü n b e r g . 7. 2lug. Zur Vornahme von Walzarbeiten ist die Kreis st raße Grün- berg Mücke, von der Stadt Grünberg bis zur Kreisgrenze, crb 5. ds. Mts. bis auf wei­teres gesperrt. Der Verkehr wird über Mücke FreienseenLaubach oder LehnheimStangenrod geleitet.

Kreis Friedberg.

!'! A u s d e r W e t t er a u. 7. 2lug. Bei dem Gastwirt Heinrich Hofmann in Echz el l brachen gestern nacht Diebe ein, denen eine namhaste Beute in die Hände fiel. Die Spitzbuben müssen mit den örtlichen Verhältnissen der Hofreite gut bekannt gewesen sein. Sie kletterten über den Gartenzaun, erstiegen das untere Zimmer und kamen in den Laden. die Wirtsleute hatten b:er ein Weißzeuggeschäft. Die teuersten und besten Tücher und Decken packten sie ein und leerten die L a d e n k a s s e. Dann ging's ins Gast­zimmer, wo Wein, Likör, Zigarren eingepackt wurden. Auch der Inhalt der Wirtschaftskasse muhte daran glauben. Im Hausgang stand ein neues Domenfahrrad, das konnten sie auch ge­brauchen. Sie öffneten die verriegelte Haustür und verschwanden. In aller Frühe erkannte man den Einbruch und rief die Polizei, welche sofort die Spur der Diebe aufnahm. Diese führte in der Richtung nach Friedberg.

Kreis Alsfeld.

!*! Alsfeld, 7. Aug. Der weitblickenden Lei- tung der Stadtverwaltung verdanken wir zwei be­deutsame Neuerungen, wie sie kaum eine Stadt in der Größe unserer Kreisstadt haben dürfte, nämlich eine F e st h al l e und einen Sa alb au. Die Fest­halle ist kürzlich eingeweiht und gelegentlich des Prämienmarktes zum ersten Male benutzt worden. Dabei wurde cs für sehr praktisch befunden, daß die Halle am höchsten Punkte des Festplatzes steht, von dem man alles überschauen kann. Das Gebäude ist nach den Plänen des Stadtbaumeisters E g n e r erbaut, es bildet mit seiner geschmackvollen Ein­friedigung und in seinen netten Formen eine Zierde der Stadt. Die Festhalle ist 60 Meter lang und 13,50 Meter breit, nach dem Festplatz zu liegt 70 Zentimeter tiefer eine überdachte Terrasse davor, die eine Breite von 5,50 Meter besitzt. Die Holle mit Terrasse faßt nahezu 2000 Personen, so daß sie bei größeren Festen, Märkten usw. eine große Menschen­menge aufnehmen kann. Auch ist sie für Ausstel­lungszwecke vorgesehen. Auf der einen Seite befindet sich ein Tanzboden, der 13X13 Meter groß ist. Außerdem enthält das Gebäude Kellerräume, Wafch- räume, Ankleideräume, eine Wirtschaftsküche, einen Musiktempel, Dereinszimmer, die für Kampfrichter und Marktkommissionen benutzt werden können. Dos Ganze ist eine rundum geschlossene Holzhalle, die auf Betonfundamenten steht und mit Ruberoid gedeckt ist. Die Kosten belaufen sich auf rund 70 000 Mark. Noch großzügiger zeigt sich die Stadtverwaltung bei der Errichtung des Saalbaue 5. Die Stadt­verwaltung erkannte, daß eine Stadt in der Größe

Entfernung der Plombe auf 20 Mk. strafe evtl. 4 Tage Gefängnis.

Wegen Wider st and s. Beleidigung und Polizeistundeüberschreitung ist der Hilfsarbeiter August Sch von Waldgir­mes angeklagt, der, als der Posizeidiener in einer Gastwirtschaft Feierabend bot, diesen tät­lich angriff und beleidigte. 3n gleicher Weise verfuhr der Angeklagte, als kurze Zeit später der Polizeidiener in Begleitung des Bürger­meisters kam und letzterer ihn wegen seines Ver­haltens Äur Rede stellte. Der Angeklagte gibt die strafbaren Handlungen zu, will aber durch den Polizei diener, der rhm einen Stoß versetzt haben soll, zu vorstehenden Handlungen gereizt worden fein. Das Urteil lautet auf 20 und 10 und 5 Mark, insgesamt 35 Mark Geldstrafe und Auferlegung der Kosten. Auch wird auf Publi­kation des Urteils, soweit es die Beleidigungen betrifft, durch Aushang an der Ortstafel erkannt.

Buntes Allerlei.

Am Sarge des Tutanchamon.

Der Sarg des Tutanchamon soll in diesem Herbst von seinem Entdecker Howard (Satter geöffnet werden, und es find im Grade auch noch zwei Kammern unangetastet, die mit Bei­gaben ungefüllt find und wahrscheinlich erst in zwei Jahren ihren Inhalt offenbaren werden. Welch einen großartigen Eindruck der wunder­volle steinerne Sarkophag des fo berühmt ge­wordenen Pharao auf den Besucher macht, schildert der bekannte Aeghptologe der Leipziger Tlniversität Pros. Georg Steindorff in .ReelamS Universum": »Ich hatte früher zahlreiche Bilder davon in Zeitschriften gesehen, aber keines kann einen Begriff von der majestätischen edlen Schön­heit gewähren, die dieser Königssarg besitzt. Das jugendliche Antlitz mit den schmalen Wangen und dem ernsten Munde sucht das edle Bildnis des Herrschers zu geben, wie es auch eine Granit­figur im Museum zu Kairo bietet. Dorn an der Stirn, in Gold glänzend und mit blauen Lapis­lazuli verziert, erscheinen diebeiden Herrinnen", die Schuhgöttinnen ägyptischer Herrsch«:, als Ab­zeichen der Königswürde: die Schlange und der Geier, beide prächtig ausgeführt und mit einem vertrockneten Blumenkränzchen umwunden. Heber der Brust sind die Anne gekreuzt: die eine Harck hält das Zepter, die andere die Geißel, auch die Insignien des toten Königs, beide frei auS- gearbeitet und mit Gold und Lapislazuli ge- fchmückt. Das Ganze ist von einer überraschen­den Frische, als sei der Sarg erst gestern in den steinernen Sarkophag gebettet worden. Ich muß gestehen, daß trotz manchem störenden Unfug, der durch den Andrang der oft taktlosen Fremden leider notwendig geworden ist. diese Stätte des Todes mich ergriffen hat. Roch ist der Holzsarg geschlossen, der Leichnam Tutanchamons unan­getastet. Aber die Wissenschaft wird es sich nicht nehmen lassen können, auch dieses letzte Geheim­nis noch zu offnen und dem körperlichen Wesen dessen, den der goldene Sarg umschließt, nachzu- sorschen. Freilich, geschichtliche Urkunden werden sich bei der Königsmumie nicht finden, eher ein schönes, mit Bildern geschmücktesTotenbuch", wie man es damals den Verstorbenen als Führer in die Untertoelt mitzugeben pflegte."

Alssqlds im Interesse des Fremdenverkehrs und der Dolksunterhaltung, sowohl eines zeitgemäßen Ho­tels, als auch eines Theater- und Konzertsaales be­dürfe, und aus dieser Erkenntnis heraus kam man zum Ankauf desDeutschen Haujes". Der alte Teil des Gebäudes an der Alicestraße wird zum H o tei­let r i e b , der Neubau (Anbau) an der Marburger Straße zum Saalbetrieb eingerichtet, beide er­halten vollständig getrennte Eingänge. Auch hier hat Stadtbaumeister Egner die Pläne entworfen, und man muß nach der ganzen Anlage und Einteilung der Räume sagen, daß alles mit viel Geschick und Geschmack eingerichtet ist. Man gelangt in ein Vestibül mit Garderoberäumen, dahinter Küche, Wirtszimmer, einen kleinen Vereinssaal ^ür 200 Per­sonen. In dem gleichen Stockwerk des Hotels liegen Speisezimmer und Schreibzimmer. Vom Vestibül gelangt man zum Treppenhaus ins 1. Obergeschoß in den großen Theater- und Konzertsaal, der eine Größe von 21:17,50 Meter ausweist. In vier Meter Höhe über dem Saalboden läuft an drei Seiten entlang eine drei Meter breite Galerie, so daß der Saal bei Theater und Konzert etwa 700 Personen fassen kann, zu Versammlungszwecken lassen sich wohl 1000 Personen und mehr darin unterbringen. Der große Saal ist vollständig freitragend ohne jegliche Stützung aus Eisenbeton hergestellt. Die sehr ge­räumige Bühne hat eine Größe von 8:9* Meter, links und rechts davon sind Ankleide- und Abstell­räume eingerichtet. Mit auswärtigen Theatergesell­schaften sind bereits Verhandlungen gepflogen, um sofort nach Vollendung Vorstellungen geben zu können. Die Gießener haben bereits Gastspiele zu­gesagt, eine Pirmasenser Truppe hat sich dafür inter­essiert, und man hofft auch auf das hessische Lan­destheater Darmstadt. Der kleine Saal ist 8,80 mal 11,50 Meter groß und soll für Lichtbildervorträge, Hochzeiten und Vereinssitzungen benutzt werden. Im alten Bau sind im ersten Obergeschoß der Hotel- betrieb, die Wohnung des Wirtes und die 12 Frem­denzimmer mit 16 Betten eingerichtet. Im Hofe sind außerdem eine geräumige Ausspannhalle für fünf Pferde und eine Autohalle für mehrere Wagen im Bau begriffen. Gegenwärtig ist der neue Teil des großen Gebäudes im Rohbau fertig. Der Hotel­betrieb soll etwa am 15. Oktober eröffnet werden, während die Einweihung des Saalbaues etwa um Weihnachten geplant ist. Das ganze Gebäude wird mit Niederdruckdampfheizung versehen. Die Kosten des Um- und Anbaues dürften mindestens 150 000 Mark erreichen.

Kreis Lauterbach.

!*! Lauterbach, 7. Aug. Die weitblickende Stadtverwaltung hat vor kurzem die Stadt- mühle inmitten der Stadt gelegen von Herrn Rinke für- 37 000 Mk. angekauft und beabsichtigt, sie zu einem Wasserkraftwerk einzurichten und dem städtischen Elektrizi­tätswerk anzuschließen. Man glaubt, daß bei normalen Wafferverhältniffen 50 bis 60 000 Kilowattstunden, bei starkem Wasserstand bis zu 70 000 Kilowattstunden erzeugt werden können. Die Stadtverwaltung wartet zur Zeit auf das Gutachten der staatlichen Sachverständigen, um dann eine endgültige Entscheidung durch die Stadtverordnetenversammlung herbeizuführen. Man rechnet damit, daß der Umbau der Stadt­mühle noch in diesem Jahre erfolgen wird.

!*! Salz (Kreis Lauterbach). 7. Aug. Mit der Erbauung der Wafferleitung wird jetzt begonnen. Die Quellen liegen etwa 11/2 Kilo­meter oberhalb des Torfes in der Rähe des Grundhaufes. Da die Leitung natürliches Ge­fälle erhält, so werden die Kossten nicht sehr hoch fein. Dis Rovember hofft man das Wasser- werk eröffnen zu können.

Starkenburg und Rheinhessen.

v Darmstadt, 8. Aug Eine Kraftpost­linie KirchbrombachZellKirchbrombach Bhf. wird am 8. August in Betrieb gesetzt. Desgleichen wird am selben Tage die bisher noch nicht eröffnete Teilstrecke OppenheimWörr­stadt der Kraftpostlinie GaualgesheimOppen­heim in Betrieb genommen.

Kreis Wetzlar.

Waldhof-Elgershaus en. 7. Aug. Gestern konnte die Heilanstalt Waldhof-Gigers- Hausen, die in zwei Jahren ihr 25jähriges Jubi­läum feiern kann, den 10 0 0 0. Patienten in ihren Mauern begrüßen. Aerzteschaft und Ver­waltung hatten alles getan, um diesen Tag würdig zu begehen. Der Chefarzt Dr. Rainers wies in der Begrüßungsrede auf die große soziale Arbeit hin, die die Zahl 10 000 in sich schließt und hob hervor, wieviel Tausende Kranke in Waldhof- Elgershausen ihre Gesundheit wiedergefunden hätten. Auch in Zukunft will der Waldhof bestrebt sein, im Kampf gegen die Tuberkulose an erster .Spitze zu stehen. Dem 10 000. Patienten wurde als Andenken an diesen Tag ein wertvolles Geschenk überreicht.

Hessen-Nassau.

bl. Dillenburg, 6. Aug. Rach jahre­langen Bemühungen wird nunmehr der Wunsch weitester Kreise auf Errichtung eines Krieger­denkmals in Erfüllung gehen. Die Stadt­

verwaltung stellte einen geeigneten Platz zur Verfügung und spendete außerdem iroch 7000 Mk. Den Rest der noch fehlenden Dausumme wird eine in Bälde stattfindende Lotteri e aufbringen. Man hofft, in diesem Jahre das Denkmal noch errichten zu können.

bj. Herborn, 6. '21 ug. Die Stadtverwaltung hat sich dazu entschlossen? den Autoverkehr von und nach Gießen durch Nebenstraßen »rnzuleiten. Nur die nach dem Westerwald fahren­den und daher kommenden Autos können die Haupt­straße passieren. Die Maßnahme beruht auf der mit dem Autoverkehr in der engen Geschäftsstraße verbundenen Gefahr.

bl. Haiger, 6. Aug. An der bekannten ge­fährlichen 8-Kurve der Landstraße bei Allen- d 0 rf ereignete sich dieser Tage wieder ein Auto- Unfall. Infolge Bruches eines Rades sauste der Wagen eines Kölner Herrn gegen eine Telegraphen­stange. Zum Glück kam der Besitzer mit leichteren Verletzungen davon. Der Führer wie auch die Tochter konnten heil von bannen ziehen.

spd. Frankfurt a. M., 7. Aug. Tieber dem Hauptgüterbahnhof stürzte heute mittag kurz nach 1 Tihr ein Flugzeug aus geringer Höbe a b und fiel auf die Cinfahrtgeleise der Strecke FrankfurtHöchst. Personen kamen nicht zu­schaden. Das Flugzeug selbst wurde stark be­schädigt.

* Hanau, 7. Aug. Die Zahl der Ttzphus- e r k r a n k u n g e n hat sich im Laufe der beiden letzten Tage von 20 auf 39 erhöh t. Die Tlrsache konnte noch nicht festgestellt werden. Todes­fälle liegen noch nicht vor.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Butter 210 bis 220, Käfe 65, Matte 35 bis 40, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 25, Bohnen 25 bis 30, Zwiebeln 20, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 15, Römifchkohl 15, Rhabarber 20, Tomaten 40, Pilze 40, Mirabellen 90, Zwetschen 70, Reineclauden 70, Frühäpfel 10 bis 50, Fall­äpfel 6 bis 10, Birnen 50 bis 60, Pfirsiche 130, Heidelbeeren 60, Johannisbeeren 40 bis 45, Kar­toffeln 6 bis 7, Spinat 40, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 10 bis 120, Salatgurken 30 bis 60, Einmachgurken 3 bis 6, Rettich 5 bis 10, Pf. das Stück,

Amtsgericht Wetzlar.

0 Wetzlar, 6. Aug. Der Filialleiter Heinrich H. von Wetzlar, der einen 12jährigen Jungen in dem von ihm geleiteten Geschäft be­schäftigte, hatte diesen entgegen den gesetzlichen Bestimmungen länger als 3 Stunden täg­lich beschäftigt und war auch nicht int Besitz der erforderlichen Arbeitskarte. Durch Straf­befehl des Amtsgerichts erhielt er dieserhalb 35 Mk. Geldstrafe, toogegen er Einspruch erhob. Der Angeklagte gibt die Straftat zu, behauptet aber, aus ilnfenntniS der gesetzlichen Bestim­mungen gehandelt zu haben und bittet um Er­mäßigung der erkannten Strafe. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 8 Mk .

Der Schreinermeister Heinrich V. aus Ober- w e tz hatte gegen eine Strafverfügung der Polizei­verwaltung Schwalbach über 1 Mk., weil er seinen Hund im Felde hatte frei umher­laufen lassen, Antrag auf gerichtliche Entschei­dung gestellt. Der Angeklagte bestritt, daß sein Hund im Felde gewesen sei, während der Zeuge Landjäger M. eidlich bekundete, es fei der Hund des Angellagten gewesen. Das Gericht erhöhte die Strafe auf 5 Mk. und die Kosten des Ver­fahrens.

Der Kaufmann Karl S. in Wetzlar war durch gerichtlichen Strafbefehl -- er hatte nach Ladenschluß in seinem Geschäft noch Waren verkauft mit 20 Mk. Geldstrafe belegt wor­den. Seinen hiergegen eingelegten Einspruch zog er in der heutigen Verhandlung wieder zurück.

Dem Schreiner Friedrich G. von Aßlar war. weil gelegentlich einer Revision der elek­trischen Stromanlage bei ihm unv 0 r sch r if t s- mäßige mit Draht umwickelte Siche­rungen vorgefunden worden waren, der Strom durch Beschluß der Lichtkommission gesperrt wor­den, und dies dadurch ausgeführt worden, daß die Sicherungen aus dem Sicherungskasten her­ausgenommen und letzterer mit einer Plombe versehen wurde. G. entfernte nun diese Plombe, setzte wieder Sicherungen ein und benutzte den Strom weiter. Dieserhalb sitzt G. heute auf der Anklagebank, auch ist ihm Beleidigung zur Last gelegt, die in einem an die Lichtkommission ge­richteten Schreiben zum Ausdruck gekommen sein soll. Der Angeklagte gibt zu, die Plombe entfernt zu haben, aber erst, als er auf fein an die Licht- kommission gerichtetes Schreiben keine Antwort erhielt. Bezüglich der angeblichen Beleidigungen will er in Wahrung berechtigter Interessen ge­handelt haben. Letzteres erkennt das Gericht auch an und erkennt wegen der Beleidigung auf Frei­sprechung, wegen Vergehen gegen § 136 StGB.

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Auf Grund des Ministerialerlaffes vom 16. Juni 1893 und dessen Ergänzungs- beftinmungen hierzu sollen nachstehende Arbeiten öffentlich vergeben werden:

1. Weihbinderarbeiten

2. Schreinerarbeiten

3. Anschlägerarbeiten.

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Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, posi- frei, bis Montag, den 17. August 1925, vormittags 11 Llhr, bei uns einzureichen. Zufchlagsfrist: 14 Sage.

Gießen, den 6. August 1925.

Hessisches Hochbauamt Gießen.

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5 ie Verdingungsunterlagen liegen bei dem Gutsverwalter offen, wohin die An­gebote in Prozenten des Voranschlag verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum CröffnungL- termin einzureichen sind.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 30. Zull 1925

Hessisches Kulturbauamt Gießen.

H. Steinbach, Reg.-Baurat. 74982

Arbeitsvergebung.

Für den Anbau an die DezirkSfchuLr an der Westanlage sollen nachfolgende Arbeiten öffentlich vergeben werden.

1. Erd- und Maurerarbeiten

2. Steinhauerarbeiten

a) Basaltlaoaarbeiten

b) Eandsteinarbeiten

3. Zimmerarbeiten.

Angebote auf Vordruck, der bei wi3 erhältlich, sind bis zum Derdingungs- termin: Samstag, den 15. d. M., vor­mittags 10 Llhr, bei uns einzureichm. Zuschlagsfrist vier Wochen.

Gießen, den 6. August 1925.1 75428 Stadtbauamt. I. V.: Roh.