Mittwoch, 8. April 1925
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderyeffen)
8S Zweiter Blatt
men ouf Enteignung von
der>Ohmen,
Schlammteiches eine Reihe von
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1. CßerMttitf.
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ii mtocifcn. daß nichts die Bedrängung
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(Nachdruck verboten.)
13. Fortsetzung.
oerleflt wurde?" fragte Sanders.
Augenblick vermochte er sich vor Sicherheit zu bringen. Nur die
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des steten trüber vom
Buntes Allerlei
Wettervorhersagen für Jahreszeiten.
gründe gelegt werden: Für den Bürgermeister vier Stunden täglich, für den Gemeinderechner zwedreioiertel Stunden für den Polizeidiener und zreldichützen je eineinhalb Stunden täglich. Die vom Kreisausschuß festgesetzten Pauschbeträge bleiben hinter den nach den Richtlinien zu gewahrenden Besoldungen zurück. Der P r o v i n z i a l a u s s ch u ß gab der Berufung statt, hob dos Urteil des Kreisausschusses auf und setzte die im Verfahren entstandenen Kosten der Gemeinde Nie-
ber-Dflcibcn zur Last.
der Gewerkschaft «Louise
Reich durch höhere Gewalt verhindert würde, sich dos Rheinlandes weiterhin anzunehmcn!
Dies war IarreS' polit.sche Lösung, wie ich sie in jenen Tagen aus se.nem Munde gehört habe. Gr erhoffte die künftige Lösung daraus, daß das von Poincars geschaffene Chaos unhaltbare internationale Zustände entwickeln und dadurch fetbft eine spätere Erlösung des Rhernlandes vorbereiten mühte. Das Reich sollte d e Krisis der französischen Politik dadurch beschleunigen, daß es sich seinerseits weigerte, mit Frankreich zu verband In. solange dieses den Versailler Vertrag mit Füßen trat Natürlich enthelt auch der Iarr sschc Weg ein f rchtbares Resiko. Der Hin- weis darauf gab anderen rheinischen Politikern damals vermehrten Einfluß, indem sie sagten: Wenn das Reich uns verbietet, uns mit Poinars über staatliche Re b Id irgen zu verstand gen. kann muß das Reich eben auch ein Wunder schaffen, um uns doch noch zu helfen.
Das Wunder der Rentenmark und der Sturz
Karfreitag: Turngang.
Dihmarbachtal Wall>hauS'
sseuer am Nordpol i Tkchnifch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Laffert.
benötigt zur
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tilüit.
■jf. als rheinischer Zentrumssiihrer öffentlich ge- : m diese Machenschaften eingesetzt. Das Herr i'i'ires wie alle nicht Zentrumsangehörigen ener-
lrichswestens durch die FrMizosen stärker : i c, als die bei ben Pariser Machthabern tzie Hoftnung. man könne die Rhemlande
d? Stoppe der Preuhettserndschast hinweg lcich absprcngen. So viel mir bekannt ist. hat 4«r Marx niemals in diesen Zeiten seinen Gin«
ilorireitag:
Wanderung Siov velberg - Wetzlar Wrt: 12.32 dir Dutenhofen. Näher Anzeige des Z k v. M
Die Wettervorhersage hat sich zwar bereits Keine Zeiträume, besonders von einem Tag den anderen, recht aut bewährt, aber von großem wirtschaftlichen Nutzen wird sie erst dann fein tonnen, wenn es ihr gelingt, dos Wetter bereits für eine fernere Zukunft vorzubestimmen und da- mit dem Landwirt Gelegenheit zu Vorkehrungsmitteln zu geben. Eine solche Wettervoraussage für Monate oder gar Jahre ist der Ehrgeiz der Meteorologie, die aber zu diesem Zwecke erst ein ungeheures Rechnungsmaterial zu bewältigen Hot. In einem Aufsatz der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" weist Dr. Franz Bauer auf die außerordentliche Bedeutung hin, die die Vorgeschichte des Wetters für das kommende Wetter Hot, und er schlägt daher vor, die Bedingungen, die zu einer bestimmten Witterung führen, zur Grünblaue der Wettervoraussage zu machen, da ein periodischer Ablauf der Witterungseinslüsse angenommen werden muß. Es kommt darauf an, diejenigen Er- scheinungssormen herauszufinden, durch die das „Weltweiter" gekennzeichnet wird. Er hat nun zunächst einmal die Beziehungen zwischen dem Tem-
„Der Ermordete war eine Kreatur Stratoffs. 3hre Vermutung stimmte, Fürstin."
„Jetzt habe ich biefen Bolschewisten in bet Hand!" rief Linda triumphierend.
Sie erreichten die ersten Häuser von Eampina. Rasch barg Linda das Porteseuille Stratoffs in der Wagentasche. Den russischen Paß steckte sie ein.
Die Autos hielten. Ein Angestellter der Petro- leumkampagnie empfing sie. Auf ihre raschen Fragen erteilte er Auskunft:Der Herr Direktor war im Begriff, zusammen mit Herrn 3orga und dem deutschen Ingenieur das Hilfswerk zu organisieren.
„Wie heißt der deutsche Ingenieur?" fragte die Fürstin rasch.
„Es ist ein Herr Nagel."
„Gott fei Dank, er ist gerettet!" rief Linda und wandte sich lebhaft an Sanders. „So bleibt es bei unserer Reise „
„Wie war es möglich, daß Herr Nagel nicht
dem Feuer in C.-,—,— „ . .
Haare sind ihm etwas versengt, und fern Anzug
। 2. Cftetfeicttöft* tzrühfibovvinv-t \ -Seiet Bet« Wwe.
I Jedesmal MM» Hl Uhr. 3652c Ter Vorstand.
gisch und klar diese partikularistischen Strömungen bekämpft hat. ist selbstverständlich.
Durch den bezahlten Separatismus der Sorten und Matthes und durch die eisernen Daumenschrauben des Ruhrkrieges plante Poin- care 1923 die Abspaltung des Rheinlandes zu erzwingen. Er dachte wie die Pariser Zeitungen, die ermutigt durch das Treiben der rhetm» chen Partikularisten. schrieben: „Weshalb sollte uns bei den rheinischen Preuhengegnern nicht gelingen, was bei den Elsässern gelungen tftr
Glücklicherweise täuschte sich PoincarS aber über die wahre Stimmung und die Treue der Volksmassen am Rhein. Im September 1923 schien es jedoch, als sei das Deutsche Reich finanziell am Ende feiner Kraft, und als müsse es sehr bald die Millionen beschäftigungslos gewordener Opfer des Poincareschen Ruhriricgs ihrem eigenen dunklen Schicksal überlassen. Poin- care zwang das besetzte Gebiet, direkt mit den Besatzungsmächten zu verhandeln. In diesen bangsten Wochen, nach Ausgabe des pafftven Widerstandes, als Poincare nicht locker ließ, drehte sich für die Reichsleitung alles um die Frage, wie man Poincarcs bevorstehenden Hauptschlag, die Ausrufung der Rheinischen Republik. noch wirksam b kämpfen könne, auch wenn die Geldmittel des Reichs versagten
Einigkeit bestand darüber, daß man die Rheinlande unterstützen würde, solange es ging. Aber wie lange würde dies noch gehen? Es waren die Monate, da der Dollar von den Tausenden in die Billionen Mark schnellte! Der Finanzminister stand vor einem nie erlebten Abgrund. Kredit war in der Welt nirgends erhältlich. solange Poincare die Ruhr festhielt. Es ist eine bare Heuchelei, daß nur Iarres mit dem nahen Versagen der LlnterstühungsmogUchlctt für Ruhr und Rhein gerechnet hätte! Die Berliner Regierung sah dieser Sachlage ms Auge, ebenso die Kölner Politiker. Hagen und Ade- nauer in Köln sahen folgenden Rettungsweg: Die rheinischen Kreise sollten mit den Franzosen selbständig auch Über politische Reugestaltung verhandeln, ihnen die Loslösung von Preußen zugestehen und dafür Befreiung von der feindlichen Besetzung verlangen.
Daß Adenauer in der höchsten Rot auf den Gedanken des rheinischen Bundesstaates zurück- griff, erscheint nicht verwunderlich. Aber unbegreiflich war die Verblendung dieser Kölner Politiker, daß sie nicht erkennen mochten, mit welcher absoluten Sicherheit ihre schiefe Ebene zum Abgleiten des Rheinlandes von Deutschland geführt hätte. Hagen und Adenauer wollten eine eigene rheinische Währung. Wie konnte dann das Rheinland beim Reich bleiben? Sie wünschten Aufhebung der französischen Besatzung. Aber würde das Frankreich zugestehen, solange das Rheinland deutsch blieb? Würde nicht überhaupt die Kölner „Republik des kleineren Liebeis' den Franzosen nur dazu dienen, die bestürzten Volksmassen für die Dortensche Republik des unbedingten Llebels mürbe zu machen? In jedem Betracht war die Adenauersche Idee nur als kurzlebige Liebergangserscheinung zu werten, die das Rheinland auf Gnade und Ungnade den Franzosen ausliefern muhte: es hätte auf diesem Wege tein Halten gegeben.
Lim dieser Gefahr zu begegnen, stellte der Oberbürgermeister Iarres, damals Leiter des Rheinischen Provinziallandtags, die Formel auf, das; das Rheinland sich unter keinen Llmständen irgendwelche staatliche Form geben oder gar darüber mit dem Feind verhandeln dürfe. Daß man von Berlin aus das Rheinland nur „Der* sacken- lassen dürfe, wenn absolutes Llnvermögen, ihm zu helfen, eingetreten sei, darüber war sich alles einig. Leider war es unvermeidlich geworden. daß die Rheinländer über wirtschaftliche Fragen selbständig mit Frankreich verhandelten. 2Cber, so verlangte Iarres: bei aller unmittelbaren Verständigung mit Frankreich, bei aller erzwungenen Ausschaltung des Reichs keinerlei Kapitulation zur eigenen Sonderstaatlichkeit hin: Lieber dulden, was Poincarö auferlegt. als dieser Versuchung erliegen: Lind niemals dürfe das Reich irgendwelchen ersten Schntt in dieser Richtung sanktionieren, auch wenn das
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13.
Der Abend vereinte den gleichen Kreis auf der Terrasse von Schloß Saratu, vergrößert durch Na- gel und Sorga.
Die Explosion der QelqueUe bildete das Haupt« gesprächsthema. Stefanescu erhob fein Glas:
.Ich trinke auf den Helden des Tages, meinen verehrten Freund Herrn' Sanders. Durch feine wunderbare, fast unglaublich erfcheinenbe Zauberkunst fand er den gestohlenen Schmuck her yurftm wieder, machte den Dieb ausfindig und entdeckt zum Schluß noch die Kassette Herrn Strotans. Dann ließ er seine baguette bioinatoire an unserem Bohr- loch spielen, wo bas Del genau in der von ihm angegebenen Tiefe und unter dem voraus gesagten Druck gefunben würbe. Nach diesen ans Fabelhafte grenzenden Erfolgen kann ich mich barur verbürgen, baß unsere Gesellschaft olle Bedingungen des Herrn Sanbers erfüllen wirb, und hoste ichr, baß wir noch lange und erfolgreiche Zeit mtteinanber verleben werben. Auf Ihre Gesundheit.
(Fortsetzung folgt.)
den Gemarkungen Freienfeen und Lardenbach. tvr Oemcinbc Freienseen unb verschiedenen Privaten aus Lardenbach gehörig. Das bcanfpriidue Gelände besteht zum Teil aus Gemeindewaid (1,71 Hektar Buchen und Fichtenhochwald) und aus etwa 19 Hektor Wiesen. Da feine gütliche Einigung zwischen der Gewerkschaft und den Grundstückseigentümern zustande kam. beantragte die Unter« nehmerin auf Grund des Art. 1311'. des Bergwerks die Enteignung des für die Schlainntteittvanlage notwendigen Geländes. Auch im Verfahren vor der Lokalkommission des Kreises Schotten wurde eine Einigung nicht erzielt. Der Wert des landwirva ait« lich genutzten Geländes war von sachverständigen für das der Gemeinde Freienfeen gehörigen Wiesen- geländes (16,4 Hektar) mit 450 Rm für den Morgen begutachtet. Das den Privaten gehörige Gelände in brr Gemarkung Lardenbach mit etwa 0 i Hektar Flächeninhalt war mit einet > 35 k
Reichsmark für den Morgen begutachtet. Forstwirtschaftliche Sachverständige hatten den Boden merk und die Entschädigung für den vorzeitigen Abtrieb des Holzes mit rund 2950 Rm. angenommen, mit der Maßgabe, daß die Gemeinde das auf dein Gelände abzuerntende Holz selbst fällt und ocriuenct In der Verhandlung vor dem Provinzialausschuß kam zwischen der llnlsrnehmerin und der Gemeinde Freienseen wegen der Abtretung de.- Watd- g c l ä n d e s eine Vereinbarung zustande, wrn nach die Gemeinde das Waldgelände entsprechend dem Gutachten der Sachverständigen gegen Zahlung von 3000 Rm. Entschädigung der Gewerkschaft überläßt und die Gewerkschaft der Gemeinde das Wiederkaufsrecht des Geländes noch Beendigung der Benutzung zusichert. Wegen des W i c f c n g c l ä n • des sprach das Verwaltimgsgerichl die Gut' eignung aus; es werden der Gemeinde für ctmc 16,4 Hektar Gelände 0,25 Rm. für den Quadratmeter und den Privaten für etwa 3000 Quadratmeter 0e> lande 0,30 Rm. für den Quadratmeter vergütet. Mit den Sloftcn des Verfahrens wurde die Gewerk« schäft als Unternehmerin belastet.
Provinzialausschub-Sitzung.
In der jüngsten Sitzung des Provinzialausschusses standen zur Verhandlung:
1. Die Berufung des Kreisdirek« tor s des Kreises Alsfeld gegen das Urteil des K r e i s a u s s ch u s s e s des Kreises Alsfeld vom 15.Oktober 1924 i.S. die Besoldung des Bürgermeisters und der Gemeindebeamten in 91 i e b c r - D f l e i « den. Der Gemeinderat zu Nieder-Osleiden hat es obgelehnt, dem Bürgermeister und den Gemeindebeamten für das Rechnungsjahr 1924 die Besoldungen auf Grund der vorn Ministerium heraus« gegebenen Richtlinien zu gewähren. Der Gemeinderat bewilligte dem Bürgermeister 800 Rm., dem Rechner 600 Rm. und dem Polizeidiener unb Feldschützen, welcher die beiden Aemier versieht, 912 Reichsmark. In der mündlichen Verhandlung vor dem Kreisausschuß zu Alsfeld lehnte dieses Verwaltungsgericht es grundsätzlich ab, den Vorgenannten die Besoldungen nach den obenerwähnten Richtlinien zu gewähren, und setzte die Vergütung für das Rechnungsjahr 1925 wie folgt fest: Für den Bürgermeister auf 800 Rm., für den Gemeinde- rechner auf 700 Rm., für den Polizeidiener auf 300 Rm., für den Feldschützen auf 250 Rm. Hiergegen verfolgte der Kreisdirektor zu Alsfeld Berufung an den Provinzialausschuß mit dem Antrag, das Kreisausschußurteil aufzuheben und dahin zu erkennen, daß die Besoldungen nach den Richtlinien festzusetzen sind. Der Kreisdirektor hält die Besoldung nur dann im Sinne des Art. 138 Abs. II der LGO. als angemessen festgesetzt, wenn gemäß dem Uebereinfommen zwischen dem Kreisamt, der Gewerkschaft der Hess. Gemeindebeamten und von Vertretern oberhessischer Gemeinden folgende Beschäftigungszeiten für die Berechnung der Bezüge in der 500 Einwohner zählenden Gemeinde zu-
2. A n t r a zu Nieder-^ , Grund st ücken in den Gemarkungen Freienseen und Lardenbach. Die Gewerkschaft „Louis e", Draunsteinbergwerke in N i c - ..... Anlage eines Grundstücken in
reise
.in, et«»
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halte auch ich jedes Mittel für erlaubt. A corfairc, corsaire et denn. Ich will ihn in ständiger Hoffnung erhalten, bis er ganz zahm wird. Doch gewähren werde ich ihm niemals das Geringste.
„Ein gefährliches Spiel. Hüten Sie sich. Dieser Stratoff ist gerissen unb kennt keine moralischen Hemmungen. Ich fürchte für Sie."
„Mich reizt jebe Gefahr." •
„Wissen Sie übrigens, daß der erschossene Russe ebenfalls ein Kirgise war?" fragte Sanders. „Stefanescu erzählte es mir vorhin, daß der Bukarester Kriminalbeamte es telegraphiert habe."
Linda dachte einen Augenblick nach. Dann fuhr sie auf: ...
„Jetzt wird mir alles klar'. Jener Kirmse war ein Angestellter Stratoffs, der in seinem Auftrage den Diebstahl unternahm. Mich wollte er bann für den Verlust seines kostbaren Platinschremes verant- wörtlich machen, um mich wenigstens moralisch in seine Hände zu bekommen."
„Unglaublich!" rief Sanders.
„Warum wurde mein Schmuck nur zum Schein gestohlen und so oftentsichtlich hingelegt, daß man ihn sofort wiederfinden mußte? Warum erschoß Stratoff in scheinbarer Wut den Kirgisen? Weil jener sich hatte fassen lassen, und weil Stratoff fürchtete, daß bei einer Untersuchung Belastendes gegen ihn herauskäme."
Es dauerte eine Zeit, bis der etwas schwerfällige Deutsche die blitzartige Intuition der jungen Frau erfaßte. Was ihr ein spontanes Gefühl eingab, mußte er sich erst logisch zurechtlegen.
„Sie können recht haben", sagte er langsam.
Die Prinzessin und Stratoff kamen im Auto der Fürstin an, das man ihnen entgegengefchickt hatte.
Wir wollen nach Hause fahren", bat die Prinzessin. „Ich bin krank von all der Aufregung und vermag den Gestank von Rauch unb Petroleum nicht mehr zu ertragen." . w
„Fahre in meinen Wagen nach Eampina,' sagte Linda, „bort finbeft bu im Direktionszimmer Unterkunft unb Pflege. Ich muß erst die weitere Entwicklung hier abwarten."
Aber die Prinzessin bat derart dringend, sie nicht allein fahren zu lassen, daß Sanders vermittelte. . , , _,
,Ich schlage vor, wir fahren zunächst alle nach Eampina. Dort erfragen wir bei der Direktion, weiche Maßnahmen zur Bekämpfung dos Brandes
Vleiberg.
getroffen sind. Wir können uns dann in Ruhe den besten Punkt ausfuchen, von dem aus wir alles zu übersehen vermögen."
Man bestieg die Autos. Der direkte Weg nach Eampina war durch dicke Rauchschwaden versperrt. Man mußte einen großen Umweg durch einen Teil des Oelseldes machen.
UeberaU traf man helle Aufregung. Immer noch eilten Neugierige und Hilfsbereite von allen Seiten herbei. Die Arbeiter der benachbarten Werke hatten ihre Arbeitsräume verlassen und betrachteten in dichten Haufen die ungeheure schwarze Pinie der brennenden DelqueUe.
Stratoffs Auto, das voranfuhr, bahnte sich nur mühsam seinen Weg. Die Prinzessin lag leise stöhnend in einer Ecke des Wagens und hielt sich ihren schmerzenden Kopf. Zu den Leiden ihrer plötzlichen Migräne kam noch die Wut auf Stratoff, der sich überhaupt nicht um sie kümmerte.
Linda unb Sanders hatten sich nach rückwärts gewandt, um keinen Blick von dem überwältigen- den Schauspiel zu verlieren. Instinktiv spielte bie Silberrute in seinen Händen. Linda bemerkte es.
„Ihre Rute dreht sich. Bedeutet das etwas?
Jetzt erst wurde er achtsam unb stellte seine Aufmerksamkeit ein.
„Merkwürbig," sagte er schließlich, „ich erhalte Strahlungen wie von jenem Kirgisen, der heute morgen von Stratoff erschossen wurde."
.Woher kommen die Strahlen?
Sanders wies auf die im Innern des Wagens angebrachte linke Seitentasche.
Sofort griff Linda hinein unb zog em rotes Juchtenportefeuille heraus.
„Es gehört Straton , sagte sie lebhaft. „Er saß vorhin in diesen Wagen."
Die Rute zuckte verstärkt. Ohne Zögern öffnete Linda das Ledertäschchen. Unter anderen Papieren fanb sie ein beschmutztes Dokument mit amtlichem Siegel.
„Ist es bas?" fragte sie.
Sanbers legte bas Papier auf ferne Knie. Die Rute zuckte lebhaft.
Er barg bie Wünschelrute und ergriff das Dokument. Es war russisch geschrieben. Linda blickte über feine Schulter und las. Dann rief sie erregt:
„Ein Sowjetpaß für den Kirgisen Iwan Ker- maloff aus Kalmikowskaja. Begreifen Sie nun?”
Sanders überlegte einen Augenblick, bann erwiderte er:
Zirres und das Rheinlaiid 'richichlUche Feststellungen zum Dersackungs- schwindel.
Ion Professor Dr. Fritz Kern, 'Bonn.
Denn die unverständigen Verleumdungen, die 3m Iarres geschleudert wurden, und auf die . Duisburger Oberbürgermeister die gebüh- x Antwort zu gehen gezwungen war, ihr lls hatte, so lag es in folgender beruhigender .’ idjc Die Gegner Iarres' gehen ebenso wie selbst davon aus, daß es. der schlimmste Dor- p sei. irgendwann einmal in irgendwelcher xi einer Loslösung des Rheinlandes vom ch freiwillig oder unfreiwillig Vorschub ge- nt zu haben. Lus dieser heutigen Einhellig- ; des Empfindens mögen die Franzosen ent- i rien, daß sie bei ihrem nächsten Versuch, p Rheinland abzusprengen, uns alle einig sin- i mürben. Ter Streit geht also nur um die ‘i.jangenheiL Welches waren früher die Lb- i,i :n. welches die Methoden bet verschiedenen Fittichen Gruppen im Rheinland in den Iahten
Prüfung?
Raum war der Llmsturz cingetreten. da agi° it tm rheinische Zentrumstreise für die Los- eir.g der Rhein lande von Preußen. Die *5 Nische Volkszeitung" forderte unter dem i^igtoort „Los von Berlin! Der Wiederaufbau u schlands durch vier deutsche Republiken" die nntige Volksabstimmung. Wenn man in Köln bt nur von einer Loslösung von Preußen, vom Reich sprach, so ging doch eine füh- rre Zentrumszeitung der Pfalz, das .Rheinische =rl'Watt“. so weit, zu schreiben: „06 die Rhei- •fee Republik, die unbedingt kommen wird. tii‘ sie kommen muß. nun einen selbständigen s ferstaat bilden wird, oder ob sie im Verband ii Reichs bleiben wird, hängt einmal von dem :i-bnis der Friedenskonferenz ab, sodann aber il> von der Entwicklung der Dinge im Reich. < ist ein Llnsinn, zu betonen, die kommende Re- ,)ltf müsse unter allen Llmständen im Reichs- : hanb bleiben. An dem rheinischen Freistaat i- Ne Entente, vor allem Frankreich, in gleicher S: interessiert wie das Deutsche Reich. Von er Bedeutung ist nun sehr, daß es den ilanben ermöglicht wird, eine eigene Der- tg zu den Friedensverhandlungen zu ent» <i."
Hs blieb leider nicht bei Worten: ähnlich eideutige Taten gingen nebenher. Die Zen- sobgeordneten Kuckhvfs und Kastert, und der Weitet der „Kölnischen Volkszeitung". Fro- r. erschienen gemeinschaftlich mit Herrn Dor- bei dem französischen General Mangin in t.y In den deutschen Rechtsparteien, wie if> bei den Demokraten und Sozialdemokraten iccktcn diese Zentrumsmachenschasten höchste vsrrgniö. Die „Frankfurter Zeitung" sah schon ■hc 1918 in der Agitation der „Kölnischen
! Iszeitung" für die Rheinische Republik die ‘.fahr der „Auflösung des Reichstags", und bie i«stiftische „Rheinische Zeitung" warnte am 2' Mai 1919: „Wir stehen unmittelbar vor der J<ibr eines Rheinstaates. der nicht nur von eußen, sondern diesmal auch vom Reiche los- : o't werden würde".
Die rheinischen Zentrrunssührer versagten, xrr Trimborn witzelte von der Rheinischen Re- biik leichtfertig: „Wenn se fütt, denn lütt se." ..'lerbürgcnneifter Adenauer in Köln erschien nr.chen als das künftige Haupt des rheinischen Jj-nbcäflaateS. Herr Marr, der heute behaup- stets Gegner der rheinischen Partikular- Hebungen gewesen zu sein, lieh von dieser ; nur Gegnerschaft damals nicht viel verlauten. B wäre doch wohl seine Pflicht gewesen, darauf
des Franken und Poinears haben die Entw:cklung bann weniger grausiger gestaltet, als man im September 1923 hat b fürchten müssen. Die Krisis der ftanzösischen Poiltik war doch schon weiter gediehen, als man im September in Berlin zu Höften wagte. Aber ohne den Sturz Polncarvs hätten wir uns doch wohl früher oder später darauf einrichten müssen, den harten Weg zu gehen, den Iarres gezeigt hat. Die unvergeßliche Abwehr des Separatismus durch das Volk hat bewiesen. daß man im eintretenben äußersten Fall uns Deutsche am Rhein auch soviel Mut hätte zutrauen dürfen, um den Iarr^sschen Weg zu gehen, wenn es keinen anderen mehr gab. Es bleibt Iarres' geschichtliches D:-rd enst. daß er in einer Stunde t>?r allgemeinen Ratlosigkeit der Möglichkeit des Pufferstaates aufs äußerste widerstanden hat. Er stellte höhere Anforderungen an bie rheinische Opferkraft und an äußeren.Widerstandswillen als Hagen ober Adenauer. Wem: heute jene furchtbarm Alternativen des September 1923 vergangen erscheinen und es nicht jedem mehr leicht fällt, sich in die damalige Situation Hineinzuversehen, so dürfte doch kein Zweifel daran bestehen, daß die von Iarres ausgegebene mannhafte Losung den Mut imb die Treue auch derjenigen Politiker bestärkt hat, die ihm damals widersprachen und heute noch nicht Freund sind.
MjMeparatur.
U Stätte •«» welcher mit ai|eil jraturen vertraut is- iorderhehen Räumer' , pe'ande an ent; ' e’n zu stellen in de; ■ Ausführliche schritt- ller Anzeiger erbeten.
SUeineSflttu-mrtto
Kätzchen tietlanien. Sieben 'PWr oute 8c- Wmung 3670D ölldtvigftr, io d, Verloren:
Reiher.
Gegen Belodnllng abmeben «W klctnllralie 15 v.
mgekohlt."
„Der Mann hat Glück", meinte Stratoff. „Bon dem werden wir noch mehr hören."
„Ich denke, sogar in Verbindung mit Ihnen, sagte die Fürstin bedeutungsvoll.
„Ich halte dcn ganzen Plan für viel zu phan- us lisch."
„Gestern nach waren Sie anderer Meinung." .Mir fehlt die genaue Kenntnis der technischen
(r lorbcrniffc, wie der Verstorbene sie besah."
„Dann wüsten wir uns einen anderen genialen icehnikcr suchen. Außerdem besitzen Sic ja doch nie Denkschrift, in welcher alles Nötige enthalten ist?
„Jener Flugzeugsabrikant in Gotha, der im lieteimen seine Fahrzuge mit großem Aktionsradius rtaut hat, wird uns wohl kaum eine seiner Mahnen zur Verfügung stellen."
„Das käme auf einen Versuch an. Ich nehme auf mich, den Mann zu gewinnen."
„Ihre Energie ist groß", meinte Sanders be- .Lndernd. „Ich glaube tatsächlich. Sie können man-
erreichen, was uns Männern unmöglich lümtt."
„Eine Frau, die unbeirrt ihrem Ziele nachgeht, o ;rb cs fast immer erringen", sagte Linda. „Schwie- iicteitcn verdoppeln nur meine Ausdauer."
Sanders machte einen letzten Versuch.
„Das ganze Unternehmen wird an der Geld- । ;T-cgc scheitern. Schon der vorbereitende Erkundi- hingsflug soll anderthalb Millionen Dollar kosten.
„Eine halbe Million gebe ich. Den Rest wird ")trr Stratoff zur Verfügung stellen."
„Das darf nie fein'." rief Sanders erschrocken.
„Warum?"
„Ich dulde nicht, daß Sie sich in die Hände dieses rücksichtslosen Abenteuers begeben."
„Wie kommen Sie auf diesen Gedanken?"
„Weil ich weiß, daß der skrupellose Russe Sie erringen will."
„Verriet Ihnen das auch Ihre Wünschelrute ?
fr egte die junge Frau spöttisch.
„Ja, sie verriet es mir“, sagte Sanders.
Unb er berichtete ein wenig beschämt, wie er gegen seinen Willen Zeuge der nächtlichen Unterhaltung geworden war.
Linda ließ ein kurzes Lachen hören.
„Sie sind ja sehr besorgt um mich. Aber ärgstigen Sie sich nrcht. Diesem Kirgisen gegenüber


