Mi i'terpr'sidcnt Herriot und F'nanzmimster de Monzie sind dann im Lause des Nachmittags voa der F i n a n z k o m m i s s i o n der Kammer, die fofoi-t nach Einbringung der Finanzreformvorlage zusammengetreten ist, erschienen. Ministerpräsident Herriot hat der Kommission den neuen Finanzminister vorgesiellt und hierauf in großen Zügen
49 Ertrunkene geborgen.
Wie die Blätter melden, betragt die Gesamtzahl der bis jetzt bei Veltheim geborgenen ertrunkenen Reichswehrsoldaten 49. Da vermutet wird, daß eine Anzahl der Opfer des Reichswehr- unglucks bei Veltheim durch die starke Strömung werter stromabwärts getrieben wurde, sollen auch im unteren Lauf der Weser die Bergungsarbeiten! ausgenommen werden. Der Reichswa sfe r- schutz in Bremen ist bereits mit Motorbooten zu den Bergungsarbeiten ausgelaufen.
Die Opfer von „Matthias Stlnnes".
Die uns mitgeteilt wird, hat sich die Zahl der Opfer des Grubenunglücks auf Zeche »Matthias Sttnnes" bei Essen auf 12 erhöht. Non den Schwerverletzten schweben zur Zeit noch
bis drei in Lebensgefahr. Die übrigen Verletzten hofft man durchzubringen.
Die amerikanischen Flottenmanöver.
chavas meldet aus San Francisco: Die 107 Schiffe starke Flotte der Vereinigten Staaten hat auf Höhe von San Francisco Anker geworfen. Diese amerikanische Flotte, die die größte bisher dagewesene Zusammenziehung von Kriegsschiffen darstellt, wird in den nächsten Togen die letzten Vorbereitungen für die Manöver, die in den Gewässern von chawai stattfinden sollen, treffen und alsdann eine längere Kreuzerfahrt nach der Sttdsee antreten, in deren Verlaufe zahlreiche Häfen besucht werden sollen.
Der neue Zeppelinflug nach den Bermudas.
Das Zeppelinlustschiff nQ08 Angeles" wird voraussichtlich am Sonntag seinen zweiten Flug nach den Bermud as i n se l n antreten. Am Frettag soll ein Probeflug stattstnden.
Ein Leuchtturm in Flammen.
Der Leuchtturm an der Einfahrt zum Hafen von Harwich wurde ein Opfer erncr Feuersbrunst. Durch das Feuer wurden auch einige umliegende Häuser beschädigt.
Bornotizen.
— Lagescalen der für Mittwoch. Stadtt.heater, 7’,'.- ilf)r: „Sappho".
— D i c Volkshochschule beruft in unserem heutigen Anzeigenteil eine Mitglieder- Versammlung auf den 15. April ein. Näheres in der Anzeige.
Wettervoraussage-
^loch wolkig, höchstens einzelne leichte Regen« fälle, Temperaturen wenig verändert.
Erne Rede Chamberlains. Die Möglichkeit einer Revision der Verträge.
,, London, 7. April. (TU.) Gestern abend hrelt Chamberlain in seinem Wahlkreise in Birmingham eine Rede, in der er u. a. sagte: Die Furcht vor einem neuen Kriegsausbruch stege über Europa. Wenn diese Furcht nicht beseitigt werden könne, und wenn nicht Vertrauen und Sicherheit in der internationalen Sphäre wiederhergestellt seien, dann würde Europa langsam, aber sicher einer neuen Katastrophe entgegengehen. Man könne heute keine Garantie für den Frieden weder mit den Freunden von gestern noch mit den Feinden von gestern erreichen. Was England versuche, wäre die Versöhnung der Feinde mit dem Vertrage, an dem England teilhabe, und der durch die englische Macht gemeinsame Achtung und gemeinsamen Schuh der Grenzen bringen werde. Wenn die Friedensverträge geändert werden sollten, so könnten sie nur im Laufe der Jahre geändert werden und nur dann wenn olle beteiligten Parteien der Meinung wären, daß, eine Abänderung dieser Derträg e wünschenswert sei.
Kleine politische Nachrichten.
Dor dem Rathaus in Wien fand eine Demonstration kommunistischer Arbeitsloser statt, an der mehrere Tausend Personen, darunter auch viele Jugendliche und Frauen, teilnahmen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Wache. Ein Teil der Demonstranten durchbrach die Absperrung der Wache, die gezwungen war .blank zu ziehen. Die Wache wurde beschimpft und mit einem Steinhagel überschüttet. Erst das Eingreifen berittener Schutzleute konnte diesem Treiben ein Ende machen.
bett finanziellen Sanierungsplan der Regierung entwickelt. Er bestand darauf, daß der Gesetzent- entwurf in kürzester Frist verabschiedet wird. Hierauf entwickelte Fincrnzminister de Monzie ein technisches, sehr belebtes Exposö über die Schwierigkeiten der Finanzverwaltung seit dem Jahre 1920. Hm 11,45 ilfjr verließ der Finanz- Minister die Sitzung, worauf die Kommission in die Beratung der einzelnen fünf Titel des Ge- fetzentwurfes eintrat Der Antrag, den Titel I, betreffend die Erhöhung des Rotenumlaufes um vier Milliarden Frank, von dem Gesetzentwurf abzutrennen und ihn allein vorher rasche- stens zur Verabschiedung zu bringen, wurde mit 16:14 Stimmen abgelehnt. Damit hat die Kommission ihren W Neu lundgetan, den Gesetzentwurf als ein unteilbares Ganzes zur Sanierung der Finanzlage zu betrachten. Die Kommission hat hierauf entschieden, in die Einzel- Beratung der fünf Titel des Gesetzentwurfes einzutreten und in deren Verlauf die verschiedenen! Gegenvorschläge zu prüfen, die unterbreitet werden könnten.
Frauenstimmrecht in Frankreich
Paris, 8. Aprll. (WTB. Funkspruch.) Die Kammer hat gestern das Frauenstimmrecht mit 390 gegen 183 ^Stimmen angenommen. Danach wird den Frauen vom 21. Lebensjahre ab das paifiue unb aktive Wahlrecht für die Munizipal unb Kantonalwahlen zu-
Die belgischen Kammerwahlen.
Brüssel, 7. April. (WTB) 2lach dm letzten Meldungen ist die Parlamentarische Lage in ocr neugewählten Kammer folgende: Katholiken 78. Sczialisten 77, Liberale 24. Frontpartei 5 Kommunisten 2_ Daerse-Partei 1. insgesamt 187 Da das endgültige Ergebnis erst Zitate oder fönbe der Woche vorliegen dürste, wird König Albert voraussichtlich erst in dec kommenden Wcche Schritte zur Kabinettsbildung unterneb»
T heunis lehnt jeden Austrag entschieden ab. Die größte Aussicht, mit der Regierungsbildung beauftragt zu werden, hat der Finanz- mtmster Fhvere. y
Die Japaner haben die Insel Sachalin am 4. Avril geräumt. Die Verwaltung ist an die SSowsctöehörde über gegangen. Eine Erklä-
»W rm SiM Wetzen 1925
Vom alphabetischen Einwohner- und Firmerrverzetchnis liegen die Buchstaben
I bis einschließlich Ml vom Mittwoch, dem 8. April, an drei Tage lang zu jedermanns Einsichtnahme offen.
Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Nichtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa erforderlicher Aenderungen und Ergänzungen GeWsissleiie öes ’llörefjömtioerlages
Schulstrahe 7
' 'Berufung in denGießenerKreis- t o g. Da Bürgermeister Völker- Lich die Wohl als Kreistagsmitglied, als Nachfolger des verstör- denen Bürgermeisters Krenzien-Gießen,nicht angc» normen hat, ist Bürgermeister Kreilings Heuchelheim von der Kreiswahlkommission in den Kreistag berufen worden.
" Da n t ens chlu tz am O sters am stag. Die Gießener Geldinstitute geben in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß sie ihre Geschäftsräume am nächsten Samstag für jeden Verkehr geschlossen halten.
" Bildung einer Kreiskvmmis- fion bei demKreisjugendamtGießen. Gemäß der Satzung für das Jugendamt des Kreises Gießen fordert das Kreisamt Gießen (Kreisjugendamt) im neuesten Amtsverkündi- gungsblatt die int Kreise Dießen wirkenden freien Vereinigungen der Jugendwohlfahrt unö bet' Jugendbewegung auf, ihm innerhalb einer Frist von einem Monat Vorschläge über die von dem Kreisausschuh des Kreises Gießen zu emennenben Mitglieder des Jugendamts schriftlich einzureichen. Für jedes vorgeschlagene Mttglied ist ein Ersahmitglied namhaft zu machen. Mindestens drei der vorgeschlagenen Mitglieder müssen Frauen fein. Die Wahlmitglieder müssen zu den Gemeindeämtern wählbar fein. Es werden nur solche Vorschläge berücksichtigt, die von den Spitzenorganisationen der einzelnen Vereinigungen vorgelegt werden. In den Vorschlägen ist die Angabe der im Kreise Gießen ausschließlich der Stadt Gießen wohnhaften Mitglieder bet Einzelorgan isationen anzugeben.
Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Das Kreisamr Gießen empfiehlt den Bürgermeistereien dringend, im Interesse einer guten Feldbestellung im (Einvernehmen mit dem Gemeinderat eine ausreichende Sperrzeit für Tauben anzuordnen.
» Sturz aus dem Fenster. Gestern nachmittag stürzte das 3jährige Töchterchen einet hiesigen Familie in der Ebelstraße aus einem Fenster des 3. Stockwerks auf die Straße und erlitt dabei sehr schwere Verletzungen. Das arme Kind wurde sofort zur chirurgischen Klinik gebracht, wo eine Bauchoperation vorgenommen werden muhte, da durch den Sturz die Eingeweide ausgetreten waren. Das Befinden des Kleinen war heute morgen den ihnftänben entsprechend leidlich. Es soll sich um das einzige Kind der schwergeprüften Elterir handeln.
• Von der elektrischen Straßenbahn angefahren und zur Sette geschlendert wurde gestern früh in der Weftanllige ein hiesiger Hausverwalter, der mit einem kleiner- Wogen nach seinem Grundstück fahren wollte. Mit einem Bruch der Kniescheibe und verschie- benen Prellungen des Körpers muhte der Der- unglüdtc durch die SanttätSkolonne zur Chirurgischen KlinU gebracht toerben.
1,151 Briefsendungen nach Neuyork. Das Neichspostministerium teilte dem Zentraloer band des deutschen Großhandels auf eine 'Anfrage mit, daß es entgegen anderslautenden Mitteilun- gen unbedingt als zweckmäßig angesehen werden muß, bei Driefsendungen nach Neuyork bas Zustell amt mit anzugeben. Die englische Postverwaltuno hat bereits tm November v. Is. mit der Postver
rung des japanischen Außenmtnt-t st e r s versichert, daß Japan außer dem bei der Ratifizierung veröffentlichten Vertrag kein Abkommen mit Rußland abgeschlossen habe. Japan sei kein Abkommen ein» gegangen, daß mit seinen Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund unvereinbar sei.
Hochschuln achrichten.
Studentische Wirtschaftshilfe.
Dresden. 7. April. (Wolfs.) Gestern tagte erstmalig der Zentralarbeitsausschuh vom Vorstand der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft, Sih , Dresden. Er ist berufen worden. um die Auswahl der bei der neugegrünbeten Studienstiftung des Deutschen Volkes eingegcm- genen Gesuche vorzunehmen. Die Stiftung hat den Zweck, besonders begabten Abiturienten das Studium zu ermöglichen. Don 500 eingegangenen Gesuchen können etwa 150 bis 180 berücksichtigt werden. An der Sitzung des Arbeitsausschusses nahmen u. a. Vertreter der ^Interrichlsministe- tien verschiedener Länder, des Deutschen Städtetages und des Reichsverbandes der Deutschen Industrie teil. Anläßlich ber Tagung des Arbeitsausschusses hatte Oberbürgermeister Blühe r die Teilnehmer gestern zu einem Abendessen ins Rathaus geladen, bei dem auch Reichskanzler a. D. Michaelis und Kultusminister Dr. Kaiser erschienen. Aus die Drgrüßungs- worte des Oberbürgermeisters dankte Dr. Michaelis für die Einladung, vor allem aber für das energische und weitsichtige Eintreten des Oberbürgermeisters auch aus dem Deutschen Städtetag für die neue Studienstiftung, durch das dem deutschen Volk für die bevorstehenden schweren Jahrzehnte neue werfvolle aufbauende Kräfte zu- ge'ührt werden sollen. Die Arbeiten des Zentral- ausschusses finden heute ihren Abschluß.
Aus «Ker Welt.
Schisfsdrarrd in Hamburg.
Aus Stadt uno Land.
Gießen, den 8. April 1925.
Schweres Unglück bei einer militärischen Uebung.
Die Maschinenaewehr-Konipagnie des hls» ftgen Datl. des Jnf.-Regts. Ar. 13 hielt gestern mittag auf dem Hinteren Trieb eine Hebung tm Handgranatenwersen ab. Beim Werfen einer Stielhandgranate explodierte diese zu früh unb verletzte 4 Soldaten, darunter 3 schwer. Einem der Schwerverletzten, dem Unterfeldwebel Jung, wurde durch Sprengstucke der rechte Unterschenkel abgerissen, das linke Dein entzwei geschlagen und am linken Arm die Schlagader durchschlagen, außerdem wurde er noch- am Kopf verletzt. Der Unterfeldwebel Preuße und der Unteroffizier Drehm erlitten Verletzungen an den Armen, Drust unb Füßen. Die Freiw. Sanitätstolonne Gießen leistete mit erste Hilfe unb brachte unter Mithilfe von Militärsanttätspersonal die Verletzten mit Krankenkraftwagen zur^.chirurgischen Klinik, wo die Verwundeten sofort operiert wurden. LInterfeldwebel Jung, der durch großen Blutverlust bei der Einlieferung zur Klinik schon sehr schwach war, ist leider kurz nach der Opc-- ralion seinen schweren Verletzungen erlegen. Das Befinden von Unterfeldwebel Preuße und Tlnteroffizier Brehm ist den -llmftänben entsprechend gut; es soll kein Grund zu ernsten Besorgnissen vorliegen. Tlnverstärrdlich ist, daß bei dieser llebung mit scharfer Munition von vornherein fein Sanitätspersonal zugegen tear, um bei eventl. Unfällen rasch eingreifen zu können.
3n der Rächt von Montag zu Dienstag brach auf der Deutschen Werft in Finkenwärder G r o ß f c u c r aus. Die Ei senge rüste, in denen btc Schiffe gebaut werden, brannten lichterloh unb warfen einen Hellen Feuerschein über den Clbestrom. Mehrere L ö f ch z ü g c mußten durch Fährbote an die Brandstätte befördert werden, wo bereits die Freiwillige Feuerwehr von tfinfentDärber arbeitete. Aus 17 Rohren wurde Wasier geg-ben. Doch gelang es erst nach mehrstündiger Arbeit, des Feuers Herr zu werden. Das Feuer s ckbst ist auf dem im Dau befindlichen Dampfer .A m e r i ka l an d" aus bisher noch u bzfannt-r LIrsach e tftanöen. Das <5 rnff sollte beute vom Stap lghn Im Augenblick bcan iten .bic Helgw. Das 20 000 Tonnen große Schiff hat durch Ausglühen stark gelitten, unb kann selbstverständlich den Stapellauf heute nicht vornehmen.
Straffenbahttunqllitt in Berlin.
Sin Straßenbahnwagen, der in rascher Fahrt die Schönhauser-Allee herunterfuhr, sprang an einer Kurve am Sene- fclbcr Platz aus den Schienen, riß einen CettungßmaÜ um und blieb schließlich an der Bordschwelle stehen. Bei dem Anprall an den Leitungsmast wurden die Fahrgäste des Wagnis durcheinandergcworfen. 13 Personen wurden verletzt, darunter 3 schwer. Hätte der Leitungsmast den entgleisten Wagen nicht auf- gehatten, so wäre er in den Eingang des linier» grundbahnhofs gestürzt.
Reichsminister Dr. Gehler an der Weser.
Berlin,?. April. (T. U.) Reichswehrminifter Dr. Geßler weilte am 4. April an der Unglücks- stelle an der Oberweser, um sich persönlich über die Oertlichkeit unb den Fortgang der Bergungsarbeiten zu unterrichten. Bei dieser Gelegenheit sprach er dem Fährmann, der allein acht Soldaten vom Tode des Ertrinkens gerettet hatte, sowie dem Ortsvorsteher und Bürgermeister von Veltheim seinen und des Reichsheeres Dank für die aufopfernde Mithilfe aus. Am Donnnerstag, 9. April, fmdet an der Unglücksstelle ein Lokaltermin durch den zuständigen Staatsanwalt zur Untersuchung der Ursache des Unglücks statt. Es soll auch gcrichllich nachgeprüft werden, ob die Fähre tatsächlich überlastet war, die 10 Kilometer unter- fjatb der Unfallstelle durch die Strombauverwaltung vollkommen intakt aufgefunden wurde. Daß mit der ttöhre mit den Reichswehrsoldaten auch Zivilisten befördert wurden, ist dadurch erklärlich, daß der Fährverkehr aufrechterhalten werden mußte, da die i^ähre an der alten Fabrstelle erbaut worden war. Daß an die auf der Fähre befindlichen Reichswehrsoldaten der Befehl gegeben wurde, die Gewehre und dasGepäck abzuwerfen, wird von dem beteiligten Offizier unter Gib ausgesagt.
Keine Erhöhung der Steuern aus den unentbehrlichen
Verbrauch.
Berlin, 8. April. (TU.) Halbamtlich: (immer mieber auftauchenden Gerüchten gegenüber ist erneut darauf hinzuweisen, daß die Reichsregierung n i ch t beabsichtigt, andere Verbrauchsabgaben als die Bier- und Tabaksteuer zu erhöhen. Zwar werden andere Berbrauchsabgaben wie z. B. die Salzsteuer einer Umarbeitung unterzogen werden müssen, durch die eine gewisse Umstellung der Sätze bedingt ist, es ist aber selbstverständlich keine Rebe bavon, daß hierbei die Salzsteuer, wie Gerächte besagen, auf 8 ober sogar 10 Mk. erhöht werde.
gur Aufwertungsfrage.
Berlin, 8. April. (WTB.) Der Zentralver- vond des deutschen Bank- u. Bankiersgewerbes hat stch einstimmig gegen eine Unterscheidung zwischen altem und neuem Besitz an öffentlichen Anleihen bei der Aufwertung ausgesprochen, weil eine solche Unterscheidung w e- der sachlich gerechtfertigt, noch tech- ntsch durchfuhrbar sei. Der Berliner Bö» senoorstand hat beschloßen, zur Besprechung der aus oem Entwurf des Aufwertungsgesetzes zu erwartenden Folgen für die Anleihebesitzer und den Börsen- verkehr eine Versammlung der deutschen Börsen- vorstande auf Dienstag, 21. 4., nach Berlin einzuberufen.
Das Unterhaus hat den Antrag Churchills aus Jnkraftsetzrmg des englisch-deutschen Abkommens über die Erhebung der 26prvzentigen Reparationsabgabe einftimmig angenommen. Das Oberhaus hat den Antrag ohne Debatte angenommen.
S J I Aestanoen Um das Inkrafttreten des Gesetzentwurfs
Reiches und der Wirtschaft imentbehrlrch sind, für diese Wahlen zu erleichtern, beantragte die Kom-
^<nlc unserer Anhängerschaft stehen d>r Mission die Dringlichkeit des Gesetzentwurfs, Zentrums ma nnes zum was geschäftsordnungsmäßig bedeutet, daß er drei den ten n lch t oh ne er n ste Tage nach Genehmigung des Parlamentes durch
V 9C1?bCr- Sie befurchten fein Ern- Veröffentlichung im Staatsanzeiger Gesetzeskraft er- 4ur^LW;np Cn eurer antrliberalen langen muß. Dieser Antrag wurde mit 297 gegen .cJlur£o[-tiE ausgenutzt werden. Rach 247 Stimmen abgelehnt.
reifncher Erwägung hielten unsere Parteiinstanzen diese Bedenken nicht für ausschlaggebend. Marx wird als Präsident kein Zentrumspolittter -Vvt f
sondern Führer deS gesamten Volles sein Die
kulturpolitischen Fragen lieaen mit ihrem Schwer- U”lUlljUUriugv.
puntt nicht im Reiche, sondern in den Ländern. Paris. 7. April. (LU.) Rach dem vffiziel- Jn kulturpolitischen Fragen haben wir ken Kommuniguee hat Herriot im Verlaufe des andere Ueberzeugungen ass Ma r r heute vormtttag zusammengetretenen M i n i st e r- und seine Partei. Dieser Gegensatz wird auch r a t e s über die interalliierten Verhandlungenweiter bestehen. Wir werden weiter in Kultur- I vor Absendung einer Antwort auf das fragen den freien und entschiedenen Liberalis- deutsche Sicherungsangebot sowie über mus vertreten. Aber wir wollen keinen Kultur- die allgemeine auswärtige Lage berichtet. Der kampst keine Unterdrückung unserer katholischen Ministerrat hat außerdem seine Zustimmung Mitbürger, keine Herabsetzung der nationalen 5 u den Finanzplänen gegeben, die beute Ueberzeugungstreue derjenigen, die kulturpoli- mittag der Kammer vorgelegt wurden. Die Vor- lisch anders stehen. Auch haben wir als liberale läge sieht eine Heraufsetzung des Geld- Kulturpolttiker kein Jtneresse daran, das Zen- Umlaufs um vier Milliarden Franken vor trum in die Dundesaenofsenschaft der tulturelle.i Ferner wird eine außerordentliche dreiprozentigs Reaktionäre von rechts zu treiben. So fordern Staatsanleihe vorgesehen. Artttel 3 be- wir unsere Anhänger auf, ehrlich und offen stimmt, daß sämtliche zu der Einkvnrmensteuer für den Kandidaten des Vollsblocks, Reichs- herangezogcnen Personen, die nicht mindestens kanzler a. 'S). Dr. Marx zu arbeiten ein Zehntel ihres Vermögens zeichnen, mit einer
-------- besonderen Steuer belegt werden. Die
Zulage findet auf Gehälter und Löhne keine
VU$ (EafCilödbtlUltGiliu Anwendung. Den Beschluß, von einer Debatte
1 3 deute abzusehen, hat die Regierung im Einver-
DOr tDCnCöl. standnis mit den Gruppen Les Linkskartells ge-
/ex-y J7? <. • . iastl. Die Sozialisten haben ihrerseits einen
V^^^^^o^Eungstag beginnt mit der Gegenentwurf eingebracht, der eine vor- SürnÄ®^anll>aU 8r a«E b ca11« [of c Kapitalabgabe vorsieht beantragt die Vernehmung von Zeugen über Hn- Wird der Vorschlag der Sozialisten abaelelmt'
r'C auf durchaus wahrscheinlich ist, so werden sie dem Herner Bahnhof wiederholt vorgeiommen für die Regierungsvorlaae stimmen
übrigen herrscht der Eindruck vor, daß die
Der Gerichtshof Regierung auf jeden Fall das Ergebnis öcr “Ä ;oc7 Gemeindewahl vom 3. Mai abwarten will. Aus düst « ™ den GerichtSsaal, diesem Grunde soll die Regierung auf Drängen
^^bieGntscheidrmg Vorbehalte. der Sozialisten beschlossen haben,
nehmung des Lokomotivsührers^Et/h?^u Ende in Ä I^anzfrege
geführt. Der Stellwerksmeister von der Block- Dertrauensfrage zu stellen.
stelle Klatenhorft erklärt, daß der Ö-Zua 10 die , ’^lc heutige Kammersitzung fand unter un- Blockstelle Pünktlich passiert habe. Die von Pheurem Andrang des Publikums statt. Die der Verteidigung vorgeschlagenen Zeugen sagen -^ribünen waren übrrfüllt. Doch man kann wohl über Icknregelmäßigkeiten im Signaldienst aus 'a5en* das Publikum nicht auf seine Kosten Zugführer K a s ch k e bekundet, daß der Zug vor- Gemmen ist. Finanzminister de Monzie legte schriftsmäßig gc-bvemst worden sei. Zettd fferenzcn seinen Anttag auf Sanierung der Finanzen auf bestündeg zwischen den einzelnen Stattonen bis Hauses nieder und erllärte, er
ZU mehreren Minuten. Zeuge Dr. H enb i n g sagt ' der Gesetzentwurf sofort der
aus, daß der Stoß beim Halten auffällig stark an z ko m m i si o n u n t e rb r riet wer e. gewesen fei, doch habe er deshalb noch nicht auf 5)16 Kammer bat ohne Widerspruch diesen 2ln- ein Unglück geschloffen. I tvagjingenotfimen.
Die Aachmittagssitzung beginnt mit dem Bericht des Oberbahnrats Kastner über die Einrichtung des Signalwesens, wobei der Zeuge die Möglichkeit einer Falschstellung wie des Versagens der Tastensperre zugibt. Der Oberbahn- merster A x st e i n von Herne verneint nicht, daß llnregelmährgketten auf dem Herner Bahnhof vorgekvmmen sind. Darauf folgen die Gutachten der Sachverständigen des Signalwesens, die weder die Möglichkeit eines Der- fagens der Signale, noch eines Verschuldens des Stellwerkpersonals für ausgeschlossen halten, dagegen erachten die Eisenbahnbetriebssachverstän- dlgen ein Ile berfafcr en des Signals unter den obwaltenden ümftänben als ganz undenkbar und glauben die Schuld nur in d»r Signalst ellung suchen zu sollen, da sert dem Herner Unglück bereits 46 Meldungen iber unvorschriftsmäßige Signalstellung im Esse- ner Bezirk vorliegen. Der Maschineninspektor Konzen, der direkte Vorgesetzte des Ange- llagten Haberkarnp, stellt diesem das beste Zeugnis aus. Er schildert üjn als zuverlässig, nüchtern und glaubwürdig in jeder Beziehung' Dasselbe treffe auf feinen Heizer Heidbreder zu- Darauf wird die Sitzung in den Abendstunden auf Mittwoch vertagt.


