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, Lehrer Kafilld, von Dvhlsahrtsein- »rnschast grobe Mr- lendete dieser Tage [. Er führte Jahr- tt Ludwig- und Mete eine Sterbe- fteht Eine Stistung 3 von bet hessischen ru'en worden ist. er- f,Stiftung. W rh dem Vorstand der

D'.e Entscheidung ü"'er die De>

worden seien.

5340ss

Winterkur für

Nachdruck verboten.

13. Fortsetzung.

sie sich, noch in aus die

mitgebcacht, zum Tell noch unaufgeschnrrrene ore sie ihm versprochen hatte zu lesen. Sie fdmttt fit «Ne sorgfältig mit der Haarnadel aut und

Franziska.

Roman von L i e S b e t Dill.

Merken krampe u Nervös-Erschöpfte. Speziftlkrra«« nV Hof heim I. Taimens bei Frankfurt a M.

Prospekte durch Dr. M. Schulze - Kahieys«, Nervenarzt.

schaute hinein. Schwer, tief und deutsch, sie strich über die zarten Ledereinbände. Denn er etwas schenkte, schenkte er es gut. Ich werde sie abends im Bett lesen, beschloß sie, und sie nahm jeden Abend so ein weiches rotes Lederbuch mit, und während sie las, stiegen ihr seine Worte auf, wie er sie gemahnt hatte, zu arbeiten.Arbeite, so wirst du über alle anderen triumphieren." 3n Franziskas Herz schlugen die Worte Wurzel und bekamen plötz- lich Gestalt, und eines Tages nahm sie ihre Gesanasftudien wieder auf.

Bei lästigem Husten raten wir Ihnen, die von Aerzten als kriiUiee v u ft c n m c b i a t n bexüOTtagenb bemitadiicicn 3anitia"-^uftcul>ottJon» ?,tt nehmen. Lindern ö«e Ocbnieuen, lösen den Lchietin.eatvfta*«; Bonbo d find in allen Sl voi heken ertätilich. UnloersilätSapoiheke z.Gold. Engel. Avoch.Krofdorf.

großen Bedeutung der zur Verhandlung kom­menden Gegenstände war die Tazunz außer­ordentlich stark besucht. Richter und Staats­anwälte aus Hessen-Aassau. Hessen Doyen', und Vaden waren in großer Zahl erschienen: ebenso Vertreter der Justizministerien von Preußen, Bayern. Sachsen, Vaden und Hessen und endlich viele in der sozialen Gerichtshilfe tätige Männer und Frauen. Rachdem Bürger- meister Gräf namens der Stadl Frani'urt a. M. und Oberlandeckgerichtsprätideal Dr. Dronie- Frankfurt a. M. namens der Justizverwaltung die Erschienenen begrüßt hatten, sprach zunächst Magistratsrat Dr. Michel- Frankfurt a. M. über die Bedeutung der sozialen Ge­richtshilfe vom Stan'opunktdcr Für­sorge. 2hm folgte ein Vortrag von Landrichter Dr. Graf L a n ck o r o n s k i - Frank'urt a. M. über die Bedeutung der sozialen Ge- richtshilse vom Standpunkt der Rechtspflege. Hierauf beleuchtete der be­kannte Jugendrichter Amtsgerichtsrat Allmen­rod e r - Frankfurt a. Main die Jugend­gerichtshilfe als Vorbild der Gerichtshille für Erwachsene und endlich erstattete Fräulein Kleeberg-Halle, die Leiterin der Gerichts- Hilfe beim dortigen Land- und Amts --richt, einen Bericht über die praktische Durchführung der Gorichtöhilfe für Erwachsene. Heule vor­mittag sprach Dr. Gröschner vom StrasooN- zugsamt Frankfurt a. M. über d'c Straf- entlasfenenfur sorge und M ni'terialrat Dr. Maier- Dresden über die Vewahrung als Mittel derStrafentlassenenfür- sorge. Rachmittazs sand eine Besichtigung des Strafge'än-inisses in Preungesheim statt, worauf die Teilnehmer der Tagung einer Einladung der Frankfurter Iuristen-Gesellscho't in den Räumen der Frankfurter Gesellscha't für Handel, Indu­strie und Wissenschaft folgten.

Höchst a. M., 5. De'. In der abgelaufenen Woa e wa en hier 3298 (Vorwoche 2745) Ar­beitslose vorhanden. Die Pahl der Hauvt- un^erstützunasempsänaer betrug 901, der Zu- sch'ag emp'änger 1326. Besonders stark leiden das Ta -ge gerbe, die Möbel- und die Leder­industrie.

Vad Soden, 5. Dez. In der gestrigen S'adtve o d. etensihung teilte der Bürgermeister mit, daß sich um die öffentlich ausgeschriebene Stelle eines Kurdirektors mehr als 8 5 0 Bewerber gemeldet hätten und daß e l f Bewerber in die engere Wahl gezogen

Wenn sie nach Hause kam im Regen, setzte in ihren langen Pelzmantel gewickelt. Hut und Handschuhen im Halbdunkel Chaiselongue und dachte bariiber nach,

Rundfunk-Programm

des #vrant titMi: Fenders.

(Aus derRadio-Umschau-.)

Dienstaz, 8. Dezember.

3.20 bis 4 Mr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.30 älbr: Rachm'.ttagsko-zert des Haus­orchesters: Wunschnach.nittag. 5.3) b'.s 6 Ahr: Der Oth-llo" von Ve-di. C'nfähren^ V rlrag von W. W. Göttis 6 b'.s 6 30 Mr: Rätselfunk-Wett­bewerb. 6.30 bis 7 Mr: Uebertragung von Kassel: Stunde der Landwirticha täkammer Kassel: Örnte und A sbewahrung der Kartoffeln". Vor­trag von Dipl.-Agr. Fritz Schwend, Dozent an der Höheren Lehranstalt für prakt. Landwirte, Kassel-Wolfsanger. 7 Mr: Mbertrrg-.mg a 'S dem Frankfurter Opernha-s:Othello", Oper in vier Akten, von Giuseppe Verdi.

Die kandMirlscbaftlichen Schulen in Hessen.

Rach einer Veröffentlichung deS Presseamts beim Hess. Staatsministerium bestehen Im Frei­staat Hessen zur Zeit 21 landwirt­schaftliche Schulen, davon 7 In Starken­burg, 6 in Rheinhessen und 8 in Oberhessen. Die Besucherzahl beträgt an den einzelnen Schu­len: Darmstadt 78, Groh-Gerau 61, Groß-Umstadt 38, Heppenheim 52, Michelstadt 38, Offenbach 22, Reichelsheim 34. AlSfeld 54, Büdingen 41, Butzbach 40, Grünberg 61, Lauter­bach 39. L i ch 44, Schotten 14 (nur ein- klaffiger Dchulbetrieb), Friedberg 60, Alzey 80, Eaualgesheim 41, Mainz 59, Sprendlingen 52, Worms 90, Oppenheim 33. Im Durchschnitt ent­fallen auf eine Schule 49 Schüler. Die Gesamt­schülerzahl beziffert sich auf 1031 gegen 956 im Vorjahre.

setzung werde in Oec kommenden Woche fallen.

5lre s Hersfrld.

Hers selb, 5. Dez. (WSR.) Der Kon­flikt der heilen Mehgermeister mit dem Magistrat der Stadt ist nach vierwöchiger Ta e: nu-'me' r beendet worden. D e Mehrer, die vier Wachen lang den städ'llchcn Sch'acht- hof boykottierten, haben ihre Schlachtungen jetzt wieder ausgenommen.

gewaltsam von ihrem Leopold getrennt werden soll, wenn sie auf der Fürstin-Mutter Bitten ihrer Liebe entsagen soll, wird die Operette zum Melodram. Aber im dritten Akt heißt eS: Ende gut.a lies gut, und der Leopold zieht mit seiner Anneliese unter den Klängen feines Marsches von den Soldaten begleitet, in die K rche. Richard Kehler unb Robert Winterberg haben auS der schon oft dramatisierten Geschichte der Anneliese von Derrau eine recht nette. m".s.kalstch ziemlich gute Operette g schrieben. Von Kalmans Melodienreichtum ist das Ohr noch etwas ver­wöhnt. aber auch hier klingen geschmackvolle melo­diöse Rhythman auf. die allerdings im bewußten zweien Alt ins hochdramat'.sch Overnhafte über­geh eu und so an Originalität e'mbußen. D'.e Auf­führung war ganz famos, an der Spitze die Anne­liese M'.zzi Feldmeicrs. welche nicht nur gesanglich, sondern auch darstellerisch eine aus­gezeichnete Leistung bot. K.-.rt Ham pes Leopold war der richtige Draufgänger, der jedes Hinder­nis im Sturm nimmt. M'c reifer Künstlerschaft spielte Frieda Gichelsheim die Fürstin- Mutter. A"ch Adolf Wiesner, als verdienst­voller Regisseur des Abends, wußte den Apo­theker Foehse charakteristisch zu zeichnen. Einen besonderen Erfolg fr(te sich das Terz-tt Rado, Reul. Steidel. Die mus-.kal'sche Leitung lag in den bewährten Händen von Kapellmeister Schmidt. Im übrigen tobte daü Publikum und wollte sein Opfer haben, das heißt feine Wiederholungen, die auch reichlich gewährt wurden. V>.

Frankfurter Theater.

Gräfin Mareza ist abgereist, dafür hatAnne Liese von Derrau" ihr Domizil im Operetten­theater aufgeschlagen. Die Aufforderung nach Daroschin zu kommen, ist verhallt, dafür möchte aber Lisa Rado als Iuliermeeine kleine Hochzeitsreise" machen, sehr zur Freude des Publikums. Rur im 2. Akt. wenn die Annelieso

Wirtschaft.

Hande! und Gewerbe im November.

Rach den Berichten der Preußischen Han­delskammern an baß preußische Ministerium für Handel und Gewerbe hat sich die Wirt­schaftslage im Rovember weiter ver­schlechtert. Absatzmangel infolge der stark gesunkenen Kaufkraft des Inlandes und der Er­schwerungen des Auslandsgeschäftes. Kapital­mangel und Kreditnot sind die besonders her­vortretenden Kennzeichen. So weisen^ z. B. die im Laufe des Berichtsmonats veröffentlichten Bilanzen der deutschen Gisen-Industrie fast aus­nahmslos ein Arbeiten mit Verlust oder einen kaum nennenswerten Reingewinn aus. An der Börse nahm der Kursverfall der Aktien und festverzinslichen Wertpapiere seinen Fortgang und erfuhr nur gegen Monatsende eine ge­ringe Linierbrechung. Industrie und Handel lei­den besonders unter der mangelnden Kaufkraft der Landwirtschaft. Der deutsche Ausfuhrhandel weist eine gewisse Besserung auf. Eine weitere Besserung der deutschen Ausfuhrziffer kann in Auswirkung der in jüngster Zeit abgeschlossenen Handelsverträge mit Rußland. Italien, und bei günstigem Verlauf der mit Spanien und an­deren Ländern abzuschließenden Verträge all­mählich eintreten. Der Arbeitsmarkt verschlech­terte sich weiter, besonders im rheinisch-westfäli­schen Industriebezirk, eine an sich in dieser Jahreszeit gewöhnliche Erscheinung. Die Hochst- zifsern der Arbeitslosigkeit des letzten Jahres sind noch nicht erreicht. Die Lebenshaltungs- inderzifser ist ebenso, wie der Großhandels- Index. weiter gesunken. Die Anforderungen der öffentlichen Hand an die Steuerkraft deS Lan­des find noch nicht wesentlich heruntergegangen.

wie sie sich aus dieser Enge wieder am raschesten befreien konnte. Es war etwas in ihr weich geworden durch ihre Verlassenheit, in dieser häß­lichen. traurigen, nüchternen Umgebung. Sie fing an, über Hmsse nachzudenken. Je weiter sie voneinander entfernt waren, desto naher kam sie ihm in Gedanken. Es muß doch etwas sein, das die Menschen unwiderstehlich zueinander zieht. Sie glaubte daran, daß er in diesen Stun­den auch an sie dachte, daß er sie suchte, viel­leicht ging er in den dunklen Straßen auf und ab und sehnte sich nach ihr, wie sie nach ihnu

heute abend Hoffmanns ETzählungen. Diese Oper, einst beim Theatrrbrand in Wien als Premiere gegeben, war seitdem Theaterleute sind aber­gläubisch in die Versenkung getaucht und der Vergessenheit anheim gefall en Run hatte man sie toi eher aus gegraben und sie mit neuer Aus­stattung angetünbigt. Die Menschen strömten in dichten Scharen dem hellerleuchteten Theater zu, das tote ein Magnet alles anzuziehen schien.

Die Ebenhausen fang die Guilieta und Wohlgemut dirigierte, man war sicher, etwas Abgerundetes vorgesetzt zu bekommen;^ auf die Ebehausen konnte man sich verlassen wie auf eine gut eingestellte Maschin'. Man ginn bei ihr so ruhig ins Theater wie in eine Kirche.

Sie bemerkten beide, daß Dienstmänner in blauen Bluten den herbeiströmenden Menschen fortwährend rote Zettel in die Hand drückten. Auf der Lilsaßsäule vor dem Theater^ klebten ebenfalls solch? Zettel, bis ein solcher in ihren Wagen flog. Hasse hob ihn auf, Ia5 ihn und zuckte zusammen. Wegen Erkrankung Frau Eben­hausens singt die Guilieta Fraulein Franziska Rott.

^Das ist ein Reinfall", bedauerte Worth. Sie stiegen aus und betraten das hellerleuchtetd Theater, das mit seinen weißen goldverzierten Wänden, den gelbseidenen Vorhängen, dem strah­lenden Licht und den blauen Teppichen heute einen besonders festlichen Eindruck machte. In den Gängen und auf der Treppe wogte eine bunte. Helle Menge, die Logen waren besetzt, der Hof war erschienen. Uniformen, Brillant- diademe funkelten im ersten Rang, Fächer ent­falten sich, ein Schleppenrauschen und Lächeln, ein Aufblähen schöner Augen, der Dust eines starken Parküms. vermischt mit dem der Haare, der Kleider, der Haut und frischer Rosen. Pro­gramme wurdrir entfaltet und überall tauchte der rote Zellet auf. .Die Rott", erzählten zwei dicke Herren, die im Smoking, der Bühne den Rücken zukehrend vor ihnen standen,toar ge­stern mit der Siegfried unhilde abgefallen. Sine schöne Person sonst, schad', daß die Stim­me nicht reicht."

(Fortsetzung folgt.) 3

sch. Frankfurt a. W.. 5. Dez. Gestern vormittag wurde im Großen Dücgersaal des Ratbauses dahier ein zweitägiger Lehrgang der Stadtgemeinde (Bezirksfürsorgeverband) Frank­furt a. M. in Verbindung mit den hiesigen Justizbehörden über die Zusammenarbeit von Fürsorge und Rechtspftege. insbesondere die S o- zialeGerichtshilfeundStrafentlas- senen-Fürsorge, eröffnet. Entsprechen) der

Lind während sie über sich und ihr Leben nachdachte, fiel ihr manches ein. was sie früher von ihm obsichtllch überhört hatte. Sie hatte einen wahren Haß auf feine Predigt^ gehabt. Einer meiner Vorfahren war ein berühmter Prediger", hatte er ihr erzählt.Das mern man, sagte sie. Heute tat es ihr leid, daß fte sich so ablehnend gegen seine Vildungsversuche verhalten. Stephansberger war ein Mann für die Mucki, die liebten sich, stritten und ver­söhnten sich wieder, gingen auseinander im 3:>rn. und wenn sie sich nach Jahren auf der Straße trafen, gingen sie zusammen toupieren. 3e9t war die Mucki mit einem Bassisten aus Wurz­burg verheiratet, und der Stephansberger gab Episoden von seinem Glück bei einer retchen Witwe zum besten, die er oben im Walde auf einer Bank kennen gelernt und die ihn heiraten wollte. Er war mit dieser neuen Angelegenyett so beschäftigt, daß er ganz vergaß, daß er vor ein paar Wochen noch Franziska fast daS Hand­gelenk zerbrochen hatte, als sie sich toetgerte, ihn auf der Bühne zu küssen-

Franziska starrte in das Dunkel des 2DeubS, der sich grau und trübe auf die Stadt herab- sentte, auf die enge Gasse, in der sich Haus an Haus. Hof an Hof schob und man den Himmel nur von den Dachfenstern aus sah, und auf ihre Seele senkte sich das Grau der Hoffnungs­losigkeit, die Trauer um einen wertvoll m Men­schen, den man freiwillig hergegebrn bat

Sie besah noch Bücher von ihm, die er ihr mitgebcacht, zum TeU noch unaufgeschnittene die

Die Mucki war auS Rizza zurückgekommen und hatte neue Hüte mitgebcacht, die abenbS aufprebiert tourbm, Mieze konnte Hüte auf­stecken und arbeitete für die Kolleginnen, die Zimmer waren mit Bändern, Federn und Hut­formen übersät. Franziska interefflcrten vor­läufig nur die neuen Sommerhüte. Des Abends tog eine vergnügte Kollegenschar ein, zu denen sich auch Stephansberger gesellte. Man tafelte, hielt Picknicks in Franziskas Gartenhaus ab, die sehr fröhlich waren, aber dem grämlichen älteren Hausherrn nicht gefielen, weil sie seine Racht­ruhe empfindlich störten und auch außerhalb deS Kontrakts lagen, und er kündigte Fran­ziska.

Das verursachte viel Laufereien in der Stadt, die Wohnungen waren teuer in Sonnenberg. In guten Häusern nahm man keine Sängerinnen, die tagsüber Klavier spielten oder GesangS- Übungen betrieben, abgesehen von den utovaU= 'eben Bedenken, und als sie von Stephansberger erfuhr, daß die HaDetage in seinem Hanse in der Parkstraße, welche bis dahin von der Sou­brette vom Gastnertheaier bewohnt gewesen, fret war, nahm sie Franziska kurz entschlossen, nm der langwelligen Wohnungssuche enthoben zu sein.

Sie waren wieder gute Freunde nach einer kurzen Epoche des Rausches und hatten sich aufeinander eingespielt.

Seit Franziska in der Parkstraße wohnte, ging indessen eine Veränderung mit ihr vor. Sie suhlte, daß sie jetzt sacht und unaufhalt­sam In einen dunklen, weichen, nachgiebigen Schlamm zurückzusinken drohte. Die Luft in dieser parfümierten, fchlecht tapezierten, engen Woh­nung, dieser Umgebung steckte an.

Der Frühling kam mit weißen Dlüter.däumen und grünen Hecken, der Flieder brach auf und hing wieder in schweren blauen Büscheln über die Mauern des Schlohparks. des Morgens zwit­scherten die Vögel in den stillen^ grünen Alleen, auf dem Weiher zogen die Schwäne ihre ruhigen Furchen amd die Heckenrosen blühten.

Aber Franziska suchte vergebens.

Hasse blieb verschwunden.

Hasse batte während des Sommers eine schwierige Operation an einer Dame vorgenom­men, welche hoffnungslos schien, das Karzinom war zurückgegangen, und er war noch zwei Mo­nate auf dem alten Schloß an der III geblie­ben, um die Schloßherrin, seine Patientin, in Radiunabshandlung zu nehmen. Das Leben in diesem aus dem achten Jahrhundert stammenden Schlosse mit seinen dicken Mauern, seinen Wen­deltreppen und der Garderobe, in der die Pferde der Ahnherren wie eine Ahnengalerie aufaereibt hingen, dem kleinen Dorf mit seinem Dach, den schnatternden Entengruppen, dem alten, verwil­derten Park, in dem er sich erging, hatten ihn in eine wunschlose, ruhigere Stimmung verseht, und er hatte dort Muße gefunden, seine wissenschaft­lichen Versuche abzuschließen.

Als er in die Stadt zurückkam, war eS Herbst. Der Wald stand in flammenden Farben, die Menschen trugen schon Petze, die Straßen sahen aus wie leergefegt, und das Theater hatte seine Pforten wieder geöffnet

Der innere Worth holte ihn vom Bahnhof ab, er hatte Theaterkarten besorgt, man gab

Günstige Entwicklung des preußischen Sparhafienmcfens»

Wie der .Amtliche Preußische Pressedienst* auf Grund einer Ülebersicht der "Statistischen: Korrespondenz", des amtlichen Prb.ifationsor- gans des Preu,ischen S.atistischen 2aniX?5amtc5. über den Stand der öffentlichen oder unter St-c-.tsr'i' icht st henden Sparkofsen Preußens im Oki ber 1925 mit teilt, hat die erfreuliche Ent­wicklung der Einlagebestände im Sparver- t e h r und bankmäßigen Sparkasfen- verkehr im Berichtemon-t wei er: Fortschritte gemacht Dem gesamten Eml'eedestande fehlten am Schlüsse des OlWat? nur nach 3.1 Millionen RM. irt der ersten Milliarde; die Sp a r e i n lä­ge n h b:n lick seit Jahresbeginn um 591,4 Milli nen RM., b. b. um 1*5,8 Prozent er­höht. Die absolute Oktober zunah ne betragt .51,6 Mill. RM. - 5.5 Prozent deS Sevlember- bestar.des. Auch dec bankmäßige V-eek.hr der Sparkassen nahm ein? günstige Entwicklung. Di« Einzehawgen b i.fen sich im Brricktsmonat auf rurb 1438 Mil.wren RM.. die Auszahlungen 1478,2 Millionen RM. die Guthaben auf 534.9 Milli:nen RM. Die Cinz'hluagm b trugen da- bei das 2 5sach? der Guth'den. Die ülmsatze ha­ben sich über. II, abgesehen von Ostpreußen und Pommern, wo sie annähernd so h">ch wie im Vormonat blieben, gesteigert. Die höchsten Umfaße wies n ch wie vor Rheirlaerd-Westfalen aus, die nied"igsten abgeseh n von den Hohen- zollernschen Landen und der Gren-mark Posen- Westpceu'':en Ostpreußen. Dch die Auszah­lungen, mit Ausnahme von Berlin und der Grenemark Posen°Westpreu''^7l. die Ein?ahlun» gen überstiegen, ist in Anbetracht dar noch immer herrschenden Kreditrwt nicht allzu ausfallend.

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WSR Die Lage des Cisenerz- marktcs im Lahn- und Dill gebiet. D'.e Ma l.'a;e für den Ei'enstein im Lahn-- und Dillgestiet hat sich im Rovember nicht nur ver- schle iert, sondern ist vielmehr an dem Punkte ance a.:gt, wo die letz en kcampfhasten Anstren­gungen für die Weiterführung der Betriebe gemacht werden mit Zuhilfenahme der letzten Reste der Substanz. D e Kapi a im, die in den auf Ha-de gestürzten Cc^en festliegen, erdrücken durch, ihre Zmsenlast für die notwendigen Kre­dite auch die wenigen noch betriebenen und in Förderung stehenden Gruben. Bi5her wurde die Mehrzahl 6er stillgelegten Gruben noch durch Rotstand, a . ei en vor gänzlichem Zubruchgehen bewahrt. Indc'sen ist eS unmöglich, die dazu erforderlichen Geldmittel noch weiter auszu- bringen, und e3 müssen viele Gruben nunmehr gänzlich aulgege'en werden. Zu alledem hat der Rückgang dec aktiven Mitglieder der Dezirks- knappsckast eine weitere Erhöhung der sozialen Lasten der Betriebe zur Folge. Die Arbeller- schaft versucht, der mißlichen Lage der Betriebe Olechnung zu tragen.

D i e Anleihe der Hamburg-Ame- rika-Linie abgeschlossen. Die Derv^l- tung der Hamburg-Amerika-Linie tellt mit: Die mit Speyer & Co. und Henry Schröder, Banking Corporation in Reuyock geführten Verhandlungen über den Abschluß einer Anleihe sind beendet. Die Hapag erhält eine Obligations-Anleihe von 6,5 Mill. Dollar, die auf 10 Mill. Dollar erhöht werden kann. Der ZimSsatz beträgt 61/s Proz.

Keine sofortige Freigabe deut­schen Eigentums in Amerika. In gut unterrichteten Kreisen Washingtons wird er Härt,

LanbeSlehrer-Verein«. ber LanbeSfynvde und an­deren Körperschaften an.

Darmstadt, 6. Dez. Gestern geriet in der Schloßgasse ein Kinderwagen, der zu .rahe am Ofen stand, in Brand Das darin liegende Kind erlitt so schwere Bcarldwunden, daß es später seinen Verletzungen er­legen ist. 'Verhängnisvolle Folgen hatte ein Automobllunsall in 5an d dach L O. Dort war vor einigen Tagen des sechsjährige S ö h n ch e n des Gastwirts und Metzgers Jacob Stockum von einem Lastauto angefah­ren worden, so daß es alsbald verschied. Der Vater formte den 'Verlust seines einzigen Söhnchens, worauf die Eltern große Hoffnungen »ehten, nicht überwinden und starb am Be- zrübnistage des Kindes.

Preußen.

Kreis 9)larbnrfl»

WSR. Marburg. 5. Dez. Hier hat in der letzten Woche die Zahl der Arbeitsuchen­den und Unter ft uhungsempkänger eine starke Zunahme erfahren, was haupt- 'ächlich darauf zurückzusühren ist. daß eine Hütte im Kreis Biedenkopf ihre Belegschaft reduziert hat, ebenso eine Anzahl benachbarter Metall- lvarenfabri^en. Durch die Stillegung der Bau-^ tätigfeit wegen des Frostes sind ferner mehrere hundert Bauarbeiter und Hilfsarbeiter erwerbs­los geworden. Der .Holzschlag, bei dem früher viele Hunderte von Erwerbslosen Arbeitsgelegen­heit fanden, ist in diesem Jahre erhebllch ein­geschränkt worden. Die Rachfraae nach kauf­männischem und Bureaupersonal ist bis jetzt nur gering. .

Kreis Biedenkopf.

Crumbach. 5. Dez. Mit Begcnn des neuen IahreS wird uns der Lehrer Hermann Bott verlassen, um eine Hauptlehrerstelle in Breidenbach bei Biedenkopf zu übernehmen. Heber 20 Jahre hat Lehrer Bott hier gewirkt und durch seine reichen Gaben un) sein hilfs­bereites Wesen sich viele Freunde erworben. Die Schwierigkeiten der Verbindung mit Gießen nötigten ihn mit Rücksicht auf die weitere Aus­bildung seiner Kinder zu der Wegmeldung.

Dillkre.s.

bL Lreitscheid, 5. Dez. Die schlechte Wirt- schaftölage brachte es mit sich, daß auch die hiesige Westerwälder Tonindustrie ihren Betrieb ft UI e g t. Das Werk hat den Beamten zum 1. Ja­nuar 1926 gekündigt. Don den Arbeitern wurde ein Anzahl sofort entlassen. Da in unserem Bezirk sonstige Arbeitsmöglichkeit fehlt, trifft die Maß­nahme die Arbeitnehmer äußerst schwer.

Mannan.

60jährig:s Jubiläum drs Reebschen Männer­chors.

WSR. Frankfurt a. M., 6. De-. Der Aeebsche Männerchor, der zwe.tälteste Frankfurter Chor mit einer aktiven Sänger­schar von über 200 Personen und einer der besten Sängerchöre ganz Deutschlands, feierte heute sein 60jähriges Stiftungsfest. Arn Vorabend sand ein Konzert im Saalbau statt, an das sich ein Degrühungsabend Im Zoologi­schen Garten anschloß. Im Mittelpunkt der Feier stand ein akademischer Festakt im Saalbau. an dem zahlreiche Abordnungen von Gesangvereinen auS ganz Deutschland, Oesterreich und der Schweiz teilnahmen. Reichspräsident o. Hindenburg hatte ein Glückwunschtele­gramm gesandt. Im Oiamen der Stadt Frank­furt sprach Sladtrat Dr. Langer. Ein öster­reichischer Abgesandter betonte, welche Wichtig­keit dem deutscyen Liede als Mittel zur Stärkung des Anschlußgedan'ens zukomme. Das Fest, das glänzend organisiert war. hat weit über die Grenzen Frankfurts hinaus Widerhall ge,unden. Den Abschluß der Feier bildete ein Festball.