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in Form von Staubsaugern, Haarschneidemaschinen, Ventilatoren usw. im Haushalt und im Gewerbe Verwendung finden. Wo aber Dauerbetrieb von Motoren in Frage kommt, wird die heute eben- falls in ausgezeichneter Konstruktion zur Verfügung stehende Gasiroftmaschine daneben ihr Feld finden.

Wir wollen mit den Worten des Direktors F. S. schließen:Das Licht- und Wärmebedürfnis der Menschheit ist groß genug, um zwei so vielseitig leistungsfähigen Eenergieträgern Raum und Absatz zu gewähren, wie Gas und Elektrizität es sind." ng.

' Oderhsssen.

Landtrers Grcfrctt.

£ Wiejeck, 7. Dez. Von Frankfurt kommend, traf gestern nachmittag gegen 4 Uhr der erste '21 uto -Omnibus der Gemeinde hier em. Das Ereignis rief begreiflicherweise bei alt und jung große Freude hervor, die sich noch erhöhte, als kurz darauf Rundfahrten durch den Ort veranstaltet wurden. Die Gelegenheit, eine kostenlose Probefahrt mitzumachen, wurde weitgehendst ausgenutzt. Der Wagen, der trog seiner großen Ausmaße einen vor­nehmen Eindruck macht, zeigt eine gediegene Innen- ausstaltung, die allgemein bewundert wurde. Die Sitzplatzanordnung ist aufs beste gelöst und bietet für 42 Personen Sitzgelegenheit. Allgemein an­erkannt wurde das absolut ruhige Jahren des Wa­gens und der angenehme Aufenthalt in demselben. Da mit dem Eintreffen des zweiten Wagens, der aus einem Karosseriewerk in Berlin stammt, in den nächsten Tagen, aller Voraussicht nach Dienstag oder Mittwoch, zu rechnen ist, dürste in der zweiten Hälfte dieser Woche mit der Aufnahme des Fahr­dienstes zu rechnen sein. Damit ist eine Angelegen­heit zu einem gewissen Abschluß gekommen, die seit sehr langer Zeit im Vordergrund des Interesses gestanden hat. Die V o l k s h o ch s ch u l e hat unter sehr großer Anteilnahme ihrer Anhänger ihre Tätig­keit für das Winterhalbjahr 1925 26 ausgenommen. Die Teilnahme cm den Vorlesungen ist so stark, daß die Sitzgelegenheiten im Dortragsraum vermehrt werden mußten. Die Vorträge finden jeden Mittwoch statt und brinoen im Wechsel zunächst einen Rück­blick hochinteressanter Art über den Bauernkrieg, am folgenden Mittwoch durch Lichtbilder unterstützte Reisebeschreibungen. Am letzten Abend zeigte Rektor Dr. Rein die außerordentlichen Schönheiten Nürn­bergs, die von dieser Stadt mit ihrem vollständig er­haltenen mittelalterlichen Eharakter in außerordent­licher Fülle geboten werden. Auch an diesem Abend hatte sich die Zahl Ivr Hörer durch eine Reihe von Neuanmeldungen erhöht.

XX Heuchelheim. Dez. ileber die gegenwärtige innere Ausstattung unse­rer Kirche tourte bc-fi 3 an dieser Stelle be­richte'. Tl3 Merkwürdig! iten der ä't äen hie­sigen Ki.cke v 'rden erwähnt ein Gemälde vom jüngsten Gericht und ein in S ein gehauenes Bildnis. Sie h'tte zwei grnste Glocken, gegossen 14.'3. Heuchelh im wer die Multerkirche der um= liegmden Ortschnst-n; es gehörten zu ihr Kin- ze-b ch. Li des. Wenders. Ambach und Lärms- bech. Kloster Altenberg besaß in Heuchelheim 6 Höfe, deren Gefälle der Pfarrei zugute kamen. Der jeweilige Heuchelheimer Pfarrer hatte da­für die Verpflichtung, in den Kapellen oben ge­nannter Dörfer die Meise zu lesen. Um 1529 wurde in Heuchelheim die Reformation einge­führt ; der erste evangelische Prediger war 2oh. Gernandt, dem sein Sohn Friedrich 1570 folgte. Bekanntlich führen heute noch viele hie­sige Familien diesen Aamen. Heuchelheim war keine P.rironatsstelle. die Beschäftigung des Pfav- qerS erfc lgte durch den Landes Herrn.

' * Grün in gen, 6. Dez. Bei der heutigen zweiten Bürgermeisterwahl machten von 475 Wahlberechtigten insgesamt 461 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Davon entfielen auf Bäckermeister Euler 238 Stimmen. Sein Gegenkandidat. Schneiderr-.eister Wilh. 2 s h e i m, konnte 222 Stimmen auf sich vereinigen. Eine Stimme war ungültig. Somit ist der S.eger bei der ersten Durgermeisterwahl wiederge­wählt worden.

pH. T r a i s - H o r l o f f. 6. Dez. Durch recht­zeitiges Eingreifen blieb unsere K i r ch e n g e - meinde vor einem großen Unglück bewahrt. Am Samstag abend um 11 Uhr bemerkte ein von der Grube heimkehrender Berg­mann am Dach der Kirche Feuerschein und alarmierte sofort die z. T. schon schlafenden Einwohner der benachbarten Hauser. Es stellte sich heraus, daß an einer Stell, wo der Kamin schadyast war, die Dachlatten und ein Sparren Feuer gefangen hatten, nach­dem die Kirchenöfen der großen Kälte wegen schon frühzeitig angeheizt worden waren. Da es noch

find in Zeitschriften zerstreut und liegen zum Teil in Sonderdrucken vor. Sie umfassen nicht bloß die heimalliche Landeskunde im weitesten Sinne, sondern auch die Sprachwissenschaft, der er keines­wegs untreu geworden ist, benutzte er doch in den Jahren 1882, 1887, 1894, 1901, 1904, 1905 und 1906 längere Reisen in Frankreich und England zu sprachlichen und archäologischen Studien. Auf seine Leistungen auf diesem Gebier kann hier nicht näher eingegangen werden, sie bewegten sich mit Vorliebe auf dem Gebiete der Kritik. Bei seiner Mitarbeit an dem Oberhessischen Wörterbuch berührt sich in ihm der Sprach- und Heimotsorscher. Die Zahl der Zeitschriften, deren Mitarbeiter er war und teilweise noch ist, ist groß. Dahin gehören das Literarische Zentralblatt für Deutschland", dieForschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte" (barin: Zehn Briefe des Feldmarschalls Blücher an den Oberpräsidenten Grasen Konrad Daniel von Blücher-Altona, Dd. 8, 1895, S. 227238), das Daheim" (darin: Friedrich Graf zu Solms-Lau- bad), 37. Jahrg., 1900,01, Nr. 5, S. 14 f.), die «Leip­ziger illustrierte Zeitung",Der deutsche Herold", derJahresbericht des Oberhessischen Vereins für Lokalgelchichte" (darin: Beiträge zur Geschichte des Siebenjährigen Krieges in Oberhessen, 5. Jahrg. 1887, S. 336), dieMitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins " (darin insbesondere: Zur Ge- schichte der Revolutions- und Befreiungskriege in Oberhessen, L Jahrgang 1889, S. 95113- Zwei Schriftstücke zur Geschichte des Deutschen Zollver­eins, 1. Jahrg. 1892, S. 109120), dasArchiv für hessische Geschichte und Altertumskunde" (dann: Regesten der Stadt Laubach, N. F. Bd. 1, 1894, S. 221237), dieHessischen Blätter für Volks­kunde", dieHessische Chronik", die .Hessische Hei­mat" (darin: das Urbild von Otto MüllersMünch­hausen im Vogelsberg", Bd. 2 1922, S. 119 f.), die «n Biographien", zu denen er namentlich nebilber Rudolf Oesers und des Malers Karl Engel beigesteuert hat,Volk und Schollen", wo er dem ihm vorbildlichen hessischen Heraldiker und Genealogen Gustav Freiherrn Schenk zu Schweinsberg ein Denkmal der Liebe und Ber- ehrung gesetzt hat, das .Hessenland". Ein ständiger

schers Lorenz Diesenbach in Laubach und die des Kalendermanns vom Veitsberg, Jakob Konrad Justus, in Saasen.

Bei seiner Wirksamkeit als Denkmalpfleger kommt es Roeschen sehr zu statten, daß ec es in dem väterlichen Landpsarrhause vortrefflich ge­lernt hat, mit der Landbevölkerung umzugehen. Auch bei ihr wirkt er für die Pflege des geschicht­lichen Sinnes durch Vorträge und Führungen. Bei seinen Archivbesichtigungen liebt er es, selbst in den entlegensten. Oebirgsbörfern, den Landleuten aus der Vorzeit ihrer Heimat oorzutragen und auf diese Weise ihren Heimatsinn zu stärken.

Ein hervorstechender Grundzug seines Wesens ist die offene Ehrlichkeit, die nicht aus Bequem­lichkeit ober sonstigen Rücksichten hinterm Berg hält. Wer ihn aber genauer kennt unb feine Freund- ichast genießt, bet wirb gerade diese Eigenschaft an ihm sck)ätzen, weil er seiner unbedingten Zuverlässig­keit gewiß ist. Wer einmal in seinem allzeit offenen Hause zu Gast war, wer einmal unter seiner Füh­rung ein Stück oberhessisches Land durchwandern durste, dem werden diese Stunden unvergeßlich fein. Richt nur sein umfangreiches Wissen unb sein weiches, tief religiöses Gemüt, auch sein guter Hu­mor unb seine köstliche Gabe, Anekboten zu erzählen, machen ihn zum förbersamen, unterhaltenben Ge­sellschafter und anregenden Wanbergenossen.

Roeschen hat sich nicht nur sein Herz jugend­lich bewahrt, fonbern auch stets ein Herz unb Ver- ftänbnis für Die Jugend gehabt. Diesem Umstand verdankte er auch vor allem seine Erfolge als Leh­rer. Stets der eignen Jugend eingedenk, war er weit davon entfernt, in einem übermütigen Schüler­streich gleich ein Kapitalverbrechen ober ein Zeichen jugendlicher Verworfenheit zu erblicken, vielmehr verstand er es, feinen Schülern ein väterlicher Freund zu fein, unb Dafür hat er auch die An­hänglichkeit und Verehrung geerntet, die ihm feine einstigen Schüler durchweg zollen.

Trotz des nunmehr erreichten Patriarchenallers erfreut sich Roeschen einer ungemeinen Rüstigkeit und Frische des Geistes unb des Körpers. Wie schon sein Vogelsbergsiihrer beweist, der nicht so sehr er«

Mitarbeiter ist er aber an den Ouartalblättern des Historischen Vereins seit dem Jahre 1888 bis zu ihrem Eingehen im Jahre 1921 gewesen. Von seinen zahlreichen und wichtigen Beiträgen seien nur nam­haft gemacht dieDrangsale des Amtes Nidda unb die Zerstörung Lißbergs" (N. F. Banb 2, 1896, S 9297) und ber in Gemeinschaft mit Vauassesjor Otto Berth verfaßte AufsatzDas Bergschloß Ulrich- stein nach ben neuesten Ausgrabungen" (R. F. Bd. 3, 1902, S. 213222). Die am Schlüsse dieser Ausführungen ausgesprochene Hoffnung auf bal­digen Wiederaufbau des alten Wartturms unb feine Herrichtung zu einem Aussichtsturm verwirk­lichte sich, am Sedantage 1906 fanb die feierliche Einweihung statt. Wie hoch die Ulrichsteiner Roes- chens Verdienste hieran bewerteten, beweist seine zu seinem 60. Geburtstage erfolgte Ernennung zum Ehrenbürger. Endlich begegnet man Roeschens Namen auf Schritt unb Tritt in ber seit Juli 1912 erscheinenden Monatsschrift des Vogelsberger HöhenclubsFrischauf!", dessen Herausgeber er von August 1614 bis April 1921 war. In dieser Zeit­schrift tritt Roeschen auch als Dichter hervor. In seinen Gedichten behandelt er meist Sagen ober gibt barin Stimmungen roieber, die die Landschaft in ihm beim Wandern auslöste. Er besitzt einen siche­ren Sinn für die Form unb die Gabe knappen, aber bebeutungsooUen Ausdrucks. Unter diesen Ge­dichten befinden sich wahre Perlen hessischer Heimat­poesie, einige davon haben nebst einem Aussatz von ihmüber Laubach in dem Hessen-Darmstadt be- handelnden 21. Band vonBrandstetters Samm­lung deutscher Heimatbücher" (Leipzig 1926) Auf­nahme gesunden.

Die Spuren von Roeschens Wirken trifft man an verschiedenen Stellen in Dberheffen. Eine ganze Anzahl Denkmäler und Gedenktafeln daselbst gehen auf seine Anregung zurück wie die Wiederherstel- lung bes Reden-Denkmals in Grünberg (vgl. Ouar- talblätter N. F. Bd. 3, S. 273278), bas Denkmal des Generals Eduard Friedrich von Fransecky in Gedern, die Gedenktafeln von Friedrich Diez in Gießen, von Rudolf Oeser in Gießen unb Lind- Hein,, die des Sprach- unb Kunstforschers Friedrich Gottlieb Weicker in Grünberg, die bes Sprachfor-

berg" ist um die Summe von 10 000 Mk. in an Deien Besitz übergc-a.igen.

B. Friedberg. 5. Dez. Der Evange­lische Wohlfahrts- unb Fugend- bi en ft für den K re i s Friedberg. Ab­teilung Fvauenoienst, wird Mitte Dezember in Friedorrg eine 3 n )1 r u i i i o n 81 a g u n g ab- halten, auf ber die Wirkung unb Belebung der weiblichen Jugendarbeit im Kreise Fried­berg behandelt werden |olL Als Rednerin ist Fräulein Ecker aus Pfungstadt vom Verband der evangelischen we'.bachen Jugend Hessens ge­wonnen, die über die praktische Ausgestaltung der Mädchenvereinsabende sprechen wird. Man rechnet mit einem regen B^uch aller für kirch­liche Jugendarbeit interessierten Kreise aus ber ümgegenb.

pb. Butzba ch, 4. Ditz. Der B ü r g e r v e r - e i n hatte für gestern abend in den Saal des »Deutschen Hauses" eine Mitgliederver­sammlung einberufen, die von etwa 80 Mit­gliedern besucht war. Dr. jur. Ruckelshau- s e n aus Gießen hielt einen längeren Dartrag über die Aufwertungsfragen. Sodann sprach Justizinspektor D i e r h e l l e r über das neue Kommunalwahlgesetz. Er nahm hierbei Deranlassung, die hiesigen Verhältnisse eingehend zu beleuchten unb betonte, daß für Butzbach eine Neuwahl ber Stadtverordneten nicht in Frage käme. Dem toi ersprach Finanzinspektor Metzger und behauptete, ber derzeitige Zustand sei nicht dem Gesetz entsprechend. Der Bürder- verein soll beabsichtmsn, die Frage durch eine Eingabe an das Ministerium endgültig zu Hären.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 5. Dez. Aus ber jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Dem vom Gemeinderat vorgeschlagenen Steueraus­schlag wurde von der Aufsichtsbehörde die Genehmigung versagt. Die Angelegenheit wurde daher nochmals dem Finanzausschuß überwiesen. Heber die Zuführung ber Wasserleitung in die Kleine Dammgasse konnte kein definitiver Beschluß gefaßt werden, da bas Sachverständigen­gutachten noch nicht vorlag. Am St ein weg soll der nördliche, meist benutzte Fußsteig nach dem Krankenhaus von der W.ldensteinstrahe aus gepflastert, ber südliche Fußsteig erst später mit Kle.npflafter versehen werden. Für den südlichen Fußsteig in der Pfnorrstraße gilt baS gleiche. D.e Verbesserung der Wasserzulei- tung, wie überhaupt der Trinkwaffer- Versorgung beschäftigte den Demeinberat län­gere Zeit, da dieser Frage von allen Seiten größte Beachtung geschenkt wurde. Zu einem bindenden Beschluß kam es mrngels entsprechen­der S chverstänbig r.g tachten nicht. Die Hunde­steuer wurde für 1923 in ber gleichen Höhe wie in 1925 festgesetzt. 3m Voranschlag für 1926 sollen die erforderlichen Mittel für die Errich­tung eines Fußsteiges in der Schlachthausstrahe vorgesehen werdens Weiter wurde beschlossen, den derzeitigen Bürgermeister Fendt nach Gruppe X, Stufe 8 zu besolden. Der in Bälde neuzuwählende Berufsbürgermeister wird be­kanntlich nach Gruppe IX besoldet. Die Dau- kommission wurde beauftragt, in Gemeinschaft mit dem KreiSfeuerwehrinspektor und dem ört­lichen Feuerwehrkommandanten ein Feuer- wehr°Alarmierungsshstem auckzuarbei- len unb dem Gemeinderat vorzulegen. Dem D e r - messungsamt wurden zwei Räume in der zur Zeit leerstehenden Wohnung des bewogenen Kreisdirektors Werner im alten Kr.isamts- gebäube zugewiesen. Die notwendigen Ausbesse- rungSarbeiten, die sich auf 450 Rm. belaufen, wurden auf die Stadt übernommen. Außerdem wurde für KatastervermesfungSarbei- t e n in ber Gemarkung Düdiirgen ein Betrag, bewilligt. Das Büblnger Gymnasium, das bekanntlich vor einem Jahr in ein Reform­gymnasium umgestaltet worden war, soll nun­mehr wieder in ein ordentliches Gym­nasium verwandelt werden. Die weitaus über­wiegende Mehrheit ber Lehrer- und Schülerschaft hat sich entschieden für die Wiedereinrichtung als Gymnasium im alten Stil ausgesprochen. Eine diesbezügliche Versammlung fand unter dem Vorsitz des Direktors der Anstalt, Oberstudien- direkter Dr. Keller statt. Die,er schloß sich dem geäußerten Wunsche an und versprach, die erforderlichen Verhandlungen mit dem Landes­amt für daS D.ldungswesen zu führen.

th. Leidhecken, 5. Dez. Wie wir hören, hat der ^irchenvorftand unserer Fllialgemeinde Blofeld beschlos,en, das elektrische Licht nunmehr in der Kirche legen zu lassen. Auch in unserer Nachbargemeinde Reichelsheim

möglich war, vom Kirchenspeicher aus an das brennende Dach zu gelangen, konnte daS Feuer mit einigen Eimern Wasser gelöscht werden. Wäre der Brand ein bis zwei Stunden später ansge- brochen, so wäre er wohl nicht eher bemerkt wor-- toorben, als bis der ganze Dachstuhl i;t Flammen stand. Dann wäre ihnen auch der im Verlaufe dieses Jahres mit großen Kosten renovierte Kirch­turm zum Opfer gefallen und mit ihm schwebten die angrenzenden Häuser und das int Rohbau fertige neue Pfarrhaus in größter Gefahr, wenn man bedenkt, daß bei 18 Kältegraden die Lösch­arbeiten an dem hohen Gebäude sehr schwierig gewesen wären. Vor wenigen 3ai}ten war an dem anderen Kamin der Kirche unter den gleichen Umständen ein Brand ausgebrochen, der eben­falls noch im Entstehen unterdrückt werden konnte. Zweifellos liegt eine fehlerhafte Kon­struktion vor, deren Abänderung sich nunmehr als notwendig erwiesen hat.

I. Hungen, 5. De^. Die Viehzählung vom 1. Dezember d. 3. hatte in der hiesigen Ge­meinde folgendes Ergebnis: Pferde 125 (115), Rindvieh 376 (395), Schafe 307 (332). Schweine 484 (550), Ziegen 112 (121), Federvieh 3175 (3255), Z hme Kaninchen 57, Bienenstöcke 60. Die in Klimmern auf geführten Zahlen sind das Ergebnis der vorigen Viehzählung.

Inheiden, 5. Dez. Die Lehrerin, die an der hiesigen Mädchenfortbil­dungsschule den technischen Unterricht erteilte, ist in den Kreis Alsfeld -versetzt worden. Da zur Zeit Mangel an Lehrkräften für dieses Ge­biet herrscht, unb da die gleiche Lehrerin auch den Unterricht in den Rachbarorten Trais, ültphe und Obbornhofen leitete, mußte vorübergehend in diesen Ortschaften der technische Unterricht ausgesetzt werden. Don nächster Woche ab wird nun Frl. Decker aus R i d d a drei der genannten Dörfer noch mitübernehmen. Es läßt sich dies jedxh nur ermöglichen, wenn der Unter­richt der Mädchen auf den Vormittag ver­legt wird. Dies setzt jedoch wieder voraus, daß außer den beiden vormittags stets benutzten Schul­sälen ein weiterer Raum geschaffen wird. Man hat sich daher hier und in Ätphe dazu ent­schlossen, den Rathaussaal zu Hilfe zu nehmen, wie dies bereits an a:tberen Orten geschehen ist.

. Friedberg, 5. Dez. Trotz der Not der Zeit hat die baulicheEntwicklung unserer Stadt in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Im Bau sind 21 Ge­bäude mit 46 Wohnungen, zu 18 Gebäuden mit 35 Wohnungen hat die Stadt 50 Proz. Darlehen bewilligt, sie stehen zum Teil im Rohbau, zum Teil sind sie erst in Angriff genommen und bis zum Keller und ersten Stockwerk gediehen. Ein Wohn­gebäude für Beamte der technischen Betriebe, ferner ein Anbau mit vier großen Läden find heraeslellt worden. Die Wetteraüer Volksbank will in ihrem begonnenen Neubau neben Bankräumen und Läden in den oberen Stockwerken sechs Wohnungen ein» richten. Das Ueberlandwerk der Provinz Oberhesfen baut ein Doppelwohnh^us mit sechs Wohnungen' es ist bis zum Untergeschoß gediehen. Anschließend an die technischen Werke sollen Im Frühjahr sechs Arbeiterwohnungen in Angriff genommen werden. Im vorigen Jahre erstanden unter Gewährung von Baudarlehen sechs Prioathäuser mit 12 Wohnungen. Die Zuckerfabrik hat sechs Beamtenwohnungen, der Steinmetzmeister Damm drei Wohnungen erbaut. Don selten des Staates erstanden fünf Gebäude mit etwa 25 Wohnungen in der Hindenburgstraße, während die Bahnbehörde am Dinnhelmer Pfad fünf Wohnhäuser mit etwa 25 Wohnungen baute. Die alte Klosterkaserne wird gegenwärtig vom hessi­schen Staat vollständig umgebaut: Polizeiamt und Vermessungsamt sollen in diesem Bau unten Platz finden, oben sollen Wohnungen eingerichtet werden. Das Gaswerk hat einen neuen Gasbehälter (Trocken- behälter) bekommen, der 4000 Kubikmeter Inhalt hat und auf 8000 Kubikmeter erweiterungsfähig ist. Sehr rührig war die Stadt in bezug auf Kanali­sationsarbeiten und Straßenverbesserung. Der süd­westliche Stadtteil am Mainzer Tor wurde mit einem Kostenaufwand von 80 000 Mark kanalisiert, im Stadtteil Bauerbach wurden Arbeiten in Höhe von 16 000 Mark ausgeführt. Im vorigen Jahr wurden Straßenverbesserungen bzw. Fußsteig­anlagen oorgenommen in der Kaiserstraße, Haag- straße, Usagasse, Klostergasse. 90 000 Mk. waren im Voranschlag weiter vorgesehen für Stroßenverbesse- rung und Anlage neuer Straßen, öle Arbeiten müssen jedoch wegen der Geldknappheit zurückgestellt werden. Im Schwimmbad werden zur Zeit umfang­reiche Erneuerungsarbeiten ousgeführt.

Friedberg, 5. Dez. (WSR.) Da^ Kaffee­haus und Lichtspie t^eaterGroß-Frieb-

toirb z. Z. das elektrische Licht in der Kirch» angebracht.

Kreis Schotten.

: Schotten, 5 Dez. Seit l. Dezember ist ber Verkehr des Dostautos auf Den Strecken Schotten-Ulrichstein unb il l» richstein-Lauterbach eingestellt wor­ben. Starke Schneewehm im ho., gelegenen Teil des Vogelsbergs, an deren Beseitigung nicht gedacht werden kann, haben die (Sinndiung ues Betriebes notwendig gemacht. Die Postautos können erst wieder nach Abgang der Schnee- massen auf diesen Strecken verkehren Für die Aufrechterhaltung bes sonstigen Verkehrs können nur die wichtigsten Verbin^ungsstraßen freige- macht werden. Andere Strecken bleiben während der Schneeperiode g.sperrt, sodaß manche Dörfer nur auf großen Umwegen den Verkehr aufrecht erhalten rönnen.

lg. & e b e r n, 5. Dez. Krantenkassenrechner Kon­rad Gerlach kann in diesem Jahre ein seltenes Jubiläum feiern. Er ist schon 3 0 Jahre Mit­glied der (9emeinbevertrctjjng und wurde bei der letzten Wahl wieder neu in'ffen Ge­meinderat gewählt. Für diesen Winter stehen uns verschiedene Theaterabende bevor, da mehrere Vereine, wie Turnverein, Kriegeroerein, Arbeitergesangoerein und für einen kleineren Kreis die Bruderschaft des Iungdeutschen Ordens zur Zeit mit der Einübung von Theaterstücken 'beschäftigt sind. Die Deranstaltungen werden am Weihnachts- feste bzw. unmittelbar vor oder nach dem Feste statt­finden. 'Auch die Privat- (H o f E a p l a n e i) Schule gedenkt am Weihnachtsfeste mit einem Krippenspiel an die Oeffentlichkeit zu treten.

Id. Rainrod, 6. Dez. Dor einigen Tagen wurde in der Wollspinnerei Bischoff, die ein Stück oberhalb unseres Dorfes liegt, ein Dieb­stahl verübt. Eine größere Anzahl Strickwesten, ein Ballen Stoff und etwa 60 Pfund Garn fielen dem Dieb in die Hände. Der Täter, der durch em Fenster einbrang, konnte noch nicht ermittelt werden.

Kreis AlsseLd.

WSR. Alsfeld, 6. Dez. Die Vieh» z ä h l u n g vom 1. Dezember hat in der Stadt Alsfeld folgendes Resultat ergeben: 130 Pferde, 4 Maultiere, 333 Stück Rindvieh. 37 Schafe. 330 Schweine, 139 Ziegen, 3228 Stück Federvieh, 318 Kaninchen, 92 Bienenvölker. Ge­genüber der letzten Zählung ist ein erheblicher Rückgang an Schweinen, Ziegen und Federvieh eingetreten.

1. Ra in rod, 5. Dez. Wie sich die Beschäf­tigungsweise eines Dorfes innerhalb eines Menschen- alters vollständig ändern kann, davon gibt unser Ort ein lehrreiches Beispiel. Ra in rod war noch vor etwa 40 Jahren ein fleißiges Weberdors, es gab hier vielleicht kein Haus, in dem nicht wenigstens e i n Webstuhl klapperte. In vielen Haushaltungen waren aber zwei bis drei Stühle im G.mg. Dis Familienmitglieder lösten sich meistens beim Weben ab, so daß das Weberschiffchen Tag und Nacht fast nie zur Ruhe kam; wer noch nicht dieSchemel" treten konnte, half beim Spulen und Zettelmachen. Bei Kaufleuten und Hausierern war damals unser Dorf recht beliebt, denn dieser Berus brachte es mit sich, daß in jedem Haushalt stets bares Geld ver­fügbar war. Heute ist In unserem Ort nicht ein W eb ft u h 1 mehr im Betrieb. Die Ein­wohner, die in der Landwirtschast nicht vollauf Be­schäftigung haben, sind hauptsächlich in den um­liegenden Steinbrüchen tätig.

Starkenburg.

* Darmstadt, 5. Dez. Lehrer Kaßlick. der sich um die Förderung von Wohlfahrtsein­richtungen der hessischen Lehrerschaft große Ver­dienste erworben hat, vollendete dieser Tage seinen 7 0. Geburtstag. Er führte Jahr­zehnte lang die Geschäfte der Ludwig- und Alice-Stiftung und gründete eine Sterbe- kasse, die jetzt 25 Jahre besteht. Eine Stiftung für Lehrertbchter, die 1913 von der hessischen Lehrerschaft ins Leben gerufen worden ist, er­hielt den Ramen Kaßllck-Stiftung. Viele Jahre gehörte Kaßlick auch dem Vorstand des

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schrieben als erwandert ist, war er niemals ein Stubengelehrter. Die freie Gottesnatur war stets und ist noch sein Lebenselement. Von Jugend auf legte er den größten Wert auf die Ausbildung der Muskeln und die Stählung und Abhärtung des Körpers. Er war stets ein eifriger Turner, ein aus­dauernder Schwimmer, ein flotter Fechter und Bo-er und ein gewandter Ringer*). Für den Turn­unterricht besonders ausgebildet, war das Turnen während seiner Lehrtätigkeit eines feiner Lieblings- fächer. Er ist auch schon ein weidgerechter Jäger, Die Jägerjoppe und ein grüner Filzhut mit Habicht­feder ist die Tracht, die er auf seinen Wanderungen am liebsten trägt. Noch heute ist er ein rüstiger Wanderer, der bequem täglich feine neun bis zehn Stunden zurücklegt.

Bei einem so lebenskräftigen Manne wie Roes­chen versteht es sich von selbst, das er sich nicht, wozu ihn feine Jahre berechtigten, aufs beschauliche Altenteil zurückgezogen hat. Er hat sich noch meh­rere größere Aufgaben gesetzt, an denen er arbeitet, wie das oberhessische Heimatbuch, das den geschicht­lichen Teil der neuen (2.) Auflage seines Vogelsberg- führers noch erweitert und ausbaut, ein oberhessi­sches Sagenbuch und eine erläuternde Ausgabe von Rudolf Oesers MeistererzählungDer Kalender- inonn vom Veitsberg". Möge es ihm vergönnt fein, diese und noch weitere Arbeiten zu Ende zu füh­ren und, unbekannt mit der Beschwerlichkeit des Atters, sich seiner jugendlichen Rüstigkeit noch lange zu erfreuen, seinen Angehörigen und Freunden zur Freude, der hessischen Heimatforschung zu Nutz und Frommen.

) In weiteren Kreisen ist bekannt, daß Roes- chen an Störperiraft ein zweiterAugust der Starke" ist. Er zerbrach freihändig ein Hureisen, war ein hervorragender Ringkämpfer, ber sich seiner Zett mit dem rheinischen Preisrinaer Marck, genannt Don Marco, erfolgreich maß, yob mit dem rechten Arm 145 Kilo und trug sechs Zentner. Auf der Universität führte er denCerövisnarnenAthlet".

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