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friß die Frage über die Herausgabe deutschen Eigentums in Amerika noch nicht gelöst sei. ES heißt, daß die amerikanische Regierung vor­läufig bas Eigentum herauszugeben nicht ge­willt sei, da zunächst bestimmte amerikanische Privatforderungen erfüllt werden müßten. Die amerikanische Regierung stellt sich mit ihrem Dorgehen in Gegensatz zu Borah, der eine Vorlage auf Herausgabe des deutschen Eigen­tums einzubringen beabsichtigt.

Dörsenkurle.

Frankfurt a.M.

Berlin

üchlu futrs

1 i-Uve- flur«

r-chluß« fiitr»

^Anfang

Data n:

5- 13

7.12.

5 12

7 12

3% Deutsche RcichSaMelbe

0.1K3

0.181

0.18.5

0.182

*6/o Deutsche Rcichsanlcihe

0 2

O.2

0 2

3Ve°/o Deutsche Relchcanlcthe

0 3l

0.2

3% Deutsche Rcichsmleive

u.285

0.2'5

0-251

Deutsche Svarpramicnanleid«

0,1025

4% Preußische KoniolS .

0.19

>

0 .95

0.1'. 0

4° o Hessen ... ......

3'/,% Hessen..........

3% Hessen...........

-

0 17

O,i7

Deutsche Wertb. Dollar-Aul.

91.25

91.75

dto- Doll.-Schatz-Anweiillg.*!

97,5

97 85

4% Zolltürken.........

8 05

8

8

5% Goldmerikaner ... .

41 25

41

42 5

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank

l.18.5'

93.6*

139»

9 »

138»

Darmst. und Naitonalbank

10;,7*

104*

Deutsche Bank. . .....

Deutsche Bcreinsbank ....

104,7*

104*

Diöconto Commandik . .

101*

102,2»

101*

Mctallbank..........

69 75

70

Mitteldeutsche Creditbank .

88 5'

88.9*

Oestelfcichiiche Creditaustalt

6.75

6 75

6,5

6 8

Westbank .........

0,03

0.03

Bochumer Guß ......

1

6.3 5»

62 5

Buder^S...........

30

30

3U.25

29 2

Caro ............

Deutsch'Luxemburg ....

33.5*

er

59*

61*

5'1.9*

Gelsenkirchener Bergwerke. .

67,4*

65.75*

Harvencr Bergbau .....

Kaliwerke Aschersleben....

w

Mi.2*

94.5*

0l

01 5

92.5

Kaliwerk Wcitcregelll.....

98

98

97,75

Laurabüttc..........

27

27.5

27

Oberbedarf..........

*

Phönix Bergbau.......

Ryeinitahl . . .......

Nie bett Montan ......

62'

61»

62.9*

61,62*

49*

-

49,25»

48»

61.5

62

62

Tellus Bergbau. .....

40

Hamburg.Amerika Paket. . .

77,75»

78 4*

78 75*

78,4»

Norddeutscher Llovo ...

86 5*

85 5*

86,25*

Cheramtsche Werke Albin . .

*

Zementwerk Heidelberg . . .

56

55 5

_

Philipp Holcmunn .....

42.5

42

42,75

Anglo-Cont -Guano.....

.

65.25

_

Badische Anilin........

Chemische Mayer Hiapta ..

110,2*

109 4*

10, ,*

109,5»

GoidsLmidt ......

GrieS eimer Electron ....

68

.

58

_

108 V

109.5*

11'8.5

Höchster Farbwerke......

19 5*

HI9*

110»

108.1»

Holzverkohlung........

40.05

40. <5

Stütgerswerke.........

4>'

51

Echeideanitalt ........

77.25

76 25

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

93*

93.25»

92.62*

Bergmann .......

Mainkrartwcrke .......

6 .5

_

Schulten .........

SiemcirS & Halske......

57,62*

57,75*

56.75»

71»

72*

7 t»

Adlcrwerke Älener ......

23

22.6

23.1

22 55

Daimler Motoren. ......

21.3

21,75

21 13

Heyligenllaedt.........

16

Meguin. ... ..... .

Motorenwerke Mannheim .

25

26

36.5

Frankfurter Annamren . .

*

Konservenfabrik Braun . .

*

Metallgcscll chaft Frankfurt.

83.5

83.75

Pet. Union A.°G. ....

51

50

51 75

Schub'abrik Herz . . ....

20.5

Sichel .........

.*

1,75

2

Zellstoff Waldbof. . ....

8,2

80.5

<7.5

79

Zuckcr-abrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

46

4.5 2 >

48

31

39,25

40.25

Setliner Dorfe.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Berlin, 7. Dez. Der Wochenbeginn brachte ein außerordentlich stilles Geschäft, ^ie Lustlosigieit an der Börse konnte kaum noch gesteigert werden. Die Llmsähe hielten sich in Uhr engen Grenzen und zwar so, daß für eine Reihe von varriablen Werten eine Erstnotierung flicht zustande kommen lonnle. Die Kurse selbst gingen nach der vorübergehenden Besserung am Samstag erneut z u r ü ck, da die deutsche Wirtschaftslage wieder sehr pessimistisch beurteilt wird und Befürchtungen wegen der Schwierig­keiten bei der Bildung des neuen Kabinetts ge­hegt werden. Die Spekulation übt daher größte Zurückhaltung. Hinzu kommt noch, daß nach den Ausführungen Dr. Luthers mit einer Sta­bilisierung des Frankenkurses erst nach Regelung des internationalen Schuldenproblems zu rechnen ist. Paris unterlag heute einer neuen Abschwächung auf 126.65. Das einzige Gebiet der Aktienmärkte, das etwas Interesse fand, war der Schis-

Pelzmärtel.

Ein Nürnberger Spielzeugroman.

Rach dem 3 aiienischen der Terefah erzählt von Gustav W. Eberlein.

Copyright 1925 by A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Um die Wahrheit zu sagen, Rachtigallen ließen sich nicht hören. Man schrieb den 24. De­zember, es war eine bitterkalte Winternacht. und sogar der Eisvogel hatte den Weg über die Alpen zu gastlicheren Gefilden genommen. Aber die Dichter kennen das Geheimnis, an das glauben zu machen, was es nicht gibt.

Hans Sachs sang, indem er sich selber auf seiner Laute begleitete. Da wurde es Licht und Tag, Sonne schien. Frühling war's und warm.

Alle die Dinge, denen das Ständchen galt, hörten es, und allen, die es horten, ging es zu Herzen. Sie regten und bewegten sich wie im Traum, sie lösten sich von den Decken und Wänden, stiegen herab von den Weihnachts­tischen und Gabenbänken, verließen die Schachteln, befreiten sich von den Bändern, mit welchen sie an die Tannenzweige gebunden waren-----

fort. fort, hinaus, hinunter! An den Mond­strahlen. die Pelzmärtel in feine Seidenfäden verwandelt hatte, ließen sie sich von den Fen­stern auf die Straße hinab. Richt ein Stück blieb zurück. Hans Sachs zog singend und laute- schlagend durch die Straßen, eine immer mehr anirachfer.de Menge entführter und lebendig ge­wordener Spielfachen hinter sich, und kaum waren die letzten Töne seiner Zauberweife verklungen, da...

Bim bam! Bim bam!

Die WeihnaHtsglocken schlugen neun Ahr.

Reun Uhr! 3n allen Häusern, wo ein Weih­nachtsbaum war und Kinder dem ersehnten Glockenschlag entgegenzitterten, wurden unter Jubetgeschrei endlich, endlich die glückverheißen­den Türen geöffnet.

Aber, o Gott! Was war das? Richts mehr an Decken und Wänden, nichts mehr aus Tischen und Schränken--

Rur ein armseliger Daum stand im schmuck­losen Zimmer und ließ traurig seine kahlen Zweige hängen wie leere Hände.

fahrtsmarkt, unter Bevorzugung von Ha- pag und Rordd. Lloyd. Dchisfahrtswerte schlossen sich daher der allgemeinen Depression nicht an. Der Geldmarkt ist weiter flüssig. Tagesgeld ist reichlich angebvten und konnte infolge der großen Geschäftsstille nicht untergebracht werden. Tägliches Geld 7Vr bis 9V-. Monatsaeld 10V2 bis HVr Prozent. Am Privatdiskonten- markt herrscht starke Materialknapphcit, so daß man mit einer weiteren Herabsetzung der Sähe rechnet. 3m Devisenverkehr lag Warschau mit 7Vr gegen Kabel unverändert. Der Handel ist durch die polnischen Devisenverordnungen be­deutend eingeschränkt worden. Die übrigen Va­luten zeigten keine Veränderungen. 'London lag eine Kleinigkeit fester. Die Reichsmark notierte in London 20.38, Amsterdam 59.22.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

5 Dezbr.

7 Dez r.

Amtliche Non rung

Amtliche Notierung

Meld

Brief

(Selb

1 Brief

amit.^ytoii

<68 54

168.96

168.55

168,96

Bucn.-Aircö

1.740

1,714

1.739

1.14.3

Brff.-Antw

19 12

19.06

19,02

19.06

Ehristiania

85.44

85.71

85 49

85,71

Koprnbagetl

104.(14

1'15.20

104,8-

105,13

Stockholm Helsingfor«

112.18

112.46

112,24

112,52

10 545

10.585

10.545

10.585

Italien. .

16 91

16.»..

16/11

16,95

London. .

-0,361

20.4 1

20,369

20.409

Oleuyork . .

4.195

4,205

4.195

4.215

Paris - . .

16.28

iS.32

16,10

16.11

Schweiz . .

80 9 2

81.12

80,91

81.11

Spanien.

59. >8

60,15

69,80

59.94

Japan . . . ?Nfo bc Jan

1.800

l.MM

1.592

1.808

1,812

U 589

0.585

0,591

Wien in D->

Ctft. abgest

511.13

69.27

59.12

69,26

Prag ....

Bclzrad . .

12.44

12,46

12,422

12.452

7.43

7.45

7.43

7.45

Budapest. .

5.875

5,895

6,875

5,895

Bulaarien

3.0 5

0,06.5

3.055

3.065

Lissabon

21 2.5

21,325

21.275

«1,325

Danzig. .

80 66

80 86

80.75

80.95

Konst.ntin-

2,2.55

2,325

i.22

2.23

Athen. .

5 64

5.66

5 54

5 66

Canada. . .

4 195

4.2 5

4.19»

4.205

Uruguay . .

4,275

4.285

4,235

4.245

Berlin, 5 Dezbr

Geld

Brief

Amerikanische Note» .....

1,19

4.21

Belgische Noten

18,97

19,07

Dänische Noten .......

104.61

105,21

Englische Noten........

20.B3

20,43

Französische Noten......

16,23

16 31

Holländische Noten ......

168,8

169.02

Italienische Noten ......

16,»2

17.0)

Norwegische Noten......

85.24

85 66

Dcutsch.Ocsterr-, i 100 Kronen

58.97

59.27

Rumänische Noten......

Schwedische Noten ......

111.8#

112.45

Schweizer Noten .......

80.72

81 12

Spanische Noten.......

59 flö

59 9i>

Tschechoslowakische Noten ..

12.:-88

12.446

Ungarische Noten.......

5.825

5,865

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeiger-".) Frankfurt, 7. Dez. Tendenz uneinheitlich, überwiegend schwächer. Die Börse eröffnete die Woche unter dem Einfluß des Vorgehens der Baissespekulation mit Abgaben, die stark auf das Kursniveau drückten. Die Börse verkehrte daher in überwiegend schwächerer Hol» tung. Das Geschäft vollzog sich, da Anregungen nicht vorlagen, unter starker Zurückhaltung, wobei besonders auf die ungeklärte innerpolitische Situa- Hon hingewiesen wurde. Etwas Interesse bestand wieder für Schiffahrtswerte, wo sich neue Käufer einfanden, während die übrigen Aktienmärkte nur ganz geringes Geschäft hatten. Dies war auch der Grund, weshalb die Rückgänge im allgemeinen verhältnismäßig gering blieben. Das Angebot in chemischen Aktien setzte sich auch heute fort, ohne daß hierfür ein ersichtlicher Grund Vorgelegen hätte. Am Montanmarkt war ebenfalls stärkeres Angebot zu bemerken, unter dem besonders Phönix empfindlich litten. Elektrowerte waren fast ohne Geschäft, auch für Bankaktien bestand kei­nerlei Interesse. Die Kurse blieben aber gehalten. Am Schiffahrtsmarkte gingen Hapag um 0,6 und Norddeutscher Lloyd um 2,1 Prozent höher, büßten aber im weiteren Verlaufe diese Gewinne wieder ein. Auto-, Maschinen- und Zucker- a k t i e n lagen niedriger. Der K a s s a m a r k t ver- kehrte lustlos. Am heimischen Renten­markt waren die Umsätze eng begrenzt. Reichs­anleihe lag etwas niedriger. Don ausländi­schen Renten setzte sich bei Ungarn etwas Be­gehr fort, die Kurse zogen leicht an. 3m Frei­ne r k e h r fiel der starke Rückgang von Krügers- Hall auf, die sich auf 59 Prozent senkten. Brown

Viertes Kapitel.

Ein Kapitel, aus dem zu ersehen, wie schwer es ist, ein gutes Werk zu voll­bringen. Ein Glück, daß im kritischen Augenblick der Petzmärtel eingreift. wor­auf die guten Nürnberger von einer unheim­lichen Verblüffung in die andere fallen. Ein unterirdischer Gang tut sich auf, und die weisen Störche rüsten zu einer aben­teuerlichen Luftreise. an der Otto und Liefet teilnehmen dürfen.

Zunächst war alles vor Verblüffung starr, keiner brachte ein Wort heraus, der Schrecken über das Unfaßbare lähmte die Zunge. Dann gewann der Aergec die Oberhand. Die Kinder schrien auf vor Enttäuschung, die Erwachsenen sprachen in höchster Erregung aufeinander ein, schließlich lärmte alles durcheinander. Es gab einen unbeschreiblichen Tumult. 3eder halte eine Vermutung, einen Verdacht, eine Anklage: jeder wollle etwas wissen, fragen, sich irgendwie Luft machen. Das Geschrei der Kinder brachte die Großen in Verwirrung, Mutter und Schwester verloren den Kopf. Viele glaubten an einen schlechten Scherz: Vater warf Mutter strenge Blicke zu, Mutter faßte die Dienstboten ins Auge, die Gäste tuschelten. Und so war es in jeder Familie, aber keiner ahnte, daß beim Nach­barn wegen derselben Geschichte das Haus auf dem Kopf stand. Erst als sich bald da, bald dort ein Fenster öffnete und der verstörte Familienvater hinausschaute, wie es zu machen pflegt wer sich keinen Rat weiß, folgte ein Schrei aus den andern, mit Windeseile trug das Echo die Nachricht von dem unglaublichen Ereignis von Straße zu Straße, von Tür zu Tür.

3n Hellen Haufen liefen die Leute zusammen, erzählten und bek.'aglen und wunderten sich. 3n allen Häusern, nicht eines ausgenommen, waren die für Weihnachten bestimm en Spielsachen plötz­lich verschwunden: wer sollte das begreifen! 3e mehr man darüber nachdachte, je mehr Ver­mutungen aufgestellt wurden, desto une.k ärlicher, desto merk würdiger und desto unheimlicher mußte der Vorfall erscheinen. Es war doch nicht denk­bar, daß eine ganze Schar von Spitzbuben, ohne aufzufallen, in Nürnberg eindringen und

Boveri 53, Entreprise 7,5, Ufa 16,5, Ufra 50,5 Pro­zent. Der weitere Verlauf zeigte eine kursmäßig noch ausgeprägtere Verstimmung infolge der wieder recht pessimistisch gehaltenen Berichte über die all­gemeine Lage im Reiche. Die Kursabschwächungen setzten sich fort. Der Geldmarkt war weiter flüssia. Tagesgeld 8,5 Prozent, Monatsgeld je nach Adresse 10 bis 11 Prozent. Zndustrieakzepte 9 Pro­zent, Bankdiskonten 7 Prozent. 3m Devisen- verkehr notierte London gegen Kabel 4,85g. Die übrigen Valuten sind fast unverändert.

Sronlfuncr Getreidcoorle.

Frankfurt, 7. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 26,5026,75, Roggen, inländi­scher 18,501875, Sommergerste für Brauzwecke 2426,50, Hafer, inländischer 18,5022, Mais (gelb) 2121,25, Weizenmehl, inländisches, Spe­zial 0 42,5043, Roggenmehl 27,5028, Weizenkleie 11,2511,50, Roggenkleie 11,2511,50, Erbsen 30 bis 36, Linsen 4070, Heu, süddeutsches, gut, trocken 1010,50, Weizen- und Noggenstroh 5,50 bis 6,Treber, getrocknet 18,5018,75. Tendenz fest. Amtliche Notierungen für Speifekartoffeln: 3ndu- ftrie aus hiesiger Gegend 2,602,70, 3ndustrie, weißschalige, aus hiesiger Gegend 2,20. Tendenz ruhig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 5. Dez. Die schwachen Vortags­berichte von den ausländischen Produktenbörsen! wirkten sich schon gestern im weiteren Verlause des amtlichen Verkehrs hier aus. Heute vormittag verschärften sich die Rückgänge weiter, um mit­tags voU zur Auswirkung zu kommen. Das An­gebot in Brotgetreide seitens des Inlandes ist ziemlich klein, die Nachfrage nach Export blecht bestehen, doch können nur noch Umsätze bei merk­lich gedrückten Notierungen zustande kommen. Am Lokomarkt waren Preisrückgänge bis drei Mark zu verzeichnen. 3m Zeithandel eröffne'en .die ersten Kurse für Weizen um 3,50 bis 5 Mark niedriger. Roggen um 4,50 bis 5 Mark unter dem letzten amtlichen Kursniveau. Die Geschäfts­lage in Gerste hat sich wenig vermindert. Hafer allgemein matter. Die Käufer verhielten sich durchaus abwartend. Mehl konnte seinen Vor­tagspreis nicht behaupten. Der Handel blieb sehr ruhig. Futtermittel still. Es notier'en für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 252 bis 256, Roggen, märt. 154 bis 160, Gerste, märk. 194 bis 218, Futtergerste 158 bis 171, Hafer, märk. 168 bis 178: für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,25 bis 37,25, Roggenmehl 23,75 bis 25,75, Weizenkleie 11,50 bis 11.75, Roggenkleie 9,60 bis 10, Viktoria- erbsen 25 bis 32, kleine Speiseerbsen 22 bis 24,

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

(Eigener Drcchtberichl des ..Gießener Anzeigers".'»

Frankfurt a. M., 7. D^. Auftrieb: 1454 Rinder, darunter 318 Ochsen. S2 Dullen, 1104 Färsen und Kühe, 374 Kälber. 625 Schafe, 4436 Schw^Tne. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollflnsch'ge ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 52 bis 58, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 44 bis 50, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 38 bis 43; Dullen, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 46 bis 52, vollst, jüngere 38 bis 45: Färsen und Kühe, vollfl. auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 56, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 3ahren 40 bis 50, wenig gut entwickelte Färsen 38 bis 48, ältere ausge­mästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 39, mäßig genährte Kühe und Färsen 24 bis 32. gering genährte Kühe und Färsen 12 bis 22. Kälber: Feinste Mastkälber 62 bis 68, mittlere Mast- rnrd beste Saugkälber 50 bis 60, geringere Mast- und gute Saugkälber 40 bis 49, geringe Saugkälber 35 bis 40. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 43 bis 50, gerin­gere Masthämmel und Schafe 32 bis 40, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 78 bis 82, vollfl. unter 80 Kg. 72 b's 77. vollfl. von 100 bis 120 Kg., von 120 b's 150 Kg. und Fettfchweine über 150 Kg. 80 b's 82. unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. Markt­verlauf : Schleppendes Geschäft in allen Dieh- gattungen, bei Schweinen Ueb:rstand.

Dücherlisch.

TheodorLüddecke, Dasamerika- nische Wirtschaftstempo als De- drohung Europas. Verlag von Paul List. Leipzig. Das Duch schildert die Gefahren, die

der europäischen Wirtschaft dadurch entstand«* sind, daß während des Krieges Amerika es ver­standen habe, die bisher europäischen Absatz­märkte seiner Wirtschaft nutzbar za machen. Durch eine bis ins Kleinste gehende Rationalisierung von Fabrikation und Geschäftsleben und dir dadurch hervorgerufene Verbilligung der Waren wisse Amerika diese Absatzmärkte auch nach dem Kriege sich zu erhalten und sogar auSzudehnen. Hierzu komme noch die ganz andere Einstellung von Fabrikherr und Arbeiter in Amerika, dir keinen Kostenge'st und keinklassenbewußtes Pro­letariat" und dementsprechend noch nichts von der Arbeitsunlust kenne, die in Europa ein intensives Arbeiten und ein Mitfühlen des Ar­beiters mit dem gesamten Detrieb nicht auf- kommen lasse. So muß man über Organisations­talent und Wirklichkeitssinn der Amerikaner staunen. Ob man jedoch die Bewunderung schlecht­hin für Amerika, die beim Verfasser zutage tritt, teilt? 740

Trutz Kämpfer. Von Gertrud Walde. Geschichte eines jungen Lebens. Preis in Leinenband 5.50 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Die Geschichte einer Kindheit und doch ein Menschenschicksal, das an die Seele greift und die Eindrücke nicht wieder so schnell verblassen läßt. Ein Buch, dessen Eindrücken man sich nicht entziehen kann. Eine starke sittliche Kraft geht von dem Duch aus und ein stilles, heiliges Freuen kommt über den Leser, so bitter ernst es auch ist. Man wird das Buch, in dessen Mittelpunkt ein Vater und seine Heranwachsende Tochter als fein getreues Ebenbild stehen, nicht ohne Erschütterung, aber auch nicht ohne innere Bereicherung aus der Hand legen. Es verdient einen bevorzugten Platz im Bücherschrank der guten Unterhaltungslektüre.

305

Geschichtsbuch für die deutsche Jugend. Dclksschulausgabr. 1. Heft. Don Kumsteller-Haacke-Schneider in Ge­meinschaft mit Mittelschullehrer W. Rödiger Lehrer H. S i I o m o n. 80 Seiten mit Anhang. Preis in Halbleinenband M. 1.. Derlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Don dem schon in 14 Auslagen verbreiteten Geschichtsbuch für die deutsche Jugend von Kumsteller-Haacke- Schneider erscheint jetzt eine Bearbeitung, in der den Dedürfnisfen der Volksschule Rechnung ge­tragen und der Stoss auf die deutsche Geschuhte beschränkt ist. Auch der neue Band geigt die­selben Vorzüge, die der früheren Ausgabe eigen waren. Hier ist ein Geschichtsbuch, nach dem die Jugend auch außerhalb der Schule gern greifen wird, das zu wahrem Daterlandsgesühl und echter Heimatliebe erzieht, das sich sreihält von jedem parteipolitischen Einschlag. 304

Honigplätzchen

sind als Weihnachts-Kleingebäck sehr beliebt durch ihren würzigen Geschmack nach folgendem

Oetker-Rezept:

Zutaten:

300 g Kunsthonig

1 Päckchen v. Dr. Oetkers

450 g Zucker

"/< Pfd- süße Mandeln

Backpulver ..Bacldn

3 g gestoß. Gewürznelken

6 Stück bittere Mandeln

2 g gestoß. Kardamome */e Päckch. v. Dr. Oetkers

650 g Weizenmehl

6 g gestoßenen Zimt

Vanillin-Zucker

Die abgeriebene Schale von Vs Zitrone

7i ihproi+iin/T D,e Mandclr* werden geschält, Z_U UCI Cl LU I ly . grob gehackt und mit dem Gewürz und VamUm-Zuckcr unter das Mehl gemischt. In einem Emiille'opf erwärmt man den Zuck r m t dem Honig so lange, bis der Zucker aufgelöst ist Die warme Lö­sung gibt man über die Me Imischung, die sich in einer Schale befindet, m seht alles miteinander und lügt nach dem Abkühlcn 1 Päckchen Dr Oetkers ,,Backin'hinzu. Auf einem Kuchenbrett knetet man noch soviel Mehl hinein, bis der T ig nicht mehr klebt und aus^erollt werden kann. Mit einem Glase od -r einer Blechform werden Kuchen ausgestochen und auf einem mit Wachs bestrichenen B ech hellbraun gebacken. Man nimmt die Honigplätzchen noch warm mit einem Messer vom Blech und bewahrt sie in einer Büchse auf. Sehr wohlschmeckend und billig.

Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und poitofrci von

Dr.A. Oetker, Bielefeld.

V Ilyl'S

im Handumdrehen alle Häuser ausplündern konnte. Wenn es überhaupt D'.ebe waren, warum begnügten sie sich dann mit den Spielsachen? Nicht ein einziges Schmuckstück fehlte, wie sich bald herausstellte, nicht ein silberner Löffel, nicht einmal eine kupferne Pfanne. Alles außer den Spielsachen war unberührt geblieben. Ent­weder also die Nürnberger träumlen mit offenen Augen, oder es ging nicht mit rechten Dingen zu.

Im Nu waren die gruseligsten Geschichten im Umlauf Die Kindermädchen, wie immer gleich mit den dümmsten Erzählungen vom Teufel zur Hand, versicherten, in den Zimmern rieche es noch jetzt nach Schwefel. Es war eine schreck­liche Nacht. An diesen Hei igen Abend würden die Nürnberger noch lange denken!

Als der Morgen graute, ließen sich beim Bürgermeister, der kein Auge zugemacht hatte, zwei alte Leutchen melden, um ihm, wie sie sagten, wichtige Mitteilungen zu machen. Sofort vor- ge'afsen, berichteten sie bald sprach der Mann, bald die Frau, bald beide zusammen un­glaublich klingende Dinge. Da sie vergessen hätten, die Fensterläden äu schließen, habe sie der Mondschein nicht schlafen lassen, Lind so sei es gekommen, daß sie wachen Geistes das gegenüberliegende Haus betrachteten. Da seien dort mit einemmal die Fenster ausgegangen und eine große Menge kleiner, offenbar in größter Erregung bellndlicher Wesen denn sie warfen mit Armen und Beinen nur so um sich hätte sich auf die Straße herabgelafsen. Es habe aus- gesehen, als rutschten sie an unsichtbaren Fäden herunter. Ob es Kobolde, Heinzelmännchen oder andere Geisterchen waren, wisse der liebe Himmel. Sicher sei, baß ein anderer unabsehbarer Zug gleicher Wesen sie erwartet und ausgenommen habe. Darauf hätten sich alle in Marsch gesetzt, indem sie einer spukhaften Erscheinung folgten, die eine Laute zu spielen schien.

Lind was spielte denn diese Erscheinung?" sragte der Bürgermeister, der gespannt zugehört hatte.

3a, antworteten beide wie aus einem Munde,Musik war nicht zu hören."

Kopfschüttelnd fragte der Bürgermeister zu­erst den Greis, dann die alte Frau, wo sie denn wohnten. Lind siehe da, eS ergab sich, daß sie

in ganz entgegengesetzten Stadtvierteln wohn­ten. Damit war also der Beweis erbracht, daß sich der nächtliche Spuk an verschiedenen Stellen in der gleichen Weise abgespielt halte. Es konnte nicht anders sein: die Spielsachen hatten aus eigenem Antrieb gehandelt, sie waren auS- gewandert!

Ein sofort vorgenommener Augenschein be­stätigte diese Vermutung. Man öffnete die Spiel- warenläden: leer! Man ging durch die Fabriken: leer! Nicht die ärm.ichste Holzpuppe, nicht der gewöhnlichste Nußknacker, nicht das einfachste Schaukelpferd, nicht der kleinste Leilerwagen war zurückgeblieben. Ein Auszug mit Mann und Maus, mit Roß und Wagen! Da brauchte man wahrlich nicht nach Dieben zu suchen. ES lag näher, sich zu fragen, wer denn wohl den Pelzmärtel beleidigt haben könnte, denn einer derartigen Racke war nur ein tiefverlehter Pelz- märlel fähig. Alle Kinder Nürnbergs befragten darüber ihr Gewissen, und weinend mußte sich ein kleiner Junge gestehen, daß er am Abend vorher ausgerusen hatte:Daran ist der böse Geselle, der Pelzmärtel schuld, der hat unS Weihnachten verdorben!"

»

Lieberlassen wir die Nürnberger ihren Mut­maßungen. Ihr werdet, denke ich, jetzt wissen wollen, wohin sich der nächtliche Zug unter Führung von Karl dem Großen, Kunigunde und Hans Sachs begab, als die Leute in ihrer Rat­losigkeit auf den Straßen zusammenliefen. Mit einer wunderbaren Schnelligkeit hatte sich die kleine Armee auf dem Marktplatz gefa.nmelt und von da aus, in Gruppen geteilt, formiert, und von Husaren zu Pferd in Reih und Glied ge­halten, ging es im Laufschritt schnurstracks zu dem langen unterirdischen Gang, der sich unter der Burg hinzieht und im dichten Wald aus- mundet. Vorsichtig drangen sie in das dunkle Versteck ein und rührten und regten sich nicht mehr. So hatte es Pelzmärtel befohlen, der di« Gelegenheit benutzte, sich wieder an Karl dem Großen zu reiben, indem er ihn mit der Frag« in Verlegenheit brachte:

Mit Verlaub, wie wollt ihr auswandern, du und deine Leute? Was wollt ihr für Trans­portmittel benutzen?"

(Forlletzung folgt) ,

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