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Querschnitt Haus der Technik.
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türkheim stellt eine Tischler-Kreissäge aus, welcher inan lange Hölzer gut ablenken kann.
Parlamentarisches aus Hessen.
Q Darmstadt. Dem Hess. Landtage sind folgende Anträge zugegangen: 1. Antrag Dr. Diehl und Gen., der die Regierung auffordert, daraus hinzuwirken, daß a) eine schnellere Abwicklung des Entschädigungsverfahrens für Ausgewiesene eintritt und b) die tatsächlich vorhandenen Härten und Ungleichheiten in der Behandlung der Schadenfälle beseitigt werden. Ferner ein Antrag des Abg. Dr. v. Helmvlt und
Die Maschinenwerke Gabisch, 21.«®. Liegnitz, zeigen u.a. ein Hochleistungs-Hochub« Freirahmen-Vollgatter, ein Horizontalgatter für Schnelwetrieb und eine H.-D.-Hobelmaschine mit vier
Kvhlenbadeofen und elektrische Heißwasserspeicher der Metallwerke Knodt in Frankfurt a. M. zu erwähnen. G. Hegewald & C o. in Frankfurt a. M. führt den geruchlosen Lawson- Gasheizofen vor, welcher unseres Erachtens in erster Linie für die Uebergangszeit in Frage kommt.
Metallbearbeitungsmaschinen
ind nicht stark vertreten. Einen reichhaltigen und interessanten Stand sinden wir bei Friedrich Schmaltz, Schleifmaschinen u. Schleif- räderwerke in Offenbach a. M. Wir sehen vorzüglich arbeitende Sägen-Selbstschärfer verschiedener Art. Der besondere Wert dieser Sägen-Selbst- chärfer mit gleitendem Schleifkopf liegt darin, daß während des Ganges, durch einfaches Drehen von
das Fräsen von Zinken, das Herausbohren von Astlöchern und Herausfräsen der hierfür erforderlichen Zapfen usw. Die Maschine bedeutet für die Zimmermannsarbeit einen großen Zeit- und Arbeits- gcroinn.
Auf dem Stande des Ingenieurs Adolf Göbel in Frankfurt a. M. sehen wir einen elektrischen Bandsägelötapparat, welcher auf dem Prinzip der Widerstandslötung beruht, so daß keine Kohlen und keine Schutzbrille zum Löten mehr erforderlich sind. Eine Ueberhitzung oder eine Verbrennung des Sägeblattes ist hierbei ausgeschlossen. Auch die Dicktenhobelmaschine mit Einscheibenantrieb ist eine Neuheit. Außerdem ist eine riemenlose Fräsmaschine mit eingebautem 3-?.8.-Spezial-Drehstrom- oder Gleichstrommotor und eine Tischlerkreissäge in bester Kugellagerung der Firma Ferd. N u ck - deschel in Zeulenroda zu erwähnen. Pet - zing & Hartmann in Kassel zeigen Bandsägen, welche sie als Spezialität bauen.
Adolf AFdinger in Stuttgart-Ober-
Handrädern, die Umstellung auf jede beliebige und regelmäßige Zahlsorm geschehen kann. Diese Maschinen eignen sich besonders für solche Werke, wo es vielerlei verschiedene Zahnformen, Zahnweiten und -grüßen, hauptsächlich Kreissägen, abwechselnd zu schärfen gibt. Sie arbeiten wit einem sehr dünnen Schleifrad und schärfen etwa 70 Zähne in der Minute. Ferner sehen wir Universal-Geradeschliff- Sägen-Selbstschärfer, welche selbsttätig die ganze Zahnform leichter Kreissägen, Bandsägen und auch ganz leichter Gattersägen mit Geradschliff schärfen. Auch hier ist durch die leichte Einstellbarkeit des schwingenden ivchleifkopfes in alle Schräglagen die Möglichkeit gegeben, eine große Vielseitigkeit der zu schärfenden Zahnformen zu erzielen, d. h. Zahnungen in einem Arbeitsgang zu schärfen. Sehr beachtenswert ist ein ausgestellter Spiralbohrer-Schleifautomat. Dieser Auto-Spiral schleift stündlich bis zu 40 Bohrer beliebigen Schaftes vollständig selbsttätig und stoßfrei. Sehr gut ist die reichliche Wasserzuführung beim Schleifen. Dadurch wird durch den Wegfall des Schleisstaubes das wertvolle Werkzeug, die Maschine selbst und die Gesundheit des Schleifenden geschont.
Eine unentbehrliche Werkzeugmaschine für die Blechindustrie sind Kuroenblechscheren, wie sie von Willy Piert in Köln ausgestellt sind. Mit diesen Scheren, welche elektrischen Antrieb besitzen, und für die verschiedensten Blechstärken gebaut werden lassen sich sämtliche vorkommenden Kurven sowie Jnnenausschnitte schneiden. Der Schnitt ist sauber und glatt sowie eine Gratbildung ausgeschlossen, so 'daß sich jegliche Nachbearbeitung der Schnittfläche erübrigt.
Zu den Werkzeugmaschinen sind auch die elektrischen Punkt- und Nachschweißmaschinen der Elektrometallurgischen Gesellschaft in H ö ch st a. M. zu rechnen. Sie sind mit einem ström- iparenden Zeitschalter versehen. Eine ausgestellte Tischpunktschweißmaschine ist besonders für dünne Blech- und Drahtarbeiten geeignet. Im Interesse einer Verbesserung des Betriebes und Verminderung der Herstellungskosten ist dringend zu wünschen, daß die elektrischen Schweißmoschinen noch viel mehr als bisher in der gesamten Metallindustrie Anwendung finden. Es gibt auch heute noch sehr viele Betriebe, welche umständliche Bearbeitungsmethoden vornehmen, während die Anwendung des elektrischen Schweißens die Fabrikation vereinfachen und ver- b'"Anen°Äeressanten Ueberblick über die Vorteile des Kugel- und Rollenlagers finden wir auf dem Stand der Schweinfurter Prazifions- Kugellager-Werke Fichtel L Sachs A -G. An einem Modell kann sich der Besucher selbst von dem Unterschied der Reibung zwischen einem gewöhnlichen Gleitlager und einem Rollenlager überzeugen.
Die Holzbearbeitungsmaschinen sind wie immer wieder in großer Zahl zu landen. Etwas ganz Neues und sehr Beachtenswertes ist die Ruga-Fräsrnaschine, welche von L i st m a n n & Stellmann (Mainz) ausgestellt ist. Diese Maschine nimmt dem Zimmermann eine Arbeit ab, welche er bisher noch mit Hand ausfuhren muhte, nämlich das Herausstemmen der Einschnitte in Treppenwangen, das Fräsen der Zapfenlöcher in Balken, das Einziehen von Schwalbenschwanznuten,
Die Technik auf der Frankfurter Herbstmesse von unserem nach Frankfurt entsandten technischen Mitarbeiter.
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Aus verschiedenen Gründen ist der Anblick der Technischen Messe in diesem Herbst ein etwas anderer. Erstens sind die wirtschaftlichen Verhältnisse auch an der Frankfurter Messe nicht spurlos vorübergegangen und die weiten Hallen lassen manche bisher dort gesehene Firma vermissen. Wenn auch die Lücke in vielen Fällen durch neue Aussteller ausgefüllt ist, so hat doch die Belegung der Halle den Stand vom vergangenen Frühjahr nicht ganz erreichen können. Ferner ist auch eine wesentliche Llenderung in der Tendenz der aus« gestellten Maschinen. Ein sehr erheblicher Raum . wird durch eine große Automob11« mess Ox,- auf der wohl fast ausschließlich ausländische Wägen zn sehen sind, in Anspruch genommen, während die schwereren Maschinen bis auf einige Ausnahmen weiter zurückgegangen und kaum mehr anzutreffen sind.
Wenn sich auch die Hoffnungen, welche man im Frühjahr auf den Markt gesetzt hatte, sich nur'^uni kleinsten Teile erfüllt haben, so ist doch auch in Frankfurt wieder sestziistellen, daß das Bauwesen gut vertreten ist. Dies gilt besonders von den
Belonffeinbauroeifen, welche mit einer größeren Reihe sehr beachtenswerter Systeme zu finden sind. Wir sehen dann einen Beweis dafür, daß sich die Einführung des größeren Betonsteines, welcher gegenüber dem bisherigen Ziegelstein eine ganze Reihe von Vorteilen besitzt, auf die näher heute einzugehen nicht möglich >st, doch mehr und mehr Bahn bricht.
' Eine sehr beachtenswerte neue Bauweise, welche sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon weit verbreitet hat, ist diejenige mit den H=U«®aufteinen von Funke & Esch in Offenbach a. M. Der tt-U-Baustein ist ein Betonstein von ganz besonders zweckent prechender Form, welcher auf einer Spezial- maschine im Handbetrieb hergestellt wird. Trotz des Handbetriebes erzielt man auf der Maschine eine außerordentlich hohe Leistung. Ein tt-0-Stem entspricht etwa 13 Normalsteinen und ist nicht nur auf der Maschine sehr billig und rasch an Ort und Stelle anzufertigen, sondern auch wegen seines größeren Umfanges bedeutend schneller zu vermauern. Besonders ist heroorzuheben, daß der H=U«<5tein den wärmetechnischen Forderungen sehr entspricht.
Ebenfalls wagerechte Luftkanäle besitzt der Triol st ein-Massivbau der gleichnamigen Gesellschaft in Frankfurt a. M. Auch er dürfte ein ganz vorzüglicher Baustein sein und in weitestem Maße für den Wohn- und Industriebau in Frage kommen. Unserem Erachten nach sind die wage- rechten Luftschichten besser als die senkrechten, weil bei letzteren oft die Gefahr besteht, daß sie wie ein Kamin wirken und die warme Luft nach oben hm absaugen. ~
Auch die Spezialbauweise H., W. 6- A. E u r i ch in Fran kfurt o. M., welche mehrere der Frankfurter Messehallen nach ihrem System gebaut hat, ist vertreten. Zu erwähnen sind auch ihre Hartbasalt- und Granitoid-Platten, welche besonders für Bürgersteige sehr geeignet sind.
Gegen das Holzhaus herrschen immer noch ganz unberechtigte Vorurteile.
Es ist nicht nur, da es maschinell hsrgestellt werden kann, sehr billig, sondern hat auch eine wohl von keiner Bauweise erreichte Wärmeisolierung.
Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß auch dieses Mal der Besucher der Frankfurter Messe Gelegenheit fand, sich von den Vorteilen des Holzhauses selbst zu überzeugen. Wir sehen einen reizenden Pavillon, welcher nach dem System der Ingolstädter Holzindustrie A.-G. erbaut ist. Die Holzbauweise kommt nicht nur für kleine Häuser, sondern auch für solche mit größerer Zimmerzahl sehr wohl in Frage. Durch die maschinelle Fertigung de? Bauteile in der Fabrik ist eine sehr rasche Aufstellung des Hauses möglich. Ferner kann das Holzhaus sehr wohl im gegebenen Falle auseinandergenommen und an einer anderen Stelle wieder aufgestellt werden. Verloren ist dann nur das Betonfundament.
Im übrigen bot die Baumesse konstruktiv nicht viel Neues. Zur Ausstattung von Monumentalbauten verwenden wir immer noch viel zu wenig unsere schönen einheimischen Baustoffe. Wir weisen heute auf die Erzeugnisse der Deutschen Travertin- und Marmorwerke in Langensalza, welche sich als Verkleidung von Innen- und auch Außenwänden ganz hervorragend eignen. Die mit Bitumitekt (hergestellt von I. A. Braun, Stuttgart), einem Bedachungsstoff aus bester Wollfilzpappe und Naturbitumen, welcher auch bei größter Hitze niemals abtropfen kann, eingedeckten Dächer geben durch ihre rot- und grünfarbige Naturbestreuung einen Anblick von ganz einzigartig schöner Wirkung.
Die Schwendilator-Kaminaufsätze von Joseph Schwend 8- Co. in Baden-Baden finden zweifache Anwendung, nämlich als Schornsteinaufsätze für Wohn- und Industriebauten und bann noch als vorzügliche Aufsätze für Entlüftungsanlagen, besonders bei Industriebauten, Stallungen usw. Auch fein Kamineinsatzstein und Kamintürchen, beide aus B e t o n - K u n st st e i n hergestellt, dürfen praktische Verbesserungen im Baufach darstellen.
Ludwig Alter, A.-G. in Darmstadt, zeigt zwei neue Fußböden (Stabfußboden und Fischgratparkett, D. R. P.) in Plattenform. Besonders bemerkenswert ist an beiden die schwalben« fchwanzförmige Fugenausbildung.
Sehr interessant ist diesmal der Stand von Dyckerhoff & Widmann, A..G. in Biebrich a. Rh. Wir finden hier den Prodorit-Beton ausgestellt, welcher sich als ein vollkommen säure« fester Beton erwiesen hat, und nicht nur zu Rohren ober anderen Apparaten, fonbern wie gewöhnlicher Beton, also auch mit Eisenarmierung, verarbeitet werden kann. Er füllt eine bisher sehr unangenehm empfunbene Lücke aus unb wirb ohne Zweifel in kurzer Zeit eine große Verbreitung finben. Auch als Bobenbelag kommt er in Frage. Außerbem finden wir hier die Asbeton-Schwelle, welche gegenüber der Holz- unb Eisenschwelle vor allen Dingen billiger in ber Herstellung ist unb nicht besser anbers zu verwertende Rohstoffe benötigt, und den Mastfuß „Ritterzange" aus Eisenbeton, welcher neben großer Standfestigkeit das Faulen ber Holzmaste verhinbert. Er wird von Winterhalter & Nitzsche in Karlsruhe hergestellt.
Im Innenausbau ist ber Kohlenbabeofen Koba Eck ber Junkers-Werke (Vertreter Wilhelm Kraft in Frankfurt a. M.), ein weiterer
Messerwellen, welche eine Geschwinbigkeit von 13 Meter in ber Minute besitzt.
Schon am Eingang würbe erwähnt, daß in diesem Herbst in Frankfurt eine
große Automobilmesse ausländischer Automobile zu finden ist. Schon in Leipzig und Köln war diese, wenn auch in kleinerem Umfange, zu finden. Es ist eigentlich zu bedauern, daß die Deutsche Automobil- inbuftrie sich immer noch auf bie Berliner Automobilausstellung beschränkt unb baburch fein birekter Vergleich mit ben ausländischen Wagen, welche nicht nur vielfach billiger im Preis, fonbern auch manche konstruktive Bequemlichkeiten besitzen, welche bie meisten beutschen Wagen noch nicht haben, möglich ist. Es wirb beshalb für bie Deutsche Automobil- inbuftrie nur vorteilhaft sein, wenn sie ben Weg zur Verbilligung ihrer Wagen unb Anpassung an bie Wünsche ber Abnehmer weiter entschlossen beschreitet. Wir zweifeln nicht, baß es ihr bann valb gelungen fein wirb, bie auslänbische Konkurrenz zum mindesten einzuholen.
Neben amerikanischen Wagen wie Packard, Hudson, Essex, Nash und Ajax find auch zahlreiche französische und italienische Wagen wie Citroen-Paris, Alsa-Romeo-Mailand, Auwmobilfabrik Brescia, Italia-Turin usw. zu sehen.
Auf dem Freigelände sehen wir einen Lastkraftwagen, welcher ganz besondere Bedeutung hat. Es ist ber Donar-Qualitäts-Lastkraftwagen ber Frankfurter Maschinenbau- A.-G. Mit biesen Wagen betreibt seit einigen Tagen bie Deutsche Reichsbahn einen Schnellgüteroerkehr von Frankfurt aus, welcher sich vorerst bis nach Mainz unb Wies- baben erstreckt. Es ist anzunehmen, baß nnbere Reichsbahnbirektionen halb bem Frankfurter Beispiel folgen werben. So stehen wir hier am Beginn einer neuen Entwicklung ber Beziehungen von Eisenbahn zum Lastkraftwagen unb bes Güterverkehrs.
Autozubehör ist mit manchen interessanten Einzelheiten zu finden. Neben schon bekannten unb hier bereits anläßlich ber Frühjahrsmesse besprochenen erwähnen wir bie Hochbriickschmierung Emkawe (D. R. P.) von Minner L Krist in Wies« haben. Mit bieser automatischen Hochdruckschmie- rung, welche auch für Fahrräber und Nähmaschinen zur Anwendung kommen kann, ist es möglich, den Schmierstoff mit einem sehr hohen Druck bis zu 250 Atmosphären einzupressen. Man braucht das Qelkännchen nur auf ben Deler aufzusetzen unb kräftig nieberzubrücken. Damit treibt man ben Schmierstoff unter bem hohen Druck burch bie Lager unb den ganzen darin enthaltenen Schmutz heraus.
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Haus ber Technik.
Gen.: ben Bewohnern bet Dörfer im hohen Vogelsberg, bie durch die Ungunst der Wit« terung in diesem Jahre wieder um den Er* trag ihrer nieder unb Wiesen g e- kommen sind, die Landes steuern für ba8 Wirtschaftsjahr 1925 zu erlassen unb Saatgut aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Weiter ein Antrag ber Abg. Heraeus- Birnbaum von Ostern 1926 an den Handarbeitsunterricht in allen Mädchenschulen wieder mit dem 2. Schuljahre beginnen zu lassen. Ein Antrag bes Aog. Dr. Werner und Gen. die Regierung zu ersuchen, für den Ausbau des landwirtschaftlichen Betriebs der landwirtschaftlichen Schule zu Alsfeld zu einer kleinbäuerlichen Musterwirtschaft die erforderlichen Mittel in Höhe von 25 000 Mark bcreitzustellen. Schließlich ein Antrag der' Abg. Heinstadt und Wedler im Interesse deS Schuhes des freien Handwerkes, die Bade Verwaltung Bad°Rauheim durch die Regierung anweisen zu lassen, in her staatlichen Schreiner-, werkstätte nur eilige Ausbesserungen unb kleinere Reuanfertigungen, für bie Dringlichkeit vorliegt, vornehmen zu lassen.
Der Deutschnationale Landesvorstand von Hessen hat nachfolgende Kundgebung an die Reichsparteileitung gerichtet: „Der Landesverband Hessen-Damistadt der Deutschnationalen Dolkspartei begrüßt den endlich von der Deut- chen Reichsregierung unternommenen Schritt des amtlichen Widerrufes der angeblichen Kriegsschuld Deutschlands, wie sie im Versailler Diktat niedergelegt ist. Der Landesverband erwartet, daß die Deutsche Reichsregierung keinerlei Maßnahmen oder Bedingungen billigt, die aus der mit der geschichtlichen Wahrheit in Widerspruch stehenden Behauptung der Llrhcberschast Deutschlands am Kriege hergeleitet werden könnten."
Scharfer Kurs im besetzten Gebiet.
Die Außenminister sind in Locarno zusammengetreten. Wie groß bei den einzelnen Delegierten der ehrliche Wille ist, einen guten Schritt vorwärts auf dem Wege zur endgültigen Befriedung Europas zu tun, kann sich erst im Laufe der Verhandlungen zeigen. Daß aber Locarno die Hoffnungen und Wünsche ber Völker Europas nicht erfüllen kann und wird, wenn auch in Zukunft deutsche Provinzen in fremder .Gewalt bleiben sollen, hat die Reichsregierung in ihren letzten Kundgebungen unb ihren diplomatischen Auseinandersetzungen mit ben alliierten Staaten immer wieder unterstrichen.
Run sieht es aber fast so aus, als wolle Frankreich der Konferenz von Locarno durch schärfste Betonung ber französischen Militärherrschaft im besetzten Ah einland einen besonderen Hintergrund verleihen. Alle Rachrichten unb Meldungen _ au8 den Provinzen jenseits des Rheines tauten übereinstimmend dahin, daß bie Franzosen wie auf einen Befehl von oben herab auch bie geringsten Verstoß" gegen Bestimmungen der Rheinland- kommisfion und der einzelnen Ortskommandanten überaus hart ahnden und bei jeder sich bietenden Gelegenheit sich als die eigentlichen Herren des Rheinlanbes aufspielen. Wir haben ein ähnliches Verhalten der Franzosen seinerzeit vor ber Freigabe des Ruhrgebietes beobachten können. Auch damals bekam bie Bevölkerung an ber Ruhr noch einmal die ganze Wucht ber französischen Militärbehörden zu spüren. Die zahllosen Schikanen und Bedrückungen waren schließlich doch nichts anderes als das letzte Aufslackern ber Wut ber um ihre einträglichen Posten gekommenen Desatzungsbeamten. Während seinerzeit bie Räumung schon verbrieft und versiegelt war, müssen bie deutschen Unterhändler heitte erst in den Kampf um bie Befreiung des Rheinlanbes eintreten. Diesen Kampf möchte uns aber Frankreich so schwer machen wie nur irgenb möglich, möchte uns vor allem noch einmal vor aller Welt ben Stempel ber besiegten Ration aufbrüden unb un8 burch neue Bedrückungen der rheinischen Bevölkerung als Staat zweiter und dritter Ordnung hinst eilen.
Erst kürzlich sahen sich bie Ministerpräsidenten Preußens, Bayerns, Hessens unb Baden- veranlaßt, den Reichskanzler auf den unverkennbar schärferen Kurs ber französischen Militärbehörden im besetzten Gebiet aufmerksam zu machen. Sie konnten auch dem Kanzler ausreichende Belege hierfür in bie Hanb geben, bie teiber nur Zeugnis von einem ganz geringen Bruchteil ber neueinsehenben französischen Bedrückungen unb Schikanen geben. Der größte Teil aller französischen ilebergriffe wird au3 Angst verschwiegen. W'e gespannt das Verhältnis trotz aller gegenteiligen Behauptungen bet! sehr rührigen französischen Vropaganba ist, haben die kürzlich in ber Eitel abgehaltenen französischen Manöver gezeigt. Rirgends zeigt« sich bie Bevölkerung, überall mieb sie die Straßen unb Plätze, bie von Trupven benutzt wurden, auch nicht eine ber in den französischen Tageszeitungen erschienenen Photographien über dis Manöver zeigt Soldaten unb Bevölkerung in freundschaftlichem Verkehr. Wenn Frankeich glaubt, unsere Stellung in Locarno durch Hervorkehrung des Siegers erschüttern zu können, dann irrt es sich. Die Leiden unserer Brüder am Rhein werden für die deutsche Delegation erst recht ein Ansporn sein, die Freiheit befl Rheinlanbes unter allen Umständen zu erkämpfen.
Die Frankfurter Herbstmesse.
fpb. Frankfurt a. M., 6. Oft. Der Besuch ber Messe fjat heute, am britten Tage, sichtlich nachgelassen. Viele Besucher haben Frankfurt bereits wieder verlassen. Geschäfte wurden kaum noch getätigt. Einzelne Verkaufsstände sink» schon geräumt. Das Interesse bes großen Publikums erlahmt, lleberalt hört man heute, daß, von einigen geringen Ausnahmen abgesehen, das Geschäft kaum bie Gebühren unb Auslagen bedte Am schlimmsten ist da- Kunstgewerbe baran: hier dürften nur wenige Aussteller einen Auftrag mit nach Hause genommen haben. Auch die Hanauer Edelwarenindustrie ist enttäuscht. ileberaH gähnt in ben Abteilungen das Gespenst der Kreditnot unä


