Ausgabe 
7.10.1925
 
Einzelbild herunterladen

Ni« id i;ho,d$-h«...ll

'«'M., ' enfilim

M7--

i dem gleichnamigen -on Bettauer.

rollen:

Esterhazy rauBj Greta Garbo aH Ettlinger

Ier Film, der in der in und Gemüter be­uch zum Kino steht, id, um diesen Film tnan muß ihn kennen auseinandersetzen.

keinen Zutritt ngültlg en aufgehoben geben, dieses hervor- u sehen, bleibt se Gasse rnf dem Spielplan

18-

r 1925, Sich im 936SD iler !> gegen

ita gnete «

$eomnb.W2 Abende: 00°""« lag, An 8. L ». in' MÜbab

ker'J)l(ibd)enl6ull.

Sduücdirg pünktlich 8IIK

Zat3Utiö*oe.ma*1 hJ{ SS?'«®161"' verA^,- Stadttheater Eröffnung

5

chtbild itigteit rM

isa schul' itatBO hiß v 6,1 rrtß

vack

Z' Ak i/jonnioHS?{

m. 255 ZWrttes Blatt

Siegener Anzet^ec lGenetal-Änzelger ,ur zuderhefsen)

Mittwoch, c. Moder (925

auf

Bekfr Laufkran

El. Laufkarze

rrr

983

Querschnitt Haus der Technik.

in

türkheim stellt eine Tischler-Kreissäge aus, welcher inan lange Hölzer gut ablenken kann.

Parlamentarisches aus Hessen.

Q Darmstadt. Dem Hess. Landtage sind folgende Anträge zugegangen: 1. Antrag Dr. Diehl und Gen., der die Regierung auffordert, daraus hinzuwirken, daß a) eine schnellere Ab­wicklung des Entschädigungsverfahrens für Aus­gewiesene eintritt und b) die tatsächlich vorhan­denen Härten und Ungleichheiten in der Behand­lung der Schadenfälle beseitigt werden. Ferner ein Antrag des Abg. Dr. v. Helmvlt und

Die Maschinenwerke Gabisch, 21.«®. Liegnitz, zeigen u.a. ein Hochleistungs-Hochub« Freirahmen-Vollgatter, ein Horizontalgatter für Schnelwetrieb und eine H.-D.-Hobelmaschine mit vier

Kvhlenbadeofen und elektrische Heißwasserspeicher der Metallwerke Knodt in Frankfurt a. M. zu erwähnen. G. Hegewald & C o. in Frankfurt a. M. führt den geruchlosen Lawson- Gasheizofen vor, welcher unseres Erachtens in erster Linie für die Uebergangszeit in Frage kommt.

Metallbearbeitungsmaschinen

ind nicht stark vertreten. Einen reichhaltigen und interessanten Stand sinden wir bei Friedrich Schmaltz, Schleifmaschinen u. Schleif- räderwerke in Offenbach a. M. Wir sehen vorzüglich arbeitende Sägen-Selbstschärfer verschie­dener Art. Der besondere Wert dieser Sägen-Selbst- chärfer mit gleitendem Schleifkopf liegt darin, daß während des Ganges, durch einfaches Drehen von

das Fräsen von Zinken, das Herausbohren von Astlöchern und Herausfräsen der hierfür erforder­lichen Zapfen usw. Die Maschine bedeutet für die Zimmermannsarbeit einen großen Zeit- und Arbeits- gcroinn.

Auf dem Stande des Ingenieurs Adolf Göbel in Frankfurt a. M. sehen wir einen elektrischen Bandsägelötapparat, welcher auf dem Prinzip der Widerstandslötung beruht, so daß keine Kohlen und keine Schutzbrille zum Löten mehr erfor­derlich sind. Eine Ueberhitzung oder eine Verbren­nung des Sägeblattes ist hierbei ausgeschlossen. Auch die Dicktenhobelmaschine mit Einscheibenantrieb ist eine Neuheit. Außerdem ist eine riemenlose Fräs­maschine mit eingebautem 3-?.8.-Spezial-Drehstrom- oder Gleichstrommotor und eine Tischlerkreissäge in bester Kugellagerung der Firma Ferd. N u ck - deschel in Zeulenroda zu erwähnen. Pet - zing & Hartmann in Kassel zeigen Band­sägen, welche sie als Spezialität bauen.

Adolf AFdinger in Stuttgart-Ober-

Handrädern, die Umstellung auf jede beliebige und regelmäßige Zahlsorm geschehen kann. Diese Ma­schinen eignen sich besonders für solche Werke, wo es vielerlei verschiedene Zahnformen, Zahnweiten und -grüßen, hauptsächlich Kreissägen, abwechselnd zu schärfen gibt. Sie arbeiten wit einem sehr dünnen Schleifrad und schärfen etwa 70 Zähne in der Mi­nute. Ferner sehen wir Universal-Geradeschliff- Sägen-Selbstschärfer, welche selbsttätig die ganze Zahnform leichter Kreissägen, Bandsägen und auch ganz leichter Gattersägen mit Geradschliff schärfen. Auch hier ist durch die leichte Einstellbarkeit des schwingenden ivchleifkopfes in alle Schräglagen die Möglichkeit gegeben, eine große Vielseitigkeit der zu schärfenden Zahnformen zu erzielen, d. h. Zah­nungen in einem Arbeitsgang zu schärfen. Sehr be­achtenswert ist ein ausgestellter Spiralbohrer-Schleif­automat. Dieser Auto-Spiral schleift stündlich bis zu 40 Bohrer beliebigen Schaftes vollständig selbsttätig und stoßfrei. Sehr gut ist die reichliche Wasser­zuführung beim Schleifen. Dadurch wird durch den Wegfall des Schleisstaubes das wertvolle Werkzeug, die Maschine selbst und die Gesundheit des Schlei­fenden geschont.

Eine unentbehrliche Werkzeugmaschine für die Blechindustrie sind Kuroenblechscheren, wie sie von Willy Piert in Köln ausgestellt sind. Mit diesen Scheren, welche elektrischen Antrieb besitzen, und für die verschiedensten Blechstärken gebaut wer­den lassen sich sämtliche vorkommenden Kurven sowie Jnnenausschnitte schneiden. Der Schnitt ist sauber und glatt sowie eine Gratbildung aus­geschlossen, so 'daß sich jegliche Nachbearbeitung der Schnittfläche erübrigt.

Zu den Werkzeugmaschinen sind auch die elektri­schen Punkt- und Nachschweißmaschinen der Elek­trometallurgischen Gesellschaft in H ö ch st a. M. zu rechnen. Sie sind mit einem ström- iparenden Zeitschalter versehen. Eine ausgestellte Tischpunktschweißmaschine ist besonders für dünne Blech- und Drahtarbeiten geeignet. Im Interesse einer Verbesserung des Betriebes und Verminderung der Herstellungskosten ist dringend zu wünschen, daß die elektrischen Schweißmoschinen noch viel mehr als bisher in der gesamten Metallindustrie Anwendung finden. Es gibt auch heute noch sehr viele Betriebe, welche umständliche Bearbeitungsmethoden vor­nehmen, während die Anwendung des elektrischen Schweißens die Fabrikation vereinfachen und ver- b'"Anen°Äeressanten Ueberblick über die Vorteile des Kugel- und Rollenlagers finden wir auf dem Stand der Schweinfurter Prazifions- Kugellager-Werke Fichtel L Sachs A -G. An einem Modell kann sich der Besucher selbst von dem Unterschied der Reibung zwischen einem gewöhnlichen Gleitlager und einem Rollenlager überzeugen.

Die Holzbearbeitungsmaschinen sind wie immer wieder in großer Zahl zu landen. Etwas ganz Neues und sehr Beachtenswertes ist die Ruga-Fräsrnaschine, welche von L i st m a n n & Stellmann (Mainz) ausgestellt ist. Diese Maschine nimmt dem Zimmermann eine Arbeit ab, welche er bisher noch mit Hand ausfuhren muhte, nämlich das Herausstemmen der Einschnitte in Treppenwangen, das Fräsen der Zapfenlöcher in Balken, das Einziehen von Schwalbenschwanznuten,

Die Technik auf der Frankfurter Herbstmesse von unserem nach Frankfurt entsandten technischen Mitarbeiter.

1932

3898

Aus verschiedenen Gründen ist der Anblick der Technischen Messe in diesem Herbst ein etwas anderer. Erstens sind die wirtschaftlichen Verhältnisse auch an der Frankfurter Messe nicht spurlos vorüber­gegangen und die weiten Hallen lassen manche bis­her dort gesehene Firma vermissen. Wenn auch die Lücke in vielen Fällen durch neue Aussteller aus­gefüllt ist, so hat doch die Belegung der Halle den Stand vom vergangenen Frühjahr nicht ganz erreichen können. Ferner ist auch eine wesentliche Llenderung in der Tendenz der aus« gestellten Maschinen. Ein sehr erheblicher Raum . wird durch eine große Automob11« mess Ox,- auf der wohl fast ausschließlich ausländi­sche Wägen zn sehen sind, in Anspruch genommen, während die schwereren Maschinen bis auf einige Ausnahmen weiter zurückgegangen und kaum mehr anzutreffen sind.

Wenn sich auch die Hoffnungen, welche man im Frühjahr auf den Markt gesetzt hatte, sich nur'^uni kleinsten Teile erfüllt haben, so ist doch auch in Frankfurt wieder sestziistellen, daß das Bau­wesen gut vertreten ist. Dies gilt besonders von den

Belonffeinbauroeifen, welche mit einer größeren Reihe sehr beachtenswerter Systeme zu finden sind. Wir sehen dann einen Beweis dafür, daß sich die Einführung des größeren Betonsteines, welcher gegenüber dem bisherigen Zie­gelstein eine ganze Reihe von Vorteilen besitzt, auf die näher heute einzugehen nicht möglich >st, doch mehr und mehr Bahn bricht.

' Eine sehr beachtenswerte neue Bauweise, welche sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon weit verbreitet hat, ist diejenige mit den H=U«®aufteinen von Funke & Esch in Offenbach a. M. Der tt-U-Baustein ist ein Betonstein von ganz besonders zweckent prechender Form, welcher auf einer Spezial- maschine im Handbetrieb hergestellt wird. Trotz des Handbetriebes erzielt man auf der Maschine eine außerordentlich hohe Leistung. Ein tt-0-Stem ent­spricht etwa 13 Normalsteinen und ist nicht nur auf der Maschine sehr billig und rasch an Ort und Stelle anzufertigen, sondern auch wegen seines größeren Umfanges bedeutend schneller zu vermauern. Be­sonders ist heroorzuheben, daß der H=U«<5tein den wärmetechnischen Forderungen sehr entspricht.

Ebenfalls wagerechte Luftkanäle besitzt der Triol st ein-Massivbau der gleichnamigen Gesellschaft in Frankfurt a. M. Auch er dürfte ein ganz vorzüglicher Baustein sein und in weitestem Maße für den Wohn- und Industriebau in Frage kommen. Unserem Erachten nach sind die wage- rechten Luftschichten besser als die senkrechten, weil bei letzteren oft die Gefahr besteht, daß sie wie ein Kamin wirken und die warme Luft nach oben hm absaugen. ~

Auch die Spezialbauweise H., W. 6- A. E u r i ch in Fran kfurt o. M., welche mehrere der Frank­furter Messehallen nach ihrem System gebaut hat, ist vertreten. Zu erwähnen sind auch ihre Hartbasalt- und Granitoid-Platten, welche besonders für Bürger­steige sehr geeignet sind.

Gegen das Holzhaus herrschen immer noch ganz unberechtigte Vorurteile.

Es ist nicht nur, da es maschinell hsrgestellt werden kann, sehr billig, sondern hat auch eine wohl von keiner Bauweise erreichte Wärmeisolierung.

Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß auch dieses Mal der Besucher der Frankfurter Messe Gelegen­heit fand, sich von den Vorteilen des Holzhauses selbst zu überzeugen. Wir sehen einen reizenden Pavillon, welcher nach dem System der Ingolstädter Holzindustrie A.-G. erbaut ist. Die Holzbauweise kommt nicht nur für kleine Häuser, sondern auch für solche mit größerer Zimmerzahl sehr wohl in Frage. Durch die maschinelle Fertigung de? Bauteile in der Fabrik ist eine sehr rasche Aufstellung des Hauses möglich. Ferner kann das Holzhaus sehr wohl im gegebenen Falle auseinandergenommen und an einer anderen Stelle wieder aufgestellt werden. Ver­loren ist dann nur das Betonfundament.

Im übrigen bot die Baumesse konstruktiv nicht viel Neues. Zur Ausstattung von Monumental­bauten verwenden wir immer noch viel zu wenig unsere schönen einheimischen Baustoffe. Wir weisen heute auf die Erzeugnisse der Deut­schen Travertin- und Marmorwerke in Langensalza, welche sich als Verkleidung von Innen- und auch Außenwänden ganz hervor­ragend eignen. Die mit Bitumitekt (hergestellt von I. A. Braun, Stuttgart), einem Bedachungs­stoff aus bester Wollfilzpappe und Naturbitumen, welcher auch bei größter Hitze niemals abtropfen kann, eingedeckten Dächer geben durch ihre rot- und grünfarbige Naturbestreuung einen Anblick von ganz einzigartig schöner Wirkung.

Die Schwendilator-Kaminaufsätze von Joseph Schwend 8- Co. in Baden-Baden finden zweifache Anwendung, nämlich als Schornsteinauf­sätze für Wohn- und Industriebauten und bann noch als vorzügliche Aufsätze für Entlüftungsanlagen, be­sonders bei Industriebauten, Stallungen usw. Auch fein Kamineinsatzstein und Kamintürchen, beide aus B e t o n - K u n st st e i n hergestellt, dürfen praktische Verbesserungen im Baufach darstellen.

Ludwig Alter, A.-G. in Darmstadt, zeigt zwei neue Fußböden (Stabfußboden und Fischgratparkett, D. R. P.) in Plattenform. Beson­ders bemerkenswert ist an beiden die schwalben« fchwanzförmige Fugenausbildung.

Sehr interessant ist diesmal der Stand von Dyckerhoff & Widmann, A..G. in Bie­brich a. Rh. Wir finden hier den Prodorit-Beton ausgestellt, welcher sich als ein vollkommen säure« fester Beton erwiesen hat, und nicht nur zu Rohren ober anderen Apparaten, fonbern wie gewöhnlicher Beton, also auch mit Eisenarmierung, verarbeitet werden kann. Er füllt eine bisher sehr unangenehm empfunbene Lücke aus unb wirb ohne Zweifel in kurzer Zeit eine große Verbreitung finben. Auch als Bobenbelag kommt er in Frage. Außerbem finden wir hier die Asbeton-Schwelle, welche gegen­über der Holz- unb Eisenschwelle vor allen Dingen billiger in ber Herstellung ist unb nicht besser anbers zu verwertende Rohstoffe benötigt, und den Mastfuß Ritterzange" aus Eisenbeton, welcher neben großer Standfestigkeit das Faulen ber Holzmaste verhinbert. Er wird von Winterhalter & Nitzsche in Karlsruhe hergestellt.

Im Innenausbau ist ber Kohlenbabeofen Koba Eck ber Junkers-Werke (Vertreter Wilhelm Kraft in Frankfurt a. M.), ein weiterer

Messerwellen, welche eine Geschwinbigkeit von 13 Meter in ber Minute besitzt.

Schon am Eingang würbe erwähnt, daß in diesem Herbst in Frankfurt eine

große Automobilmesse ausländischer Automobile zu finden ist. Schon in Leipzig und Köln war diese, wenn auch in kleinerem Umfange, zu finden. Es ist eigentlich zu bedauern, daß die Deutsche Automobil- inbuftrie sich immer noch auf bie Berliner Auto­mobilausstellung beschränkt unb baburch fein birekter Vergleich mit ben ausländischen Wagen, welche nicht nur vielfach billiger im Preis, fonbern auch manche konstruktive Bequemlichkeiten besitzen, welche bie meisten beutschen Wagen noch nicht haben, möglich ist. Es wirb beshalb für bie Deutsche Automobil- inbuftrie nur vorteilhaft sein, wenn sie ben Weg zur Verbilligung ihrer Wagen unb Anpassung an bie Wünsche ber Abnehmer weiter entschlossen beschreitet. Wir zweifeln nicht, baß es ihr bann valb gelungen fein wirb, bie auslänbische Konkurrenz zum min­desten einzuholen.

Neben amerikanischen Wagen wie Packard, Hud­son, Essex, Nash und Ajax find auch zahlreiche fran­zösische und italienische Wagen wie Citroen-Paris, Alsa-Romeo-Mailand, Auwmobilfabrik Brescia, Ita­lia-Turin usw. zu sehen.

Auf dem Freigelände sehen wir einen Lastkraft­wagen, welcher ganz besondere Bedeutung hat. Es ist ber Donar-Qualitäts-Lastkraftwagen ber Frank­furter Maschinenbau- A.-G. Mit biesen Wagen betreibt seit einigen Tagen bie Deutsche Reichsbahn einen Schnellgüteroerkehr von Frankfurt aus, welcher sich vorerst bis nach Mainz unb Wies- baben erstreckt. Es ist anzunehmen, baß nnbere Reichsbahnbirektionen halb bem Frankfurter Bei­spiel folgen werben. So stehen wir hier am Beginn einer neuen Entwicklung ber Beziehungen von Eisen­bahn zum Lastkraftwagen unb bes Güterverkehrs.

Autozubehör ist mit manchen interessanten Ein­zelheiten zu finden. Neben schon bekannten unb hier bereits anläßlich ber Frühjahrsmesse besprochenen erwähnen wir bie Hochbriickschmierung Emkawe (D. R. P.) von Minner L Krist in Wies« haben. Mit bieser automatischen Hochdruckschmie- rung, welche auch für Fahrräber und Nähmaschinen zur Anwendung kommen kann, ist es möglich, den Schmierstoff mit einem sehr hohen Druck bis zu 250 Atmosphären einzupressen. Man braucht das Qelkännchen nur auf ben Deler aufzusetzen unb kräf­tig nieberzubrücken. Damit treibt man ben Schmier­stoff unter bem hohen Druck burch bie Lager unb den ganzen darin enthaltenen Schmutz heraus.

M3

Haus ber Technik.

Gen.: ben Bewohnern bet Dörfer im hohen Vogelsberg, bie durch die Ungunst der Wit« terung in diesem Jahre wieder um den Er* trag ihrer nieder unb Wiesen g e- kommen sind, die Landes steuern für ba8 Wirtschaftsjahr 1925 zu erlassen unb Saat­gut aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Weiter ein Antrag ber Abg. Heraeus- Birnbaum von Ostern 1926 an den Hand­arbeitsunterricht in allen Mädchenschulen wieder mit dem 2. Schuljahre beginnen zu lassen. Ein Antrag bes Aog. Dr. Werner und Gen. die Regierung zu ersuchen, für den Ausbau des landwirtschaftlichen Betriebs der landwirtschaft­lichen Schule zu Alsfeld zu einer klein­bäuerlichen Musterwirtschaft die er­forderlichen Mittel in Höhe von 25 000 Mark bcreitzustellen. Schließlich ein Antrag der' Abg. Heinstadt und Wedler im Interesse deS Schuhes des freien Handwerkes, die Bade Verwal­tung Bad°Rauheim durch die Regierung anweisen zu lassen, in her staatlichen Schreiner-, werkstätte nur eilige Ausbesserungen unb klei­nere Reuanfertigungen, für bie Dringlichkeit vor­liegt, vornehmen zu lassen.

Der Deutschnationale Landesvorstand von Hessen hat nachfolgende Kundgebung an die Reichsparteileitung gerichtet:Der Landesver­band Hessen-Damistadt der Deutschnationalen Dolkspartei begrüßt den endlich von der Deut- chen Reichsregierung unternommenen Schritt des amtlichen Widerrufes der angeb­lichen Kriegsschuld Deutschlands, wie sie im Versailler Diktat niedergelegt ist. Der Landesverband erwartet, daß die Deutsche Reichs­regierung keinerlei Maßnahmen oder Bedingun­gen billigt, die aus der mit der geschichtlichen Wahrheit in Widerspruch stehenden Behauptung der Llrhcberschast Deutschlands am Kriege her­geleitet werden könnten."

Scharfer Kurs im besetzten Gebiet.

Die Außenminister sind in Locarno zu­sammengetreten. Wie groß bei den einzelnen Delegierten der ehrliche Wille ist, einen guten Schritt vorwärts auf dem Wege zur endgültigen Befriedung Europas zu tun, kann sich erst im Laufe der Verhandlungen zeigen. Daß aber Locarno die Hoffnungen und Wünsche ber Völker Europas nicht erfüllen kann und wird, wenn auch in Zukunft deutsche Provinzen in fremder .Gewalt bleiben sollen, hat die Reichsregierung in ihren letzten Kundgebungen unb ihren diplomatischen Auseinandersetzungen mit ben alliierten Staaten immer wieder unter­strichen.

Run sieht es aber fast so aus, als wolle Frankreich der Konferenz von Locarno durch schärfste Betonung ber französi­schen Militärherrschaft im besetzten Ah einland einen besonderen Hintergrund ver­leihen. Alle Rachrichten unb Meldungen _ au8 den Provinzen jenseits des Rheines tauten über­einstimmend dahin, daß bie Franzosen wie auf einen Befehl von oben herab auch bie geringsten Verstoß" gegen Bestimmungen der Rheinland- kommisfion und der einzelnen Ortskommandan­ten überaus hart ahnden und bei jeder sich bie­tenden Gelegenheit sich als die eigentlichen Herren des Rheinlanbes aufspielen. Wir haben ein ähnliches Verhalten der Franzosen seiner­zeit vor ber Freigabe des Ruhrgebietes beob­achten können. Auch damals bekam bie Bevöl­kerung an ber Ruhr noch einmal die ganze Wucht ber französischen Militärbehörden zu spüren. Die zahllosen Schikanen und Bedrückungen waren schließlich doch nichts anderes als das letzte Aufslackern ber Wut ber um ihre einträg­lichen Posten gekommenen Desatzungsbeamten. Während seinerzeit bie Räumung schon ver­brieft und versiegelt war, müssen bie deutschen Unterhändler heitte erst in den Kampf um bie Befreiung des Rheinlanbes eintreten. Diesen Kampf möchte uns aber Frankreich so schwer machen wie nur irgenb möglich, möchte uns vor allem noch einmal vor aller Welt ben Stempel ber besiegten Ration aufbrüden unb un8 burch neue Bedrückungen der rheinischen Bevöl­kerung als Staat zweiter und dritter Ordnung hinst eilen.

Erst kürzlich sahen sich bie Ministerpräsiden­ten Preußens, Bayerns, Hessens unb Baden- veranlaßt, den Reichskanzler auf den unverkenn­bar schärferen Kurs ber französischen Mi­litärbehörden im besetzten Gebiet aufmerksam zu machen. Sie konnten auch dem Kanzler aus­reichende Belege hierfür in bie Hanb geben, bie teiber nur Zeugnis von einem ganz geringen Bruchteil ber neueinsehenben französischen Be­drückungen unb Schikanen geben. Der größte Teil aller französischen ilebergriffe wird au3 Angst verschwiegen. W'e gespannt das Verhält­nis trotz aller gegenteiligen Behauptungen bet! sehr rührigen französischen Vropaganba ist, ha­ben die kürzlich in ber Eitel abgehaltenen fran­zösischen Manöver gezeigt. Rirgends zeigt« sich bie Bevölkerung, überall mieb sie die Straßen unb Plätze, bie von Trupven benutzt wurden, auch nicht eine ber in den französischen Tages­zeitungen erschienenen Photographien über dis Manöver zeigt Soldaten unb Bevölkerung in freundschaftlichem Verkehr. Wenn Frankeich glaubt, unsere Stellung in Locarno durch Her­vorkehrung des Siegers erschüttern zu können, dann irrt es sich. Die Leiden unserer Brüder am Rhein werden für die deutsche Delegation erst recht ein Ansporn sein, die Freiheit befl Rheinlanbes unter allen Umständen zu er­kämpfen.

Die Frankfurter Herbstmesse.

fpb. Frankfurt a. M., 6. Oft. Der Be­such ber Messe fjat heute, am britten Tage, sichtlich nachgelassen. Viele Besucher haben Frank­furt bereits wieder verlassen. Geschäfte wurden kaum noch getätigt. Einzelne Verkaufsstände sink» schon geräumt. Das Interesse bes großen Pu­blikums erlahmt, lleberalt hört man heute, daß, von einigen geringen Ausnahmen abgesehen, das Geschäft kaum bie Gebühren unb Auslagen bedte Am schlimmsten ist da- Kunstgewerbe baran: hier dürften nur wenige Aussteller einen Auftrag mit nach Hause ge­nommen haben. Auch die Hanauer Edelwaren­industrie ist enttäuscht. ileberaH gähnt in ben Abteilungen das Gespenst der Kreditnot unä