Ausgabe 
7.8.1925
 
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russischen Beziehungen durch ungehörige Vorkomm- nif)e in der letzten Zeit aufmerksam machen. Viel­leicht, daß Sowjetrußlcmd hieraus endlich die po­litischen Konsequenzen zu ziehen sich an­schickt.

der englischen Arbeiterpartei beschäftigte sich in einer Sitzung mit der E'

tung gewahrt hat, ganz abgesehen davon, die faszistische Pressezensu'r jede Kritik vornherein unmöglich machte.

wird, da die Aussichten, daß Friedensbedingungen in ihrer nähme, nicht sehr groß sind.

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Wettervoraussage.

Heiler bis halb bedeckt, südliche Winde, etwas wärmer, trocken.

rokkofront berichtet Havas aus Fez, daß die in der Gegend von Fezel Bali und nördlich vom Ouergha unternommenen Operationen einen günstgen Verlauf nehmen. In der Morgenfrühe seien die Vorhuten der französi­schen mobilen Truppen in der gebirgigen Ge­gend nördlich des Flusses angelangt und seien trotz des feindlichen Widerstandes weiter vor­gedrungen. Eine Eingeborenenabteilung sei am frühen Morgen nach Tamguineb vorge­drungen. Die Operationen in dec Gegend von Ouezzan wickelten sich Programm äfcig ab. Die Cingeborenenbevölkerung sowie die fran­zösischen Kolonisten dieser Gegend hätten sich dadurch wesentlich beruhigt.

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Der Thinavertrag ratifiziert.

Reuhork, 6. Aug. (Kabeldienst der Tel- union.) Die Ratifikationsurkunden des Reun- Mächte-Dertrages mit China anirben gestern in Gegenwart des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg, des chinesischen Gesandten und der Vertreter Frankreichs, Iapans, Italiens, Englands, Portugals, Bel­gien s und Hollands ausgelauscht. Der chi­nesische Gesandte betonte in einer Ansprache, daß dieser Akt eine Aenderung in den Beziehun­gen zwischen China und den anderen Rationen einleite. An Stelle der bisherigen Gewaltpolitik werde nunmehr eine Politik des guten Willens treten. Das Abkommen bedeute die^. M o n r o e d o k t r i n für den Orient. Der Ge­sandte beklagte, daß die Abmachungen über China auf der Washingtoner Konferenz solange hinaus- gezögert worden seien, daß das chinesische Volk beinahe die Geduld verloren hatte. Inzwischen seien bereits neue Probleme aufgetaucht. Von der weiteren Verfolgung der in Washington aufgestellten Prinzipien werde der Frieden im fernen Osten abhängen.

Keine Beteiligung an der russischenAkademie-Feier

Die deutsche wissenschaftliche Welt ist den Vorbereitungen der Sowjetunion zur 2L0-Jahr- feier der Petersburger Akademie der Wissenschaften, zu der als Mitglieder und als Korrespondenten eine Anzahl bekannter deut­scher Professoren gehört, mit aufrichtigem Inter­esse gefolgt. Die Leistungen der Alademie sind, das ist auch von der deutschen Wissenschaft nie verkannt worden, von so überragender Bedeu­tung, daß deutscherseits die von den Russen an» gebahnte Wiederaufnahme der wissenschaftlichen Beziehungen zum Ausland freudig begrüßt wor­den ist. Wenngleich namentliche Einladungen an deutsche Gelehrte, tote sie an den Präsidenten der tschechoslowakischen Republik und an den franzö­sischen Unterrichtsminister ergangen sind, nicht erfolgt sind, hielten die Deutschen die Fortsetzung des Kuliurverkehrs zwischen, Rußland und dem Westen doch für äußerst wichtig. Von den 600 versandten Einladungen der Akademie entfällt ein großer Teil auf deutsche Gelehrte, die sich in Anbetracht des Ausganges des Mos­kauer Studentenprozesses nun aber nicht entschließen können, der russischen Wissenschaft und dem Sowjetstaat ihre Anerkennung durch den Be­such der Feierlichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Die durch das Moskauer Urteil, das bis heute nach amtlichen Angaben noch keinerlei Korrek­tur erfahren hat, tiefoerletzte deutsche Oeffentlichkeit weiß den Entschluß der deutschen Wisienschaft in aller Sachlichkeit zu würdigen. Doch muß auch sie nachdrücklich auf die Benachteiligung der deutsch-

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Tödlicher Sturz aus dem vierten Stock.

In Koblenz stürzte aus dem vierten Stock eines Hauses in der Kasinostraße ein ZWhriges Kind mit dem Kopf voran auf die Straße, wo es mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Gleich darauf ist seine Großmutter aus dem gleichen Fenster auf die Straße gestürzt. Die Frau verstarb nach einer Halden Stunde. Die Ursache der Vorgänge ist noch unbekannt.

vier Personen vom Blitzschlag getötet.

Rom, 7. Aug. (WTD. Funkspruch.) In C o - rignano fuhr während eines plötzlichen Gewitters ein Blitzstrahl in einen Strohschuppen, in dem eine Bauernfamilie Schutz gesucht hatte. Der Blitz tötete 4 Geschwister, zwei Burschen und zwei Mädchen, die vollkommen verkohlt wurden.

der Genugtuung Deutschlands über die bevor­stehende Räumung der Städte Düssel­dorf, Duisburg und Ruhrort Ausdruck verliehen.

Erklärungen Krassins zum Sicherheitspakt.

Paris, 7. Aug. (WTB. Durch Funkspruch.) Der Sowjetbotschafter Krassin betonte Pressevertre­tern gegenüber, daß er die Nachrichten gewisser srcuizösischer und ausländischer Blätter, nach denen die oorojetregierung Gewehre an Abd el Krim gesandt habe und die Rifleute finanziell u n t c r ft ü t) c n läßt, amtlich und in der entschie­densten Form für vollkommen unbegrün - d e t erklären könne. Die Regierung unterhalte kei­nerlei Beziehungen zii den Marokkanern. Ebenso seien die Vorwürfe gegen die Sowjetregierung wegen ihrer Haltung in der Frage des Sicherheits- Paktes unbegründet. Die Sowjetregierung wolle weder, noch könnte sie einen Druck auf die Ent­schließungen Deutschlands ausüden. Immerhin be­trachte die Sowjetunion derartige Versuche, den Frieden zu befestigen, nicht mit übertriebe­ner Sympathie. In allen Kreisen der Bevöl­kerung strebe man danach, freundschaftliche Be­ziehungen mit allen Völkern wieder anznknüpfen, besonders mit Frankreich, lieber die Schulden­frage erklärte Krassin, daß die Verhandlungen einen guten Verlauf nähmen.

Deutsche Arbeitskräfte statt Sachlieferungen.

Ern französischer Vorschlag.

Paris, 6. Aug. (TU.) Rach demIournal" hat Arbeitsminister Laval die zuständigen Stellen beauftragt, einrationelles Sachliefe­rungsprogramm" auszuarbeiten. Der Arbeits­minister sei zu der Lleberzeugung gekommen, daß aus national-wirtschaftlichen Gründen allein die Heranziehung deutscher Arbeitskräfte zu emp­fehlen sei, von der Einfuhrdeutscher Waren und Güter auf Grund des Sach­lieferungsprogrammes dagegen möglichst ab­gesehen werden müsse. Besonders bei der Be­stellung von Eisenbahnwagen habe sich heraus- gestellt, daß die nationale französische Industrie zu sehr benachteiligt werde. Rur die Einfuhr von Teer und Pflastersteinen sei günstig für Frankreich. Die Direktion für Wege- und Brückenbau habe deshalb eine große Bestellung von Teer und Pflastersteinen ange­fordert.

Im übrigen sei die Ausführung folgender Arbeiten durch deutsche Arbeitskräfte vorgesehen: 1. Die Trockenlegung eines Zugangskanals bei L e Havre, 2. die Ablenkung des A i s n e - Kanals bei Bethune, 3. die Instandsetzung des Rhein-Rhone- und Elsässischen Kanals. Der Handelsminister werde ebenfalls eine Liste der Arbeiten aufstellen lassen, für die sich die Heranziehung deutscher Arbeitskräfte empfehle.

Die ttntsrdrückung der deutschen Presse in Südtiro!.

Bozen, 6. August. (TL1.) Die führende deutsche Tageszeitung in Deutsch-SüdtirolDer Lanosmann" in Bozen wurde vom italieni­schen Präfekten zum zweiten Male ver­warnt. Die dritte Verwarnung ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Sie bedeute die endgültige Einstellung des Blattes. Das Dekret des Präfekten begründet die Ver­warnung damit, daß die genannte Zeitung fort­fährt, jede Gelegenheit zu benutzen, um Miß­trauen und Haß in der fremdsprachlichen Be­völkerung zu erwecken und die Verbrüderung der beiden Rassen zu verhindern. Wer denLands- marm kennt, der weiß, daß er entsprechend der sachlichen Art des deutschen Südtiroler Volks­tums immer sachliche Politik getrieben hat und vor allem bei der Kritik des italienischen Vorgehens in Südtirol die äußerste Zurückhal-

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ur sorgen, daß sie Lebensmittel erhält. Ich bin bezeugt, daß, wenn die Zeit kommen sollte, wo die Gesamtheit, von der vollen Macht der hinter ihr stehenden Regierung gestützt, sich selbst zu schützen hat, sie dies tun wird, und die Antwort, die das Ge­meinwesen erteilen wird, wird die Kräfte der Anar­chie in der ganzen Welt in Erstaunen setzen. (Bei­fall bei den Konservativen, zornige Rufe bei der Ar­beiterpartei.) Ich sage dies lediglich als War­nung. Ich weiß, daß ich nur ausdrücke, was die allgemein verbreitete lleberzeugung der überwie­genden Mehrheit des großen freien Volkes ist, das dieses Land bewohnt.

Hierauf ergriff

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das Wort. Er sagte: Ich bedauere tief die Schlußsätze der Rede des Premierministers. In keinem Lande hat es je eine Anarchie gegeben, wenn sie nicht durch eine schwache reaktionäre Regierung herbeigeführt wurde. Die Regierung hat sich mit der Rolle des Zuschauers be­gnügt, bis die Arbeitgeber im Iuli das Lohn­abkommen kündigten. Das Ergebnis der Kündi­gung war, daß sich die öffentliche Meinung in bemerkenswertester Weise gegen die Bergwerks- bescher zusammenscharte. Die Arbeiterverbände haben gewußt, daß nach einer Riederlage der Bergleute sie auch den Forderungen der anderen Arbeitgeber hätten weichen müssen. Wenn es in der Industrie Frieden geben soll, so muh die Gesellschaft ihre Pflicht gegenüber der In­dustrie erfüllen.

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l er im Laufe seiner Rede häufig von Mitgliedern der Arbeiterpartei mit ironischen Zurufen unter­brochen wurde, sagte: Baldwin habe sehr ge­schickt gesprochen, aber feine Handlungsweise nicht gerechtfertigt. Er wolle die Regierung fragen, ob sie sich einbilde, daß es möglich fern werde, die vorgeschlagene Garantie für den Bergbau im nächsten Mai fallen zu lassen. Die geplante Llntersuchung werde auf nichts anderes hinaus- laufen als auf die Anempfehlung eines gründ­lichen Wiederaufbaues der Kohlenindu­strie. Ein fbldjer Wiederaufbau werde eine Vereinheitlichung und Verschmel­zung erfordern, die Zeit beanspruche. Es werde unmöglich fein, die Früchte dieser Maßnahmen bereits im Mai zu ernten. Es hätte bei Ge­währung der Beihilfe zur Bedingung gemacht werden müssen, daß eine solche Vereinheitlichung erfolge, die die Ausgaben vermindert. Eine ufer­lose ungeschränkte Garantierung bedeute für beide Teile den Anreiz, sich nicht zu beeilen. Die Arbeitgeber hätten nichts zu tun, als ihre Rechnungen einzuschicken. Es fei keine Vorsorge getroffen worden, dem Schatzkanzler eine wirk­liche Kontrolle zu ermöglichen.

Der abgeschlossene Handel laufe auf eine Rationalisierung mit Regierungsgarantie hinaus, aber ohne jede Kontrolle. Die Demokratie fei dem Tode geweiht, wenn sie vor dem von irgend­einer Minderheit ausgeübten Zwang kapituliere.

Das Unterhaus nahm dann die Vorlage auf Llnterstützung des Kohlenbergbaus mit 351 gegen 16 Stimmen an. Die Minderheit von 16 Stim­men seht sich aus 13 Liberalen, 2 Konservativen und 1 Mitglied der Arbeiterpartei zusammen. Boykott deutscher Waren

Die englischen Arbeiter gegen die deutsche Konkurrenz.

London, 7. Aug. (£11.) Der Vorstand

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Aus aller Welt.

Dr. Eckener über die Zeppelinpolarexpeditiou.

Vor Pressevertretern machte Dr. Eckener Mitteilung über den Plan einer Luftschiff- ex p e di t i on nach dem Pvlargebiet. Dr. Eckener wies vor allem darauf hin, daß die Polarexpedition mit dem Luftschiff den Beweis für feine umfaf s ende Verwendungs­fähigkeit im internationalen Ver­kehr erbringen soll, da die Amerikafahrt des Z. R. 3 der Welt offenbar noch nicht genüge. Das Polarluftschiff müsse deutschen Ur­sprungs fein und deutsches Eigentum bleiben, denn die Luftschiffahrt sei eine Er­findung deutschen Geistes. Rur die wissenschaftliche Gesellschaft, die die Polarexpe­dition durchführt, müsse international zu­sammengesetzt sein, damit von einem unparteiischen Gremium festgestellt werde, daß es sich um ein wissenschaftliches Unternehmen handelt.

Rach elfjähriger Gefangenschaft zurückgekehrt.

Nach elfjähriger Gefangenschaft ist vor kurzem der Bildhauer C o n s aus russischer Gefangenschaft nach Bonn zurückgekehrt. Er war am 14. 8. 1914 in Rußland verwundet worden und wurde nach seiner Wiederherstellung zu Arbeiten verwendet. Nach mehrfachen vergeblichen Fluchtversuchen ge-

Keine Friedensaussichten in Marokko.

Tanger, 8. Aug. (Times-.) Rachdrm Abd el Krim die Hauptpunkte der fanzösisch» spanischen Friedenöbedingungen befanntgegeben sind, ist der nächste Schritt von seilen Abd el Krims zu erwarten. Man nimmt an, baß dieser nach st e Schritt auf dem Schlacht­feld e und nicht am Diplomatentisch erfolgen

ausländischer Erzeugnisse zum Räch­tet l der englischen Induftrie. Es wurde beschlossen, bei der Arbeiterschaft darauf hin- zuwirken, alle emgeführten Waren, die unter schlechteren Arbeitsbedingungen als in England Produziert würden, zu boykottieren. Die- t ser Beschluß richtet sich vor allem gegen _. Deutschland, da die englische Arbeiterpartei ' der Ansicht ist. daß Deutschland infolge niebri- , gerer Löhne und schlechterer Arbeitsbedingungen ' billiger produzieren könne als die eng» t lifchen Unternehmungen. Der Boykott soll nur dann in Kraft treten, wenn die Möglichkeit be­steht. dieselbe Ware anderweitig zu be­schaffen. Der Boykott soll auch über die Waren der Länder verhängt werden, in denen die Ar­beiter eine längere Arbeitszeit haben als im Washingtoner Abkommen vorgesehen fei.

Einigungsvorschlag für den Finanzausgleich.

Berlin, 7. Aug. (Priv.-Tel.) DerLokal- Anzeiger" meldet: Die gestrigen Besprechungen zwischen dem Reichskanzler, dem Reichsfinanz­minister und den Führern der Regierungsparteien über die Frage des Finanzausgleichs haben zu fol­gendem Ergebnis gesühtt: Es bleibt bei den 75 Proz. Aeberweisungsquole aus dec Einkommen- und der körperschaftssteuer sowie bei den 30 Proz. Ueberweisungsquote aus der Umsatzsteuer an die Länder. Die Gesamtgarantie, die das Reich übernimmt, beläuft sich auf 2100 Millionen. Innerhalb dieser Summe wird eine besondere Garantie von 450 Millionen für die Um­satzsteuer übernommen, die sich auch noch e r - höhen kann. Aus Kreisen des Reichsrats ver­lautet, daß eine derartige Basis für die Länder, mit Ausnahme Bayerns, voraussichtlich an­nehmbar fei.

Zentrum und Kabinett Luther.

Berlin, 7. Aug. (TU.) Zu der Frage der Neubesetzung des Reichsministeriums für die be­setzten Gebiete nimmt der Vorstand der Zen­trumsfraktion in einer von derGermania" veröffentlichten Erklärung Stellung. Es heißt darin: Irgendein Zusammenhang zwischen dieser Frage und der rein sachlichen Einstellung der Fraktion zu den großen Gesetzesvorlagen der Reichsregierung besteht nicht und hat niemals bestanden. Die Stel­lung der Zentrumsfraktion zur Regierung Luther wird sich auch weiterhin nach rein sachlichen Ge­sichtspunkten bestimmen. Die Fraktion unter­stützt als staatserhaltende Partei die Außen- und Innenpolitik der Reichsregierung, solange diese in der politischen Linie des Zentrums liegt. Die Fraktion erachtet die Entscheidung über die hauptamtliche Besetzung des Rheinministeriums als zur Zeit nicht dringlich.

Die Sicherheitsdebatte.

Der Meinungsaustausch über die Antwort an Deutschland.

Paris, 7. Aug. (Wolff, Funkspruch.) Aach übeteinftimrnenben Informationen der Morgen- Presse wird Dandervelde vorläufig nicht nach London reifen. Er befinde sich augenblicklich in einem Bade zur Erholung, werde aber, sobald sein Gesundheitszustand es zulasse, nach London fahren. Wie weiter bestätigt wird, werden nur Berthelot und die juristischen Sachverständigen Leger und Frornageot Briand begleiten, so daß also nur das Eicherheitsprvblem zur Sprache komme. Rach demPetit Iournal" ist der französische Antwortentwurf fertiggestellt. Lieber oen Inhalt sei zwar nichts bekannt, es stehe aber fest, daß Briand in zwei Punkten nicht uachgeben werde: in der bedingungs­losen Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und in der Zulässigkeit eines französischen Eingriffes zu­gunsten Polens und der Tschechoslo­wakei im Falle eines deutschen Liebergriffes. Wenn Briand die Zustim­mung Chamberlains zu dem Antwortentwurf er­halten habe, werde der Quai d'Orsay noch in einen Meinungsaustausch mit Bel­gien. Italien und Iapan eintreten und gleichzeitig auch Polen und die Tschechoslowakei auf dem laufenden halten Erst nach Abschluß dieses Meinungsaustausches werde die fran- zösische Antwortnote der Reichsregierimg zu­gestellt.

Der deutsche Botschafter bei Briand.

Paris, 7. Aug. (LL1.) Die gestrige Llnter- redung Driands mit dem deutschen Botschafter von Hoesch, steht mit der bevorstehenden Ab­reise Driands nach London im Zusam­menhänge. Der Außemninister legte Wert dar­auf, vor feiner Aussprache mit Chamberlain durch den deutschen Botschafter noch einige er­gänzende Angaben über die Stell- lungnqhme Deutschlands zu erhalten. Herr von Hoesch habe bei der Llnterredung auch

Aus Stadt und Laud.

Gießen, den 7. August i?23. : Der Rettungsdienst beim Tur » f e st wurde, wie bereits bekannt, der F r e i w i l * ligen Sanitätskolonne übertragen. Die Aufgabe war nicht leicht, galt es doch an manchen Tagen eine Anzahl auseinanderliegender Wachen mit geschulten Kräften zu bejeyen und gleichzeitig für eventuelle größere Inanspruchnahme die nö­tigen Reserven zur Hand zu haben. Heute kann man sagen, daß sich die Organisation sehr gut bewährt hat und allen Anforderungen gerecht geworden ist. Von ben Aerzte n war ein Bereitschaf.sdienst auf dem Festplatz eingerichtet, so daß bei ernsten Fällen sofort sachkundige Hilfe zur Stelle war. Für evll. UnfäUc bei Frauen hatten' sich in dankenswerter Weise eine Anzahl Schwestern vom Roten Kreuz der Kolonne zur Verfügung gestellt und es mangelte auch diesen nicht an Arbeit, nahmen doch insgesamt auf den verschiedenen Wachen über 400 Personen dieErste Hilfe" in Anspruch. Zu allem Glück er­eignete sich, außer einem bereits gemeldeten Fall, keine weiteren ernsten Unfälle. Eine Anzahl nicht gefährlicher Verletzte mußten abtransportiert wer- den. Dabei machte sich der Mangel eines eigenen Krankenkraftwagens der Kolonne recht? fühlbar. In dankenswerter Weise hatte die Firma Otto Göbel für Notfälle einen Kraftwagen zur Verfügung gestellt, der auch in einigejt Fällen gute Dienste tat.

** Deutsch-amerikanische Sänger in Bad-Rauhei m. Der Beethoven-Männer- chor aitS Reuyork gibt am Samstag, dem 8. Aug., nachmittags von 4,15 bis 6 LIhr mit dem staat­lichen Kurorchester ein Sonderkonzert. Der Beet- Hoven-Männerchor ist ein alter, 1859 gegründeter, deutsch-amerikanischer Verein, der Berlin, Leip­zig. Eisenach, Rümberg, München, Stuttgart, Heidelberg, Darmstadt. Mainz, Wiesbaden und Frankfurt a. M. besucht und aller Orten einen begeisterten Empfang gefunden hat. Räheres siehe heutige Anzeige.

v*Der letzte Mann" mit Emil Ian* nings, ein Film, der nicht nur in Deutschland, sondern auch besonders in Amerika ungeheuren Erfolg gehabt hat, läuft in dieser Svielwoche in dem Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Was die­sen Film wertvoll macht, ist die Besetzung der Titelrolle mit Iannings, einem Darsteller großen Formates, der feinen Augenblick im Stich läßt, vielmehr eine lückenlose, fabelhaft intensive künst­lerische Leistung hinstellt. Was diesen Film interessant macht, ist die erfreuliche Ehrlichkeit im Aufbau: Vollkommen harmlos läuft ein völlig belangloses Geschehen (durch Iannings Darstel­lung in den Mittelpunkt des Interesses gerückt) bis zum belanglosen Ende. Da springt der Autor ein: Textunterbrechung der Bilder, der letzte Mann des Atlantic-Hotel wird Milliardärserbe. (Moral:Die Letzten werden die Ersten fein. Es lebe der Kitsch! Hoch Amerika!!) Lind als erster Mann, von Dienern und Direktoren begrüßt, verläßt er die Stätte, an der ihm Stolz und Freude. Schimpf und Demütigung ein Leben lang blühten. Der Film ist unbedingt zu emp­fehlen. Vorher läuft ein Streifen, bei dessen Darstellung sich gleichfalls prominente Berliner Schauspieler beteiligt haben. Die Schluhpointe ist so frappierend, daß es Spaßverderber sein hieße, sie zu verraten.

Landkreis Girren.

L Wieseck, 7. Aug. Einen erfreulichen Rückgang weisen die Erwerbslvsenzif- f er n für unsere Gemeinde im Monat Iuli gegenüber dem Vormonat auf. Allerdings muß gleich hinzugefügt werden, daß die Freude kaum von langer Dauer sein dürfte. Auch in unserer Gegend wird sich in kurzer Zeit die schwere Krise in der Metall-, Erz - und Kohlen­industrie, wo gegenwärtig zu umfangreichen Arbeiterentlassungen geschritten wird, bemerkbar machen. Weiter wird die in Aussicht stehende und vom Reichstag bereits beschlossene starke steuerliche Belastung des Tabaks in ganz kurzer Zeit ihre Schatten vorauswerfen und infolge des durch die zu erwartenden hohen Preise bedingten Rückgangs des Konsums zu. größeren Arbeiterentlassungen, vielleicht auch zu Betriebsstillegungen in der Tabakindustrie füh­ren. Beide Momente spielen stark in das Leben unserer Gemeinde hinein und sind nicht geeignet, für die nahe Zukunft rosige Gedanken zu erwecken. Mußten noch im Monat Iuni an den fünf Stichtagen insgesamt 106 Erwerbslose mit 158 Zuschlagsempfängern unterstützt werden, so waren es im Iuli an ebenfalls fünf Stichtagen 77 Er­werbslose mit 83 Zuschlagsempfängern. Die ein­zelnen Stichtage im Iuli ergaben folgendes Bild: Am 1. Iuli wurden 22 männliche, 0 weibliche Erwerbslose und 13 Ehefrauen und 12 Kinder als Zuschlagsempfänger gezählt. Am 7. Iuli 17 männliche, 0 weibliche (SrtoerbSlofe und 9 Ehe­frauen und 10 Kinder als Zuschlagsempfänger, am 14. Iuli 15 männliche. 0 weibliche Erwerbs­lose und 9 E hefrauen und 10 Kinder als Zu­schlagsempfänger, am 21. Iuli 10 männliche, 2 weibliche Erwerbslose und 6 Ehefrauen und 4 Kinder als Zuschlagsempfänger, am 31. Iuli 9 männliche, 2 weibliche Erwerbslose und 6 Ehe­frauen und 4 Kinder als Zuschlagsempfänger. In der Sozialfürsorge mußten 60 Sozial­rentner und 21 Kleinrentner unterstützt werden, hier betrugen die Ziffern im Vormonat 59 bzw. 21.

* Garbenteich. 5. Aug. Am Sonntag, 9. August, wird in Garbenteich das Dekanats- Missionsfest des Dekanats Gießen gefeiert. Der Festgottesdienst beginnt um 2 Llhr. die Fest­predigt hält Herr Pfarrer Schultheis von Großen-Linden. In der Rachversammlung um 4 Llhr wird u. a. Herr Missionar Gl ö ckel- Bad Homburg, früher längere Zeit in Kamerun tätig, zu der Gemeinde reden. Verschiedene Ge- sangschöre und der Posaunenchor von Klein- Linden haben ihre Mitwirkung zugesagt. Bei gutem Wetter findet die ganze Feier, zu der nochmals herzlich eingeladen sei. an einem schönen Platz im Freien statt. Die beiden Züge 12.35 ab Hungen (Garbenteich 1.05) und 1.43 ab Gießen ermöglichen ein bequemes Kommen.

Kveis Schotten.

Schotten. 6. Aug. Der dritte Tag unseres Sommermarktes, der Krämer­markt am Mittwoch, war so verregnet, daß die anwesenden Verkaufs-, Schaubuden und sonstige Vergnügungsetablissements zum großen Teil nicht auf ihre Rechnung kamen. Der Stadtvorstand entschloß sich aus bi cf em Grunde, am heutigen Donnerstag nochmals Krämermarkt abzuhalten.

O Schotten, 6. Aug Bei der am 6. August abgehaltenen öffentlichen Kreisaus- s chußsitzung wurde die Bürgermei st erwähl von Feldkrücken für ungültig erklär^