Ausgabe 
7.4.1925
 
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Dienstag, 7. April 1925

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGderheßen)

Nr. 82öweites Blatt

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metnöcn eine (jcuctrocijrcinriaiiung öu schassen, die Gewahr für schnelle Bekämpfung eines Brandes bietet Vornehmlich den neuzeit­lichen Einrichtungen legt man besonderes Augen­merk bei. Zu diesem Zwecke stellte die Kreisver­waltung einen größeren Betrag in den Etat ein, der an die Gemeinden verteilt werden soll, die Interesse für die Anschaffung von Motor- Feuerwehrsp ritzen hegen. Aus diese Weise hofft man viele Gemeinden zu gewiimen und mit der Zeit ein brauchbares Feuerlöschwesen im Kreise einzurichten. DieTunnelarb eiten am hiesigen Bahnhof schreiten gut vor­wärts. An den beiden Llnterführungen für Per» fönen und Gepäck wird eifrig gearbeitet. Bei dem Gepäcktunnel haben sich insofern Schwierig- leiten ergeben, als der Weg durch Felsen ge­bahnt werden muh. Gleichzeitig werden schon die Gleise der verschiedenen Strecken verlegt. Zum 1. November gedenkt man die Unter füß= rungen dem Verkehr zu übergeben.

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Rudolf Herzog und besonders von Johann Le* Walter, dein Grimm der Volkslieder und Volks- tänze. namentlich der hessischen. Se'ne zartbesai­teten Gedichte haben nie das L.cht einer Druckerei erblickt, aber feine Erzählungen wer kennt nicht Ursula" oderDie Flüchtlinge",Menschen, d c den Pfad verloren" und dann derJoggell". der Wohl in keiner Schuld bliothek fehlt, mit dem er sich das PrädikatHessend'chter" erwarb.

Mll den Blumen der Dichtung trat bei Anstaltsgeistliche unter die Armen, und so an den verschiedensten Orten, bis er die Seelsorge ii der großen Moabiter Anstalt leitete. Vor cinci Reihe von Jahren kehrte er nach Kassel zurück in seiner Kindheit Land, und sah immer vor Äugen den Habichtswald mit dem Herkules H'cr ereilte ihn ein Schlaganfall, der ihm die Sprache raubte.

Still, immer der Ioggeli. trug er jahrelang das schwere Joch. Run ist er langsam hinüber- geglitten in das Land des Friedens. Seine Vater­stadt ernannte ihn anläßlich seines 60. Geburts­tages vor einem Jahre zum Ehrenbürger und die Stadt Kassel hat eine Straße nach ihm genannt.

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setzt zu ihrem Geliebten avanciere. Einfach, aber schön! Gegenüber diesen verwickelten Ehe- und Fa- milienoerhaltnisfen ist ca schwer, ernst zu bleiben, vielleicht macht Trebitsch eine Posse daraus.

Die Ausführung tat ihr möglichstes. Un­mögliches möglich zu machen. Georg Leng- bad) und die ungemein natürliche Evelyne Van fing (Wien) versuchten mit Einsehen ihrer ganzen Kunst aus diesem unwahrscheinlichen Ehe­paar Menschen von Fleisch und Blut zu schassen. Diack) dem zweiten Akt mußte sich der Dichter wiederholt zeigen. Das Publikum ist halt zimmer

streichen müssen. Denn Hellmer erklärte, daß er erstens das klagende Fräulein nicht spez eil für die Rolle der Magda, sondern für ein Gastspiel an seinem Theater verpflichtet habe, daß er sich zweitens auch vom Gericht nicht in künst­lerische Dinge hineinreden lasse und was die Haftstrafe betreffe. jedenfalls denke er nicht daran, wegen einer Rollenbesetzung zu brummen. Die eaeße hat natürlich ihre prin­zipielle Seite und diese wird in der Kunstwelt lebhafte Beachtung finden. Wenn die Theater­direktoren bei Rollenbesetzungen immer mit einem Fuß im Kittchen stehen, dann werden die deut­schen Bühnen bald von einer Gesellschaft von Schwerverbrechern geleitet sein.

Der Dichter des Ioggeli.

(Zum Tode Wilhelm Specks.)

Dort, wo die Meißner Dorberge vom Basalt­schloß der Frau Holle zur ringelnden und schim­mernden Werra niedersteigen, liegt vor einem hübschen Dorfe mit lieben Menschen ein Brunnen. Mich erinnerte er immer an jenen, wo Abrahams Sendbote einst Rebekka antraf. Und fragte der Wanderer nach dem Ramen des Brunnens, so lächelt man und sagt:Aber, das ist doch der Joggeli-Drunnen."

Der Joggell ... ja. das ist eine wunderbare Geschichte von einem Menschenkinde, das hier seine Liebe fand und dann einsam durch die Well ging, aber immerdar Sonnenschein war und Liebe ver­schenkte. das die Großen achteten und die Kleinen verehrten, ein Eonnenkind...

Der dies Geschichtlein schrieb, war Wilhelm Speck, ein Lehrersohn aus Großalmerode im Kaufunger Walde zwischen der Fulda und der Werra, ein Theologe, der für die Seelsorge in den Strafanstalten von größter Bedeutung war. Ein Menschenalter hindurch war er Freund und Tröster derer, die in Gefangenschaft, aber auch ein Freund der Großen im Reiche der Künste, Vertrauter von Wilhelm Raabe, Paul Hehse,

Die Tschechen.

Wir Deutschen glauben, die Franzosen feien 1919 in bei Vorbereitung des FriedensdillateS in ihrem Hasse am weitesten von allen Betei­ligten gegangen. Das Volk der Tschechen aber hat sie voi. währerü» und nach dein Kriege über­troffen. Die 1918 an unserer ungeschützten Ost­grenze errichtete tschechische Republik nahm ent­gegen dein pci tfmbeten Selbstbestimiuungsrecht der Völker 3' Mi llionen Deutsche in sich auf, hie es seitdem langfam und planmäßig ma- tctiell, rulnucll und geistig .zu vernichten 'ucht. Roch sind wir Deutschen uns zu wenig her Gefahr bewußt, welche damit die Grundlage

Deutschen Rationalstaates, welche das deutsche Volkstum bedroht. In umfassender Weise tragen auch hier wiederum die Süddeutschen Mo­nat s h e f t c (München) zur Aufklärung bei durch ihr neuestes SonderheftDie Tschechen".

Die sachkundigen Mitarbeiter sind vor allem Deutsch-Böhmen, die schon im jahrzehntelangen Kamps für das Deutschtum stehen. Eines der mtcreffanteften Kapitel des HeftesDie Tschechen aus der Friedenskonferenz" (von Graf Stolberg) beruht auf unveröffentlichten Seheimakten. Man erschrickt und erstaunt, mit welcher Gerissenheit und Derdrehungskunst die Tschechen in Versailles den Großmächten. be° 'anders Amerika, in geheimen Denkschriften ihre Forderungen unterbreiteten. Wie dabei Frank­reich feinem östlichen Bundesgenossen in die Hände arbeitete, zeigt besonders das wiedergegebene Protokoll einer Besprechung zwischen BÄsour, Cambon und Lansing über die Grenzregulierun- flen im Osten. Die Außenpolitik des neuen Staates zeichnet Gras Ledebur. Mitglied des Parlaments. Er schildert die Ziele und Mittel des begabten Außenministers Benesch, seine Stel­lung zu Europa, zum Panslawismus, zu dem schwierigen slawischen Rordosten (Dolen), zum Vatikan, den übertrieben großen Aufwand an auswärtigen Vertretern, an Presse und Propa­ganda. die Reibungen infolge der schlechten Innenpolitik. das falsche Reflameschild derDe- iHDliatic". schließlich d e Aussichten dieser Außen­politik. Sind schon die Kosten des diplomatischen Olpparates für das kleine Land kaum tragbar, so erst recht nicht jene für die Armee. Der Militär- Politik ist eine eigene Abhandlung gewidmet, die nicht nur die Gefahr- kriegerischer Verwick­lungen seit 1918 sowie die geschlossenen Milttär- herträge mit Frankreich, Polen usw. erläutert, 'vndcn, auch. Entstehung und Organisation der tschechischen Armee, dieser Armee, die heute noch um die Halste größer ist als unsere Reichs­wehr und mit gewaltiger Artillerie und Flug­park ausgestattet ist.

Die Innenpolitik (von Senator Hartl) be­rührt unsere deutschen Brüder drüben am meisten. Das größte innerpolilische Problem des viel­sprachigen Staates bleibt die Rationalitätenfrage. Am einzelnen wird der Kanrps gegen das Deutsch­tum geschildert- das neue Sprachenrecht, die Ent­fernung aus den Aemtern. das Schulgesetz, die wirtschaftliche Entrechtung,Enteignung desGrund- befihes, die deutschfeindliche Sozialgesetzgebung ...

Begründung ihrer Gesamtpolitik suchen die Tschechen stets aus der histvrifchen Entwicklung bei vif eiten mit der grundfalschen Behauptung, kaß sie das eingeborene, atteinberecht-gte Herren- nol! leien. Dagegen klären in sachlicher, wissen­schaftlicher Weife auf die beiden Abhandlungen .Herkunft und Siedlung der Bevölkerung" (Mi- niftcriafiat Dr. Schwab-Jglau) undDeutsche und Tschechen im Mittelalter" (Privatdozent Dr. Lchwarz.Prag). Am eindringlichsten bringt her Aufsatz ..Die Tschechen in Wien" von Fr. Matras uns die unmittelbare Gefahr vor Augen. Dort in Wien, dem letzten Bollwerk gegen das ölaventum. steht die Organisation der national iKtoußtcn Tschechen auf bewundernswerter Hohe. Groß ist die Zahl der tschechischen Vereine, Schulen und Zeitungen in Wien, unverständlich gering die Abwehr durch den österreichischen Staat, obwohl in den Schulbüchern der Wiener Tschechen den Kindern der künftige Besitz Wiens cingehämmert wird!

Dieses Heft her Süddeutschen Monatshefte | muß 'Durch feine Darstellung. Gewissenhaftigkeit und Sachlichkeit als wichtigstes Material von dauernder Bedeutung gelten, <lls eine scharfe gei­stige Waffe im Kampf gegen unser bedrohtes Deutschtum, als eine tatkräftige Hilfe für unsere heldenmütig känrpfenden Brüder in Böhmen!

Acht Sage Haft wegen einer Rolle!

Herr Artur Hellmer, Direktor des Reuen Theaters in Frankfurt, wollte das neue Stück des bekannten Shaw-Plcbersetzers Siegfried ^re- bitschDer Geliebte" aufführen. Er hatte die Schauspielerin Mariette Streelen für em vierwöchiges Gastspiel verpflichtet, ihr aber die Rolle der weiblichen Heldin in dem Stück von Trebitsch toieber abgenommen und dafür Fräulein Evelyne Lansing von Wien koinmen lassen. Zwei Tage vor der Premiere bekommt Hellmer eine gerichtliche Verfügung, die ihn mit acht Tagen Haft bedroht, wenn er die Rolle nicht dem Fräulein Streelen gebe. Letztere hatte eine einstwellige Verfügung erwirkt und das Gericht hatte der Bedeutung des Falles ent­sprechend statt auf die gewohnte Geldbuße auf acht Tage Kittchen erkannt. Ratürlich war man sehr gespannt, ob am Samstag abend Di- reftor Hellmer in seiner Loge oder in einer Haftzelle fitzen würde. Er faß sehr vergnügt in feiner Loge, und auf der Bühne stand nicht öie Antragstellerin Marietta Streelen, sondern ihre Konttirrentin, Fräulein Lansing aus Wien. Fiat justitia, perat nrundus! Der Frank­furter Theaterdirektor hat die einstweilige Ver­fügung angefochten, und es steht zu befürchten, daß die Jttstiz die erstinstanzlichen Segel wird

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Siegfried Trebitsch: Der Geliebte".

Uraufführung im Reuen Theater-Frankfurt.

Mit einem nassen, einem heiteren Auge muß man Siegfried Trebitschs Schauspiel ,.D c r (geliebte" betrachte». Zuerst ist man leicht be­lustigt, aber die Heiterkeit steigen sich, daß man Tränen lacht. Der Zweck ist nun eigentlich ein an- borev, dieses Spiel um den Geliebten soll von bei­nahe philosophische-.- Ernsthaftigkeit fein. Shaw geistert hinter ben Worten.

Der Inhalt ist folgendere Jrn cr|tcn Akt wird der Fünfzigjährige von einer dreiundzwanzig Jahre alten Frau betrogen, vielmehr eine gute Freundin hat die folgenschwere Entdeckung emgefadelt. Der Liebhaber weigert sich, die Frau zu heiraten. Es gibt sehr viel Tränen, sie liebt nur ihren Mann, kann ohne ihn nicht sein. Warum sie ihn dann eigentlich betrogen hat, erfährt man nicht recht, cs ist an­zunehmen au5 kindlicher Naivität. Er ist voll rüh­render Zartheit und gleichzeitig männlich charakter voll entfoflenb. Was tun, feine Frau kann sie nicht bleiben. Im zweiten Akt treffen wir sie an einem italienischen See als, es wird immer interessanter, Vater und Tochter. Damit sie zusammen bleiben können, hat er sie adoptiert und sucht ihr einen passenden Gatten. Der Liebhaber aus dem erften '21 ft erscheint, er hat cs sich überlegt, will sie doch ehelichen. Magda, so heißt diese eigenartige Frau, liebt immer noch ihren Pseudo-Vater, verlobt sich aber dem Liebhaber zum Trotz mit einem, ganz auf Seelenakkorde gestimmten Russen. Auch die be­wußte Freundin meldet sich, sie geht aufs Ganze und will den von Magda jo geliebten Mann. Der Schluß wird ganz bunt Magda wird non ihrem zweiten Mane, den Seelenathleten, geschieden, sie Hot chn mit dem Liebhaber des ersten Aktes be­trogen. Die Duplizität der Fälle wirkt komisch, aber noch viel komischer der Grund. Sie Hal d^> alles nur getan, um frei zu werden, frei für inff. Den einstigen Gatten uftb Adoptivvater, damit er

Ein weißes Reh.

In der Gegend von ilffenßeini (Mittel- franken) wurde in den letzten Jahren ein Rchalbnw bemerkt. Wie wir imDeutschen Jager' lesen, wurde das Tier bisher von seinesgletchen ge­mieden, erst im heurigen Jahre scheint es aufge­nommen zu haben. Es wird nun sehr intere'fanf sein, zu beobachten, wie die Jungen ausfallen. Mit Lappen und Renntieren durch Deutschland

Eine Lappländer-Karawane aus Finnisch-Lappland, bestehend aus vier Familien die eine Herde von 75 Renntieren mit sich führen, ist am 17. März 1925 in Lübeck eingetroffen, um unter Leitung des Malers Dubbick eine Gast­spielreise durch die Deutschen Zoologischen Gär­ten anzutreten.

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tifierung im Jahre 1809 zur Erledigung von lang­jährigen gerichtlichen Äuseinandersetzungen mit her Gemeinde sich mit einer Jahresabgabe von 200 Gullxm begnügt Diese Verpflichtung wurde auch bisher regelmäßig erfüllt Auf Antrag der Rentkammer willigte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in d.e Zahlung einer Ablösung»- summe von 4500 Mk. In einem Schreiben der Rentkammer wurde der Bürgermeisterei und dem Gemeinderat mitgeteilt, daß der Grat auf die ihm zustehende Schafweideberechti­gung in der Gemarkung der Stadt verzichtet. Die Dezirlsspar lasse Laubach hat seit Oktober vor. Jahres eine Verdoppelung der Ein­lagen gehabt. Die Zahl der Kontoinhaber steigt sortgeseyt und der Tieberweisungsverkehr dehnt sich andauernd aus.

Eichelsdorf, 6. April. Die trocke­nen, foimigen Tage der vergangenen Woche ha­ben die landwirtschaftlichen Früh- jahrsarbeiten so gefördert, daß die Aus­saat der Sommerfrucht zum großen Teil beendet ist. Mit dem Setzen der Frühkartoffeln hat man bereits begonnen. Die aLndwirte klagen über das starke Austrocknen der oberen Boden­schicht durch den Wind. Die so entstandene Kruste beeinträchtigt die Pflanzen in ihrem Wachstum.

§ Ml rief) ß ein, 6. April. ß:ßten Samstag nachmittag trafen hier die neuen, bei R.ncker in Sinn gegossenen Glocke n ein. Um 1.6 11 br wurden sie feierlich, unter (Borantritt des Musik­vereins, eingefahren. Schulkinder umttänzten unter entsprechenden Versen die Joche der Glocken: Pfarrer Kornmann hielt die Ansprache.

Elarkcnburg und Nheinhessen.

" Darmstadt, 6. April. Rachdem die be­ledigten Gemeinden den Plan einer Kraft- pvstlinie Beerfelden Erlenbach Falken-Gesäß Finkenbach Hirsch­horn gebilligt haben und die erforderliche Ga­rantie der Oberpostdirektion gegenüber leisten wollen, ist in kurzer Zeit mit der Eröffnung dieser Linie zu rechnen. Bei einem Streit in der Altstadt wurden 4 Personen durch Messer­stiche verletzt. Auch bei einem Streit, den Zi­geuner untereinander hatten, wurde einer von ihnen schwer verletzt.

-!- Offenbach, 4. April. Im Hand- werke rtartell sprach HandwerkSkammer- direktor Schüttler aus Darmstadt über Oie Geschichte und Bedeutung der neuen Reichs­handwerksordnung. Rach jahrelanger Verschleppung ist der Regierungsentwurf jetzt den Forderungen der Gewerlschasien entsprechend in einem Sinne umgeqrbeitet worden, der ihn unannehmbar macht. Ein neuer Entwurf ist bis zum 15. Mai zugesagt worden. Roch viele Kämpfe stehen dem Handwerk in dieser Hinsicht bevor. Inhaltlich ist die Hauptneuerung der Reichshandwerksordnung die restlose Durchfüh­rung der Pflichtorganisatton.

Hessen-Nassau.

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der Gemeinde Anne' iegt vom Mittwoch. > bis einschließlich 4 MU 1925 auf ßinsichlnahmeoffen. ist können bei uns den 3nha.lt ta » »toUS idjt werden." Umlage beschlossen. Mt herangcM

April 1925.

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der Gemeinde Desi

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fpd. Frankfurt a. M., 6. Aprll. Im Monat März wurden in Frankfurt 1610 Fälle krimineller Straftaten behan­delt. In zwei Fallen Handelle es sich um Mord, in einem um Mordversuch, in 15 Fällen um Raub und in 7 um Hehlerei. Einfache Diebstähle kamen 108, Einbruc^diebstähle 90 und kleinere Eigentumsvergehen 217 zur Anzeige. In 106 Fällen mußte sich die Behörde mit Betrug und in 125 mit Unterschlagung befassen. Münzver-

bl. Dillenburg. 6. April. Der Kreis ist in letzter Zeit stark darauf bedacht, in allen Ge­meinden eine Feuerwehreinrichtung zu

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

f Grünberg. 4. April. Gestern vormittag fand die Abgangsprüfung der hiesigen Winterschule statt. Die Schule wurde zum erstenmal im Oktober 1921 eröffnet; zu dieser Zeit besuchten sie 23 Schüler in einer gerne.n- schaftlich.n Klasse. In den folgenden Jahren 1922 23 nahmen in der oberen Stufe 18, in der unteren 12, 1923 24 in der oberen 13, in der unteren 11 und 1924 25 in der oberen Klasse 8. in der untern 43 Schüler teil. Die Schüler .die aus den Kreisen Alsfeld, Gießen und Schotten flammen, besuchen wegen der sehr günstigen Dahn- verbindmrg die hiesige Landwirtschaftliche Winter­schule sehr gerne. Die Beteiligung der Gäste bei der diesjährigen AbgangLp.üfung war sehr stark; u. a. waren Regierungsrat Dr. Braun aus Gießen als RegierungsVertreter, Oefonomierat Glaser vom Landwirtschaftsamt Lauterbach, als Vertreter drr Stadt Beigeordneter Fulda t und außerdem noch 5060 Zuhörer zugegen. An dieSchüler richteten Regier'ungSrat Dr. Brann und Ocfonomicrat Glaser Ansprachen, in denen sie auf die Bedeutung der Schule und die Wichtig- leit erhöhter Produktion zur Befreiung unserer Lebensmittelversorgung vom Ausland hinwiesen. Rachmittags um 3 Ußr fand eine gesellige Zu­sammenkunft der an der Abschlußprüfung betei­ligten Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste statt. Im Anschluß daran hielt der Verein eheinaliger Schüler als Schlußfeier sein Wintervergnügen ab.

Ärcis Friedberg.

-I- Dad-Rauheim, 6. April. Der Ver­band der hessischen Kreise und Pro­vinzen hält Sonntag, 7. und Montag, 8. Juni, in Dad-Rauheim eine Mitgliederver­sammlung ab. Sonntags soll der geschäftliche Teil erledigt werden, Montags schließen sich Be­sichtigungen an.

am. Staden, 6. Aprll. Die erste Post­kraftwagenlinie in Deutschland war die Kraft- wagenverbindung Friedber g0 t a - d e nR anstadt. Wie bei Beginn des Krie­ges so manches aufhören mußte, was notwendig und rentabel war, so wurde auch diese Kraft­wagenverbindung aufgehoben. Die Bewohner der abgelegenen Orte, die der Post eine Verbindung mit der Eisenbahn zu verdanken hatten, hofften nach Beendigung des Krieges sechs Jahre lang vergebens auf Wiedereröffnung dieser Kraft­wagenlinie. Don heute, dem 6. April ab. er­öffnet zur Freude der Gemeinden die Kraft­wagenbetriebsgesellschaft Wetterau einen Tül der früheren Linie, nämlich Rieder- M o ck st a d tF r i e b b e r g. Es wäre hu wün­schen. daß diese Linie bald bis nach Ranstadt verlängert wird, so daß die früheren Kraft­wagenverbindungen wieder hergestellt werden.

Areis Büdingen.

Bleichenbach. 6. April. Eine größere Kirschbaumpflanzung, 250 Bäume ist auf dem sogenanntenKieselberg" von Gemeinde und Privateir vorgenommen worden

Kreis Schotten.

.. Schotten, 6. 2ll>ril. In den verschie­densten Orten erleidet die Bautätigkeit ernste Stockungen dadurch, daß es schwierig ist, die nötigen Geldmittel z u beschaf - f c n. Der bewilligte Staatszuschuß bleibt mit­unter sehr lange aus und private Geldbeschas- fung scheitert an der fehlenden Sicherheit. Die Folge ist. daß im Vorjahre begonnene Reu- bauten nicht weiter fort geführt werden können und hier und da schon zum Verkauf angeboten werden. Bedenkt man noch die hohe Verzin­sung dieser entstandenen Reubauten, so muß man zu dem Schluß kommen, daß es unter den jetzt herrschenden Verhältnissen für finanziell Schwache äußerst schwierig ist, sich ein eigenes Heim zu beschaffei?. Diese Einsicht bewog auch bereits manchen Baulustigen, fein Vorhaben auf spätere, günstigere Zeiten zu verschieben.

0 Laubach, 5. April. Die Preise der letzten Holzversteigerungen der hiesigen Gemeinde sowie der umlicgcnben Orte waren ver­hältnismäßig hoch, wesentlich hoher, als die der gräflichen Holzversteigerungen. Es galten der Raummeter Buchenscheiter 14 bis 15 Mk, Buchen­knüppel 9 bis 11 Mt.» Duchenstöcke 6 bis 7 Mk., Buchenreisig 1,20 Mk. Der Graf Fried- rich Ludwig Christian (17691822), der letzte regierende Reichsgraf, hatte nach der Media-

brechcn kamen 134 und Sittlichkeitsverbrechen und -vergehen 164 Fälle zur Anzeige, außer­dem 251 kleinere Sittiichkeitsübertretmigen. Fer­ner wurden 180 Wucherfälle bearbeitet. Selbst­morde kamen 12 zur Anzeige. Insgesamt tourben wegen krimineller Straftaten 571 Personen ver­haftet. darunter 33 steckbrieflich gesuchte.

Turnen, Sport und Spiet

Vom Turngau Hesse« (D. T.)

o Gießen, 6. April. Sonntag vornnt- tag 8.30 Uhr eröffnete Gauobcrturnwart Wilh. W il l in der Turnhalle des TV. 1846 zu Gießen die zweite Gauvorturner st undc, die von Mitgliedern des Gauvorstandes, vorn Turnausschuh und zahlreichen Turnwarten der Gauvereine bc- sucht war. Die Uebungsjolge begann mit den Frei­übungen für das @ a u f e ft, das im toommer in Friedberg Hattfinbet; unter Leitung der Be- zirksturnwarte schlossen sich ricgenweise die Psliclit- übungen an Reck, Barren und Pferd an. Es folgte die Sonderoorsührung des Gaues für das dies jährige K reisse ft in Gießen, und nachdem die volkstümlichen Hebungen durchgcnommen waren, sand die zweite Hampfrid)tcraudbilbung statt, da bei den turnerischen Veranstaltungen des Waue; nur noch solche Kampfrichter Verwendung finden, die mit Erfolg an den Kampfrichterausbildungen teilgcnommen gaben.

Nachmittags 2 Uhr fanden sich die Teilnehmct zurGauvortumersitzung wieder zusammen, der auch der 2. Gauvertreter, K. Schneider- Lutzbach, in beruflicher Verhinderung des 1. Gau- vertreters, beiwohnte. Einleitend wies der Gau­oberturnwart seine sechs Bezirksturnwarte einbring« sich barauf hin, nunmehr unverzüglich ben am Vor« nütttag burdjgearbeltetcn reichen Uebungsstoff auf dem Wege über bie Bezirksvorturnerstunben in bie einzelnen Gauvereine hineinzutragen, bamit bie Turner demnächst bei ihren Wettkämpfen in den Beztrten, im Gau und Kreis in gewohnter Weise mit Ehren bestehen könnnen; ferner gab er auf Grund eines Beschlusies des Turnausschusses genaue Anweisung über die Kleidung der Turner und Tur­nerinnen während der Hebung, auf der Straße und bei Festzügen. Gelegentlich des Kreisturntages zu Dannstadr am 19. April soll zu Ehren eines uet dienten Mitgliedes des Mittelrheinkreises ein drei teiliger Staffellauf ftattfinben, der von Worms, dem Geburtsort des Jubilars, und von Bingen und Gießen, feinen früheren Wirkungsstätten, aus­gehend, um 11 Uhr vormittags in Darmstadt ein treffen wird: in Gießen wird der Lauf um 7 Uhr vormittags bei der früheren Wohnung des Jubi« Inrs beginnen und bei 47 Km. Länge bis zur südlichen Gaugrenze bei Okarben 235 Läufer be nötigen. Ferner gebt der gewaltige Staffellaus der Deutschen Turnerschaft zum Her­rn a n n s b c n t m a l im Teutoburger Walb am 16. August in vier Linien burch bas Gaugebiet, wobei auch Gießen berührt roirb; Der Gau ist mit 332 Km nnb 1500 Turnern beteiligt. Um bie turnerisch« Ausbilbung jebes einzelnen zu förbern, müssen die Vereine in Zukunft roieber entsprechende Muster- riegen zu ben Turnfesten mitgeben, und zwar im Gau bei vier, im Kreis bei fünf Wetturnern.

Nach biesen geschäftlichen Mitteilungen bilbete ben Höhepunkt ber Tagung ein Vortrag des Gau wartcs für turnerisches Geistesleben. Stubicurai Schuchmann (Friedberg). Er zeigte in einem kurzen, scharf umrissenen Ueberblitf, wie im Lause ber geschichtlichen Entwicklung mit ben Formen der Leibesübungen insbefonbere auch ber Gebanken unb Gefühlskreis, aus dem heraus die Pflege bei Leibesübungen entspringt, seinen Inhalt gewechselt hat, und daß die im deutschen Volksturnen verankerte aeistig-fittliche Grundlage, die Friedrich Ludwig Jahn dem deutschen Turnen vor mehr als hundert Jahren gegeben hat, sich heute noch lebensnah und merbeträftig erweist.

Mit dem gemeinsamen Gesang einiger Turner lieber schloß um 5 Uhr ber arbeitsreiche Tag, br­ünier Wilh. Wilks umsichtiger Leitung körperlich' Uebung, turnerisches Geistesleben und turnbrüber siche Geselligkeit zu einem harmonischen Drei- flang vereinigt hatte.

Erneute Waldlauf-Erfolge der IDOOei Leichtathleten.

Am Sonntag fanb in Wetzlar-Nieder» girmes ber Bezirks--Fmhjahrswald- lauf statt, an dem bie drei ersten Einzel- unt Mannschaftssieger ber Gruppen Gießen-Butzbach, Wetzlar und Weilburg teilnahmeberechtigt waren. Angesichts ber starken Konkurrenz und ber übe« aus schwierigen, meist stark fteigenben Strecke mußte