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4i Xtinjitit. tn.es ^eitngtit M3&, ucrt Wunsch, bcn man im 3ntcreTfe des gcftimtcn Vatevlandcs aussprechen darf.

viewrttschastliche und finanzielle Lage Frankreichs.

Die wirtschaftliche Sage Frankreichs lann 3ur 3eit al§ befriedigend bezeichnet wer­den. Don den Kriegsschäden bat sich Frankreichs Wirtschaft überraschend gut erholt; die Vorkriegs- vvoduftion ist in den meisten Gewerbezweigen fast wieder erreicht, teilweise sogar überschritten. Unter Arbeitslosigkeit hat die französische Wirt­schaft am wenigsten von allen europäischen Län­dern zu leiden gehabt' für das Jahr 1924 kann man einen Ausfuhrüberschuß von 1.5 Milliarden annehmcn gegenüber einem Einfuhr­überschuß von 2 Milliarden im Jahre 1923. Das zerstörte Gebiet ist zu 90 Proz. wie der auf gieb au ft die dort befindlichen Fabriken sind moderner als je. Während die Staots- fteuern des zerstörten Gebietes 1913 nur 725 Millionen Franken aus bracht en, wurden 1923 3678 Millionen Franken erzielt.

Wesentlich schlechter ist die finanzielle Lage Frankreichs, die in der Hauptsache darauf zuruckzuftchren ist, daß Frankreich beim Wieder­aufbau der zerstörten Gebiete die Ausgaben reichlich hoch gehalten hat (dieTi­mes" behauptete neulich, daß 50 Proz. aller Ausgaben U n t c r neh m e r g ew i n n darstell- ten), daß Frankreich alle Anerbieten Deutsch­lands, den Wiederaufbau auf eigene Kosten selbst vorzunehmcn. Abgelehnt hat, und daß die Ausgaben Frankreichs für sein eigenes Heer und d i e ferner Dundesgcnof- s c n außerordentlich hoch sind. Unter diesen Um- ständcn ist die französische Staatsschuld sehr gc-* stiegen. Man kann sie in zwei Kategorien em- teilen. in ungefähr 300 Paprermilliarden Fran­ken innere Schulden und zirka 40 Goldmrlliar- ben Franken äußere Schulden. Don den inne­ren Schulden ist was nicht unbedenklich ist ein relativ hoher Teil kurzfristig fällig; der Rest teilt sich in langfristige Schul­den und in Vorschüsse der Dank von Frank­reich. Don den äußeren französischen Staats­schulden sind ungefähr 34 Goldmilliarden Fran­ken politische Schulden (Hauptsächlich an England und Amerika), während ungefähr 5 Goldmilliarden lvmmerzi eile Schulden (äußere Anleihen und Bankkredite) barstellen.

Es scheint so, als ob schon die nächste Zeit in Frankreich schwere wirtschaftliche und finan­zielle Krisis bringen sollte. Die Erhöhung des Diskvntes von 6 auf 7 Prozent hat in Frankreich außerordentliche Erregung herw -- gerufen. Bisher hat man die Wirtschaft durch Kredite zu befriedigen versucht. Der Wechsel- bestand der Dank von Frankreich ist im letzten Jahre um beinahe 2 Milliarden Franken ge­stiegen. Trotzdem ist der Kreditbedarf de r Wirtschaft außerordentlich stark. Er muß mit den Bestrebungen zur Stützung der fran­zösischen Währung in stärksten Widerspruch ge­raten. Die Lage könnte für die französische Wirt­schaft besonders dann sich noch verschlechtern, wenn die Erhöhung des Zinsfußes für staat­liche Anleihen auch entsprechende Erhöhungen der Zinsen für industrielles Geld zur Folge . hätte, womit sicher zu rechnen ist. Daß das Dw° trauen in die Finanzpolitik der Regierung stark erschüttert ist, beweist die unverändert starke Kapitalausfuhr aus Frankreich, sowie der , Rückgang der Kurse der französischen Staats- \ Papiere. Besondere Besorgnis hegt man in - steuerlicher Hinsicht. Allein im Jahre 1925 . sind für 23 Milliarden Franken Dons der natio- > nalen Verteidigung fällig; wie diese aufge­bracht werden sollen, ist jetzt noch unklar. Es käme höchstens eine Wiederholung des Versuchs vom Jahre 1924 in Betracht, kurzfristige Anleihen gegen langfristige umzutausch rn. Der Zinsfuß (beinahe 9 Proz.) für diese ist aber so hoch, daß starke Bedenken gegen eine Wiederholung dieses Experimentes schon jetzt vorgebracht werden.

Hessische LandrmrtschaMche Woche (Don unserer Darmstädter Redaktion).

Darmstadt, 6. Jan.

Heute vormittag begann in Darmstadt die Hess. Landwirtschaftliche Woche. Der Saal des Rumm lbräu, in dem bie Vorträge stattfinden, war bis auf den letzten Platz be­setzt. Der Vorsitzende dec Landwirtfch.rstsiam- mer, Oelonvmierat Hensel, eröffnete die Ta­gung mit einer Ansprache, in der er darauf hinwies, dqß dies die 20. Dortragswoche her Landwirtschaftslammer ist. Der Redner begrüß,e bann die Vertreter verschiedener Behörden, den Ministerlaldireltor Spainer als Vertreter des Ministers des Innern, den Oberlandw' rtschas!s- tat Dr. Matz als Vertreter der Landwirtschaft­lichen Abteilung, ferner den Promnzialbftektoc Kranzbüh ler, den Bürgermeister Bur­ban m-Darmstadt, Vertreter der Landwirt­schaftsschulen, bet Versuchsstation der Freien Verbände, der Genossenschaften, der Fachvererne Vertreter des Landesftnanzamts und die Land­tagsabgeordneten. Die L-aadwircschaft könne dem Jahrc 1924 keine Träne nachweinen; es fei ein ichweres Jahr gewesen, von dem noch Kinder und Enkel reden würden. Pflicht der Regimuna fei es, die Landwirtschaft zu heben, damtt einer Hungersnot vorgebeugt werde. Der hessischen Regierung sage er Dank für das Notstandsge­setz, doch fei auch em bitterer Tropfen in den Dankesbecher gefallen. Die Laadwirtschaftskam­mer habe gehofft, daß die Steuern bis zur neuen Ernte erlassen würden, nun werde aber die 4. Rate der Grundsteuern eingesordert; das stehe nicht im Einklang mit dem in Aussicht ge­stellten Wohlwollen. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß das neue Jahr eine gute Ernte bringe; dann würden auch die Klagen über den schlechten Gang des Wirtschaftslebens aufhören. Den Ausführungen folgte lebhafter Beifall der Versammlng.

Den ersten Vortrag hielt Prof. Dr. Reh- Hamburg (ein geborener Hesse) über das Thema: Die Krankheiten unserer Rutzpflanzen, ihre Be­deutung und Maßnahmen dagegen". Der Red­ner wies auf die großen Werte hin, die hier für die deutsche Vollswirtschaft auf der- Spiele stehen. Man dürfe annehmen, daß etwa 10 Pro­zent der Ernte von Nutzpflanzen Schädlingen zum Opfer fallen; in Hessen gehen auf diese WÜT jährlich 15 bis 20 Millionen Mark verloren unb in ganz Deutschland beträgt der jährliche

Msel-Wettvewerb des Eichener Anzeigers.

Bekanntgabe der Lösungen und Auszeichnungen.

Unfcr lieber Rätselonkel Hatte fürchtbar viel zu tun, Alle diese letzten Tage Könnt' er leine Stunde rühn: Flurlürtlmgel, Bricsausträger. Immer ging's treppauf, treppab, Himmelherrgottsatramente Hat das denn nicht bald ein Ende2 Reiht das nicht halb einmal ab? Jeder Bries 'ne Rätsellösung, Stvßwcis' türmen sie sich schon Auf dein Schreibtisch, und der Onkel Sieht schlaflose Rächte dröhn, Die mit Oeffncn und Enträtseln Krauser Schrift und Ordnen dann. Schließlich auch die Sieger lohnen, Schaffend er durchwachen kann.

Endlich kommt das letzte Drieflein Gott sei Dank, er atmet auf, Legt's erleichtert auf den hohen Berg von Briefen obenauf. Ein Schluck Kaffee -- denn von Kognak Lebt ein Rätselontel nie tlnd dann geht es an die Arbeit. (Ich hab s selbst gesehen, wie!) Wie der Herrgott einst bei Adams Bös' und gute Kinder trennt Unb wie Karl der Große na, ich glaube, Daß Ihr bic Geschichte kennt! Also, wie es ba geschehen: Rechts bic Guten, links die Dösen, So hat man's auch hier gemacht, Und nach Stunden in den Wirrwarr Ordnung so hincingebracht.

Das Ergebnis war bei weitem Besser als vorausbedacht, Weil die Mehrzahl unsrer Leser Fleißig sich ans Werk gemacht. Hundertsechsund fünfzig richtig! Falsch nur ein geringer Rest. ('ne Erscheinung, die bei solchen Sachen oft sich finden läßt.) Angesichts der vielen Braven, Die so fleissig sich gequält. Hat der Rätselonkel freundlich Seine Gaben nach gezählt.

Schnell noch was hinzugetan, Daß er mehr erfreuen kann. Sv, nun folgt der Rätsel Losung, Merket auf und gebet acht. Ob der Fritz es oder Gretel Diesmal richtig hat gemacht:

Rösselsprung.

Hell tönen Weihnachtsglocken In jubelndem Frohlocken In aller Christen Ohren: Freut euch, um euch vom Dösen, Don Sünden zu erlösen, Ward Jesus euch geboren.

Silben-Rätsel.

1. Dissertation, 2. Industrie, 3. Eislauf, 4. Gugelhvpf, 5. Ebro, 6. Dahomeh, 7. Uhu, 8. Leob- schütz, 9. Dialekt, 10. Jbykus, 11. Solothurn, 12. Toku, 13. Dänemark, 14. Immortelle.

Die Geduld ist die Kunst zu hoffen.

Magisches Zahken-Qrradrat.

473,75

387,75

586,75

476,75

384,75

478,75

479,75

581,75

580,75

482,75

483,75

377,75

485,75

575,75

374,75

488,75

Summe der in der Aufgabe bezeichneten Zahlen­gruppen : 1925.

Zahlenratsel.

1. Jjolfth, 2. Cheperi, 3. Sulfide, 4. Sri* meter, 5. Edftv, 6. Hanimershöj, 7. Amphitrite, 6. Dvnnus, 9. Lelvenau, 10. Eekhoud, 11. Il­menau, 12. Dew Shoreham, 13. Ecofsaife, 14. fRent, 15. Kariben, 16. Riehl,, 17. Ideologie, 18. Panbschab, 19. Parod e 20. Ebcrlein. Die An- fangL- und Endbuchstaben ergeben:Ich steh an Deiner Krippe hier, o Jesu, Du mein Leben .. *

's gab viel Mühe, lieber Leser, Glaub's dir schon, ich weih es wohl- Doch auch Freude hat's gegeben, Habe oftmals sroh gelacht. Unb ich habe von dem Dielen, WaS ich hier unb da so fand, Manche Probe mftgebracht: ..Sollt' ich bei den Gewinnern feirt. So würde mich das sicher freun! Ich sag' es frei, ein gutes Buch, Wär' Freude mir und Lohn genug, Geknackt ist nun die harte Ruß. Dem Rätielonkel besten Gruß!" Mehr Gedichte svll's noch geben, Doch auch andre Dinge noch Kamen, die der vomLokalen" Bleistiftklappernd, feverrasselnd, Gier'gen Blickes sich beroch.

Oluf Theaterkarten legt ein Leser. Der vom Lande, keinen Wert, Zwar e r ist thecücrfreunblich. Doch die Bahn nicht (die nicht fährt!). (Morgen, wett' ich, steht's im Blättchen, Vorsintflutlich ist die Bahn, Die Herr Oeserl nicht mal äbends Zum Theater fahren kann!)

Berlust etwa 2 Milliarden Mark. Der Redner besprach dann in eingehenden Ausführungen den Einfluß bet Wfterung auf Vie Pflanzenkrant- beii6n, den Emfluh des Düngers, bic Krank­heitserreger ufw. Insbesondere machte er 'Darauf aufmerffam, daß es gelungen sei, Bakterien als Verursacher von Pflanzenftantheiten festzustellen. Sodann zählte der Redner ein ganzes Heer hon Pflanzen ichadlinaen auf. In den weiteren Aus­führungen wurden ve^chiedene Bekämpfun^- me!^D r7 ^Ehanöeli unfc dabei auf den Fru^- wechfel und aus bic chemischen Bekampfungs-

Ach, und Elsbeth Hut gedichtet Mit zwölf Jahren (und Papa Hat ihr wohl die Hand gerichtet), Diese Verse standen da:

..Lieber, guter Zeitungsmann, Lies, was Vater raten kann! Tät die Lösung noch vcr,.dichten". Daß ein schönes Buch Geschichten Mir sie brächt' zum Zeitvertreib. Diele Grüße! Elsbeth Kneipp." Und zu jedem ihrer Rätsel, Die sie löste, schrieb sie frei Ein paar Reime nebenbei:

..Mal hin, mal her Die Kreuz, die Quer In tändelndem Spiel Sprang's Rössel ans Ziel." ..Wer selber gerne Silben sticht. Den brückt ein Silbenrätsel nicht!" Am meisten hat mir Spaß gemacht, Was sie von Rechenkünsten sagt: ..Gut, daß wir in der Jugend schon Geübt Addi» und Subtraktion.

Wir wären wohl beim Zählenschieben Ansonsten leichtlich hängen blieben." Beim Zahlenrätsel sand sie Schnell Ausweg sich und Rat.

Seht her, wie sie die Lösung Geschickt gefunden hat:

Zuerst uns lange narrte Der Lösung Zeitvertreib, Bis Lexikon und Karte Ihr rückten auf den Leib. Auf Cheperi folgt Sulfide Auf Ronnus Delvenau Und Göttin Amphitrite Wohnt nah bei Ilmenau." Der Baalscr aus der Honnsgatz Der schricw uns an Brief In'n Gäißer Dialekte Schee im gcbanfclief:

Gieße am Chrihdog. Licwer guder Rädfelvnkcl!

E fchee Rädselnuh hoste De mer durch Sei Weihnachdsbläddche zu gnagge gegewe. Unn gleich ho ab ich mich droa gemoacht unn hoabS aach glaaw ich richdich gelest. Zu­erst hoab ich mer doas fcheene Chrih- bäämche bedracht unn die Dräne sei mer in die aagc gclomme for lauder Freud, dann hoab ich geüocht, frisch gewoagt halb gewönne inn Strümp gemocht unn zu-- gebonne unn hoab des dDäämchc außenan- anner gehaage unn aach Widder zusoamme gefezt unn bahlv hoat ich aach des wun- nerfchcene Sprichclche hautze. Awwer beim nächsde doa hoaw ich mci geografisch Ge- dächdnih ussrappele müsse. Doch bahld woar aach dos Kistche geschmisse. Unn so gings aach mit de anner?, im Handumdreje woar die Ruß gegnaggt.

Ich hosse doah ich mei Sach richdich ge­moacht hoawe unn winnschc Ihne wie aach meim Freund Kallche aus de Zotzelsgah zum neue Joahr, in dem de Gießner Aa- zeiger sei175jähriges" feiern will, alles gude unn verblciwe Ihr ehrfierchticher

Daalser aus de Honnsgaß.

So in dem Tone könnte Ich Vieles noch erzähl'n, Doch alles hat ein Ende - Mag mich nicht weiter quäl'n. Muß noch die Rainen nennen, Denen das Glück gelacht, Ihr sollt sie alle kennen Hier sind sie kunbgemocht:

Karl Dender, Rodheim a. d. D. (Theater­karten).

Lehrer Julius Eberle, Treis a. L. (Kluge Deutsche Sprachgeschichte").

Schüler Ernst Friedrich Hirsch, Gießen, Kaisora'lee 89 (9wsmoS-Baste! buch >

Schüler Otto Jüngst, Gießen, 'IBeftanlage 46 (Radio-Jugendbuch

Schülerin GlSbelh Kneipp, G eßen, Löber- strahe 5 iMärchendücher von v. d- Leyen).

Landwiick Gco.-g Langsdorf. L.ihgestern, Wilhelmstrahe 7 (Kunstdruck RuijsdaelMühle von Wift").

Schülerin Hertha Richter, Gießen, F.ank- furtev Straße 4 (Kunstdruck ReynoldsBetendes Kind")

Hilde unb Gertrud Schlesinger, G ehen, Wall torstraße 48 « HochdorfDas Kani buch").

F au Rechtsanwall Schönhals, Hungen (Kunstdruck Vlieger ..Ruhige See").

Letzter A Schiupp, Waldginncs (Theater­karten).

Schülerin Karvia Treppinger, Gießen, Klinitstrahe 32 (Kunstdruck SchwindMorgen­stunde").

Otto Wahl, Gießen, Neustadt 33 (Schulze- Schmidt ..In Moor unb Marsch").

G. unb F. Weißgerb er. Gießen, Ltebig- ftraffe 68 (Kunstdruck FauerbachBa-.>eiide Kin­der").

Hntcifctunbancr Kurt Wenzel, G.ünberg (DatesElf Jahre am Amazonenftrvm").

Frau Hofprediger Widmann, Gedern (SulenbergDie Familie Feuerbach").

Run freu sich, wer was kriegte. Wer nichts hat. sei nicht gram, Wer heute mal nicht siegte. Ist vielleicht bald daran.

Und eins muh ich noch melden, Sorgfältig jetzt zum Schluß, Daß jeder, her aus Gießen, Den Gewinn sich holen muh.

A Die Zeitung in der Schulstrah', Die kennt ein jeder schon, Den andern, vrauh, aus'm Lande, Den'n bringt's der Postillon?

mitteT hingewiesen. Oefters verwies her Redner auf das amerikanische Vorbild der Bekämpfung bei Pflanzenkranfheiten; er fchloh mit dem Wunsche, daß es in Deutschland auf diesem Ge­biete besser werde. Dem Vortrag folgte eine längere Aussprache, in bet eine Reihe von. An­fragen beantwortet tmitbe.

Den zweiten Vortrag hiell Dr. Wittwer von bet LandeSbauerakammer in München über: Steuerreform oder WirttchastSruin". Die Steuer­reform, so führte der Redner aus, ist das wich­tigste Problem neu deutscher Wirtschaftspolitik.

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bic Meinung des Gesetzgebers gewesen sei. Un­gerecht sei auch die Erbschaftssteuer bei der direkten Erbfolge. Grundlegende Aenderungen mühten auch bei der Zusammensetzung der 'Bet anlagungsausschüsse erfolgen. Steuetnachläffe für Hochwasser- unb Auswinterungsgebiete seien un­bedingt erforderlich. Das Reich hckbe mehr Ein­nahmen erlangt, als in den Voranschlägen vor-

Hochschultsgung zu Darmstadt.

Am Dienstag begann in Darmstadt in der Technischen Hochschule die auf vier Lage berechnete Hochschultagung, an der übet 150 deutsche Universitats- und Hochschulprofes­soren teilnehmen. Zum ersten Male findet diese Hochschultagung nicht am Sitze einer Universität, sondern einer technischen Hochschule statt. Die heute und morgen stattfindende Reftorenkonse- renz ist von sämtlichen Rektoren und Prorektoren der deutschen Universitäten, technischen Hoch- schulen und kleineren Hochschulen, Bergakade­mien und Volkshochschulen beschickt, worden. Die heutigen Verhandlungen waren rein geschäftlicher bezw. organisatorischer Ratur und waren ver­traulich.

Kirche und Schule.

i. Alsfeld, 6.Jan. Für Las nördliche Qberhcssen findet hier am Montag, 12. Jan., eine Dorfkirchentagung statt, zu der -eilte große Anzahl von Dorftirchenfreunden erwartet werden. Auch der Prälat der Landeskirche I). Dr. Diehl hat fein Kommen in Aussicht ge­stellt. Es werden sprechen: Lehrer Würz- Eichelsdorf über:Die Heimat im Religions­unterricht", Pfarrei Mahr- Gießen über: ..Die Heimat in her Kirche", Professor Dr. Kvch - Gießen über:Grundsätzliches zur Heimatsrage". Allen Vorträgen schließt sich eine Aussprache an. Die günstigen Zugverbindungen ermöglichen ein bequemes Äntreffen zu der Konferenz unb ein gleiches Heimtommen, so baß auch deshalb schon mit einer zahlreichen Beteiligung zu rechnen ist.

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gesehen waren, diese feien aber nicht auf die Blüte der Wirtschaft, sondern auf bic steuerliche Belastung zurückzuführen. An den Vortrag schloß . sich eine längere Aussprache, an bereit Schluß eine Entschließung angenommen wurde, bereu Inhalt sich mit den Aussührui^en des Redners deckt. Die Annahme der Entschließung erfolgte einstimmig.

Für den Nachmittag waren drei Vorträge in verschiedenen Versammlungsräumen angesetzt. Aus einer Tagung desHessilchenBauern-- Vereins sprach Abg. Dr. Schlittend auer, IRünchen, über ..Die gegenwärtige Lage der bcut^ schen Landwirtschaft". Aus der Tagung der Vereinigten freien rhcinhessischen Bauernschaft hielt Syndikus Dr. Gruben einen Vortrag überDie volkswirtschaftliche Be­deutung deS deutschen Bauernstandes". Zunächst erörterte der Redner bic Ursachen der gegen wärtigenAgraikrisis. 1924 konnte sich verdeutsche Getreidepreis (Jnlandpreis) nicht dem Welt­marktpreis angleichen, weil ein Ausfuhrverbot bestand. Wir haben jetzt keinen Schutzzoll für Getreide, auch ist das Auslandsgetreide frei von der Umsatzsteuer. Ferner sind die Vtühlen von der Umsatzsteuer befreit; Lahor vermahlen sie gegenwärtig nur Ausland8gclrciiK. Dieses Unrecht gegen bic deutsche Landwirtschaft muß aufhören. Wenn es gelingt, bic Agrarckrisis unb den Steuerdruck zu beseitigen, bann ist auch die Kreditfrage gelöst; wenn sie aber noch länger artbauem, bann gerät her deutsche Bauernstand wieder, wie in früheren Zeiten, in Schuldknecht­schaft. Sinkt aber der Bauernstand, so ist es mit dem Aufblühen des deutschen Volkes vorbei, denn der Bauernstand ist von grundlegende,. Bedeutung für das Wohl des Volkes. Der Redner vertrat in feinen Schlußaussührungen den Gedanken, daß alle Hebel angefetzt werden müßten, Lamit der Bauernstand nicht verschulde. Rur ein freier Dauer auf freier Scholle könne ben Staat retten. Den zweiten Vortrag sollte Gutsbesitzer Hamm überDen. gewerkschaftlichen Gedanken in der deutschen Bauernschaft" halten. Da der Redner durch Krankheit verhindert war, sprach Volkswirt Klein über dasselbe Thema. Auch dieser Vortrag wurde sehr beifällig an­genommen.

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KStnc Anspannung der Steuer jet notnxmblg Ä- Folge des verlorenen Krieges, aber diese dürfe die Steuerfähigkeit nicht übersteigen. Die deutfche Steuerpolitik hätte sich zu dem Grundsatz be­kennen müssen, daß nur bet Ertrag, nicht die Produktion besteuert werden dürfe. Dc« Redner zog Vergleiche zwischen der Lohn- und den land­wirtschaftlichen Steuern. Der Vortragende wandte sich nachdrücklich gegen eine Flächensteuer und gegen die sogenannte veredelte Grundsteuer. Der Eingriff in die Substanz und bic Ueberbesteuo- rung der Sachwerte sind ein wirtschaftlicher Unsinn, sic werden sich nicht nur an der Land­wirtschaft. sondern an bet beutschen Wirtschaft überhaupt rächen. Scharfe Kritik übte der Vor­tragende an der Vermögenssteuer. Die Umsatz­steuer sei für die Landwirtschaft ungerecht, denn sie könne diese Steuer nicht obwälzen, wie cs

Schöffengericht.

11 Gießen, 5. Jan. Sei Arbeiter Pau! Unruh auS Vietz und der Bäcker Albert (Seif; aus Zeilsheim befanden sich im Gefängnis in Ulrichstein in Untersuchungshast. Sie benutzten einen günstigen Augenblick, als der Gefangenen- , Wärter für kurze Zeil das Grfängnis verlassen hatte, rotteten sich zusammen, überfielen die Fran des Wärters, die ihren Mann vertrat, sperrten sie in eine Zelle, bedrohten sie, damit sie schweige, und brachen aus. Sie find ferner eines gemein­schaftlichen Einbruchsdiebstahls, Geiß eines wei­teren einfachen Diebstahls überführt unb wegen EigentumSvcrgehcns bereits bestraft. Die Strafe laiüetc gegen ben älteren Unruh auf ein Jahr vier Monate und gegen Geiß auf ein Jahr zwei Monate Zuchthaus

Der Müller Joseph Schmitz aus Idesheim hat eine Dcrtoussbcstä igung über ben angeblichen Ankauf einer Mühle durch ihn gefälscht und sich damit in Leihgestern bei einem Gastwirt unb einer Witwe Kost und LogiS erschwinde.lt. Ferner hat er in Allendorf o. b. L. einen Zcchbetrug ver­übt. Wegen UrkundLnsälschung und 'Betrugs un­ter Annahme mildernder Umstände erhielt er eine Eesamtgcfängnisftrafc von drei Monaten.

Wegen Beihilfe bei einem Aotreibungsver-^ such erhielt ein Hilfsarbeiter aus Lich eine G.e^ fängnisstrafe von sechs Wochen.