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Amtsgericht Metzen.

1 G i en, 3. Rov. 3m September tarn

rur.g der 2lufwerllmg der LparautHoherr vom 24.10. 1925 ist der AufwvrtUstgssÄ für stmüuhe öffent-

eingehende Gutachten des Kreisarztes legt. Wegen Amtsanmaßu ng und trugs im Rückfall erhielt er eine samtgefängnis strafe von elf n a t en.

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beschäftigt im Ministerium, vor und erklärte, er sei von seiner Behörde mit der .Untersuchung von Abtreibungssachen in Lollar und Staufen­berg beauftragt. Durch sein gewandtes Auf­treten und den Gebrauch medizinischer Fachaus- drücke erweckte er bei den betreffenden Herren 1atsäck;lich den Eindruck, daß er Mediziner sei. In der Apvthele dortselbst natzm er unter der Behauptung, er sei von dem Ministerium dazu beauftragt, Revisionen vor. Auch ersuchte er durch telephonischen Anruf von der dortigen Gendarmerießation, der gegenüber er sich eben­falls als Dr. med. Drettscheid auS Darmstadt gab, Auskunft über eine Strafsache wegen Blut­schande zu erchalten. Auf die Gegenfrage deS Gendarmeriewachtmeisters K n a u ß, was ihn hierzu berechtigte, antwortete er. das sei seine Sache. In Kirchberg stellte er sich dem Herrn Dekan ebenfalls als Beauftragter deS Ministe­riums vor und veranlaßte diesen, ihm einen Borschuh von 10 Mk. zu geben, da er über­nachten müsse und sich hierfür nicht vorgesehen habe. Kurz darauf wurde er in Staufenberg fest­genommen und ihm ein Teil des Geldes wieder abgenommen. Cs stellte sich heraus, daß es sich um einen vielfach vorbestraften Menschen auS Stuttgart handelte, der derartige Borspiegelun­gen und Betrügereien schon in den verschieden­sten Teilen von Deutschland begangen hat. Seine Behauptung, er sei geisteskrank, wurde durch das

. . Herr zu verschiedenen Aerzten und dem Pfarrer in Lollar, stellte sich ihnen als Medi­zinalrat Dr. Drettscheid aus Darmstadt,

Iuni dieses Iahres erfolgten unerwarteten Ableben des Generalmusikdirektors Prof. Hans

W i n d e r st e i n ist die erste Dirigentenstelle des staatlichen Kurorchesters verwaist gewesen. In den großen Sinfoniekonzerten, die vorher das ureigenste Gebiet Windersteins waren, führten während de» Sommers zumeist Gastdirigenten den Stab. Männer von hervorragendem Ruf lernten wir so hier kennen, durchweg anerkannte Großen im musikalischen Leben der Gegenwart. Die meisten von ihnen wurden als Bewerber um die Rachfolge Windersteins genannt. Rur wenige kamen naturgemäß in die engere Wahl, aus der Generalmusikdirektor Iose Eibenschütz in Oslo (Christiania-Norwegen) als Sieger hervor- glng. Das hessische Finanzministerium hat den Künstler nun mit der Leitung unseres Kur­orchesters betraut, wie verlautet, zunächst nur während der Sommersaison.

Sibenschüh geht ein ausgezeichneter Ruf vor­aus. Heber den Werdegang des Künstlers können wir kurz folgendes nyhelfen: Er ist in Frankfurt a. M. geboren. Rach Vollendung seiner gründlichen Studien tratet zunächst Kapell­meister in Koblenz, wo er gleichzeitig auch als Lehrer am Konservatorium wirkte. Die musika­lische Lausbahn führte den Künstler dann bald von Erfolg zu Erfolg, zunächst als Kapellmeifier nach Aabo in Finnland, von da im Iahte 1905 als städtischen Musikdirektor nach Görlitz. Der Berein der Hamburger Musikfreunde berief ihn 1908 unter zahlreichen Bewerbern als Dirigent an daZ Philharmonische Orchester in Hamburg, wo et über ein Iahtzehnt unter Arthur Rikisch erfolgreich tätig war. Auf des letzteren Emp­fehlung hin wurde ihm im Iahte 1921 die erste Dirigentenstelle und damit die künstlerische Lei­tung des Philharmonischen Orchesters in Oslo übertragen. Als Gastdirigent feierte der Künstler wiederholt größere Triumphe in fast allen be­deutenden Musikzentren Europas. Auch hier in Bad-Rauheim lernten wir ihn im letzten Sommer als Gastdirigenten bereits kennen. In dem Konzert,- bei dem der bekannte Baritonist S ch l u s u n s als Solist mitwirkte, dirigierte E i b e n s ch ü tz die 4. Sinfonie von Tschaikowski und erntete damit stürmischen Beifall.

12,5 Prozent Sporkassen- aufwertuny in Preutzen.

Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: In der ersten preußischen Verordnung zur Durchfuh-

Tag eskalender für Freitag. Stadttheater: Zi-* TlhrDer fidele Dauer", Ende gegen 10 Ulir. ReichZzentrale für Heimat­dienst: 8 Ahr in der Universitätsaula Bortrag von Prof. Dr. Müller-Berlin überDie Stel­lung der Landwirtschaft in der Volkswirtschaft". Verein Hundesport: Monatsversammlung bei Henkel. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Hedda Gabler" undRin-Tin-Tin". Astori a-Licht - spiele:Gin Tag im Par-idieS".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Klassiker haben an der hiesigen Bühne stets besondere Pflege gefunden, und io wird auch SchillersBraut v o n M e s- fina", die am. Vorabend von des Dichters Ge­burtstag am kommenden Montag erstmalig in Szene geht, unter der Spielleitung des Intendan­ten auf das sorgfältigste vorbereitet. Die Chöre, getragen von Sprechern des Personals, haben burd) die freundliche Mitwirkung von Primanern des Gymnasiums eine angemessene Ergänzuna. ge­funden, so daß auch die von ihnen beherrschten Teile des klassischen Werkes zur richtigen Wirkung kommen dürften. Die Vorstellung findet außer Abonnement zu ermäßigten Preisen statt.

Oberhessischer Verein für Innere Mission. Man schreibt uns: Nachdem die Jahres­feier des Oberhessischen Vereins für Innere Mission im letzten Jahrzehnt nur in bescheidenem Rahmen gehalten werden konnte, wendet sie sich, wie in früheren glücklicheren Jahren diesmal laut Ein­ladung im heutigen Anzeigenteil an die Gesamt­gemeinde. Erhebenden Vorklang will der Fest­gottesdienst am Sonntagabend bieten, in dem ein namhafter Prediger von Marburg redet. Den Stern der Feier bildet nach dem Iahresiiberblick die Verhandlung über das nur allezuzeitgemaße Thema über die Degenerationserscheiungen in un­serem Volk, wozu der weithin bekannte, auch bei uns durch seinen vorjährigen Vortrag geschätzte Professor v. Nieder galt von der Nachbar- univerjität Marburg grundlegend und anregend sprechen wird. Wer aus Liebe zum Volke an der Besserung der Zeit helfen will, wird gern an der Versammlung (im Johannessaal, 10 Uhr) teil­nehmen. Man beachte die heutige Anzeige.

Goethe und das rechte Lebe n" heißt das Thema, über das der bekannte Hölder- linforscher Wilhelm Michel- Darmstadt, der dies­jährige Träger des Büchner-Preises, am morgigen Samstag, abends 8 Uhr, im Vortragssaal der Buchhandlung Keißner sprechen wird. (Näheres siehe heutige Anzeige.)

Der Goethebund veranstaltet, wie aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen ist, nächsten Sonntag einen Musikabend, zu dem Gäste will­kommen sind.

Don der Landes-Tlniversität. Sprachkurse für Hörer aller Fakultäten sind auch in diesem Semester wieder an der Landes- universitat eingerichtet. Die lateinischen Kurse für Abiturienten von Oberrealschulen leitet Studientat Prof. Helmke, d'.e griechischen Kurse für Abiturienten von Realgymnasien und Oberrealschulen Assistent Dr. Kling. Die eng­lischen Kurse für Ghmnasialabiturienten, die feitet Privatdozent Dr. Spira geleitet hat, hält Assistent Dr. Kauter ab (für Anfänger Mitt­wochs 6 Ibis 8 Ähr, für Vorgeschrittene Dienstags 6 bis 8 älhr, Anmeldungen im Englischen Se-

Gesellschaft wird mehr versprochen, als einer kriti­schen Nachprüfung standhalten kann.

Um den Spartrieb, welcher aus dem berechtigten Verlangen nach einem Eigenheim heroorgeht, in gesunde Bahnen zu lenken, beabsichtigen die h e s s i - schenöfsentlichenSparkassen unter Ver­zicht auf Gewinn Bauspartonten zu errichten. Aus der Summe der eingehenden Guthaben sollen Vaii- darlehen zu dem niedrigen Zinsfuß von 4 Prozent gewährt werden. Aus ihren eigenen Mitteln will die Sparkasse jeweils 40 Prozent der erforderlichen Bausumtne zu einem Zinsfuß zuschießen, der nur wenig über dem Einlagezinssuh liegt, damit die Gefamtlast für den Darlehensnehmer tragbar bleibt. Für die Sicherheit der Bauspargelder haften die einzelnen öffentlichen Sparkassen in gleicher Weise wie ur ihre sonstigen Einlagen. Sie Unkundbar- teit der Einlagen muß zwar auch hier von den Sparkasien für eine gewisse Zeit ausbcdungen wer­den In besonders gelagerten Fallen wird aber die Sparkasse wohl stets in der Lage sein, aus freien ©liictm Rückzahlungen unter Verwendung sonstiger Mittel zu leisten. Das Programm steht in den Grundzügen bereits fest. Nach endgültiger Formu­lierung der abzuschließenden Verträge wird das ganze'Material der Oefsentlichkeit zugängig gemacht werden.

Gießener Wochcnmarktpreise.

Schule vollzogen werNen sollte. Richt blvß diese beiden Schularten, sondern auch, sogar in erster Linie, die Eltern sind daran interestiert. Das neue Grundschulgesetz vom April 1925 geht von dem ganz richtigen Gedanken aus. baß den befähig­teren Schülern nach drei Schuljahren der Lieber­tritt in die höhere Schule ermöglicht werden soll. Die AuSführunasbestimmungen dazu aber werdeit in den verschiedenen Landern benutzt, um diesen llebcrtritt za erschweren. Selbst die hessischen Aussührungsbestimmungen, welche manches Gute enthalten, sind in vielen Enrzelheiten so wider­spruchsvoll. daß daraus viel Schaden für die beiden Schularten, für die Eltern und ganz be­sonders für die Kinder erwachsen können. Die Tor- lchläge deS Redners gipfelten darin, daß bei der Reuregelung alle Standesrücklichten, beson­ders der Lehrergruppen, beiseite b.eiben müßten, daß nur die Erziehung und die geistige Förde­rung des Kindes ausschlaggebend fein dürfe. Die Erfahrungen deS letzten Schuljahres hätten ge­zeigt, daß die Kinder, die schon nach drei Iahven in die höhere Schule übertraten, dort meist besser Mitarbeiten konnten als manche vierjährigen Grundschü'er. In dieser Richtung müßte die Reu­ordnung erfolgen. Die Lehrer der beiden Schul­arten könnten und mühten bei der Regelung des Tlebertritts gemeinsam mitwirken, daß die Lehr­pläne besser angeglichen, die Beurteilung der Lei­stungen nach gleichen Maßstäben und die ganze ikbcrtrittSfragc mit gleichem Wohlwollen für das Kind behandelt würden. Der Rede folgte eine sehr gründliche, rege Aussprache. Die Versammlung war durchaus der gleichen Ansicht wie der Vor­tragende. Dr. Sch.

** Im Lichtspielhaus Bahnhof­straße läuft gegenwärtig ein Programm, das in der Auswahl wie im einzelnen die größte Anerkennung verdient. Da spielt z. B. Asta R i e l s e n die Titelrolle in derHedda Gab- l e r". Der Film, nach dem gleichlautenden Drama von Ibsen verfaßt, packt mit glücklichem Griff das We'entüche der Handlung und hat sichere, gut pointierte Aktschlüsse. Di« Besetzung der übrigen Rollen liegt wiederum in den Händen prominenter Schauspieler, so daß der Film ein selten gediegenes Riveav. aufweist. Richt min­der gut, für jeden Tier- und Hundefreund von größtem Interesse, ist der berühmte Film des Rintintin, der Hund von Karibu". Es ist unglaublich, wie vieler Hund als Haupt­darsteller eines ganzen mehraktigen Filmwerkes ein vollbesetztes Haus unablässig in Spannung hält. Man folgt der Entwickelung seines Schick­sals mit steter Teilnahme und großer Freude. Die beiden Filme werden auch in Gießen viele Freunde s in den.

Professor Windersteins A«chsslser.

, Bad-Rauheim, 5. 2lov. Seit dem am

Gerichtssaak.

J( Marburg, 5. Rov. Rach dreitägiger Dauer ging heute die Hexb st-Schwurge­richts!) er iode zu Ende. Am Dienstag wur­den ein junges M ä dche n und ein Bursche aus dem Kreise Homberg wegen Kindes­tötung bzw. Beihilfe dazu zu je 2V* Jahre Gefängnis verurteilt. Rach Verbüßung von 9 Monaten soll Strafaufschub cintreten. Gestern stand ein dchen aus OckerShausen we­gen Kindestötung vor Gericht. ES wurde zu 2 Iahren Gefängnis verurteilt. Vier Monate find zu verbüßen, dann tritt Straf­aufschub ein. Ein wegen Meineids cngcitag- ter Arbeiter auS Dreitenbech wurde z^vecks Beobachtung sciites Geisteszustan­des der L^ndesheilanstalt überwiesen und die Verhandlung auSg.setz'.. Bei dem heutigen letzten Falle, erschien als QlnccTIagter ein junger Mann aus Willingshausen, der aus einer ganz geringfügigen Tlrsache e:nen Al.ersgenos'eTi mit einem Knüppel so geschlagen hatte, daß dessen Tod clntrat. Das Urteil lautete auf 1 Iahr Gefängnis, wovon 5 Monate' vor­läufig zu verbüßen sind. Es kann dann Straf­aussetzung eintreten.

Darmstadt, 5. Rov. (WSR.) Bor dem 4. Strassenat deS Reichsgerichts hatten sich in zweilagiger Verhandlung der sich Ingenieur nennende Willy Schmidt aus Mainz-Kastel und der Kraftwagenführer Iosef Hoser aus Darmstadt wegen vollen detcn Landes­verrats und versuchten schweren Einbruches beide Verbrechen wurden im unbesetzten Ge­biet auSgesührt zu verantworten. Das Reichs­gericht verurteilte nach nichtöffentlicher Sitzung Schmidt zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Iahren Verlust cec bürgerlichen Ehren­rechte und Stellung unter Polizeiaufsicht. Ein Iahr der Untersuchungshaft wurde angerechnet. Hofer erhielt zwei Jahre zwei Monate Gefängnis und fünf Iahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Ein Jahr fünf Monate der erlittenen älntersuchungShaft wurden ange­rechnet.

Es kosteten auf dem gestrigen Wochenmarktc: Butter 210, Matte 40, Käse 70, Wirsing 78, LÜeißkraut 46, Rotkraut 810, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10, Spinat 20, Unter-Kohlrabi 6 Grünkohl 20, Rosenkohl 4050, Feldsalat 100, Tomaten 40, Zwiebeln 10, Meerrettich 40100, Schwarzwurzeln 50, Kürbis 6, Kartoffeln 31 bis -1, Aepfel 1520, Birnen 2530, Honig 40, junge Hahnen 120, Suppenhühner 100, Gänse 100 bis

Pf. je Pfund,- Eier 1718, Blumenkohl 30 120, Salat 10, Endivien 1020, Lauch 5 bis Rettich 1025, Sellerie 2540, Tauben 80

minar, Ludwigstr. 19). Lektor Dr' Ruppert h D j a r ä v i leitet wieder spanische Kurse und halt außerdem eine Vorlesung in spanischer Sprache. Hörern aller Fakultäten sind zugänglich die fremdsprachlichen Vorlesungen des Herrn Dr. VlamynckHistoire de la civilisation fran^aise des origines au sieclc de Louis XIV Mittwoch 6 bis 8 Tlhr, und des Herrn D. Scott Behl: British Institutions Mittwoch 5 bis 6 Tlhr (Hörsaal 45).

** Staatliche Beihilfen für not- leidende Eisenbahner. Den Reichsbahn- Direktionen Elberfeld, Essen, Frankfurt a.M., Köln, Mainz, Trier und Ludwigshafen sind von der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn - Gesellschaft aus dem von der Reichsregierung be­reitgestellten Härtefonds besondere Mittel überwie­sen worden, die nach folgenden Richtlinien ver­wendet werden sollen: Angestellten und Arbeitern, die am 1. Januar 1923 im besetzten Gebiet bei der Reichsbahn in Dienst gestanden haben, können ein­malige Zuwendungen gemacht werden, wenn sie sich zur Zeit der Zuwendung noch in einer Notlage befinden, die durch den Einbruch der Besatzungs­mächte und die Wegnahme der Rhein- und ^Ruhr- bahncn verursacht worden ist. Bei Verteilung der Mittel sind insbesondere auch Angestellte und Ar­beiter zu berücksichtigen, die zur Zeit der Zuwen­dung nicht mehr im Dien st der Reichs- b al) n stehen. Für die Zuwendung werden Höchst- beträgc festgesetzt, die sich bei Ledigen auf 80 Reichsmark, bei Verheirateten auf 120 Reichsmark, zuzür' ) 15 Reichsmark für jedes unterhaltungs- bered !c, nicht erwerbstätige Kind belaufen. Zur Beschlc. nigung der Ausschüttung der Zuwendungen wird den Antragstellern empfohlen, sich nicht schrift­lich, sondern persönlich an die Dienststellen der Reichsbahn, bei denen die Anträge vorgebracht werden müssen, zu wenden, damit von den Dienst­stellen der Fragebogen sofort ausgefüllt werden kann. Den nicht mehr in Reichsbahndienst stehen­den Antragstellern wird empfohlen, dabei eine Be­scheinigung der Bürgermeisterei vorzulegen, aus der ersichtlich ist, wie lange sie während und nach der Ruhraktion arbeitslos gewesen sind und ob sie während dieser Zeit Erwerbslosenunterstützung erhalten haben. Die Bürgermeistereien werden ge­beten, den Anträgen aus Ausstellung dieser Be­scheinigungen baldigst zu entsprechen. Der äußerste Termin für die Anmeldung der Anträge ist der 15. November.

** Hohe Auszeichnung. Der Firma Ernst Riemann (Bahnhofswirtschaft in Gie­ßen), die auf der großen Kochkunst-Ausstellung in Frankfurt a. M. ausgestellt hatte, wurde die höchste Auszeichnung, die große le* daille und Ehrenpreis, zuerkannt.

** Oef fentliche Bücherhalle. Jrn Oktober wurden 1545 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 953, Zeitschriften 65, Jugendschriften 86, Literaturgeschichte 9. Ge­dichte und Dramen 44. Länder- und Völkerkunde 60, Kulturgeschichte 34, Geschichte und Biographie 70, Kunstgeschichte 26, Naturwissenschaft und Techno­logie 71, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Land­wirtschaft 12, Gesundheitslehre 15, Religion und Philosophie 50, Staatswissenschaft 16, Sprach­wissenschaft 8, Fremdsprachliches 22 Bände. Nach auswärts kamen 19 Bände.

** Gemeindeabend der Matthäus- gemeinde. Am Dienstagabend fand der zweite Gemeindeabend der Matthäusgemeinde in diesem Winterhalbjahr statt. Pfarrer Mahr sprach über Luther den Bete r". Er zeichnete die Ent- Wicklung Suchers als Beter. Er sprach davon, wie Luthers Gebetsleben Zeiten des Stillstandes, des Tiefstandes aufweist, kein Vorwurf und kein Anlaß zur Herabsetzung von Luthers religiösem Charakter, wie es die katholische Lutherforschung (Grisar) liebt, sondern ein tief Menschliches, das Luther uns nur näher bringt. Von Luthers priesterlichem Beten für sein Haus, für seine Freunde, von seinen wunder­baren Gebetserhörungen, von dem gewaltigen Beter in Worms und Koburg handelte der letzte Teil des Vortrags. Frau Karola Strauch geb. Vock führte den Vortrag weiter, indem sie darüber sprach, wie Luther der -Theologe und fromme Beter über das Beten dachte. Ihrem sorgfältigen und tief: grabenden Vortrag lagLuthers deutsche Auslegung des Vaterunsers für ein­fältige Laien" aus dem Jahre 1519 zugrunde. Der Rednerin lag es am Herzen, den Hörern etwas von dem Reichtum zu schenken, den ihr das Stu­dium gerade dieser Lutherschrift gebracht hatte, eine Schrift, die ihre besonderen Vorzüge gegenüber späteren Auslegungen Luthers, auch gegenüber der von 1534 hat. Es sind gewaltige Gedanken, die Luther in diese Auslegungen einströmen ließ, so gewaltig, daß sie oft ausströmen im Gebet. Atem­los lauschte die Versammlung der Vortragenden, die bewegten Herzens von tiefsten und letzten Din­gen der Innerlichkeit sprach an Hand von Luthers Auslegung. Der Gesang von Lutherliedern, das Ge­bet des Vaterunsers, von Pfarrer Mahr ge­sprochen, beschloß den Abend. Der Matthäussaal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

* Philologenverein. Man bericht et uns: Am Montag hielt der Ph-lolvgenverein, die Berufsorganisation der akademisch gebildeten Leh­rer an den höheren Schulen in Gießen, eine sehr stark besuchte Monatsversammlung im Potzkeller ab. Oberstudiendireklor Alten dor s aus Fried­berg sprach über die Schulreform, beso'iders über die bedeutungsvolle Frage, wie und tparm der Liebertritt aus der Grundschule in die höhere

je Stück.

Bornotizen.

gesetzt worden.

Die Verordnung beruht auf der den obersten Landesbehörden in § 58 Ziffer 7des Aufwertungs­gesetzes erteilten Ermächtigung, die Aufwertung des Sparguthabens stall nach Maßgabe einer tatsächlich vorhandenen Tellungsmasse nach einem einheit­lichen Satz anzuordnen. Die ganz überwiegende Mehrzahl der Sparkasien wird für die Ausbringung des Einheitssatzes von iN Proz. mehr als zur Hälfte die Beitrags pflicht ihres Gewährlei» ftungsverbandes in Anspruch nehmen müssen: in zahlreichen Fällen werden die Eewährleistungs- verbände bei der Ausbringung des Einheitssatzes, sogar zu einem noch größeren Anteil als zur Hälfte Mitwirken müssen. Die Festsetzung des Einheitssatzes in der genannten Höhe ist aber im Interesse der Spargläubiger als der wi r t s ch a s t l i ch schwäch- ften Gruppe der Aufwertungsglaubiger gleich- wohl erwünscht und muß den Gewayrleistungsver- bänden als ein besonders wichtiger Bestandteil ihrer öffentlichen A"fgaben zugemutet werden.

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