Ausgabe 
6.10.1925
 
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Dienstag, 6. Oktober 1925

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für OderWen)

llr. 254 Zweites Blatt

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wird der privaten Bautätigkeit äuge*

über wirtschaftliche Fragen.

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auf der Maininsel bleibt erhalten, er soll in

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# Königsberg, 5. Ott. Bei einer dieser Tage hier abgehaltenen Acker Der st eicie- r u n g wurden durchschnittlich bis 1200 Mort für den Morgen bezahlt. Die hiesige 0 bst - versteigerung brachte recht hohe Preise. Es wurden bis zu 16 Mark pro Zentner am Daum gezahlt. Sn den nächsten Tagen wird die Bezirks-Sparkasse in Rodheim a. d. Die- ber mit Hilfe der acht beteiligten Gemeinden eine größere 2ln leihe zum Abschluß bringen. Ein großer Teil des Geldes wird von den Ge­meinden selbst gebraucht, um die angefangenen Kultur-Arbeiten durchzuführen. Dec Rett

daß am 3. 3uni 1926 die Einweihung des Baues erfolgen kann. Die Brückenbogen find be­reits geschlossen. Die Eingabe der Geschäftswelt um Freigabe der Drücke für den Fußgänger­verkehr muhte aus technischen Gründen abge­lehnt werden. Der vor Fahren vom Ober*

1 300 000 Mark der Messegesellschaft als Dar­lehen zu geben. Der Aeubau der Al­ten Drücke macht sehr gute Fortschritte, so

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Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

: Aus dem Busecker Tal, 5. Oft.

Ettingshausen, Mücke und Groh- Eichen. In unserer Aachbargemeinde Göbeln­rod wird bereits durch die Dau- und Siedelungs- gemeinschaft einem dort wohnenden Mitglied ein Wohnhaus fertiggsstellt.

f Grünberg, 4. Oft. Die hiesige Orts­gruppe der Deutschen B o l t s p a r t e i hielt gestern abend im HotelHirsch" eine Ver­sammlung ab. Landtagsabgeordneier Haury- Darmstadt referierte über die Fragen der hes­sischen Politit. Aach einer Besprechung des Vor­trags sprach Geschäftsführer W e i h e r ° Gießen

~ Beide Vorträge fan-

Das schöne Wetter in der vorigen Woche kam unseren Landwirten sehr zustatten. Die letzten Grummetwagen wurden einge,a.)ren. Von ganz vorzüglicher Qualität war gerade das Grum­met, das erst in den letzten Tagen gemäht wor­den war. Jetzt gehts nun mit allen Kräften an die Kartoffelernte. Infolge der vor­gerückten Zeit sind die Leute bemüht, recht schnell ihre Kartoffeln aus der Erde zu bringen. Die bezahlten Arbeitslräfte, Tagelöhner beiderlei Ge­schlechts, sind schon tagelang zuvorverspro­chen". Manchem Arbeitslosen wird jetzt die Mög­lichfeit gegeben, sich einige Marf oder seinen Winterbedarf an Kartoffeln zu verdienen: denn die Arbeitskräfte auf dem Land sind rar und sehr begehrt. Die Ernte ist als gute zu be­zeichnen. Aamentlich gute Erträge liefern die SortenVater Rhein",Hassia" die ha^bfrüheBlaue Odenwälder' rette Rekordernte bietet dieD o r o t h e a". Auf

Ausführungen galten dem erwähnten Entwurf, der bekanntlich die Bekenntnisschule als Avrm einführen will, weshalb gerade wir in Hessen mit der bewährten Simultan« schule ihn bekämpfen mühten. Während in der darauf folgenden Aussprache die Aus­führungen des Redners, soweit sie der allgemei­nen Politik galten, nicht unwidersprochen blieben, war man sich in der Ablehnung des Lchul- gesehentwurfs einig, zumal der Kon- fessionalisierung der Volksschule auch die der höheren und der Hochschulen folgen würden.

«reis «ctzlar.

t. Krofdorf, 5. Olt. Drm Schisport in unserem Schützen verein wurde grstern nrn letzten Male in diesem Iabre durch oas A>- schießen gehuldigt. Es wuroen dabei sehr gute Resultate erzielt. Vorgesehen war Königs» schießen und Serienschießen. Den Schützenkönig für 1925 schoß Karl O: li­la ch, Krofdorf-Dieber: er erhielt zugleich den 1. Preis. Den 2. Preis erhielt H. Henkel, 3. Preis W. Weber, 4. Preis Dheod. Gerlach. 5. Preis W. Fries. Beim S e r i e n s ch i e ß e n erhielten die ersten Preise: 1. Preis Wilhelm Fries, 2. Preis Wilh. Wagner, 3. Preis Karl Schmidt, 4. Preis Emil Wagner. 5. Preis Herrn. Riebergal l. Die Preisrerteilung fand im Dereinslokale ..Zur Krone' statt. Am Abend hielt ein kleines Tanzkränzchen die Schützen mit ihren Frauen noch einige Stunden gesellig zu­sammen.

xx Atzbach. 5. Ott. Mit dem Ernte- dankfest wurde hier gleichzeitig das Syno- dalfest für Innere Mission in der Kirche gefeiert. Pastor Werdemann von der D'alo» nissenanstalt Kaiserswerth als Festpredigcr sprach auf Grund des Schriftwortes Ev. Job. 12 Drrs 18 in herzgewinnender Weise. Wegen der un­beständigen Witterung fand bei gleich starkem Andrang auch die Rachversammlung in der Kirche i statt. Vereinigte Posaunen- und Gesangsch'^re verschönten durch ihre Vorträge die Feier. Die zum Schlüsse dargebotenen Misstontschriften wur­den gerne gekauft, wie auch die Kollekte einen angemessenen Betrag ergab.

Starkenburg und ^Heinhcs;

* Darmstadt, 5. Oft. Rach einer Bekannt­gabe der Däckerinnung ist der Preis für 2 Kilo Roggenbrot auf 70 Pf. und für 2 Kilo gemischtes Schwarzbrot auf 76 Pf. herab- I gesetzt worden. Das KreisamtHeppen- heim hat durch Verhandlungen mit der Däckerinnung erreicht, daß der D r o t - preis um 5 Pf. gesenkt wurde. In der Rähe von Güttersbach (Kreis Erbach) scheute das Pferd des Däckermeisters Glenz vor einem Auto und ging durch. Das Söh n chen des Mannes fiel dabei vom Wagen und wurde sofort getötet.

HeFen-Naffau.

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Rofsitten - Kapstadt und zurück,

Don unserem fm.-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Rossitten, Ende September.

Für Rossitten ist es eigentlich noch etwas zu ruh oder etwas zu spät wie man will. Zu spät ft es, wenn man den Großbetrieb der Segelfliegerei ehen will, wenn man abwechselnd im Salzwasser »er Ostsee und im Süßwasser des Kurischen Haffs baden will. Aber zu früh ist es, wenn man die Hauptarbeitszeit der V o ge l w a r t e in Rossitten miterleben will, die Zeit des Zuges der Zugvögel. Und doch gibt es auch heute genug zu sehen, wenn man sehen will, und besonders, wenn man eine derartig liebenswürdige Führung hat, wie wir sie hatten.

Der Zug bringt uns heraus von Königsberg nach Cranzbeek, und von dort geht es in 2iftünbiger Fahrt auf dem SalondampfcrRofsitten", von der Größe der kleineren Spreedampfer, über das Ku- rische Haff nach R o s s i 11 e n. Die kurische Nehrung ist 97 Kilometer lang; sie mißt an der breitesten Stelle rund 4 Km., an der schmälsten keine 501) «Meter, während das Kurische Haff eine größte Breite von 35 Kilometer hat. Auf dem Dampfer bereits erzählt uns der liebenswürdige Gutsbesitzer Ulmer, der sich große Verdienste um die Rossitter Vogelwarte erworben hat, und nach dem die Beob­achtungshütte Ulmen horst genannt ist, einiges über den Charakter der Nehrung und über die Ar­beit auf der Nehrung. Der südwestliche Anfang der Nehrung ist noch von altersher bewaldet, und in ihm ist, wie in den angrenzenden großen Waldungen des eigentlichen Festlandes, noch heute, wenn auch nur in wenigen Eremplaren, der Elch zu Hause. Auf dem Hauptgebiet der Nehrung aber hat der Mensch einen fortdauernden Kampf mit der Neh­rung zu führen. Sanddüne reiht sich an Sanddüne, und' die Dünen der Nehrung find die höchsten der Welt. Zugleich sind es die höchsten und größten Wanderdünen. Man kann sich nur schwer oor- stellen, wenn man die Verhältnisse dort nicht ge­sehen hat, was eine Wanderdüne bedeutet. Sie wandert wirklich, deckt sich ab und baut sich wieder neu auf und verschüttet bei ihrer Wanderung alles, was ihr in den Weg kommt, Wiele, Feld, Wald und Dörfer. Die Wanderdünen hier haben im Laufe der Jahrhunderte eine ganze Anzahl von Dörfern verschüttet, ohne daß man bis vor wenigen Jahr­zehnten wußte, ihrer Herr zu werden. Inzwischen ist das gelungen. Die heute noch bestehenden Wan­derdünen bedrohen keine Kultur mehr, und die ge­fährlichsten früheren Wanderdünen sind festge-' legt. Bisher war es so, daß die Ostsee nahezu mit berechenbarer Sicherheit Jahr für Jahr neue große Mengen feinsten Sandes an den Strand warf und auftürmte; und dieser Sand wurde dann von dem vorwiegenden Südwestwind hinübergetrieben über die Nehrung zum Haff zu. Er türmte sich zu den großen Wanderdünen auf und wurde bann allmäh­lich nach dem Haff hinein wieder abgetragen. Die höchste Wanderdüne bei Rossitten, der Predin« berg, der jetzt Segelflugplatz ist und sich besser bewährt als ber Platz an ber Rhön, hat z. B. im letzten Jahre währenb ber Wanberung an- nähernb 4 Meter verloren. In einem anberen Jahre mit vorwiegenben Norbostwinben kommt es gelegentlich auch vor, bah bie Düne roieber zurück« roanbert unb sich um 2, 3, auch 4 Meter neu wieber auftürmt. Dieser fortgesetzten Sanbüber- flutung hat man jetzt baburch ein Enbe gesetzt, baß man bie Stranbbünen an ber Ostsee in mühevoller Arbeit feftge legt hat unb bie Festlegung jähr« lich erneuert, ba bie Ostsee bei jebem Sturm irgend wo bie Dünenkrone herausbricht. Die Dünen auf ber Nehrung selbst sinb an ben gefährlichen Stellen mit Kusfelkiefern besetzt unb mit kleinen unenblich mühevollen Holzgittern im Geviert vor neuer Ver­sandung geschützt. Nur die Wanderdünen, die keinen Kulturboden bedrohen, hat man freigelassen. Sie werden im Laufe der Zeit abwandern und die Neh­rung entsprechend verbreitern. In etwa 50 Jahren wird es feine Wanderdüne mehr geben, wird die Nehrung in ihrem unbewaldeten Teil eine ebene Fläche sein. Solange freilich wird dort mit Vorteil die Segelfliegerei betrieben werden können; und gerade 'em Besuch des fRoffittener Segel­fliegerin gers unter feiner zielbewußten Lei­tung zeigt, daß die Segelfliegerei nicht nur Spie­lerei, nicht nur ein doch irgendwie gleichgültiger Sport ist, sondern eine höchst ernsthafte Angelegen­heit, wenn sie so ernsthaft betrieben wird wie m

9. Gib

kur- und livländischen Störche wandern im Herbst nicht in der üblichen Südwestrichtung, sondern nach Südosten über Ungarn, den Bosporus, Kleinasien, nach Afrika, das Niltal aufwärts bis zum Kap« lande, wo um Kapstadt herum die Hauptwinterher­bergen liegen. Im Frühjahr erfolgt der Rückzug, und zwar stets in dasselbe Heimatgebiet, in dasselbe Nest. Die Störche legen also Jahr für Jahr zweimal die rund 10 000 Kilometer betragende Strecke NossittenKapstadt zurück. Von den Rossittener Lachmöwen ist sogar ermittelt worden, daß sie den Atlantischen Ozean überfliegen, denn je ein Exem­plar wurde in Britisch-Westindien und am Golf von Mexiko erbeutet. In ähnlicher Weise werden alle anderen Dogeiarten gezeichnet und verfolgt. Dabei kann jeder mitwirken. Denn die Vogelwarte stellt gern jederzeit die benötigten Dogelringe mit entsprechender Anleitung zur Verfügung; und wenn auch durch den Krieg die internqlionale Zusammen­arbeit gelitten hat, so hofft Pros. Thienemann doch in absehbarer Zeit soweit zu sein, daß in allen Kultur st aaten Vögel markiert unb bie ge­wonnenen Ergebnisse ausgetauscht werben. Die An­regung zu bem Beringungsversuch ging von bem bort üblichen Krähenfang aus. Die Krähen ziehen zu Tausenben im Frühjahr unb Herbst über bie Nehrung, werben dort mit Netzen lebend gefangen, durch einen Biß in ben Kopf getötet unb als will­kommene Fleischnahrung verwenbet. Diese lebenben Vögel ftanben ber Warte zur Verfügung unb brach­ten bei ber Beringung üderraschenb gute Erfolge, so baß man balb bpn Versuch auch auf anbere Dogel- arten ausbehnte. So gäbe es noch eine unenbliche Fülle von Einzelheiten zu berichten. Erwähnt sei lebiglid) bie erfolgreiche Wiebereinführung ber Beiz- jagb in ben Arbeitsplan, bie mit Falken und einem guten Vorstehhund für unsere heutigen Gewohn­heiten überraschende Jagdausbeuten ermöglicht.

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Rossitten.

Inmitten dieser Dünenwelt liegt das -Dorf Rossitten, eine Oase in ber Wüste mit gutem schwerem Weizenboben. Unb dieses Dorf wiederum an der nordöstlichsten Ecke des heutigen Reiches be­herbergt die Vogelwarte, die in jüngster Zeit von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaften übernommen ist und darum einen sicheren Bestand bekommen hat. Hier führt uns der Leiter der Vogelwarte selbst, Pros. Dr. Th lene- mann, und erläutert uns die Geschichte und die praktische Arbeit feiner ornithologisch-biologischen Beobachtungsstation, die 1901 gegründet wurde. Die Kurische Nehrung ist als schmale Landzunge eine Vogelzug st raße allerer ft en Ranges. Auf ihrem Zug nach wirtlicheren Regionen stoßen die Vögel aus den weiten Flächen Rußlands hier auf die Ostsee. Sie stutzen und nutzen die Landzunge aus, um an der Ostsee entlang weiter über Mittel­europa hin ben Süben zu gewinnen. So sinb z. B. am 21. unb 22. Oktober 1913 etwa 567000 Vögel- über bie zur Vogelwarte gehörige Deobachtungs- Hütte Ulinenhorst hinweggezogen. Sie, bie lebenben Vögel, sinb bas Stubienobjeft ber Anstalt. Unb es bietet sich babei bie beste Gelegenheit, über bie Er­scheinungsformen bes Zuges, Höhe unb Schnelligkeit Versuche anzustellen. Die Hauptmassen ziehen in der Luftschicht zwischen 10 unb 300 Meter. Die Eigengeschwinbigkeit ber Nebelkrähe z. B. beträgt 50 Kilometer in ber Sfunbe; bie größte Eigen­geschwinbigkeit besitzt ber Star mit 20,6 Sekunden« Meter. Außer diesen unb ähnlichen lokalen-Beob» achtungen hat bie Vogelwarte aber auch über Rich­tung bes Vogelzuges, Wahl ber Winterherbergen, Rückflug ufw. mit Hilfe bes Beringungsverfuches Aufschlüsse gefunben. Die Zugvögel werden emge- fangen und mit abgestempelten' Fußringen versehen wieder aufgelassen. Der Ort der Wiedererbeutung eines solchen Versuchsobjektes wird in bie Karte eingetragen, unb so zeichnen sich Zugkarten ab, bie ein deutliches Zugbilb ber einzelnen Vogelarten geben unb, ein beutfches Verbienst, bie ersten posi- tioen Resultate in ber Dogeizugforschung brachten. So ist ber Vogelring ber Ansatzpunkt, um in bie in­timsten Vorgänge bes Tierlebens einzubringen. Be« sonders gute Ergebnisse hat die Ermittlung der St o r ch zu g st r a ß e geliefert. Die norddeutschen

den lebhaften Beifall. ________ ___ ...

!! Queckborn. 5. Oft. Im Lause der bürgermeister Ad ick es gelegte Grundstein letzten Jahre ist infolge der regen 03 a u - auf Maininsel bleibt erhalten, er soll in tätigfeit in unserem Orte eine ganze geschickter Weise in einen Treppenaufgang Straße mit neuen Häusern entstanden, eingefügt werden. Beim Tleberschreifen der Diesen Bauten fehlte bislang aber noch _ die Straße lief in der Friedensstraße eine ältere Wasserleitung, die dank dem Bemühen I Frau einem Radfahrer ins Rad. Sie der Gemeindeverwaltung gegenwärtig gelegt stürzte zu Boden und trug dabei einen Schä - wird. Gemäß Beschluß des Gemeinderats h ? I b r u ch davon, an dessen Folgen sie nach ist das alte Schulhaus zum Abbruch wenigen Augenblicken verstarb. In der verlauft worden. Aus diesem Grundstück soll Saalburgstraße wurde ein 74jährtger ein Garten hergerichtet und dieser dem neuen Mann von einem Radfahrer ange- Schulhaus zugeteilt werden. Die Kartoffel- fahren. Der Greis trug eine Gehirn­ernte ist hier beendet, die Ernte ist gut er f d)ü 11 e r ung davon und starb furz nach ausgefallen, obwohl die Knollen durch das £er Einlieferung in das Krankenhaus.

nasse Wetter etwas gelitten haben. Ein großer ---

Teil Dickwurz ist ebenfalls schon ausgemacht. ßdttbftllttTttflQ in (Btefaen. Die Winteraussaat hat bei dem schönen 1 T, I J" J?

Wetter dieser Tage gute Fortschritte gemacht. !'! Gießen, 4. Oft. Die Angehörigen des

Hungen, 5. Ott. Dieser Tage fand im ehemaligen L a nd ft u r m - I n f a n t e r r e - B a- Solmser Hof" eine Versammlung statt, die von taillons Gießen (XVIII 9) gaben sich heute der Deutschen Volkspartei einberufen in Gießen, von wo aus sie am 4. Oktober 1914 war und von Bürgermeister Fendt geleitet nach Rordfrankreich ausrückten, ein Stelldichein, wurde Da der Hauptzweck des Abends in der Aus allen Teilen Oberhessens und aus Den Aufklärung Über den neuen Reichsschulge- Kreisen Wetzlar und Marburg waren bie Ka- setzentwurf bestand, wurde bedcmert, daß die meraben herbeigeeilt.

Versammlung nicht zahlreicher besucht war. Der Hm 10 Uhr fand im Hotel Kobel.die -öv> Referent, Oberstudiendirektor Dr. Keller-- grüßung durch den Vorsitzenden des Fest-Aus- dingen, sprach zunächst einleitend über die schustes, Dr. Töpelmann -Gießen, statt, hessische Politik, der er trotz ihrer erwähnten Die Gedächtnisfeier auf dem Reuen Fned- Mängel eine gewisse Stetigkeit besonders im Hin- Hof schloß sich an. Kamerad Schulrat F r sch er­blick auf das Reich nachrühmte. Seine weiteren > Gießen hielt die zu Herzen gehende Ansprache«

Turnen, Sport und Spiel.

Spielvereiniyung 1904 Gießen.

Am Sonntag trat S p ie l v e r e r n i g u n g 1 904 mit drei Mannschaften zu Verbands- bzw. Gesellschaftsspielen an. Die 2. Mannschaft hatte ihr drittes Verb.indsspiel zu erledigen; ihr Geg­ner war die 2. Mannschaft des Vereins für Bewegungsspiele in Gießen, auf dessen Platz gespielt wurde. Daß gegen dieseZweite", in der mehrere Ligaspieler mitwirkten, feine Lor­beeren zu holen waren, stand von vornherein fest. 2:4 mußte sich die bisher ungeschlagene Spielvereinigungsmannschaft beugen. Doch sie darf im Hinblick auf die Zusammensetzung der gegnerischen Mannschaft und darauf, daß ihre eigenen Reihen start ersatzgeschwächt waren, mit dem Resultat zufrieden fein. Leicht hat sie auf jeden Fall dem Gegner den Sieg nicht überlassen, denn erst gegen Ende der zweiten Halbzeit wurde derselbe errungen.

Auf dem Tlniversitätssportplatz trugen zur gleichen Zeit Dillenburgs 1. Jugend und die gleiche Mannschaft der Spielvereini­gung ein Gesellschaftsspiel aus. Sie trennten sich nach schönem Spiel beim Stande 1:1.

Hierauf erschienen zum Derbandsspiel die Ligamannschaften von Dillenburg und Spielvereinigung 19 0 4 auf dem Spiel­feld, erstere nur mit 10 Mann. Es entwickelte sich ein flotter Kamps. Dillenburg leistete den immer zahlreicher werdenden Angriffen der Spielver- einigung starken Widerstand, spielte sich auch oft­mals ganz hübsch durch, ohne jedoch zu einem Er­folg zu kommen, während der Platzverein bis zur Pause zwei Tore erzielte. In den zweiten 45 Minuten spielte sich der Kampf meistens in der Dillenburger Spielhälfte ab. Die Mann­schaft war ziemlich abgekämpft. Ihr Torhüter konnte es trotz sehr guter Leistungen nicht ver­hindern, daß Spielvereinigung zu weiteren vier Erfolgen kam. ilnZ> es hätten leicht noch einige mehr sein können, wurden doch u. a. zwei Elf­meterbälle nicht verwertet. Die Mannschaft der Spielveceinigung darf mit diesem ersten Punkte- spiel zufrieden sein, wenn auch der Erfolg nicht allzu hoch zu werten ist, denn Dillenburgs Mannschaft stellt in dieser Zusammensetzung keinen ernst zu nehmenden Gegner dar.

Wetzlarer Futzball-Tlub 05 - Spieloereinigung Gaffel 3:1.

Die Ueberrafchung in der Bezirksliga.

tz. Spielvereinigung Cassel schlug am Sonn­tag ben Gießener Sport-Club 1900 mit 7:1 und gewann überhaupt die Spiele der bisherigen Serie mit hohen Resultaten. Die Wetzlarer brachten es dagegen fertig, den starken Gegner geschlagen heimzuschicken. Die sonst so gefährlichen Außen­stürmer der Kasseler wurden am Sonntag der­artig abgedeckt, daß sie sich nicht durchsetzen konnten, wahrend der Wetzlarer F. C.-Sturm drei einwandfreie Tore erzielte. Paulus stand erstmals wieder im Tor und hielt alles, bis auf einen verwandelten Eckball, sogar einen Elf­meter.

Ballspiel-Club Wetzlar verlor m Marburg gegen Germania 08 hoch mit 1:5.

F. C. 2. Mannschaft spielte gegen Weil­burg 1. mit 5:3. <

F. C. 3. Mannschaft spielte gegen Leuß 1. mit 8:2.

Abturnen in Klein-Linden.

!*! Klein-Linden, 4. Oft. Der hiesige Turnverein der Deutschen $urner» schäft hielt heute sein Ab turnen ab. Die Leitung des Turnens lag in den Händen des bewährten 1. Vorsitzenden Wilh. Ufer. DaS Wetturnen hatte folgendes Ergebnis: Schüler- Oberstufe (Zwölfkampf): 1. Pr. Rob. Weller, 2. Pr. Rudolf Ufer, 3. Pr. Rudolf Jung II.; Schüler-Unterstufe: Ehrenpreis Walter Fink, 1. Pr. Ernst Jung, 2. Pr. Wilh. Müller, 3. Pr. Walter Klein; Zöglings-Ober­stufe: Ehrenpreis Fritz Morneweg, 1. Pr. Hch. Martern, 2. Pr. Alb. Mohr, 3. Pr. Robert Stein. Die Wanderpreise im Drei- kamp f (volkstümliches Turnen) erhielt Karl Klinkel, im Rennkampf (Geräteturnen) Emst Pfaff. Damen-Riege: 1. Pr. Emmi Ma­linowski, 2. Pr. Ottilie Hahn, 3. Pr. Grete Spengler.

Sportfpiegel.

DerGroße Preis von Europa", das 10 0 ° K i l o- meter-Dauerrennen im Rahmen ber E1« berfelber Rabrennen, gewann ber bauernb führenbe Rosel 1 enin 72:50,8 vor S a w a 11, 400 Meter zurück, bem Franzosen Ganay, bem Schweizer

guten Aeckem sind von dieser Sorte auf den Morgen (2500 Quadratmeter) schon 125 Zentner geerntet worden. Auch die edleren Sorten, wie dieIndustrie", eine unserer besten Speise- karfoffeln, und dieH i n d e n b u r g, eine aus Ostpreußen eingeführte Kartoffel, bringen gute Ernten. Allerdings hat dieIndustrie" in nassen Lagen etwas unter der Feuchtigkeit ge­litten und ist zum Teil in Fäulnis übergegan- gen. Es gilt überhaupt in diesem Jahr fast allgemein, daß die Kartoffeln in trockenen Aeckern besser geraten sind als in fettem Talboden. Die jetzt noch im Erdboden steckenden Früh­kartoffeln haben recht viele angefaulte Knol­len aufzuweisen. Leider hat ein Feind unserer Kartoffelernte in unserem Tal schon vielen Schaden gebracht: Es sind die Feldmäuse, die trotz des nassen Spätsommers in ungeheu­eren Mengen auftreten. Wenn diesen Schädlin­gen nicht bald energisch zu Leibe gerückt wird, I ^rt; er t^rb nicht mehr allzugroh sein, bann wird durch sie noch viel Schaven an- ' Königsberg, 5. Oft. Mit knapper Rot gerichtet werden, namentlich auch bei der kom- bad jüngste Söhnchen des hiesigen

menden Aussaat des Wrntergetrewes. /aller- Bürgermeisters bem Tode des Er trin- dings kann hier der einzelne Mann nicht viel fng Mitten im Orte liegt ber Brandweiher, ausrichten. Unsere Gemeinden muffen Plan- QBeeb: (3d>on manches Opfer hat sie im mäßig mit allen verfügbaren Mitteln vorgehen, Laufe der Zeit gefordert. Wie schon so oft, um diese Schädlinge zu vernichten. spielten bie Kinder wieder am Wasser, bis eines

: Beuern, 5. Oft. Am ©amStagabenb in schmutzigen Flut versunken war. Wäre

sprach im Saale des Gaftwirts Karl Dietrich Vater des verunglückten Kindes in ber

Bauführer Burkhardt von Gießen über gewesen, wäre es zu spät. Vielleicht fühlen

Wohnungsnot und WvhnungsbaU ssch^^ verantwortlichen Ortsväter veranlaßt, die mit zinslos em Geld e". Er erklärte die Mschlußtür in Ordnung zu bringen, damit grö- Ausgaben, Zwecke und Ziele der D e u t s ch e n ^gsück vermieden wird, und erfüllen damit Dau- und Siedelungsgemein schäft, ^nen'lange gehegten und oft ausgesprochenen Die nachfolgende Aussprache Härte noch manchen Wunsch besorgter Eltern.

der anwesenden Daulustigen auf, und einige An- Frankfurt a. M., 5. Oft. Der Ma-

wesende traten der Gesellschaft als Mitglled feu giftrat hatte bei der Stadtverordnetenversamm- In den nächsten Tagen spricht Bauführer Burk- sung bie Bewilligung von 1 300 000 Mark Hardt über dasselbe Thema in ben Orten Baukosten für bas Haus ber Moben Ettingshausen, Mücke und Groh - | auf bem Messegelänbe angefordert. Das Plenum versagte jedoch unter bet Begründung, bah bie Sache viel zu kostspielig sei, bie Bewil­ligung. Runmehr hat ber Hauptausschuß ber Stadtverorbnetenversammlung empfohlen, bie

Suter unb bem Belgier Wynsbeau. lieber 30 Kilo­meter stellte Rosetten mit 22:6 einen neuen Bahn­rekord auf.

Das Freunbschaftsspiel Hertha B. S. C. gegen Altona 93 in Berlin gewann ber z. T. mit Ersatz antretenbe Berliner Meister mit 2:1.

DerGroße Preis von Deutschlanb" bes B u n - bes Deutscher Rabfahrer mürbe in Köln von Oßmella - Köln vor bem Italiener Martinelli unb bem Franzosen Galvaing gewonnen. Der Hol« länber Mazairac mürbe bereits im Vorlauf von Engel Köln geschlagen.

Das Internationale Motorradren­nen in Hannover (vier Läufe über ,e 5 Kilo­meter) gewann ber Hollänber Herkuleynes vor Soenius-Köln unb Borgotti-Jtalien.

Die Fechtmei st erschaffen ber Deut« chen Turnerschaft in Hannover ergaben im Florett- unb Säbelfechten neue Meister. Die Florett- Meisterschaft gewann Löffler-Frankfurt a. M. mit 10 Siegen vor Schönbube-Franksurf mit 8 Siegen. Dr. Schönbube würbe bann Säbelmeister mit 9 Siegen vor Hoops- Berlin.

Die Internationalen Leichtathletik- wettkämpfe in Paris sahen im 100-Meter- Sauf ben Holländer van ben Berghe in 10 6 iegreid). Die 800 Meter gewann ber Schweizer Martin in 1:55,4, bie 5000 Meter ber Finn- länber Berg in 15:4,8, bie 110 Meter Hürben ber Amerikaner Riley in 15 Sek. Da^ Kugelstoßen icherte sich Paoli-Frankfurt mit 13,93 Meter.