ruhen.
Direktor Greetz
Jahre 1919 wurden 4529
Schotten.
6. Juli. (Drahtbericht des
2834 männlichen. 2119 der Volkszählung im Einwohner gezählt.
Kreis
O Scholten,
Kirche und Schule.
* Kirchliche Dienstnachricht. 2m 29. Juni wurde dem Pfarrer Karl Job zu Vurkhards die evangelische Pfarrstelle zu Rvdheirn v.d. H. übertragen.
beorderte Flugzeuge, darunter eines aus Görlitz, muhten wegen Gewitters unterwegs ebenfalls landen, und so kam es, dah hier das Publikum etwas zu kurz kam. Wir glauben aber sicher zu wissen, dah die Leitung der Siebener Gesellschaft sicherlich schon in allernächster Zeit Ersatz für den gestrigen Ausfall bieten wird.
Hessen-Nassau.
bl. Dillenburg, 3. Juli. Der Historische Verein hat das gesamte domänenfiskalische Gelände um den Schloß» berg in einer Gröhe von 3 Morgen zum Preise von 2800 Mt. erworben. — Ebenfalls ist das Stockhaus (Gefängnis) durch einen Aufruf in den holländischen Zeitungen in den Besitz deS Vereins übergegangen.
Äus der Provinz.
Landkreis Gicszcn.
h. Annerod, 6. Juli. Der hiesige Gelang- verein „Heiterkeit" errang aus dem Ge-
Für Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spexlalkoranelalt Hol- heim 1. Taunni bei Frankfurt a M Behagleingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kuren). Mäßige Preise Prospekt durch Dr. 31. Schulze-Knhleyse, Nervenarzt
* Butzbach, 4. Juli. Aach dem Ergebnis der Volkszählung beläuft sich die hiesige Einwohnerschaft auf 5253 Personen. Hiervon sind weiblichen Geschlechts. Bei
Flugplatz-Einweihung in Giehen
Flugzeug-Taufe.
Göbelnrod, 4. Juli. Wegen des Sänger- festes in Saasen wurde die Bürgermeister- w a h l auf den 1 2. I u l i verlegt. Versuche, unserem langjährigen, wohlverdienten Bürgermeister W e - b e r einen Gegenkandidaten entgegenzustellen, sind gescheitert. So wird unserem Dorfe der Wahlkampf erspart bleiben.
Z Reinhardshain, 4. Juli. Die Bürge r- m e i st e r w a h l ist auf den 12. Juli festgesetzt. Dem bisherigen Bürgermeister Graulich steht als Gegenkandidat der Beigeordnete Gieß gegenüber. Gieß hat die Bürgermeistergeschäfte schon einmal geführt, als der jetzige Bürgermeister vor zwei Jahren vom Amte suspendiert war. Die Wahlagitation vollzieht sich ziemlich ruhig.
$ Beltershain, 4. Juli. Bei uns findet keine Bürgermei st erwähl statt, da unser Bürgermeister H o l z m a n n erst vor zwei Jahren nach dem Tode des Bürgermeisters Zimmer gewählt wurde.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 4. Juli. In einer gestrigen Abendsitzung unter dem Vorsitz des Beigeordneten W i n d e ck e r beschäftigte sich die S t a d t v e r - ordnetenversammlung nochmals mit der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für die Kanalisation des südwestlichen Stadtviertels. Der Vorsitzende verlas die Berichte des Kulturbauamtes und des Bauausschusses, nach welchem ein billiges Angebot einer hiesigen Firma nicht in Betracht
illung. In drr am Äiflung desDohl- !jielm Schüttler- Miltwvch abend im uns ist ein Sehsehlec für höheres Klavier- i war, muh er rich« jeres Violinspiel". die heutige Anzeige, ener Standes- eben in der Zeit dein ■n Friedrich Jordan, t Mltkestrahe 26. arries, geb. Prüft 35 20 Iohannem Jahre alt Kirchen- M, geb. Äaumcmn, 21. Elisabeth
31 Jahre alt, W* Lich W. bullet
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„Gieß. Anz.") Gestern fand hier die Deiae- ordnetenwaht statt. Gewählt wurde der bisherige Be geordnete Leuning mit 859 Stimmen, der Gegenkandidat, Schreinermeister Heinrich M e i d t, erhalt 212 Stimmen. Der Musikverein und der Turn-Gesangverein brachten _ dem Gewählten abends ein Ständchen dar, Bürgermeister Menge! überbrachte die Glückwünsche des Stadtvorstandes.
ef. Hoherodskopf. 3. Juli. Gestern abend fand hier ein Burschenschaftlicher Abend der alten Burschenschafter Oberhessens, zusammen mit den Aktiven der Landesuniversität, statt. Tlngefähr 50 junge und alte Burschenschafter waren zusam- mengclcmmen. Die Veranstaltung wurde durch eine stimmungsvolle Feier am Bismarckturm auf dem Taufstein eingeleitet, bei der Dr. Bruch- Häuser- ällrichstein eine markige vaterländische Rede hielt. Bei dem nachfolgenden Kommers redete außer dem Leiter, Dekan S c r i b a - Eichelsdorf. welcher der Gründung der deutschen Burschenschaft vor 110 Jahren gedachte und für die hohen Ziele der Burschenschaft: »Freiheit. Ehre, Vaterland" begeisterte, Studienrat Draunewell-Aidda. In längeren tiefgründenden Ausführungen zeigte er die mannigfache Aot des Vaterlandes und zeigte die Wege, wie Burschenschafter am Aufbau mitwirken können. Vaterländische Lieder erklangen durch den Saal, bis man zum Frühzug nach Schotten aufbrechen mußte. Der erste Versuch, die Burschenschafter Oberhessens auf dessen höchstem Punkte zu vereinen, ist voll geglückt; diese Veranstaltung soll alljährlich wiederholt werden.
Turnen, Sport und Spiel.
1. internationale Arbeiterolympiade in Frankfurt a. M.
Frankfurt a.M., 4. Juli. Vom 24. bis 28. Juli findet hier die 1. JnternationaleArbeiter- Olympiade statt, wobei man mit einer Teilnehmerzahl von 150 000 rechnet. Am 22. und 23. Juli treffen fortlaufend Sonderzüge mit den auswärtigen Festteilnehmern ein. Am Abend des 24. Juli, 8 Uhr, ist die feierliche Eröffnung in der Festhalle. Turnerische Vorführungen werden dabei dem Festakte ein besonderes Gepräge verleihen. Die eigentliche Eröffnung erfolgt Sonntag morgen durch den Einmarsch der Arbeitersportler aller beteiligten Nationen in das Stadion. Vormittags bewegt sich ein sehr großer Festzug durch die Straßen der Stadt zum Stadion; nach dessen Eintreffen werden 1000 Radfahrer des Arbeiter-Radfahreroundes einen Reigen oorfahren, dem sich die Massenfreiübungen der Turner anschließen. Die nächsten Tage bringen die Wettkämpfe auf allen Gebieten des Sportes um den Titel des Olympiademeisters. Hervorgehoben seien nur außer den leichtahletischen Veranstaltungen noch die Fußballwettspiele zwischen den einzelnen Nationen um die Olympiademeisterschaft, an deren Austragung sich Belgien, Deutschland, Finnland, die Tschechoslowakei und andere beteiligen. Der Montag ist den wassersportlichcn Vorführungen gewidmet. Bei günstiger Witterung erfolgt eine Illuminierung des Mainufers und des Domes. Das Reich und die Stadt Frankfurt haben namhafte Beträge in Aussicht gestellt.
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MxMEiWmitze einige WäMn als können von den Eigen-
Hafens schloß der Redner seine Ansprache.
Die Taufe des Flugzeugs wurde hierauf von Frau Provmziäldirektor G r a e f durch Zerschellen eines gefüllten Sektglases am Propeller mit folgenden Worten vollzogen:
Im Ramen Gottes sei »Gießen" getauft. Er schütze den Flug dir durchs Wolkenmeer. Gott segne stets den Ruf „Glück ab" Tlnd lenke dich sicher zum Hufen her. Steig' auf nun mit stolzem, fröhlichen Mut Du herrliches, köstliches deutsches Gut.
Brausender Beifall des Publikums erhob sich, und bald darauf machte „Gießen", einige Ehrengäste an Bord, seinen er st en Aufstieg nach der Taufe. Das zweite Gastflugzeug wurde ebenfalls sofort in Dienst gestellt, und nun gingen in rascher Folge die Flüge vonstatten. Mehreren Pressevertretern, darunter auch einem Mitglied unserer Redaktion, war Gelegenheit geboten, einen der ersten Flüge mitzumachen. ilm das Ergebnis vorwegzunehmen: es war ein unbeschreiblich hehrer Genuß, in diesem prächtigen Flugzeug durch die Lüfte zu segeln. Zunächst fuhr die schnittige Maschine, noch auf der ■ Erde rollend, die lange Front der Zuschauer ab, dann eine kurze Wendung und nun ging es in rasender Dodenfahrt quer über den Flugplatz hinweg. Dann plötzlich Ruhe unter
uns, die gute Mutter Erde sinkt zurück: Wir fliegen! Weithin öffnet sich
die Landschaft mit ihren wunderbaren Reizen dem Blick der Flieger. Tief liegt Gießen unter uns, silbern schimmert das Band der Lahn von Marburg bis über Wetzlar hinaus, weithin die prächtigen Wälder, die Dörfchen, die blühenden Aecker. um Gießen herum Tausende von Menschen, in Klein-Linden reges Leben auf dem Sängerfestplah, flott dreht sich das Karussell, in Rödgen alles leer, anscheinend sind die alle bei den Fliegern, und alles, alles so winzig klein, wie aus der niedlichsten Spielzeugschachtel hin- gesetzt. Eine Regenwand, durch die wir hindurch- flihen, geniert uns gar nicht, treu und brav läuft der Motor, ruhig und sicherheitgebend fliegt der große Vogel auch bei dem böigen Wind, meisterhaft gelenkt von seinem mit heiterem Lachen am Steuer sitzenden Piloten. Lind leider viel zu früh — obwohl der Presseflug wohl der längste war — gcht es zur Landung. Auch hier wieder eindrucksvollste Sicherheit, allseitiges Bedauern, über das ftühe Ende, denn der Flug war zu schön. Mit hoher Begeisterung für unsere Fliegerei verlassen wir die Kabine.
Einige Enttäuschung gab es allerdings bei den Zuschauern. Das angekündigte Zwölfsiher- flugzeug mit drei Motoren war ausgeblieben, es hatte auf dem Flug mit den Gießener Professoren von Dessau nach Gießen bei Weimar eine Hot» landung wegen Propellerschaden vornehmen I müssen, und der Pilot wollte bei dem gewitterreichen Wetter in Mitteldeutschland nicht mit den | Hilfspropellern wetterfliegen. Zum Ersatz herbei-
grüßte und beglückwünschte im Ramen der Süd- westdeutschen Luftverkehrs-Gesellschaft in Frankfurt, der Junkers-Werke in Dessau und der Transeuropa-Llnion in München. Besonders herzliche Glückwünsche überbrachte er Wetter von Oberbürgermeister L an dmann-Frankfurt a. M., und anschließend gab er der hohen Freude darüber Ausdruck, dah Oberbürgermeister Keller in den Aufsichtsrat der Süüwestdeutschen Luftverkehrsgesellschaft eingetreten und auch dadurch die Verbindung zwischen den beiden Tlnterneh- mungen engstens gestaltet fei. Mit herzlichen Wünschen für das Gedeihen des jungen Flugunternehmens und mit einem Hoch auf Gießen und die tatkräftigen Männer des Gießener Flug-
gezogen werden könne, da zu diesem Preise die Ausführung nicht möglich sei. Die Versammlung beschließt deshalb, die Vergebung der Arbeiten an die beiden hiesigen Baufirmen Th. Mörschel und W. Neuß zu de m Preise von 29 363 Mk.; die Firmen müssen die volle Garantie übernehmen und eine Kautionssumme von 10—15 Proz. hinterlegen; die Ueberwachung der Arbeit übernimmt der städtische Bauaufseher M e tz. Dagegen konnte die Vergebung der Lieferungen noch nicht erledigt werden, da ein Mitglied des Bauausschusses das vorgelesene Protokoll der letzten Sitzung für unrichtig erklärte und da ein später eingegangenes Angebot noch einer Prüfung unterworfen werden soll. Unter diesen Umständen blieb dem Vorsitzenden nichts anderes übrig, als die Sache nochmals an den Bauausschuß zurückzuverweisen; die Angelegenheit soll dann in der nächsten Sitzung endgültig erledigt werden.
* Friedberg, 4. Juli. Ein von der Kasseler Kriminalpolizei gebuchter Schwindler, der sich als Vertreter der Kasseler Heimatzeitschrift „Hessenland" ausgab und zahlreiche Betrügereien beging, konnte von der hiesigen Polizei verhaftet werden.
Der Geschichte Gießens, Oberhessens und der benachbarten preußischen Gebiete ist am gestrigen 5 Juli in Gießen ein weithin ragender Qttarf- Roin einaefügt morden: Die Einweihung des Sficncr Flughafens, verbunden mit der Taufe des Flugzeuges der Luftver- fehl' 2L*® Oberhessen-Lahngau. und hamit die Eingliederung unseres Heimatgebiets in das große Luftverkehrsneh. Dieses denkwürdige Sreignis hatte viele Tausende von Menschen aus die Deine gebracht; man kann die Zahl der Schaulustigen, die den Flugplatz umsäumten, im Dieftcker Feld, am Wald hinter dem Trieb usw. weilten, wohl nicht zu hoch-auf.etwa A)000 veranschlagen. Im Brennpunkt des Geschehens, in der unmittelbaren Rähe der Flugmaschme der Oblag (wie die Luftverkehr-A.-G Oberhessen- Lahngau kurzweg genannt ©eite des Aufstiegs harrenden Gastmaschine, herrschte reges gesellschaftliches Lebern Dort hatten sich die Ehrengäste, darunter die Spitzen staat- sicher, provinzieller und stadttscher Behörden und uide Männer des öffentlichen Lebens, mit ihren Damen eingefunden
Die feierliche und eindrucksvolle Einweihung des Flughafens Gießen erfolgte mit der nachstehenden Ansprache von
Oberbürgermeister Keller:
Hochgeehrte Anwesende! Wir sind versam- mell, einem Werke die Weihe zu geben, das für die Provinz Oberhessen und den Lahngau in Zukunst von großer Bedeutung fein soll.
Ich heiße namens der Luftverkehr- Aktiengesellschaft er Hessen-
Lahngau und namens der St aot Dießen herzlich willkommen alle, die sich hier eingefunden haben, um diesen denkwürdigen Tag festlich mit uns zu begehen: in erster Linie die Herren Vertreter der hessischen Staatsregierung, insbesondere Herrn Minister v. B re n- tano. sodann die Herren Vertreter von Provinz, Kreis und Stadt, sowie der hiesigen Behörden. die Herren Vertreter der uns henad^ baden Kreise und Städte, der Industrie und des Handels von Oberhefsen und dem Lahngau. die Herren Dedreter auswärtiger Luftverkehrsgesellschaften, sowie alle übrigen Teilnehmer, deren Erscheinen uns mit größter Freude erfüllt. Mit der Ehrerbietung und Dankbarkeit, die das Kind den Eltern schuldig ist. begrüße ich wärmstens die Herren Vertreter der wüdwest- deutschen Luftverkehrsattiengesellschaft in Frankfurt a. M, der Junkerswerke in Dessau. Gesellschaften. die wir als Vater und Mutter des Llnternehmens anzusprechen haben, das auszurichten wir im Begriffe sind. Herzlich willkommen heiße ich insbesondere Frau Provinzial- direktor Graef. die es übernommen hat, dem Kinde bei der Taufe den richtigen Ramen zu geben.
Verehde Anwesende! Der Gedanke, in Gießen einen Flughafen zu errichten, Hai seine Wurzel nicht in blinder Rachahmungssucht, nicht in eitlen Prestigefragen, nicht in engherzigem Lokalpatriotismus. Auch das hat nicht in unserer Absicht gelegen, dem Flugsport hier eine Stätte zu bereiten, da anderwärts diesem Zwecke in reichlich genügender Weise gedient wird. Es waren die v e r k e h rs p o l i t i s ch en Wirklichkeiten und dir wirtschaftlichen Tatsachen, die uns bestimmten, in Gießen, einem wichtigen Punkte des Rord-Süd- und Ost-Westverkehrs, einen Flugplatz anzulegen und damit dem Verkehr und der Wirtschaft zu dienen. Sachverständige haben diesen Platz für in hohem Maße geeignet befunden, und die Männer des Luftverkehrs, der öffentlichen Verwaltung, der Jndusttie und des Handels sind nicht müde geworden, den Plan mit allen Kräften zu fördern und zu verwirklichen. Richt alle — denn es find ihrer sehr viele — vermag ich, der Äürgc halber hier anzuführen, die mit bewährtem Rat und bereiter Tat uns zur Seite standen. „Die Tat ist alles, nichts der Ruhm," so rufe ich mit Goethe ihnen zu, und sage ihnen herzlichen Dank für ihre treue Mitarbeit. Besonderen Dank schulden wir den Herren, die durch besonders eifrige und aufopfernde Tätigkeit zum Gelingen des Werkes beigetragen haben, dem Vorsitzenden des Vereins für_ Luftfahrt, Herrn Geheimen Rat Prof. Dr. König, der seit vielen Jahren hier das Interesse für Lust- sahrt geweckt und in hervorragender Weise gefördert hat, den Herren Provinzialdirektor Graef, Regierungsassessor Schmidt, Dank- direttor Griehbauer und D.rektor © r et).
Es gereicht uns zu lebhafter Freude und ruft unfern allerherzlichsten Dank hervor, daß öffentliche Körperschaften unser bedeutsames Werk mit vollem Verständnis, warmer Anteilnahme und namhafter finanzieller Unter- fiützung begleitet haben: die hessische Staatsregierung, der hessische Landtag, der Provinzialtag und die Stadtverordnetenversammlung. Daß die Stadtverordnetenversammlung die beträchtlichen Mittel für die sachgemäße Herrichtung des Flughafens einmütig bewilligt hat, gereicht ihr zur Ehre und sichert ihr einen leuchtenden Platz in der Geschichte unserer Stadt. Auch zahlreichen Gesellschaften und Einzelpersonen, namentlich der Industrie und des Handels, sind wir für ihre Spenden zu warmem Danke verpflichtet.
Dah dieser Flugplatz in geradezu erstaunlich kurzer Zeit in so zweckentsprechender, freilich zum Teil nur vorläufiger Weise, eingerichtet toer» den konnte, ist das Verdienst zahlreicher Beamter und Arbeiter, denen ich für ihre rasche, mit freudigem Interesse verrichtete Arbeit herzlichen Dank zum Ausdruck bringe.
Hochgeehrte Festversammlung! So entwickelt und hochstehend das Verkehrswesen zu Lande und zu Wasser unS auch erscheinen muß, wer vermag zu bestreiten, daß vornehmlich dem Verkehr in der Luft die Zukunft gehören wird? Und wer kann leugnen, daß deutsche Arbeit es gewesen ist, die, nimmer rastend,
Kreis Büdingen.
!l Büdingen, 4. Juli. Der Kreisau S- schuh des Kreises Büdingen beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der von dem Kreisdireklor gemachten Beanstandung der Bürge r m e i st e r w a h l zu G l a u b e r g. Der Kreisdirektor mußte die Wahl beanstanden, weil ihm mitgcteilt worden war, daß 1. gekennzeichnete Stimmzettel ausgcgeben, 2. Fehler in der Führung der Wählerliste gemacht. 3. verschiedene Rentenempfänger beeinflußt und 4. die Stimmzettel nach der Wahl nicht versiegelt, sondern dem Bürgermeister Koch überlassen worden seien. Zu der Verhandlung waren 14 Zeugen geladen und erschienen. Als Vertreter der Partei Hild war der Rechtsanwalt Dr. Gießler im Auftrag Dr. v. Helm olts erschienen. Durch die Zeugenaussagen wurde festgestellt, dah eine das Wahlergebnis beeinflußende ungesetzliche Handlung nicht vorgekommen war. Die Beanstandung des Kreisdirettors wurde daher als unbegründet abgewiesen und die Kosten der Hauplstaatskasse zur Last gelegt. Die Entscheidung des Kreisausschusses ist endgültig. In der gleichen Sitzung wurde neuer Termin über die Verhandlung der Einsprüche gegen die Dürger» mei st erwählen in Wolf und Di n d- sachsen auf Samstag, 11. Juli, anberaumt. Der gegen die Bürgermeisterwahl in Dauern - beim erhobene Einspruch ist in der Zwischenzeit zurückgezogen worden. — Die diesjährige Sitzung des Kreistages, in der der Kreiskassevoranschlag 1 9 2 5 zur Beratung steht, findet am Dienstag. 14. Juli, vormittags 10 Llhr, im Rathaus zu Büdingen statt. — Der Düdinger Gemeinderat befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dec Bürger meist erwähl zu Büdingen. Die Verhandlungen, die oft sehr stürmischen Eharatter annahmen, zogen sich bis spät in den Abend hin. Ein Antrag auf Streichung des § 4 der Ortssayung über die Anstellung eines Berufsbürgermeisters für die Stadt Büdingen, der zum mindesten die Fähigkeit zur mittleren Deamtenlaufbahn oder den RachweiS über die Befähigung als Bürgermeister gleichgroßer Städte forderte, wurde nach langen Debatten angenommen. Die Bewerbung um die Bürgermei st er st eile ist somit jeder mann möglich und an kerne besonderen Bedingungen oder Kenntnisse geknüpft. Außerdem wurde nut- geteilt, daß eine von ungefähr 200 Bürgern unterschriebene Eingabe vorhanden sei, die die Aufhebung des Ortsstatuts und die Beibehaltung des Ehrenbürgermeisters fordere. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betraf die Schaffung eines Spiel-. Sport und Fest» Platzes auf der Druchwiese. Cs wurde hierzu beschlossen, mit den zuständigen Stellen der Feldbereinigung in Verhandlungen zu treten und auf baldmöglichste Erledigung zu drängen. Bezüglich der Aufwertung der 1895er und 1904er Anleihen soll abgewartet werden, bis die Aufwertung bei Staat und Reich abgeschlossen ist.
Kreis Alsfeld.
*1* Flensungen, 4. Juli. Wie man hört, befindet sich der E i s e n ft e i n b e r g b a u in hiesiger Gegend in einer schwierigen Lage. Man spricht wieder von bevorstehenden D e - triebseinstellungen, was in Anbetracht der vielen im Bergbau beschäftigten Einwohner der Gemeinde Flensungen und der umliegenden Ortschaften sehr zu beklagen wäre.
*!* Merlau, 4. Juli. Gegen die hiesige Bürgermei st erwähl ist Einspruch erhoben worden.
*!* Ilsdorf, 4. Juli. An einigen Aeckern an dem zwischen hier und Wettsaasen liegenden Burgwald haben dieser Tage Hirsche oder Wildschweine Schaden angerichtet. Die Tiere selbst hat man nicht zu Gesicht bekommen, trotzdem von den Jagdpächtern nach ihnen gefahndet wurde.
stetig vorwärts drängend, gerade auf dem Gebiete des Luftverkehrs ungeahnte Leistungen vollbracht hat? Weim wir fluggewohnt im Aether kreuzen und bis in ferne Weltteile sicheren Weg durch die Luft zu finden wissen, wem anders ve^anken wir es. als deutscher Arbeit, deutscher Arbeit des Geistes und deutscher Arbeit der Hand?
Und zum Schlüsse, verehrte Anwesende, noch I eines. Wenn wir uns erheben zum Fluge durch I die Lust, so bemerken wir, dah Einzelheiten zu- |
: 8t Uhr
s Frage - J Hock' penprachl.
er . «M DeU^Äags, wsfi***
rZW . sein.
rücktreten, Verschiedenheiten sich abschwächen, Landesgrenzen verschwinden. Der Blick weitet sich für das Große und das Ganze. Don höherem Standpunkte aus sehen wir unter uns fleißige deutsche Städte und Dörfer, lachende Fluren, rauschende Wälder, stolze Burgen, kühne Berge, belebte Flüsse und liebliche Seen. Wir erblicken, im Fluge über ihm dahinschwebend, ausgebrettet und friedlich daliegend unser liebes, schönes, deutsches Vaterland. Lassen Sie I f Q n g s ro c t't ft r c i t in K lein^Linden in der uns, verehrte Anwesende, jeden solchen Flug 2. Landttasse unter sieben Vereinen den 2. Preis, durch die Luft auch zu einem hohen, edlen. Beim Hauplehrenpreissingen erhielt er den für beide innerlichen Gedankenflug werden, auf yanötlafjcn geftifteten y)auptebrenpreis.
d°b die D-rlchiedenheilcn die IM B°w°ge t>eS • 211 b a d>, 4. Juli. Sic hiesig- Burger- Pgrt-l!°mbl°s und im M.d-rstieite der wir«. cttoaSI wurde wegen D-rhind-rung
schaftlichen Interessen das W-nIch-nl-b-n nun j Gesangv-r-ins auf den «2. Juli vertagt, einmal mit sich bringt mvglichst zurucktreten im 72. Lbenjahre It-H°nd- seitherige Bürger- und der Blich weit und frei gemacht werde für Arnold hat die Kandidatur wegen
das Einigende und Sem-infame für J hohen Alters abgelehm. An seiner Stelle das Srotze und für das ®anäc. @ = - !f,n6cr VSQJnbtoirl und Echner der Genosfenschast.
bVÜ n'ch ” D a?er l anb" ’ das in Straft und 0"° Zimmer > -ufg-stellt wordem
Ehren durch Macht und Aot hindurchgehen wird z Harbach. 3uh. Mit Rücksicht aus den zu den Hellen Tagen einer glücklichen Zulunst. S-Iango-r-iN der sich am Sesangsw°Itftr-it in So wollen wir unserem ZlughasenSie- --aasen beteilig, wurde die B u rg°rm°i ter- tzen die rechte Weihe geben dadurch, dah wähl auf den 12. Iul gefegt. Der Wahlkampf wir bei seiner Erössnung einstimmen in den Aus, tobt in unserem Dorse schon feit Monaten und wird Unser liebes dentfches V a t - r l a n d mi, groher ikrbitternng gesuhrt. Der seitherige «ur. lebe hoch! germeifter Münch hat in dem Landwirt Wilhelm
Mit Begeisterung stimmten die zahlreichen S ch o m b e r II. einen Gegenkandidaten erhalten.
Zuhörer in den dreimaligen Ruf ein, dem sich Da die beiden Parteien ziemlich gleich stark sind, ist der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes I man auf den Ausgang der Wahl sehr gespannt, artfcblofi und die beiderseitigen Freunde sind sehr an der
cImmavm Arbeit, ihrem Bewerber den Sieg zu sichern.
OvS JIHiern HSaasen, 4. Juli. Wegen des großen Sänger-
von Brentano festes wurde auch in unserer Gemeinde die Bür-
überbrachte di- Grühe und Glückwünsche des k°^ioh-ria-7Är^JX" &
" un!>, mit 'TÄÄ; wieder um das Amt und Hai keine?s-genknndida'en wünschen MeRmgen feiner gefunden, ein Zeichen für die Einigkeit der Gemeinde
erinnerte weiter an die Flugansange beä Grafen - Beliebtheit des Ortsoberhauptes. Zeppelin und an die glänzende Entwicklung, die I unD ö,c ^eneoryeii oes ^isooeryaupies.
das deutsche Flugwesen seitdem bis zu dem weltgeschichtlichen Zeppelinflug über den Ozean nach Amerika genommen hat. Trotz aller Mißgunst der Kriegsgegner werde sich die deutsche Tüchttg- keit durchsetzen und zum Ziele kommen. Das Ziel sei die Bannung der Luft im Interesse der Menschheit. Der Redner rühmte weiter die Tatkraft der Gießener und die vortreffliche Einrichtung des Flughafens und versichede schließlich, dah er nach einem am Vormittag unternommenen Flug zu einem begeisterten Anhänger der Fliegerei geworden sei. für deren Förderung er alles zu tun versprach. Auf das Werk, zu dessen Weihe man hier versammelt sei, könne Gießen und das Hessenland stolz sein, und Dank gebühre allen, die diese Einrichtung geschaffen. Gottes Segen möge darauf und auf dem deutschen Vaterlande


