Ausgabe 
5.10.1925
 
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Danzigs Polomfierung.

Danzig. 3. Oft. (XU.) Kürzlich hatte die polnische Cisenbahnverwaltung im Gebiet der Freien Stadt Danzig angeordnet, das; nur noch solche Danziger Arbeiter in den polni­schen Eisenbahndienst eingestellt werden dürfen, die einem polnischen Verein ange­hören und auch sonst gut polnisch gesinnt sind. Der Vertreter der Freien Stadt Danzig bei der polnischen Eisenbahnverwaltung erhob sofort auf Veranlassung deS Danziger Senates hier­gegen Einspruch. Jetzt wurde von dem Präsi- denten der polnischen Eisenbahndirektion erklärt, daß die beanstandete Verfügung ohne sein Wissen von einer untergeordneten Dienst- stelle ergangen sei. Er habe angeordnet, daß sie sofort aufgehoben werden solle, da sie von der polnischen Vahndirektion nicht genehmigt worden wäre, wenn sie hiervon rechtzeitig Kenntnis er­halten hätte.

Der Kampf Italiens gegen deutsche Kultur.

Bozen, 3. Oft. (TU.) Wie von durchaus zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, hat der Dante Alighieri"-Kon ar in schärf­ster Form seine Forderung nach Beseitigung des Walther von der Vogelweide- Denkmals in Vozen und dessen Ersetzung durch ein Drususdenkmal wiederholt. Es wurde eine Entschließung angenommen, die u. a beantragt, das Denkmal Walther von der Vogel- weides in das regionale Kriegsmuseum zu liefern.

Aufdeckung eines Fememordes

Berlin, 3. Oft. (Wolff.) Der Berliner politischen Polizei ist es gelungen, einen sogenannten Fememord, der bereits zwei Jahre zurückliegt, aufzuklären. In der Mitte des Jahres 1925 wurde auf dem Truppenübungsplatz D ö b e - r i tz der einer schwarzen Formation angehörende Schütze P a n n i e r auf Befehl der Formations- führer erschlagen und zunächst in einem Birkenwäldchen in geringer Tiefe verscharrt. Da dieser Ort nicht sicher genug war, wurde später die Leiche in eine tiefe Grube ziemlich weit vom Tatort entfernt gebracht. Als die Kriminalpolizei die Leiche entdeckte, war sie schon starf in Ver­wesung übergegangen, doch liehen sich noch er­hebliche Verletzungen am Schädel feststellen. Die Täter, Anstifter und Begünstiger, die in ganz Aorddeutschland zerstreut waren, wurden aus«

b) gegenseitige vollkommene Amnestie mit Wirkung vorn 1. Januar 1921,

c) Festlegung des Regimes der Verwal­tungsautonomi«,

d) Bestinnnung der Territorien, die unter dieses Regime fallen sollen,

e) Festsetzung der für die Sicherung der Ord­nung und Sicherheit in diesen Gebieten bestimm! en Besah ungskräfte.

f) die Handelsfreiheit in den gesamten Gebieien wird in dem Maße anerkannt und gesichert, wie es mit den internatio­nalen Verträgen und besonders mit den internationalen Bestimmungen für die Zoll­regelung vereinbar ist,

§) der Waffen- und Munitions- handel bleibt untersagt,

h) Bezeichnung eines Küstenabschni11s, der von Spanien bei Einstellung der Feind­seligkeiten friedlich besetzt wird.

Painleve erklärte alsdann, daß ein fran­zösischer und ein spanischer Abgesandter sich am 24. J^ni bis 14. August in Melilla auf­gehalten hätten, um die Friedensbedingungen Vertretern Abd el Krims in Melilla oder, wenn dieser sie auffordertc, nach Ajdir zu kommen, dort zu unterbreiten. Rachdem zwei offiziöse Emissäre Abd el Krims sich jedoch geweigert hätten, die e Friedensvorschläge offiziell entgegen­zunehmen, hätten die beiden Regierungen am 15. August ihre beiden Abgesandten wieder zu- rückgenomrnen, worauf die militärischen Operationen in vollem Umfange wieder ausgenommen worden seien.

Der Ministerpräsident betonte schließlich, daß die Regierung die nötigen Anstrengungen unter­nehme, um in Marokko einen soliden und ge­rechten Frieden herzustellen, bei dem cs weder Unterdrücker noch Unterdrückte geben solle.

Unruhen in Damaskus.

Arnlizosenfeindlichc Knndgcbttttgen.

Konstantinopel, 5. Oft. (T. U.) Bei der Feier des Geburtstages Mohammeds kam es in Da­maskus zu schweren Unruhen, die sich in erster Linie gegen die Franzosen richteten, aber auch allgemein christlichfeindlichen Charakter trugen. Eine fanatische Menge von über 5000 Mo­hammedanern überflutete das Fremden- und Regie- rungsoiertel, bevor noch militärische Absperrungs­maßnahmen getroffen werden konnten. Französische Offiziere und Soldaten wurden schwer miß­handelt. Man riß ihnen die Uniform vom Leibe, prügelte sie und schleifte sie durch die Straßen. Von mehreren Regierungsgebäuden wurden die fran­zösischen Flaggen abgerissen und nieder­getreten. Die fanatische Menge griff darauf die Gendarmeriekaserne an, warf die Fen­scheiben ein und nannte die eingeborenen Gen­darmen Derrräter an der Sache Mohammeds. Das französische Kommando enthielt sich jeglichen Ein­schreitens mit Waffengewalt aus Furcht vor einem Uebergreifen der Unruhen auf die gesamte moham medanische Bevölkerung. Die Franzosen begnügten sich damit, Maschinengewehre an verschiede­nen Punkten der Stadt aufzustellen und mit sechs Tanks die Stadt abstreifen zu lassen. Zu größeren Schießereien ist es nicht gekommen. Gegen Mitter­nacht verlief sich die Volksmenge.

Verstärkung der englischen Luftflotte.

London, 3. Oft. (WB.) Wie das Lust­fahrtministerium mitteilt, sind alle Vorbereitun­gen für den sofortigen Bau von vier Dombenflugzeuggeschwadern getrof­fen worden. Diese Geschwader sollen den Grund ft ock einer neuen Luftflotte bilden, die als Ergänzungen der regulären Streitkräfte, die dem Landesschuh dienen, be­stimmt ist. Den Bau und die Verwaltung dieser Luftflotte haben die Armee- und Luftflotten­vereine in den in Betracht kommenden Gebieten, nämlich in der Grafschaft London, sowie in den Städten London, Glasgow und Edinburgh übernommen.

n a h m s l o s verhaftet und sind zum größten Teil geständig.

Preußischer Landtag.

Berlin, 3. Olt. Zur zweiten Beratung des Gesetzentwurfes zur Ucbcrleitung der Ge­werbesteuer in das regelmäßige V e r- anlagungs verfahren schlägt der Haupt­ausschuß unveränderte Annahme vor.

Finanzminister Höpker-Aschosf verweist auf den im Gesetzentwurf zum Ausdruck gebrach­ten Grundsatz, daß ein Korrektiv der Voraus­zahlungsbeträge.. die für die Zeit bis zum 31. März 1925 zu leisten waren, weder durch Er­höhung poch durch Ermäßigung der Ablösungs­beträge stattfindct Die Vorauszahlungen für 1925 sollen sich möglichst der endgültig festzuset­zenden Steuer anpassen Der Finanzminister warnt vor Anträgen. Vie dem Grundgedanken der Gewerbesteuer widersprechen und verweist im übrigen aus ein lammendes neues Gesetz.

Rach langer lebhafter Aussprache wurde der Antrag angenommen und schließlich fand die Aenderung in folgender Fassung Annahme:Der für den Ablösungsbetrag des Rechnungsjahres 1924 maßgebende Steuergrundbetrag für die Ge° Werbeertragssteuer kann auf Antrag herabgesetzt werden, wenn bei einem Unternehmen beson­dere wirtschaftliche Verhältnisse vor­gelegen haben, die seine Steuerfähigleit beein­trächtigt haben. Als wirtschaftliche Verhältnisse dieser Art können auch wesentliche Verluste in Betracht kommen, die sich bei einem Vermögens­vergleich ergeben.

Mit dieser Aenderung wird der Entwurf en blot angenommen.

Das Haus setzt hierauf die zweite Beratung des Haushaltes der

Handels- und Gewerbeberwaltung fort.

Abg. Lange (Zentr.). Wir hoffen, daß auch in Preußen eine amtliche Stelle analog der des Reichskommissars geschaffen wird, der die Belange des Einzelhandels wahr­nimmt. Der Einzelhandel ist sozusagen kaputt- gesteuert worden. Sehr eigenartig mutet es an, daß jetzt ausgerechnet Dr. Luther die Ge­meinden auffordert, sich wieder mit der Bewirt­schaftung von Lebensrnitteln zu befassen.

Abg. Heydenreich (D. Dp.): Der Spar» sinn im Volke muh mehr in die Erscheinung treten. Dazu ist Aufllärung notwendig. Die Spar­kassen des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes haben sogar wertbeständig aufgewertet. Im Wirtschaftsleben muß das Wort gelten: Großer Umsatz, kleiner Ruhe n. Dazu gehört, dah alle Sparkassen und Banken ihre überhohen Zinsen und Provisionssätze herabsehen. Diese Bankpolitik sabotiert die Bemühungen zur Preissenkung.

Abg. Per sch ke (Wirtsch. Vg ) wendet sich scharf gegen die Auswüchse des Straßen« Handels, durch den das Kleingewerbe schwer geschädigt werde.

Abg. Metzinger (Z.): Die Arbeiterschaft legte den größten Wert daraus, daß auch aus ihren Reihen Kräfte entnommen werden, die die Gewerbeaufsicht mit Deamteneigenschaft als Kontrolleure ausüben. Dor der Preissenkung durch Lohnabbau kann nur bringend gewarnt werden. Kartelle dienen nur der Beeinflussung der Preise nach oben. Ihre wirtschaftliche Macht gegenüber dem Staat ist eine Gefahr für das Wirtschaftsleben.

Cs wird in der Besprechung über

das gewerbliche Unterrichtswesen eingetreten.

Abg. Thiele (S.): Die Ausgabe der Er­ziehung und Ausbildung unseres Rachwuchsss ergibt das große Problem, das unsere Berufs­schulen zu lösen haben. Wir fordern, daß in der Rovelle zum Derufsschulengesetz die gesamte Jugend unter 18 Jahren der Berufsschulpflicht unterstellt wird.

Abg. Bayer (D.Vpt.) erklärt, der Lehr­herr müsse sich auch darum Eummern, wie die Lehrlinge ihre Freizeit ausfüllen.

Abg. Petry (Ztr.) bezeichnet die Sage der Berufsschule wegen der mangelnden Staats­mittel als sehr kritisch. Wenn der Staat zwangs­weise den Schulbesuch verlange, müsse er auch die Unkosten übernehmen. Der Redner emp­fiehlt einen Antrag auf Einsetzung von 500 000 Marl für die gewerblichen Berufsschulen.

Abg. Heidenreich (D. Vp.) spricht sich gleichfalls für staatliche Hilfe aus. In den Fachschulkreisen müsse besonders auch zur Spar­samkeit erzogen werden.

Abg. Merten (D.) wünscht stärkere Ini­tiative und größere Mittel bei der Heranbil­dung des Rachwuchses. Das Ideal sei die ob­ligatorische Schulpflicht.

Ein Regierungsvertreter weist die Behaup­tung zurück, der Staat sei verantwortlich für die Berufsschulen. Die Berufsschulen seien eine Ge­meindeeinrichtung. Grundsätzlich müßten also auch die Gemeinden die Mittel aufbringen. Die durch den Staat gegebenen Zuschüsse seien allerdings unzureichend. Immerhin sei ange­sichts der finanziellen Rotlage die vom Staat gewährte Erhöhung der Mittel anzuerkennen.

Gegen 7 Uhr abends ist die Beratung be­endet. Die Abstimmung erfolgt am 14. Oktober. Rächste Sitzung Dienstag.

Protest des gewerblichen Mittelstandes.

Berlin. 3. Oft. (TU.) Die un Kartell des selbständigen Mittelstandes vereinigten Fachorga- irifationen von Handwerk, Kleinhandel und Gewerbe wurden unter Führung des Reichstagsabgeordneten Drewitz bei der Reichs­regierung vorstellig. Sie gaben ihrem Befremden Ausdruck, daß sie als den Konsumenten am nächsten Stehenden in der Frage des Preisabbaues nicht gehört worden seien, trotzdem die bisher ergriffenen Maßnahmen sich hauptsächlich gegen diese Kreise ausgewirkt haben. Rach Rückkehr des Reichskanzlers findet eine weitere Besprechung statt, in der diese Frage erschöpfend behandelt werden wird.

Die interparlamentarische Konferenz.

Washington. 3. Oft (WB.) In der Konferenz der interparlamentarischer Union wurde von dem Kongreßmitglied Burton ein von Elihu Root ausgearbeitetes umfassendes Re­ferat über die Kodifizierung des Völ­kerrechts verlesen. Root bezeichnet es als notwendig, sofort durch eine allgemeine in ter-

nationale Konferenz das Recht, das für den Ver­letze der Völler untereinander maßgebend ist, klarer und umfassender zu gestalten. Die ^Kodifizierung des Völkerrechtes sei im gegen- irärtigen Augenblick besonders notwendig, da es sich darum handele, die Tätigkeit des ständi­gen internationalen Gerichtshofes auf eine breitere Grundlage zu steilem Eine Re­solution fordert den Studienausschuß auf, dahin­gehende Vorschläge dem Plenum der Konferenz vorzulegen. Diese Vorschläge sollen gegebenen­falls einer Weltkonferenz der Ratio- n e n vorgelegt werden, die eigens berufen träte, die Kodifizierung des internationalen Rechtes durchzuführen.

Dr. Schütting erklärte sich damit ein­verstanden. daß Maßnahmen zur Verhinderung verbrecherischer Störungen deS Weltfriedens er­griffen würden, er sei aber der Meinung, daß ein völkerrechtliches Strafrecht wohl gegen Individuen, aber nicht gegen Staa­ten zu schaffen sei, weil letztere keine Straf­taten begehen könnten. Ein Strasver'atzten gegen Staaten führe immer zur Bestrasrng der Bür­ger und zur Entziehung ihres Eigentums. DaS sei, wie der letzte Krieg gelehrt habe, eine ge­fährliche Tendenz. Die Kodifikation des gesamten Völkerrechts sei erforderlich. Heute paßten die Staaten ihre völkerrechtliche Auffassung den eigenen Bedürfnissen an. Kon­flikte und Reibungsflächen seien die Folge. Die Schwierigkeiten der Kodifikation seien ungeheuer groß. Die Parteien sollten das Recht sozu­sagen selber schaffen. Das Völkerrecht be­finde sich in einem gewaltigen Gärungsprozeß. An Stelle des Völkerrechtes müsse das Prozeß­recht treten. Die interparlamentarische Union müsse einen umfassenden Kodifikationsplan durchführen. Die Menschheit könne nicht warten, bis eine neue Katastrophe hereingebrochen sei. Deutschland fei zur Mitarbeit an der Verwirkli­chung jedes völkerrechtlichen Fortschritts bereit.

Fünf treiblile Mitglieder icr deutschen Dele­gation brachten einen Antrag ein, die Frage des Frauenstimmrechts und die Anpassung der Gesetze an die Gleichberechtigung der Geschlechter zu einer Angelegenheit der inter­parlamentarischen Union zu machen. FrauPfülf erklärte, die Passivität eines großen Teils der Bevölkerung bilde eine Gefahr in Zeiten der Krise. Frau Pfülf forderte das Mitbestimmungs­recht der Frauen bei der gesamten Gesetzgebung, und zwar entsprechend ihrer Zahl. Der Antrag wurde als Anregung dec ständigen Kommission überwiesen.

Kunst und Wissenschaft.

Max Halbe Ehrenbürger von Danzig.

Wie dieDanziger Zeitung" mitteilt, haben die städtischen Körperschaften der Stadtgemeinde Danzig einstimmig beschlossen dem in Guett- land geborenen Dichter Dr. Max Halbe das Ehrenbürgerrecht der Stadt Danzig zu verleihen. Außerdem haben sowohl der Deutsche Heimat­bund Danzig als auch der Westpreuhische Ge- schichtsverein beschlossen, Max Halbe zum Ehrenmitglied zu ernennen. Die Stadt­verwaltung München hat Max Halbe eine Glückwunschadresse überreicht, in der der Be­schluß des Stadtrates München mitgeteilt wird, eine neue Straße nach seinem Ramen zu benennen.

Maler Schrägle f.

Der Maler Gustav Schrägle, einer der führenden Frankfurter Künstler, ist am Samstag den Folgen einer schweren Lungenentzündung erlegen. Der Verstorbene, der 1867 in Bürgel bei Offenbach geboren war. ist der Schöpfer einer Fülle von Landschaftsbildern der engeren Heimat, die alle den ausgesprochenen Impressionisten ver­raten. Besonders geschaht aber sind die mit großer Wärme gemalten Porträts.

Aus aller Wett.

Deutscher Sängertag in Nürnberg.

Die Morgenfeier, mit der der 20. Deutsche Sän­ger tag in Nürnberg eröffnet wurde, galt der Ent­hüllung des Gedächtnismales für die im Weltkrieg gefallenen deutschen Sänger in der Meistersingerkirche und der Einweihung des Deut­schen Sängermuseums. Der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Rechtsanwalt List- Ber­lin, erklärte, die wieder der Kunst zurückgegebene M e i ft ersingerkirche werde in Zukunft ein Wallfahrtsort der Deutschen Sänger fein, die im Gedächtnis an die gefallenen Brüder gelobten, nicht müde zu werden im Dienst für Volk und Vaterland. Der Einweihung folgte eine Kundgebung am Hans- Sachs-Denkmal.

Aufklärung der Köpenikade.

Berlin, 3. Ott. (D. Z.) Unter dem drin- Henden Verdacht, einer der beiden Verbrecher zu sein, die als falsche Kriminalbeamte im Berliner Polizeipräsidium die Angestellten der Deutschen Gesellschaft für draht­lose Telegraphie um 20000 Mark betrogen zu haben, ist heute vormittag der frühere Poli­zeiwachtmeister Berger festgenommen worden.

Die Ebert-Düste Kolbes.

Die sozialdemokratische Fraktion des preußi­schen Landtags hat beschlossen, die von Pro­fessor Kolbe modellierte B r o n z e - B ü st e des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, die für den Reichstag bestimmt war und deren Ankauf die Kunstkommission auf Grund eines Gutachtens von Professor Lederer abge­lehnt hatte, anzukaufen und sie im graf» tionszimmer des Landtags aufzustellen. Der preußische Landtag hat die Genehmigung zur Aufstellung erteilt.

Absturz eines Flugzeugs.

Rach Dlättermeldungen aus Lindau im Bodensee stürzte gestern ein der Bodensee-Aero- Lloyd gehörendes Flugzeug ab. Von den fünf Insassen wurde der Hotelbesitzer Fruth aus Bre­genz tödlich. Generalmajor Jordan aus Lindau und der Flugzeugführer Ströbel schwer verletzt. Die beiden anderen Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Wettervoraussage.

Tagsüber aufheiternd und milde, sonst kühl, durchweg trocken.

Der nördliche Wirbel, verliert mehr und mehr seinen Einfluß auf unser Gebiet. Die Winde drehen auf nördliche Richtung

Temperaturen: 16.0 Grad Maximum. 2,3 Grad Minimum. 0,3 Millimeter Riederschläge. 4,2 Grad Morgentemperatur.

| Aus Stadt und Land.

Gießen, den 5. Oktober 1925. |

Jur Aufwertung der Reichs« an?e'chen.

Am 5. Oktober 1 925 beginnt die Frist für die Anmeldung von Reichsbank- a n l e i h e n z u m 11 m tauf ch. Zunächst kann der Llmtaufch nur für solche Anleihen beantragt werden, die Altbesitz sind, die sich also feit dem 1. Juli 1 920 in derselben Hand befin­den und für die daher außer Anleiheablösungs­schuld auch Auslosungsrechte gewährt werden. Bei der Stellung i c Anträge muß man sich einer Vermittlungsstelle bedienen. Dies sind Banken und Bankiers, öffenllich-rechtliche Kreditanstalten (Girokassen). Sparkassen. Kredit­genossenschaften und Zentralkassen landwirtschaft­licher Genossenschaften. Die Auswahl unter die­sen Vermittlungsstellen ist dem Anleih'egläubiger überlassen. Ihre Tätigkeit erfolgt für ihn in der Regel unentgeltlich. Da die Altbesitzer die An­träge nur in der Frist vom 5. Oktober 1925 bis zum 28. Februar 1926 stellen können, empfiehlt es sich, rechtzeitig mit der Einreichung der Anträge bei den Vermittlungs­stellen zu beginnen und diese Anträge sofort durch Heraussuchen der für den 'Rachweis des Altbesihes erforderlichen Belege vorzubereiten. Für die Anträge sind Vordrucke zu verwenden, die den Vermittlungsstellen für den Anleihe­gläubiger Anfang Oktober zur Verfügung ge­stellt werden. Den Anträgen hat der Anleihe­gläubiger die Schuldurkunden, nebst den Zins- und Erneuerungsscheinen beizufügen. Zugleich muß er den Beweis erbringen, daß er die An­leihen vor dem 1. Juli 1920 erworben und seitdem ununterbrochen besessen hat. Für die Führung dieses Rachweises ist ebenfalls ein Vordruck vorgeschrieben (Altbesitzbegründung), den die Vermittlungsstellen den Anleihegläubi­gern geben. Heber die Anträge auf Gewährung von Auslosungsrechten auf Grund von Jnhaber- fchuldverfchreibungen entscheidet der Reichskom- missar für die Ablösung der Reichsanleihen alten Besitzes, der einen Teil seines Entschei­dungsrechtes auf die Anleihealtbefitzstellen über­tragen wird, die bei den Finanzämtern errichtet sind. Anträge werden jedoch ausschließlich durch Banken und Bankiers, Sparkassen, öffentliche Kreditanstalten oder Kreditgenossenschaften ent­gegengenommen. Ein Verkehr mit dem Reichs­kommissar oder den Anleihealtbesitzern kommt nur in Frage, falls diese Stellen ihrerseits an die Anleihegläubiger herantreten. Bei ihnen un­mittelbar gestellte Anträge werden dem Antrag­steller zurückgesandt.

Da Zweifel darüber entstanden sind, welche öffentlichen Anleihen bei der Ablösung als Reichsanleihen zu betrachten sind, wird darauf hingewiesen, daß ein Verzeichnis dieser Reichsanleihen im Reichsgesetzblatt vom 12. September 1925, Rr. 44, Seite 342, abge­druckt ist. Aus ihm geht hervor, daß zu diesen Anleihen außer den unmittelbaren Reichs­anleihen, den Vorkriegs- und Kriegsanleihen des Deutschen Reiches, sowie der Deutschen Spar- prämienanleihe von 1919, die meisten Anleihen den deutschen Ländern».gehören, deren Staats- eisenbahnen auf das Reich übergegangen sind. Ihre Anleihen sind hierbei vom Reich übernom­men. Reichsanleihen sind daher auch die kon­solidierten Anleihen und Schatzanweisungen Preußens, einschließlich der Aktien und Obliga­tionen verstaatlichter Eisenbahnen, die Staats- eisenbahnanleihen Bayerns, Mecklenburg-Schwe­rins und Oldenburgs, die Staatsanleihen Sach­sens, Württembergs und Hessens und die konsolidierten Eisenbahnanleihen Badens.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. G. F. F.: 8 Hhr bei Buchberger Monatsversamm­lung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ,.Reu- lano". Astoria-Lichtspiele:Das goldene Land".

Die Vortrags-Vereinigung nimmt am nächsten Donnerstag mit einem Licht­bildervortrag überEin Jahrtausend rheinische Kunst" ihre dieswinterliche Vortragstätigkeit wieder auf. Sämtliche Gebiete der Kunst des Rheinlandes, wie Malerei, Architektur, Bild­hauerei und Kunstgewerbe wird der Redner, Dr. Lempertz aus Köln, eingehend behandeln und in prächtigen Lichtbildern zeigen. Der Vortrags­abend verdient somit weitgehendste Beachtung. (Siehe heutige Anzeige.)

* * Dank des Reichspräsidenten. Das Bureau des Reichspräsidenten gibt folgen- deg. Erlaß Hindenburgs bekannt:Zu mei­nem Geburtstage sind mir aus allen Gebieten des Reiches und von vielen Deutschen jenseits der Grenzen Glückwünsche in großer Zahl zu­gegangen. Alle diese Zustimmungen einzeln zu beantworten, ist mir leider unmöglich, und ich muß daher den vielen, die meiner in freund­licher Gesinnung gedacht haben, meinen besten Dank aus diesem Wege übermitteln. Ihnen allen reiche ich im Geist herzlichst die Hand mit der Bitte, die mir bezeugte Zuneigung und Treue dadurch zu betätigen, daß sie ein jeder an seiner Stelle mithelfen, unserem Volke inneren Frieden und feste Einigkeit zu geben und hierdurch unser Vaterland wieder stark zu machen nach innen und nach außen.

* * Personalien. Ernannt wurden: der außerordentliche Professor Dr. Hermann Audi n aus Bonn mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 an zum ordentlichen Professor für mittlere und neuere Geschichte an der Landesurriverfität Gie­ßen; der Lehrer Georg Hartung zu Allen- dors a. d. Lda-, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Hüttenthal, Kreis Erbach: der Schulamtsanwärter Heinrich Engel aus Holzheim. Kreiö Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Götzenhain. Kreis Offenbach a. W.. der Vermessungspraktikant Karl Retz beim Der- messungsamt Lauterbach zum Obervermefsungs- fefretär, vom 1. September 1925 ab.

* * Zur Stadtverordneten wähl, die bekanntlich am 15. Rovember Dorgenomnien wird, sind die Wahlvorschläge bis spätestens zum 18. Oktober bei der Stadtverwaltung schrift­lich einzureichen. Es sind 42 Stadtverordnete zu wählen. Listenverbindungen müssen bis spätestens 2 5. Oktober erklärt .werden. Räheres in der Bekanntmachung in unserer Samstagausgabe.

* * D i e Zahlung der Beitrage zur Jnvaliden-Bersicherung betrifft eine