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frauen und 18 Kindern als Zuschlagscmpfängern. Daneben mußten in der Wohlfahrtspflege 21 Kleinrentner und 60 Sozialrentner unterstützt merken. Die weiteren Anforderungen, die an die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde in der Armenpflege gestellt werden, konnten in dem Ausmaß nicht vorausgesehen werden und sind tzit dem Fnchjahr in ständigem Wachsen begriffen. In Frage kommen hier in der Haupt­sache Pflegegelder für in Anstalten ^nterge- brachte, Llntcrstühungen sowie Klinikskoslen. Hier sind für eine verhältnismäßig kurze Zeit mehrere tausend Mark angefordert worden. Bei derartigen ftarfen finanziellen Verpflichtungen muß mancher stille Wunsch ebenso still begraben werden.

X Klein-Linden, 4. Sept. Wer von Gießen die Kreisst raße nach Wetzlar mit dem Fahrrad benutzt, stößt auf recht unlieb­same Verhältnisse. Don der Veterinär- anstalt ab südlich ist die Straße in einem sehr mißlichen Zustande, da sich eine Vertiefung an die andere reiht, teilweise sogar in sehr erheb­lichem Umfange. Die vielen schweren Last­autos. welche die Straße passieren, lockern das beste Deckungsmaterial. Kleine Ausbesse­rungen sind zwecklos. nur eine Pflasterung der Straße mit Dasaltsteinen dürfte eine Vesserung herbeiführen. Die Obstbäume an der Kreisstrohe sind zum größten Teil leer, nur einige Bäume haben einen guten Behang, jedoch fällt viel Obst durch die Stürme herab, so daß die Ernteaussichten gering sind. Auf der Strecke nach Wetzlar zu mußten an­nähernd hundert früher guttragende Bäume ent­fernt werden, da sie durch den starken vor­jährigen Frost eingegangen waren: sie' wurden durch Veupflanzung ersetzt. Die jungen Bäum­chen haben sich sehr gut entwickelt, so daß in einigen Jahren mit einem Ertrag zu rechnen ist.

t Grünberg, 3. Sept. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr wurde vorgestern abend 8.45 Uhr zu einer Uebung alarmiert. Der Uebung wurde ein Brand des Lagerhauses der Drogerie Schott samt angrenzender Stallung zu Grunde gelegt. Trotz Geheimhaltung der Alarmabsicht waren das Sammeln der Mann­schaft nnb der Anmarsch so mustergültig, daß schon nach 11 Minuten das erste Wasser ge­geben werden konnte. Nachdem dasFeuer" gelöscht war, wurde ein weitererBrand" ge­meldet, dem man ebenfalls schneidig begegnete. Die Uebungen zeigten, daß die Wehr in bester Verfassung ist, ihre Leitung in guten Hände*? liegt unb Grünberg mit seiner Feuerwehr rechr zufrieden sein kann.

:/: Nonnenroth, 4. Sept. In der Nacht aus Donnerstag brach hier gegen *12 Uhr in dem Sägewerk von Karl Rinker Großfeuer aus. Die Holzschneiderei und die damit verbun­dene Möbelschreinerei brannten vollständig nieder, ebenso die Stallungen. Auch zwei Lokomobilen und das Gatter sind zerstört. Nur das W o h n h a u s konnte mit vieler Anstrengung gerettet werden. Dabei leisteten die benachbarten Feuerwehren von Villingen, Röthges und Niederbessingen tatkräftige Hilfe. Erst gegen 3 Uhr nachts konnte man Herr des Feuers werden. Der Schaden dürfte, da auch die fertigen Möbel ein Raub der Flammen wurden, beträchtlich fein. Jedoch ist das Werk versichert, lieber die Ursache des Brandes ist bis jetzt noch nichts bekannt.

gebannt starrte er das weiße Mädchenwunder nn, und seine Hand hielt Virginia einen Strauß glühendroter Nelken hin.

Die Blumen sollen mir gehören?" fragte das Mädchen erstaunt und verwirrt.

Ja, Senjorita."

Sein sanftes Spanisch klang leise und melodisch, . die ganze Anmut des Landes, dem er entstammte, schien sich darin zu spiegeln.

I Virginia nahm die Blumen, und während einer Sekunde, kaum einen Atemzug lang, ruhten ihre f weißen Finger in den braunen des Burschen.

(Brodas!" flüsterte sie in der gebrochenen r Aussprache des ihr fremden Idioms, und der Va° quero horchte noch lange auf den Nachklang dieses Wortes, als das Mädchen sich schon entfernt hatte. Das Blut rauschte wild durch seine Adern, und sein Herz pochte in rasend raschen Schlägen.

Don diesem Tage an fand Virginia täglich in der Fensternische ihres Zimmers einen Strauß Blu- - men, frisch und leuchtend, und dieser freundliche Morgengruß gab ihr Kraft zu einem neuen freud­losen Tag. Denn jeder dieser Tage, die verflossen, führte den naher, der ihr die Entscheidung bringen sollte, und je näher diese Entscheidung kam, desto mehr erbebte Virginias Herz vor den begehrlichen Blicken Senjor Aralyas.

Nur wenige Tage noch," bat sie stets flehentlich aufs neue, aber in der Sicherheit ihres Zimmers sprach die Mutter in den Nächten Worte zu ihr, die ihr die Seeele auf die Folter spannten.

Aber schließlich gab doch Senjor Aralya der Mrs. Master ebenso höflich wie entschieden zu ver- ftehen, daß er ungeduldig geworden sei und auf schleunigste Heirat bringen müsse.

An diesem Tage schritt Virginia wieder unter den Pfefferbäumen ruhelos auf und nieder, eine Blume aus Iosss Strauß an ihrer Brust, und ihr armes Herz war voll Sehnsucht unb Verzweiflung. Nun war es also entschieden; am nächsten Morgen würde der weißhaarige Missionar herübergeritten kommen, und jene nichtsahnenden Hände wurden bas Geschäft perfekt machen, das das junge Mäd­chen auf Lebenszeit an den verhaßten Mann kettete.

Plötzlich tauchte vor Virginias Blicken die Ge­stalt Josts auf. Er trug keinen Hut auf dem Kopfe, und feine Augen, sanft und treu wie die eines er­gebenen Hundes, blickten demütig zu dem jungen Mädchen auf. Virginia hielt in ihrem ruhelosen Aus- und Niederschreiten inne, unb ihre Hanb tastete unwillkürlich nach der Blume auf ihrer Brust.

Senjorita!" flüsterte Jost.Senjortta!"

Es war ganz weih und zart, dieses Mädchen aus dem Osten, unb er war so dunkel, wie nur die südliche Sonne chre Kinder färben kann. Aber in feinen ebelgeschnittenen Zügen leuchtete ein Feuer i/if. das nur Iugenb unb Liebe darauf zaubern

Kreis Büdingen.

Aus dem Niddatal, 4. Sept. Heute nachmittag gingen zwei Gewitter über unser Tal hinweg, die von schweren Regengüssen begleitet waren. Die anhaltenden Regentage haben die Grummeternte unterbrochen. Ein großer Teil der Wiesen ist gemäht, aber das Grummet kann nicht eingebracht werden. Auch für die Kartoffeln muß man fürchten. In tief ge­legenen Aeckern, von denen das Wasser nicht ab­ziehen kann, trifft man bereits angefaulte Kar­toffeln an. Nur trockene, sonnige Tage können wei­teres Unheil verhüten. Daß die Apfelwein- b e r e i t u n g, die ihren Höhepunkt in den dem Kriege folgenden Jahren hatte, stark im Ab­flauen begriffen, merkt man an dem Ausbleiben jeglicher Nachfrage nach F a 11 o b ft. Die Aepfel fielen stark, wurden aufgelefen und nach Hause ge­bracht. Dort faulen sie nun, weil die Käufer aus- blieben. Seitdem der Wein wieder zu erträglichen Preisen zu haben ist, wandert er in die dörflichen Keller, und man wendet demHohenastheimer", der wohl in der Zeit der Not sich Achtung ncr- schaffte, verächtlich den Rücken.

I Aus dem Niddertal, 4. Sept. Die (Erntearbeiten sind glücklich beendet, olle Befürchtungen, die man anfangs wegen des anhaltenden Regenwettcrs haben mußte, waren unberechtigt, es trat noch gerade zur rechten Zeit gutes Erntewetter ein, das die Arbeiten sehr för­derte. Die Ernte ist für alle Fruchtarten sowohl nach Güte als auch nach Menge gut ausge­fallen, so daß der Landmann wieder fein eigenes gutes Brot essen kann. Auch die Frühkartoffeln sind vielfach gut ausge­fallen, unb die Spätkartoffeln versprechen, wenn die Witterung nicht ganz ungünstig wird, einen sehr guten Ertrag. Die Preise sind dement- sprechend bis jetzt sehr niedrig. Dasselbe gilt auch für das Grummetgras, das auf vielen Wiesen noch leidlich gut geraten war, die Preise waren bei den Versteigerungen oft fo niedrig, daß mehrmals ausgeboten werden mußte. Durchfchnittspreife von 15 Mk. für den Morgen waren bei manchen Ver­steigerungen keine Seltenheit. Leider ist das Wetter für die Grummeternte sehr ungünstig, auf manchen Wiesen, auf denen früh gemäht wurde, durfte die Ernte schon verloren fein. In Kürze be­ginnt die 0 b ft e r n t e. Steinobst gab es fast nicht, ebenso schlecht fiel die Birnenernte aus, auch die Apfelernte ist nur stellenweise je nach Sorte und Lage günstig ausgefallen: der schon tage la na herrschende Wind läßt zudem noch sehr viel Obst fallen, für das überhaupt keinerlei Nachfrage be­steht. Auch nach gepflückten Frühäpfeln herrscht wenig Nachfrage, das Keltern des sonst fo begehrten Hohenastheimers scheint infolge der wieder normal gewordenen Preise für Wein und Bier in diesem Jahr stark nachzulasfen.

Kreis Schotten.

lg. Aus dem Kreise S ch o 11 e n, 3. Sept. Die gestrige Rheinfahrt derSchüler des Kreises verlief dank der gründlichen Vorbe­reitung in schönster Weise. Anfänglich machte der Himmel ein recht ungnädiges Gesicht. Bei der Ankunft in Mainz-Kastel grüßte aber heller Sonnenschein, der nunmehr für den ganzen Tag mit geringen Tlnterbrechungen ständiger Begleiter war. Welcher der erwachsenen Fahrtteilnehmer mag angesichts der schnellen Fahrt des Sonder-

kann, und das weiße Mädchen stand reglos unb entzifferte das, was das junge Anllitz zu ihm sprach.

,Hch liebe Sie, Senjorita!" sagte Jost endlich, und ganz schlicht klang sein Geständnis.

Virginias Lippen öffneten sich ein wenig, und in tiefem Erstaunen blickte sie auf den Burschen. Das also war es gewesen, was er mit seinen Blu­men gemeint hatte, der schlanke Bursche, der doch nur ein Knecht des Mannes war, dessen Weib sie morgen werden sollte.

Eine wilde Angst überflutete plötzlich Virginias Herz, alles schien vor ihren verwirrten Blicken zu kreisen, und plötzlich schlug sie die Hände vor bas Gesicht und begann bitterlich zu schluchzen.

O, du Kind des Himmels," flüsterte Iosö, der jede Selbstbeherrschung verloren hatte,höre doch auf zu meinen. Habe ich dir weh getan? Mein wertloses Leben würde ich hingeben, um meine Worte ungesagt zu machen."

Schüchtern streckte er dem jungen Mädchen die Hand entgegen unb berührte die ihre.

Vergib," bat er nochmals,vergib und vergiß unb ich will weit von dir fliehen. Niemals wieder sollst du um meinetwillen meinen müssen."

Virginia Masters blickte ihn an.

Nein," sagte sie unb der anerzogene Hochmut ihres ganzen Lebens fiel plötzlich von ihr ab, und nur die leidende Kreatur kam zum Vorschein,nein, du hast mich nicht verletzt. Ich bin nur über mein Schicksal traurig. Morgen verheiraten sie mich an den Senjor Luis Aralya, und meine Seele muß dann sterben. Denn ich ... ich weiß nun . . . wie Liebe fein kann! Du aber bist zu spat gekommen."

Erschüttert ergriff Jose ihre beiden Hände und preßte sie an seine glühenden Wangen.

Und in dieser Stellung befanden sie sich noch, als Senjor Luis Aralya, der unhörbar aus dem Eukalyptusgebüfch hervorgetreten mar, sie fand. Einen Augenblick betrachtete er schweigend die Gruppe, unb alles, was noch nicht hart in ihm mar, wurde in diesem Augenblick zu Eisen.

Ah!" rief er endlich aus, und dieser Ton durch­schnitt die Stille wie ein Peitschenhieb.

Erschrocken sah das junge Mädchen auf, und Jost ließ hasttg ihre Hand los.

Dann steckte Luis Aralya zwei Finger in den Mund und ließ einen sonderbaren Pfiff ertönen. Hätte Virginia die Bedeutung dieses Zeichens er- fannt, sie wäre zu Tode erschrocken. Iosö kannte sie.

Einen Augenblick, nachdem der Pfiff ertönt war, näherten sich eiligst viele Schritte. Aus allen Rich­tungen kamen sie, von den Wiesen her, aus dem Hause, aus dem Pfefferbaumhain. Mit festem Griff nahm nun Aralya den Arm seiner Braut und führte sie dem Hause zu.

Virginia wandte sich noch einmal um, unb da sah sie Ioss wie ein gehetztes Wild in die Rich- | tung der Wiesen fliehen. Aber plötzlich hielt er im

zuges nach Mainz (Don SttxAeim nach Vttttnz etwa li > Stunde) nicht gewünscht haben, daß für unseren, etwas abseits der großen Kultur­zentren gelegenen Vogelsberg jede Woche wenig­stens einmal die Möglichkeit bestehen möchte, in so kurzer Zeit zu den Brennpunkten des Ver­kehrs gelangen zu können. Bald waren die drei für die Fahrt vorgesehenen RheindampfcrPrinz Heinrich",Rheinlust" und ..Eintracht" erreicht, ans denen man dann die Schönheiten der Fahrt auf dem alten Vater Rhein genoß. Aus dem Rückwege legten die Dampfer in Aßmanns- hausen an, damit die Fahrgäste noch das Rie- derwalddenkmal besuchen konnten. Als wir nach anstrengendem Marsche da oben aus steiler Höhe standen, vor diesem Monument deutscher Größe, mit dem Blick aus den majestätisch da­hinziehenden Rhein, auf Rüdesheim, Bingen, Bingerbrück und das Silberband der Rahe, da kam es so manchem zum Bewußtsein, daß er stolz darauf sein dürfe, ein Deutscher zu fein. Rur zu schnell hieß es aber, Abschied nehmen von dieser geweihten Stätte. Bergab ging es nach Rüdesheim, wo noch kurze Gelegenheit gegeben war, denRüdesheimer" an der Quelle zu ver­suchen. Von hier brachten die Dampfer die große Schar nach Mainz-Kastel zurück. Abends 8.25 Uhr lief der Sonderzug in Stockheim ein. Keiner war Wohl unter den über 1100 Teilnehmern, der nicht begeistert gewesen wäre vom deutschen Rhein.

lg. Gedern, 4. Sept. Die an verschiedenen Stellen des Wasserleitungsnehes der Gemeinde aufgetretenen Schäden machen zur Zeit umfangreiche Reparaturen erforder­lich, was sich in der Wasserversorgung eines Teiles der Einwohnerschaft zu gewissen Tages­zeiten unangenehm bemerkbar macht. Um die entstehenden Kosten decken zu können, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß zu einer Erhö­hung des Wassergeldes geschritten wer­den muh. Anläßlich seiner 29jährigen Dienst­zeit wurde dem Gemeindebediensteten Hermann Ruhl dahier im Auftrage der Landwirt­schaftskammer durch Bürgermeister Müller eine Ehrenurkunde und eine bronzene Medaille überreicht. Aus gleichem Grunde bewilligte ihm der Gemeinderat ein Geld­geschenk.

no. Nieder-Seemen, 4. Sept. Hier schei­nen auch die Wahlen Qualen zu machen. Der zweite Wahlgang der Bürgermeifter- wähl, aus der, wie schon berichtet, der seitherige Bürgermeister Naumann als Sieger hervorging, wurde von der Gegenpartei angefochten. Heute fand nun in dem benachbarten Hartmannshain, mohin sich das Kreisamt noch anderer Angelegen­heiten wegen begeben hatte, eine diesbezügliche Ver­handlung statt. Wie man hort, soll das Endergeb­nis dieser Verhandlung darin bestehen, daß auch dieser zweite Wahlgang für ungültig erklärt wurde.

Kreis Wetzlar.

* Krofdorf, 4. Sept. Die Turn- Ha l l e n b a ul o 11 e r ie des hiesigen Turn­vereins ist, wie aus der heutigen Anzeige hervorgeht, auf den 13. Dezember verschoben worden.

Aus dem Wetzlarer Becken, 4. Sept. Der trockene Sommer war für unsere Imker diesmal eine H o n i g g r u b e. da bei dem heißen Wetter morgens reichlich Tau war, «M»I»»IM»IIIII .....I >»IIIIM»«IIIII «M III II II III HIIIII»I»llElMI«

rasenden Lauf inne, und mit Heller Stimme, mit einer Stimme, die den allgemeinen Aufruhr über­tönte, schrie er:Senjorita! Senjorita! Adiosi Ich liebe Sie!"

Dann fühlte sich Virginia auf die Veranda ge­drängt, und Senior Aralya, finster unb furcht­erregend anzusehen, nahm seinen Weg zu den Knechten zurück, die inzwischen des Flüchtigen hab­haft geworden waren.

Mit lauter Stimme rief er ihnen einen Befehl zu, und plötzlich erschienen in vielen Händen kleine, scharfe Messer aufzublitzen.

Auf der Veranda stand Virginia, unb die Blicke ihrer tränenüberströmten Augen hingen gebannt an den Szenen, die sich vor ihr abspielten. Ihre Mutter war aus einem Zimmer neben sie getreten, unb ihre Hand hielt einen Revolver, den sie rasch ergriffen hatte, als sie den Tumutt vernommen und an einen Aufruhr gegen den künftigen Schwieger­sohn gedacht hatte.

Dann teilte sich der Knäel für einen Augenblick, und das junge Mädchen konnte den Daquero sehen, der sich bemühte, sich mit den bloßen Händen all dieser drohenden Mester zu erwehren.

Diese rohen Menschen," schluchzte Virginia, diese Schurken, alle gegen einen!"

Aber dann plötzlich, so unvorbereitet, wie große die Ereignisse draußen und fühlte, daß Iosös Kraft ginia den Revolver in der Hand ihrer Mutter, und fein blauer Lauf leuchtete ihr wie ein Rettungs­strahl entgegen. Ein Etwas in ihrem Innern ver­härtete sich plötzlich, und sie wurde ganz ruhig und entschlossen.

Sie blickte ihre Mutter an, sah noch einmal auf die Ereignisse draußen und fühlte, daß Joses Kraft schon am Erlöschen mar. Da riß sie den Revolver aus den Händen der Mutter, stürzte die Veranda- treppe hinurnter und roarf den Revolver in meitem Bogen, über die Köpfe der Verfolger hinweg, Iosä zu.

Er fing ihn auf und feuerte fast im selben Augenblick in den Nina der Gesichter hinein, der ihn drohend umgab. Ein Aufblitzen wurde sichtbar . . . und zu Tode getroffen stürzte einer der Verfolger zu Boden. Aber da geschah etwas Seltsames.

Aus der Menschenmenge, die ängstlich zurück- zuweichen begann, loste sich plötzlich die plumpe Gestalt Luis Aralyas. Seine Hand griff in die Tasche, zog eine Waffe hervor, und nun begannen scharfe Schüsse von beiden Seiten die Grabesstille zu durchschneiden, die eingetreten war.

Es war eine sehr spannende Szene, diesen Mil­liardär zu sehen, der sich, umgeben von allen seinen Knechten, mit einem Sklaven duellierte, wahrend ein weißgekleidetes Mädchen, das ängstlich näher geschlichen, in die Knie gesunken mar, mährend die Kugeln über ihrem Kopfe dahinpfiffen.

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gen Tagen treibt sich in Frankfurt ein Mann umher, der die Hausfrauen, wenn sie allein in der Wohnung sind, aufsucht und sich als Ge­sangslehrer ausgibt und noch Schülerinnen annimmt. Wenn dann die Frau ihn einen Augenblick allein läßt, stiehlt er alles, waS er erreichen kann. Der Schwindler ist un­gefähr 35 Jahre alt, trägt blauen Anzug und ist etwa 1,70 Meter groß und nennt sich Sanität-- rat Dr. Ulrich, Dr. Möllendorf, Dr. Stein, Dr. Stern oder Dr. Debhardt. Kürzlich gab er auch in Kassel eine größere Gastrolle, wobei ihm gleichfalls Wertsachen in die Hände fielen.< Der Kohlengroßhändler Peter Hildmann wurde wegen betrügerischen Banke­rs tts auf Anordnung der Staatsanwaltschaft verhaftet, nach dreitägiger Haft, da fein Fluchtverdacht vorliegt, vom Untersuchungs­richter aber wieder entlassen. Der Prokurist der Firma ist flüchtig gegangen.

0 Hanau, 4. Sept. Die Zahl der im Stadtkreis Hanau von der gegentoarfigen Typhusepidemie betroffenen Personen (einschließlich Verdächtigen) beträgt 81. In dieser Zahl sind auch die Kranken, die in Privathäusern behandelt werden, eingerechnet. Von diesen 81 Personen sind bisher 16 Per-, fonen gestorben, so daß zur Zeit noch 65 Kranke, einschließlich der an Paratyphus erkrankten, be­handelt werden. Aus dem Kreis Gelnhausen sind im hiesigen Landkrankenhaus bis jetzt zwei Todesfälle zu verzeichnen. Die anderslautenden Meldungen der auswärtigen Presse mit phan­tastischen Zahlen sind glatt erfunden und sind geeignet, große Unruhe in die Bevölkerung zu tragen und das Hanauer Geschäftsleben schwer zu schädigen.

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will, die der Beschreibung nach mit mordeten ident is ch sein dürfte, habe einen grünen Rucksack getragen.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. W., 4. Sept.

und die Honigenden Pflanzen ihre vortrefflichen Säfte abgaben. Völker mit 60 und mehr Pfund sind deshalb dieses Jahr keine Seltenheit.

Starkenburg und Nheinhessen.

* Darmstadt, 4. Sept. Die Stadtverord­netenversammlung beschloß gestern, einen Platz im nördlichen Stadtteil, der erst noch angelegt wird,Friedrich-Ebert-Plah" zu be­nennen. Während der Beratung kam es zu so lebhaften Auseinandersetzungen zwischen So­zialdemokraten und Kommunisten, daß die Sitzung eine Zeitlang unterbrochen werden mußte. Rach längerer Debatte wurde beschlossen, für die städtische Sondergebäude st euer 75 Pf. auf 100 Mk Steuerwert zu erheben. Rachträglich wurde ein Kredit von 10000 Mark für Klassenausflüge und Ferien» fpaziergänge von Schullindern bewilligt. Die Staatsv nwaltschaft in Darmstadt ist davon benachrichtigt worden, daß bei der Gendarmerie in Mörlenbach sich eine Frau gemeldet habe, die am Sonntag nachmittag im Walde bei Mörlenbach eine Dame in Beglei­tung eines älteren Herrn gesehen haben

Wer bevor noch die letzten Strahlen der unter- gehenden Sonne das Bild in Dunkel hüllten, mar Senjor Luis Aralya zu Boden gesunken, im Fallen noch einen Schuß abfeuernd, der Jost hinstreckte.

Virginia wurde von einer wohltätigen Ohn­macht über die ersten Augenblicke, die der Tragödie folgten, hinübergeleitet.

Aus der Veranda stand Mrs. Master und rang in milder Verzweiflung die Hände. Und inmitten all dieser Verwirrung tauchte jetzt das kleine, weiße Pferdchen des Missionars auf, der morgen den Ehe- bunb hätte weihen sollen, und der es vorgezoaen hatte, schon heust in der Abendkühle auf die ya- zieda zu kommen.

Der nächste Tag war von den Tälern von 21° meja heraufgezogen, ein fünfter blauverschleietter Tag, frisch und süß, mit sanften Winden, die die Blätter der Pfefterbäume leise streichelten und in den Eukalyptu^üüschen leises Geflüster hervor- riefen.

In einem kühlen Zimmer des großen Hauses stand Mrs. Masters, wie eine weiße Madonna an* zusehen, und ihre blauen Auaen ruhten schwärme­risch auf dem Gesicht des Missionars, der trotz der vielen Tragödien, die der alte Mann in diesem heißblütigen Land schon hatte mit ansehen müssen, einen friedlichen und gütigen Ausdruck trug.

Mrs. Masters, Virginias Mutter, hingegen schien höchst ungeduldig und erregt, und sie sprach fieber­haft über ihre bevorstehende Abreise.

Virginia," sagte sie kalt,wir werden gleich zur Bahn gehen, um den Anschluß an den Dampfer noch erreichen zu können. Mach dich fertig! Wir haben keine Zeit zu verlieren! Es sind nur noch zehn Tage bis zum Ersten. Vielleicht können wir doch noch etwas bei Hamigham erreichen, dem ich deine Hand, Senjor Luis Aralyas wegen, ver­weigerte . . Du hast mich sehr enttäuscht, Vir­ginia!"

Sinnend blickte das Mädchen aus dem Fenster über die Wiesen hin und auf die Pfefterbäume, die, von einem leisen Lufthavch bewegt, miteinander flüfterten. Silbern erglänzte die Landschaft im ersten Morgenlicht.

Ich glaube," sagte Virginia endlich, und sie wendet sich der Mutter zu,daß ich nun am Ende bm. Obwohl . . ." lange zögerte sie, bevor sie mei- tersprach,obwohl ich nicht mit dir gehe, Mutter. Ich will zu den frommen Schwestern nach Ba- renda reifen . . . wenn der gute Pater mich mit- nehmen will."

Bittend legte sie die Hand auf den abgetragenen, schwarzen Priefterrock.

Es ist das Land, Vater, das mich nicht los­laßt! Das Land, in dem Herzen lernen müssen, zu verzichten. Hier ist noch Gott m der Natur! Ich- höre von nun an immer diesem Land und Jost'

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Aus Gn daraus hingt' gemeinföaft b angehört, die

Sammelp bergltra&e, |on Inippetiötrbän mittags bet de

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