Ausgabe 
4.12.1925
 
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samten ersten Zone bis Ende Januar rechnet. Es ist ein 8 t ä g i g e r Aufenthalt, vor allem in Köln und Bonn, in Aussicht genommen.

Das deutsche Eupen.

Eine belgische Stimme für Rückgabe an Deutschland.

Brüssel. 3. Dez. (TU.) In derVolks- g a z e t". dem Organ der Antwerpener Sozialdemo­kraten, das unter der Heilung von Minister H u y s- m a n s erscheint, wird bei einer Besprechung der letzten Provinzialwahlen festgestellt, daß Eupen deutsch ist, so deutsch wie irgendein Teil des Reimes. Die Annexionierung dieses Gebiets durch Belgien nennt'bas Blatt einen schweren M i h e r f o l g. Die Deutschen in dem annektierten Gebiet wollten eine deutsche Verwaltung, deutsche Richter und deutsche Schulen, Rechte, die die Fla­men bereits seit 90 Jahren erstrebten und noch immer nicht vollständig erreicht hätten. Wie wird es den 50 000 Deutschen ergehen, wenn die vier Mil­lionen Flamen bisher nichts erreichen konnten? Es fei eine bekannte Tatsache, daß Eupen Belgien mehr Verwaltungskosten verursache, als es einbringe. Das Blatt macht den Vorschlag, mit Deutschland Unter* Handlungen anzuknüpsen. um eine neue Grenz­regelung in Ostbelgien vorzunehmen. Zu gleicher Zeit solle man die deutsche Regierung dazu bewegen, das deutsche Geld zu übernehmen, das seit dem Waffenstillstand in den Depots der belgi­schen Nationalbank liege.

Die Fürstenabfindung.

Dent'cher Reichstag.

Berlin. 3. Dez. Vor Eintritt in die Lages- Ordnung gibt Abg. Dr. Wirth (bei keiner Fraktion) eine Erklärung ab, in der er die ge­strigen Angriffe deL Abg. Henning (Völk.) zu­rückweist.

Die erste Beratung der demokratischen und kommunistischen Gesetzentwürfe über die Für­stenabfindung wird dann fortgesetzt.

Abg. Hampe (Dt.-Hannov.): Der von den Demo raten eingebrach.e Gesetzentwurf berücksich­tigte die Verschiedenartigkeit der Ei­gentumsrechte der Fürsten nicht. Gegen Len demokratischen Antrag spreche auch Arttkel 5 der Weimarer Verfassung: Viemand darf einem ordentlichen Richter entzogen werden. Der äk.berweisung der Vorlage an den Ausschuß sei zuzustimmen. Unter keinen Umständen dürfe aber der Boden des Rechts verlassen werden.

Abg. Dr. Kahl (Dt. Vpt): Meine Freunde verlangen, daß der hier erörterte Fragenkreis nur im Geist und Sinne der Gerechtigkeit behandelt wird. Das würde nicht möglich sein, wenn man den kommunistischen Antrag berück­sichtigt. Die entschädigungslose Ent­eignung der Fürstenhäuser wäre in einem Rechtsstaat ganz unmöglich denn fte wäre eine rechtswidrige Besitzentziehung, die wir Kriminalisten Diebstahl nennen. Bei ei­nem Volksentscheid würden sicherlich viele, die die Wiederkehr des monarchistischen Regimes nicht wünschen, dennoch für die Abfindung der Fürstenhäuser stimmen, weil sie das Gefühl deS Dankes emwfinden für das, was Friedrich der Große, der Große Kurfürst und andere Mitglie­der der Hohenzollern und anderer Dynastien in sechs Jahrhunderten für das Land getan haben. Wie ein Volk sich stellt zu seiner großen ge» -fchichtlichen Vergangenheit, das ist auch ein Stück seiner persönlichen Würde. (Beifall rechts.) So­ll weit es sich um Mittel handelt, die auf öf­fentlichen Rechten beruhen, sollen bei der Fürstenabfindung auch nach unserer Meinung , die Gerichte nichts damit zu tun haben. Gleich­gültig aber, ob öffentlich rechtlich oder privat- rechtuch, auf keinen Fall darf die Frage zum Gegenstand politischer und damit parteipolitischer Erwägungen gemacht werden. (Beifall rechts.) Der in dem demokratischen Entwurf vorgesehene Ausschluß des Rechtsweges ist mit de­mokratischen Prinzipien unvereinbar. Dec Begründer des k^mekratischen Antrages legte nur Wert auf den Kern des Gesetzentwurfes. Auf diesem Wege könnte vielleicht eine Ver­ständigung erziehst werden, bei der man auch berechtigten sozialen Forderungen Rechnung trägt

Im Kreise meiner eigenen Freunde wurde die Anregung laut, vielleicht einem Reichs- schiedsgericht die Nachprüfung der Abfin- dung5aase!nandersetzungcn zu übertragen.

Dem Ausschluß des Rechts reges schlechthin kön­nen wir niemals zustimmen. Mit Entrüstung weise ich den in derVoss. Ztg." vom 1. De­zember enthaltenen anmaßenden Angriff zurück, daß alle parlamantarischen Gegner des demokra­tischen Entwurfes ein Interesse an der Finanzie­rung der monarchistischen Bewegung hätten."

Abg. Pfleger (Bayr. Vpti): Die An­nahme des demokratischen Gesetzentwurfs würde eine schwere Versa sungsänderung bedeuten. Die Bayerische Volkspartei werde unter keinen Um­ständen eine Regelung mitmachen, bei der der ordentliche Rechtsweg ausgeschlossen werde. Rechtspoli.isch würde auch die Schaffung eines Sondergerichtshofes für diese Fragen sehr be­denklich sein.

Abg. Schröder -Mecklenbg. (.'k.): Weil wir der Gerechtigkeit nicht in den Arm fallen wollen, können wir dem demokratischen Entwurf nicht zustimmen. Allerdings muß man auch die Fürsten an den Versassungssatz erinnern:Eigen­tum verpflichtet!"

Abg. Brodaus (Dem.) hält die Ansprüche der Fürsten für befremdend in einer Zeit, wo Hundecttausei.de von Staatsbürgern entschädi­gungslos enteignet worden sind. Die Aussprache habe ergeben, daß die Mehrheit des Hauses bereit sei, auf der Grundlage des demokratischen Entwurfes int Rechtsausschuß nach einer Lösung zu suchen. Seine Partei wolle sich nicht auf jet)e3 Wort des Entwurfes festlegen. Unbestreit­bar sei dec Zustand unhaltbar, daß die Ge­richte die Ao indungsfrage nach reichszivilrecht­lichen Gesichtspunkten behandeln wollten. Das Land Thüringen würde bei einer solchen Rege­lung glatt ruiniert werden. Bismarck habe nach 1866 ausdrücklich betont, daß der Staat auch über privatrechtliche Ansprüche hinweggehen müsse, wenn es das öffentliche Interesse er­heische. Dem Abg. Kahl erwidere er:Das formale Recht auf die Spitze getrieben, wird zum grötz en Unrecht an unserem verarmten deut­schen Volk, dem allein wir mit unserem Anträge helfen wollen." (Beifall bei den Demokraten.)

Die Gesetzentwürfe der Demokca'en und Kom­munisten werden dem Rechtsausschuß überwiesen.

Es folgt die dritte Beratung des Haus­haltes des Reichstages. Dazu liegt ein

Antrag der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten vor, zum Grunderwerb für einen Erweite­rungsbau des Reichstags 1 430 000 Mk. zu bewilligen. .

Abg. S ch u lz-Bro.nberg (Dtschnat.) spricht sich gegen den Antrag aus.

Abg. v. Guerard (Zentr.) drückt sein Be­fremden über die Stellungnahme des Abgeordne- ten Schulz aus, der noch vor kurzem ein Vorkämpfer für den Erweiterungs­bau genesen sei. Die Erweiterung der Reichs­tagsbibliothek sei dringend notwendig. Rach wei­terer Aussprache wird der Antrag angenom­men.

3n der dann folgenden dritten Beratung des R e i ch s m i n i st e r i u m s für Ernährung und Landwirtschaft begründet Abgeord­neter Thomsen (Dftchnctt.) eine 3ntertel.a.ion, in der die Regierung gefragt wird, was sie zu tun gedenke, um die augenblickliche ungeheure Kredit not in der Landwirtschaft rasch und wirksam zu beheben, insbesondere die Um­wandlung der Wechselverbindlichkeiien in lang­fristige Realkredite zu erträglichen Zinssätzen schleunigst durchzusühren. Eine Behebung der deutschen Wirtschaftsnot werde sich nicht durch eine Steigerung des Exportes ermög.i:hen lassen, ionöern notwendig sei vor allem eine Ver­minderung der Einfuhr ausländi­scher Lebensmittel. Das sei nur möglich durch eine Hebung der deutschen landwirtschaft­lichen Produklionssähigkeit.

Weiterberalung Mittwoch, 9. Dezember.

Preußischer Landtag.

Berlin, 3. Dez. Die in der Oeffentlichkeit in der letzten Zeit aufgetauchten Meldungen über einen bevorstehenden Putsch rechtsradi­kaler Verbände gaben dem kommunistischen Abgeordneten Pieck Veranlassung, vor (Eintritt in die Tagesordnung der heutigen Sitzung zu beantragen, daß Innenmini st erSevering vor dem Hause Auskunft geben möge über das, was ihm auf Grund amtl'.cher Feststellungen in dieser Sache bekannt geworden ist. Dieser Antrag wurde unter lebhaftem Protest der Kommunisten gegen die Antragsteller und gegen die Sozial­demokraten und Demokraten abgelehnt. Herr Pieck wiederholte später seinen Antrag, als Mi­nister Severing im üaale erschien. Dieser erklärte unter lebhaftem Beifall der Mitte, daß zur Zeit kein Anlaß bestehe, mehr besorgt za fein als bisher, und daß es keinen Putsch gebe, solange er, der Minister, auf dem Posten stehe. Das Haus führt die zweite Beratung des Haushalts der allgemeinen Finanz Verwaltung zu Ende und stimmte dem Etat in zweiter Lesung nach Annahme der Ausschußbefchlüsse zu. Aus der Fülle der einzelnen Vorlagen, deren Erledigung der Landtag noch vornahm, sei die 2. und 3. Be­ratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung der Feld- und Forftpolizeigesehe hervor- gehoben. Ferner fei noch erwähnt eine große Anfrage der Sozialdemokraten über die für die Knappschaftsinvaliden im Ruhr­revier erfolgten Lohnkürzungen und sonstige älnterdrückungsmaßregeln der Zechmbesitzer, die in der Regierungsantwvrt zurückgewiesen wurde. Die Besprechung dieser Interpellation wird das Haus in seiner nächsten Sitzung vornehmen, die am- 9. Dezember ftattfinbet und auf deren Tages­ordnung außerdem die dritte Beratung des Haus­haltes steht.

Lockerung der fire-tt- kontingentiming der Neichrbank.

Berlin, 3. Dez. (D.H.D.) In der heu­tigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank erstattete der Vorsitzende, Präsident Dr. Schacht, Bericht über die Ent­wicklung des Status der Bank wäh­rend der letzten Monate, die er als befriedigend bezeichnete. Insbesondere auch hinsichtlich der Devisenbestände. Sodann berührte er die in der letzten Zeit iit der Oessentlichleit mehrfach erörterte Frage der Ermäßigung des Reichsbankdiskonts und teilte mit, daß das Reichst nkdirettori um die Zeit für die Herabsetzung des Diskontsatzes angesichts der zum Iahresschluh zu erwartenden Ansprüche noch nicht für gekommen erachte. Auch die Tendenz der Zinssätze an den wichtigen Plätzen des Auslandes stehe einer solchen Maß­nahme entgegen, während aus der Entwicklung der inländischen Zinssätze für tägliches Geld und Privatdiskonten ein Schluß auf lausende Kre­dite nicht gezogen werden könne. Dagegen ge­statte die Lage der Bank, den Bedürfnissen der Wirtschaft durch eine Lockerung her Kre­ditkontingent k er nng enigegenzukommen, die das Reichsbankdirektorium als einen Schritt auf dem Wege zum Abbau der Ratio­nierung ansehe.

Ausschuhfitzung des deutschen Einze!hande!s.

Berlin, 3. Dez. (WB.) Die Hauptgemein­schaft des deutschen Einzelhandels veranstaltete heute ihre letzte diesjährige Hauptaus- s ch u h s i tz u n g unter dem Vorsitz von Heinrich Grünfeld. Das geschästsführende Vorstands­mitglied, Oberregierungsrat a. D. Dc. Tibur­tius berichtete über die im Rahmen der ge­samten Wirtschaftslage besonders ungünstige Si­tuation des Einzelhandels, wobei er sich zum Beweise des auch bei dem bisherigen Weih­nachtsgeschäft stark 3urüdgegangenenilm- sahes auf objektives amtliches statistisches Ma­terial stützte. Die Verhandlungen erstreckten sich insbesondere auf die Bekämpfung unlau­terer Auswüchie beim Zugabewesen, für die durch die Arbeit einer nunmehr ge­meinsamen Kommission der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels und des Einzelhandels- ausschusses deS Deutschen Industrie- und Han­delstages die Vorarbeiten geleistet worden sind. Ferner wurde für die Frage der Haltung und Ausbildung von kaufmännischen Lehr­ling en eine besondere Kommission eingesetzt. Schließlich war der Hauptausschuh in der Frage des Mieterschutzes der Auffassung, daß in der gegenwärtigen Zeit eine Abso/)ächung des Mieterschutzes, besonders insoweit es sich um die vom Einzelhandel benutzten gewerblichen Räume, also um Läden und deren Zubehör­räume handele, zu einer unerträglichen Schädi­gung des auf einen bestimmten örtlichen Absatz angewiesenen Einzelhandels führen würde. In­soweit lehnte der Hauptausschuß den Entwurf des Gesetzes zur Abänderung des Mieterschuh- l gesehes ab.

zurechnen.

Die Volkszählung in Japan tober ergab eine Bevölkecungszahl von also eine Vermehrung um 3 777 000 in fünf Jahren.

worden.

In dem Verfahren vor der Lokalkommission

Gelände ist zum Teil schon in der Kriegs- zum größeren Teil aber in der Rachkriegs- von der Gewerkschaft in Anspruch genom-

Zur Vermögensfteuer- ücranlagung.

Berlin, 3. Dez. (WB.) Angesichts der erheblichen Schwierigkeiten, die sich bei den Dor- ar bäten der bis zum 15. Dezember abzugebenden DermögenSsteuererkliirung ergeben, sind die wirtschaftlichen Spihenverbände in Verhandlungen mit dem Reichsfinanzministerium eingetreten. Im Vordergrund derselben steht ins­besondere die Unbilligkeit der Zugrundelegung der amtlich festgesetzten Steuerkurfe im Hin­blick auf den inzwischen auf allen Gebieten des Aktienmarktes eingetretenen Tiefstand. Die Verbände halten unter diesen Umständen eine Verlängerung der Frist zur Abgabe der DermögenssteuererÄärung für unbedingt geboten. Die Neuordnung der Errverbs-

irt Flur III gelegenen Grundstücke der von dem beeidigten Markscheider auf dem Plan vom 4. Juni 1923 angegebene Zeitpunkt, für die in Flur XIII und XIV gelegenen Grundstücke der Zeitpunkt, von dem ab Pachtbeträge von der Gewerkschaft am 10. Ok° nicht mehr bezahlt worden sind: 4. soweit Ab-

59 736 000, schlagszahlungen geleistet worden sind, sind diele den letzten I gegen die erkannten Entschädigungsbeträge aitf-

t. o,r, V s t ..,.r. pro qm zu entrichten sind, b) hinsichtlich der IN

Aus dec Liste dec Ordensritter der frcmzosiichen ^[ur XIII und XIV gelegenen Grundstücke 1,8 Pf. Ehrenlegion waren nach Ausbruch des Weltkriegs pro qm und Jahr: c) als Zeitbeginn für die nach

alle Deutschen darunter auch Goethe, ge- a unb b zu zahlende Entschädigung gilt für die

ft rieb en worden. Wie dieKceuzzettung meldet, 1 - ----- -

hat die französische Regierung vor kurzem in aller Stille die Streichung des Namens Goethe in den Ordensregistern rückgängig gemacht.

. der Sachverständigen.

Der Berliner Anwalt, Geh. Justizrat Gustav Der Provinzialausschuß gab dem d. Gocdon, der im Prozeß des Grafen Kuno ®nteignung3antrag ftatt. Olis E n t - Moltke gegen Maximilian Harden den Privatkläger schädigung hat d:e Gewerkschaft an d.e vertrat und in dem Prozeß Erzberger gegen Helffe- Grundeigentümer zu bezahlen: 1. für die zu cich dec Anwalt Erzbergers war, ist gestorben. Eigentum abzutretenden Grundstücke a) in ' 31. III 40 Pf. pro qm, mit Ausnahme des

S [ d, i t f e r i n Toll in Sonbon hab- toiffen Grundstücks 385 für 45 M. pro qm fW«St

in den Völkerbund Schwierigkeiten in den Weg r -ÄXtr *C9e3nun3 mil « Lschitschenn anneymen werde. Ausnahme des Grundstücks Rr. 385, wofür 1,8 Pf.

Das Hamburger Abbruchdiertel verschwindet.

Die Hamburgische Bürgerschaft nahm die Senatsvorlage zur Planierung der Ham­burgischen Altstadt an. Das sogenannte Hamburger Abbruchviertel, der Herd zahlreicher Laster und Krankheiten, wird bei Durchführung der Vorlage endgültiger Vernichtung anheim- fallen. Die gesamte Bevölkerung des Viertels wird in neu zu bauende Stadtteile übergeführt werden.

Wettervoraussage.

Meist heiter, wechselnde Winde, kalt, trocken. Der kleine Wirbel über dem Rordmeer ist über Skandinavien in östlicher Richtung abge­zogen. Heute liegen wir mitten im Bereich des von England herangekommenen Hochdruckgebietes. Diesem folgt allerdings westlich von Irland be­reits ein neues Glied der nördlichen Tiefdruck- , kette. Seine Zugrichtung bleibt abjur arten.

Io$cnunteiitüfeuug Gestrige Tagestempe.a uren: Maximum mi-

,> im»» nus 1,2, Minimum minus 16,2 Grad Celsius,

uhr^en W-lbung-n wird von ^ständige-St-L S°u«s° W°-g°n.°mp-ratur: minus 15,1 Grad darauf hingewiesen, daß die Reichsregie- rung an den Fragen der Erwerbslosenfürsorge I

MS Aus der Provinzialhauptstadt.

genden Zahl der Erwerbslosen ergibt, voll wär- Gießen, den 4. Dezember 1925.

Xu» ichWs Dom Provinzialousschuh. lagen, zielen aus Erhöhung drr Erwerbslosen- Der Provinzialausschuh verhandelte in seiner Unterstützung, sowie auf die Kurzaroeiterfürsorge I jüngsten Sitzung über den Antrag der Gewerk» und organisatorische älmgestaltung auf dem Ge- f$aft Gießener Braun st einberg- biet der Srwerbslosenfürsocge hin. Sie haben I n> erke, vormals Fernie, in Gießen auf eine so weittragende wirtschaftliche und finanzielle Grundabtretung in der Gemarkung Bedeutung, daß die gegenwärtige Regierung De- Großen - Linden. Die Antragstellerin bean- denken tragen muß, sie noch zu erledigen. Der tragte. da eine gütliche Regelung zwischen Beschluß des sozialpolitischen Ausschusses, der Grundstückseigentümer und dec DergwerkSdirek- eine Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung für tion wegen ileberlaffung von Gelände für berg- die Hauptunterstühungsempfänger um 30 Prozent bauliche Zwecke nicht zustande tarn, auf Grund vorgesehen hat, hat eine neue T atsach e ge- des hessischen Berggesetzes die Ileberlaffung von schaffen, mit der sich die Reichsregierung sofort Grundstücken im Enteignungstvege.

befassen wird. Cs ist bestimmt anzunehmen, daß ©g kommen in Betracht: Aus Fl. III Distrikt das bereits in einer der nächsten Kabi» .D^s kleine Waldfeld" 10524 qm, Grundstücks- nettssitzungen geschieht, die unmittelbar teile aus dem Grundbesitz von 32 Eigentümern, nach der Rückkehr des Reichskanzlers zu er- au8 U. xill DistriktStößt auf den Holz- und warten sein wird. Dergweg" 796 qm; Grundstücksteile aus dem

--------"7 Grundbesitz von 5 Eigentümern, aus Fl. XIV Dev atieciMKbzbulGütiicbe syw^'V3520 q ®runj>Jtüds-

ivu/ijw vv»* -v teile aus dem Grundoefttz von 9 Eigentümern.

Konflikt. ®ä

Genf, 3. Dez. (WTB.) Der Bericht der Un- zeit' tersuchungskommission über den griechisch-bulga- men rischen Zwischenfall stellt fest, daß die bulgarische _ . - . . Regierung in Uebereinftimmung mit den Bestim- | des Kreisamts Gießen, zu der drei Sachverstän- mungen des Völkerbundespaktes handelte, während dige zugezogen waren, kam eine gütliche Einigung die griechische Regierung in der militärischen Be- zwischen der Antragstellerin und den Grund­setzung bulgarischen Gebietes den Völker- ibesihern nicht zustande. Rach dem Gutachten bundspakt verletzt tyabe. Hieraus ergibt sich der Sachverständigen, das, wie die Sachverftän- nach Ansicht der Kommission, daß die g c i e ch i - digen ausdrücklich versicherten, unter den schwie- schen Ersatzforderungen mit Ausnahme rigften Verhältnissen zu erstatten war, da Kriegs- dec Ansprüche wegen des in feiner Funktion als zeit, Zwangswirtschaft, Rachkriegszeit, Inflation, Parlamentär getöteten griechischen Hauptmanns Eintritt der stabilen Währung, Geldknappheit a b a e l e h n t werden müssen und daß die grie- und unvorhergesehenes starkes Sinken der Pre^e chische Regierung zur W i e d e r g u t m a ch u n g für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu berücksich- verpflichtet ist. Die Kommission hät es für Ilgen waren, wurde als Pachtentschädigung für angemessen, daß Griechenland an Bulgarien für 1 qm Gelände 0,8 Pf. jährlich, und als Cnt- die Verluste 1. materieller Art 20 Millionen Lewa I schädigung bei Abtretung des Geländes an dir und 2. moralischer Art 10 Millionen Lewa zahlt. Gewerkschaft ein Grundstückswert von 32 Pf. Weitere Vorschläge beziehen sich auf Maßnahmen für den qm für öas Gelände in Flur III und von zur Verhinderung weiterer Grenzkonflikte durch 35,2 Pf. für den qm für das Gelände in Flur XIII di, Entfernung dec beiderseitigen Grenzposten vo- und XIV angenommen.

einander,ferner aus den Austausch der griechischen I In der mündlichen Verhandlung vor dem und der bulgarischen Bevölkerung und die Abfin- Provinzialausschuß wurde festgestellt, daß Ein- dung der aus Griechenland geflüchteten Personen I Wendungen gegen die Zulässigkeit der Enteignung bulgarischer Abstammung. und gegen die Rotwendigkeit der Abtretung deS

Oaoa Sm Geländes nicht erhoben wurden. 11 Gcundstücks-

wmjte vage tn rryrren. eigentümer erklärten sich mit pachtweiser lleber- London, 4. Dez. (TU.) Rach Berichten aus lassung deS Geländes zur Ausnutzung durch die Jerusalem hat sich die Sage in Damaskus auf Gewerkschaft einverstanden, während die übrigen das äußerste zugesvitzt. Die Drusen Grundstückseigentümer beantragten, daß die Ge- greifen die französischen Truppen an der ganzen werlschast das Gelände in Eigentum erwirbt. An Front mit aller Macht an. Sie haben den Geländepreisen wurdei. geftrirrt: Für das Ge­grüßten Teil ihrer Truppen auf Riak geworfen lände in Flur III ein Preis von 1,30 Mk. pro qm, und hoffen, dadurch die Franzosen z uzwingen, für das Gelände in Flur XIII und XIV ein Preis ihr Haupuquartier in Izzet und in Hauran auf- von 2 Mk. pro qm. Die Forderungen wurden zugeben. Die meisten Eisenbahnbrücken, die nach damit begründet, daß die Gewerkschaft im Laufe Homs und Rial führen, sind zerstört worden des Jahres bei freiem Ankauf von Gelände in unb die Verbindung zwischen diesen beiden der Gemarkung Grohen-Linden für minderwerti- Städten und Damaskus ist vollständig unter- geres Land als das Gelände, das von der Ge­brochen. Rach einem noch nicht bestätigten Gerücht Werkschaft in Anspruch genommen worden ist, hoben die Drusen Homs eingenommen. Damas - I 0,70 bis 1 Mk. bezahlt hat, und daß es den kus ist w'.ebqr in Verteidigungszustand Grundstückseigentümern nicht möglich ist, sich gesetzt worden. Die Straßen sind mit Stachel- innerhalb der Gemarkung Grohen-Linden Ersah- orahtverhauen und Sandsäcken verbarrikadiert, gelänbe zu beschaffen. Die höhere Preisforderung In dem europäischen Viertel hielten fca-nzösische für das Gelände, das in den Fluren XIII und Soldaten Wache. Das französische Oberkommando I XIV liegt und vorwiegend für den Kleinbahn­hat anempfohlen, die Frauen und Kinder abzu- betrieb zur Abfuhr der Erze notwend'g ist, transportieren, da es entschlossen sei, die Stadt wurde damit begründet, daß dieses Gelände zu- zu bombardieren. nächst, landwirtschaftlich einen besseren Ertrag

-------- I liefert, und weiter, daß es, weil in der Rähe des Bahnhofs gelegen, als Industriegelände ange-

lUäiU POiltllCPC KßwtlwlClL sehen werden könne. Als Geländepacht begehrten n/cr m K l. Ä die Grundstückseigentümer für die zurückliegende

In Teplltz, Brunn Aussig Bodenbach u. a. ec- 3eit 9 $f füc den qm mit Rücksicht daraus, daß hlelten viele den tsche P oft b ea men und die Gewerkschaft in der Kriegszeit in den Jahren Staatsangestellte am 30.November die Mitteilung, 1916 bLß 1919 diese Pachtpreise auf Grund abge- bafj fie am 1. Dezember i h r e s D i e n ft.e s e n t f^Ioffener Verträge bezahlte. Die Grundstücks- hoben sind. Jnsgi nt wurden 2000 deutsche Eigentümer, die ihr Gelände pachtwecse der Ge- Postbeamte unb Postangesellte abgebaut. Selbst- werkschaft abtreten wollen, verlangen, daß sie verständlich werden alle diese Stellen von Tsche- au6er der Pacht für die zurückliegende Zeit (9 Pf. d) c n besetzt werden. I den qm) vom Tag der äiebereigrrung an

3 Pf. für den qm als Pacht erhalten. Der Ver- Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete tret er der Gewerkschaft hielt diese Forderungen Fürst Otto von Bismarck wurde vom für außerordentlich überseht und beantragte Fest» Präsidenten Coolidge empfangen, setzung der Entschädigung nach dem Gutachten