Ausgabe 
4.7.1925
 
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nt. (54 drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)Samstag, 4. Zull 1925

Außenpolitische Umschau.

Don Prof. Dr. Otto Hoehs ch, M. d. R.

In der Sicher^...»frage liegt die Unterhaus­verhandlung vom 24. Juni und der Beschluß ves deutschen Reichskabinetts vor. Jene hat die großen Unklarheiten nicht abschließend geklärt, aber zum mindesten die Disferenz zwischen © n g = land und Frankreich ganz deutlich erkennen lassen. Unter dem Druck der Opposition ging Chamberlain weiter als bisher, und man sieht deutlich, wo der springende Punkt ist. Auf alle Weise strebt Frankreich, sich die Freiheit zu einem isolierten Dorgehen, das heißt also zu Sanktionen gegen Deutschland und zum Durch­marschrecht durch Deutschland, Polen zu Hilfe, zu bewahren, ohne daß ihm sofort die Garan­tien des Westpaktes und die Teilnehmer der Schiedsgerichtsverträge und der Dölkeröund in die Zügel fallen. Dagegen strebt England, das Frankreich auf alle Weise unmöglich zu machen, weil man in England mit Recht fürchtet, auf die Weise mit einem Mal gegen den eigenen Willen in einen großen Krieg verwickelt zu werden. Deshalb soll der Völkerbund die Ma­schine sein, in die alles hineingeleitet wird. Eng- lang will festlegen, daß Frankreich nur nach Entscheidung des Völkerbundes, ob der Schieds- hcrtrag verletzt sei, vorgeben dürfe. Die englische Garantie soll nur eintreten, wenn der Schieds­gerichtsgedanke im Westen verletzt sei, also nur, wenn ein Teilhaber sofort zu den Waffen greift oder das Schiedsgerichtsverfahren ablehnt. Für den Osten soll die Verpflichtung Englands noch geringer sein: sie besteht da nur in der Satzung des Völkerbundes. Indem England so teil» nimmt, bestimmt es selbst, wer der Angreifer ist und darf Frankreich nur mit Genehmigung des Völkerbundes vorgehen.

Die Opposition. Lloyd Georges besonders ist auch davon noch nicht befriedigt. Mit Recht verlangt sie bei einem so wichtigen Pakt, der England doch auf alle Falle fesselt, die größte Klarheit und Präzision für die Verpflichtungen Englands. Aber die Frage ist, ob denn Frank­reich öicfe neuen Formeln Ehankberlains, die dem Briefwechsel zwischen ihm und Vriand erheblich widersprechen, annimmt. Die wesentliche Stühe für das ganze, werm wir das sagen dürfen, englische System ist die Anteilnahme Deutsch­lands mit gleichen Pflichten, aber auch mit glei­chen Rechten an der ganzen vorzubereitenden Abmachung. Ohne diese mündet das ganze doch wieder ein entweder ins Genfer Protokoll, daZ England ablehnt, oder in das alte militärische Bündnis, das England ebenso ablehnt.

Mehr als ganz vorläufige Llmrisse liegen auch jetzt noch nicht vor. Das hat Chamberlain in seiner Rede ausdrücklich gesagt, und er fügte hinzu, daß, wenn daraus greifbare Verhand­lungen würden, noch sehr ernste Probleme zu erledigen seien. Wo diese unter anderem liegen, daraus deutete sein Hinweis auf die Abrüstung und auf eine Abrüstungskonferenz hin, womit zugleich auch die Drücke zu Rordamerika ge­schlagen ist.

Mithin ift noch gar keine Rede von einer Konferenz und der Vorbereitung dazu. Zwischen London und Paris ist erst in heiklen Vorberei­tungen das weitere zu erledigen. Dementspre­chend ist noch weniger für Deutschland Veran­lassung, auf die Konferenz hinzudrängen. Wenn das bestimmte Zeitungen heute tun, so begreifen sie ebensowenig das deutsche Interesse, wie die Stimmen, die glücklich Deutschland auch jetzt unter allen ilmftänöen in den Völkerbund zerren wollen. Das Reichskabinett hat auch zunächst nur beschlossen, grundsätzlich die Fühlung wieder zu verfolgen, die Dorerörterungen zu pflegen, aus denen sich zeigen wird, ob überhaupt Ver- handlungen möglich sein werden.

Denn wir stimmen Lloyd George durchaus zu: in dieser so wichtigen Sache ist allergrößte Klarheit notwendig. Darum fragen wir Frank­reich: Was versteht es unter obligatorischer Schiedsgerichtsbarkeit? Unter dem Recht des Zwangsvorgehens gegen einen Dertragsteilhaber?

welchem Verhältnis stehen Schiedsgerichts­vertrag und Garantiepakt und Völkerbund zu­einander? Deshalb sagen wir gleich im vorn­herein mit aller Bestimmtheit, daß die Garantie Frankreichs für etwaige östliche Schiedsgerichts­verträge uns schlechterdings unmöglich ist, ebenso wie Artikel 16 und ebenso wie die Absicht der andereir Seite, den Artikel 19, also die Möglich­keit einer friedlichen Revision der Verträge, schlechterdings auszuschließen. Erkennt die andere Seite diese Lebensnotwendigkeiten Deutschlands nicht an, dann kommt aus den Verhandlungen,

wie schon jetzt mit aller Bestimmtheit gesagt werden kann, nichts heraus.

Parallel damit gingen die ungemein wich­tigen Verhandlungen der internationalen Handelskammer in Brüssel. Deutsch­land war nicht dabei, was insofern ganz gut war, als dabei über den Wiederaufbau Europas so wie die anderen objektiv zu sprechen meinen, gesprochen wurde, ohne Rücksicht auf Deutsch» land selbst. Denn die Logik der Tatsache, die Wucht der wirtschaftlichen Gesetze zwingt einfach die Dinge zu Gunsten Deutschlands. Man spricht von Dawes-Plan, Transfer. Exportmöglichkeit Deutschlands, Bereitschaft der anderen, : putschen Export aufzunehmen. Man war sich einig, daß Reparationszahlung bedeutet, Export und Ex­portüberschuß, und daß Reparationsvolitik und Handelspolitik heute miteinander in Widerspruch stehen, daß man nur das eine oder das andere treiben kann. Man war sich weiter einig, daß internationale Verschuldung unserer Kriegs­gegner an Amerika dasselbe bedeutet, nämlich Bezahlung in ©Wortgütern an Amerika, und daß alles letzten Endes durch diesen Zusammen­hang. die Frage der Reparation und der inter­alliierten Schulden, ist ein deutsch-amerikani­sches Problem. Kurz gesagt so: Ist Deutsch­land in der Lage, die 15 oder 20 ober wieviel Goldmilliarden Mark an ©Wortgütern zu er­zeugen und abzusehen, die zur Bezahlung des Dawes-Planes notwendig sind und die auf dem Wege über Reparationen etwa an Frankreich ober Belgien und weiter auf dem Wege über die Schulden dieser Staaten an Amerika vom amerikanischen Markt ausgenommen werden müß­ten? Jetzt endlich ist das, was man die wirt­schaftliche Weltmeinung nennen kann, bei der ©rkenntnis dieses letzten Zusammenhanges an­gelangt. Stellt man die Fragen so, wie sie in Brüssel richtig gestellt werden, so liegt die Ant­wort auf der Hand: Das ist schlechterdings un­möglich!

Richt daß das ausgesprochen wurde, war so wichtig, sondern daß es in Brüssel von so maßgebenden englischen und amerikanischen Wirt- schaftssührern gesagt wurde. Diese Konferenzen haben die Erkenntnis von dem ilnfinn, den die Friedensverträge angerichtet haben, feit Jahren gefördert, diese jetzt in Brüssel hat es besonders getan. llnö an dem Faden wird Rordamerika weiter nach Europa hereingeleitet über die Schulden seiner Kriegsverbündeten, über die französische Finanzlage, die heute nach einem Dawes-Plan für Frankreich schreit, und damit herein in die Abrüstungsfrage, die Amerika so am Herzen liegt und die wiederum absolut not­wendig in die Sicherheitserörterung hereingehört.

Das ist ein langer, aber ein notwendiger Weg, auf dem die Entwicklung nach unserer Aleberzeugung genau so zwangsläufig zu Ende führen wird, wie es beim Dawes-Plan der Fall war. Einstweilen sollen die europäischen Staaten das ihre dazu tun. Wir brauchen bloß auf das gegenwärtige deutsch-polnische Verhältnis, das glücklich durch Polens Schuld in den offenen Zoll­krieg herein getrieben worden ist, und auf alle unsere Klagen gegen Polen hinzuweisen. Oder wir brauchen nur auf die Frage des An­schlusses von Oesterreich an Deutschland hinzu­weisen. Da haben wir zwei Fragen, die die An­wendung eines wirklichen ehrlichen Schieds­gerichtsverfahrens zwischen gleichberechtigten Ra­tionen verlangen.

Die Entente hat bisher alles getan, um schon die Voraussetzung, nämlich das gegenseitige Ver­trauen für so etwas nicht aufkommen zu lassen. Wir wollen sehen, ob die beschlossene Ruhr­räumung auch wirklich zu Ende geführt wird. Wir wollen sehen, ob die Lebensinteressen Deutsch­lands in der Entwaffnung und Räumungsfrage anerkannt werden. Wir wollen sehen, ob diese Interessen Deutschlands in der Frage Völker­bund und Sicherheit ihre Berücksichtigung fin­den. Für eine gesunde Sicherheitspolitik unter gleichberechtigten Rationen mit gleichwertigen Zu­geständnissen ist Deutschland selbstverständlich auch zu haben und mitzuarbeiten bereit. Aber es ist sinnlos, die Verhandlungen damit zu beginnen, daß man die Revision unmöglicher Verträge von vornherein unmöglich machen will, daß man von Deutschland verlangt, diese unmöglichen Zu­stände nochmals anzuerkennen und feierlich zu garantieren, und daß man von Deutschland ver­langt, von einem entwaffneten Lande inmitten unter Waffen starrender Vertragsgenossen, kurz gesagt sich zum Schlachtfeld für die Konflikte der anderen machen zu lassen. Die Lage Deutschlands in der Mitte von Europa bleibt nach wie vor sein Schicksal. Alnd wenn Argentinien ohne Gefahr den Artikel 16 annehmen kann, das entwaffnete

Sheitani. (Der Teufel).

6in Erlebnis aus dem geraubten Deutsch-Ostafrika. Von S). Fuchs.

9a, ich fing wirklich selbst an zu glauben, daß ich es mit dem leibhaftigen Teufel zu tun hätte!"

Um diesen Ausspruch und überhaupt meine kleine ostafrikanische Skizze zu verstehen, muß ich den ge­neigten Lesern erst folgende Erklärung geben.

9ch mar vor dem Kriege Pflanzer in Ostafrika. Der größte Feind einer Pflanzung ist ein großer Pavian, der sogenannte Hundsaffe, weil er einen Hundekopf hat und wie ein Hund bellt. Dieser Affe, der sehr groß wird und oft über 60 Kg. wiegt, wan­dert in Rudeln bis zu 100 Stück und mehr, und wenn ein solches Rudel z. B. in ein Maisfeld oder in ein Bananen- oder Apfelsinen Wäldchen einfällt, bleibt recht wenig für den Pflanzer zu ernten übrig. 9a, selbst eine junge Gummipflanzung kann diese unwillkommene Gesellschaft bei einem einzigen Besuch vollständig zerstören, denn sie reißen die jungen Bäumchen aus und fressen die süßlich schmeckenden Wurzel. Sein Wunder, daß der Pflan­zer daher dem Burschen den ewigen Krieg erklärt unb ihn auszurotten sucht, was aoer unmöglich ist, denn der Affe ist sehr schlau, er läßt keinen Euro­päer in Schußweite kommen, und Gift nimmt er nicht.

Oft kommen auch, wie bei den Hirschen, Einzel­gänger vor, die aus ihrer Gesellschaft ausgestoßen sind. Dies sind immer alte und riesige männliche Affen, die wohl etwas angestellt haben in ihrer Ge­meinde oder anderer politischer Ansicht sind und da­für ausgeftoßen wurden, und die nun ihre ganze Wut an der Pflanzung auslaffen, in deren Nähe sie sich häuslich im Urwald niederlassen, solange es noch etwas zu rauben oder zu zerstören gibt.

Ein solcher Herr, einer der riesigsten seiner Gat­tung, ist der Held meiner Geschichte.

Mein Haus mit breiter Veranda stand auf einer kleinen Anhöhe, und gerade der Veranda gegen­über, über das flache Tälchen und die kleine Anhöhe hinauf bis an den Waldsaum, hatte ich sechs Hektar Mais gepflanzt, da ich sie leicht vom Haus aus über­sehen konnte; sobald ein Affenbesuch gemeldet wurde, konnte ich oft von der Veranda aus dazwischen feuern, und manche Affenfamilie wurde damals, in den noch glücklichen Jahren 1912/13, in Trauer ver­setzt, indem einer oder eine ich war nicht wähle­risch der Angehörigen auf dem Felde desRau­bes" blieb.

Die Bande, schätzungsweise ein Rudel von 60, sah dann auch bald ein, daß mit mir nicht zu spaßen sei, und daß sie nicht lange genug in meinen sechs Hektar gastieren konnte, sondern daß sie die paar Maiskolben, die sie in der kurzen Zeit ergatterten, doch an Toten und Verwundeten zu teuer bezahlt seien, unb zog endgültig ab, um meinen Nachbarn, zirka vier Marschstunden von mir, zu beehren.

Ich gratulierte mir schon, daß ich die Affenplage, wenigstens für diese Saison, los sei, als mir zwei oder drei Tage später, genau um 1 Uhr mittags, wir wollten uns eben zu Tisch setzen, von meinem Diener gemeldet wurde, daß ein riesiger Einzelgänger zu­rückgeblieben sei und gerade uneingeladen auf einem hohen Termitenhügel (Ameisenhügel, oft 3 Meter hoch) genau der Veranda gegenüber in der Nähe des Waldsaukys, auch sein Mittagessen, aus meinen schön­sten Maiskolben bestehend, begonnen habe. Rasch den Feldstecher herbei! Richtig, da saß er, ganz frei oben auf dem Hügel, ein Riese mit breiter Brust, die mir genau zugekehrt war, ein wunderbares und gar nicht zu fehlendes Ziel; den linken Arm voll der schönsten Maiskolben meine Maiskolben, alles auserlesene Ware, die er ganz menschenähnlich mit de» rechten Hand bzw. Pfote langsam und be­dächtig nimmt und in seinen Riesenrachen schiebt und mit Genuß zermalmt, wobei er wie mir schien höhnisch nach mir herüberblickte.

Rätsel-Ecke.

Krcuz-Lcharade.

1 3

2 4

I 6. Stabt in Westfalen, 7. Genußmittel, 8. musi­kalische Form, 13. türkischer Rame, 15. Dinde-

I mittel. 16. Ortsveränderung, 17. französischer Re­volutionär. 18. weiblicher Personenname, 21. tie­rische Wohnung. 22. Wintersportgerät, 23. Wahr­heitsbeteuerung, 24. Element.

1-4 größere erzählende Prosabichtung, 23, 123 und 4-23 Ramen von bekannten Städten in Großbritannien unb Rorbamerika.

Rätsel.

Ich war heut bei der Schneider.

Unb holte mir das Wort,

Unb da mir bieses sehr gefiel,

Bestellt' ich mir sofort.

Rachbern bem Wort den Kopf ich nahm, Das. was alsbann zum Vorschein kam.

Heberin ut.

Der freche a. bem nicht die ü genügt.

Er liebt bie süßen Trauben vor allem in ber Welt Unb barum er so gern zum Weinspalier hinfliegt, Wo bann auch manche e zum au ihm fällt.

Silbenrätsel.

Aus ben Silben: a. a, al, as, be, ber, bold, bürg, chen, bi, bie, bra, eg, ein, el eu, fe, ge, gen, gent, go, i, ko, la, las, ling. lo, na, ne, ne, ne, ner, neis, nie nin, rhap, ries, far, schi, fe, so fo, fort, sper, stein, ta, tan, ter, ti, trau, tri, vre, wa, wart, wein, sind 23 Worte zu bilben, bereu Anfangs- unb dritte Buch­staben ein Sprichwort ergeben. Die Worte be­deuten: 1. Berg schloß bei Eisenach, 2. Märchen­gestalt, 3. Musikstück, 4. Vogel, 5. Gift, 6. Männer­namen, 7. gesunkenen Riesendampfer, 8. Him­melskörper. 9. Frucht, 10. Krankheit, 11. Be­leuchtungskörper, 12. Wurfseil, 13. Stadt in Bra­bant, 14. Vermittler, 15. Fisch, 16. landwirtschaft­liches Gerät, 17. Rebenart, 18. Berggeist, 19. Uebcrmut, 20. Fluß im Riesengebirge, 21. Wasserfahrzeug, 22. Soldaten, 23. bekannten Phy- fifer»

Kreuzworträtsel.

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Es bedeuten:

Von links nach rechts: 1. Abschrift, 5. landwirtschaftl. Besitztum, 8. Tonart. 9. weib­licher Personenname, 10. Blume. 11. Altgermani­sches Schriftzeichen, 12. Singst i n.ne. 13. Säuge­tier, 14. Rebenfluß ber Weser, 19. tierisches Probukt, 20. weiblicher Vorname, 22. Metall, 24. Alkoholisches Getränk. 25. Bezeichnung alter Zeiten, 26. Berg in Griechenland 27. körper­liches Reinigungsmittel. 28. In seiner Länge zersägter Baumstamm.

Von oben nach unten: 1. ©belftein» gewicht, 2. Beliebtes Mundwasser. 3. Un­garische Steppe, 4. Dolksstamm, 5. Antilopenart,

Deutschland in der Mitte Europas, das von allen Konflikten sofort berührt wirb, kann es nicht. Daraus ergeben sich die Schlußfolgerungen für die taktische unb sachliche Haltung zur ganzen Sicherheitsfrage von selber!

Neichskriegertag in Leipzig.

Im Herbst dieses Jahres werden sich in Leipzig alle Deutschen, bie für ihr Vaterland Wehr unb Waffen getragen haben, zusammenfinden zu einer würdigen Gedenkfeier für die Toten des Weltkrieges unb zu feierlichem Gelöbnis, alle Kraft zum fried­lichen Wiederaufbau des deutschen Vaterlanbes einzusehen. Der 1. allgemeine deutsche Reichskriegertag soll eine Kundgebung wer­ben, burch bie bie Vergangenheit mit ber (Segen-

Warte, Freundchen, dir werden wir die Mahl­zeit versalzen!" Meine Mannlich-Schönauer 9,5 her­aus, Entfernung taxiert 250 Meter, etwas tief auf die breite Brust gehalten, an dem Verandapfosten angelegt, lange und vorsichtig gezielt, denn es war ja eine Standscheibe und absolut keine Eile---

das arme dumme Luder ich hielt ihn geradezu für einen Selbstmörder dauert mich eigentlich und: Feuer!"

Nun, jeder anständige Affe hätte mit meinen noch übrigen Maiskolben auch feinen Geist aufgege­ben, nicht so mein Freund.

Langsam und voller Würde hob er seinen Mais­kolben auf, der seinem linken Arm entschlüpft war, macht mir, wie es schien (ich sage ausdrücklichwie es schien') eine kurze Verbeugung, dann einen ele­ganten, gar nicht übereilten Sprung, und weg war er, so gesund wie ich und jedenfalls in besserer Laune. Natürlich, meine sonst selten fehlende Büchse oder das starke Sonnenlicht oder vielleicht falsch taxierte Entfernung oder der Himmel weiß was, wär schuld an der Blamage und dem verstohlenen Lächeln meiner Schwarzen. Büchse wird auseinander genommen, geputzt und geölt, Entfernung genau gemessen, erweist sich als 220 Meter Luftlinie, alles in bester Ordnung, und meine Laune bleibt trotz der Hitze unter Null.

Na, also nicht! Nächsten Morgen bringt mein Postläufer tie Europapost, Briefe, Zeitungen usw., so daß id) die Affenblamage bald ganz vergeßen habe. Wir setzten uns pünktlich um 1 Uhr wieder zu Tisch da kommt mein 9unge grinsend herein- gelaufen:Nyani yule tenna, Bwana" (ber Affe ift wieder da, Herr). Richtig, auf demselben Platz, ganz dieselbe Vorstellung und ganz dasselbe Resultat. Am dritten Tage dieselbe Sache, meine Neger bitten mich, nicht mehr zu schießen, dennn es sei ja der Sheitani" (der Teufel) und ich bekäme ihn doch nicht, sondern er würde nur unsagbares Unglück über mich u ib die Meinen bringen, wenn er es

Auflösungen.

Äcttcnrätfel.

Lerche Chemie Miete Tein Insel Selma Major Jordan Dante Tenor Rorma Marie Riese Senat Ratter Termin Minna Radel Delta Tafel Felsen Senta Taler.

Silbenrätsel.

Reptun. Elbe, Unfallversicherung. Rokoko. Urlaub, Praktiker, Philatelie, Irmgard, Ratal, Estomihi. Reisekorb. Reuruppiner Bilderbogen.

Viersilbige Scharade.

Kilo, Meter Kilometer.

Kreuzworträtsel.

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Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedattionStisch Der Grund.

Sag mal, liebe Trude, du siehst doch seit einigen Tagen so traurig, so angegriffen aus wieviel fehlt dir denn?"

Die Entschuldigung.

Bei einer Firma liegt ein Buch aus, in dem die Angestellten jeden Morgen ihre Namen einschreiben, zugleich mit der Zeit ihres Eintreffens und der Angabe von Gründen, wenn sie sich verspäten. Nun schreibt gewöhnlich der erste, der zu spät kommt, als Entschuldigung ein:Zug versäumt", und die andern begnügen sich bann banrit, barunter zu setzen: Dito." Eines Morgens nun, als roicber eine schöne Reihe vonbitos" baftanb, bemerkte man plötzlich, baß ber erste, ber sich eingetragen, als Entfchul- bigung hingeschrieben hatte:Meine Frau bekam Zwillinge."

Die Stimme.

Du, Persener, hör' mal!" rief ein Theater- arbeitet währenb ber Probe, in ber ein Tenor sang, einem anbern zu,hör' mal bie Stimme! Dünner» weiter! Des Eannfte mir stoben, mit bie Stimme kommt ber Mensch burch die janze Welt."Na höre, wie meenfte bes?'5Wie ick bes meene? Ick sage Dir: mit bie Stimme kommt ber Mensch burch bie janze Welt. Den behält teen Theater."

Man muß so etwas gesehen haben.

Waren Sie schon im Theater zu biesem gräß­lichen freien Stück, was jetzt wieder gegeben wird?" 9 Gott bewahre, zu sowas gehe ich nicht." Da haben Sie ganz recht, es ist skandalös, das auf bie Bühne zu bringen; ich habe es gesehen. Das Publikum sollte sich bagegen wehren unb gar nicht hingehen, aber, unter uns gesagt, ansehen müssen Sie sich's auf alle Fälle.

wart unb ber Zukunst verbunden wird. Sie soll dazu beitragen, bem Geist kleinmütiger Verzagtheit enigegenzuwirken. das Gefühl und das Verständ­nis für die deutsche Schicksalsgemeinschaft zu stär­ken und zu festigen, bie Herzen zu erheben und ben kraftbewußten Willen zu stählen unter der Losung:Das Reich muß uns doch bleiben." Konnte es für diese Feier eine würdigere Stelle geben als bie Stätte, wo sich bas mächtige Volkerschlacht- benkmal in die Lüfte reckt, wo vor mehr als 100 Jahren Tausende und aber Tausende deutscher Männer unb Jünglinge freudig ihr Blut zur Be­freiung des deutschen Vaterlandes dahingegeben haben?

Die Leitung der ganzen festlichen Veranstal­tung liegt in den Händen des Sächsischen Militär­bundes, insbesondere des Bezirks Leipzig. Sein

ma

übel nähme. Ich stelle ein leeres Petroleumtin auf den Hügel, auf dem der Affe oder Teufel jeden Tag seine Vorstellung gibt, ein viel kleineres Ziel wie die breite Afsenbrust, und treffe mit drei Schuß zweimal genau Zentrum und einmal hoch rechts, ber Schuß wäre ober auch noch löblich gewesen! Unb ben Affen tonnte ich nicht umlegen! Es ist kaum glaublich, aber Inder wahr, neunmal, sage unb schreibe neunmal, habe ich auf basDing" an neun aufeinanber folgenden Tagen, jedesmal genau um 1 Uhr einen Schuß abgegeben, jedesmal mit dem- selben Erfolg, nur daß dasDing" jedesmal lang­samer abzuziehen schien, aber stets gerade rasch genug, daß mir keine Zeit blieb, zu repetieren. Es war fast schon wie die Einuhr-Kanone von einer Sternwarte aus, wie sie in manchen Städten ab­gefeuert wird.

Nach ber britten Vorstellung melbeten mir meine Neger bas Erscheinen besTeufels" nicht mehr, fon- bern waren währenb berfelben alle spurlos ver- schwunben aus Furcht. Mein Ruf als guter Schütze war wenigstens für bie Zeit unrettbar ver­loren, aber bafür war ich gynz enorm in ber Ach­tung meiner Schwarzen ob meines unheimlichen Mutes gestiegen, baß ich mich selbst vor bem Teufel nicht fürchtete.

Meine Laune? Na, man spricht von einer Hunde- tollwut, unsere armen Hunde müssen ja dafür leiden, die hatte ich nicht, aber dieAffentollwut", die hatte ich in hohem Grade, trotzdem mich fein Affe gebissen hatte. Ich hatte einen fürchterlichen Zorn auf alle Affen, aber auf dieses unheimliche Vieh ganz beson- ders, und am liebsten hätte ich mir von der nächsten Militärstation, 45 Kilometer von mir, ein Maschinen­gewehr gepumpt, wenn dort eins gewesen wäre um es einmal damit zu versuchen.

Ich hatte keinen Apetit mehr, konnte nicht mehr schlafen, kurz, ich hatte dieAffentollwut".

Da, in der Nacht nach dem neunten Affengefech^ denn das war meine einzige Zettrechnung geworden.