Ausgabe 
4.6.1925
 
Einzelbild herunterladen

liebe wohl und antworte mir umgehend. Es

grüßt Dich herzlichst

Leitartikel der

7. Sortierung

(Nachdruck verboten.)

Dein getreuer Sascha. .Chicago Tribüne*.

Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Laffert.

Feuer am Nordpol."

Am heutigen Tage erschienen zum ersten Male die Aktien der Nooa-Thule-Gesellschaft auf unserer Börse, die einen förmlichen Run verursachten, so daß das angebotene Material binnen kurzem ver­griffen war. Ungewöhnlich starke Kurssteigerungen, über die wir im Börsenteil näher berichten, waren die natürliche Folge. Wie unseren Lesern bekannt sein dürfte, ist Mr. Aladar W. Gould einer der beiden amerikanischen Direktoren jener Gesellschaft. Von ihm erbaten und erhielten wir interessante neue Aufschlüsse über jenes seltsamste Industrie­gebiet der ganzen Welt. Mr. Gould teilt uns fol­gendes mit:

Die eisstarende Todeswüste am Nordpol hat ihr Ende erreicht, besiegt durch die Leben schaffende, erwärmende Kraft des Feuers. Was vor wenigen Jahren noch unmöglich erschien, wurde eMe auch die kühnsten Erwartungen übertreffende Wirklichkeit, heroorgerufen durch die ingeniöse Tatkraft einiger weniger beherzter Männer.

Ohne das Feuer birgt ein auch nur vorüber­gehender Aufenthalt im Gebiete des Nordpols stän­dige Lebensgefahr. Jetzt ermöglichen die aus lan­gem Dornröschenschlaf erweckten Naturkräfte nicht nur die Errichtung einer starken Industrie in jener Todesgegend, sie sind auch imstande, einen gewal­tigen Ueberschuß an Kraft abzugeben, der dem­nächst halb Amerika zugute kommen wird.

Mit Rieseneile, mit unbändiger Energie und einer Verachtung der Kosten wird dort oben ge­arbeitet, die etwas direkt Amerikanisches an sich haben. Höchste Zeit war es, daß auch wir den An­schluß fanden, wo der Betätigung unserer Techniker und Ingenieure noch der größte Spielraum harrt.

(Fortsetzung folgt.)

Die Möglichkeit dazu ist gegeben, (im großer Teil der russischen Arbeiter und Angestellten in Nova Thule ist mir und Rußland treu ergeben. Sie bil­den eine im geheimen fest gegliederte Mannschaft, die bereit ist, auf einen Wink von mirtzuzufassen.

Es bleibt nur noch zu erwägen, ob wie diesen Gewaltakt so lange verschieben sollen, bis der im Beginn des Frühjahrs zu erwartende französische Angriff stattgesunden hat. Ausgeschlossen ist es nicht, daß Frankreich überhaupt von Gewaltmaß­nahmen absehen wird, sobald die deutschen Führer abgesetzt sind. Andererseits könnte die Verteidigung Nova Thules gefährdet werden, wenn nach der Be­seitigung von Sanders und Nagel alle übrigen Deutschen das Land verlassen sollten.

Diese Dinge lassen sich aber mit Sicherheit nur an Ort und Stelle beurteilen, und dazu bedarf ich Deiner Mitwirkung. Wundere Dich nicht, daß ich gerade Dir ein solches Spiel vorschlage. Ich tue es mit vollster Einschätzung Deines Charakters. (Du siehst, wie offen ich bin.) Ich weiß, daß San­ders Dich lieble und später verließ, und muß Dir gestehen, daß ich zu Beginn unserer Ehe erwartete, Du würdest die alten Beziehungen zu Deinem Freunde wieder aufnehmen. Durch genaue Beobach­tung von Euch beiden gelangte ich aber zu dem Schluß, daß er Dich aufs tiefste verachtet, wäh­rend Du ihm mindestens nicht sehr rosig gesinnt bist. Es müßte Dir also immerhin eine gewisse Genugtuung bedeuten, den etwas allzu übermütigen Herrn von seiner Höhe zu stürzen.

Sollte ich mich nicht in Dir getäuscht haben, so mache ich Dir den Vorschlag, demnächst wieder hierherzukommen. Wir können dann Weiteres be­reden. In nicht allzuferner Zeit muß ich aber nach Nova Thule reifen, um die Dinge ins Rollen zu bringen. Willst Du mir Deine Unterstützung leihen und mich begleiten, so halte ich das Spiel bereits für halb gewonnen. Aber auch ohne Dich würde ich bald den Versuch machen.

unsere neuen Anlagen hier und in Uralsk zeigen könnte. Auch von einer größeren Besichtigungs­reife nach Archangelsk und weiter nach Nova Thule wolltest Du nichts wissen. Und dabei hatte ich Wichtiges mit Dir zu besprechen. Ich bat Dich daher wiederholt, mir wenigstens einen Besuch bei Dir in Saratu zu gestatten. Du lehntest ohne er­sichtliche Gründe ab. So muß ich Dir schriftlich auseinandersetzen, was ich lieber persönlich be­sprochen hätte.

Dein ehemaliger Freund, der Präsident von Nova Thule, Herr Sanders, macht mir Sorgen. Er scheint ein wenig an Größenwahn und Selbst­überhebung zu leiden und vergißt, daß er schließ­lich doch nur ein Geschöpf von unseren Gnaden ist. Zunächst hat er sich, entgegen den mit uns ge­troffenen Abmachungen, eine Schutztruppe ge­schaffen, die fast ausschließlich aus Deutschen be­steht. Nominell gehört auch eine größere Anzahl Russen zu dieser Truppe, doch werde sie allmäh­lich und systematisch ausgeschaltet. Auch die Be­amten und Angestellten der Gesellschaft sind fast ausschließlich Deutsche ober unzuverlässige Russen, die sich durch Versprechungen von Sanders ge­winnen ließen. Die Volkskommissare sind bereits argwöhnisch geworden und drohen mir, falls ich es an der nötigen Achtsamkeit fehlen ließe.

Nun hat Sanders, iynter dem natürlich auch mein verehrter Geschäftsfreund Hagen steckt, im geheimen einen Vertrag mit Amerika abgeschlossen, wonach die Hälfte des gesamten Aktienkapitals der Gesellschaft in amerikanische Hände übergeht. Uns gegenüber begründete er die Sache damit, daß man nur auf diese Weise unser Unternehmen gegen Zu­griffe der Franzosen zu schützen vermöchte.

Für mich wurde nun die Frage brennend, was da zu tun ist. Natürlich will ich versuchen, mich zu­nächst in Frieden mit Sanders auseinanderzu­fetzen. Gelingt das aber nicht, dann dürfen wir auch vor gewaltsamen Mitteln nicht zurückschrecken.

Der dadurch erreichte Vorsprung kann fo schnell nicht aufgeholt werden und würde den betreffen­den Staat, wenigstens für eine gewisse Zeit, zur militärischen Vormacht der Welt erheben. In diese glückliche Lage gelangen wir durch den vorliegen­den Vertrag, dessen baldige Unterzeichnung daher dringendes Erfordernis ist. Denn in den Händen der United States wird dieses starke Kriegsinstru­ment niemals zu imperialistischen Forderungen oder zur Knechtschaft eines anderen Volkes aus- genutzt werden, sondern nur zur Erhaltung des Weltfriedens und der ausgleichenden Gerechtigkeit.

2.

Brief ©tratoffs an Linda.

' Kalmikowskaja, den 14. Januar.

Liebe Linda!

Es sind jetzt bereits zwei Monate seit Deiner Abreise nach Saratu vergangen. Eigentlich eine etwas lange Trennungszeit für ein jungverhei­ratetes Paar, selbst wenn es in einer fo modernen Ehe lebt wie wir. Du kannst Dich nicht beklagen, daß ich unsere Abmachungen irgendwie gebrochen hätte. Ich fühle aber bereits feit längerer Zeit, daß Dein Interesse an meinen Unternehmungen zu schwinden beginnt. Wärst Du eine Frau wie die Mehrzahl, ober lebtest Du in einer engbegrenzten, altmobischen Ehe, dann würde ich vermuten, daß ein neue Passion dahintersteckt. Da Du aber über Deine Neigungen stets völlig unbehindert verfügen kannst, so muß ein anderer Grund oorliegen.

Schon mehrfach bat ich Dich, einmal wieder nach Kalmikowskaja zu kommen, damit ich Dir

5631D

Feuerwerk usw

5634c

Bullenverkauf.

Die Gemeinde Climbach verkauft einen schweren, abgängigen Bullen im Sub­missionsweg.

Angebote in Reichsmark auf Lebend­gewicht per Zentner können bis zum Dienstag, den 9. Zuni, nachm. 4 Tlhr, in verschlossenem, mitAusschrift versehenem Umschlag abgegeben werden. Die Be­dingungen werden vor der Eröffnung

bekannt gegeben.

Climbach, den 3. Juni 1925.

Bürgermeisterei Climbach Stein.

Hotel-Restaurant Hindenburg

Heute und morgen abend 8 Uhr:

Künstler-Konzert

ausgeführtvon der Kapelle des Cafe Astoria

Wem MWel-Nel« IM

..................................................iiillliiiiuiiiiiiiiiilliillllhllllllllllllinilllHIIIilllilillllllhlllllllllllllllllllllllllllillllillllllliil

Am 6., 7. und 8. Juni 1925

40. Stiftungsfest

Samstag, 8 Uhr abends, Liebigshöhe:

Begrüßungsabend. Konzert der Kapelle Topp, Gesangsvorträge des Gesangvereins Heiterkeit, Bannerweihe usw.

Sonntag, 3 Uhr nachmittags, Liebigshöhe:

Meisterschaften des LandesverbandesHessen" im Saalsport. Konzert, Tanz, Preisverteilung.

(8 Uhr vormittags Beginn der Dorwettbewerbe.)

Straßenrennen: Landesoerbandsmeisterschaft des Landes­verbandesHessen", 186 Kilometer.

Start 6 Uhr vormittags Rodheimer Stxaße (Feldschlößchen), An- Kunst 12y2 Uhr mittags Schützenhaus.

11 Uhr vormittags Eintreffen der Wanderfahrer und Begrüßung auf dem Oswaldsgarten. Anschließend Abfahrt mit Musik nach dem Ziel des Straßenrennens (Schützenhaus).

Montag, 3 Uhr nachmittags, Liebigshöhe:

Jugend-Wettbewerbe im Reigenfahren, Radball usw-, Kinderspiele mit Geschenkverteilung, Konzert, Tanz.

10 Uhr abends Beleuchtung der Liebigshöhe, großes Brillant-

Für die Ferientage und Reisezeit

feinfädigeWare, mit Hohlsaum 4 QC und Valencienne.....2.90, I.UU

8.90

1.35

2.50

Russenkittel, gute Qualität, extra preiswert . . . Größe 50

Südwester

weiß Pikee......... .

Hemdhosen

festes Hemdentuch, mit Hohl­saum und Stickerei . . . 3.90,

Untertaillen

Prinzeßröcke

feste Qual., mit Hohlsaum, 4.50,

farbig Panama.........

Damen-Sportwesten

gute Qual., in schönen Farben sortiert, extra preiswert . . . .

Kinder-Socken in großer Auswahl Hüftenhalter und Reform­leibchen in allen Weiten Sämtl. Badeartikel in großer Auswahl

empfehlen wir:

Damen-Wäsche

Trikotagen

Herren-Unterhosen

makofarbig........2.75,

Herren-Unterjacken

makofarbig...........

Herren-Netzjacken

makofarbig . . Gr. 4-6 1.75,

Damen-Schlupfhosen feste Baumwolle, mit verstärkt. Zwickel, in vielen Farben, 1.95,

Damen-Hemdhosen

starke Baumwolle, gestrickt, 2.95,

Herren-Hemden

Sporthemden

mit Schillerkr., Zephir, wasch- E ftE echt, in sortierten Farben. . . Uȣu

Sporthemden, bester Mako- Q -ir batist, uni farbig, mit 2 Kragen U» I U

Trikothemden

mit schön gemust. Einsätzen, fi QE

extra preiswert......3.25,

5633a

Kmder-Spieianzüge

SpielhÖSChen,Zephir,in guten a qf waschechten Farben, Gr. 50 2.10, Löu

Bei Einkauf von Mk. 5.- an ein

HIhWoh pli$!

Frankfurt a.IR. HmliWmfiMM Bahnhofffra&e 14

LicfetspiBlhaus, BaiihofstraOe 34

DieFavoritindes

Hauptdarstellerin:

Zwei Namen von Weltbedeutung.

5642c

bertthmLRonissonr d.,Ufa*

Ernst Lubitsch

Amerikas entx. Filmstern

Mary Pickfford

Der geniale Meister der Stimmungsmalerei, der Schöpfer der Film-Reali* stik, der Regisseur, um den uns die Welt be­neidet, schuf hier etwas ganz Großes, Ueberrag.

Ab heute bis einschließlich Sonntag

Geschmeidig, in präch­tigen Gewändern, schel­misch, kokett verführe­risch und ränkevoll, , flirtend, betörend das ist Mary Pickford der Liebling der Männerund Frauen zugleich, die un­gekrönte Filmkönigin der Welt.

Orlglnalantnahmsn in der spanischen Stadt Toledo, der spanischen Schlösser und Paläste; spiegelnder Glans der alten spanischen und maurischen Baukunst, wieder vervollst d Außenbilder voll malerischer Schönheit,

Heute letzter Tag:

Oas große weiße Schweigen

(Kapitän Scotts Todeslabri zum Südpol).

Dazu:Er heilt die Dlcndsttchtlge, Groteske mit Harold Lloyd.

Ab morgen, nur Freitag. Samstag, Sonntag:

Rosita,dieStraßensängerin

Eine spanische Romanze in 6 prachtvollen Akten. Hauptdarstellerin: Regisseur: Deutschlands

Astoris-Lichtspiele

SeltersvVeg

Maharadscha

Ein Film von dem heißen Boden Indiens in 5 Akten. Ferner:

Außerdem:

Chaplin

als KeSlner

Tolle Groteske in 2 Akten.

auf derJagd nach dem Glück

Mi$* frisch ».gerädert treffen heute und morgen zum billig- sienTaaeövreisein Hamburger FiscMi]. A. Koeh Nachtlgr.

10 Schulstraße 10 Telephon 1612. (moc

Habe meine

Danrerr- schireiderei ab 1. Juni wieder angefangen. 04867 Frau Ma Wir geb. Muth 5 Kaiserallee 5.

Unterricht in Näb und Hand- arbeit.Weihnäben Klcideransert.nebst Zuschnciden w. er» teilt von akademisch ncbllb Dame. 01860 Stepbanstr. -13 I.

Der Verkehrsverein e. V. dahier, der bereits vor dem Kriege auf die Anlegung von Blumenschmuck in Vor­gärten, an Fenstern und Balkons hingewirkt und Prämien zur Verteilung gebracht hat, veranstaltet auch in diesem Jahre und zwar Anfang Juli er. einen

Blumenldimuckweftbewerb

Die Bürgerschaft wird aufgefordert, möglichst bald mit der An­legung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern u. Balkons zu beginnen und Einrichtungen zu treffen, daß die Blumen sich von Ende Juni er. an in voller Pracht entfalten. Für besonders schönen Blumenschmuck, auch wenn er mit den einfachsten Mitteln hergestellt worden ist, werden eine größere Anzahl Preise zur Ver­teilung gebracht. Die Prämiierung findet am 4. Juli er. statt, die Veröffentlichung der Preisträger erfolgt durch den Gieß. Anzeiger. Weitere Auskunft erteilt der 2. Vorsitzende des Unter­zeichneten Vereins,Stadtverordnet. Kirchner,Schiffenbergerweg 16.

Der Vorstand des Verkehrrvereins e. v., Gießen.

Ätzung entjchul

SP gehandel

tut w

ion Brenta iher bereit, in 1 machen.

Äbgeordm xichierstaüer d gungen gegen t der bekanntlich fäflungen btn ium Sc ; fauch Hesse passiven W Hai. Qn Hessen schlagen worden 1923 fiaft. 3m lammenden Le himmelsbach i sich mit der hes letzt hatte.

Ls ist nun bk gierongvon dach mit der Le Md welche Stell

aoröent^

Ion unserer

Larin stal Hsschuß des ?« $ Falles stnu Mag im chmc yer im Landin Mehörenden 21 cis Zeugen, fiaft Naab «Mienen. Fern Zorftbeamte an tach war oert isimmelsba. Prokuristen de Zoerne und Zerhandlungen i Muern.

Den Borfitz Geordnete 6d

hieraus a Ministers laß er von d letzten Winter Nfirmen sich klagt hätten, i für den hc biet erlangt 1 heil dem Gesa lause der späte 'eme Art Ehrer lM mitgetei Mrde sich in ^r Reichsregie ?>e weitere E 'orstrat Kall, Hgt habe, c ^rden wegen wurde mar Zechender N c Wer der Fst 'Wer sei n [Un9 habe es " Firma mit ^nehmen. I, Men Wider Allche Minist L nQt iU e JI*.ta9e Der. (ta w- Urnfern c? ^'Nisters)

' SR1-

-----

wnb.®Ä