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hatten.

Kreis Wetzlar.

(Nachdruck verboten.)

2. Fortsetzung.

weiterte ehtt

der Knaben­

türmen der Pfarrkirche vorbei Dächerhäufleins in die Tiefe.

Herr, sind Sie des Teufels I"

Schuldner, liegt, wenn sie hauptsächlich in seinem Interesse erfolgt ist. Hat er das Geld aus einem bestimmten Grund und zu einem besonderen Zwecke dringend gebraucht, hat er sich gerate in Geldverlegenheit befunden, handelt es sich nur um ein Darlehen für ganz kurze Zeit oder handelt es sich mehr um einen Freuirdschafts- dienst, den der Gläubiger dem Schuldner getan hat, um ihm aus momentaner Verlegenheit zu helfen, so wird man von solchen Darlehen nicht sagen können, daß der Gläubiger das Darlehen gegeben habe, um sein Kapiial nutzbringend und sicher anzulegen. Dann ift die Darlehenshingaor keine Dermögensanlagc. Hier war lediglich das Interesse des Schuldners maßgebend. In solchen Fällen ist der Schuldner zur Aufwertung nach allgemeinen Grundsätzen über den Sah von 25 Proz. hinaus verpflichtet, denn eine Aus- wertungsbeschränkung auf 25 Proz. »irrte dem Grundsatz von Treu und Glauben in stärkstem TRafc widersprechen. Hier muß die Aufwer­tungshöhe, wenn gütlich eine Einigung nicht er­zielt wird, von dem ordentlichen Gericht auf dem Prozeßwege erwirkt werden, und das Gericht ent­scheidet nach billigem Ermessen auf Grund der all­gemeinen Vorschriften und hat betreffs ter Höhe des Aufwertungssahes völlig freie Hand.

tag des Iubiläumstages hielt der im Ruhestand lebende Pfarrer Dr. H. Z. Stallmann, der 40 Icchre das Pfarramt an der Gemeinde in großem Segen verwaltet hat, die «^estpredigt. Der Rachmittagsgottesdienst fand, von schönem Wetter begünstigt, im Walde bei Climbach statt. Pfarrer M. H e m p f i n g - Allendorf a. d. Ulm und Kanidat S ch ö d e l - Stuttgart predigten. Der jetzige Pfarrer der Gemeinde, HS t all - mann, sprach das Schlußwort. Mit einem zahl­reich besuchten Gemeindeabend, an welchem neben Gedicht- und Musikvorträgen ein Rückblick auf die Geschichte der Gemeinde gegeben wurde, chloß der schöne Festtag, der allen Teilnehmern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

!*! Odenhausen, 2. Sept. Das neue Pfarrhaus geht seiner Vollendung entgegen und soll noch im Herbst eingeweiht und be­zogen werten. Es ist für den Geistlichen ter neu errichteten Pfarrei Otenhausen. Wetters- hain und Geilshausen erbaut worden.

)) Sich, 2. Sept. Die Staadt Lich hat tn diesen Tagen von ter hiesigen wtandesHerrschaft die O b e r m ü h l e in Lich nebst etwa 2 Morgen anftofcnten Geländes zum Preise von 14 000 M. käuflich erworben. Dieser Kauf hat in ter Bevölkerung ungeteilten Beifall gefunden. Das Gelände wird in ter Hauptsache notwendig zur Führung einer V e r b i n d u n g s st r a ß e zwischen Oberstadt und Ringstraße: außerdem bat die Stadt durch den Kauf freie Hand er­halten über das dingliche Recht ter Stantes- herrschaft beziehungsweise des jeweiligen Be­sitzers der Obermühle, in dem stadt. Wallge- lände an der Oberstadt einen Keller zu haben. Durch Beseitigung dieses Rechtes wird ein wertvollerBauplatzan der Oberstadt ge- schaffeii, auch entstehen mehrere 'Bauplätze in dem angekauften Gelände durch die beabsichtigte Strahenführung. Recht wichtig ist das Wasserrecht der Mühle und die auf die verschiedenste Weise im städtischen Interesse nutz­bar zu machende Wasserkraft. Durch diesen Kauf frat die Stadtverwaltung Umsicht und Weitblick bewiesen, was in ter Bevölkerung ebenso anerkannt wird, wie ter schon früher gefaßte Beschluß, das ehemals Fürstliche Krankenhaus anzukaufen und als städtisches Krankenhaus weiter zu führen. Die Bezirkssparkasse Gießen, die in Lich eine Filiale unterhält, stiftet von jetzt ab jedem neu geborenen Kinde unserer Stadt ein Sparkassenbuch übet den Betrag von 3 Mark. Dieses sehr löbliche Beginnen, das dazu angetan ist, den Sparsinn zu wecken und zu heben, findet allerseits dankbare Anerkennung.

Kreis Schotten.

n Laubach, 2. Sept. Das neue Kran­kenhaus des ..Iohann- Friedrich- Stifts" geht seiner Vollendung entgegen. Es wird fortgesetzt eifrig daran gearbeitet; doch ist iehr zweifelhaft, ob es noch in d.esem Iahre bezogen werten farm. Auf dem Kommers ter alten Lehrer und Schüler des Gymnasiums Fridericianum wurden zum Besten ter wohl­tätigen Anstalt dreihundert Mark gesam­melt und sofort Herrn Bürgermeister Bohm übergeben.

L_ Ulfa, 2. Sept. Zum jüngsten Vieh- markt waren ca. 160 Ferkel aufgetrieben, die fast völlig verkauft wurden. Der Preis bewegte sich zwi chen 30 und 37 Mk. pro Stück. Beim Fruh- lahrsmarkt waren etwa 300 Ferkel angetrieben.

Kreis Alsfeld.

o. Alsfeld. 2. Sept. Die nächste Haupt­versammlung des D. H. E. findet am 30.Mai 1926 in Alsfeld statt.

Alsfeld, 2. Sept. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung, die eine um­fangreiche Tagesordnung aufwies, wurden eine Reihe für die Verwaltung bedeutsame Vorlagen erledigt. Nachdem der Vorsitzende die formelle Ver­pflichtung des wiedergewöhlten Beig. Weitz vor­genommen hatte, beschäftigte man sich mit dem zweiten Punkt der Tagesordnung, Verpachtung des städtischen Steinbruches auf dem Mönchenberg. Nach langwierigen Verhand­lungen ist mit der Firma G. H. Sayn Söhne in Ober-Brechen ein Vertrag über die Ausbeutung des Steinbruchs abgeschlossen worden, der eine groß­zügige Anlage mit Anschlußgleis vorsieht. Der Ver­trag wurde gemäß den Beschlüßen der Baukom­mission genehmigt. Im städtischen WaldHau- berg" ift ein Basaltvor kom m e n gefunden

scharfe Stimme.

In Ingold zuckte ter Instinkt

zeit auf, Fersengeld zu geben, dann wußte er auf einmal wieder, daß er kein Knabe mehr war, und nun lüftete er den Hut und streckte dem grimmig blickenden Herrn mit den wehenden grauen Locken und dem wildwachsenden Bart

Der gefehlte Strom.

Roman von Hermann Stegemann.

Ingenieur Hanns Ingold, raffte einen weißen flachen Stein auf, drückte erst noch den Hut fester und schwang dann mit einer kräftigen Handbewegung den Arm zum Wurf. Hoch auf stieg in einer elliptischen Bahn der weihe Stein, glänzte einen Augenblick hell in der Sonne und sauste dann als Schattenstrtch an ten Doppel­ten seits des

die Kinder an d< vatter Tod oder___ _ .

der Faust über die Bühne. ÄS war aber etwa Goethes .Faust", sondern da- alte spiel vom Zauberer und Schwar^künf Faust, das bekanntlich unserem Dicht« Anregung zu seinem Meisterwerk Fcmst Atemlos lauschten die Zuhörer, erschüttert von furchtbaren Tragik, die das Stück duvchzi Recht stimmungsvoll wirkte auch da- Äti orchester, gebildet aus Musikern der Ka Bloh-Flensungen. Alle Darbietungen wurden _ grobem Beifall ausgenommen. Rach einem Dach- Wort des Herrn Schmoll, in dem er die Zu­hörer zur Heimatliebe ermahnte, dankte ter Leiter der Veranstaltung, Lehrer Bach, allen denen, die 5um guten Gelingen derselben teigetragen

fpb. Wetzlar, 2. Sept. In den Buderus» scheu Eisenwerken stürzten zwei Mon­tagearbeiter aus beträchtlicher Höhe ab und erlitten schwere Schädelbrüche.

!! Wetzlar. 2. Sept. Der bei dem Kir- mesunfall in Aßlar schwerverletzte junge Bursche aus Diedergirmes ist im hiesigen städ­tischen Krankenhaus seinen Derletzungen erlegen. Dem Bedauernswerten toTrr die Schä- teldecke zertrümmert worden.

l. Krofdorf, 2. Sept. Am 6. und 7. Sept, findet das diesjährige Kirchweihfest in sämt­lichen Ortschaften der Bürgermeisterei Atz- bach-Launsbach statt. Die Verordnung, daß die Kirchweihen auf ein Datum fallen, besteht schon ca. 25 Jahre.

!*! Dutenhofen. 2. Sept. Dieser Tage ge­langte hier die befreite des verstorbenen Land­wirts Georg Müller zur Versteigerung. Das Anwesen, das kurz vor dem Kriege gebaut worden ist und aus einem großen Wohnhaus, Stallungen, geräumiger Scheuer nebst Garten besteht, kaufte ein hiesiger Landwirt für 18 600 Mk.

* Hörnsheim, 2. Sept. Ein junger Hei­ratskandidat namens Schneider erschien dieser Tage auf dem Standesamt zu Grote rechtenbach, um seine junge Frau, Wilhelmine Schneider, vor den Traualtar zu führen. Al- Trauzeugen fungierten die Herren H. Schnei­der und L. Schneider. Als die Formalitäten vor dem Bürgermeister Schneider erledigt waren, fuhren die Brautleute Schneider zur kirchlichen Trauung, die der Pfarrer Schnei­der vornahm. Rach der Rückkehr in daS Hoch- zeitshaus zur Wwe. Schneider saß man noch lange froh beisammen. Eine solcheSchneider­begegnung" wird wohl selten tn dieser Viel­seitigkeit vorkommen.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 2. Sept. Die Staatsanwalt­schaft hat für die Entdeckung des Mörders einer Frauensperson, die als Leiche in der Nähe von Mörlenbach gefunden wurde, eine Beloh­nung von 500 Mark ausgesetzt. In dem Aus­schreiben wird das Alter der Toten mit 28 bi» 35 Jahren angegeben, die Größe mit 1,58 bis 1,60 Meter, ferner: rundes volles Gesicht, spitze Nase, graublaue Augen, dunkelbraunes Kopfhaar mit wenigen grauen Haaren, im Oberkiefer drei künst­liche Schneidezähne zu einer Brücke vereinigt, ein Stiftzahn, bei dem die Porzellanfront fehlt, auch fehlt ein Backenzahn. An Kleidungsstücken ist her- vorzuheben: ein grauwollener Kostümrock mit grü­nen Tupfen, mausgrauer kunstseidener Jumper mit Gürtelbändern und eine Jacke aus dem gleichen Stoff und der gleichen Farbe wie der Kostümrock. Außerdem war am Tatort u. a. ein Hammer, 500 Gramm schwer, von gewöhnlichem Aussehen und ein blutiges Taschentuch aufgefunden worden.

Darmstadt, 2. Sept. Einem Schuh- Warenhändler in Brensbach wurden seit einiger Zeit Schuhe während des Transportes gestohlen. Als er jetzt vom Einkauf wieder nach Hause zurückkehrte, machten sich zwei Radfahrer unterwegs an feinem Wagen zu schäften. Als er abgestiegen war, um nachzu­sehen, wurde fein Pferd von einem Radfahrer angetrieben, so teh es durchging. Rach'oem er es$ wieder eingeholt hatte, mußte er fest stellen, daß ihm zwei Säcke mit Schuhen fehlten. Die Gendarmerie nahm die Verfolgung ter Täter auf. die als zwei jugendliche Arbeiter aus Groß- Bieberau ermittelt wurden. Ein IZjähriger Küfer hat in Bensheim, nach seinem Ge­ständnis, einen Brand angelegt, dem eine

Die Schelde," sagte Gheude und deutete in die violette Ferne. Unwillkürlich wandte Ingold sich um und blickte dem Kielwasser nach, als könnte er noch einmal über den Ozean hin­weg den Erdteil sehen, in dem er fünf Jahre gelebt und gearbeitet hatte.

Der Wind begann nachzulassen, ein glü­hender Purpurball tauchte einen Augenblick zwischen Rebel und Wasser auf und strömte die ganze Fülle seines blutenden Lichtes über die Wafterwüste, bann war die Sonne hinab- getaucht. und opalisierende Dämmerung über­zog Meer und Himmel.

..Sie sollen meine Adresse haben, Gheude, sagte Ingold, als wären sie noch in ihrem Weingespräche.Aber ich habe auf einmal ein Heimatgefühl, so stark und zwingend, daß rch am liebsten zu Hause bleiben möchte. Daheim bleiben und daheim schaffen - verstehen Sie mich wohl. Gheude. Herrgott, wenn es dort Arbeit gäbe für mich, große ins Große gehende Arbeit, Arbeit um der Arbeit willen und ein Ziel, das einen nach sich zieht, tote der Magnet das Eisen - Gheude, ich gäb' die ganze Welt dafür her!" ,_ ... _

Die Hände fest um das glatte kühle Geländer krampfend, starrte HannS Ingold in die silber- schattende Ferne. 1 a .

Er dachte nicht mehr an den Zusammenstoß. Als sie ihre Arbeit im Maschinenraum getan hatten, war die Episode für sie erledigt gewesen.

Sie wurden einsilbig. Ie näher sie dem Lande und dem Auseinandergehen kamen, desto mehr wurde jeder von seinen eigenen Gedanken in Anspruch genommen. Auf einmal war Me Gemeinschaft gelöst, in der sie sich in ihrem Be­ruf und ihrer treuen Kameradschaft gefunden hatten.

Als daS Schiff an einem Schwarm Schell- fischfänger oottettam. die in ihren schwarzen Booten unter rostbraunen Segeln langsam die Schelde hineintrieben, dachte HannS mit unge­heurer Inbrunst an seinen Vater. Dann an die

schwache, zarte Mutter, die immer kränkelte und doch wirklich nie krank sein wollte.

Hastig ging er in die Kabine und begann zu packen.

Der Kapitän kam und bat die beiden In­genieure, in Antwerpen seine Gäste zu fein und mit ins Kontor der Reederei zu kommen, um dort den Dank für ihren Beistand in Empfang zu nehmen

Hanns lehnte ab. Er hatte keine Zeit mehr, der Boden brannte ihm unter den Füßen.

Und wie die Bilder eines hastig flimmernden Films zogen die Ereignisse der nächsten Stun­den an ihm vorüber, als wäre er selber gar nicht daran beteiligt, bis er das Schiff, das Hotel und den Abschied von seinem Arbeits- rameraben hinter sich hatte und allein, in eine Ecke gedrückt, im Schnellzug sah, der ihn von Brüssel nach Köln und der Heimat entgegentrug.

. Er fuhr stracks ohne Aufenthalt den Rhein aufwärts und stellte unterwegs mit kühlem, siche­rem Urteil die gewaltige Entwicklung fest, die das Land in den letzten Jahren genommen hatte. Das Herz aber schlug in heißem Drang und be­gleitete die klaren, festgefügten Gedanken mit rauschenden Melodien.

Schon war Köln versunken, das gewundene Rheintal zwischen Koblenz und Mainz, in dem die erste Baumblüte keimte, hinter ihm zurück­geblieben, und nun gingS über Frankfurt an der weih und rosa schimmernden Bergstraße entlang nach Heidelberg. Von Mannheim wehten die Rauchfahnen der Industrie die ersten Grüße, durch daS grüne Badenerland rollte der Zug.

Mit zusammengeprehten Lippen saß Hanns Ingoll» und spürte seine Fingerspitzen brennen, alS der Schwarzwald näher und näher herantrat, Oftenburg, Freiburg auftauchten und verschwan­den und die Abendschatten von den Bergen stie­gen, die er alle mit Hamen kannte.

In Basel übernachtete er. Er wollte am hei­teren Tag nach Hause kommen.

Er schlief bis in- erste Morgengrau. Dann erwachte er mit einem unbeschreiblichen Gefühl von Seligkeit und Spannkraft, ilnb diesmal war fein erster, allererster Gedanke--Ruth.

Gr war nicht mehr zweiunddreißig Jahre, nicht mehr Mr. Ingold, der Ingenieur für

Aus ter Provinz.

Landkreis M. ./.rr.

*filetn = ßinben,2. Sept. An die Stelle des vor Jahresfrist aus dem Dienst geschiedenen Rek­tors Boßler trat dieser Tage Rektor Friedrich M ö n n i g. Rektor Mönnig wirkt seit 17 Jah­ren an unserer Gemeindeschule. Möge es dem neu­ernannten Rektor vergönnt sein, an unserer Schule auch in seiner neuen Stellung als Leiter mit Segen zu wirken.

Y L o 11 a r, 2. Sept. Die Beigeordneten­wahlen sind nun für unsere Gemeinde und die nähere Umgebung vorüber. Sie haben die Deffent« lichkeit nicht erregt'. Für hiesigen Ort wurte der seitherige Beigeordnete G e r l a ch mit 561 Stim­men ehrenvoll einstimmig wiedergewählt. In Mainzlar wurde der Landwirt W. Singel, in Saubringen der Meister Jahres, in Staufenberg der Landwirt Korber eben­falls wiedergewählt. In R u 11 e r s h a u f e n gab es sogar ein Wahlkuriosum. Da der seitherige Beige­ordnete gedanrt hatte, aber bis zum Wahltage kein neuer Kandidat bekannt geworden war, wählte niemand. Damit die Gemeinde nickst ohne einen Beigeordneten blieb, erbarmte sich die Wahl- ko m in i s s i o n und wählte einstimmig mit sieben Stimmen den Schreinermeister Karl Erdmann.

f. Allendorf a. N 2 umb-a . 2. Sept. Am Sonntag tourte unser diesjähriges I u - genbfest gefeiert. Anter Dorantri t-t der Ka- velle des Turnvereins bewegte sich ein statt- kicher Festzug durch die St-aßen. an dem außer ten Schülern auch die Vereine der Gemeinde teilnahmcn. Aus dem Festvlatz entwickelte sich halb ein reges Leben und Treiben. Rach einer Ansprache des Lehrers Strack, der auch der Rheinlante gedachte, trugen die Kinder Gedichte und Lieder vor. Dann folgten Reigen imb Wett­kämpfe Dank dem Entgegenkommen der Ge­meinde konnten den Schülern zahlreiche Preise und schöne Geschenke zur Verfügung gestellt werten. Unter fröhlichen Gesängen zog am Abend die Schar wieder im Städtchen ein. Rachtem ApotheSer Weicker, ter lange Jahre hier Beigeordneter war, von diesem Amte zurück- getreten ist, wurde der Rechner Heinrich D ö 11 gegen einen Gegenkcurdidaten mit über­wiegender Mehrheit zum Beigeordneten gewählt.

' Allendorf a. d. Lda., 1. Sept. Die altlutherische Gemeinde in ALendors a. b. Lda. feierte das Fest ihres 50 j ä§ eigen Bestehens. Ihre Gründung hängt mit der in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgten ilmgeftaltung der kirchlichen Verhält­nisse Hessens zusammen. Durch die neue K-rchen- verfassung vom Jahre 1874 wurden die lutheri­schen, reformierten und unierten Kirchengsmein- den des Landes zu einer gemeinsamen evangeli­schen Kirche zusammengeschlvssen und somit das lutherische Bekenntnis seiner früheren Geltung in der hessischen Landeskirche beraubt. Daher ^.vereinigten sich im darauffolgenden Jahre eine Anzahl treu lutherisch gesinnter Familien m Wiendorf und Umgegend zu einer selbständigen Gemeinde, die aus eigenen Mitteln ihr Pfarr­amt errichtet und erhalten hat. Am Dorniit-

Wasserbauten und Kraftwerke, und Weltfahrer, der in Aegypten Sudanesen und Fellachen zur Arbeit getrieben und am Mississippi Kroaten und Chinesen, Italiener und Iren auf seinen Listen geführt hatte, sondern der Flaumbart, der Sohn des Fischmeisters Christian Ingold von Rheinau unterm Lauffen, und kehrte heim, wie er gestern, nein, vor sieben Jahren ausgezogen war.

Rosige Frühe säumte die dunkeln Berg- kanten, da saß er im Oberländer Bummelzug und starrte auf den fiibergrauen, allmählich ins lichte Grün übergehenden Strom, der zwischen den bunlelgetönten llfertoältern hervorbrach. Rhein­felden, Säckingen, näher rücken die Berge.

Am schweizerischen Ufer lag die Morgen- sonne goldgelb auf ten grünenden Wiesen, zum Fenster herein schlug der harzige Duft der Tannenwälder, ein Güterzug, mit Langholz be­laden, gestreckten braunen Fichten und weihen Tannen, die frisch vom Stapelplatz kamen, schlich vorüber. Gern hätte Hanns die schlanken Stämme im Vorbeifahren gestreichelt, so empfindsam war er geworden.

Rheinaul

Als er an der abgelegenen verschlafenen Station ausstieg, war ihm nicht anders zumute tote bei einem Kirchgang. Gerade so fremd, so linkisch und so dumm kam er sich vor.

Es war noch nicht sieben Uhr in der Frühe. Die Maisonne stand schräg über dem Wald und warf den Schatten über den Schienenweg und die Landstraße, die sich zusammen hoch über dem eingeengten Bett des Rheines am Wald­rand entlang wanden.

Das Rauschen des Wassers erfüllte die Luft, und von den gelbblühenden besonnten Matten am ..Lauffenbuck", wo der Strom kurz vor den wilden Schnellen den großen Bogen schlug, zogen die Bienen mit schwerer Tracht den Stöcken zu.

Hanns Ingold ging wie betäubt die ein­same Straße von der Station zum Städtchen, bas vom Berg aus gesehen hinter feinet alten Wackermauer beinahe verschwand. Als Bud hatte er sich gerühmt, von hier aus mit einem guten glatten Rheinkiesel über daS ganze Städt­chen weg in den Fluh hinunter schießen zu können. ...

Und auf einmal bückte sich bet diplomierte

worden, über dessen Verwertung zu beschließen mar. Die Stabt will dieses Steinbruchunternehmen zu­nächst in kleinerem Umfang in eigener Regie be­treiben Der darüber norgelegte Vertrag nut dem Steinrichter Peter Krug II. in Rainrod wurde nach kurzer Aussprache genehmigt. Zu dem Vertrag sol­len noch einige Zusätze gemacht werden. Reu- sestsetzung der Kanalbenutzungsge­bühren: Der seitherige Modus, wonach diese Ge­bühren nach dem Brandversicherungswert der ein­zelnen angeschlossenen Gebäude erhoben wurden, ist nach Ansicht des Stadtvorstandes nicht gerecht, es sollte versucht werden, die Erhebung auf eine ge­rechtere Grundlage zu stellen, zumal sich herausge- ftellt hat, daß einzelne Hofreiten mit einem ganz geringen Wert versichert sind. Nach einem Referat des Beigeordneten V o g e l e y , der die in anderen Städten geltenden Vorschriften erläuterte, wurde be­schloßen, die Gebührenordnung vom Rj. 1925 ab dahin abzuändern, daß die Kanalgebühr künftig nach dem Gebäudewert jeder Hofreite festgesetzt wird, der vom Stadtvorstand oder der von diesem ermäch­tigten Baukommission jedesmal besonders ermit­telt wird, und der von dem Brandversicherungs­wert des betreffenden Gebäudes abweichen kann. Die alljährliche Gebühr wird auf 10 Pf. für je 100 Rm. des Gebäudewertes festgesetzt. Die G e - bühren nach der Friedhofsordnung erfuhren gleichfalls eine Neufestsetzung dergestalt, daß alle Gebühren wieder auf die Borkriegssatze gebracht werden. Demgemäß wurden festgesetzt die Gebühr für Abgabe einer Grabstätte an auswär­tige Personen auf 20 Rm., für Prolongationen von Grabstätten auf 30 Jahre auf 30 Rm., die Gebühr für eine Erbbegräbnisstätte auf 80 Rm. Der Ausbau der Wege in der neuen Sied- lungsanlage in der Rambach wurde nach dem Voranschläge des Stadtbauamtes, das dafür einen Betrag von 13 400 Mk. vorsieht, genehmigt. Wie der Vorsitzende mitteilte, sind dort in diesem Iahre 8 Häuser erstellt worden. Die K a t a st e r- Vermessung in der Stadt Alsfeld: Hier­zu teilte der Vorsitzende mit, daß die Stadt für die Kosten der Katastervermessung nach einem Schrei­ben des Landesvermessungsamtes mit 19 811 Mk. belastet werden solle. Da die Vermessung bis zum Jahre 1928 dauern soll, ist mindestens noch nut einer Verdoppelung dieser Kosten $u rechnen. Die Der- sammlung nahm diesen Bericht mit großem Er­staunen auf. Auf Vorschlag der Finanzkommission wurde beschlossen, bevor über die Zahlung der an- geforderten Kosten eine Entschließung getroffen wird, zunächst von dem Landesvermessungsamt eine spezifizierte Ausstellung über diese Kosten verlangen, auch insbesondere über die Umrech­nung des Betrages auf Goldmark. Es wurde er­rangen, ob unter" diesen Umständen nicht eine Ein­stellung der Arbeiten ins Auge zu faßen fei, da die hohen "Kosten in keinem Verhältnis zu dem Werte der Vermessung stünden. An Stelle des aus der Wohnungsdeputation ausgeschiedenen Mit­gliedes Eder wird D i ck h a r t als Mitglied des Wohnungsamtes gewählt. Ein Gesuch der Freien Turnerschaft um Ueberlassung eines Teiles der neuen Festhalle als Uebungsraum für zwei Abende in der Woche wurde gegen eine jähr­jährliche Gebühr von 40 Rm. genehmigt. Der- schiedene kleinere Vorlagen, Instandsetzung eines Hauses, Verkauf eines Kaßenschrankes, Genehmi­gung der Grummetverfteigerung, Genehmigung eines Mietvertrages werden ohne Aussprache er­ledigt. Außerhalb der Tagesordnung wurde als eilig auf Antrag des Vorsitzenden der vorgelegte Vertrag mit der Dapolin-Gesellschaft wegen der Errichtung einer Straßenbenzintankstelle am Marktplatz genehmigt. Die von der Gesellschaft zu zahlende jährliche Anerkennungsgebühr wurde auf 300 Rm. festgesetzt. Am Schlüsse der öffent­lichen Sitzung gab der Vorsitzende einSchreiben der Direktion der D b e r r e a I f d) u I e Grünberg bekannt, worin diese Beschwerde führt wegen eines Berichtes derOberhessischen Zeitung" in Alsfeld über die Stadtoorstandssitzung gelegen!« lich der Beratung des Voranschlages der hiefiaen Oberrealfchule. wobei eine abfällige Kritik an der Grünberger Oberrealschule über Werbung von Schü- lern geübt worden fei, die nicht zuterffend fei. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine nicht­öffentliche Sitzung an, in welcher der Vorsitzende in der Angelegenheit betr.Deutsches Haus Mit­teilungen machte.

m. Flensungen. 31. Aug. Das mit gro- ßer Spannung erwartete Puppentheater des Herrn S ch m oll° Elpenrod hat gestern im Saal des Gastwirts Becker dahier seine erste Vorstellung gegeben. Rachmittags erfreuten sich

die Hand entgegen und sagte.

Olein, des Teufels nicht, aoer oerruat vor Seligkeit, daheim zu sein, Doktor Engelhardt.

Engelhardt rückte mißtrauisch die Brrlle. Barhaupt stand er mit seiner großen grünen Pflanzentrommel unter dem blühenden Kirsch­baum, von dem es silbern herabslitterte.

Daheim zu sein? Und schmeißen den Leuten die Fenster ein! Und haben einen sieben Zenti­meter hohen Doppelkragen an! Des Teufels sind Sie, Herr, Herr"

Ingold trat langsam auf ihn zu.

®cr Stein liegt im Rhein, mitten im Lauffen, ich leiste jeden Eid darauf, Doktor Engelhardt. Und ter Kragen stammt noch aus St. Louis. Und ein Herr bin ich für Sic über­haupt nicht, sondern der HannS Ingold!"

Engelhardt stutzte. Forschend betrachtete er Hanns, der ten Blick lächelnd aushielt.

Endlich tagte er gedehnt:

Also der Hanns Ingold! Ra, da muß man ja auf alles Teufelswerk gefaßt sein. Aber für mich sind Sie nicht mehr ter Hanns Jiigold, der mir die Spaliere auf- und abkletterte, Herr Ingenieur. Ich habe das Pathos ter Distanz zu ten Menschen, die mehr als zwanzig Jahre alt sind, zu allen Menschen, beibehalten. Auch zu meinen Patienten. Das sind Sie nicht, ich weiß, aber Distanzen haben Sie ja wohl in Amerika schätzen gelernt. Guten OHorgen, Herr Ingenieur!" (Fortsetzung folgt.)

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