Ausgabe 
3.1.1925
 
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SktoSer: Oktober längt an nut schlechtem Letter, hat den 10. Reif, bis den 17. Dann ein schöner Sommertag: den 25. falt, darnach wieder schöne Zeit, den 27. bis 30. ziemlich falt.

Rovember: Rovember kalt bis 10. nach- mittags, aber gemeiniglich schön und warm, den 11. fängt trübes Detter an mit Nebel, Regen, bis auf den 13., da es wieder gefriert bis den 30., nachmittags aber Sonnenschein.

Dezember: Dzember fängt mit Frost an, bald trüb, Regen, Käste und (S s, d.n 10. Schnee, darauf gefriert es bis den 19., wo regnet, wird aber gleich wieder kalt bis zum Ende.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 3.. San. Zu dem ge­stern berichteten Vorfall, dem der Arbeiter Wilh. Rinn zum Opfer fiel, ist noch zu melden, daß hier nach dem bisherigen Ergebnis der Unter- suchung offensichtlich ein unglücklicher Zu­fall den Lod des blühenden jungen Mannes herbeigeführt hat. Rinn sah mit zwei Män­nern in der Wirtschaft zusammen, als einer der 'Männer die auf dem Tisch liegende Waffe be­sichtigen wollte. Als er sie in die Hand nahm, muh er wohl versehentlich an den Abzugsbügel gekommen sein, wodurch sich der Schutz entlud.

X Wieseck, 2. San. In unserer evange­lischen Gemeinde wurden im vergangenen Jahre getauft: 53 Kinder gegen 57 im Vor­jahr: konfirmiert 81 (1923: 78). Getraut wurden 22 Paare (35) und beerdigt 34 (40) Gemeinde- gliedec, worunter 7 in Gießen Verstorbene. Als neuen Beweis seiner Liebe zur Heimatkirche sandte Generaldirektor Dr. Sakob Hilde­brand - Zillerthal im Rieseng-'birge zu Weih­nachten eine wertvolle weihe Altar decke aus bester schlesischer Leinwand mit einfacher Hohl­saumarbeit. Shre erstmalige Verwendung ist für den Sonntag Septuagesimä ins Auge gefaßt.

V Watzenborn-Steinberg, 1. San. Die Festtage brachten unserem Kirchsprel, zu dem auch Garbenteich gehört, manche erhebende Feierstunde. Sn Watzenborn-Steinberg sowohl, wie in Garbenteich fanden auf Anregung des Pfarrers Krippen spiele statt, die an beiden Orten tiefen Eindruck hinterließen. Die Vorberei­tungen lagen in den Händen der Psarrfamilie, während die Einübung der Stücke in Watzenborn durch Lehrer Bender mit Sri. Gang, in Garbenteich durch Lehrer Weisel in vortreff­licher Weise geschah. Es würde zu weit führen, Einzelheiten aus der Fülle des Gebotenen her- auszug'-eifen, nur das sei festgestellt, dah die jugendlichen Darsteller an beiden Orten ihre ganze Kraft gaben, um ein abgerundetes Spiel darstellen zu können, und es gelang. Die Kirchen waren an beiden Orten überfüllt, in Watzenborn mutzte die Ausführung zweimal wiederholt wer­den.. und doch mußten Viele heimkehren, ohne der Aufführung beiwohnen zu können. Das ein­mütige Urteil ging dahin: Eine solche Weih­nachtsaufführung durften wir noch nicht sehen und diese Stunden haben uns rechte Weihnachts­freude gegeben, an der wir noch lange zehren werden. Die aber, die sich der mühevollen Arbeit unterzogen, dürfen mit Freuden auf die wohl- gelungenen Darbietungen zurückblicken. Am Reujahrstage fand dann in G a r b e n t e i ch die Einweihung der neuen von Rinker in Sinn gegossenen Gl o ck e statt, die das stattliche Ge­wicht von 8V/ Zentnern hat. Die Mittel hatten die Gemcindeglieder in großer Gebefreudigkeit züsammengebracht, sie betragen 1600 Mk.: ge- .wih ein schönes Zeichen für den Opfersinn, der in *der Gemeinde vorhanden ist. Dobel muh be- f»nerti werden, dah gleichzeitig von den Ge- meinbeg Hebern ca. 3000 Mr. gestiftet wurden $8ur Errichtung eines Gedenkzeichens für die Gefallenen. Das will viel bedeuten für eine Gen'.einde von 1000 Seelen in der gegen­wärtigen wirtschaftlichen Lage. Die Weihe er­folgte im Reujahrsgottesdienste. Die Kirche tonnk die Besucher taum fassen. Der Gottes­dienst wurde verschönt durch einen prächtig vor- gttragencn Schüle rchor:Glockentlang, wie lieb ich dich", sowie durch je ein Lied des Ge­sa n g v e r e r n s, unter Leitung des Herrn H a r- n is ch - Watzenborn,Dies ist der Lag des Herrn" und des durch Herrn Burger- Watzenborn geleiteten VereinsAbendläuten". Beide (Shore waren schön ausgearbeitet unb machten tiefen Eindruck. Der Weihepredigt des Ortsgeistlichen, Pfarrer S t a u b a ch - Watzen­born, lag die Inschrift der neuen Glock- zu­grunde Römer 8. 31:Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?" Es war ein erhebender Augenblick, als nach der Weihe die Glocken ihr harmonisches Geläute anhoben, und manches Auge füllte eine Träne. Jedermann ist befrie­digt über die tadellose Ausführung der Glocke. Eine Sammlung für den Glockenfonds am Schlüsse des Fesigottesdienstes ergab 53 Mk. - Sn unserem Kirchspiel sind für 1924 folgende Zahlen für kirchliche Handlungen festzustellen: Es sanden statt 64 Taufen (Watzenborn-Stein­berg 47, Garbenteich 17), 65 Kinder wurden kon­firmiert kWatzenborn-Steinberg 43, Garbenteich 222). Getraut wurden 27 Paare (Watzenborn- Steinberg 24, Garbenieich 3). Beerdigt: 26 Per­sonen (Wayenborn-Si einberg: 19, Garbenteich 7).

(.) Bersrod, 26. Dez. Am Abend des ersten Weihnachtsfei^rtages bereiteten die Schü - ler der 1. Schulklasse der Gemeinde durch die Ausführung eines Krippenspieles einen seltenen Genuß. Es war eine Weihestunde, wie man aus dem lautlosen Lauschen der Erschienenen, die den Schulsaal bis zum letzten Plätzchen füllten,

erfeyon tonnic. Es war auch bewundernswert, tou sich die Kinder in ihre Rollen hineingelebt hatten und jedes sein Bestes zu geben bemüht war. Be­sonderes Lob verdienten sich die Darsteller von ..Joseph und Maria". (Verspätet eingegangen. D. Red.)

- Londors. 2. San. Am Samstag, dem 10.. und Sonntag, 11. Sanuar, veranstaltet der hiesige Geflügel-, Brieftauben- und Kleintierzuchtverein seine erste allgemeine Ausstellung von Ge­flügel und Kaninchen, verbunden mit einer Verlosung. Das Sntcreffc in der hiesigen und benachbarten Bürgerschaft ist dafür sehr rege. Die Veranstaltung verspricht einen reichen Zu­spruch von Besuchern, da unerwartet zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Die Vorarbeiten sind in vollem Gange. (Siehe heutige Anzeige.)

rt. Lich. 2. San. Am Silvestertag trat der neugegrünbeie Posaunenchor zum erstenmal vor die Oeffentlichkeit, indem er nach dem Abendgottesdienst vom Rathausturm un­ter Leitung von Stiftsdechant Lenz zur gro­ßen Freude der Bevölkerung einige Choräle erschallen ließ. Sm Sahre 1 92 4 wmd.n in der evangelischen Gemeinde 18 Kna en und 29 Mädchen getauft, die Mädchen haben dies­mal im Gegensatz zu den letzten Sahren eine große Mehrheit, 17 Paare getraut, 72 Kin­der konfirmiert, darunter 11 von Kloster Arns­burg und 8 Pflegekinder des Frankfurter Waisenhauses. Es fanden 38 Beerdigungen statt. Vach alter Sitte wurden am Veujahrs- tage die Aamen der drei ältesten Be­er d i g t e n von der Kanzel verlesen; es waren Frau Sttftsdechant Elemm Witwe (geboren 1828), der langjährige Obertnecht des hiesigen Hofgutes PH. Wehrum und die Witwe des Metzgermeisters Petri.

rt. Rieder-Bessingen, 2. San. Sm vergangenen Sah re wurden hier 4 Kinder ge­tauft, 8 konfirmiert, 3 Paare getraut. S m Laufe des ganzen Sahres starb nur ein einziges Gemeindeglied, eine 85- jährige Frau! Außerdem wurde eine von hier stammende, in Gießen wohnhafte junge Frau auf ihren Wunsch hier beerdigt.

rt. Ober-Bessingen, 2 San. Den Be­mühungen des int Dienste der Volksbildung eifrig tätigen Lehrers Sakob ist es zu verdanken, dah etwa Mitte dieses Monats den Bewohnern der Orte der ganzen hiesigen Gegend der berühmte L u t h e r f i l m vorgeführt werden kann. Die Vorführung erfolgt wahrscheinlich hier in Ober» Bessingen unter Leitung von Studiearat Vet­ter aus Darmstadt.

l.Hungen,2. Sanuar. De Raiffeisen- Genossenschaft bat das H.Liig; Wohn- u-'d Geschäftshaus nebst Lager bes Herrn Leopold Mayer in (5icf?-'n gekauft und wird alsbald den Geschästsbetri.b darin beginnen. Vereinzel', ist brr Scharlach ausgetreten, die Krankheit Hot aber erfreulicherweise le'nen schlimmen Cha­rakter.

Kreis Friedberg.

4. Bad-Rauheim, 1. San. Das alte Sahr wurde mit dem Silvestergottes- dienst in altgewohnter Weise beschlossen. Der weite Raum der Dankeskirche konnte die An­dächtigen nicht alle fassen. Kirchenrat Wissig sprach tiefempfundene Worte von der Schicksals­not des deutschen Volkes. Der Gesangverein Frohsinn" unter W. Dechtolsheimers um­sichtiger Leitung gab dem Silvestergottesdienst mit einigen Chören eine stimmungsvolle Weihe. Wuchtig und eindrucksvoll klang vor allemDer Herr ist mein Hirte" durch das Gotteshaus. Die Reujahrsnacht verlief im allgemeinen ruhig. Das Hauptleben spielte sich in den Gast- und Vergnügungsstätten ab, wo nach altem Brauche den Gästen Silvesterspeisen verabreicht wurden.

ss. Friedberg, 1. San. Der Silvester- Gottesdienst, der gestern abend unter Mit­wirkung des Kirchengesangvereins in der Stadt­kirche stattfand und bei welchem unser neuer Stadt­pfarrer Lic. Gengnagel eine geistvolle Fest- predigt hielt, wor derartig besucht, dah das ge­räumige Gotteshaus bis zum letzten Platze besetzt war und viele Teilnehmer in den Gängen stehen mußten. Die Reujahrsnacht ist im ganzen ruhig verlausen; um die Mitternachtsstunde sam­melten sich, wie üblich, einige hundert Menschen vor dem Rathause, aus dessen Fenstern Choral­musik erklang: von 121 Uhr ertönte feierliches Geläute von den Kirchen. Das kommende Jahr wird für unsere Stadt von besonderer Be­deutung sein und die Stadtverwaltung vor große Aufgaben stellen, denn nach Beschluß der Stadt­verordnetenversammlung sollen in diesem -Sabre zwei große Schulan st alten neu ge­baut werden, eine höhere Mädchenschule (Schil- lecschule) und ein Polytechnikum; außerdem sollen noch Schritte unternommen werden, um grö­ßere industrielle Unternehmungen hierher zu ziehen, nachdem sich die Stadt in den Besitz des benötigten Geländes gesetzt hat. Alle diese Unternehmungen werden natürlich die Aufnahme großer Kapitalien erfordern uab die Steuerkraft der hiesigen Bevölkerung s.hr in An­spruch nehmen, doch handelt es sich um wichtige Sachen, deren Hinausschieben keinesfalls länger möglich war und von deren Ausführung man wohl mit Recht einen bedeutenden Aufschwung der Stadt erwarten kann.

Kreis Schotten.

wg. Gedern, 2. San. Kirchli che Per­son a l st a t i st i k 192 4. Sm Sabre 1924 sanden in der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde

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statt: 39 Taufen (21 Knaben, 18 Alädchen), 18 Trauungen. 21 Beerdigungen (10 Männer, 8 Frauen. 3 Kinder). Konfirmiert wurden 48 Kinder (28 Knaben, 20 Mädchen). Die Durch­schnittszahl der Gottesdienstbesucher an den drei offiziellen Zählsonntagen betrug 262 Erwachsene, 154 Kindei'. Am heiligen Abendmahl nahmen int ganzen 1065 Gemcindeglieder teil, und zwar 501 Männer und 564 Frauen.

eb. EichclSborf. 2. San. Sm ver­flossenen Sabre war hier die Bautätigkeit sehr rege. Bier neue Wohnhäuser wurden aufgeführt unb davon drei bezogen. Für baß neue Sahr stnb bereits 4 Neubauten vorge­sehen. Die Wohnungsnot, die hier in den letzten Sahren sehr groß war, wirb baburch etwas gelindert. Der Bücherbvte Frie­drich Möser aus Holzheim, ein geborener Eichelsborfer, wandert nun schon 5 0 Sahre im Dienste des Oranien-Berlags zu Herborn durch Oberhessen unb vertreibt religiöse Schrif­ten unb gute Unterhaltungsliteratur. Der 72- jährige, noch sehr rüstigeBüch.rfri.dnch" ist in unserer Gegend ein gerngesehener Weih- nachtSbote. Da gute Unterhaltungsliteratur auf dem Lande nur sehr schwer Eingang findet, ist seine Lebensarbeit von ganz be­sonderer Bedeutung.

Kreis Lauterbach.

:: Lauterbach. 1. San. Bei dem hiesigen Standesamt wurden im Sahre 1924 folgende Einträge vollzogen: Geburcen 97 (im Sahre 1923 88). Sterbefälle 82 (58), Eheschließungen 19 (41). Das neue Sahr wurde in altert Weise mit Glockengeläute und Schießen eröffnet. Srgendwelche Ausschreitungen oder Anfälle kamen nicht vor.

Hessen-Nassau.

Jl Marburg, 2. Sanuar. Qtabtbaurat Kosten von hier wurde in Marburg unter 175 Bewerbern zum besoldeten Stadtrat gewählt. Der gestern hier abgehattenc Silvestermarkt brachte der Stadt großen Verkehr, besonders seitens der jungen Landbevöllerung, die festlich gekleidet die Straßen durchwogte uno auch die Tanzlolal täten füllte. Die Verkaufsbuden nah­men diesmal nicht nur den Marktplatz, sondern auch noch die angrenzenden ©traftenterte in An­spruch.

bl. Dillenburg. 2. San. Die wirt­schaftliche Gesundung der Sndu- ft r i c unseres Kreises scheint vorwärts zu schrei­ten. Ein günstiges Zeichen hierfür ist die Tat­sache. daß rund nur noch 1000 Arbeitslose ein­schließlich Zuschlagsempfänger unb Kinder vor­handen sind, gegenüber den Vormonaten, wo die Zahl noch auf etlichen Tausenden bestand. Hof­fentlich hält diese Entwicklung an. Der Kreis hat eine Beratungsstelle für Rerven - unb Gemütskranke ins Leben gerufen. Zweck ber Einrichtung soll sein, schon bestehenben Leiden erfolgreich entgegenzuwirken und kommen­den Krankheiten vorzubeugen,

C Fulda, 2. San. Prof. Dr. h. c. Von- bereu, der durch feine altertums- und kirchen- kundlichen Forschungen weitesten Kreisen bekannt ist, wurde von der Stadt Fulda das Ehren- bürgerrecht verliehen. Prof. Vonderau hat u. a. die erfolgreichen Ausgrabungen am Ful­daer Dom und an der Hei-sfelder Stiftskirche geleitet.

t Gelnhausen. 2. San. Die Drücken­neubauten an der Frankfurt-Debraer Eisenbahn strecke gehen ihrer Vollendung entgegen. Die Drücken halten durch das Befahren mit den neuen D-Zugslokomotiven gelitten, wes­halb diese vorläufig auf dieser Strecke außer Be­trieb gestellt wurden und die D-Züge von zwei leichteren Maschinen gezogen werden. Setzt er­heben sich bereits auf der ganzen Strecke die neuen Eisenkonstruktionen.

fpb. 5 r a n tf u r t a. M., 2. San. Sn einer Wirtschaft bei Go'.bfedcrgasse wurden Mittwoch vormittag btc Wirtin Quint und die Kellnerin Strauß an schwerer Gasvergiftung bewußtlos in ihren Betten aufgefunden. Während Frau Quint nach wenigen Augenblicken ver­starb, konnte Frl. Strauß ins Leben zurück­gerufen werden. Das junge Mädchen wurde dem Heiliggeisthospital zugeführt, starb hier aber auch bald an den Folgen der Vergiftung. Heber die Ursachen dieses Vorfalls konnte Räheres noch nicht festgestellt werden. Rach durch- zechter Reujahrsnacht unternahmen im nahen Griesheim drei junge Leute eine Paddel boot fahrt auf dem Main. Sn- mitteit des Stromes fenterte das l.ichtgebaute Fahrzeug. Während sich zwei der jungen Leute durch Schwimmen an das Ufer retten konnten, ging der ZOjähnge Metzger Friedel Fischer unter und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden tonnte.

Frankfurt a. M., 2. San. (WTD.) Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt fol­gendes mit: Heute abend hat der Sturm zwi­schen Osfenbach unb Oberrad einen am Bahn­damm stehenden Daum umgerissen, der auf die Gleise fiel und im Fallen vier Tele­graphenstangen mitrift. Die zweigleisige Strecke ist seit sieben Uhr völlig gesperrt. Der von Frankfurt 6,52 Uhr abgefahrene Per svnen- Aug V. Z. 805 geriet in die auf den Gleisen liegenden Drähte und mußte mit einer von Frankfurt herangeholten Loko­motive zurückgezogen unb über Frankfurt- Ost nach Hannu geleitet werben. Dor gesamte

Perfonengugvettehr auf ber Strecke Frantturv Hanau wirb über Malnkur Frankfurt-Ost um«. geleitet.

Buntes Allerlei.

Die Briesmarkenernte 1924.

Die biesjährige Ernte an neuen Briefe marken war nicht so reich, wie in ben ver­gangenen Snflationsjahren. Mit 1250 neuen Briefmarken steht sie um 500 hinter bemRekorbjahr" 1923 zurück. Aber t>iefe Abnahme ber neuen Ausgaben von Post­wertzeichen läßt auf eine Konsolibierung der politischen Verhältnisse schließen unb ist baher ein günstiges Zeichen. BesonberS reich war bte jüngste Ernte an Crinnerungsmar- Een, zu welcher Klasse nicht weniger als 201 der neuen Marien gehören. Die berühmtesten bieser Gebächtnismarken sinb wohl bie auf ben Tob Lenins. Auch anbere politische Ereignisse spiegeln sich in ihnen Lieber, so bie Gewinnung Fiumes burch Stalien, bie Ab­setzung bes türkischen Sultans, bann bie Einsetzung beS Sultan Hussein als Kalifen. Die 300jährige Wieberkehr ber Lanbung ber hugenottischen unb wallonischen Siebter in Äeuhork wurde durch reichgeschmückte Brief­marken gefeiert. Costa Rica brachte Crin- nerungsmarken heraus zur Erinnerung an die Erwerbung der Provinz Ricoha vor 100 Sahren, Ricaragua zum Gedenken an die Gründung der Städte Leon und Granada durch die Spanier im 16. Sahrhunbert. Auch Bra­silien, Afghani st an und bie kleinste Republik San Marino haben solche Ge­bächtnismarken veröffentlicht. San Marino feierte bas Anbenken GaribalbiS, inbem cs auf einer Marke ben benkwürbigen Augenblick barstellte, wie ber italienische Befreier ben Oesterreichern an ber Grenze bie Zunge rrms- streckte. Die Hunbertjahrfeiern breier großer Dichter würben burch Marken verewigt, näm- lich ber 100. Geburtstag von Byron, der 400. Geburtstag bes französischen Dichters Aon- sarb und der 300. Geburtstag des großen portugiesischen Rationalpoeten C a m o e n a. Sodann waren dem Sport einige Gebächtnis- marken gewidmet. Eine Serie von drei ver­schiedenen Marken mit symbolischen Darstel­lungen wurde als Erinnerung an Die Olympi­schen Spiele in Paris ausgegeben, und die Fußballsieger von Uruguay auf der 8. Olym­piade feierten diesen Triunst)h in einer eigenen Marke. Das Subiläum des Weltpostver­eins gab zu verschiedenen Reufchöpfungrn Anlaß. Die bekannten Stephan-Marken bei uns finden chrc Parallele in Schweden, wo auf den Erinnerungsmarken die Gegensätze zwischen alter und moderner Pvstbeförderung dargestellt wurden, und in der Schweiz, die eine Erinnerungsmarke mit dem alten Rat­haus in Bern, der Begründungsstätte des Ver­eins, ausgab. Auch Salvador brachte aus diesem Anlaß eine Marke mit Ueberdruck her­aus. Sodann sind die Gedächtnismarken der Britischen Reichsausstellung von Wembley zu erwähnen, die in 10 Millionen Stück verbreitet wurden. Sm ganzen sind im Britischen Reich 217 neue Marten hecausge- kommen, während 1923 397 und 1922 gar 513 Reuschöpfungen zu verzeichnen waren. Beson­ders zahlreich sind die neuen L u f t p o st m a r- ken, von denen 56 von Deutschland, Oester­reich, Danzig, Estland, Litauen, Rußland, Ungarn, Syrien, der Schweiz und Uruguay ausgegeben wurden. 46Wohltätigkeits­marken dienten den verschiedensten gemein­nützigen (Stiftungen, dem Kinderschutz, dem Roten Kreuz, der Sorge für Kriegswitwen und Kriegswaisen usw. Der künstlerische Wert die­ser neuen Briefmarken ist im Durchschnitt höher als in früheren Sahren. Hervorragend schön sind z. B. die neuen Marken für die spanischen Kolonietr, für dir der spanische Künstler Va- qu er die Entwürfe gemacht hat; die Zeich­nungen für die neue Serie von Belgisch- Kongo stammt von Emile Vloors. Die neuen Marken von LYbren zeigen große Kunst­werke, darunter die lybische Sibylle aus ben Fresken Michelangelos in ber Siptinischen Kapelle.

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