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Die Anziehungskraft des Schaufensters

wachst mit Menge und Güte der aufgewendeten Beleuchtung. 3eöer Ladmbesiher sollte beachten, wie durch reichliche und blendungsfteie Beleuchtung die Kauflust angeregt wird.

Oie LichtheffeLicht lockt Leute" undLicht als Helfer beim Verkauf" sind bei Clettrizitäiswerken, OsraM'Verkaufssiellen und anderen Sleltto- Fachgeschäften zum Preise von je 25 Pf. erhältlich. 6

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buchführenden Landwirte gelten. Wie der Lanbwirtschafrskammer vom Deutschen Landwirt- schaftsrot jedoch mitgeteilt wurde, konnte das Reichs- finanzministerium aus grundsätzlichen Bedenken her­aus diesem Antrag nicht entsprechen. Dagegen ist für Einzelfälle aus einen begründeten Antrag hin eine Ermäßigung aus Bil - ligkeitsgründen durch das Finanzamt möglich.

Gießener Wochenmarktpreifc.

ES kosteten auf dem Samstag-Wochenmarkt: das Pfund Butter 200 Pfennig. Matte 35. Käse "65 bis 70, Wirsing S, Weißkraut 6. Rot­kraut 10, gelbe Düben 10, rote Düben 20 bis 25, Spinat 10. .Unterkohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 40, Feldsalat 100, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 60, Kürbis 6, Kav- löffeln 4, Depfel 15 bis 20. Dirnen 25 bis 30, Russe 60, junge Hahnen 100 bis 120, Suppen­hühner 100, Gänse 100 bis 120; das Stück- Lier 18, Blumenkohl 30 bis 100, Salat 10. Lndivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 jii 10, Sellerie 5 bis 30 Pfennig.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Deutschnationale Frauengruppe, 8 Ahr, Hotel Hindenburg": Dortragsabend. Deicbszentrale für Heimatdienst, 8 Ahr. Deue Aula der Ani- oersität: Vortrag. Gießener Freiwillige Feuer­wehr, 8 Ahr, bei Müller-Bahnhofstraße: Mo» natsverfammlung. Lichtspielhaus, Dahnhofstr.: gilmflirt". Astoria-Lichtspiele:Der Dämon der Landstraße".

Gemeindeabend der Mat­th ä u s - G em e i n de. Man schreibt uns: 3m Zeichen des Reformationsfestes veranstaltet die Männer- und Frauen-Bereinigung der Mat- thäusgemeinde morgen, Dienstag, 3. Dovember, abends 8 Ahr, im Matthäus-Saal einen Ge­meindeabend. Pfarrer Mahr wird sprechen über:Luther als Beter"; Frau Karola Str au ch, die Tochter des Dichters Alfred Dock, wird aus eindringenden Studien überLuthers DaterunserauSlegung" referieren. Der Abend verspricht durch seine interessante Themen, die letzte Innerlichkeit Luthers deuten, starke An­regungen zu bieten für Selbstbesinnung und Kon­zentration der Seele, die heute immer wieder von der anthroposophischen Meditation, der ärztlichen Psychoanalyse gefordert wird. Gäste sind willkommen. (Dgl. Anzeige von vorgestern.) Frontslieger im Westen". Einen Lichtbilder-Vortrag über dieses fesselnde Thema hält Dr. A. Äuermann auf Einladung des Jung- deutschen Ordens am nächsten Donnerstagabend in der Turnhalle (Oswaldsgarten). Der Reinertrag des Abends soll zur Weihnachtsbescherung armer Kinder Verwendung finden.

** Deichsbauten in Gießen. Wie wir zuverlässig erfahren, wird von der Deichssinanz- oerwaltung die Erbauung eines Finanzamts- JebäudeS in Gießen geplant, ferner beabsich- igt das Reichsarbeitsmtnisterium, dem Ver- svrgungsamt ein neues Amtsgebäude zu errichten. Beide Gebäude sollen räumlich neben­einander zu stehen konnnen. im übrigen aber völlig getrennt sein. Die erste Rate der Bau­kosten wird voraussichtlich rm nächstjährigen Vor­anschlag der Regierung beim Reichstag angefor­dert werden. Gegenwärtig sind die Verhandlun­gen über die Grundstücksfrage noch im Gange. Die Bauten dürften voraussichtlich rm nächsten Sommer in Angriff genommen werden.

** Eine Steuer-Anmahnung ver­öffentlicht die Stadtkaste in unserem heutigen An­zeigenteil. Interessenten seien darauf besonders hin- gewiesen.

** Landpachtpreise in Gießen. Bei den Grundstücksveroachtungen der Stadt Gießen wurden für den Morgen rund 40 Mark Pacht erzielt. Dieser Preis bleibt erheblich hinter den früheren Pachterlösen zurück im Hinblick auf den stark geschwundenen Landhunger freilich kein Wunder.

** D i e Bekämpfung der Schund- und Schmutzliteratur läßt sich die Reichsbahnver­waltung auf den Bahnhöfen des Reichsbahnnetzes angelegen fein. Gestützt auf die Verurteilung zahl­reicher Zeitschriften wegen Veröffentlichung unzüch. tiger Artikel und Bilder hat die Bahnverwaltung den Verkauf dieser Schmutzfinken-Machwerke in den Bahnhofsbuchhandlungen verboten. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Pariser Zeitschriften. Dieses Vorgehen der Reichsbahnverwaltung ver­dient volle Anerkennung.

Verhaftung. Der seit längerer Zeit von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen schwerer Einbruchödieustähle steckbrieflich gesuchte Arbeiter Wilhelm Munden aus Bochum konnte jetzt auf dem Truppacher Hof bei Zweibrücken, wo er feit drei Wochen beschäftigt war, verhaftet wer­den. Münden wird nach Gießen überführt.

** Die Landwirtschaftlichen Schulen eröffnen ihren ordentlichen Lehrgang 1925/26 am Montaa, 9. November. Der Unterricht dauert bis zur Karwoche. Nähere Auskunft erteilen die Leiter der zuständigen Landwirtschaftsämter.

k. Zentrums. Der f ammlung. Am Don­nerstagabend fand im Kathol. Dereinshaus eine Versammlung der Zentrumspartei statt, in der Reichstagsabg. Schwarz. Frankfurt a. M. über die politische Lage sprach. Der Redner erörterte zu- nächst die durch den Beschluß der Deutschnationalen Partei, dem Abkommen von Locarno ihre Unter­schrift zu versagen, entstandene politische Krisis. Weiter kam der Redner auf die Stellungnahme der

Zentrumspartei zum Vertrag von Locarno zu sprechen und legte bar, daß die Partei das Ergebnis diele- Vertrages billige und mit allen Mitteln ver­suchen werde, eine Mehrheit für den Vertrag im Reichstag zustande zu bringen. Ob dies allerdings möglich werde, wenn die Deutschnationale Partei ihren eingenommenen Standpunkt beibehalte, bleibe dahingestellt. Ueber die Stellungnahme der Partei zu den sich hieraus ergebenden weiteren Fragen wird erst der auf nächsten Mittwoch nach Kassel einberufene Parteitag der deutschen Zentrumsnartei entscheiden. Der Redner betonte, daß man versuchen müßte, eine Reichstagsauflösung zu vermeiden. An- schließend kam der Referent auf das innenpolitische Programm der Zentrumspartei zu sprechen, das in Ausbau und Festigung der bestehenden Staatsform, Bekämpfung der Diktatur und jeglicher Kastcnhcrr- schaft sowie Bildung einer Reichsregierung auf brei­tester parlamentarischer Grundlage bestehe. Don dieser Regierung der Dolksgemeinschast seien wir heute weiter als je entfernt. Anschließend erläuterte der Redner die im Reichstag bei der Verabschiedung der Aufwertungs-, Steuer- und Zollgesetze zutage getretenen Schwieriakeiten und die Ursache der Ent- frembung, die zwischen den Parteien der Weimarer Koalition eingetreten sei. Anschließend kam er aus die aus dem Austritt des Adg. Dr. Wirth aus der Zentrumsfraktion des Reichstages sich ergebenden Schwierigkeiten zu sprechen und gab der Hoffnung Aufdruck, daß auch in diesem Punkte der Kasteler Parteitag Klärung bringen würde. Als zweiter Red­ner des Abendssprach Landtagsabg. W e ck l e r - Rockenberg über die Tätigkeit der Zentrumspartei im Hessischen Landtag. Er erläuterte eingehend die Schwierigkeiten, die sich bei der Bildung der hessi. scheu Regierung nach den letzten Wahlen ergaben, unb die schließlich mit der Bildung der kleinen Koa­lition endigten. U. a. erläuterte der Redner die For­derungen der Partei anläßlich der Reichsschulgesetz­debatte und der Zollvorlage unb kam noch kurz auf die Slbänberungen in den Kommunalwahlgesetzen ju sprechen. In der Aussprache beschäftigte sich ein Redner noch kurz mit den bevorstehenden Stadtver­ordnetenwahlen und ermahnte, auch hier dem be­währten Alten treu zu bleiben.

* Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 244 Ochsen, 39 Dullen, 749 Färsen und Kühe, 406 Kälber, 345 Schafe, 3634 Schweine.

Schlafende Schöffen.

DieDeutsche R ich ter zeit ung" gz» währt in Rr. 2 von 1925 den Ausführungen der R. 3r. Ztg." vom 14. Dezember 1924 Raum und billigt damit offenbar erfreulicherweise die folgenden Ausführungen, denen man sich im Interesse der Rechtspflege ebenfalls nur an- schließen kann.

Gestützt auf eine Reichsgerichtsentscheidung hatte das Oberlandesgericht Breslau keinen Re- visionSgrund darin gesehen, daß ein Schöffe während der Verhandlung andauernd geschlafen" hatte Reichsgerichtsentscheidung hin Reichs- gerichtsenlscheidung her, während einer Derhand- lung schlafende Richter sind eine Farce, die jeder nunftgemähen Justiz Hohn spricht. And der Würde unb dem Ansehen des Gerichts. Beide zu wahren, ist Pflicht des Vorsitzenden. Warum wird diese in den allermeisten Fällen nur in der Richtung deS Angeklagten, der Parteien, der Zeugen, der Verteidiger und des Publikums geübt? Schaden aus Faullbeit und Znteressen- lvsigkeit (unb Aebermüdung? Die Red.) schlafende Laienrichter dec Würde eines Gerichtshofes etwa nicht mehr als ein vorlauter Delinquent, ein übereifriger Anwalt, ein formloser Zeuge, ein durch unangebrachte Aeußerungen störendes Pu­blikum? Man redet und klagt xur Zeit so viel und berechtigt über das Schwingen deS Autori- tätS» und Respektgefühles den Behörden gegen­über. Wäre es da nicht angezeigt, daß diese in sich und durch sich selbst peinlichst darauf ach­teten, keinerlei inneren und äußeren Anlaß dazu zu geben? Wem, der öfters in den Gerichtssälen weilte, ist nicht schon Haltung und Gebahren dieses oder jenes Richters unangenehm auf ge­fallen? Man vergleiche mit der manchmal recht salcchpen Art z. D. die korrekten Manieren der englischen Diener der Justiz. Diese vergeben sich in ihrer persönlichen Erscheinung, in ihrem Ge­haben nicht das Geringste, sind diszipliniert bis in die Fingerspitzen. Das wirkt ganz besonders auch auf etwas temperamentvolle" Anwälte ,kal­mierend", so daß es nur selten zu ernsten Zu- sannnenstchtzen kommt. Gegen schlafende Laien­richter sollte in Wahrung der Würde und des Ansehens der Gerichte streng eingeschritten wer­den. Dem DerhandlungSleiter stehen viele Mög­lichkeiten zür Verfügung, die ^Schlafkrankheit" eines Beisitzers zu bannen, vielleicht sogar ganz unauffällig Kommt er nicht zum Ziel, so muß er die Verhandlung abbrechen. Anter keinen Am- ständen dürfte eine Sitzung mit einem schlafenden Schöffen oder Geschworenen bis zum Arteil durch- gesührt werden."

Baracken für Jugendpflege-Organisationen.

Der Preußische Wohlfahrtsminister hat dem LandeSjugenüamt der Rheinprovinz (in Düssel­dorf ) mitgeteilt, daß ste für andere Zwecke des Reiches nicht geeigneten Baracken im Einbruchs- und Sanktionsgebiet veräußert werden sollen. Sie kämen für die Jugendpflege-Organisationen in Betracht. Da diesen aber nur geringe Mittel zur Verfügung stchen, habe sich der Reichs­minister für £je befehlen Gebiete einverstanden erklärt, daß nur eine Barzahlung von 20 Proz.

gefordert wird, der Kaufpreisrest mit 5 Proz. zu verzinsen und erst rn 10 Zähren in Raten zu tilgen ist. Von der Aeberlassung dieser Ba­racken gegen Mietezahlung muß leider abgesehen werden.

Kirche und Schule.

Die hesfische Volksschule.

c. Nach dem Stand vom 10. Mai gibt es in Hessen z. Z. 958 öffentliche Volksschulen, die zu­sammen 4017 Klaffen umfassen. 699 davon, d. i. 17,3 Proz., sind reine Knabenklaisen, 701 = 17,4 Proz. reine Mädchcnklaffcn unb 2617 == 65,3 Proz. sind gemischte Klaffen. 11,5 Proz. = 475 sind ein­klassig, 14,4 Proz. = 583 zwei-, 7,5 Proz. =, 283 drei-, 10 Proz. = 409 sind vier- und 56,6 Proz. = 2267 sind mehrklassig.

Auf die drei Provinzen verteilt, entfallen auf Starkenburg 359 Schulen mit 2011 Klassen, auf Rheinhessen 189 Schulen mit 1035 Klassen und Oberhesfen 410 Schulen mit 971 Klassen.

Von den 5 größten Städten hat Mainz 259, Offenbach 249, Darmstadt 204, Worms 125, Gießen 68 Klassen.

1924 waren es nach dem Stand vom 1. De­zember 961 Schulen mit 4041 Klassen, mithin ist eine Abnahme von 3 Schulen unb 24 Klaffen zu ver­zeichnen. Im Jahre 1913 waren es 973 Schulen. Während wir 1913 noch 903 gemeinsame und 7 0 Konfessionsschulen hatten, sind von den 958 jetzigen Schulen 928 Simultanfd)ulen und nur noch 30 Konfessionsschulen, also eine llb- nahme der Konfessionsschulen um 40.

Insgesamt besuchen die hessischen Volksschulen 142 451 Kinder (71480 Knaben und 70 971 Mäd­chen), davon Starkenburg 70 352, Rheinhessen 38280 und Oberhessen 33 819 Kinder. (17 009 Knaben unb 16 810 Mädchen).

Sonderklassen gibt es in Hessen 315: 60 Hilfsklassen (Darmstadt 12, Offenbach 12, Mainz 10, Worms 3, G i e ß e n 2). 1 3 3 Förder­klassen (Offenbach 44, Darmstadt 14, Mainz 10, Gießen 7, Worms 3). 99 Klassen mit e r - weiterten Lehrzielen (Darmstadt 24, Offenbach 21, Mainz 9, Worms 8 und Gießen 1) unb schließlich 2 3 Mittelklassen (Darm­stadt 13, Offenbach 8, Gießen 2). Diese Sonder­klassen werden von 8220 Kindern besucht == 4,5 Proz. 1924 hatten wir in Hessen 152 675 Kinder in 4091 Piaffen, 1913 210 388 Kinder in 3903 Klas­sen. Die Abnahme der Kinder von 1924 auf 1925 beträgt 10 224 oder 6,6 Proz., die von 1913 auf 1925 67 937 ober 32,3 Proz.!!

Die Konfession der Schulkinder ergibt fol­gendes Bild: Bon den 142 451 Kindern sind 94 068 evangelisch = 66 Proz., 45 211 katholisch 31,7 Proz., 854 sind israelitisch =0,6 Proz. und 2318 sind sonstigen Bekenntnisses = 1,5 Proz., von denen allein 880 = 39 Proz. auf den Kreis Offen- bad) entfallen. 1913 waren von den 210 388 Kindern 138 259 evangelisch = 66 Proz., 68 469 = 32,5 Proz. katholisch, 1783 israelitisch = 0,8 Proz. und 1877 = 0,9 Proz. sonstigen Bekenntnisses. Wäh­rend also die Evangelischen auf ihrem Stand von 1913 blieben, nahmen die Katholiken um 0,8 Proz., die Israeliten um 0,2 Proz. ab, die Kinder sonsti- gen Bekenntnisses hingegen um 0,6 Proz. zu.

Während im Jahre 1913 an den öffentlichen Volksschulen Hessens 3371 Lehrer = 84 Proz. und 541 Lehrerinnen = 16 Proz. wirken, sind 1925 4088 Lehrpersonen und 198 hauptamtliche Hand- arbeits- und technische Lehrerinnnen tätig, 3242 Lehrer = 80 Proz. unb 845 Lehrerinnen = 20 Proz. Auf die Provinzen verteilt, ergeben sich für Starkenburg 1559 Lehrer und 487 Lehrerinnen, Rheinhessen 795 und 272 unb Oberhesfen 889 und 86. Mainz hat 183 Lehrer unb 102 Lehrerinnen, Offenbach 182 unb 78, Darmftabt 152 und 73, Worms 85 und 44 und Gießen 51 und 19. Don den oberhessischen Kreisen haben Gießen 238 und 37, Friedberg 229 und 21, Büdingen 122 und 9, Alsfeld 115 unb 7, Lauterbach 102 unb 7, Schotten 83 Lehrer unb 5 Lehrerinnen.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 30. Oft. Streitigkeiten zwischen einem Mieter einerseits und seinem Hausherrn und deffen Fainllie andererseits erfuhren noch dadurch eine Verschärfung, daß gelegentlich des Kreisturn­festes im letzten Sommer ersterer in seiner Woh­nung Schwarzrotgold, letzterer dagegen Schwarz­weißrot flaggte. Aus gegenseitigen Hänseleien kam es schließlich zu Tätlichkeiten, indem der Mieter dem minderjährigen Sohne des Hausherrn eine Ohrfeige versetzte. Als die Mutter und zwei Schwestern des Geschlagenen durch Nachbarn hiervon benachrichtigt worden waren, eilten sie hinzu und beleidigten den Mieter durch eine Reihe von Schimpfworten. Auch andere Personen kamen hinzu, so daß schließlich ein großer Menschenauflauf entstand. Der Mieter erhob wegen der Beleidigungen Privatklage, die heute vechandell und schließlich durck; einen Ver­gleich erledigt wurden. Die Ehefrau und die beiden Töchter des Hausherrn nehmen ihre Beleidigungen zurück und übernehmen die gesetzlichcn Kosten des Verfahrens, während der Mieter sein Bedauern darüber aussprach, daß er sich dazu hatte hinreißen kaffen, den Sohn des Hausherrn zu schlagen, und bas mit seinem Rechtsanwalt vereinbarte Sonbcr- honoror übernahm.

Ebenfalls mit einem Vergleich endete die Privatklage eines hiesigen Postinspektors gegen seinen Hausherrn wegen Beleidigung und Hausfrie­densbruchs. Der Hausherr bedauerte die Vorkomm­nisse und übernahm sämtliche Kosten des Versah, rens einschließlich des Sonderhonorars des Ver­treters des Privatklägers.

Amtsgericht Wetzlar.

2 Wetzlar, 31. Oft. Als wilder Marrn ge­bärdete sich der Invalide Johann Sch. von Wetz­lar am 12. Juli b. 3s., indem er in angetrunkenem Zustande mit einem Revolver in der Hand auf der Lahnbrücke umherlief unb das Publikum in Auf. regung versetzlc. Ein Polizerbeamter nahm dem Manne die Wasfe weg. Aus die Aufforderung des Polizeibeamten an Sch., mit zur Wache zu kom­men, ging dieser ein Stück roegs mit, versuchte aber bann auszurücken, worauf ihn der Beamte festhtelt. Hierbei fetzte Sck). dem Polizeibeamten tätlichen Widerstand entgegen, wurde aber schließlich doch mit vieler Mühe zur Wache gebracht. Dort be­schädigte Sch. dann noch eine Pritsche. Wegen dieser Vorgänge hat er sich wegen Widerstands, Sachbe­schädigung und groben Unfugs zu verantworten. Der Angeklagte gab den Sachverhalt im großen und ganzen zu, er will aber von den einzelnen Vor­gängen nichts mehr wissen. Das Gericht erkannte auf 6 0 Mark O e ( b ft r a f e.

Der Arbeiter L. K. von Wetzlar war wegen Beleidigung und Mißhandlung unter Anklage. Wie die Verhandlung ergab, betraf ein Flurhüter den Angeklagten bei einem Felddiebstahl. Als der Be­amte die Personalien fcststellen wollte, verweigerte der Angeklagte deren Angabe und wurde gegen den Flurhüter beleidigend. Der Flurhüter stieß dann auf heftigen Widerstand des Angeklagten, aud) wurde er mit einem Spazierstock mißhandelt und mit Totschlag bedroht. Der Angeklagte gab den Sachverhalt zu. Das Urteil lautete auf 7 0 M k. Geldstrafe.

Gerichtsfaal.

Kassel, 31. Oft. (WER.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte einen 19jährigenTa ge­ll ö h n e r aus Friedberg in Ouerjjeffen, der zwischen Veckerhagen und Gieselwerder tKreis Hofgeismar) eine alte gebrechliche Frau z u vergewaltigen versuchte, wobei er der um Hilfe rufenden Frau in roher OBeifr mit dem Schuh auf den Mund trat, zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehr­verlust.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau-.)

Montag, 2. November:

77.30 Uhr: Die Bucherstunde. 7.308 Uhr: Funkhochschule, Vortrag von Pros. Dr. Mar Flesch Gehirnunregelmäßigkeiten beim Verbrecher . 8 bis 8.30 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 Uhr: Ab­schiedsabend Gerd FrickeDer Sturm" von Shake­speare, begleitende Musik von Humperdinck.

Dienstag, 3. November:

3.304 Uhr: Die Stunde der JugendVom Leben und Weben in der Natur", voraetragcn von Lehrer Karl StrickerDer Mäusebussard" von Hermann Lons (Für Zünder vom 12 Jahre ab). 4.306 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus- orchesters: Wiener Operetten. 66.30 Uhr: Die Lesestunde: AusTill Ulenspiegel und Lame Goed- zack" von Charles de Coster. 6.307 Uhr: Ueber- tragung von Kassel:Der Dichter H. D. Rehfisch", Vortrag von Obcrregisseur Dr. Rolf Paul (zur Einführung in die Erstaufführung des Kasseler StaatstheatersNickel un. die 36 Gerechten"). 77.30 Uhr: Stunde des Südwestbeutschen Rabio- klubs: 26. Kursoortrag, E. Becker:Detektoremp­fang I". 7.308 Uhr: Schachstunde. 88.30 Uhr: Funkhochschule.Aus dem Städelschen Kunstinsti- tut V", Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 8.30 Uhr: Fernempfang auswärtiger Stationen. Zweiter Versuch.

Geschäftliches.

Eierteigwaren sind heute ein so be­kanntes und allgemeines VolksTrahrungsmittel, daß es fast unglaublich erscheint, daß eS eine Zeit gab, in der man solche nicht kannte. Als im Jahre 1863 die Firma 3. F. Schüfe, Plüderhausen in Württemberg gegründet wurde, wurden Teig­waren zwar schon fabrikmäßig hergestellt, doch waren dies nur minderwertige Wasserprodukte, zu denen vielfach noch Kartoffelmehl uertoenbet wurde. Schule verließ als Erster die bis dahin übliche Fabrikationsweise und stellte seine Waren aus den besten Weizenariesen und den schönsten italienischen E.Ml her. Die hierdurch gewonnenen Erzeugnisse fanden allgemeinen Beifall.

Die Fabel von der Ameise und der Grille enthält eine beherzigenswerte LebenLregel, spare in der Zeit, so hast du in der Rot. Aber sparen in dieser wirtschaftlich so schlechten Zeit ist eine schwere Ausgabe, die mancher HauSfvau unrnög- kich erscheint. Hier hilft die F e in ko st m a r ga- rine Schwa n im Blauband. deren billiger Preis es jeder Hausftau ermöglicht, erhebliche Ersparnisse zu machen.

Jeder Weinhändler liefert:

VERTRETER: H. Elges jr., Gle3en, Seltersweg 68