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firn zu proklamieren. Rhiza Khan hat die ihm angetragene Kbnigswürde angenommen und wird bereits morgen den ersten Kronrat abhalten. Die Hauptstadt ist festlich illuminiert. Don den Dal- konen der Häuser, die mit Blumen reich geschmückt sind, hängen die Teppiche herunter. 3m ganzen Lande wird die Einsetzung des neuen Königs drei Tage lang gefeiert werden. Als erste Verfügung hat der König die Befreiung aller politischen Gefange­nen angeordnet und den Mitgliedern der bisherigen Dynastie volle Amnestie zugefagt.

Volkskommissar Frunse f.

Moskau, 31. Olt. Der "Volkskommissar für Kriegswesen Frunse, Nachfolger TrotzkiS im Ob:rb:fehl der Roten Armee, ist nach kurzem Kranlscin heute nacht einer Herzlähmung erlegen, die nach einer Magen- und Darmoperation ein­trat. Die Operation war zur Beseitigung von Krankhcitscrscheinungen vorgenommen worden, die sich bereits nach einer vor zehn Jahren im Gefängnis vorgenommenen mißglückten Blind- daimoperation eingestellt hatten. Trotz der Herz­schwäche, die sich bei der Operation zeigte, hofften di: Aorzte, daß Frunse genesen werde: doch trat eine erhebliche Verschlechterung in dem Befinden des Patienten ein, die dann später zum Tode führte.

Eine Regier ungserklärung aus An­laß des Todes Frunse« weist darauf hin. daß die Sowjetunion in Frunse einen ihrer besten Organi. satorcn und Führer sowie den Mann verliere, dem die Siege über "Drängel und Koltschak zu danken seien. Der verstorbene Volkskommissar wurde im Gewerkschnftshaus a u f g c b a h r t. Regierungsmitglieder, Vertreter der Truppenteile und der Arbeiterorganisationen halten die Ehrenwache. Der auf den 3. November festgesetzte Begräbnistag wurde zum Trauertag für die gesamte Sowjetunion erklärt. Die Ernennung Anschlich ts zum Nachfolger FrunseS gilt hier als sicher. Seine Ernennung soll nach dem Parieikongretz der kommunistischen Parte', der am 15. Dezember statt findet, er­folgen.

Uebergabe der Westernplatte an Polen.

Danzig, 1. Nov. (TU.) Am Samstag nachmittag 2 Uhr er'olgte an Ort und Stelle die Uebergade drr Westernplatte an die Polen, die sie zu militärischen Zwecken verwenden wer­den. Gleichzeitig damit ist die Westernplatte für den allgemeinen öffentlichen Verkehr gesperrt und ihr Betreten ist nur Personen mit besonderen Au-Weisen gestattet. Mit der Ueb-ergabe der Westernplatte hat der Senat eine schwere Verpflichtung erfüllt, die ihm durch Völlerbundsbeschlutz auferlegt wurde. "Denn schon der Verlust des Volks t üm- lichstcn Seebades die Stadt Danzig auf das schwerste betroffen hat, so kam es dem Se­nat Danzigs weiter hart an, die äutzerst schwie­rige Aufgabe zu losen, die Westernplatte von sämtlichen Bewohnern zu räumen. Für rund 100 Familien mußte der Senat neue Woh­nungen beschaffen. Es ist ihm unter großen Schwierigkeiten gelungen, zum Teil durch Siede- hingen, dies zu bewerkstelligen. Nur drei Fa­milien sind heute noch nicht untergebracht.

Das Friedrich-Tbert-Grab- denkmal in Heidelberg.

Heidelberg 31. Oft. (Wolff.) Auf dem hiesigen Berafriedhof fand heute vormittag 11 Uhr die feierliche Arbergabe des von der ReichSregierung dem verstorbenen Reichspräsidenten Ebert errichteten Denkmals an die Stadt Heidelberg statt. Die Reichsregierung war bei dieser Gelegen­heit vertreten durch Den Reichswehrminister Dr. Geß ler. Reichsarbeitsminister BraunS und Staatssekretär Meißner, die preußische Staats­regierung durch Ministerpräsident Braun, die badische Staatsregierung in Vertretung deS Staatspräsidenten durch" die Staatsminister Remmele, Trunk und Dr. Köhler. Nach einem einleitenden Musikstück deS Städtischen Chors hielt

Reichswehrminister Dr. Gehler folgende Ansprache:NamenS und im Auftrage der ReichSregierung habe ich die Ehre, Ihnen, Herr Oberbürgermeister in die Obhut der Stadt Heidelberg daS Grabdenkmal zu überaeben, das die Reich-regierung dem ersten Präsidenten der Deutschen Republik errichtet hat. Es ist kein Denkmal in dem Sinne, was man sonst darunter versteht. An diesem anderen Denkmal arbeitet ernst und unbestechlich die Geschichte ohne unseren Auftrag. Aber wir sind der festen Lieberzeugung, daß, wenn einmal die Gerüste abgenommen und der Staub verflogen ist. es uns mächtig und stark einen Mann zeigen wird, der einst in denTagen der tief st en Not an Deutschland nicht verzweifeltc, sondern mit feinem Leib den Riß zwi­schen der alten und der neuen Zeit deckte. Dis dahin werden alle die, die mit ihm arbeiteten für die Wieberaufrichtung unseres Vaterlandes, sein Denkmal in ihrem Herzen tragen. Dieses Grabdenkmal aber möge auf die­sem herrlichen Friedhof stehen als Zeichen un­serer Dankbarkeit und Verehrung. Schlicht und stark, wie es dem Wesen deS Toten entspricht, möge es noch späten Geschlechtern künden, daß sich hier der Wunsch Friedrich Eberts erfüllte, nach den Kämpfen und Mühen eines arbeits­reichen LebenS in Heidelberg, der gelreblen Heimat, deren getreuer Sohn er war, die letzte Ruhe zu sinden. And die Namen seiner für das Vaterland gefallenen SöHne mögen es allen, die das Grab besuchen, erzählen, daß ihm von den Bitterkeiten unserer Zeit nichts erspart ge­blieben ist. Zum Zeichen unserer steten Ver­ehrung lege ich diesen Kranz namens des Reichspräsidenten und der Reichsregierung an seinem Grabmal nie­der."

Der Oberbürgermeister von Heidelberg. Walz, erwiderte darauf:Im Namen der Verwaltung der Stadt Heidelberg spreche ich der hoben Reich-regierung den aufrichtigsten und herzlich­sten Saitf dafür aus, daß sie auf unfetem Fried- Hofe dem Sohne unserer Stadt, dem ersten Reichspräsidenten, ein Denkmal errichtet hat, das sie jetzt unserer Obhut unterstellen will. Wir sind gerne bereit, diese Obhut zu übernehmen, und ich devfpreche der hohen Reichsregierung, daß wir das Denkmal allezeit in Ehren halten werden."

Schwere Schlagwetterkataftrophe in Gelsenkirchen. *

17 Bergleute einem Explosionsungluck auf der ZecheHolland" zum Opfer gefallen.

Essen, 1. Nov. (X1L) Am Allerheiligen- Sonntag durcheilt neue Schreckensfunde von einem Explosionsunglück auf der der Phönix A. G. für Bergbau- und Hüttenbetriebe gehörigen Zeche Holland in Gelsenkirchen-Watt en» scheid das Ruhrrevier. 17 Bergleute sind wiederum einer Schlagwetterexplosion zum Opfer gefallen. Auf den Zechentürmcn sind dieTrauLr- flaggen aufgezogen und stehen in ihrer Düster­keit im grellsten Gegensatz zu dem das Land der Zechen und Werke überflutenden Herbst- sonnensc^in. Die 17 Opfer, sowie die beiden Verletzten, von denen der eine in Lebensgefahr schwebt, befinden sich im Knappschaftskranken­haus in Düsseldorf. Die Gewalt der Explosion geht daraus hervor, daß oberirdisch die Er­schütterung weithin bemerkbar war. Die Ret- tungSarbeiten waren gegen vier Ahr morgens beendet.

Die Bergbaubehörde, die sofort eingefahren war, gibt folgenden amtlichen ersten Bericht heraus:

Aus der Zechenlagc I II Wattenscheid Hal am Samstag, 31. Oktober 1925, abends gegen Ende der rNittagsschicht eine Explosion siattgefmtden, bei der 17 Bergleute getötet und zwei ver- letzt worden sind. Die Explosion hat eine Ab- teilung der achten und neunten Sole betroffen, in der die llnkerselkkohle im Flözdickebank als liegen­des AlSz gebaut wurde.

Vie betroffenen Baue waren durch Gestelnstaub, und zwar durch Sperrungen und Streuungen g e - sichert. Diese Sicherung hak ihre volle Schulvig- kelt getan, so daß auch die Explosion über den eigentlichen Herd nicht hinausgcschlagcn ist. Die Wirkung hat sich nach dem bisherigen Befund an­scheinend nur a u s einige Haupt st recken be- schrankt. Die ganze Belegschaft isk mit elektrischen Lampen ausgerüstet. Die Token sind fämflld) ge­borgen. Einer der beiden Verletzten schwebt in

Lebensgefahr. Der zweite isk nur leicht verletzt, weitere Bergleute sind nich! gefährdet. Die be­troffenen Baue sind mit Ausnahme weniger Stollen, die eingeskürzt sind, wieder befahr­bar. Die Ursache dec Explosion konnte noch nicht scslgeskelll werden. Es wird vermulek, daß es sich um eine Explosion von Schlagwettern handelt, die bei dem rnckhafken wechsel des Ge­birges ansgetrieben wurden und an einigen Stel­len zur Entzündung gekommen sind. Die bergbau­liche Untersuchung ist im Gange. Der Berghaupi- mann ist mit den Vertretern der Bergbehörde an Ort und Stelle.

Nach der ersten Befahrung des Anglücks- schachtes Holland zwischen drei und vier Ähr, heute morgen, durch die Drrgbaubehörde sind heute nachmittag, gegen ein Ahr, abermals zwei An ter s uchu ng s ko rnmis sivne n, die eine unter Führung des Berghauptmanns O v e t t h u n, die andere unter Führung deS Oberbergrates Schlattmann in verschiedene Schächte zwecks Untersuchung der Cxplosions- katastrophe eingefahren . Nach 6er Ausfahrt zwi­schen fünf und sechs Ahr nachmittags ergab sich jedoch noch keine abschließende Klar­stellung über die Arsache des Unglückes. Es wird daher die Untersuchung unter Mitwirkung der Staatsanwaltschaft fortgesetzt. Morgen sollen weitere Zeugen vernommen werden. 3n dem Befinden des einen der beiden Verletzten ift eine Besserung eingetreten, so daß zu hoffen ist. ihn am Leben zu erhalten . Die Schachtanlage der Zeche Holland stellt einen auf das modern st e eingerichteten Gruben­betrieb dar. Bisher waren in dem Schacht noch keine besonders starken Ansammlungen von Schlagwettern beobachtet worden. Die Mittags­schicht war in einer Stärke von 600 Mann ein­gefahren, die bis auf die 19 vom älnglüd Be­troffenen, sämtlich geborgen wurden.

Die Feier am Grabe nahm einen sehr wür­digen Verlauf. Die Gattin deS verstorbenen Reichspräsidenten legte an dem Sarkophag einen schlichten Blumenkranz nieder. Unter den son­stigen Kranzspenden fiel besonders der herrliche Kranz des Reichspräsidenten und der der Reichsregierung auf. Das von Peter einem schlichten Sarkophag aus grauem Muschel- Behrens entworfene Grabmal besteht aus kalk, der an den Ecken vier Reichsadler und an der Längsseite die Zuschrift:FriedrichEbert" trägt. Auf der Rückseite des Sarkophags steht der Leitfpruch des verstorbenen Reichspräsiden­ten:Das Wohl des Volkes ist meiner Arbeit Ziel." Neben dem Sarkophag, der erhöht ist, und zu dem einige von Vasen flankierte Trep­penstufen herauffuhren, liegen beiderseitig die Gedenksteine für die im Kriege gefallenen beiden Söhne des verstorbenen Reichspräsidenten.

Die Studentenschaft zum Darmstadter Hochschulkonstikt.

Darmstadt, 1. Nov. Zu dem Konflikt zwischen der Regierung und der Professorenschaft der Technischen Hochschule hat auch die Stu­dentenschaft Stellung genommen und eine Ent­schließung mit nachstehendem Wortlaut gefaht: Die Darmstädter Studentenschaft nimmt Kennt­nis von dem Konflikt zwischen Hochschule und Regierung. Die Studentenschaft wird für die Rechte der Hochschule stets wie für ihre eigenen Rechte ein treten und stellt sich im vorliegenden Falle voll und ganz hinter Rektor und Senat.

Kleine politische Nachrichten.

Zur Räumung der Kölner Zone ist eine aus mehreren englischen Offiziere bestehende englische Kommission in Wiesbaden ein­getroffen und hat im HotelNassauer Hof" für acht Tage Wohnung genommen. Sie besichtigte verschiedene Hotels, das Villenviertel und die von den ftanzösischen Truppen besetzten Quartiere.

Die Rheinlandkommission beschloß die Be­schlagnahme aller Exemplare desLahrer Hinkenden Boten", Neuen historischen Ka- lerrders für 1926 und einer Schrift deS ProL Hermann PfeiffersWährend Europa atff den Weltfrieden wartet . . .", Mitteldeutscher Verlag, Halle a. S., im besetzten Gebiet.

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Der tschechoslowakische Minister des Llaswär- tigen. Dr. Denesch, wird in nächster Zeit in Berlin dem Minister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, einen offiziellen Besuch ab- ftatten.

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Die Sowjet regierung hat beschlossen, Militärattaches nach Berlin, Warschau, Paris und Athen zu entsenden. Für diese Posten sind höhere Offiziere der Roten Armee, sowie ehemalige zaristische Offiziere, die als Militär­attaches schon vor dem Krieg mitgxwirkt haben, vorgesehen. Die Ernennung DeS Ntilitärattachäs für Berlin wird in der allernächsten Zeit er­folgen. Die Zustimmung der deutschen Regierung liegt bereits vor.

Aus aller Mett.

Der Schwedenzug bei Malmö entgleist.

Stockholm, 2. Nov. Ein schweres Eisen­bahnunglück hat sich Sonntag früh auf dem Bahn­hof in Malmö ereignet. Von dem Schnellzug StockholmBerlin, Der am Samstagabend 8.15 Ahr Stockholm verlassen hatte, entgleisten bei der Einfahrt in Malmö um V28 Ahr morgens die beiden letzten Wagen, und zwar der Schlafwagen, der nach Kopenhagen übergeführt wird und ein Wagen zweiter Klasse. Beide Wagen wurden umgeworfen. Der diensttuende Konduk­teur wurde get ötet, zwei Personen verletzt, darunter ein Deutscher, der etwa 70jährige Di­rektor Müller. Der Zug komrte mit dreiviertel- stündiger Verspätung nach Trelleborg weiter­fahren. Die Arsache deS AngAicks ist anscheinend auf falsche Weichen st ellung zurückzu- führen.

Verhaftungen in der Mordsache Rosen.

Breslau, 31. Okt. (Wolff.) In der Unter­suchung über die Ermordung des Breslauer Uni- verfitätsprofessorS Dr. Rosen und des Schuh­machers Argust Stock ist heute eine sensatio­nelle Wendung eingetreten. Der Antersuchungs- richter hat den Sohn des ermordeten Schuhmachers, den Postbeamten Erich Stock sowie dessen Frau im Verdacht der Täter­schaft in Haft genommen. Es wird ver­mutet, daß der junge Stock auf Anstiftung der Hausdame Neumann feinen eigenen Vater sowie den Professor ermordet hat. Stock gab bisher bei seinen verschiedenen Vernehmun­gen an, ein Tanzvergnügen eines Turnvereins in einem Saal unweit der Mordvllla erst nach 1 Ahr in der Mordnacht verlassen zu haben. Die Wirtin des Restaurants sowie zwei Dedienungs- frauen behaupten jedoch, gesehen zu haben, daß der Postbeamte kurz nach 12 Ahr das Haus mit Hut und Mantel verließ und kurz nach 1 Ahr zorückkam. Auch gegen daS Dienstmädchen Marie Grabsch, das bisher nur als Zeugin ver­nommen war, richtet sich nunmehr das Anter- fuchungsverfahren. Die Grabsch ist vorläufig noch auf freiem Fuß. Das Ehepaar Stock war schon feit längerer Zeit in verschiedenen Kreisen der Mitschuld an der Mordtat verdächtigt worden. Der Verdacht fand darin eine Stühe, daß das Verhältnis zwischen dem Schuhmacher Stock und dem Sohn sowie der Schwiegertochter denkbar schlecht gewesen sein soll.

Raubüberfall.

Der aus der Provinz zu einem vorüber­gehenden Aufenthalt in Berlin anwesende Schlächtermeister Karl Benz wurde in der Königgräher Straße überfallen. Benz war dort auß der Droschke gestiegen und auf eine Gruppe von zwei Männern und einer Frau, die sich heutig stritten, zugegangen, um den Streit z tt schlichten. Als die drei sahen, daß Benz vpn der Entlohnung deS Droschkenkutschers noch die Brieftasche in der Hand hatte, warfen sie ihn zu Boden und versuchten ihm die Brief­tasche zu entreißen, was nicht gelang, da Benz diese an einer Kette trug. Die An­greifer entflohen. Einer wurde von der ver­folgenden Polizei eingeholt und feftgenommen.

Die Geburtenziffern in Preußen.

Wie der amtliche Preußische Pressedienst der Statistischen Korrespondenz entnimmt, hielt die Zunahme der Heiratsziffern auch im zweiten Vierteljahr an. Sie betrug fast 1 Prozent (8.65 Prozent gegenüber 7.68 Pro­zent): der Anterfchied gegenüber dem zweiten Vierteljahr 1913 ist damit ein nur noch geringer. Sie Geburtenziffer im zweiten Vierteljahr 1925 übersteigt mit 22.74 Prozent die deS glei­chen Vierteljahres 1924 mit 20.96 Prozent. Die Sterblichkeit war im zweiten Vierteljahr 1925 ein wenig größer als im zweiten Viertel­jahr 1924 (11.79 Prozent gegenüber 11.70 Pro­zent). Diese Zunahme ist jedoch möglicherweise nur eine Folge der veränderten Rechenmethode. Die Sterblichkeit blieb niedriger als 1913 (14.91 Prozent) und sämtlicher anderen Nachkriegs­jahren.

Vier Tote bei einem Flugzeugabsturz.

Bei Kopenhagen stürzte ein Flugzeug, das einen der üblichen Sonntagspasfagierflüge über Kopenhagen auSführte, kurz nach dem Start ab. Das Flugzeug wurde gänzlich zertrüm- me rt. Der Pilot und drei von den fünf Passa­gieren waren sofort tot. Zwei Passagiere wurden so schwer verletzt, daß an ihrem Auskommen ge­zweifelt wird.

Darmstädter Kunstausstellung.

D a r m st a d t, 1. Nov. Heute vormittag fand im städtischen Ausstellungshause die Eröffnung der Herbstausstellung derDarmstädter Gruppe" statt. Vertreten sind die Maler und Graphiker Alexander Posch, Georg Breitwieser, Alrich Hallerstede, Willi Hofferberth, Marcel W. Richter, Gottfried Richter, Lothar Toller und mehrere Gäste, unter denen Paul Thesing am bem er fenßtoerteften ist, von dessen Malweise die Gruppe auch ursprünglich ausging. Auch einige Franzosen, wie Camoin, van Dongen und Vlamink, bieten in einer Svnderschau einige be­achtenswerte Leistungen.

Wettervoraussage.

Meist brwcllt, zeitweise aufflärenb. südliche Winde, tags etwas milder, nachts kälter, vor­wiegend trocken, doch stellenweise Nebelbildung.

Infolge der außerordentlich niedrigen Tem­peraturen im Osten kann das Tief nut langsam vorwärts kommen: seine Lage bat sich wenig geändert. Die Wetterlage wird noch einige Tage ihren seitherigen Charakter bewahren.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 9.3 Grab E., Minimum 5,2 Grad E., heutige Mor­gentemperatur: 7.4 Grad C.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 2. November 1925.

Die Jagd im November.

Nachdem sich im vorigen Monat bereits die erste Hälfte der Brunst des Damwildes vollzogen hat, tritt der Damhirsch im November in die zweite Hälfte der Brunst, in welcher er die charakteristischen Merkmale des brünstigen Schauflers zeigt. Diese äußern sich vornehm­lich darin, daß der Schaufler jetzt schreit. Dieses Schreien hat mit dem gewaltiger! Röhren des Edelhirsches nichts gemein. Der Schref des Dam- schauflers könnte fast an das Schnarchen eines schlafenden Menschen erinnern.

Der Abschuß des weiblichen Rot- und Dam­wildes, der um die Mitte des vorigen Monats begonnen hat, ist auch im November und 6en nächsten Monaten frei. Dem männlichen Rot­wild, dem Edelhirsch, wird der waidgerechte Jäger jetzt nach beendeter Brunst Ruhe gönnen.

Der November bringt auch den Beginn der Schubzeit für weibliches Rehwild, von welcher hoffentlich nur verschwindend wenig Jäger Ge­brauch machen werden, denn den Ricken sollte man im Hinblick auf die Hebung des gesamten Rehbestandes größte Schonung entgegenbringen. Wo es sich um eine erwiesenermaßen notorische Geltricke handelt, steht dem Abschuß nichts im Wege. Aber sonst lasse man die Finger von dem weiblichen Rehwild, das infolge seiner Harm­losigkeit so recht eigentlich das Ziel der Schießer und Aasjäger ist. And noch eine Warnung sei hier ausgesprochen, deren Beherzigung dem Reh­wild Qualen und dem Jäger böse Stunden er­spart. Die Warnung, unser Rehwild auf Treib­jagden zu erlegen, wie dies leider nur so häufig geschieht. Wer je einer solchen Treibjagd auf Rehe beigewohnt hat, vergißt die elenden Bllder, die sich auf einer solchen Treibjagd auf Rehe notwendig zeigen müssen, fein Leb­tag nicht und verzichtet dankend sofern er ein richtiger Waidmann ist auf weitere derartigeFreuden". Also fort mit den scheuß­lichen Treibjagden auf Rehe! Daß Kitze ge­schont werden, ist selbstverständlich.

Die Jagd auf Hasen dauert fort. Mümmel­mann hält sich vorzugsweise auf der jungen Saat oder auf dem Sturzacker auf. Diele seiner Art sind im vorigen Monat, der den Anfang der Jagd brachte, ein Opfer der zahlreichen Auch-Jäger und Schießer unserer Tage ge­worden.

Die Jagd auf Fasanen geht weiter: der Abschuß geschieht in diesem Monat gewöhnlich auf Treibjagden und erstreckt sich fast ausnahms­los auf den prächtig gefiederten Hahn, während sich die Hennen im großen und ganzen der Scho­nung erfreuen. Freilich gilt es, wenn die Hennen durch Schußverbot geschützt sind, die Augen auf­zumachen, schnell und sicher zu prüfen und rasch zu handeln, damit nicht statt des im bunten Ge­fieder schillernden Hahns die schmucklose Henne vor dem übereifrigen Schützen zu seinem Aerger und zum Leidwesen des Iagdherrn gestreckt wird.

Don der Jagd auf Rebhühner dürfte in diesem Monat wohl kaum ein waidgerechter Jäger Gebrauch machen. Dagegen kommt es vor, daß auf Treibjagden immer noch einige Hühner, die vor den Treibern aufstehen, zur Strecke ge­bracht werden. Aber für die eigentliche Hühner- - suche ist dieser Monat natürlich nicht mchr geeignet.

Für Wasserwild, als da sind Wildenten wilde Schwäne, Kraniche, dauert die Schußzeit weiter an. Ebenso für ein in vielen Gegenden unseres Vaterlandes heute unbekanntes Flug­wild, die Trappe. Auf wilde Gänse lohnt bei gewandtem Anschleichen und zäher Ausdauer aber das ist unerläßlich, wenn der Erfolg be» schieden sein soll! ein Kugelschub auf die auf einem Saatfeld versammelten Wanderer.

Das Raubzeug lohnt jetzt schon den Schuß. Fuchs unb Marder tragen bereits Winterbalg. Sparkassen und Wohnungsbau.

Die hessischen öffentlichen Spar- rassen sind, wie wir erfahren, gegenwärtig damit beschäftigt, zur Förderung des Woh­nungsbaues unter besonders günstigen Be­dingungen Bausparkonten zu errichten, über die weitere Einzelheiten in allernächster Zett ver­öffentlicht werden. Schon jetzt sei gesagt, daß, soweit die sonstigen Mittel der Sparkasse es erlauben, in erster Linie die B a u s p a r e r bei Gewährung von hypothekarischen Darlehen Be­rücksichtigung finden sollen.

Freie Preisbildungen auch innerhalb der Iwangsinnungen.

Von amtlicher Seite wird mitgcteilt: Der Pro- vinzialausschuß der Provinz Rhein' Hessen hat in einer Entscheidung vom 16. Juni 1925 ausgesprochen, daß Zwangsinnungen nicht berechtigt sind, ihren Mitgliedenr unter Androhuna von Strafen zu verbieten, nied­rigere Preise als die von der Innung festge­setzten Richtpreise zu nehmen und öffentlich be- tänntzugeben. Entgegenstehende Beschlüsse der In­nungen und entgegenstehende Bestimmungen in den Innnungssatzungen sind ungültig, da sie gegen § 100 q der Gewerbeordnung verstoßen. Durch die Entscheidung des Prooinzialausschustes ist auch innerhalb der Zwangsinnungen die Möglichkeit freier Preisbildung und voller Entfaltung aller wirtschaftlichen Kräfte gesichert.

Ermäßigte Umsatzsteuer notleidender Landwirte.

Die Landwirtschaftskammer für Hessen hatte in einer Eingabe an das Landesfinanzamt, die auch dem Deutschen Landwirtschaftsrat mit der Bitte um Unterstützung beim Reichsfinanzmunsterimn zur Kenntnis gegeben wurde, gebeten, im früheren Rvt- gebiet den buchführenden Landwirten die U m s a tz st e u e r aus Billigkeitsgründen a u f Antrag auf die Beträge zu ermäßigen, die auf Grund der Richtzahlen für die nicht?