Ausgabe 
2.9.1925
 
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im Herbst v. 3. ausgelegten deutschen 21 u s - landa nleihe entnommen wurden. Die rest­lichen 200 Millionen Mark wurden von der Deutschen Reichsbahngesellschaft als Zinszah­lungen für die auf Grund des Sachverstän­digenplanes zu Reparationszwecken begebenen Obligationen in Höhe von 11 Milliarden Gold­mark geleistet. Die Reichsbahngesellschaft leistete am 28. Februar die erste Rate in Höhe von 100 Millionen Gvldmark. Auf Grund des Ab° kommens zwischen dem Generalagenten für die Reparationszahlungen und der Reichsbahngeselb- fchaft, wonach zum Zwecke der reibungslosen Abwicklung der Reparationsleistungen Teil­zahlungen vor der Fälligkeit gegen Ver­gütung eines Zwischenzinses von jährlich 6 Proz. angefordert werden können, wurden von der zweiten, am 1. September fälligen Rate bereits im August Vorauszahlungen geleistet. Durch die am 31. August bewirkte Zahlung von 60 Millionen Goldmark ist somit auch die zweite Rate mit 100 Millionen Gvldmark vollständig eingegangen.

Hauptausschuß des Preußischen Landtages.

Kultusminister Beckers Etatrede.

Berlin, 1. Sept. (Wolff.) 3m Haupt­ausschuh des Preußischen Landtags wurde die Beratung des Kultushaushaltes fortgesetzt. Kul­tusminister Dr. Becker wies darauf hin, dah der vorliegende Etat vom Ministerium Bölih ausgearbeitet worden sei. 3n der Behandlung der großen Sachfragen zeige sich eine feste Linie. DieZeitausgaben" mühten mit den historisch gewordenen verbunden werden.3ch bekenne mich so fuhr der Minister fort ohne parteipolitische Bindung zu einer demokra­tischen Haltung. Die Schul- und Kulturpolitik muh so geleitet werden, dah alle Parteien sie bejahen Annen. Der Minister darf nicht partei­politisch gebunden sein. Das wird mir leichter fallen als einem Parteiminister. Als Staats­minister lege ich mir die gröhte Zurückhaltung auf. Als Kultusminister verfolge ich eine f e st e Linie auf dem Boden der republikanischen Ver­fassung. Ich verurteile jede Schmähung der Ver­gangenheit, verlange aber auch Respekt und Liebe zum heutigen Staat. Es hat mich mit Bedauern erfüllt, dah der Abgeordnete Oelze mir Ver­sagen in vaterländischen Belangen vorgeworfen hat.

Das Verbot des Tragens politi­scher Abzeichen in der Schule sei not­wendig und schon vom Ministerium Bölitz er­lassen. Es habe zu Schwierigkeiten geführt. Der Abbau hat im Ministerium k a t a st r o - phal gewirkt. Die allergrößten Schwierig­keiten seien entstanden. Die Einstellungssperre muh fallen. Die Aufbauschule habe sich be­währt. Wenn auch ein abschliehcndes Urteil noch nicht möglich ist, so sind die bisherigen Er­gebnisse glänzend. Die Gesamtschuldauer darf 12 Jahre nicht überschreiten, wenn der Volks­schule nicht Schaden entstehen soll. 3m Kampfe für die Grundschule sollte die 9jährige Höhere Schule nicht angegriffen werden. Der Minister sprach den Wunsch aus. dah die Schulreform jetzt Ruhe und Gelegenheit zum Wachsen erhalte. Die Privatschule befolge eine Lockerung der Staatsschule. Hier sei eine sorgfältig überlegte Gesetzgebung notwendig. Er stehe auf dem Bo­den der Staatsschule. Berechtigte Bedürfnisse der Privatschule mühten jedoch erfüllt werden. Die Schulschwierigkeiten in kleineren Städten seien nicht zu Dedennen.

Der Breslauer Gewerkschaftskongreß.

Breslau. 1. Sept. (Sil.) 3m Vorder­grund der heutigen Mrhandlungen des Bres­lauer Gewerkschaftskongresses stan­den die kommuni st ischen ilmtriebe in den Gewerkschaften, das Mrhalten der Kom­munisten während der Ruhrbesetzung, das Vor­gehen der Kommunisten bei der Textilarbeiter- Aussperrung in Sachsen usw., wogegen sich u. a. die Reichstagsabgeordneten Simon, Rürnberg, und Husemann, Bochum, wandten. Rach einem Schlußwort Leiparts, Berlin, wurden folgende Anträge angenommene

Es wird von der Reichsregierung und dem Reichstage ein Arbeitszeitgeseh und der Achtstundentag gefordert. Zum Kapitel Bctriebsrätegeseh wünscht man Selbstbestim­mungsrecht im zukünftigen Tarifvertragsgeseh, die Auflösung der Technischen Rot­hilfe und ähnlichen Einrichtungen. Zur Woh­nungsfrage wird schärster Widerspruch erhoben, ferner gegen die Hauszins st euer un& ihre Mrwendung für andere Zwecke als zur Be­hebung der Wohnungsnot und gegen die Er­höhung der Miete zugunsten des Privathaus- besihes. Außerdem wird lebhaft gegen die Beseitigung des Mieterschutzes und der gebundenen Wirtschaft im Wohnungswesen protestiert. Zum Genossenschaftswesen werden alle Gewerkschaftsmitglieder und deren Frauen aufgefordert, sich die Förderung und Entwick­lung der Konsumgenossenschaftsbewe­gung angelegen sein zu lassen.

Zum Reichshandwerkergesetz wird die wirtschaftliche Zwangsorganisation abgelehiü, aber eine Rege lung. der Lehrlings­ausbildung gefordert. Schließlich protestiert der Kongreß in einer Entschliehung gegen die heutige Zoll- und Steuerpolitik und spricht sich für eine gerechtere Handhabung aus.

Ein Antrag des Eisenbahnverbandes Lörrach will die Gewerkschaft verpflichten, bei Kriegs­ausbruch die Herstellung von Waffen un d Munition und den Durchtransport von Truppen und Kriegsmaterial durch das Reichs­gebiet mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern. Dieser Antrag gelangte nicht zur Abstimmung, da bereits früher entsprechende Be­schlüsse gefaht worden seien. Eine Reihe vvn Forderungen des Metallarbeiterverbandes Berlin und Leipzig bezüglich des Iugendschuhes und der Iugendausbildung sind dem Bundesvorstand 'zur Berücksichtigung überwiesen worden.

Am Rachmittag berichteten Professor Dr. H e r m b e r g, Leipzig, überDie Wirtschaft und die Gewerkschaften" und Reichstagsabgeord­neter Jäckel, Berlin, der Vorsitzende des Deut­schen Textilarbeiterverbandes, überWirtschafts- Demokratie". Seitens des Bundesvorstandes la­gen zu den Referaten verschiedene Entschließun­gen vor, in denen der Kongreß folgendes for­dert: Dolle Anerkennung der Gewerk­schaften in der Gleichberechtigung mit den

ilnternehmcrn beim wirtschaftlichen Aufbau und Wirtschaftsführung, schleunige Ausgestal­tung des vorläufigen Reichswirt­schaftsrates zu einem wirklichen Wirtschafts­parlament und schleunige Errichtung von Be­zirkswirtschaftsräten, paritätisch von ilnternehmcrn und Arbeitern verwaltete W iri­sch a f t s k a m m e r n für Industrie und Handel, Handwerk und Landwirtschaft, Selbstverwa.tungs- körper für alle Industriezweige, planmäßige Tlnterstützung der Konsumgenossen­schaften. insbesondere durch Förderung der konsumgenossenschaftlichen Eigenproduktion, Er­weiterung des Mitbestimmungsrechts der Be­triebsräte.

Generalversammlung der christlichen Gewerkschaften.

München, 1. Sept. (WB.) Auf der Ge­neralversammlung des Zentralverbandes Christ- licher Fabrik- und Transportarbeiter und der angeschlossenen Berufsverbände machte der ehe­malige preußische Ministerpräsident Stcgerwald längere Ausführungen über die geistliche Grundlage der christlichen Gewerkschaf­ten, über ihre bisherige Tätigkeit und über wei­tere zukünftige Ausgaben. Die christliche Ge­werkschaftsbewegung stehe auf. dem Standpunkt, daß das allgemeine Wahlrecht und die Verfas­sung aufrechterhalten werden müsse. Letztere dürfe nur auf legalem Wege geändert werden, die republikanisch Staatsform sei zur Zeit in Deutschland die einzig mögliche. Schließlich kam Stegerwald auch auf die Wirtschaftspoli- t i k und das Steigen der Preise zu sprechen. Gegen die ilebertreibungen, die von selten der Arbeitgeber planmäßig zur Irreführung der Oeffentlichkeit begangen würden, müsse energisch Stellung genommen werden. Das Wichtigste fei. d i e schaffenden Stände wieder kauf­kräftig zu machen. Cs sei nicht notwendig, dah die Banken 810 Prozent über den Reichs­bankdiskont verlangen. Die Unternehmerschaft könne die Arbeiterschaft nicht davon überzeugen, daß nur durch niedere Löhne die Wirtschaft wieder aufgerichtet werden könne.

Kursänderung der K. P. D.

Berlin, 1. Sept. DieRote Fahne" Der- ösfentlicht einen Brief der Exekutive der kommuni st ischen Internationale in Moskau, der nach Verhandlungen mit einer Delegation der Kommunistischen Partei Deutsch­lands und unter Billigung des Zentralkomitees der K. P. D. scharfe Kritik an b er bisher leitenden Gruppe Ruth Fischer» Ma s- l o w in der Führung der deutschen Kommunisten übt. In dem Brief wird darüber Klage geführt, daß die Politik der genannten Führergrupoe einen ernsten Rückgang der Gewerksmaften und starke Verluste bei den politischen Wahlen zur Folge gehabt hat. Es wird eine Kursände­rung der kommunistischen Politik in Deutschland angekündigt, die vor allem in der Verlegung des Schwergewichts der gesamten politischen und or- ganisatorischen Arbeit der Partei in die Ge­werkschaften und die Betriebe und dem Eintritt neuer führender Arbeitskräfte in die Zen­trale zum Ausdruck kommen soll. Der Brief der Moskauer Internationale kann wohl als eine b e« dingungslose Unterwerfung der deutschen K ommunistischen Partei unter bie Moskauer Exekutive ange­sehen werden, da sich unter den Unterzeichnern des Briefes auch Ruth Fischer befindet, an deren Parteiführung in dem Briefe sehr scharfe Kritik geübt wirb. Ob sich bennoch nicht Widerstände in den Reihen der deutschen Kommunisten gegen das Vorgehen Moskaus ergeben und ob der Brief den Anfang einer Krise bedeutet, bleibt abzuwarten.

Erhöhte Kampftätigkeit in Marokko.

Paris. 2. Sept. (WTD. Funkspruch.) Da die Rifleute Alhucemas in außerordentlich starken Verteidigungszustand gesetzt haben, so daß jeder Landungsversuch an dieser Stelle große Schwierigkeiten bereiten würde, beabsichtigen die Spanier bei Sidris 10 Kilometer östlich von Alhucemas zu landen, von wo aus Ajdir leicht zu erreichen ist. An der Front herrscht überaus rege Kampftätig keit Fran­zösische und spanische Schiffe haben ununter­brochen die Küstenbefestigungen der Kabylen unter Feuer gehalten. An der französischen Front haben gestern zum ersten Mal die ame­rikanischen Flieger größere Aufklärungs­flüge unternommen. Abd el Krim sucht den Auf­marsch der französischen Truppen durch dauernde Vorstöße und äleberfälle zu stören. Auch die Spanier haben an der Front von Melilla größere Angriffe unternommen, die durch langes Artilleriefeuer vorbereitet wurden. 2lbd cl Krim soll gezwungen worden sein, größere Reserven an diese bedrohte Stelle der Front heranzuzie- hen Rach Meldungen aus Rabat soll Abd el Krim seinen Kriegsschatz von Adjir nach dem Gebirge gebracht haben, was als ein Zeichen dafür angesehen wird, daß sich 2lbd el Krim mit der Verteidigung auf das Gebirge beschränken wird. Roch immer werden größere Waffen- und Munitionstransporte von der Küste nach dem Inneren deS RifgebieteS beobachtet.

Der Streit um das Radio-Monopol in China. London, 2. Sept. (WTD. Funkspruch.) Times" meldet aus Washington, im Zusammen­hang mit den einander widerstreitenden An­sprüchen amerikanischer und japani­scher Gesellschaften über die Rutznießung der drahtlosen Verbindungen innerhalb Chinas sowie von China aus ist eine sehr heikle Lage ent­standen. Die Hauptexekutive der Pekinger Regie­rung Tuan-Tschi-Vui soll ernstlich erwägen, die Konzession der American-Wireleß-Compunh zu widerrufen und der japanischen Mit­sui-Gesellschaft das Kvntrollmono- pol über die drahtlose Telephonie in China für einen Zeitraum von 30 Jahren zu geben. Der amerikanische Gesandte soll darauf­hin Tuan-Tschi-Vui gewarnt haben, daß dies zur Revision der amerikanischen Po­litik gegenüber China führen könne.

Der Kohlenarbeiterstretk in Amerika.

Reuyork. 1. Sept. (SU.) Der Kohlen­arbeiterstreik begann gestern ohne jeden Zwi­schenfall. Er hat sich auf alle Stein­

kohlenzechen ausgedehnt, jedoch nicht aus die Braunlohleitbetriebe. Die Bergwerks­besitzer erklären, daß Amerika bis zum Januar ausreichend mit Kohlen ver­sorgt sei, so daß der Streik sich nicht auf an­dere Industrien auswirken werde. In Fachkreisen der Industrie wird jedoch angenommen, dah die Vorräte nur bis Rovember ousreichen werden. Die Arbeitgeber ersuchten gestern abend erneut den Präsidenten C v o l i d g e. in den Lohn­kampf einzugreifen. Coolidge hat nach wie vor jedoch jedes Eingreifen abgelehnt.

Kleine politische Nachrichten,

Der Reichspräsident weilte am Mon­tag zu Besuch in Hohenschwangau und be­sichtigte eingehend das Königsschloh Reu - schwanstein. Rachmittags reifte der Reichs­präsident unter begeisterten Hochrufen der zahl­reichen Sommergäste und Touristen wieder ab.

Das R e i ch s w e h r m i n i st e r i u m hat zu der Beisetzungsfeierlichkeit des Feldmarschalls Konrad von Höhendorf den General­major R e i n i cf e als Vertreter der Reichswehr entsandt. Generalmajor Rcinicke hat gleichzeitig den Qluftrag erhalten, sein Beileid im Ramen der Reichsregierung auszusprechen.

In einer großen Kundgebung der Deutschen Volkspartei in Düsseldorf zum Gedächtnis Schlageters teilte der Vorsitzende der Partei mit, daß beabsichtigt sei, an der Stelle auf der Golzheimer Ha-de, wo Schlageier den Heldentod fand, einen Gedenkstein zu sehen.

Aus aller Welt.

Raubmord im v-Iug Amsterdam Berlin.

Gestern abend wurde auf der Eisenbahnstrecke StendalBerlin hinter der Station Schönhauser Damm auf den Schienen eine weibliche Leiche gesunden. Bei näherer Besichtigung derselben wurde festgestelll, dah ihr die Schmuck- fachen und Schuhe fehlten. Hach den Ermitlungen der Kriminalpolizei handelte es sich um eine ip/ Amsterdam ansässige Hausangestellte nam^ts Lampersbach, die im v-Zuge Am st er- dam Berlin überfallen, beraubt und bann aus dem Zuge geworfen wurde. Trotzdem nach Eintreffen des Zuges auf dem Bahnhof Eharlottenburg sofort eine Durch­suchung der Wagen vorgenommen wurde, konnte der Täter nicht entdeckt werden. Wahrscheinlich hat er den Zug auf dem Spanbauer Bahnhof, wo dieser einen unvorhergesehenen Aufenthalt hatte, verlassen.

Die internationale Alkoholkonfcrenz.

Genf, 1. Sept. (WTB.) Die internatio­nale Konferenz zur Bekämpfung des Alkohols wurde in Gegenwart von etwa 80 Delegierten aus 24 Ländern eröffnet. Außerdem haben 14 Regierungen sowie verschiedene große Missionsgesellschaften wird das internationale Rote Kreuz Delegierte entsandt. Deutschland ist durch mehrere Delegierte vertreten. Die Kon­ferenz wählte den ehemaligen holländischen Mi­nisterpräsidenten Ruys de Deerenbrouck zu ihrem Vorsitzenden, der m einer Ansprache das Ziel der Konferenz dahin charakterisierte, dah der Kamps gegen den Alkoh ol ebenso wie der Kampf gegen das Opium durch eine internationale Konvention wirksam aufgenommen werden müsse. Besonders müsse dabei das Alkoholregime in den Kolonien ge­regelt, die älnterdrückung des Alkoholschmuggels gefördert und außerdem ein Ausgleich der Inter­essengegensätze geschaffen werden zwischen den Staaten, die Alkohol ausführen und solchen Staaten, die bereits eine Alkohvlgesetzgebung haben.

Schüler beschießen einen l)-Zug.

Der l)°Zug 3 Hamburg Berlin wurde am Sonntag zwischen Friedrichsruh und Schwarzenbek im Sachsenwalde beschossen. Die Kugeln durchschlugen Abteilfenster, ohne Passa­giere zu treffen. Einige Reisende wurden durch Glassplitter verletzt. Der Polizei gelang es, vier Hamburger Schüler als Täter festzunehmen.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 2- Septenrber 1^25. ' Äönnen Sie mir nicht sagen ?" Wer ein gutmütiges Gesicht hat, wird nm Xoge unzählige Male ancercbct. Alle bie braven ...Verte aus ber Provinz", bie noch einer Straße, nach einem Denkmal, nach einem Hotel, nach einer Behörve, nach einem Arzt ober nach sonst irqcnb etwas Mög­lichem ober Unmöglichem suchen, fassen sich ein Herz, wenn sie solch treuherziges Gesicht sehen, lüften ben Hut und sagen:Sie werden verzeihen" Natürlich verzeiht man gern und würde es be­grüßen, wenn sie sich nicht jo lange bei der Vor­rede aushalten wollten. Man ahnt ja, baß es um nichts weiter geht, als um eine Frage. Man will ja auch gern antworten. Weshalb sollte man nicht. Man ist ja doch fein Unmensch. Aber es dauert eine ganze Weile, bis sie es endlich heraus haben. Und gewöhnlich muß man ihnen bann verraten, daß man es selber nicht weiß. Ich habe früher ge­glaubt, baß alle Leute gleich viel gefragt werben, aber bann hot mir mal einer offenbart, baß er noch nie gefragt wäre. Er meinte, er könne sich über­haupt nicht benfen, was man gerabe von i h m er­fahren wolle, es gäbe ja so viele Menschen, die bas besser wüßten als er. Ich fann'mk- sein gries­grämiges Gesicht vorstellen, das er machte, als jener andere demütig ben Hut lüften wollte: Sauer.

Freilich ist es fein Geschenk, für das man ben Grazien danken muß, wenn sie es einem in die Wiege mitgegeben haben, daß nun Hinz und Kunz am Hütlein rückt und feine Frage tut. Manchmal macht es einen großen Spaß: da fühlt man sich gehoben; aber in ben meisten Fällen denkt man recht ärgerlich:Das hätte er sich doch wahrhaftig selbst sagen können." Die Fragen sind eben so billig. Wenn eine Antwort etwas kostete, würde weniger gefragt werden.

Und nun bitte ich, einmal darauf zu achten, wer Sie fragt und wie oft sie gefragt werden. Sie kön­nen dann beinahe mit Gewißheit sagen, wer Sie fintt falls Sie das bis jetzt noch nicht gewußt haben sostfen. H. W.

116er=2ag in (Biegen.

Der große Tag der 116er ist nahegerückt, der Tag, der vor allem der Ehrung der gefallenen Kameraden gewidmet ist, nicht weniger aber auch der Erinnerung. Ist es doch die Erinnerung an das, was war, und das Gedächtnis an die verehrungswürdige Tcn, die beide uns den Weg weisen zu dem, was sein soll. Ein solcher Tag hat seine besondere Würde, die zum Erlebnis werden soll all denen, die sich erfüllen lassen wollen von dem Geist dankbarer Verehrung und vaterländischer Erhebung. Das aber sollen und werden nicht nur die Kameraden fein, die ein­mal im Regiment Freud und Leid des Sol­datenlebens miteinander geteilt oder gar die Schrecken der Feldschlacht bestanden haben, son­dern auch .alle die, die, in der Gesinnung ver­bunden und von innerer Teilnahme erfüllt, das Fest gemeinsam feiern wollen. Es sind ihrer viele schon, die, selbst eine weite Fahrt nach der allen Garnisonstadt nicht scheuend, ihr Er­scheinen zugesagt haben. Fast größer noch ist die Zahl derer, deren Zusage in den nächsten Tagen noch eintrifft. Richt gering sind die Er­wartungen, mit- denen unsere Gäste zum Fest kommen. Die vorbereitenden Ausschüsse haben darum auch keine Mühe gescheut, ihnen gerecht zu werdeü. Die abwechslungsreiche Festfolge bietet eine Auswahl wirklich guter Musik. Besmtderes Interesse werden zweifellos die h i- storischen Märsche Hervorrufen. Im Mit­telpunkt des Begrüßungsabends am Samstag in der Volkshalle steht das SchauspielGe­neral Pork", das auf dem Hintergrund einer Zeit, wie wir sie heute wieder erleben, zeigt, wie treue Hingabe an das Vaterland, rechtter Mannesmut und gläubiges Vertrauen auf die Zukunft des Volks zur entscheidenden Tat führten.

So ist wohl alles geschehen, die Feier des großen 116er-Tags so zu gestalten, daß alle Teilnehmer ein gutes Teil seelischer Erhebung mit hinausnehmen in die ernste Arbeit des Alltags aus der alten Garniso.nstadt, aus der einstmals unser stolzes Regiment auszog zum Schuh deutschen Heimatbodens.

ri. Der neue Klinikspfarrer. Wie bereits gemeldet, ist seit kurzem ein neuer Kliniks­pfarrer ernannt. Damit wird das dringende und von allen Seiten geäußerte Bedürfnis der Kran­ken in den zahlreichen Universitätskliniken, im Provinzialsiechenhauö und in der Rervenheil- anstalt befriedigt, die seither seit der Pensionie­rung von Pfarrer Adolph, der in größter Treue und Hingebung 18 Jahre lang seftwÄ

Wettervoraussage.

Ruhiger, zeitweise aufklarend, tagsüber wär­mer, Regenschauer.

Die Rordmeer-Depression hat sich nur wenig östlich verlagert, ihre Randbildungen sind noch tiefer nach Mitteleuropa eingedrungen und haben in ganz Deutschland Regenfälle verursacht. Das Wetter bleibt vor der Hand unbeständig. Lieber den britischen Inseln bildet sich zwar ein Rücken höheren Druckes, ihm folgt jedoch vom Ozean her ein neuer WirbÄ.

Schwerer Motorradunfatt.

Auf der Brühler Straße in der Rähe von Rodenkirchen rannte der bekannte Motorrad­fahrer Ahrends aus Köln mit dem aus ent­gegengesetzter Richtung kommenden Motorrad-/ fahrer Max F e 11 a u aus Düsseldorf zusamme^ Durch den heftigen Anprall wurden beifre von ihren Maschinen geschleudert und toa/en auf der Stelle tot.

Tätlicher Absturz vom Ortkr.

Bei der Besteigung der 3127 Meter hohen Tabarettaspihe in der Ortlergruppe, die von dem Prinzen Colonna von Reapel mit seinem Sekretär Giuliano unter Führung der be­rühmten Dolomitenkletterer Franz und Rudolf P i n g c r a unternommen wurde, stürzten Franz Pingera und der Sekretär Giuliano dreihundert Meter tief ab. Die furchtbar verstümmelten Leichen konnten geborgen werden.

Das Ende der Automobil-Wettfahrt LeningradTifliS.

Moskau, 2. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Teilnehmer an der Automobil-Wettfahrt LeningradTiflis sind am Dienstag in Tiflis angekommen. Als erster traf ein Lincolnn - Wagen ein. es folgten dann zwei Mercedes- Wagen und 2 Fiat-Wagen.

Dom Starkstrom getötet.

Vom Starkstrom getötet wurde in Alt-Prieb- kow (Kreis Reustettin, West Preußen) der Land­wirt P o s a h l beim Weiterrücken einer Getreide- suhre, die mit. der Hochspannleitung in Berührung gekommen war. Sein Sohn wurde schwer verletzt und mußte in das Krankenhaus eingeliefert wer­den. Bei der Aufstellung eines Mastes auf einem Getreidesilo kam der Arbeiter Herferth des Rittergutes Kolpin einer Starkstromleitung zu nahe. Er wurde auf der Stelle getötet.

Schmückt die Häuser!

f Der Oberbürgermeister bittet im heutigen Anzeigenteil die Einwohnerschaft, anläßlich des 116er-Tages die Häuser festlich zu schmücken. Man darf wohl als selbstverständ­lich annehmen, daß dieser Aufforderung in wei­testen Umfang entsprochen wird.

BornoLizcn.

- Lageskalender für Mittwoch Vaterländischer Block 8i 2 älhr »Hotel Hinden­burg" Sedan-Gedenkfeier. Bund deutscher Mi­litäranwärter 9 älhrStadt Lich". Deutsch- nationaler Handlungsgehilfen-Derband: 8>> älhr Kaufmännisches Vereinshaus MonatSversamm- lung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die K ö ni g sg r en a diere".

Anlagen-Konzert des l.Heff.Gren.- Datl. 15. Inf.-Regt. findet am morgigen Don­nerstag in der Südanlage von 6 bis 7 älhr ftatt. Leitung: Obermusikmei ster W. Löb er. Musik- folge: 1. Des Großen Kurfürsten Reitermarsch, von Cuno Graf v. Moltke. 2. Große Fantasie aus dem MusikdramaDie Walküre", von .R. Wagner. 3. Solvehs Lied, aus der Peer-Gyat- Suite II, von S. Grieg. 4. Erinnerung an das Militärleben. Tongemälde von A. Rekling. 5. Sedan-Marsch II 45a, von K. Lange

Lustiger Abend. Am Freitag, 4.Sep­tember, veranstaltet der bekannte und beliebte Schauspieler und Spielleiter Großmann oom Neuen Theater in Frankfurt a.M. erst­malig im hiesigen tolabtü)eater einenLustigen Aben d". Vielen ist der Künstler von seiner vier- tebnjährigcn erfolgreichen Tätigkeit in Frankfurt sicher kein Fremder, zumal er auch in Gießen einige Male gastierte.

Deutscher Bund für christlich- evangelische Erziehung. Morgen, Don­nerstag, abend, Familienabend. (Siehe Anzeige.)

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