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Enthüllungen, vLV SB NW um Die -öerteungung erneS Angeklagten handele, der die Derantwo^ tung aut andere abwälzen wolle. Auch die Gerichtsbehörden hätten seit langem Kennt­nis von dem Dokument. Dadurch, dah man ihn dennoch nicht verhört habe, sei bewiesen, dah auch daS Gericht dem Dokument kerne Bedeutung beimesse. Mussolini betonte wei­ter. dah eine eventuelle Krise unberechenbare Wirkungen auf die Lage in den Provinzen E würde, wo der FaszismuS noch immer sehr sei. Die Regierung wünsche die Rormali-- gSPolitik forizusehen. Sie mühte aber der Stimmung deS FaszismuS und der Miliz Rech- ming tragen.

Der deutsch-französische Handelsvertrag.

Die Frage eines Provisoriums.

Paris. 1. San. (WD.) DasOeuvre" schreib! über die deutsch-franZösischen 5janZ)el6-= Vertragsverhandlungen, Staatssekretär Dr. Trendelenburg habe Handelsminister Roynaldi nicht verheimlicht, dah man jede Hofftmng, einen Handelsvertrag bis zum 10. Fanuar unterzeichnen zu können, a u f g e b e n müsse. Das Blatt fragt: Werde eS möglich sein, wenigstens ein provisorisches Ab­kommen zu erzielen, und beantwortet diese Frage dahin, dah auch daS ziemlich unsicl)er sei. Man glaube zu wissen, dah von nun an die deutsch-französischen Wirtschaftsverhand­lungen sich hauptsächlich darauf richten werden, zu einem Modus vivendi zürn 10. 3a- nuarzu gelangen. Man muh sich jedoch nicht verheimlichen, dah. wenn ein derart ges Ziel erreicht werden soll, noch grvhe Hinder­nisse zu überwinden sind, besonders ange­sichts dcrfranzösischenFordeiungen und im Hinblick auf den neuen fronzösisa-en Minimal-Zolltarif, von dem man nicht mit Sicherheit erklären kann, ob er über­haupt Exportmöglichkeiten nach Frankreich biete.

Das Reichskoinmissariat für das besetzte Gebiet.

Berlin, 2. Fan. (Priv.-Tel.) Die deutsche Abordnung zur Durch ührung der. Londoner Ab­machungen im besetzten Gebiete wird in den näch­sten Tagen ihre Tätigkeit beenden, ohne dah es bisher gelungen wäre, die Zustimmung der Re­gierungen der 'Besatzungsmächte zur Wider- er ri chtung deS Reichskvmm issa ri ats in Koblenz zu erlangen. Es fehlt somit an einer Stelle, die ermächtigt wäre, das Reich und die Länder allgemein gegenüber der 3nter- alliierten Rheinlandkommission zu vertreten. Wie wir hören, bleibt das Auswärtige Amt nach wie vor bemüht, der Wiederzulassung eines Reichs- kommisfiiriats bei den Desayungsbehörden zu er­langen.

Um dis Verteilung der deutschen Zahlungen.

Paris, 2. Fan. (TA)(Zentrale Retos" meldet, dah Englands Antwort auf die amerikanische Rote über die Beteiligung An^rckas an den deutschen Zahlungen gestern dem amerikanischen Botschafter in London über­reicht wurde. Die Antwortnote umfaßt mehrere Seiten und läßt die Türe zu weiteren Verhandlungen offen. 3m übrig-m stellt die englische Regierung erneut fest, dah Ameriia auf eine Berücksichtigung bei der Verteilung der deutschen Betrage grundsätzlich keinen Anspruch erheben könne, weil es den Versailler Vertrag nicht ratifiziert habe. Zum Schluß läßt die Rote jedoch durchblicken, dah Schadenersatzansprüche Amerikas in be­scheidenem Umfange berücksichtigt werden könnten, wenn sie unter der RubrikBesät-- zungsunkvsten" gebucht würden.

Die interalliierte Schulden- regelrrng.

London, 1. Fan. (WTD) Wie Reuter vus Washington meldet, ist der Bericht des amerikanischen Botschafters in Paris ü5c." seine Alnterrcbung mit Herriot toc^en der franzvsfchm Kriegsschulden beim Staatede-ackement e nge° troffen. Es wird erklärt, daß der De ich: eine amtliche Versicherung enthalte, dah Funkreich nicht die Absicht hege, sich der Rückzahlung seiner Kriegsschulden zu entziehen. Man glaubt nicht dah der Da sch'.ag des franrbsi chen Sozialistensuhrers L5on Blum, nach dem F an!- reich einen Teil der ihm aus den deutschen FahreSzahlungen zustehenden Summe an Amerika ab tritt, auf amerikanischer Seite Gegenliebe finden wird. Man glaubt jedoch, dah die gesamte interalliierte Schuldenfrage grundsätzlich geklärt werden soll.

Dach Mitteilungen aus Regierungskreisen steht die Reise derGvuverneurs derBank von England in keinerlei De iehungen zu den Derharrdlungen über die Kriegsschulden­frage. Die Besprechungen werden sich lediglich auf allgemeine Fragen der fiskalischen Be­ziehungen zwischen der Bank von England und dem Federal Reserve Board erstrecken.

Der Kampf um die Ostsee.

Paris, 31. Dez. (TU.) Die3nfor* rrtation meldet aus Riga, dah die baltischen Staaten am 17. 3amiar eine Konferenz abhalten werden. Sämtliche Außenminister der baltischen Länder, wie auch die von Finn­land und Polen, werden die Unterzeich­nung eines Schiedsgerichtsvertrages Vorschlä­gen. Die Konferenz wird voraussichllich be- schltehen, an Frankreich eine Protest­note gegen die Uebergabe der Wrangelslotte an die Sowjets abzusenden unter Hinweis darauf, daß die Sowjets dann über die stärkste Flotte der Ostseestaaten verfügen würden.

Rußlands Wirtschaftslage.

Moskau, 1. Fan. (Russische Telegraphen - egentut.) Fn einem Interview teilte ber Volle- kommisfar für die Finanzen Sotolnitow u. a. mit, dah sich die Einfuhr sichtlich ver

gr du er re, wozu Die Regierung mit Assignie­rung von 48 Millionen Rubel beigetragen habe. Sie werde diese Summe noch vergrößern. Un­geachtet des Abbruches Der englischen Anleihe­verhandlungen werde die Gesamtsumme der Ctn- und Ausfuhr im Fahre 1925 ungefähr die Summe von 1 Milliarde Rubel erreichen. Das Aus­bleiben der englischen Kredite werde den inneren Markt indes nicht schwächen. Von einer erneuten Roteuemissivn könne keine Rede sein: nur Die Ausgabe von Banknoten der Staats­bank werde entsprechend dem vergrößerten Wa­renumlauf durch geführt werden, wobei Die Ver­größerung der Geldmasse nur von einer Gesun­dung der sowjetistischen Wirtschaft Zeugnis ab- lege.

Kehraus im französischen Parlament.

Paris, 31. Dez. (WTD.) 3n der Schluß­sitzung der Kammer ist es zwischen dem Abg. Simon Renault und dem Abg. D a I a n a n o zu Tätlichkeiten g kommen, in deren Verlast? dem Letzteren ein Zahn ausgeschlagen wurde, während der Abgeordncte Renault am Hand­gelenk verwundet wurde. Schl eh'ich wurde das Amnestiegesetz in der F ssung d s Senats mit 340 gegen 136 Stimmen a n g e n o m- men, wobei Die R^g erring verspreche i mußte, daß Die Amnestie auch auf die im Zusammenhang mit Den kommunistischen Amttieb n geschehenen Verbrechen ausgedehnt werden solle. Die Ge­sandtschaft beim Vatikan klebt nach Zusickerung der Regierung bestehen. En 2Cngr.fi des Senats gegen Die 50>Frank-Teuerungs° zulage für Die Beamten wurde von der Kammer abgeschlagen.

Verstärkung der englischen Luftstreitkräfte.

London. 2. Fan. (TA.) 3m kommenden Fahre soll eine bedeutende Verstärkung der eng­lischen Luststreitkräfte vorgenommen werden. Die Zahl Der Flugzeuggeschwader soll von 18 auf 52 erhöht werDen. Gleichzeitig sollen neue Flugplätze geschaffen, moderne Apparate gebaut und die Zahl Des Flugpersonals vergrößert werden.

Sfcutari besetzt.

Paris, 3! Dez. :TA.) aLut einer Havas- mclbung aus Belgrad haben Die albanischen Aufständischen gestern S k u t a r i besetzt Ganz Albanien befindet sich jetzt in ihren H inden. Eine kleine, 600 Mann starke Abteilung der Truppen Fan R o l i S hält sich zur Zeit noch in der Gegend von Kruma auf.

Deutschlands koloniale Leistungen.

Es ist nicht viel, waS aus unseren Kolonien von Zeit zu Zeit zu uns herüberdringt^ meistens sind es Mitteilungen über die englische und fran­zösische Lotterwirtschaft In Den ehemalkgen deut­schen Schutzgebieten. 2Iber manchmal kommen auch Rachrichten, Die von rückhaltlosem Lob und rest­loser 2Inertcnnung Der deutschen kolonialen Leistungen Durch prominente 2Iui[jnDer sprechen. Sv hat dieser Tage der Premierminister Der S üdasrikanischen Union, General Herhog, nach einer Rundreise durch Süd- westafrika sich voller Hachachtung über b:e Roll" Der Deutschen in Der kolonialen Entwick- lung Südafrikas ausgesprochen. Se n Urteil ver­dient festgcholten zu werden, richtet es sich Doch gegen Die auch im Versailler Feiedensvertrag festgelegte These von der Deutschen Unfähigkeit, sich lolonisatorisch zu betätigen. Herhog konnte sich persönlich von den Verdiensten der deutschen Kolonisten um S»dwestafrika überzeugen, als ehrlicher Mann konnte er nicht umhin, sie besonders hervorzuheben, was besonders wertvoll ist, da auch er im Lager unserer Gegner steht.

Die chinesischen Unruhen.

Paris, 31. Dez. (WTB.) Havas. Wie aus Shanghai berichtet wird, hat General Schen- Lo-San einen Ausstand gegen Den Gouver­neur von Schekiang und Fikeu Sun-Schuan-Fan angezettelt. Seit SamStag seien bei Sung-Kiang. das zwanzig Meilen von Schanghai entfernt ist, Scharmü>tzel im Gange, die inzwischen eine gewisse Ausdehnung erfahren hätten und in deren Verlaus etwa 100 Soldaten gefallen fein sollen. Der MilUärgouvevneur von Schanghai hat 1000 Mann Verstärkung an General Schen-Lo° San geschickt und das Arsenal von Schanghai und Kian-Ran, wo sich eine aus Anhängern von Sun-Schuan-Fan bestehende Besatzung be­findet, umzingeln lassen.

Don der Landtagsfraklisn der Deutschen Volkspartei.

Darmstadt, 1. 3cm. (Eigen. Bericht.) Tie Landtagsfraktion der Deutschen Dvllspartei trat zu Beginn dieser Woche zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Es wurden Abg. Singel» bet) zum Vorsitzenden und Abg. Scholz zu dessen Stellvertreter und Frau Abg. Birn­baum zur Schriftführerin der Fraktion gewählt. Die Vertreter der Deutschen Dolkspartei in den Ausschüssen sind folgende 2lbgeordnete: 1. Fi­nanzausschuß: Dingeldey und Haury: 2. G e» setzgebungsausschuß: Dr. Riepvth und Birnbaum; 3. Petit ionsausschuh: Dr. Keller; 4. Staatsgerichtshos: Scholz; 5. Siedlungsausschuß und parlamentari­scher Siedlungsbeirat: Schott; 6. Beirat des L a n- destheaterS^ Dingeldeh: 7. Derwaltungsrat der Landesbank: Dr. Riepvth.

Aus aller Welt.

Schneefturm, Tpringflut, Frost.

Moskau, 31. Dez. ($U.) Fm ganjen Kaukasus wüten feit mehreren Tagen starke Schnecstürme. Ene (Springflut von un­geheurer Stttie lucht Die Küsten DeS Schwarzen und DeS Kaspischen Meeres heim. Die Tempe­ratur beträgt durchschnittlich 20 Grad R. unter

«Aull. Fn Da tu liegt über 30 Zttn. Schnee. Die Eisenbahnverbindungen sind 'm vielen G Jxeten unterbrochen. D:e Arbeiten in den Petroleum­gebieten von Baku muhten eingestellt werden. Bisher sind 11 Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Abteilungen Der Roten Armee find überall Damit beschäftigt, die Schienen und Straßen von Schnee freizulegen.

Hamburg ohne AutoS.

Hamburg, 1. Fan. (WD.) Heute sind die Besitzer der Kraftdroschken in den Streik getreten. Fn ganz Hamburg fährt keine Kraft­droschke. Die Arsache liegt darin, daß die Po­lizei eine Verordnung herauLgegeben hat, wonach ab 1. Fanuar eine Ermäßigung der Droschken- fahrpreise durch Wiedereinsührung Der einfachen Taxe erfolgen soll. Die Kraftdroschkenbesitzer cr= klären, dah sie bei Einführung dieser Taxe unter Den Selbstkosten fahren mühten.

Chinesen als Mörder.

Hamburg, 1. Fan. (WD.) 3a der letz­ten Rächt wurden in einem Keller in der Schmuckstraße, in dem sich eine Chinesen- he rberge befindet, der chi.iesische Wong- Chang ermordet aufgefunden. Anscheinend ist er von zwei anderen Chinesen, die in den Keller eingedrungen waren, niedergeschossen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Berlins Silvesterbilanz: 253 Verhaftungen.

Berlin, 1. Fan. (WTB) Dec Sckvester- abend unb die Rächt zum Reujahrstage fmb, in Berlin tm allgemeinen ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. 253 Pcrfoncn wurden wegen groben llnfugö, Schlägerei, Trunkenheit, Sachbesch-tDi- gung, Körperverletzung, Di bsiallls, Haussriebens- bruchs, Beleidigung. Zechprellerei usw. zur Wache gebracht. Ach! baoon wurden im Polizeipräsi­dium eingeliefert, die übrigen nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder entlassen.

Räuber als Brandstifter.

Berlin, 1. Fan. (WTD) Die Feuerwehr wehr wurde gestern nach Den Kassenräumen des Da hnHofs Zoologischer ©arten ge- rusen. Es stellte sich heraus, dah in Der Rähe des Tresors Quittungen und andere Papiere in Brand gesetzt worden waren. Der Eilenbahn- betriebsassistent Münch lag besinnungZl-s mit einem Knebel im Munde gefcss It im Verraum Der Kasse am Boden. Als er sich wieder erholt hatte, sagte er, daß er von Der Firma telephonisch gebeten worden sei, trotz des Feiertages noch 30 000 Mark auszu ahlen. Das Geld werde von zwei Herren abgeTplt Als diese ersch enen, habe er telephonisch bei Dem Rechnungsoureau an­fragen wollen, sei aber durch einen Faust- schlag niedergestreckt worden. Der ® e l D- schrank war Dann von Den Räubern geöffnet unb wieder verschossen worden. Es fehlte aber nur eine geringe Summe. D e 30 ODO Mart haben die Later nicht gefunden. Rach dem Raube legten sie dann Feuer an und flüchteten.

Bergrutsch auf der Strecke WienZürich.

Wien, 1. Fan. (WTB.) Rach einer Mit­teilung der Generaldirektion Der Bundesbahnen ist gestern mittag auf Der Arlberg-West­ram p e die Strecke Hintergasse--Braz durch einen Bergrutsch verlegt worden. Der Personen- zugverkehr toirD westlich Der Arlbergrampe in Richtung Bregenz und östlich in Richtung 3nns- brud bis und von Hintergasse auftecht erhalten. Der direkte Schnellzugsverkehr nach Der Schweiz toirD während Der Unterbrechung über Süddeutsch! and geleitet

Grubenunglück durch Explosion von Gasen.

Prag, 1. Ian. (Wolff.) Durch eine Explo­sion von Sprenggasen auf der Grube Ludwig in Radwonitz bei Mährisch-Ostrau wurde ein Schlepper getötet Zwei Bergleute wurden lebensgefährlich, zwei schwer und acht leicht ver­letzt. Der betreffenbe Grubenteil ist wieder gas­frei, so dah für die Belegschaft der Grube keine Gefahr besteht.

Aus Stadt und Land.

Gießen, Den 2. Januar 1925

** Das neue Fahr hat sich trotz des überaus freudigen Empfangs, der ihm mit starkem Feuerwerk in allen Sttahen, frvhbe- tvegten Glückwunsch-Zurufen und fei rlichem Glockengeläut usw. bereitet wurde, eigentlich doch wenig manierlich eingeführt. Es sctzte an fetacm ersten Tage und auch heute einfach das Regcmwetter fort, mit dem das alte Fahr noch am Silvesterabend, also ausgerechnet vor Toresschluß, aufgewartet hatte. Dazu kam ein unfreundlicher Wind, der namentlich in den «Abendstunden des ReujahrStages robuster wurde. Hoffentlich hat das neue Fahr aber ein Einsehen und bessert sich gründlich, denn an den Unliebenswürdigkeiten des Vorjahres haben wir noch für ein paar Fahre genug. Fetzt erwarten wir ein freundliches, geseg­netes Regiment, mit dem wir zufriedener sein können, als mit dem vorjährigen. Also möge sich das neue Fahr 1925 bessern. Die Fahresschlußgvtresdi<nste am Silvesterabend und die gestrigen ReujahrSgotteSdienste waren, wie immer, sehr gut besucht.

" Der ReujahrSbriefverkchr beim hiesigen Postamt war gegenüber dem Vorjahre etwas lebhafter, er blieb aber hinter Dem Umfang des gleichen Briefverkehrs Der Vor­kriegszeit weit zurück. Dagegen ist Der Weih­nachts-Paketverkehr durchaus ftiedensrnäßig ge­wesen. Den Anforderungen deS Verkehrs wurde daö Postperfonal prompt gerecht.

c* Handelsrichter bei der ober­hessischen Kammer für Handels­sachen. Ernannt wurden am 19. Dezember 1924: Kaufmann Fosef Saue r in Gießeir, Kommerzienrat Adolf K l i n g s p o r in Gie­ßen, Fabrikdirektvr Friedrich May in Gie­ßen, Kaufmann Wilhelm Horn in Gießen, Direktor Paul Weber in Hirzenhain, Kaufmann Louis Hirsch in Friedberg zu Handelsrichtern; Dank ire'ttvr LudD-g Grießbauer in Gießen, Kaufmann Karl Röhr in Gießen und Drauereibesitzer Chri­stoph Melchior in Butzbach zu Ergan- zungsrichtern bei der Kammer für Han­delssachen des Landgerichts der Provinz Ober­

hessen für die ZeU vom 1. Smmar 1925 bis 31. Dezember 1927.

O Die Unterbringung der zurück« kehrenden ausgwiesenen Familie» tößt im besetzten h.ss schen ®.-b etc auf außer- get ähnliche Schwierigkeiten, da die Besahungs' behörde einen Teil der b sher von Den Angehö-' rigen der Regie beanspruchten Wohnungen für du bisher in geringwertigen Wohnungen untere* brachten S im l en von Dllatzungs'rng hör gen bc- chlagr.ahrnt hat. Hiervon werden gerade die mittleren und größeren Wohnungen 6. treffen. Durch Die neuesten Maßnahmen Der Reichsrog e- rung ist zwar Vorsorge getroffen, daß Die woh- nui.gslosen Beamten usw. der verschiedenen Reichsressorts zum großen Teil im Laufe des Baujahres 1925 Wohnungen erhalten werden. Es besteht zwar Aussicht, daß Die D satzungsbehörDe noch verschiedene ehemalige Beamten Miet­wohnungen fteigeben wird, dagegen wrd mit eine n gleichen Entgegenkommen h n'ichtlich Der früheren Wohnungen von Den Angehör gen Der freien Berufe usw. kaum zu rechnen fe n. Wie wir hören, hat Die hess.sche Regierung angesichts dieser großen Rotlage zur Befried gung des drin­gendsten Wohnungsb.darfs für zurücksehrenDe wohnungslose Ausgewiesene neben dein staatlichen Baudailehen einen kurzfristigen größeren Zwi- schen.'reDit aus allgemeinen M tteln bere.tgeftellt, um daraus Darlehen den besonders bedrängten Gemeinden zu gewähren.

** Baudarlehen werden in unseren, heutigen Anzeigenteil von der Stadtverwal­tung angeboten. Anträge sind bis zum 15. Fanuar einzureichen. Man beachte die De- kannttnachung.

* Ernannt wurden der Kanzllst beim Amtsgericht Gießen Georg H e t f ch e. Der Kanz­list beim Amtsgericht Schotten Friedrich Raab zu Kanzleiasiistenten.

Dr. LeuchtgenS von Friedberg versetzt. Versetzt wurde am 30. Dezember Der Seminarlehrer an dem Lehrerseminar in F.iedberg Dr. Heinrich Leuchtgens unter Belassung feiner bisherigen Amtsbezeichnung an die Oberrealschüle und höhere Landwirtschafts- schule in Groh-Amstadt mit Wirkung vom 1. Januar 1925 an.

3m letzten Augenblick vom Tode des Ertrinkens gerettet wurde am Mittwoch vormittag kurz nach 10 Ahr ein etwa 28 Fahre alter Mann aus einer Rachbarstadt, der in der Rahe des Rübsamen- schen Grundstücks in dir Lahn gesprungen war. Die Tat des Mannes, der schon längere Zeit nervenleidenb ist, war von mehreren Mannern, die in der Rahe tätig waren, bemerkt worden, die dem Lebensmüden eine Leine zuwarfen und ihn Daran aus dem Wasser zogen. Die schleunigst alarmierte Freiwillige SanitäiSrv- lonne mußte an dem Manne künstliche Atmung vornehmen, Da er schon ziemlich viel Wasser geschluckt hatte. Aach der erfolgreichen ersten Hllfe wurde er von der Sanitätskolonne nach der Aervenklinik verbracht. Der 'Bedauerns­werte hatte sich schon am Abend vorher von zu Hause entfernt und war die ganze 2lacht über in den Straßen unserer Stadt herum­geirrt.

o Auch eine Silvesterfeier. Zwischen zwei Familien im Asterrveg entstand bei Der ge­meinsamen Silvesterfeier em Streit, in dessen Ver­lauf der eine Der streitbaren Mannen seinen Schwager durch einen Stich in den Kopf erheblich verletzte. Ter Gestochene muhte sofort in dis Klinik verbracht und zur weiteren Behandlung dort behalteit werden.

< Tod auf den Schienen. Am Sil. vesterabend gegen 9 Ahr wurde im Güter­bahnhof Gießen-Dergnxllb an der 2lbzweig- stelle der Verbindungsbahn eine weibliche Leiche gefunden, der der Kopf vom Rumpfe getrennt war. Rach den LUleweiSpapieren han­delt es sich'um ein 27 Fahre altes Dienstmäd­chen, das aus Stendal stammt, bis 2lnfang Dezember in Alsfeld in Stellung war und seit­dem stellenlos in Gießen weilte; es hatte sich von dem um 8,15 Ahr nach Frankfurt a. M. fahrenden Zuge überfahren lassen. Die Leiche wurde von der StaatSanwal s-chaft freigegeben und nach dem Friedhof in Klein-Linden ver­bracht.

* * DaS Rote Kreuz bereitete auch dies­mal wieder über 500 Kindern unserer gefallenen Krieger aus Der LicbigShöhe ein schönes Weihnachtsfest, Dem ein strahlender Ehristbaurn und zahlreiche auf Tannenreiseru auf- aesteckte. Die Tische zierende Kerzen einen trau­lichen, weihnachtlichen Charakter gaben. Anermüd- lich sorgten die Damen vom Roten Kreuz und ihre anderen Helferinnen für die vielen kleinen Gaste, die zunächst mit Schokolade und Kuchen nach Her­zenslust gelabt wurden. Die VorstandSdame be­grüßte die Kinder in einer kurzen Ansprache und wies darauf hin, daß daS Rote Kreuz eS sich auch jetzt wieder, wie in den vergangenen Jahren, nicht hätte nehmen lassen, Den Kindern der Väter, Denen wir es verdanken, dah unser Vaterland nicht zerstört wurde, eine besondere Deihnachts- freude zu machen. Sie hoffe, daß sich alle kleinen Gäste auch diesmal des Zusammenseins freuen und die nützlichen und schonen Gaben in Gesund­heit genießen möchten. 3m Anschluß an öle herz­lichen Worte Der Vorsitzenden sangen fünf Kin­der das LiedStille Rächt, heilige Rächt". Die Gießener Waldbühne erfreute die Kleinen durch eine schöne Schauspielaufführung, die den dank­baren, schier nicht endenwollenden Beifall der Kinder fand. Hierauf ging es an die Woihnachts- bescherung, bei der jedes Kind ein schönes Ge­schenk erhielt, DaS voll Freude in Empfang ge­nommen wurde. Mit dem Gesang des trauten WeihnachtsliedesStille Rächt, heilige Rächt" schloß die vortreffliche Feier, die allen Qlntoefen­den, vor allem aber den Kindern, noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ein Reichsbund derabgebau- ten Beamten und Lehrer, Der die Rechte aller abgebauten Festange^lltcn wahr­nehmen will, hat sich mit Dem Sitz in Berlin konstituiert.

Mette rvo raussa ge.

für Samstag.

Oioch vorwiegend bewölkt, starke Winde aus westlicher bis nördlicher Richtung, später kälter, Riederschläge, Rachtfrostgefahr.