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Ur.l Erster Blatt

scs. Jahrgang

Kettag, 2 )anaar 1925

Erscheint täglich, außer Sonne und Feiertags.

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General-Anzeiger für Oberhessen

GiehenerAnzeiger

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Der Beschluß der Botschafterkonferenz.

Baris. 31. Dez. (WB.) Wie in alliierten r;. reifen verlautet, hat die Dotschaftertonserenz in ihrer heutigen Siyung sich mit der Stage der an Oie deutsch« Regierung zu richtendeu Rote bt» 'chöstigt. Die alliierten Regierungen werden bt* tImmen, wann die Mitteilung an die deutsche 'cgierung erfolgen soll, und man erficht, da die Mitteilung sehr kurz sein werde und «Lin» zelheiteri nicht enthalten soll. Rach Be­endigung der Sitzung ist folgendes Kommunique auSgegeben worden: Die Botlchafterkonferenz hat um 4.30 Uhr nachmittags unter dem Vorsitz von Jules C a m b o n eine Sitzung abgehalten. Sie hat den alliierten Regierungen den Text der Rote, den sie nach ihren Instruktionen zwecks Mitteilung an die deutsche Regierung be­treffs der Kölner Zone vorbereitet hat, über- intitelt. Die Aebcrmittlung an die deutsche Re­gierung wirb durch Vermittlung der alliierten Regierungen in Berlin erfolgen. Die Rote wirb erst verofsentl'.cht, nachdem die Demarche statt- qefunben hat. Rach Dlättermeldungen wird die /tote der Botschasterkvnferenz voraussichtlich im Laufe deS heutigen Freitags von den Verbündeten Botschaftern in der Wilhelm st rahe über- c'eicht.

Die alliierte Note.

:-i ftaazösisch-englifLes Kompromiß.

Paris. 1. Ian. (WTB) Die gestern von ,c B >tschasterkonferenz getroffene Entscheidung, i'2 alliierten Botschafter In Berlin der deutschen 'vegierung eine Kollektivnote überreichen zu lassen, die die Richträumung der Kölner Zone am 10. Januar mitteilt, wird vomEcho de Paris" als ein Kompromiß betrachtet. Das Blatt schreibt: Zwei Thesen ftanben einander gegenüber. Die französische These lautete: Die bereits festgestellte Verfehlung Deutschlands an den militärischen Klauseln deS Friedensvertrages genügt, um sofort, eird- gästig und sachlich die Richt räumung der Kölner Jone zu rechtsertioen. Die eng» 1 ifehe Thef^ lautete: Das Problem könne fachlich :isl geregelt werden, we.m 0er Berich? de'r ft ontrollkom Mission endgültig vor­liege. also nicht vor der zweiten ober dritten Januarwoche. Das Kompromiß wurde auf folgen­der Grundlage geschlossen: Die Kollektivnote er» ridre, Deutschland habe seine militärischen Verpflichtungen in befriedigendem TI q fi c noch nicht erfüllt, so daß es ihm in der kurzen Zeil, die ihm bis zum 10. Januar verbleibe, nicht möglich sei, sich mit dem Frie­densvertrag in Regel zu sehen. Das ist, so schreibt i as Blatt, der Teil der Rote, der der franzö -- f i j cb e n These günstig ist. Der der englischen These günstige Teil erkläre, für den Augenblick werde die Räumung probi- :urisch ausgefchoben, da die Alliierten erst eut- schribeu könnten, was Deutschland noch erfüllen müsse, um de nerften Teil des Artikels 429 Ge­nüge zu tun, d. h. um die Räumung der ersten Vesohvngszone zu ermöglichen, wenn der Gene­ralbericht borllegt.

DasEcho de Par.S" fügt hinzu: Hier, erkennt man alle Möglichkeiten für ein Krmprom ß, dessen Abschluß mau fetzt auf 'S oder 4 Wochen ver­tagte. Jetzt werben die Deutschen uns in i t ihren Bitten überhäufen: s.e werden nicht verfehlen, sich an England und Amerita zu wenden, da sie dort Anhänger haben, denen es darum zu tun ist, das System Dawes zu retten. Dieser Teil der öffentlichen Meinung in England und in den Bereinigten Staaten erklärt, cs sei das Beste, wenn die Alliierten ihre Sol­daten aus Köln und dem Ruhrgebiet zu dem bestimmten Zeitpunkt zurückziehen würden, wenn das Deutsche Reich in der Zwischenzeit ein Programm von fünf oder sechs Pun.tm, das man gemeinsam aus stelle, erfüllte, damit mehr oder weniger oberflächlich und vorübergehend die Spuren der Berfehlungen an den militärischen Klauseln des Fried-msvertrages verschwinden. Der ,,3ntranfige.:nt macht das bemerkenswerte Eingeständnis, daß die D-rvhung Deutschlands, den Sachverstän­dig e n b e r i ch l unter ihn'ändern zum Schei­tern zu bringen ('?), ihre Wartung auf die Ver­band c en nicht verf hlt habe, l Gement ist wohl der Hinweis, daß die Politik der Entente geeignet sei, den Dawesplan ernstlich zu ge­fährde n.)

Das Rheinland gegen den Vertragsbruch.

Köln, 31. Dez. (TU.) Die Richträumung der Kölner Zone am 10. Januar 1925 findet auch im besetzte:! Gebiet lebhaften Widerspruch. So hat gestern die Ortsgruppe der Deut­schen Volkspartei Köln einstimmig eine Entschließung gefaßt, die gegen den Beschluß der Dotschafterkonserenz, die cm 10. Januar 1925 fällige Räumung der nördlichen Zdne des besetz­ten Gebietes zu verweigern, schärfsten Widerspruch erhebt. Der Vorstand erblickt in der Erklärung der Verbündeten einen Bruch des Versailler Vertrages, eine ernst­liche Gefährdung der Durchführung des Dawes­planes, eine erneute Störung des eu­ropäischen Friedens und des friedlichen Zusammenarbeitens der Völker, sowie eine g c - sährliche Förderung der französi­schen Bestrebungen, dir Rheinlande von Deutschland abzutrennen. Sn der gestri­

gen Sitzung der Industrie - und Handels­kammer Düsseldorf kam ebenfalls die große Enttäuschung durch die beabsichtigte Richt­räumung der Kölner Zone zum Ausdruck. Rach den Ausführungen des Vorsitzenden ist die Nicht- täumung eine herbe Enttäuschung für das besetzte Gebiet und das ganze deutsche Volk. Der Beschluß, nicht zu räumen, wird vor allen Dingen darum beklagt, weil er im In- und Aus­land hemmend wirkt und alle Voraussetzungen umwirft, da er die Befürchtung auffommen läßt, daß das Schicksal der Rheinlande auch weiter­hin unsicher und ungewiß bleibt.

Die im Westausschuß für Rhein, Saar, Ruhr und Pfalz vereinigten Rheinländer

des unbesetzten Gebietes sandten an den Reichs­kanzler folgende Kundgebung: Die im West» ausschuh für Rhein, Saar. Ruhr und Pfalz zu- sammengeschlvssenen rheinischen lands­mannschaftlichen Verbände erheben schärfsten Widerspruch gegen den Beschluß der Botschafterkonferenz, die Besetzung der Kölner Zone über den 10. Januar 1925 hinaus fort» .zusehen. Richt allein ist es das gebrochene Recht und die verletzte Moral, die uns hierzu ver­anlaßt, unser Herz treibt uns dazu, unseren schwer ringenden Brüdern und Schwestern am Rhein in dieser dunklen Stunde zur Seite zu treten. Wir erinnern daran, daß die drückenden Berpflichtungen des Londoner Abkom­mens vom deutschen Bolke zum Teil sogar gegen schwerwiegende innere Bedenken nur übernommen wurden, um die rheinische Be­völkerung zu entlasten und die Be­freiung des rheinischen Bodens nicht zu gefährden. Den Beschluß der Botschafterkon­ferenz, dessen Begründung wir als gänzlich belanglos zurückweisen, empfinden wir des­halb als einen Schlag ins Gesicht. Wir fordern deshalb die Reichsregierung auf, für die baldige Befreiung des Rheinlandes, zum wenigsten im

Rahmen des von den Alliierten angeblich so heilig gehaltenen Versailler Vertrages, mit alle:- zulässigen Mitteln zu wirken, und ver­sichern in diesen: bedeutungsvollen Augenblicke nochmals, daß die Treue des rheinischen Volkes trotz aller Schicksalsschläge unwan­delbar bleibt Wir wissen, daß diese aus war­men rheinischen Empfinden kommende Kund­gebung bei Ihnen, Herr Reichskanzler, einem treuen Sohne des Rheinlandes, teilnehmendes Verständnis finden wird.

Neue französische Lügen.

Amsterdam, 2. Ian. (WB. Funk.pcuch.) Der PariserMalin" veröffentlichte vor we­nigen Tagen eine Meldung aus Holland, die aus sehr vertrauenswürdiger Qutlle" stammen sollte und in der mitgeteilt wurde, daß seit einiger Zeit aufdecRotterdamerWerft Wilton Unterteile von Untersee­booten für Deutschland hergestellt würden, was als ein neuer Beweis für Deutschlands Bewaffnung gR en könne. Die Korrespondenten mehrerer hiesiger Blätter, darunter auch des bekannten deutsch­feindlichenTclegraaf" haben bei der Direk- tion Der Wilton Älaschinen-Bertrieb und Schiffswerft in Rotterdam Erkundigung nach der Richttgkeit der obigen Rachricht des fran­zösischen Blattes eingezogen. DaS Ergebnis war, daß die Direktion der Werft das Gerücht desMattn" als eine glatte Erfindung bezeichnete und hinzufügte, daß von einer der­artigen Fabrikation niemalSauchnurdie Rede gewesen sei. Die Korrespondenten wur­den auch von der Direktton ersucht, die fran­zösische Meldung in ihren Blättern zu demen- tteren.

Der Berliner Finanzskandals.

45 Millionen verfchleuoert.

üebertafdjenb schnell ließ die Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag abend und Mittwoch früh die Inhaber des Darmat-Kon- zerns, die Gebrüder Barmat, in Haft nehmen und sämtliche Betriebe unter Polizei­aufsicht stellen. Sie hat zwar bisher noch nichts darüber verlauten lassen, welche Gründe sie zu diesem Schritt veranlaßte. Man geht aber wohl nicht fehl in der Annahme, daß das Er­mittlungsverfahren im Falle Seehandlung-Ku- tisker auch allerlei unangenehmes Material für die Gebrüder Barmat zutage förderte, so daß sich die Staatsanwaltschaft turzerhand zu der Fest­nahme der Barmats entschloß. Bor etlichen Wochen schon wurde in der Öffentlichkeit be­hauptet. daß auch der Barmai-Kon-ern in dem Bartels-Holzmann-Kutisk. r-Skandal eine gewisse Rolle spiele. Aber die diesem Konzern nahe­stehende Presse verstand es. die Barmats wieder vollständig aus der Diskussion herauszuziehen. Eingeweihte wußten allerdings schon seit ge­raumer Zeit, daß die Staatsanwaltschaft sich unter der Hand sehr eingehend mit den Ge­schäften der Gebrüder Darmat befaßte.

Durch ihre jetzt vorgenommene Verhaftung dürfte der Skandal wahrscheinlich auch seine Wellen bis in das sozialistische Lager hin­überschlagen. da bekanntlich hervorragende So­zialdemokraten in den Aufsichtsräten verschie­dener Barmat-Unternehmungen sitzen.

Neue Verhaftungen.

Berlin. 1. Ian. (SIL) In die Kette der großen Finanzskandale Berlins ist heute ein neues Glied sensationellster Art eingefügt worden. Die drei Brüder Julius, Salomon und Hermann D a r m a t, die Inhaber des mil­lionenschweren Darmat-Konzerns, BerlinAm­sterdam, sind in ihren Wohnungen von Beam­ten der Kriminalpolizei ausgesucht und verhaf­tet worden. Außer den drei Gesellschaftern des Darmat-Konzerns ist auch noch der Sohn Ju­lius Darmats verhaftet worden.

In den Geschäftsräumen der Merkur- Bank und anderen zum Barmat-Konzern ge­hörenden Unternehmungen sind heute früh bet Eröffnung der Gefchästslokale sämtliche Ge­schäftsbücher und Korrespondenzen be­schlagnahmt. Der vierte der Gebrüder Bar­mat befindet sich auf einer Jagdpartie und wurde in feiner Wohnung nicht aufgefunden.

Die Grmittlurgen in der Angelegenheit Ku- t i s k e r, die in den letzten Sagen mit Hochdruck vorgenvmmen worden sind, hatten den Beweis dafür ergeben, daß zwischen dem Kutisker- Konzern und dem Barmat-Konzern engste ge­schäftliche Verbindungen bestanden haben, die sich auch auf Geschäfte mit der Seehandlung er­streckten. Es müssen sehr gewich.ige Verdachts­momente vorhanden sein, daß die Staats- anwaltschast zur Festrahme der D ü^er Bam-at und des Sohnes von Julius Bar,na, gesch it:en ist- Aufta lend für ^ie G.schäfts ücht g ei: der jetzt verhafteten Konzerrft Haber ist, daß sie alle aus Ruhte i D flammten und 'ich ursp üigstch mit kleinen Emzelham elsgeschäften 6c ah: n.

Bei einer Durchsuchung des Schlosses von Julius Dam.at auf der Insel Schwanen­werder wurden

für etwa eine halbe M .on Eckmucksachen

gefunden. Es wird angenommen, daß dir Bar­mittel der Gebrüder Darmat an unbekannten Stellen hinterlegt worden sind.

Die wir weiter hören, wurden auch die Ministerialdirektoren Hans Hellwig und Emil K a u h verhaftet. Ersterer befand sich bis vor wenigen Monaten in leitender Stellung in der Staatsbank. Rach feinem Ausscheiden aus dieser trat er in die Preußische Hypothekenbank ein; er hatte dieses Amt jedoch vor etwa 14 Sagen niedergelegt, da einige seiner Anträge, die gesell­schaftliche Transaktionen in Gemeinschaft mit dem Kuttsker- und Barmatkonzern zum Gegenstand hatten, abgelehnt wurden. 3m weiteren Verlauf der Untersuchung stellte sich heraus, daß, ebenso wie zw'fchen Kuttsker und der Staatsbank, Kre­ditgeschäfte auch zwischen Barmat und der Staatsbank getätigt worden waren. Die Vermittler sollen jedesmal Ruche und Hellwig gewesen sein.

Die Kreditgeschäfte der See- handlung.

Eine Berliner Abendzeitung glaubt als feststehend berichten zu können, daß die See­handlung an Kuttsker über 10 Millionen, an Michael 40 Millionen und an den Barmatkon- zern 50 Millionen geliehen har. Diese Nach­richt ist falsch. Die Summe der Forderungen an die drei Stellen beträgt etwa

45 Millionen Mark.

Dlankokredite befinden sich nicht darunter.

Die Regierungsbildung.

Ein überparteiliches bürgerliches Kabinett?

Berlin, 2. Jan. (Priv^Tel.) Die Frage der Regierungsbildung dürste, wie dieSeit schreibt, von heute ab wieder aktiv auf ge­nommen werden. Man hofft, sie bald zu einem Ergebnis filhren zu können. Eine Betrauung deS bisherigen Reichskanzlers Dr. Marx mit der Regierungsbildung ist noch nicht erfolgt. Es bleibt aözuwarten, ob der Reichs­präsident dielleicht noch versucht, die Ver­treter der Sozialdemokraten und der Deutschnationalen über die Lage in dem Sinne zu befragen, ob sie eine Möglichkeit sehen, die Kabinettsbildung zu übernehmen. Wenn die Parteien auf ihren bisherigen Beschlüssen behar­ren, ist eine solche 03Übung allerdings nicht mög­lich, da Zentrum und Deutsche Volks- Partei ihre Ansicht jedenfalls nicht ändern werden. In diesem Falle ist ieden'alls damtt zu rechnen, daß dec Reichspräsident ein überpar­teiliches bürgerliches Kabinett bil-- det ohne Anlehnung an die Frattionen.

Neujahrsempfang beim Reichspräsidenten.

Reichspräsident Ehert empfing am Neu- jahrstage in der üblichen We.se die Chefs der hiesigen fremden diplomatischen Vertretungen. Die Glückwünsche Öeä Diplomatischen Korps brachte der Apostolische Nuntius, Monsignore

Pacelli, als Doyen zum Ausdruck. Die Fra­gen, deren Lösung der nächsten Zeit Vorbehalten s nd. sind von schwerwieg rnd.r imö toc ttr g ab r Bedeutung für die Zukunft, nicht nur für Deutsch­lands, sondern auch Europas unö der Welt cs wird der Anstrengung aller Regierungen und aller Völler bedürfen, um auJ; hier uen Gcu des Rechts und des Friedens den Weg bestimmen zu lassen, auf dein die europäische Ordnung end­gültig wiederhergestellt werden soll. Bei dem Empfang waren der Reichsminister Dr. 6 t r e f c - mann und die Staatssekretäre Dr. v. Schu­bert und Dr. Meißner zugegen.

3m Anschluß hieran wurden der Reichs­kanzler, die Reichsminister und die Staat sekretäre empfangen. Reichspräsident Eberl sprach dabei von der ernsten Sorge, mit der bai' neue 3ahr beginnt, von dem wir den Anfang der Befreiung des RheinlandcS erhofften. Alle Deutschen. welcher Parteirich'ung sie auch an­gehören mögen, sind hier einig in dem Gefühl bitterer Enttäuschung unö dem Bewußtsein eines, uns angetanen neuen schmerzlichen Unrechts. Unter einer Begründung, die wir noch nicht kennen und noch nicht nachprüsen können, von deren Haltlosigkeit wir aber alle überzeugt find, soll unö, dem einzig wirklich cnttoaffnelen Voir­in einem sonst noch toaffenftavvenben Europa das versagt werden, was in dem so unendlich harten Friedensvertrag allein zu unseren (Sanfte , enthalten ist: die Räumung besetzten deutsch.t 'Bodens. Unser allererster Wunsch am heutigen Reujahrstage ist Der, daß der Grift der Gei-echt'l.i feit und der Wille zur Verständigung der Völlei obsiegen möge über die 3bce der Macht und Gewalt, und daß uns und unseren Brüdern a- Rhein und Ruhr das werde, worauf wir An spruch haben: Recht und 5 i c i b c i t!

Später übermittelten Reichstagsprasidcnt Wallraf und die Vizepräsidenten Dr. R i e ß e r und Dittmann die Wünsche des Reichstage und der Ministettaldireklor Im preußischen Staatsministerium Nobis, der thüringische Minister Münze! und der bayrische Staatsrat von W o l s als Vertreter des Reichsrais die Glückwünsche dieser Körperschaft. Generaldirektor O e f e v und die Staatssekretäre Vogl unö Kumbier brachten daran anschließend dir I Glückwünsche der Hauptverwaltung und de-t I Personals der Reschshahngesellschaft dar. Für die > i3>br(nau)( u-ate.i eii<üle.Kii b!r vUCnttuic v-mi 5 eeckt unö Äontreabmiral Kubiert, Die dein Reichspräsidenten die Glückwünsche deS Heeres und der Marine aussprachen.

Der Neujahrsempsang in Paris.

Paris, 2. Ian. (TU.) Gestern vormittag ist das diplomatische Korps vom Präsidenten der Republik in feierlicher Zeremonie emp­fangen worden. Der Doyen, der päp!1 che Aun- tiuß ©eretti führte etwa folgendes aus: Die Völker konnten nach dem letzten Kriege die Illusion Haben, daß der Friede endlich wieder gefunden sei. Leider sind aber die Folgen des Krieges noch nicht beseitigt. ES genügt nicht, den Frieden zu lieben, ibn zu wünschen und ihn zu wollen, man muß an ihn auch schaffen und arbeiten. Der Geist der Solidarität uno der Zusammenarbeit, ich möchte sagen, der Geist d r Barmherzigkeit und gegenseitigen Liebe, muß weiter sorgfältig entwickelt werd.n. Da der wahre Fortschritt, der nicht nur das Glück der 3nöi vibuen, sondern auch von den moralischen Kräften abhängt. Zu wünschen wäre, daß an jedem neuen Sag die Beziehungen bet Völler mehr und mehr von Idealen durchdrungen werden.

In seiner Erwiderung erklärte

der Präsident der Republik, Dvumergue, cs fei das Ideal Frankreichs, den Frieden durch internationale 2lb ^achung n zu b fest gen, in d m Ausbau deS so fruchtbaren Sch.edsg richwer- fahrens, um zu verh.ndern, daß die u'wermeiö- lichen Mihverständn sse zwischm un ibhängiger» Nationen in einen blutigen Konflikt ausarten, ferner darin, sämtlichen Nationen die für ihre Entwicklung unerläßliche Sicherheit zu ge­währleisten und schließlich die Achtung vor den bestehenden Verträgen zu sichern.

Die italienische Krisis.

Musiolini nimmt den Kampf gegen die

Opposition auf.

Rom, 31. Dez. (TU) Der Minifterrat hat gestern strenge Maßnahmen gegen die.Odrofttivn beschlossen. Damit wird der offene Kamp! ausgenommen. Um die finanziellen i nb wirt­schaftlichen Rückwirkungen, die die Haltung det kOppvsilwns. arteten verursacht, he ab umiibern, sollen die bestehenden Gesetze verschärft We ­den und streng zur Anwendung gelangen. So sollen vor allem unerlaubte Börsen­spekulationen verhindert und das Presse­gesetz noch strenger durchs üstrt werden eben'o das neue Wah t gef etz Mussolini erklä te iah er nicht von seinem Posten weichm |onöe.v vielmehr seine Gegner zum Schweigen bringen werde. Finan?m niste St r- an i e: Härte, das Ergebnis d.S Q3e leumt>.i ig 5 el< u c - sei für Italien Derart schädlich geweicn, der Kurs des Lire an ber Reuyorker 1- einen starken Rückfall erlit en haste Dir Minister erklärten sich mit Mussolini soft u.: i ch.

Bei der Besprechung, die dem Ministerpat voranging, hatte der Innenminister F e d e i - zoni Dem Ministerrat beruhigende Erklärungen über Die politische Rückwirkung Der Denkschrift Rossis abgegeben. Mussolini erklärte zu Öen.