Ausgabe 
1.7.1925
 
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Qlltcn-'Sufed nicht mehr untätig mit zu­sehen und muh bestrebt fein, diese Qlutolinic nach Alten-Duseckdurchgeführt zu be­kommen. Die Gemeindevertretung wird in dieser Hinsicht Schritte unternehmen. Auch Beuern sucht schon jahrzehntelang nach einer Verkehrs- Verbindung, und wird dort in interessierten Kreisen die Einführung der A u t o l i n i e Gießen Wieseck - Alten-Duseck - G r o h e n - Du se ck Beuern eingehend er­örtert. ÖHan ist dort der Ansicht, sich erst mit der Personenbeförderung zu begnügen, und nimmt an, daß die Güterbeförderung auf dieser Linie im Austausch mit der Station Großen-Duseck sich selbst in die Dege leiten wird.

ll. Reiskirchen, 30. 3uni. In unserer Gemeinde ist die Bautätigkeit in dollster Blüte. Die hiesige Gemeindeverwaltung betrach­tete die tätige Hilfeleistung beim Wohnungsbau als die geeignetste Maßnahme, und hat daher den Erfolg zu verzeichnen, bald so weit zu sein, keine Klagen über Wohnungsnot in der Gemeinde mehr zu bekommen. Die teilweise schadhafte Wasserleitung soll dem Vernehmen nach in Abschnitten jahrweise erneuert werden.

t Grün berg, 30. Juni. Llm Sonnagnachmil- tag hatte sich eine große Anzahl Pfadfinder aus Frankfurt und Gießen hier eingefunden, um der schon seit langem geplanten Gründung einer Ortsgruppe beizuwohnen. Die Versammlung war am Wartturm, wo auch ein Pfadfinderspiel vor- geführt wurde, das allgemeinen Anklang fand. Die neu gebildete Ortsgruppe untersteht vorerst der Orts­gruppe Gießen. In der gestrigen Gemeinde- ratssitzung kam durch den Stadtrechner der Voranschlag für das Iahr 1 9 2 5 zur Verlesung. Er wurde nach einer kleinen Aende- rung angenommen. An Hauptarbeiten sollen in diesem Iahr ausgeführt werden: Erbauung des Hochbehälters, Legung der Leitung nach dem Hochbehälter und in die Th eo-Koch-S kraße, Schul- und Frankfurter Straße und Kanalisierung der Lvndorfer Straße bis zur Gallusstrahe. Da die Anbringung einer Benzinzapfstelle an dem Hause der Drogerie Röhm seitens des Kreisamts als verkehrsstörend angesehen wurde und diese deshalb bei dem Spritzenhaus angebracht werden soll, wurde auch diese Stelle als verkehrsstörend angesehen und nicht genehmigt. Der Gemeinde- ratsbeschluh vom 23. April, wonach dieWasser- lei t u n g in der Frankfurter Straße gelegt werden soll, wird aufrechterhalten, jedoch soll vorerst nur bis zum Bauplatz Becker gebaut werden. Auf das Ausschreiben zur Besetzung der städtischen Wasserwärter st elle sind 8 Meldungen eingelaufen. Eine Besprechung der Dürgermei st erfrage fand in geheimer Sitzung statt.

f Stangenrod, 30. Juni. Das von Lehrer G ö r g , Vorsitzenden des hiesigen K r i e g e r v e r - eins, am Sonntag veranstaltete Preisschießen auf einem 100-Meter-Stand mit Militärscheiben nahm bei günstiger Witterung und sehr zahlreichem Besuche einen recht guten Verlauf. Von den Schüt­zen, die auch aus der Umgegend zahlreich erschienen waren, wurden ungefähr 200 Serien pro 3 Schuß abgegeben. Die Resultate waren sehr gut. Es gingen z. B. 3 Sieger mit je 33, 3 Sieger mit je 32, un­gefähr 10 Sieger mit 31 und eine große Anzahl mit 30 und 29 Ringen aus diesem Wettkampf hervor. Die recht schönen Preise waren zum Teil gestiftet, zum Teil durch Ankauf erworben.

t Ettingshausen, 30. Iuni. Am Sonn­tag nachmittag fand hier vom Landwirt- schaftsamt Grünberg, durch Referendar 3odeI, eine Vorführung eines Rog­gen-Dick- undDünnsaatversuchesbei Landwirt E. Blei statt. Obgleich Festlichkeiten in der Ilmgegend viele Leute abgehalten, war die Beteiligung doch außerordentlich stark. Nach­dem der Dersuchsleiter durch einleitende Worte die Nachteile der Dicksaat und die Vorteile der Dünnsaat sehr eingehend besprochen hatte, begann die eigentliche Vorführung. Der Versuch bestand au$ neun Parzellen, die folgendermaßen angelegt waren: 3 Parzellen mit steigender Stickstoffdün- gulg waren ausgesät mit 50 Pfund pro Morgen und einer Drillweite von 20 Zentimeter. Daran anliegenb befanden sich 3 weitere ParzeUen mit derselben Düngung, jedoch mit Aussaatmengen von 65 Pfund pro Morgen und Drillweite von 13 Zentimeter. Bei den letzten 3 Parzellen, eben­falls mit der gleichen Düngung, betrug die Aus­saatmenge bei einer Drillwette von 13 Zenti­meter, 80 Pfund pro Morgen. Der Versuch zeigte den Teilnehmern, daß die Pflanzen auf den dünngesäten Parzellen ein viel freudigeres Wachstum zeigten, die Halme bedeutend stärker, die Aehren länger waren und viel besser ent­wickelte Körner enthielten. Am deutlichsten zeigte sich der Unterschied aus Den Parzellen mit stärkerer Stickstoffgabe. Als Grundbedingung für den Erfolg Der Dünnsaat wurde durch den Vor­führenden 1. auf durchaus gutes Saatgut. 2. starke Düngung besonders Stickstoff und 3. sorgsame Pflege Eggen und Hacken hin­gewiesen. Weiterhin wurden von Referendar

Iöckel für die Praxis wichtige Anregungen gegeben. Nach Beendigung Der Vorführung

trennten sich Die Teilnehmer, Die mit großer Aufmerksamkeit dieser wichtigen Sache gefolgt waren, mit der Gewißheit, eine für sie außer­ordentlich bedeutsame Belehrung erhalten zu haben.

i. Ettingshausen, 30. Iuni. Für das Münzenberger Sonnenwendfest legte Die Verwal­tung Der Vutzba chL i ch e r Eisenbahn auch für Die Strecke Queckbor nL ich zwei Extrazüge für Hin- unD Rückfahrt ein, Die recht gut benutzt tourDen. Es ist Das ein Beweis dafür, daß auch unsere Bevöllerung Die Dahn gern benutzt, wenn Die passenden Züge gefahren werden. Vom 5. 3uli ab verkehrt auch wieder ein Sonntagszugpaar auf Der Strecke LichGrünberg. Da Der Zug 2.45 Uhr Lich verläßt unD von Grünberg kurz vor 6 Ahr zurückfährt, .können auch am Sonntag Die Be­sucher Der hiesigen Gegend mit dem 7.30°Ahrzug aus Lich nach Gießen ihre Heimat bequem Wieder erreichen. Hoffentlich erkennt auch das Publikum Die Bemühungen, Die zu Dieser wesentlichen Ver­kehrsverbesserung führten, und das Entgegen­kommen Der Dahnverwaltung Durch gute Be­nützung Der Züge an. Dann aber nur Dann läßt sich wohl noch mehr erreichen, was schon lange Der Wunsch unserer Gemeinden ist. Ein Bedürfnis nach mehr Zügen muß erwiesen werden durch lebhafte Benützung Der Eisenbahn!

!*! Münster, 30. Iuni. Gestern wurden bei der Horstenburg zwei Zigeuner von,Der Licher OenDarmerie verhaftet. Am Tage vorher war nämlich Die Blockhütte an Der Eisensteinhütte im Licher WalD ausgeraubt toorDcn. Die Diebe hatten grünDliche Arbeit gemacht unD alle brauchbaren Gegenstände mit­genommen, so auch einen Kochofen. Da man Zigeuner in dem Walde gesehen hatte, so fiel der Verdacht sofort auf sie, und richtig fand man auch die gesuchten Gegenstände in ihrem Wagen. ,

4- Treis a. Lda.. 29. Ium. Bei herrlich­stem Wetter feierte Der hiesige Männer- gesangvereinLiederrranz" vorn Samstag bis Montag sein 60jähriges Stif­tungsfest und 50jähriges Fahnen­jubiläum, verbunden mit einem Gesangs- Wettstreit, an Dem 15 Gesangvereine teil­nahmen. Der Samstagabend vereinte alle Orts- Vereine zu einem gemeinsamen Lampionzug durch Die festlich geschmückten Straßen unseres Dorfes mit nachfolgendem Konzert in der Festhalle, zu dem die Kapelle M a n t - Wieseck gewonnen wor­den war. Dabei erfreuten Der festgebende Ver­ein, sowie Der hiesige Kirchrngefangverein und Der Arbeiter-GesangvereinHoffnung" durch Dortrag verschiedener Chöre Die zahlreiche Ver­sammlung. Am Oomftagmorgen fand das Wett­lingen statt, das in 4 Klassen vorgenommm wurde. Den ersten Preis in der 1. Klasse erhielt mit 167 Punkten der Verein Germania- Steinbach bei Gießen, Den zweiten mit 164 Punkten Der Männergesangverein Mainzlar, Den Dritten Pvlhhhmnia- Beuern mit 162 Punkten. In Der zweiten Klasse trug Der Verein IugenDmut-Geils- hause n mit 158 Punkten Den 1. Pres, und Germania-Wißmar mit 154 Punkten Den zweiten Preis davon. In Der 3. Klasse errangen Frauenlob-Hvmberg und G e fang- verein Saubringen mit je 158 Punkten je einen ersten und Gesangverein Stau­fenberg mit 148 Punkten einen 2. Preis. In Der 4. Klasse erftritt Teutonia-Nordeck mit 164 Punkten den 1., Männerchvr Rüd- dingsHausen mit 142 Punkten Den 2., Ge­sangverein Hechbvm, Sängerlust Roßberg und Sängerkranz Leidenhofen mit je 136 Punkten je einen 3. und Eintracht-Sichertshau- s e n und Turn- un b © ef an g verein Lol­lar mit je 133 Punkten je einen 4. Preis. Die Preise bestanden in einem wertvollen Bild (Abend am Rhein), einer Standuhr, 2 Wein- bowlen, einem Stammtischaufsatz von getriebenem Messing, mehreren größeren und kleineren Po­kalen u. a. m. Am Nachmittag fand unter Dor- antritt zweier Musikkapellen ein imposanter Festzug statt, an dem sich außer Den genannten Vereinen noch etwa 20 Gesangvereine beteiligten, die nachher in Den Singhallen unter großem An­drang des Publikums ihre Weisen erschallen ließen. Nach Ankunft auf dem Festplatz, Den Mühlenbesiher Wolf in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte, begrüßte der Der- einsvorsitzende Wilhelm Decker V. Die Festgäste, Lehrer Allendörf er hielt Die eindrucksvolle Festrede, worauf Dem Verein eine von Den Frauen und Jungfrauen Der Vereinsmitglieder gestiftete Fahnenschleife durch Frl. Marg. Nuhn überreicht wurde. Am Dem Fest noch einen schönen Abschluß zu geben, war am letzten Sag, Dem 29., das Iugendfest Der Schulen Damit merbunDen worden, wobei der Vorsitzende des Schulvorstandes, Lehrer Walker, der Tau­sendjahrfeier der Rheinlande gedachte und zu einer Tellersammlung für Den Deutschen Schul-- verein im Ausland anregte, die den Betrag von 23 Mk. ergab. Erwähnt fei noch, daß Der Verein zu seinem Iubelfest ein Festbuch hat erscheinen lassen, das außer Vereins- unD Wettstreitnach- richten noch Aussätze über Die Geschichte unseres Dorfes, über Die neu entdeckte eiszeitliche Sied­lung dahier und Die Geschichte des Vereins ent­hält.

!*! Garbenteich, 30. Iuni. Laut Be­schluß des Gemeinderats sollen Baukredite an Daulustige zu ermäßigtem Zinsfuß ausge­geben werden, und zwar in gleicher Höhe, wie sie Der Staat gewährt. Die BauDarlehen können auch in Form von Sachwerten (Holz ufw.) be­

willigt werden. Ein zweiter Bescytuß betraf Die | Aebernahme eines Geländestreifens von Der Dahn, I ohne Daß jedoch Die GemeinDe weitere Ver­pflichtungen übernimmt.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 29. Iuni. In Den wohlverdienten Ruhestand ist in diesen Sagen Lehrer Ioh. Wehrheim getreten, Der nahezu 45 Iahre im SchulDienst geftanDen hat, zuerst in Butzbach und seit 1905 ununterbrochen an Der hiesigen Stad schule. In Den letzten beiden Iahren einer Amtstätigkeit leitete er die hiesige Fort- nldungsschule, um Deren Organisation er sich be- ondere Verdienste erworben hat. AußerDem war er über ein Iahr stellvertretender Rektor Der Stadtschule. Bei Der kürzlich erfolgten Einführung Des neuen Rektors Staubach, Der bisher als Reallehrer an Der hiesigen Oberrealschule wirkte, fanden Die VerDienste Lehrer Wehrheims Die ver­diente Würdigung. Die Fortbildungsschule be­reitete ihrem ersten Leiter außerdem noch eine chlichte, ehrende Abschiedsfeier. Eine segensreiche Tätigkeit im Dienste Der Allgemeinheit hat Lehrer Wehrheim seit zwei Iahrzehnten als Verwalter Der Volksbücherei entfaltet, Der er jetzt noch vor­letzt. Auch sonst hat er viel für Die Volksbil- Dungsarbeit in unserer Stadt getan.

:: Kirch-Göns, 29.: Iuni. Heute starb dahier Der älteste Mann Des Ort e s, Der letzte Der Veteranen, Iohannes SchmiDt II., Der Den FelDzug 1866 unD 1870, 71 mitgemacht hatte. Der 36jährige erfreute sich bis zuletzt einer gei- tigen und körperlichen Rüstigkeit.

Kreis Schotten.

* Schotten, 1. Iuli. In dem gestern ab- gedruckten Bericht über den Sag der hiesigen Dürgermei st erwähl ist ein Fehler ent­halten. Der Fackelzug ging nicht unter Doran­tritt des Gegenkandidaten, wie fälschlich zu lesen war, durch den Ort, sondern unter Dor­antritt des Gemeinderates. (Es handelt ich hier um einen Setzfehler. D. Red.)

Kreis Alsfeld.

t Atzenhain, 29. Iuni. Dei Der gestri­gen Deigeordnetenwahl wurde der seit­herige Deigeordnete Die den köpf mit 170 Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteili­gung war stark, von 329 Wahlberechtigten hatten 292 ihrem Wahlrecht genügt. Der Gegner, Wilh. Schmidt, erhielt 125 Stimmen.

Kreis Lauterbach.

4 Hopfmannsfeld, 29. Juni. Bei Der gestrigen Dürgermei st erwähl wurde nach einem mit aller Leidenschaft geführten Wahl­kampfe der seitherige Dürgermeister Heinrich Winterholler mit 99 Stimmen wieder- gewählt. Sein Gegenkandidat Karl List- b e r g e r bekam 77 Stimmen.

ch Hörgenau, 29. Juni. Gestern fand hier Bürgermeisterwahl statt. Bürgermeister Greb wurde einstimmig wieder­gewählt. Ein Gegenkandidat trat noch in letzter Stunde vor der Wahl zurück.

Sta.Lenburg und Rheinhessen.

fpd. Offenbach, 30. Iuni. Auf Grund einer Wette mit Dem Leiter einer hier gaftie* renDen Zirkustruppe proDuzierte sich Der hier wohnhafte Spenglermeister ADam D e d i o auf Dem Surmfeil als Drahtseilkünst­ler, inDem er mehrere Male sicher und elegant auf Dem Seil hin unD her lief. Dem Austrag Der Wette wohnte natürlich eine ungezählte Menschenmenge bei.

Kreis Metzlar.

0 Lützellinden, 28. Iuni. Bei herr­lichem Wetter fand heute hier das Hütten­berger Kriegerverbandsfest statt, ver­bunden mit dem 50jährigen Stiftungsfest des Ortsvereins. Zahlreich hatten sich die Krieger­vereine der Umgebung eingefunden, um Dem Ver­band und Dem Iubelverein ihre Sreue zu be­kunden. Am 2 Ahr bewegte sich ein imposanter Festzug durch Die geschmückten Straßen Des Dorfes, voran die Veteranen im Auto. Am Denk­mal für die Gefallenen stellten sich die Vereine zu einer würdig ernsten Gedenkfeier auf. Nach einem kurzen Prolog sang Der Männergesang- verein LützellindenWie sie so sanft ruhn". Der Dereinsvorsitzende, Zugführer Wenzel, widmete Darauf den Gefallenen herzliche Worte des Ge­denkens und knüpfte hieran ernste Mahnworte für Die Versammelten. Die Klänge des LiedesIch hatt einen Kameraden" beendeten Die ernste Feier. Srefflich verstand es Hauptlehrer Frö- l i ch, die Kundgebung für das Rheinland anzu­schließen. In kurzen, markanten Ausführungen zeichnete er die Bedeutung des Rheinlandes für Deutschland in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die erhebende Feier klang aus in dem Gelübde: Das Rheinland war, ist und bleibt deutsch. Ohne Rheinland kein Deutschland und ohne Deutschland kein Rheinland. Ein Schülerchor vollendete diese Feier mit Dem Gelübde:Sreue Liebe bis zum Grabe". Nachdem der Festzug, in den sich auch Die Ortsvereine, Gesang- und Surn- verein eingereiht hatten, Den Festplatz erreichte, begrüßte der Derbandsvorsitzende Förster Grahe Die Kameraden, dankte für das zahlreiche Er­scheinen, dankte dem Kriegerverein für Die gastlich festliche Aufnahme und beglückwünschte vor allem

den Kriegerverein Lützellinden zu seinem 50jähr. Iubelfeste, vergaß aber auch nicht, eindringliche Mahnworte zur deutschen Einigkeit anzuschließen. Bürgermeister Schneider - Groh-Rechtenbach beglückwünschte ebenfalls den Iubelverein und mahnte, das kameradschaftliche Verhältnis zu pflegen. Noch mancher andere Redner suchte in kurzer, kerniger Art, Gedanken echt deutschen Volkstums in die Herzen der Versammelten zu senken. Kameradschaft ist kein leerer Wahn, das konnte man sehen, wenn sich Veteranen die Hand reichten oder Kämpfer des Weltkrieges sich hier fanden und begrüßten. Der Männergesangverein suchte auch hier mit zur Verschönerung Der Feier beizutragen, inDem erRheintreue" unDRhei­nisches MäDel" meisterhaft zu Gehör brachte. Leider mußte Der SumDerein auf eine Mitwir­kung am Feste verzichten, Da eine größere Zahl Der Surner zum Gauturnfest nach Friedberg ge­eilt war. Den Schluß der ernsten Feier bildete die Aeberreichung Der Ehrenurkunden art Die beiden einzigen noch lebenden Mitbegründer des Vereins, die Kameraden Ioh. Schäfer und Ioh. Spengler. Anter herzlichen Worten Def Anerkennung für geleistete Arbeit im Verein und Die echte Kameradentreue übergab ihnen der Vorsitzende Die Arkunden. Gegen 8 Ahr rüsteten sich Die Vereine toieDer zum Abmarsch. Die lachenden, frohen Gesichter, das Hüteschwenken unter dem hellen Ruf:Auf Wiedersehn, Kame­raden" läßt schließen, daß Die StunDen in Lützel­linden auch etwas von dem in allen geweckt haben, was solche Feste in ihrer Zweckdienlich­keit wollen, nämlich Den Deutschen Volksgedanken stärken.

Hessen-Nassau.

* Crumbach, 28. Iuni. Der 3ugenb* sonntag wurde in unserem Kirchspiel in wür­diger Weise gefeiert Vormittags sand in Fran­ke n b a ch ein Festgottesdienst statt, in dem die Bedeutung recht angewendeter Iugendzeit im Mittelpunkt stand. Gut vorgetragene Chöre um­rahmten Die ernste PreDigt. In Crumbach fand nachmittags ein WaldgvttesDienst statt. Der ebenfalls Durch Chöre einen Der BeDeutuna Des Sages entsprechenden Rahmen erhielt. Nach einer Pause versammelte sich alles wieder auf Der Surntoiefe, wo Gesänge, Turnvvrführungen und Spiele jung und alt für ein paar StunDen zu­sammenhielt. So nahm Der Sag einen Durchaus harmonischen Verlauf. Möge unsere Iugend wie­der mehr lernen, rechten Ernst und harmlose Fröhlichkeit in richtiger Weise zu bereinigen.

bL Dillenburg, 30. Iuni. Die Iagd- pacht st euer wurde nach einem Beschluß des Kreistages auf 10 Proz. des Pachtpreifes für Kreiseingesesfene und 20 Proz. für auswärts Wohnhafte festgesetzt. Ausländer haben das Zehn­fache zu zahlen.

bl. Herborn, 30. Iuni. In der jüngsten Stadtverordnetensitzung wurde über Den Haushaltsplan Der Stadt für 1925 beraten. Nach einleitenden Worten von feiten des Stadtverordnetenvorstehers und des Bürger­meisters wurde in Die Beratung eingetreten, die einige Abänderungen mit sich brachte. Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 462 550 Mark ab und wurde angenommen.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 30. Iuni. Drei junge Burschen von hier verübten um die Weihnachtszeit des Iahres 1923 eine Reihe von Kohlendiebstählen. So stahlen sie in der Ächtheilstätte dahier 3 bis 4 Zentner Koks, nachdem sie das Sor zmn Kohlenschuppen erbrochen hatten. Don einem Waggon Briketts, der im Güterbahnhofe stand, entwendeten sie etwa 3 Zentner. Endlich stiegen sie in den Hof des Kohlenlagers einer hiesigen Firma, öffneten das Sor von innen und holten aus einem Schuppen, in den der eine durch eine Luke gekrochen war, 8 Säcke Briketts. Den Koks verkauften sie an einen hiesigen Geschäftsinhaber und die 8 Säcke Briketts an ein hiesiges Wirts­ehepaar, während sie bei Dem Wegbringen Der im Bahnhof gestohlenen Kohlen von Polizeibeamten, die ihnen ihre Deute abnahmen, angehalten wur­den. Sie verschwanden hierauf von hier. Zwei von den Sieben sind nach Verübung einer ganzen Reihe von Diebstählen jetzt wieder hierhergebracht worden, während Der Dritte noch gesucht wird. Anter Einbeziehung der auswärts gegen sie erkannten Strafen wird der eine zu einer Ge- samtgefängnisstrafevoneinem Iahr einer Woche, der an&ere zu einer solchen von neun Monaten einer Woche verurteilt Der Geschäftsinhaber und die Wirtsleute, Die wegen Hehlerei angeklagt waren, wurden mangels ausreichenden Beweises freigesprvchen.

Große Strafkammer Gießen.

* Gießen, 30. Iuni. In einer Schösfen- gerichtsverhandlung gegen Den LanDwirt A. D. von Weckesheim, Die mit Der rechtskräftigen Ver­urteilung Des Angellagten zu zehn Monaten Gefängnis wegen Sittlichkeitsverbrechens, be­gangen an einem Kinde, endete, hatte eine Zeu­gin behauptet. Der Angeklagte habe in Den Iah- ren 1918 bis 20 auch mit ihr unerlaubten Ver­kehr gehabt. Dies hatte ein neues Verfahren zur Folge, auf Grund dessen entgegen dem

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