Ausgabe 
1.5.1925
 
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Der Mai ist gekommen

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4509a

30 Marktstraße 30

SCHNEIDER

I

30 Marktstraße 30

Die Kanalisierung der Lahn.

Die bisherige Vorbereitung.

Unter sehr starkerBeteiligung hessischer und preussischer floate- unD Kommunalbehörden, der Wirkschaftslrcife im ganzen Lahngebiet, der An­gehörigen öffentlicher Körperschaften und dar BereinSmitglieder hielt der FuldaLahn- fanalüercin e. V. mit dem Sitz in Limburg gestern nachmittag im Saale des Arbeitgeberver­bandes in Gießen seine ordentliche Haupt­versammlung ab. Der große Saal konnte die Masse der Erschienenen, deren besonderes In­teresse dem Bericht und Vortrag über den Stand des Lahnkanalprojektes galt kaum fassen.

Der Vereinsvorsitzende, der nassauische Lan­deshauptmann Dr. W oell, betonte in seiner Eröffnungsansprache, die Vereinssache sei jetjt tn ein entscheidendes Stadium eingetreten SS handle sich nun um die

Schiffbarmachung der Lahn als Zubringerweg zu» Rhein

Durch die Konzentration der VereinsbeslreAungen auf die Lahn sei für die beteiligten Behörden die Grundlage gefunden worden, sich an der Der- einsfache als Mitträger zu beteiligen. Die Be­hörden hatten die hohe Bedeutung der Vereins- fache für das Wirtschaftsleben erkannt und wollten dem Projekt des Vereins eine wesent­liche finanzielle Stühe sein. Ms erster habe der Kommunallandtag für Rassau den Kosten­anteil einmütig bewilligt, als nächstes müsse nun die Industrie zu der Finanzierung heran-- gezogen werden Die Frage drr Slektrizitätsgewinnung aus der Lahnwasserkraft habe gleichfalls einen neuen Impuls erfahren. Die Ausnutzung der Lahnkraft unterhalb von Diez fei bereits gesichert. Dadurch würdm nicht unwesentliche Bauanlagen von dem Tlek- trizitätSunternehmeu bezahlt und andererseits würden die ticberfdjüffc aus der Slektrizitäts- gewinnung den Betrieb deS ganzen Unter­nehmens mittragen. Der Redner dankte schließ­lich allen bisherigen Mithelfern, insbesondere aber dem Reichsverkehrsminister. der besonders lebhaftes Interefse für die Sache bekundet habe und der anerkenne, daß die Erbauung solcher Kanalstraßen durch die heutigen Zeitverhältnisft geradezu geboten fei. Hoffentlich trage die Kot der Zeit dazu bei, daß der Fortschritt der gan­zen Arbeit deS Vereins beschleunigt werde. Die Hauptarbeit bleibe jetzt zu tun, die Stunde ent­scheidenden Handelns sei gekommen.

Hieraus erstattete der Geschäftsführer deS VereinS, Direktor B a n f a, Limburg, den

Bericht

Über die Jahre 19221924, dem die nachstehenden bedeutsamen Angaben zu entnehmen sind:

Unter dem überwältigenden Einfluß der In­flation war jede Regung im Jahre 1923 für unsere eigentlichen Iwecke unterbunden oder zwecklos. Rur bei den für uns ja auch förder­lichen Plänen zum Ausbau der Lahn - Wasserkräfte konnten wir hilfreiche Hand leisten. Inzwischen ist ja für die meistver- sprechende

Lahnkraftanlage bei Cramberg seitens des Reiches zugunsten einer gemischt­wirtschaftlichen Gesellschaft der Gnteignungsan- trag gestellt, und der Bau wird jedenfalls noch in oi'fern Jahr begonnen werden.

Die cingctrctene ötabilifi'rung rief den Ver­ein wieder auf den Plan. Da aber alle Ver­hüll.isse, namentlich aber auch die Ausbaumög- lidjleitcn der Wasserstraßen, sich verschoben hatten, wurden zunächst in einer Sitzung des engeren Ausschusses am 29. April 1924 in Gießen die Richtlinien lüi die vom Verein einzuschla- gende Politik festgelegt. Das Ergebnis der da- malign Aussprache war:

Alle drei großen Projekte zur

Verbindung von Weser und Main

I. über die Werra nach Bamberg. 2. über die Kinzig nach Hanau 3. über Gießen nach Frank­furt a. M. oaben augenblicklich wenig Aussicht auf Ausführung a) wegen der Schwierigkeit, bei der Geldknapphntz die großen Kapitalien zu beschaffen, b) weil keine großen Wasserkräfte gewonnen, sondern sogar Wasser in die Scheitelhaltungen gepumpt werden muß, c) well mangels eines Ertrages von Wasser­kräften und bei dem augenblicks geltenden Zins­fuß die Schiffahrtsabgaben zu hoch bemessen werden müßten, d) weil der nationale Gesichts­punkt der Ableitung deS Verkehrs von Rotter­dam nach den deutschen Rordseehäfen sich gegen­über der Macht der Ziffern nur sehr beschränkt verwirklichen läßt.

Im übrigen ist nach Ansicht der maßgebenden Stellen in Berlin usw., wenn eS doch noch einmal zu einer Verbindung zwischen Weser und Main kommen sollte, diejenige über di e

Werra, von den Rordseehäfen nach den Donau- 1 ändern auf alle Fälle zu schaffen, und nur für die Verbindung von Frankfurt ist die Frage, ob man die Linie über die Kinzig oder übet Gießen nehmen soll. Da die letztere Linie die gerin­geren technis chen Schwierigkeiten und die weitaus gröberen wirtschaft­lichen Vorteile bietet, würde nach Ansicht deS engeren Ausschusses die Dahl ziemlich zweifellos auf die

Linie Frankfurt -GießenWeser fallen. Deshalb ist auch die Stellung von Kur- Hef sen heute eine ganz andere, der Gießener <?inie günstigere. Es hat vordem die Linie über die Kinzig nur deshalb mehr unterstützt, weil die Linie über Gießen zu spät austrat und im hessi­schen Bezirksverband nicht genügend verfochten wurde. Aber, wie gesagt, an all die großen Kanalprojekte, vielleicht an die Kanalisierung der Weser selbst, ist einstweilen nicht z u denken.

Der Fulda-LaHn-Kanal-V.rein wird unter den obigen Umständen sein Eintreten für die große Wasserstraße FrankfurtGießenKassel auf die gewöhnliche Propaganda ohne Aufwendung großer Mittel, beispielsweise für Projektarbeiten, beschränken, dagegen alles aufbieten, um die

Kanalisierung der Lahn herbeizuführen, bei welcher weitaus günstigere Bedingungen vorliegen.

1. Ist zwischen dem Reich und Preußen eine Verstä ndigung eingetreten, die zur Ausnutzung der Wasserkräfte zunächst der unteren Lahn führen wird. Dabei werden die Ein­richtungen für die Schiffahrt neben den Kra f twerken von diesen bezahlt werden müssen, also finanzielle Erleichterung im Vaukapital.

2. Die Stimmung bei den Zentralinstanzen, die früher aus eifenbahnfislalischen und persön­lichen Gründen teilweise ablehnend war. ist heute der Schaffung von Wasserstraßen durchaus günstig, denn die Eisenbahntarife sind heute so hoch und weitere Erhöhungen in­folge der Reparationen stehen bevor, daß die Tarife für Massengüter nicht mehr tragbar sein dürften und im volkswirtschaftlichen Ontereffe billigere Schiffahrtswege geschaffen werden müssen.

3. Bei Genehmigung durch die Zentral­instanzen, die heule nach 1 und 2 zu erwarten ist. haben nach dem preußischen Kreis- und Provinzialabgabegesetz § 24 die preußischen Provinzialverbände als jedenfalls finanzielle Träger des Kanalbaues das Recht, wenigstens einen Teil der Kosten auf die unmittelbaren Interessenten planmäßig umzulegen. Bei der Geldknappheit statt direkter Zahlung durch die Interessenten auch eine Benterabtiagung.

tim die Baukosten niedrig zu halten und damit den Bau überhaupt zu ermöglichen, kommt ein Grvßschiffahrtsweg, für den sich überhaupt die Lahn nach ihrem ganzen Eharakter nicht eignet, für diesen nicht mehr in Frage, sondern nur die Vervollständigung der alten kleineren Anlagen, bte einen Wert von ungefähr 15 Millionen darstellen und für ein großes Projekt zunächst kassiert werden müßten.

Dagegen wird, wenn die Zeiten sich wieder bessern, der Verein den Grohs chiffahrts- weg für 1000-Tonnen-Schiffe Frankfurt Wetterau Gießen Kassel Weser wieder energischer verfechten, tinser kleinerer Lahnkanal für 300 Tonnen wird e n wich­tiger Zubringer, ja ein Grund für diesen Großsch.fsahrtsweg fein. Das Stück Wetzlar Gießen wird man dann wahrscheinlich nach­träglich auf die größeren Abmessungen bringen.

Der Kommunallandtag Wiesba­den hat im Dezember 1924 auf ausführliche Vor­lagen des Vereins hin die erste Baurate zum Lahnkanal mit 1,8 Mill. M k. be­schlossen. Ebenso haben die hessischen Be­hörden sich in Verbindung mit dem Verein ge­fetzt und werden wahrscheinlich demnächst den bezüglichen Körper'chaften A ckräge auf die Be­willigung des hessischen Kosteaanteils einbringeni Mit Behörden und Industriellen der Rheinpro­vinz, in der ja fast stets ein Ende des Wasser­weges LahnRhein Legt, haben wir Fühlung genommen und werden unsere Kleinarbeit dort bis zum Erfolge fortsehen.

Herr Bansa hat Voller die sämtlichen, auch die älteren. Unter lagen nochmals durchg ^arbeitet und zu einem einheitlichen Projekt zusammen- gestellt.

Aus Veranlassung deS Herrn Reichsverkehrs- ministers wurde im Februar 1925 das zusammen- geflellte Projekt dem Dafferbauamt Diez, d^m wir übrigens wertvolle Anregungen verdanken, und der Rheinstrombauverwaltung Koblenz zur Prüfung vorgelegt und wird von diesen Be­

hörden an ben Herrn Reichsverkehrsminister wei- tergclehet werden

Dieser Tätigkeitsbericht, sowie die RechnungS- obläge für 1922 24 wurden einstimmig genehmigt Anschließend hielt Direktor Bansa einen außer­ordentlich aufschlußreichen Vortrag über daS Thema .Der Lahnkanal 1 925, über den wir noch eingehender berichten werden Schließ­lich wurden verschiedene Satzungsänderungen gut- geheißen (dabei u. a. der Vereinsbeitrag für Ge­meinden, Kreise und Handelskammern auf min­destens 50 Work jährlich erhöht) und in den Vorstand gewählt: Landeshauptmann Dr Woe 11- Wiesbaden als Vorsitzender, Provin- rialbiteftor G r a e f f-G i e ß en als erster stellv Vorsitzender. Geheimrat Dr. Sartoriu s-Wetz- far als zweiter stellv. Vorsitzender und Direktor Bansa- Limburg als Geschäftsführer! der Aus­schuß wurde in der alten Zusammensetzung wie­dergewählt und der Vorstand ermächtigt, in den Ausschuß, soweit nötig, geeigneten Ersah zu be­rufen Zu Rechnungsprüfern wurden Bürger­meister Dr. KrüSmann unb Landrat Scheuern viedergewählt. AIS Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Diez bestimmt, weit dann vermutlich das naheliegende Lahnkraftwerk Starnberg und die Schleusen (Starnberg und Scheidt im Bau besichtigt werden können.

Turnen, Sport und Spiel. Frühjahrs-Wald- und (Heländelanf des 3. Bezirks im Turngau Hessen (D.T )

Zum 26. April hatte der Bezirkswart für Volksturnen. Turner Kraft (Ridda), feine Tur­ner zum Waldlauf zusammengerufen. Trotz Wahltag und tingunft des Wetters waren sie in recht stattlicher Zahl gekommen. Die Bezirks­vereine Bobenhausen, Merkenfriy. Hirzenhain, Ortenberg, Wallernhausen, Geiß-Ridda, Unter» Schmitten, Ridda. Hungen, Langsdorf, allo zwei Drittel aller, lieferten sich spannende Kämpfe mit 86 Einzelläufern und 15 Mannschaften. Diese Zahlen sind einmal der beste Beweis, daß die Waldläufe bei den Turnvereinen recht beliebt find und zum andern, daß dieser Zweig deS Volksturnens im 3. Bezirk eine gute Pflegestätte, hat. Prozentual hat der 3. Bezirk auch diesmal wieder die beste Teilnahme im ganzen Gau und damit auch wiederum bewiesen, daß eS bester und zweckmäßiger ist. in der zweiten Hälfte deS April zu laufen, als Ende Februar oder An­fang März, wie dies sonst üblich ist. Das Ge­lände stellte an die Läufer große Anforde­rungen. was besonders vom Hauptlauf gilt, der in einem großen Teil durch den herrlichen Salz» Häuser Park führte. Oft galt es, die Zähne zu­sammenzubeißen und die Höhe zu nehmen, dann aber ging'S wieder bergab durch Gras und Blu­men des Frühlings. Die Leistungen waren recht gut. Die Veranstaltung, dem Turnverein Geiß- Ridda übertragen und von ihm unb seinem Turnwart Otto Reinhardt aufs beste vor­bereitet, ging glatt vonstatten. Der in unserer Gegend recht ungünstige Sonntagsverkehr wirkte sich auch diesmal aus und ließ durch den Zwang zum frühen Ausbruch ein echtes und froh-frvh- nches Beisammensein nicht aufkommen, wie über­haupt durch diese Umstände die turnerische Zu­sammenarbeit recht erschwert ist. Dennoch traten unsere Turner frohen Mutes mit frischen Tur­nerliedern den Heimweg an, nachdem folgendes Ergebnis vom Bezirksvertreter Wolf bekannt- gegeben war'

Schüler (1 0 0 0 Meter). 1. Sieger Ludw. Möller, Tv. Hirzenhain, 3.54 Min., 2. Sieger Ludwig Schneider. Tv 1859 Ridda, 3.57 Min.. 3. Sieger Paul Pfaff, Tv. 1859 Ridda, 4. Sieger Rudolf Müller. Tv Jahn tinter-Schmitten, 5. Sieger Willy Volkheimer. Tv. Ridda, und Wild Diehlmann. Tv. Jahn tinter-Schmitten.

Mannschaftsläuse. 1 Sieger Tv. 1859 Ridda, 10 Punkte. 2. Sieger Tv. Jahn tinter- schmitten. 23 Punkte. 3. Sieger Tv. 1859 Ridda (2. Mannschaft), 25 Punkte. 4. Sieger Tv. Hir­zenhain. 29 Punkte.

Iugend-tinterstufe (1500 Meter). 1. Sieger Karl Schupp, Tv. Ortenberg, 5.173/-, Blin. 2. Sieger Philipp Will, Tv. Geiß-Ridda 3. Sieger Wilh. Weber. Tv. Langsdorf. 4. Sie­ger Alfred Bleuer, Tv. Ortenberg. 5. Sieger Albrecht Feyh, Tv. Wallernhausen.

Jugend-Oberstufe (2500 Meter). 1. Sieger Albert Becker, Tv. 1859 Ridda, 9.07'. , Mm. 2. Sieger Herm. Lambmann, Tv. Merken- friy. 3. Sieger Rich, tilrich, Tv. Jahn tinter- Schmitten. 4. Sieger Kart Hübner, Tv. 1859 Ridda. 5. Sieger Hch. Btüller, Tv. Hirzenhain

Mannschastsläufe: 1. Sieger Tv. 1859 Ridda. 17 Punkte. 2. Sieger Tv. Hirzenhain. 22 Punkte 3. Sieger Tv. Jahn tinter-Schmitten. 23 Punkte.

Turner (5000 Bieter). 1. Sieger Her­mann Fark (Bezirksmeister 1924), Tv. 1859 Ridda, 17.42 Min 2. Sieger Erwin Brad, Tv. 1859 Ridda. 17.49 Min. 3. Sieger Georg Seipel, Tv. 1859 Ridda. 17.56 Min. 4. Sieger Alfred

Schwarz. Tv. Jahn tinlcr-Schmllt«. 5. Siege: Hugo Seitz, Tv. Hirzenbatn.

Turner-BI annschaftSläufe. 1. Sic ger Tv. 1859 >1. Mannschaft), mll Punkten 2. Sieger Tv Hirzenbain mit 21 3 Si

ger Tv. 1859 Ridda (2. Mannschaft), mit 25 Punkten

Von den Siegern tm Herbstlauf 1924 konnten Becker. Tv. Ridda <2500), und Fark. Ridda (5000), ihren Sieg erfolgreich verteidigen. Wäh­rend Schneider, Ridda (1000), auf den zwei­ten Platz verwiesen wurde, kam W. BI c u c t, Ortenberg (2500), die-mäl ganllcht zur Geltung

Betrachtet man »roch die Zahl der Teil­nehmer. so weisen die Turnverein? Hirzenhain Geiß-Ridda. Ridda und tinter-Schmitten die beste Beteiligung auf, die mit folgenden Zahlen ein Bild ihrer turnerischen Arbeit geben: Geiß- Ridda. 18 Teilnehmer. 14 Einzelsieger, 0 Mann­schaftssiege tinter-Schmitten, 14 Teilnehmer Q Einzelsieger, 3 Mannschaftssiege. Hirzenhain 13 Teilnehmer, 11 Einzelsieger, 3 Mannschafts­siege. Ridda. 23 Teilnehmer, 22 Sinzelsiegrr. 5 Mannschaftssiege (3 erste). Tv. 1 85 9 Ridda hat auch diesmal seinen alten Stand behauptet gut gefohlt von Hirzenhain, und, wie im Be­zirks-Geräteturnen in Schotten, so auch heute im Streckenlauf über ein Drittel aller Einzelsieger und f ast bte Hälfte der Mannschaftssiege gestellt

Buntes Allerlei.

Die größten Lternc.

Unter den vielen erstaunlichen Leistungen der modernen Wissenschaft erregen zwei besonders unsere Verwunderung und Bewunderung. Sie liegen in den größten Gegensätzen des Denkens: dem unend­lich Kleinen und dem unendlich Großen. Es ist die Messung der Atome und die Messung der Sterne. Es übersteigt unsere Vorstellungskraft, die unge beuren Räume des Weltalls uns zu oergegen roärtigcn. Wir wißen nur verstandesgemäß, daß sich dasWeltall unendlich ausdehnt, und daß die leuchten den Punkte, die wir am nächtlichen Himmel sehen. Millionen flammender Sonnen sind. Die Fernrohr Kamera hat uns Bericht von 15 OOOMilkionen solcher winziger Punkte gegeben, von denen jeder eine Sonne darstellt, außerordentlich viel größer als die Erde, aus der wir leben. Neue Stern Messungen, die soeben von dem amerikanischen Astronomen Dr. Francis Pease auf dem Mount- Wilson-Obscroatorium in Kalifornien beendet wor­den sind, helfen uns ein wenig, uns eine Vorstellung von der Ausdehnung der größten dieser Himmels­körper zu machen. Seit langem gilt in der Astro­nomie für den größten Stern des Universums der Antares, der rote Stern mit einem grünen Satelliten, der zu der Konstellation des Skorpions gehört. Auch die jüngsten Messungen bestätigen ihn in diesem Vorränge. Seine Größe ist allerdings fo ungeheuer, daß die Zahlen, die sie bestimmen, fast bedeutungslos erscheinen. Der Durchmesser der Erde beträgt bekanntlich 12 756 Kilometer, der der Sonne etwa 1 400 000 Km. Der Durchmesser des Antare-. aber wird mit über 600 Millionen Kilometer be rechnet, ist also etwa 4jmal so groß, als die Ent fenuing zwischen Erde und Sonne beträgt. Für den zweitgrößten Stern hielt man bisher Betelgeuse, den gelben Stern im Orion, aber nach den Tieffun gen von Dr. Pease hat als zweitgrößter Stern Mira zu gelten, derwundervolle" Stern in der Konstellation Eetus, der 1596 von David Fabricius entdeckt wurde. Mira leuchtet wie Anr tures in einem tiefen Rot, aber fein Glanz erleidet eine merkwürdige Reihe von Veränderungen, deren Ursache lange ein Geheimnis war, bis man vor zwei Jahren entdeckte, daß es sich hier um einen Doppel ftern handelt, und daß die Veränderungen durch die Bewegung des zweiten Sternes um den eilten her oorgerufen werden. Mit dem sog.Interferometer" ist nun festgestellt worden, daß der Durchmesser von Mira gegen 300 Millionen Kilometer be trägt, also etwa 25 Proz. größer ist als der von Betelgeuse. Wenn wir die (Entfernung der Sonne von der Erde mit einem Zoll annehmen, dann würde der nächste aller Sterne gegen 8 Kilometer von uns entfernt sein. Mira aber ist so weit ent fernt daß. wenn wir diesen Stern am Rachthiminel erblicken, wir das Licht sehen, das vor fast 160 Iah ren von ihm ausgegangen ist, und dabei ist dieses Licht etwa 26 Millionen mal größer als das unserer eigenen Sonne. Aber auch Mira ist im Verhältnis zu anderen Himmelskörpern noch nicht sehr weit von uns entfernt, denn nach neuesten Berechnungen be trägt die Entfernung des Andromeda-Nebels von der (Erbe 950 000 Lichtjahre, so daß das Licht, das unser Auge sieht, von diesem Nebel vor etwa einer Million Jahren ausgegangen ist.

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