Ausgabe 
31.10.1924
 
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Politik versagt. Alle Maßnahmen der Regie­rung zur Hebung des wirtschaftlichen Lstens tes l^rntes seien unzulänglich. Besonders ter jHnup Handelsplatz der Türkei, Konstanti­nopel, befinde sich in ständigem Rück­gang. Saloniki würde sinmer mehr ter iKonkurrei^platz Konstantinopels und Hute dieses bereits überflügelt.

Ein Sieg Tschangsolins.

Der Zusammenbruch der Tschili- Armee.

London, 30. Oft. Die Armee Tschang­solins hat gestern eine Flankenbewegung aus­geführt und damit einen groben Teil der Armee Wupeifus abgeschnitten. Der Korrespondent derTimes" berichtet aus Peking, dah die Mukdenstreitkräfte die große Mauer nörd­lich von Junpingfu überschritten haben und ohne bemerkenswerten Widerstand in Langtschou, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, etwa 125 englische Meilen östlich Peking, ein.ge rück t sind. Diese Tatsache bedeutet, daß etwa 70 000 Mann der Armee Wupeifus isoliert sind. Reuter meldet aus Peking, dab es den Tschili-Streitkräften aller­dings nteh im letzten Augenblick gelungen sei. 20 000 Mann vor ter Besetzung des erwähnten Eisenbahnknotenpunktes in Richtung von Tientsin abzutransportieren.

Der Zusammenbruch ist das Resultat der üblen Zustände im Zentrum und auf dem linken Flügel der Armee Wupeifus. Sie haben es Tsch^rngsvlin ermöglicht, ohne einen ernsten Wider­stand zu sinden, vorzurücken und den rechten Flügel Wupeifus zu umgehen. General Li- tschinglin, der Befehlshaber ter Muktentruppen, ist auf dem Wege, General Feng zu Hilfe zu eilen. Er befindet sich im Anmarsch auf Peking mit mehreren Divisionen und ist nur mehr drei Tagemärsche von Peking entfernt.

- Die auf dem Rückzug befindlichen T s ch i l i - truppen sind in Schinwangdau auf Dampfern e i n g e s ch i f f t worden, da die Mandschurei- kräste diesen Hafen noch nicht erreicht hatten. 20 000 Mann der Wupeifu-Armee sind zu schift in lllngkau eingetroffen. Fengyuhsiang wirft Truppen gegen Langfang und beabsichtigt, diese Rächt zum Generalangriff gegen die Tschiliarmee vvrzugehen. Fengyuhsiang hat für die Gefangennahme Wupeifus eine Belohnung von 100 000 Dollar und seine Tötung 50 000 Dollar ausgesetzt.

Der deutschnationale Wahlaufruf.

Berlin, 28. Oft. (TLl.) Die Deutschnatio­nale Volks Partei erläßt einen Wahlaufruf, in dem es u. a. heißt:

Es gilt so stark zu werden, daß wir uns un­seren Eintritt in die Regierung mit dem unserer Stärke und Bedeutung entsprechenden Einfluß er­zwingen. Auch in diesem Kampf bleibt unsere, Parole:' Christlich, völkisch, nationalsozial. Die Volksgemeinschaft wollen wir, die auf christlichen Boten aufbaut, den Klassenkampf ver­hindert und die Arbeiter vom Terror befreit. Eine Teilung des Volkes in Besitzende und Be­sitzlose ist mit dem Gedanken jeder Volksgemein­schaft unvereinbar. Wir erstreben eine Verfassung, tee ter deutschen Eigenart entspricht. Die beste Staats form ist für das deutsche Volk die kon­stitutionelle Erbmonarchie. Der Volks­wille wird zu gegebener Zeit aufgesehlichem Wege über d.e Staatssorm entscheiden. Als näch­stes Ziel erstreben wir die Wiederherstellung eines gesunden Föderalismus und Beseitigung ter Allcircherrschast des Parlaments. Der Volkswille darf nicht durch Schiebungen ausgeschaltet werten. Entgegen ter Verfassung ist derReichsp r ä s i - d e n t noch immer nicht vom Volk gewählt. Wir verlangen baldigste Anberaumung dieser Wahl. Das Verleugnen der großen deutschen Ver­gangenheit, das ängstliche Hinhorchen auf jedes Wort des Auslandes, das pazifistische Gewinsel inmitten einer wasfenstairenden Welt, das kritik­lose Hindrängen auf den Völkerbund, das uner­müdliche Anbietern Unberufener mit unseren ehe­maligen Feinten, sind und bleiben mit ter Würde wie auch mit den Zukunftsinteressen unseres Vol­kes unvereinbar. Die Dawesgcsetze sind jetzt bindendes Recht. Ihre Ausführung, die die Rotwendigkett einer Milderung unserer Lasten erweisen wird, verlangt wachsame mannhafte Ver­treter des deutschen Standpunktes, damit Reich unb Voll nicht in wirts<chrftliches Elend versinken und unseren tapfren Brüder und Schwestern im besetzten Gebiet endlich wieder die Freiheit er- ki.gen. Wir verlangen grundlegende Umge­staltung der Abbauverordnungen, Schuh des Berufsbeamten, dessen Stellung und Beförderung nicht durch eingefchobene Außenseiter gefährdet werden darf. Die seit dem Umsturz rin- gcrissene Korruption ist mit Stumpf und Stil zu gerissene Korruption ist mit Stumpf und Stiel zu tilgen. Die Rechtspflege muh unabhängig sein und darf nicht zur Dienerin der Politik her­abgewürdigt werten. Wir treten ein für eine durchpulsende Vereinfachung, für wirtschaftlich erträglich: und soz algerechte Umgestaltung des Steuersystems, für strengste Sparsamkeit im Reich und in den Ländern, insbesondere auch in den Gemeinden, bei denen die Großmannssucht mit der Armut und Steuerlast des Volkes unvereinbar ist. Wir erstreben Durchdringung aller Arbeits- Verhältnisse und des ganzen Volkslebens mit so­zialem Ge st. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müs­sen im Geiste der Arbeitsgemeinschaft zu- sammenflehen. Ein christlich-soziales Gesetz fordern wir unb damit zugleich eine Erziehung der Jugend, die sie leiblich und seelisch zu ge­sunden und vaterlandsfrohen Menschen heran­wachsen läßt. Fort mit dem ganzen System, das ten Geist von Potsdam unterdrückt und auch nicht ten leisesten Hauch von Weimar verspürt. Es gilt der Kamps vor allem ter marxistischen So­zialdemokratie, ihren Helfershelfern und Schlep­penträgern. Eine Vorbedingung aber muh vor allem erfüllt werden, wenn ter 7. Dezember ten Ai fang zu einem Aufstieg in Deutschland und in Preußen werden soll: Keine Zersplitte­rung im nationalen Lager. Der Weg­weiser, vor dem das deutsche Volk am 7. Dezem­ber im Reich und in Preußen steht, hat nur zwei Arme: Der eine zeigt nach rechts, der andere nach links. Rechts Christentum, Vaterland, ge­sunde Wirischatt, links Anglauben, revolutionäre Wirrnis und wirtschafil.cher Ruin. Links Schwaiz- rotgelb, rechts Schwarzweihrot. Wählt deutsch- national, das ist sttzva^wechrol.

Wahlbündnis der badischen Rechtsparteien.

Berlin, 31. Oft. (TA.) DerLvkalanzei- ger meldet aus Karlsruhe: Der badische Wahl­kampf hat hier mit einer Rede Erz. H e r g t 's begonnen. Sein Wunsch, gemeinsam mit der Deutschen Dolkspartei den Wahlkampf führen zu können, hat seinen Ausdruck in einer Entschließung des deutschnationalen Landesaus­schusses gefunden. Dieser hat beschlossen, uniw­hängig von einer etwaigen Stellungnahme im Reich und in anderen deutschen Ländern mit der Deutschen Dolkspartei, dem Badi­schen Landbund und der W i r t s ch a f t s - Vereinigung Derhandlungen zu führen, um einen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Reichstagswahlen zu erzielen.

Der Hessische Bauernbund im Wahlkamps.

Der ehemalige Landtagsabgeordnete des Bauernbundes Drauer-Ober-Ofleiden veröffentlicht zu seinem Verzicht auf das Land­tagsmandat folgendes Schreiben:

Vielfache Anfragen aus meinem früheren Wahlkreise nötigen mich, die Gründe meines freiwilligen Rücktrittes öffentlich bekannt zu

dann nach Kolumvten, Mexiko, Havanna, Vene­zuela, Porto Rico führen wird. Mitte März 1925 wird ter Kreuzer über die Azoren nach ter Hermat zurückkehren. Die Stadt Berlin hat ihrem Patenschiff zu 'seiner Reise eine Er­gänzung seiner Bücherei und Rauch­waren gespendet.

Aus aller Welt.

Schwere Mordtat im Gefängnis.

Hal bau (Oberlausih), 30. Oft. (Wolff) Vergangene Rächt wurde das Gerrchtsgefängnis in Halbau angezündet. Der Gefängnis­wärter Scheuermann und seine Frau wurden tn zwei verschiedenen, fest verschlossenen Zellen, die im Beisein ter Polizei erbrochen werten mußten, ermordet aufgefunden. Rach eingehender Durchsuchung des brennenden Gebäudes sand man schließlich noch das dritte Mitglied der Fa­milie, die 20jährige Tochter, im Keller, unter Kartoffeln verscharrt, tot vor. Rur ein Gefange­ner befand sich in einer verschlossenen Zelle, aus der er durch die Feuerwehr be­freit werten mußte. Er hat, wie er angibt, verdächtige Geräusche gehört und glaubt, zwei Personen wahr genommen zu haben, die nachts das Haus verließen. Das Feuer war an ver­schiedenen Stellen des großen Rachbotens

Der Grehener Anzeiger

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geben. Neben vorgerücktem Alter und geschwäch­ter Gesundheit war ausschlaggebend die älcber- zeugung des Landesvorsitzenden Dr. v. Hel- mol t, die er auf Grund ter ihm von den füh­renden Persönlichkeiten des Bauernbundes im Kreise Alsfeld gegebenen Versicherungen gewonnen hatte, daß durch das Wiedererschei­nen meines Ramens an der Spitze der Kan­didatenliste der Wahlausfall ver­schlechtert würde. Gleichzeitig drangt es mich, meinen alten treuen Wählern und Anhän­gern für das mir während meiner 26jährigen Landtagstätigkeit in so reichem Maße geschenkte Vertrauen den herzlichsten Dank auszusprechen.

Man wird es nur bedauern müssen, daß per­sönliche Verstimmungen oder gar Diktaturgelüste einzelner einen Mann zum Verzicht auf seine parlamentarische Tätigkeit bewegen, der nicht nur als Mitglied des Provinzialtages und des Pro­vinzialausschusses für Oberhessen in langen Jah­ren auf das tatkräftigste die Interessen seiner Berufsgenossen vertreten hat, sondern sich auch weit über die Kreise seiner Partei hinaus großer Beliebtheit erfreute. Bringt man das Ausschei­den des Abg. Brauer mit dem in den merkwür­digsten Formen erfolgtenschlichten Abschied" des bisherigen Leiters des Landjugendbundes Riß- b e r g in Zusammenhang, so ergeben sich recht eigenartige Schlüsse. 3m Interesse des Ganzen wird man nur wünschen müssen, daß die Krisen­stimmung im Bauernbund recht bald ein für alle Beteiligten befriedigendes Ende nimmt.

Ein zweiter Bries Seelands an Koch.

Berlin, 31. Oft. (Sil.) DerLokalanz." berichtet aus Jena: Auf den zwetten of enen Brief des Reichsministers a. D. K o ch an Prof. G e r- land hat dieser u. ai geantwortet:An ten Einigungsverh.rndkrngm un Rovember 1918 f.a e ich, wie Sie genau wissen müssen, überhaupt nicht teilgenommen. Ich Hobe ihr Schei­tern für ein politisches Unglück gehalten. D.e Wilsondepescheist mir erst na ch iyT r Ab­sendung bekannt g w r'en. Di ihr m Zustande kommen oder Rich.zustandckommsn habe ich n i ch t dengering st en Einfluß gehaot. Ihre Ab­sendung hab- ich für einen taktischen Fehler gehalten. 3m Falle G e ßle r sei von Bertt-a-uens- bruch leine Red- gewesen. Prof. Gerland erklärt zum Schluß, dah er die Diskussion hierüber ab- breche.

Das Schicksal der Ruhrgefangenen.

Zweibrücken, 31. Ott (Tlll.) Von ten Franzosen ist aus dem Landg.richtsgefängnis ein gewisser Stach aus Essen entlassen wor­den, der zu 15 3ahren Zwangsarbeit ver­urteilt und bereits auf ter Insel S t. Martin de R 6 interniert Worten war. 3n ter Straf­anstalt befindet sich noch ein von ten Franzosen Verurteilter, im Landgerichtsgefängnis noch Hundert.

Auslandsreise eines deutschen Schulschiffes.

Der KreuzerB e r l i n", Schulschiff für Offi­ziersanwärter, tritt am 1. Roveinber von Kiel aus eine große Auslandreise an, die das Schiff über die Kanarischen 3nseln nach St. Thomas.

angelegt und mit Heu und Petroleum genährt worden.

Raubmord.

Magdeburg, 30. Oft. (Wolff.) Ein Vieh­händler in Hornhausen wurde, als er in angetrun­kenem Zustande ten Heimweg von einem Gasthaus an treten wollte, von zwei Männern er­schlagen, seiner Barschaft beraubt und dann in einer Rübenmiete verscharrt, wo er am an­deren Morgen von Arbeiterinnen gefunden wurde. Die Täter wurden verhaftet.

Zum Tode verurteilt.

Gera, 31. Oft. (WTB.) Das Schwurgericht in Gera hat den 26jährigen verheirateten Zim­mermann Otto ©eifert aus Auma wegen Mortes und Mordversuches zum Tode ver­urteilt. Seifert erschlug in der Rächt zum 28. April seinen Stiefvater, den Landwirt Körner, im Schlafe mit einem Beil und ver­suchte auch, seine Mutter zu töten.

Beraubung eines Postamts.

Berlin, 30. Oft. In ter vergangenen Rächt wurde das Postamt Strafen bei Wesenberg in Mecklenburg von Räubern überfallen und geplündert. Die Verbrecher drangen zwischen 1 und 2 lllhr nachts ein, schlugen ten Postverwalter mit einem harten Gegenstand über ten Kopf, so daß er besinnungslos zusammenbrach, fesselten ihn und raubten 700 Mk., ferner Post­wertzeichen sowie Amtsgelder, deren Höhe noch nicht feststeht. Da es sich anscheinend um ge­werbsmäßige Berliner Verbrecher handelt, beteiligt sich auch die Berliner Kriminal­polizei an ter Ermittlung.

Zuchthaus wegen Landfriedensbruchs.

Leipzig, 30. Oft. (WTD.) Dor dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts hatte sich der 20jährige Frffeurgehilse Hermann Strasser aus Ludwigshafen wegen Land- friedensbruchs zu verantworten. Strasser hatte am 6. März 1924 bei ter Demonstration de r Arbeiter der Dadifchen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen wegen ter Ablehnung des verlängerten Achfftund wag es Gewalttätigkeiten gegen Polizeiteamte begangen. Das Gericht verurteilte ihn wegen Landfriedensbruchs zu 2Vs Jahren Zuchthaus unter Anrechnung von 6 Monaden ter Unter« suchungshaft.

Gefährlicher Anschlag auf einen Cisenbahnzug.

Haspe, 31. Oft. (TU.) Auf der Strecke HaspeHagen wurde in der vergangenen Rächt von unbekannten Tätern ein eiserner Hemmschuh zwischen eine Haupt- weiche geflemmt, so daß jeder Eisenbahnzug hätte entgleisen müssen. Dadurch daß eine Rangierlokomotive zufällig die Strecke abfuhr, wurde der Anschlag vereitelt, so daß das Hindernis noch rechtzeitig beseitigt werden konnte. Aus die Ermittlung des Täters hat die Reichs­eisenbahndirektion eine hohe Delohnung aus­gesetzt.

Bei Sprengungen getötet.

Wie derLokalanzeiger" aus Eschwege meldet, ist in dem Kalibergwerk Hattorf durch vorzeitiges Losgehen eines Sprengschusies ein Arbeiter getötet und drei andere lebens­gefährlich verletzt Worten.

Aus Stadt und Land.

Gießen, ten 30. Oft 1924.

Baden im Winter.

Cs ist eine bekannte Tatsache, daß im Winter ungleich weniger gebadet wird als im Sommer. Zum Teil liegt das an ten Witterungsverhält- nissen, die ten Aufenthalt in offenen Bädern nur während der warmen Jahreszeit zulassen.

Es bedarf feines besonderen Hrnweises, dah mit der Temperatur des Dates ten Temperatur- Verhältnissen ter Jahreszeit Rechnung getragen werden muh. Man wird im Winter also warme Däter bevorzugen, objchon es nicht an abgehär­teten Personen fehlt, die auch bei starkem Frost ein kühles. oder gar kaltes Dad vertragen. Der Aufenthalt in dem niedrig temperierten Wasser muß natürlich knapper bemessen sein als im Sommer. Unter 20 Grad Celsius hinunterzugehen, dürfte sich kaum empfehlen. Wie hoch soll nun die Temperatur eines warmen Vollbades sein? 3m allgemeinen hat man sich daran gewöhnt, bei 30 bis 35 Grad Celsius von lauwarmen, bei 35 bis 38 Grad von warmen und darüber hinaus von heißen Dätern zu sprechen. Für die Mehrzahl der Fälle pflegt eine Temperatur von 35 Grad Celsius auszureichen. Kinder und Greise, sowie schwäch­liche Personen beanspruchen eine Erhöhung ter Wasserwärme bis auf 38 Grad Celsius.

Die Dauer eines Dates betrage etwa zehn, höchstens aber dreihig Minuten. Wo es angängig ist. wie beim Daten in ter Häuslichkeit, soll man nach dem warmen Dad eine Zeitlang unter leichter Bedeckung ruhen und hierauf ten Körper einer lauen bis kühlen Abwaschung unterziehen. Dieses Verfahren schützt nicht allein gegen Erkältung, sondern erhöht durch die eintretente Rerven- erfrifchung den Erfolg des Dates. Wer gezwun­gen ist, die Badeanstalt aufzusuchen, hie das mög­lichst an einem windfreien oder wenig windigen Tag, bei trockenem Wetter und in warmer Kleidung.

An die Stelle des Vollbades kann in manchen Fällen das Brausebad treten. Der Ruhen des Brausebades pflegt allerdings geringer zu fein als beim Wannenbad, da die Oberhaut weniger ftorf aufgeweicht und gereinigt wird. Die Brause soll mit einer Temperatur von etwa 33 bis 35 Grad Celsius gegeben und nicht über zwei Minuten Dauer ausgedehnt werden, und zwar soll hiervon ein Drittel zum Einseifen, ein Drittel zum Ab°- spülen und das letzte Drittel zur Abkühlung ter Dusche nicht unter 19 bis 20 Grad Cölsius! verwendet werden. Dr. D.

Vornotizen.

T ages ka len de r für Freitag. Stadttheater: 7/e ülhrMünchhausen". Rund­funkhaus, Löberstr.: 7 lllhrDer Barbier von Se­villa", ^Übertragung aus dem Frankfurter Opern­haus. Deutsche Demokratische Partei: 81 '< lllhr Turnhalle (Oswaldsgarten) Vortrag von Pfarrer Korell:Die Reichstagswahl. Was steht auf dem Spiele?" Lichtspielhaus, Dahnhvfstr.:Ra- nvn". Hessische Dilderbühne:Plastigramm".

3 n der Vortragsvereinigung spricht am Samstagabend in der lllniversitätsaula Herr Gouverneur a. D. Dr. Schnee über feine Erlebnisse tn ten Kolonien. Gouverneur der Fraktion der Deutschen Dolkspartei an. (Siehe Anzeige.)

Markusgemeinde. Am Sonntag, tag, 2. Rovember, hält die Markusgemnnte eine Feier in ter Turnhalle, wozu im heurigen An­zeigenteil ringelaten wird. Verbunden ist mit ter Feier ein Verkauf von brauchbaren Handarbeiten, welche von ten Mitgliedern des Markus-Frauen- verrins angefertigt und wozu die Materialien von Gemeindegliedern geschenkt worden sind. Der Er­lös ist zur Weihnachtsbescherung für Bedürftige unserer ©emrinte bestimmt. Der Verkauf beginnt schon um 11 Ähr vormittags.

DieHessischeBilderbühne bringt ab heute den Film der dritten DimensionPlasti- gramm" zur Vorführung, ter eine ganz neue Erfindung der Kiirematog aphie dcrrstollt. Außer­dem wird noch ein ernster FilmDer Weg zu Gott" gezeigt. Da die Anzeige infolge betonterer ümftänte heute nicht mehr erscheinen kmitte, sei an dieser Stelle auf die Filme aufmerksam ge macht.

Wettervoraussage.

Meist bedeckt, noch Regenfälle, wenig 2lente- rung ter Temperaturen.

Herbert Eulen berg sprach in ter Literarischen Gesellschaf t aus eigenen Dichtungen. Um es vorweg zu nehmen, de. abge­droschene Satz, daß ter Dichter ei i schlechter In­terpret seines Werkes ist, bewahrheitete s.ch auch gestern. Man mußte schon die Ohren spitzen, um dem gesprochenem Wort, namentlich bei ten Dichtungen in gehungerter Form, folger zu kön­nen. Mancher Gedank-mgamg ging dadurch tem Hörer verloren. Manch seinsin ige ironisch? Be­merkung fiel unter ten Tisch. Denn die Ironie, eine leise spottellrte Betrachtung des Weltbiltes und der sich darin so seltsam gebärenden Mensch­lein, stets untermalt von einem starken Impuls zum Leben und zur Lobens,reute trotz allem sich satirisch gebenden Pessimismus empfand man verstärkter denn je als Grnndzug seines Wesens und ferner Dich­tungen. Sie macht uns die Persönlichkeit Herlert Eulenbergs so sympath sch. lllnd dieser warm­herzige. leicht gristreichelnde Humor des echten Kölners, der das Leben immer mit lächelndem Auge ansieht, hat wohl nicht zuletzt dazu bri- getragen, daß Amerika, ter lebensbejahende Optimismus ter Amerikaner ihn, tenromanti­schen" Dichter-, so schn.lll in seinen Dann schlug. Das war ihm das Erlebnis feiner Amerikareise, als deren Riederschlag er rin heiter witziges Poem Dortrug Die Szenen aus demM ü cke n - tanz" als Probe seiner dramatischen Kunst, gaben sich als blutige Satiren aufdie kleine Stadt"; nicht ohne Tragik sind diese Aermsten ter Armen, die dem Höhenflug entsagt haben und in ihren Schrullen stecken blieben. Ein V o r - spruch zu einem Bühnenstück in rheinischer Mundart weckte heitere Reminiszen-en ans ter Dichters langjähriger Pennälerzrit. Ly ische Pro­ben aus fein:m neuesten BuchD i e Familie Feuerbach" betr eten ein ti.seZ Cinfühlen in Persönlichkeit und Kunst Anselm Feu.rb:ichs. Den stärksten Eindruck hinterließ vielleichtSchopen­hauers Liebe" aus tenSchatten bilde r n", weil sie den Eulentecg gaben, wie wir ihn am besten kennen und schätzen. Feinstes Formemp­finden war in den beiten Sonetten. Die heutige Qhiffübrung desM ünchhausen' im Stadttheater- wird noch weiter dazu beitragen, von dem Schaffen Herbert Eulenbergs einen ab­gerundeten Gesamtrindruck zu empfangen.