Politik versagt. Alle Maßnahmen der Regierung zur Hebung des wirtschaftlichen Lstens tes l^rntes seien unzulänglich. Besonders ter jHnup Handelsplatz der Türkei, Konstantinopel, befinde sich in ständigem Rückgang. Saloniki würde sinmer mehr ter iKonkurrei^platz Konstantinopels und Hute dieses bereits überflügelt.
Ein Sieg Tschangsolins.
Der Zusammenbruch der Tschili- Armee.
London, 30. Oft. Die Armee Tschangsolins hat gestern eine Flankenbewegung ausgeführt und damit einen groben Teil der Armee Wupeifus abgeschnitten. Der Korrespondent der „Times" berichtet aus Peking, dah die Mukdenstreitkräfte die große Mauer nördlich von Junpingfu überschritten haben und ohne bemerkenswerten Widerstand in Langtschou, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, etwa 125 englische Meilen östlich Peking, ein.ge rück t sind. Diese Tatsache bedeutet, daß etwa 70 000 Mann der Armee Wupeifus isoliert sind. Reuter meldet aus Peking, dab es den Tschili-Streitkräften allerdings nteh im letzten Augenblick gelungen sei. 20 000 Mann vor ter Besetzung des erwähnten Eisenbahnknotenpunktes in Richtung von Tientsin abzutransportieren.
Der Zusammenbruch ist das Resultat der üblen Zustände im Zentrum und auf dem linken Flügel der Armee Wupeifus. Sie haben es Tsch^rngsvlin ermöglicht, ohne einen ernsten Widerstand zu sinden, vorzurücken und den rechten Flügel Wupeifus zu umgehen. General Li- tschinglin, der Befehlshaber ter Muktentruppen, ist auf dem Wege, General Feng zu Hilfe zu eilen. Er befindet sich im Anmarsch auf Peking mit mehreren Divisionen und ist nur mehr drei Tagemärsche von Peking entfernt.
- Die auf dem Rückzug befindlichen T s ch i l i - truppen sind in Schinwangdau auf Dampfern e i n g e s ch i f f t worden, da die Mandschurei- kräste diesen Hafen noch nicht erreicht hatten. 20 000 Mann der Wupeifu-Armee sind zu schift in lllngkau eingetroffen. Fengyuhsiang wirft Truppen gegen Langfang und beabsichtigt, diese Rächt zum Generalangriff gegen die Tschiliarmee vvrzugehen. Fengyuhsiang hat für die Gefangennahme Wupeifus eine Belohnung von 100 000 Dollar und seine Tötung 50 000 Dollar ausgesetzt.
Der deutschnationale Wahlaufruf.
Berlin, 28. Oft. (TLl.) Die Deutschnationale Volks Partei erläßt einen Wahlaufruf, in dem es u. a. heißt:
Es gilt so stark zu werden, daß wir uns unseren Eintritt in die Regierung mit dem unserer Stärke und Bedeutung entsprechenden Einfluß erzwingen. Auch in diesem Kampf bleibt unsere, Parole:' Christlich, völkisch, nationalsozial. Die Volksgemeinschaft wollen wir, die auf christlichen Boten aufbaut, den Klassenkampf verhindert und die Arbeiter vom Terror befreit. Eine Teilung des Volkes in Besitzende und Besitzlose ist mit dem Gedanken jeder Volksgemeinschaft unvereinbar. Wir erstreben eine Verfassung, tee ter deutschen Eigenart entspricht. Die beste Staats form ist für das deutsche Volk die konstitutionelle Erbmonarchie. Der Volkswille wird zu gegebener Zeit aufgesehlichem Wege über d.e Staatssorm entscheiden. Als nächstes Ziel erstreben wir die Wiederherstellung eines gesunden Föderalismus und Beseitigung ter Allcircherrschast des Parlaments. Der Volkswille darf nicht durch Schiebungen ausgeschaltet werten. Entgegen ter Verfassung ist derReichsp r ä s i - d e n t noch immer nicht vom Volk gewählt. Wir verlangen baldigste Anberaumung dieser Wahl. Das Verleugnen der großen deutschen Vergangenheit, das ängstliche Hinhorchen auf jedes Wort des Auslandes, das pazifistische Gewinsel inmitten einer wasfenstairenden Welt, das kritiklose Hindrängen auf den Völkerbund, das unermüdliche Anbietern Unberufener mit unseren ehemaligen Feinten, sind und bleiben mit ter Würde wie auch mit den Zukunftsinteressen unseres Volkes unvereinbar. Die Dawesgcsetze sind jetzt bindendes Recht. Ihre Ausführung, die die Rotwendigkett einer Milderung unserer Lasten erweisen wird, verlangt wachsame mannhafte Vertreter des deutschen Standpunktes, damit Reich unb Voll nicht in wirts<chrftliches Elend versinken und unseren tapfren Brüder und Schwestern im besetzten Gebiet endlich wieder die Freiheit er- ki.gen. Wir verlangen grundlegende Umgestaltung der Abbauverordnungen, Schuh des Berufsbeamten, dessen Stellung und Beförderung nicht durch eingefchobene Außenseiter gefährdet werden darf. Die seit dem Umsturz rin- gcrissene Korruption ist mit Stumpf und Stil zu gerissene Korruption ist mit Stumpf und Stiel zu tilgen. Die Rechtspflege muh unabhängig sein und darf nicht zur Dienerin der Politik herabgewürdigt werten. Wir treten ein für eine durchpulsende Vereinfachung, für wirtschaftlich erträglich: und soz algerechte Umgestaltung des Steuersystems, für strengste Sparsamkeit im Reich und in den Ländern, insbesondere auch in den Gemeinden, bei denen die Großmannssucht mit der Armut und Steuerlast des Volkes unvereinbar ist. Wir erstreben Durchdringung aller Arbeits- Verhältnisse und des ganzen Volkslebens mit sozialem Ge st. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen im Geiste der Arbeitsgemeinschaft zu- sammenflehen. Ein christlich-soziales Gesetz fordern wir unb damit zugleich eine Erziehung der Jugend, die sie leiblich und seelisch zu gesunden und vaterlandsfrohen Menschen heranwachsen läßt. Fort mit dem ganzen System, das ten Geist von Potsdam unterdrückt und auch nicht ten leisesten Hauch von Weimar verspürt. Es gilt der Kamps vor allem ter marxistischen Sozialdemokratie, ihren Helfershelfern und Schleppenträgern. Eine Vorbedingung aber muh vor allem erfüllt werden, wenn ter 7. Dezember ten Ai fang zu einem Aufstieg in Deutschland und in Preußen werden soll: Keine Zersplitterung im nationalen Lager. Der Wegweiser, vor dem das deutsche Volk am 7. Dezember im Reich und in Preußen steht, hat nur zwei Arme: Der eine zeigt nach rechts, der andere nach links. Rechts Christentum, Vaterland, gesunde Wirischatt, links Anglauben, revolutionäre Wirrnis und wirtschafil.cher Ruin. Links Schwaiz- rotgelb, rechts Schwarzweihrot. Wählt deutsch- national, das ist sttzva^wechrol.
Wahlbündnis der badischen Rechtsparteien.
Berlin, 31. Oft. (TA.) Der „Lvkalanzei- ger“ meldet aus Karlsruhe: Der badische Wahlkampf hat hier mit einer Rede Erz. H e r g t 's begonnen. Sein Wunsch, gemeinsam mit der Deutschen Dolkspartei den Wahlkampf führen zu können, hat seinen Ausdruck in einer Entschließung des deutschnationalen Landesausschusses gefunden. Dieser hat beschlossen, uniwhängig von einer etwaigen Stellungnahme im Reich und in anderen deutschen Ländern mit der Deutschen Dolkspartei, dem Badischen Landbund und der W i r t s ch a f t s - Vereinigung Derhandlungen zu führen, um einen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Reichstagswahlen zu erzielen.
Der Hessische Bauernbund im Wahlkamps.
Der ehemalige Landtagsabgeordnete des Bauernbundes Drauer-Ober-Ofleiden veröffentlicht zu seinem Verzicht auf das Landtagsmandat folgendes Schreiben:
Vielfache Anfragen aus meinem früheren Wahlkreise nötigen mich, die Gründe meines freiwilligen Rücktrittes öffentlich bekannt zu
dann nach Kolumvten, Mexiko, Havanna, Venezuela, Porto Rico führen wird. Mitte März 1925 wird ter Kreuzer über die Azoren nach ter Hermat zurückkehren. Die Stadt Berlin hat ihrem Patenschiff zu 'seiner Reise eine Ergänzung seiner Bücherei und Rauchwaren gespendet.
Aus aller Welt.
Schwere Mordtat im Gefängnis.
Hal bau (Oberlausih), 30. Oft. (Wolff) Vergangene Rächt wurde das Gerrchtsgefängnis in Halbau angezündet. Der Gefängniswärter Scheuermann und seine Frau wurden tn zwei verschiedenen, fest verschlossenen Zellen, die im Beisein ter Polizei erbrochen werten mußten, ermordet aufgefunden. Rach eingehender Durchsuchung des brennenden Gebäudes sand man schließlich noch das dritte Mitglied der Familie, die 20jährige Tochter, im Keller, unter Kartoffeln verscharrt, tot vor. Rur ein Gefangener befand sich in einer verschlossenen Zelle, aus der er durch die Feuerwehr befreit werten mußte. Er hat, wie er angibt, verdächtige Geräusche gehört und glaubt, zwei Personen wahr genommen zu haben, die nachts das Haus verließen. Das Feuer war an verschiedenen Stellen des großen Rachbotens
Der Grehener Anzeiger
bietet neben den Vorzügen einer unabhängigen,aus denGebieten des öffentlichen Lebens schnell und zuverlässig unterrichtenden Tageszeitung im November neunmak die Unterhaltungsbeilage Metzener Familiendlärter
viermal bie oberhesfische Bilderbeilage Heimat im Bild
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Man bestelle den Giestener Anzeiger sofort in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den gweigstelleninhabern oder bei der Post
geben. Neben vorgerücktem Alter und geschwächter Gesundheit war ausschlaggebend die älcber- zeugung des Landesvorsitzenden Dr. v. Hel- mol t, die er auf Grund ter ihm von den führenden Persönlichkeiten des Bauernbundes im Kreise Alsfeld gegebenen Versicherungen gewonnen hatte, daß durch das Wiedererscheinen meines Ramens an der Spitze der Kandidatenliste der Wahlausfall verschlechtert würde. Gleichzeitig drangt es mich, meinen alten treuen Wählern und Anhängern für das mir während meiner 26jährigen Landtagstätigkeit in so reichem Maße geschenkte Vertrauen den herzlichsten Dank auszusprechen.
Man wird es nur bedauern müssen, daß persönliche Verstimmungen oder gar Diktaturgelüste einzelner einen Mann zum Verzicht auf seine parlamentarische Tätigkeit bewegen, der nicht nur als Mitglied des Provinzialtages und des Provinzialausschusses für Oberhessen in langen Jahren auf das tatkräftigste die Interessen seiner Berufsgenossen vertreten hat, sondern sich auch weit über die Kreise seiner Partei hinaus großer Beliebtheit erfreute. Bringt man das Ausscheiden des Abg. Brauer mit dem in den merkwürdigsten Formen erfolgten „schlichten Abschied" des bisherigen Leiters des Landjugendbundes Riß- b e r g in Zusammenhang, so ergeben sich recht eigenartige Schlüsse. 3m Interesse des Ganzen wird man nur wünschen müssen, daß die Krisenstimmung im Bauernbund recht bald ein für alle Beteiligten befriedigendes Ende nimmt.
Ein zweiter Bries Seelands an Koch.
Berlin, 31. Oft. (Sil.) Der „Lokalanz." berichtet aus Jena: Auf den zwetten of enen Brief des Reichsministers a. D. K o ch an Prof. G e r- land hat dieser u. ai geantwortet: „An ten Einigungsverh.rndkrngm un Rovember 1918 f.a e ich, wie Sie genau wissen müssen, überhaupt nicht teilgenommen. Ich Hobe ihr Scheitern für ein politisches Unglück gehalten. D.e Wilsondepescheist mir erst na ch iyT r Absendung bekannt g w r'en. Di ihr m Zustande kommen oder Rich.zustandckommsn habe ich n i ch t dengering st en Einfluß gehaot. Ihre Absendung hab- ich für einen taktischen Fehler gehalten. 3m Falle G e ßle r sei von Bertt-a-uens- bruch leine Red- gewesen. Prof. Gerland erklärt zum Schluß, dah er die Diskussion hierüber ab- breche.
Das Schicksal der Ruhrgefangenen.
Zweibrücken, 31. Ott (Tlll.) Von ten Franzosen ist aus dem Landg.richtsgefängnis ein gewisser Stach aus Essen entlassen worden, der zu 15 3ahren Zwangsarbeit verurteilt und bereits auf ter Insel S t. Martin de R 6 interniert Worten war. 3n ter Strafanstalt befindet sich noch ein von ten Franzosen Verurteilter, im Landgerichtsgefängnis noch Hundert.
Auslandsreise eines deutschen Schulschiffes.
Der Kreuzer „B e r l i n", Schulschiff für Offiziersanwärter, tritt am 1. Roveinber von Kiel aus eine große Auslandreise an, die das Schiff über die Kanarischen 3nseln nach St. Thomas.
angelegt und mit Heu und Petroleum genährt worden.
Raubmord.
Magdeburg, 30. Oft. (Wolff.) Ein Viehhändler in Hornhausen wurde, als er in angetrunkenem Zustande ten Heimweg von einem Gasthaus an treten wollte, von zwei Männern erschlagen, seiner Barschaft beraubt und dann in einer Rübenmiete verscharrt, wo er am anderen Morgen von Arbeiterinnen gefunden wurde. Die Täter wurden verhaftet.
Zum Tode verurteilt.
Gera, 31. Oft. (WTB.) Das Schwurgericht in Gera hat den 26jährigen verheirateten Zimmermann Otto ©eifert aus Auma wegen Mortes und Mordversuches zum Tode verurteilt. Seifert erschlug in der Rächt zum 28. April seinen Stiefvater, den Landwirt Körner, im Schlafe mit einem Beil und versuchte auch, seine Mutter zu töten.
Beraubung eines Postamts.
Berlin, 30. Oft. In ter vergangenen Rächt wurde das Postamt Strafen bei Wesenberg in Mecklenburg von Räubern überfallen und geplündert. Die Verbrecher drangen zwischen 1 und 2 lllhr nachts ein, schlugen ten Postverwalter mit einem harten Gegenstand über ten Kopf, so daß er besinnungslos zusammenbrach, fesselten ihn und raubten 700 Mk., ferner Postwertzeichen sowie Amtsgelder, deren Höhe noch nicht feststeht. Da es sich anscheinend um gewerbsmäßige Berliner Verbrecher handelt, beteiligt sich auch die Berliner Kriminalpolizei an ter Ermittlung.
Zuchthaus wegen Landfriedensbruchs.
Leipzig, 30. Oft. (WTD.) Dor dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts hatte sich der 20jährige Frffeurgehilse Hermann Strasser aus Ludwigshafen wegen Land- friedensbruchs zu verantworten. Strasser hatte am 6. März 1924 bei ter Demonstration de r Arbeiter der Dadifchen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen wegen ter Ablehnung des verlängerten Achfftund wag es Gewalttätigkeiten gegen Polizeiteamte begangen. Das Gericht verurteilte ihn wegen Landfriedensbruchs zu 2Vs Jahren Zuchthaus unter Anrechnung von 6 Monaden ter Unter« suchungshaft.
Gefährlicher Anschlag auf einen Cisenbahnzug.
Haspe, 31. Oft. (TU.) Auf der Strecke Haspe—Hagen wurde in der vergangenen Rächt von unbekannten Tätern ein eiserner Hemmschuh zwischen eine Haupt- weiche geflemmt, so daß jeder Eisenbahnzug hätte entgleisen müssen. Dadurch daß eine Rangierlokomotive zufällig die Strecke abfuhr, wurde der Anschlag vereitelt, so daß das Hindernis noch rechtzeitig beseitigt werden konnte. Aus die Ermittlung des Täters hat die Reichseisenbahndirektion eine hohe Delohnung ausgesetzt.
Bei Sprengungen getötet.
Wie der „Lokalanzeiger" aus Eschwege meldet, ist in dem Kalibergwerk Hattorf durch vorzeitiges Losgehen eines Sprengschusies ein Arbeiter getötet und drei andere lebensgefährlich verletzt Worten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, ten 30. Oft 1924.
Baden im Winter.
Cs ist eine bekannte Tatsache, daß im Winter ungleich weniger gebadet wird als im Sommer. Zum Teil liegt das an ten Witterungsverhält- nissen, die ten Aufenthalt in offenen Bädern nur während der warmen Jahreszeit zulassen.
Es bedarf feines besonderen Hrnweises, dah mit der Temperatur des Dates ten Temperatur- Verhältnissen ter Jahreszeit Rechnung getragen werden muh. Man wird im Winter also warme Däter bevorzugen, objchon es nicht an abgehärteten Personen fehlt, die auch bei starkem Frost ein kühles. oder gar kaltes Dad vertragen. Der Aufenthalt in dem niedrig temperierten Wasser muß natürlich knapper bemessen sein als im Sommer. Unter 20 Grad Celsius hinunterzugehen, dürfte sich kaum empfehlen. Wie hoch soll nun die Temperatur eines warmen Vollbades sein? 3m allgemeinen hat man sich daran gewöhnt, bei 30 bis 35 Grad Celsius von lauwarmen, bei 35 bis 38 Grad von warmen und darüber hinaus von heißen Dätern zu sprechen. Für die Mehrzahl der Fälle pflegt eine Temperatur von 35 Grad Celsius auszureichen. Kinder und Greise, sowie schwächliche Personen beanspruchen eine Erhöhung ter Wasserwärme bis auf 38 Grad Celsius.
Die Dauer eines Dates betrage etwa zehn, höchstens aber dreihig Minuten. Wo es angängig ist. wie beim Daten in ter Häuslichkeit, soll man nach dem warmen Dad eine Zeitlang unter leichter Bedeckung ruhen und hierauf ten Körper einer lauen bis kühlen Abwaschung unterziehen. Dieses Verfahren schützt nicht allein gegen Erkältung, sondern erhöht durch die eintretente Rerven- erfrifchung den Erfolg des Dates. Wer gezwungen ist, die Badeanstalt aufzusuchen, hie das möglichst an einem windfreien oder wenig windigen Tag, bei trockenem Wetter und in warmer Kleidung.
An die Stelle des Vollbades kann in manchen Fällen das Brausebad treten. Der Ruhen des Brausebades pflegt allerdings geringer zu fein als beim Wannenbad, da die Oberhaut weniger ftorf aufgeweicht und gereinigt wird. Die Brause soll mit einer Temperatur von etwa 33 bis 35 Grad Celsius gegeben und nicht über zwei Minuten Dauer ausgedehnt werden, und zwar soll hiervon ein Drittel zum Einseifen, ein Drittel zum Ab°- spülen und das letzte Drittel zur Abkühlung ter Dusche — nicht unter 19 bis 20 Grad Cölsius! — verwendet werden. Dr. D.
Vornotizen.
— T ages ka len de r für Freitag. Stadttheater: 7‘/e ülhr „Münchhausen". — Rundfunkhaus, Löberstr.: 7 lllhr „Der Barbier von Sevilla", ^Übertragung aus dem Frankfurter Opernhaus. — Deutsche Demokratische Partei: 81 '< lllhr Turnhalle (Oswaldsgarten) Vortrag von Pfarrer Korell: „Die Reichstagswahl. — Was steht auf dem Spiele?" — Lichtspielhaus, Dahnhvfstr.: „Ra- nvn". — Hessische Dilderbühne: „Plastigramm".
— 3 n der Vortragsvereinigung spricht am Samstagabend in der lllniversitätsaula Herr Gouverneur a. D. Dr. Schnee über feine Erlebnisse tn ten Kolonien. Gouverneur der Fraktion der Deutschen Dolkspartei an. (Siehe Anzeige.)
— Markusgemeinde. Am Sonntag, tag, 2. Rovember, hält die Markusgemnnte eine Feier in ter Turnhalle, wozu im heurigen Anzeigenteil ringelaten wird. Verbunden ist mit ter Feier ein Verkauf von brauchbaren Handarbeiten, welche von ten Mitgliedern des Markus-Frauen- verrins angefertigt und wozu die Materialien von Gemeindegliedern geschenkt worden sind. Der Erlös ist zur Weihnachtsbescherung für Bedürftige unserer ©emrinte bestimmt. Der Verkauf beginnt schon um 11 Ähr vormittags.
— DieHessischeBilderbühne bringt ab heute den Film der dritten Dimension „Plasti- gramm" zur Vorführung, ter eine ganz neue Erfindung der Kiirematog aphie dcrrstollt. Außerdem wird noch ein ernster Film „Der Weg zu Gott" gezeigt. Da die Anzeige infolge betonterer ümftänte heute nicht mehr erscheinen kmitte, sei an dieser Stelle auf die Filme aufmerksam ge macht.
Wettervoraussage.
Meist bedeckt, noch Regenfälle, wenig 2lente- rung ter Temperaturen.
Herbert Eulen berg sprach in ter Literarischen Gesellschaf t aus eigenen Dichtungen. Um es vorweg zu nehmen, de. abgedroschene Satz, daß ter Dichter ei i schlechter Interpret seines Werkes ist, bewahrheitete s.ch auch gestern. Man mußte schon die Ohren spitzen, um dem gesprochenem Wort, namentlich bei ten Dichtungen in gehungerter Form, folger zu können. Mancher Gedank-mgamg ging dadurch tem Hörer verloren. Manch seinsin ige ironisch? Bemerkung fiel unter ten Tisch. Denn die Ironie, eine leise spottellrte Betrachtung des Weltbiltes und der sich darin so seltsam gebärenden Menschlein, stets untermalt von einem starken Impuls zum Leben und zur Lobens,reute trotz allem sich satirisch gebenden Pessimismus empfand man verstärkter denn je als Grnndzug seines Wesens und ferner Dichtungen. Sie macht uns die Persönlichkeit Herlert Eulenbergs so sympath sch. lllnd dieser warmherzige. leicht gristreichelnde Humor des echten Kölners, der das Leben immer mit lächelndem Auge ansieht, hat wohl nicht zuletzt dazu bri- getragen, daß Amerika, ter lebensbejahende Optimismus ter Amerikaner ihn, ten „romantischen" Dichter-, so schn.lll in seinen Dann schlug. Das war ihm das Erlebnis feiner Amerikareise, als deren Riederschlag er rin heiter witziges Poem Dortrug Die Szenen aus dem „M ü cke n - tanz" als Probe seiner dramatischen Kunst, gaben sich als blutige Satiren auf „die kleine Stadt"; nicht ohne Tragik sind diese Aermsten ter Armen, die dem Höhenflug entsagt haben und in ihren Schrullen stecken blieben. Ein V o r - spruch zu einem Bühnenstück in rheinischer Mundart weckte heitere Reminiszen-en ans ter Dichters langjähriger Pennälerzrit. Ly ische Proben aus fein:m neuesten Buch „D i e Familie Feuerbach" betr eten ein ti.seZ Cinfühlen in Persönlichkeit und Kunst Anselm Feu.rb:ichs. Den stärksten Eindruck hinterließ vielleicht „Schopenhauers Liebe" aus ten „Schatten bilde r n", weil sie den Eulentecg gaben, wie wir ihn am besten kennen und schätzen. Feinstes Formempfinden war in den beiten Sonetten. — Die heutige Qhiffübrung des „M ünchhausen' im Stadttheater- wird noch weiter dazu beitragen, von dem Schaffen Herbert Eulenbergs einen abgerundeten Gesamtrindruck zu empfangen.


