Ausgabe 
31.1.1924
 
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Liter Blatt

Donnerstag, 3'. Januar 1924

K4. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

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1

General-Anzeiges für Oberhessen

Reichsregierung und Sachverständige

Ein Empfang beim Reichskanzlei

Die deutsche Denkschrift

über den Reichshaushalt

itspiele

heute aus

3f>re

hier Vie Auj Wertung noch

[offene ffrtDäguna n der ReichSregie- Lösung der Frage, deren Notwendigkeit

nur eln<*n Zweiiel bi ran bestehen lassen dast sich txiö Lel-e.i des Einzeln.n und ter Gesamtheit nach den Gesehen zu richten hat und die Gerichte nach den bestehenden Gesetzen Rech' sprechen. Ich trüib- <4 ici bebauen, wenn nach dieser Richtung die 2Iuö'üb'. u g n de» gesälki en Schreibens zu Mihverständnifsen A Ub geg fen hrben soll en, und vxckb mich mit dem Richeroerein in dem IBirr.fAc eng solchen Mibdeu.ungen durch eine offene Aussprache vorzubeugen.

der InflatlonSgewinnt der Ausgabe von Hot*

Herr RcichSkan-ckerl DaS Komitee beauftragt mich, feiner Genugtuung barüber Ausdruck

Regelung der Aufweriu g.f age, also nicht verbürgte Kunbaeburgn über n^o ch nicht abgeschlossene Srwägr

rung sur . _ .

ebenso allgemein anerlannt wird, wie anderer­seits übv die Zweckmäbigkett und Art der Re-

daS gemeinsame Ziel volle Klarheit besteht, halte ich eS für merne Pflicht, meiner Sorge Ausdruck zu geben, bah

einzelne Ausführungen deS gefäll'gen

SchreiberrS geeignet sein könnten, in ent- gegengefetzter Richtung zu wirken.

Anlab \u der Warnung bi:ten dem Rlchterverein Zeitungsnachrichten über eine in Ausfich: stehende

Pn^ent Steuer, weil hinzutritt.

Die Besteuerung auS Krediten, auS

(onzerl

______557D

Regierung und Reichsgericht.

Berlin. 30. Ian. (1DT3.) Der Reichs- Mthminlfter hat da in der Hypotheken­auswertungsfrage an ihn gerächte e» Schreib n deS Richter.>ereinS beim ReichSgeeicht wie folgt beantwortet:

Auf daS an den Reichskanzler gerichtete und hierher toeilcrgclcitetc ge'ällige Schreiben vom 8. Januar beehre ich mich folgendes er­gebens, zu erwiden: In dem Schreiben warnt der Richt-rver. in die ReichSregiemng vor *2Kab- nabnxa. die einen schverm Stoh nicht nur für das Ansehen dr R ichereglerung, sondern für das RechtSgefühl im Dolle und für den Glauben an daS R'cht bedettrn könnten. Damit sind die hohen Güter treffend gekennzeichnet, be-en Erhaltung im Leben Sinter esfe des deutsche » Dolle» li2fl\ Ich danke dem Richteroerein da­für, bah er sich mit dr Reichs reg ierung für diefeS Sid einseht. Gerade deshalb aber, well über

Heute abend sind in TerTm, wie bereit- an» gekündigt folgende Mitglieder d-S Zweien Sach- vet-ständigeaausschusleS mit Degleitversrn rl ein- g'troffen: Mac flenna, Generaldirektor der Mieland Dank, H.nry Robinson, Präsident der Rationalbank in Los AngeloS, Dr. Mario Alberti, Direktor deS Erebito ttaliano, und Albert Janfjen, Direktor ber belgischen Ra­tio nalbank Die He r n wurlen gleichfalls von dem Mitglied der Kr eaSlastenkommission, Regie- rungSrat Meyer, empfangen.

J<r»uObJ)a:U.

Prtu It 1 ii n

für .ti)rige-i 11 m n Sr.-uf r iid)^,d4*i»4rit lvGolvp « linz. |ar ne- hlurnt- iJ./d n n

Iscriij 3.> u>otöp|cniug, pU -> , Xdt-

schlag. - decaeiJurui^ lui ^.»linfce. Li<mütion: Dr.Jrie&r. Wutz. i!an ,<; für »<n 4jhj<n 4..g <trn|l dUm 4)<m; ur Och Mnjtiqrnlcd;

lÄuilli 9 11 xxx

ftefiten Gebäude dauernd anwesend, um Wünsche in Empfang zu nehmen.

Der Vorsitzende deS Komitees, General Dawes

erwiderte folgendes:

m. 26

fftK c ei < c 'ich, erfet SvNn. mb rriffio*#, ^tlberSofrstogsbeilocc «JictentT^tiinilicrt Zurr Wochen«, cfepnel« 70 Golöpfennig ein* fchichhch Iragerlohn, o. ch rei ) ichiir, <n tn einzelner S.vmmcln in» felge löi tret (txrroll. 3 <rn prech.- ns. Ufc |Lr die £d)ri|t tdung 112; |Cr 1 erlog tnb

V e d;dfi»|:cLe 51.

Irld rt i «n Druhlnoch- Hajelf er ^lefttB.

1 ei e lento:

< MCt.LH l. Mu 11686.

Arbeitszeit nnb Neichsbahn.

Berlin, 31. Jan. sPriv.-Tel ) Zwischen Tkrtrettm deS ReichSverkehrSmlnisteriumS and GcL<rstchaftSoertretern fand gestern eine Aus­sprache über die Frage deS Reunstundentag^ bei der Stsenbahn statt. DaS AeichsoerchrhrS» Ministerium erttirte sich bereit, für bei TUun- stundentag 811 Arbeitsstunden zu bryiLkn. Die Getr-crtfchaftSoertreler sorderten für die neunte Arbeitsstunde nicht nur den vollen Stundenlohn, sondern noch einen äleberstunboizuschlag. Da ei.re Einigung n cht erzielt werden konnte, wird jetzt > wahrscheinlich die vom RttchsverkehrSministerium vor geschlagene Lohr-egelung auf dem D«ocd- nungSw-ege durchgeführt ttKxber».

gelb und auS öffentlichen Zuschüssen zum Dau von Wohngebäuden, sowie schließ­lich deS GeldentwertungSgewinnS ber Eigen­tümer bei dem belasteten unbebauten Grund­besitz wirb vorbereitet.

Del unbebautem Grundbesitz w'rd im In­ter fe ter Sichtung der Dol.'Ser rüh.uwg die erst« Rate zeitlich hinauSgeschoden. In en- g hmder Weife ist die Best u?rung dr- D ld n> ireiiu-g!gerinrn?6 bei ie'-nuten, tn8b1oniYte städtischem Grundbesitz im Anschluß in die Stet- gtung ter Mieten geregelt Diese Seuer soll, ebenso wie die von un'oebiutem Grundbesitz den Ländern Vorbehalten ble.ben; ihnen w.rd auch He Teftcuemg ter Gelbentwr.stun ^gewinne zu- g'wies-en. bie bei Hvlzverkäufen auS Forsten öffentlicher Körperscha.ten <n ftanei sind Reben diesen neuen Steuern, die bi? finanzielle Selb­ständigkeit der Länder und Gemeinden stärken, werden den Ländern die durch die neue Derlei» tu g bestehender Sieaerqudl-n erforderlichen Mittel zur Deckung ihrer dringend st en HauShaltSbedürsnisse zur Derlügung g'stellt, insbesondere zurselbstänblgenAus- bringung der Besoldungen. Um die an- dem Au'wertungSverahrea sich er e n>.u Be» we.lurg s.stwicr g'e len für die S eue.n <c näch­sten Zeit auSzuschlie^en. ist eine bHoaV-re Be­stimmung über ihre Bewertung in her Steuer» bilanj getroffen.

Die Neuordnung der Neichspost.

München. 30. Ian. (W B ) Heber die Re'i- erbnung ber Post chatte der Dertrrier der Münche­ner Reuesten Rachrich en mit dem ReichSpost- mmifter eine Unter.ebung. in der der Minister fag e. wenn am 1. 4 die ReichSpost vom allgemeinen RcichShauShall loSge­trennt werde, so sei daS nich so aufzusafsen, als ob bi? Post nunmehr ein Privatunie.mebmen tre.b.it würbe. Die Ad rennung erfolge lediglich in finanzieller Hinsicht. Aach tn der De- svldundSfrage ibe ber Zusammenhang AH'cfei Rich und Pa l auf.ech erchil en iidem He Rich Ii i n für bi? ReichSdeamten auch für die Beamtm brr Post Geltung höl ei. Ai der Spitze t-er R.-ichS^ost bleibe nach wie vor einM i n t st e r, bet dem Reichs ag verantwortlich ist.

Andererseits werde d'e Post als ein kauf­männisch wirtschaftliches Unternehmen auf­gezogen, daS verpflichtet fei, seine Ausgaben selbst zu decken.

Die Funktionen bet Gebührens?stsehung usw. gin­gen auf d ix neien- DerwaltungSrat über. Anstcll-? ber S. m ncn dir brS Reich an D a h e r n und Württemberg >u -ahlen habe, solle diesen S aaen das Miteigen tumS recht an ber bnt f ReichSpost eing räumt werten. Die­ser Anteil betrag? 80 Prozent b?S in Bayern b tn. Württembng te'i titixm DermögenS ber ReichSpost. 2 h-rdem s'^ll.e:i Bayern und Würt­temberg befonbere Rechte efcngenäumi werden.

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Die dritte Steuernotverordnung.

Berlin. 30. Ian. (Dolfs > DaS Kabinett hat gestern dem Entwurf der dritten Steue .i>f Verordnung z u g e st t m m t. <lr ist beicUS Ma RetchSrat, den Au Sich uh bei Reichstag» und dem RelchSwtrtfchaftSrat zugegi»»- gen. Der Gntwurf, der die Unterschritt bei RelchSfinanzministerS und teS Reichs- j u ft l 8 m i n l ft e r < trägt, regelt das hart um­strittene Gebiet ber A u f we rlung privater Schulden und sucht eint ßbfuni, die mit dem überwiegenden und mit stet» verschärftem Rach- druck vertretenen Wünschen Wetter Kreise der Bevölkerung im Grundsatz übcwlnfhmmt. Der Sntschluh ist nach eingehender wiederholter Sr- U^gung von Gründen und Gegengrnnden, die angesichts seiner Xvaganlte für die Gesamtwirr- schäft beide fcha>er wiegen, gefasst worden, da ein Zögern nicht mehr vertretbar ersch en Für DermögenSansag^i, d. h. tnSb.s^irdere für Hyp >- theken und anb.Te d in.licht Lasten, tür Schuldverschreibungen und an \t? Da lehenSansprüche gegen privat« Schuldner ist grundsätzlich

eint Aufwertung auf 10 d. H. deS Gold­wertes der Forderung

vorgesehen. Besonders ungünstig« BerhälkTttsst deS Schuldner» betätigen ihn zu geringerer Auswertung. (Line Sonbeircflclung ist für Pfandbriefe gegeben, di« den AuSsch ust bei SpckulationSerwerber und eine Btiünstigung von altem Besitz von Mündeln, gemeinnützigen An­stalten, Stistungen. sowie ähnlichen zu manbei* sicherer Anlage gezwungerwn Gläubire-n Dor­feben. Für bk Regelung von Ansprüchen au» Sparkas,enguthaben und LebenSver- stcherungSvert rügen gelten aniete Be­sonder hcittn. die eine angemessene Tkilcllung der ausgewetteten DermögenSmalsea sicherste l n. Der zugelassenen Llulwertung dient ein beloiiba* ver­einfachtes Derfahren.

Für öffentliche Anlagen ist bis zur Ab­deckung aller ÄeparationSverpflichtungen der Anspruch auf Kapital und ZiuS aufgehoben worden.

OB überhaupt: und axmn, tn welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt der Zinsen- und Tilgung»- bienst wieder ausgenommen werden soll, toirb in späterer Zeit durch ein besonderes RrichS.,esetz geregelt. Die Ausweitung gibt dem Gläubiger nur einen Teil de» Gcldwenunte--fcht.-deS zwischeo der Goldmattrorderung und te.tn Papierwert.

Die Gründe ber Ge echtigk.llt ebenso wie die deS dringenden FinanzbedariS voit Reich Län­dern und Cternidnb'.n zwingrn dazu, den her» bleibenden Gilden iwertungS, e vinn deS Sdxilb* ne.S zu besteuern. So werben Obligation»- schildner, ble vor dem 31. Dezember Ihre Obli­gationen getilgt haben, mit 12 Prv>. bei Gvld- malkwerteS der Schuldverschreibun'en besteuert. Die Steuer ist grundsätzlich In Halbjahrsrat.m von je 2 Proz. zu zahlen. An diesem Zeitpunkt noch nicht getilgte Schuldrerichreibu trac.cn zwei

Vrvs »i,d Verls-: vrühl'fche Unl»trlifäi$:Bti*- rmd Sieiubmierei Ä £an<e tn v>le|en. Sdfriflleitun) un) -rfchüftrstelle: SAnTtra^e 7

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zu geben, tast ihm Del?genhett geboten wird. Sic und Ihre Miiarbeltcr m ber deutschen Rcg erung kitrn zu lernen. Ai» gern lrfamer AaSschust em- ptt Ben tri. bi: graste Bedeutung ber gemein­samen Derstandigung b.r Ail i r ten über die Lösung ber vor uns licgend.m Prob'tme. und e« erscheint t^rS höchst w..n chenSwcrl und wich­tig tast die deutsche Regierung daran te.lnthmc SS ist unsere Hos'n ing bist eine solche Verständigung erreicht werd n wirb Dir danken Ich en für die Zusicherung Ihrer Hilfe und Mit­arbeit.

Der .VoiwältS" veröffentlicht einen Auszug aus der

Denkschrift der AelchSregierung, die der ersten interalliierten SachvTrständigen» kvmmlssivn alS Material für ihre Untersuchun­gen in Berlin übergeben worden ist. Dte Denk- sch.ist enthält nu^cie Angaben über den Haus­halt deS RcicheZ und feiner Finanzentwlck- lung Mit ber vorläufigen Stabilisierung ber Mark seit Mitte Rovember 1923 ist eine erheb­liche Bet 5erung in den ReichSfinan- z e n eingetreten. Der Zufchastbedars, ber tn der letzten Rovemberdekade noch täglich 30 Millionen Goldmart betrug, ist in der letzten D.*zember- dekade aus knapp 11 Millionen Ooidmark zu - rüdgegangen. Dec G.samizischu'Betarf für die Zeit vom 16. Rovember bis 31. D.->7mi>ec 1923 betrug 670 Millionen Goldina ick. Gr ist ge­deckt worden durch die K.edite bti Reiches bei der Rentetbank. Lieber die ve.tnutliche Gestal­tung der Finanzen lei Reiches im GtatSjahr 1924 errechnet tu Denkschrift, dast die Gesamtausgaben deS RcicheS (allgem. Reichsverwaltung u id Aus­führung deS Fri dmSvcrtrageS von Versailles) 5712 Millionen Gvldmaick betragen, denen Gin­nahmen in Höhe von 5254 Doldmark gegrnüder- stehen dürsten. Dies würde also emm vermut­lichen Fehlbetrag von 458 Millionrn Gold­mark ergeben. Die Schätzung der Sinrahmen acht davon au8, dast die Wirtschaftseinheit und die Verwaltung^- und Steuerbopeit deS Reiches und ber beteiligten Länder In den besetzten Gebieten wieder hergestellt toirb. Bei Fort­dauer tuS gegenwärtigen Zustandes würden die Ginnahmen rund £50 Millionm Goldnark we­niger clnbrtng:n, alS der Voranschlag anqi'L Die Aufgaben für den un nitl.'L'arci R.ichZ- bedars find bei der Schätzung so knapp be- rre f n, d'st sie unter dem tatsächlich n Bedarf blclbrn. A ifwendungen für Wirtschaft.iche und kulturelle Zwecke sind nahezu grni unbcrü.t- sichllgt geblieben. Richt berücksich.igt sind die Budgets für Post und Eisenbahn.

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Wahlreform und Aufwertung.

Man regiert nicht ungestraft allzulange mit 3u<nabrr.e\uluinb und Srmächtigung^gZeh Die Zurückztchung deS Entwurfs ein.-s neuen ReichS- wahlgeseheS durch die Regierung Hal In weiten Äteilen böfrt Blut gemacht. Der letzte für die Reichutagswahlrn nach der Derlaffung mSglichr Dermin ist der 6 August 1924. Wegen ber Reife- und Erntezeit kommt er praktisch nicht In Frage. Man muh also früher wählen Wahr­scheinlich im Juni. BiS dahin soll aber die Listenwahl reformiert sein. Geht eS nicht auf dem Wege deS G^'etzeS (toenn auch auf dem Wege b:r Aotverocanung». so muh etwaS AnbereS geschehen. Dieses Andere ist ein Ple­biszit, daS fogenannU Volksbegehren, daS tn den Artikeln 73 bis 76 ber Weimarer Ver­fassung begründet und durch ein ReichSgesetz vvm Juli 1921 nebst Ausführungsverordnung vvm 1. Dezember 1921 geregelt ist.

Roch ein zweiter ^Instand hat zu drm Ge­danken geführt, die unmittelbare VolkSgefetz- rng zum ersten Male im Deutschen Reiche

Szene zu sehen. DaS ist die d r 111 a Steuer-Rolverorbnung, die sich mit der Auswertung ter Hypotheken und der Goldmiete besaht und In weiten Kreisen alS eine heran- nahende neue WirtschastSkatastrvphe gefürchtet wirb. Mteterorganisationen und Spltzengeweick- fdxiftcn bereiten eine Bewegung vor. die zu einem Volksentscheid auch in dieser Frage führen soll. 21 un m,h man ntch den RechtSbegrissen ber Weimarer Verfassung unterscheidm zwilchen dem Volksbegehren und dem Volksent­scheid. Da» VolkZbegeh'en oder die fogenan ite Initiative gebt aus Vorlegung eine» Gesetz- knttvurseS und führt erst zum eigentlichen VolkS- entfcheib, dem Referendum, wenn ein Zehntel der Stimmberechtigten daS Begehren nach Vorlegung eine» Gesetzentwürfe- gestellt hat. Dem Volks­begehren muh ein ausgearbeiteter Gesetzentwurf zugrunde liegen. Die Regierung hat ihn unter Darlegung ihrer Stellungnihme dem Reichstag zu unterbreiten. Der Volksentscheid findet nicht statt, wenn der begehrte Gesetzentwurf im Reichs­tag unverändert angmommm worden ist. Dieser Fall wäre also gegenüber einer Wahl- re s o r m g-geben, die von der Regierung zwar in Angriff g nommen. bann aber p ö iih zuickick- gezogen toiro Aber erschwer erd und verwirrend tritt hinzu, dah der R ichLtrg durch daS Er­mächtigung'g^sen zeltwise au^ge'chalte: ist and dah bi8 Kibin-tl den souveränen Gesetzgeber spielt. Die Dolktttimmung will die Wahlresorm vor den nächst n Wahlen. Ihr ist et g'nz gl ickgültlg, mit welchen Zwi m ttädm sich der Reich lag die Hände g b inden htt

llnb nun zum eigen li!en Voll» ntscheib: Er ist in einer Reihe vaa Fällen rnLali-h, nämlich, tt-enn Reichstag und RZchZrat in Meinungsver- schiebend iten über beschlasse'.e Gesetze geraten, tt-enn auf Verl r i gen eines Drittel- deS Reichs­tags die Drrkündlrung eine- ReichSgesetzeS um ztt-ei Monate auS gesetzt ist und ein Zwanzigstel der Slimmber-ch i gten den D-.:-ll»entfchech bean­tragt hat. (Al v auch ein voraig?5c i>*r TfilU- begehrenü Endlich: wenn ber Reichspräsitent den DrllSrntschelb über ein vorn Reichstag be» scklosseneS Gesetz binnen einem Monat nach ber Defchluhfassung anncorbnet hat Rcbenbei be­merkt. gel en bk Dorsch iften über bei Volks­entscheid entsprechend, falls ber Reichstag mit Zweidrittelmehrheit die Absetzung be» RelchS- präfidenten beantragt hat. Keiner dieser Fälle pnhl auf die 2ngel'vib-it der von ber ermäch­tigten Regierung bllllLoffenen dritten Steuer- notverordnuna. Reichstag und ReichSrat hab-rn fa nichts beschlossen. Die St rnmunq weiter Kr n'e steht Im Kon'list mt den Befch'.üssen ba< Kabi­netts Marr über Watzl -eform und Aufwertung. Rimmt man dir stets getzul) g- Analogie zu Hilfe, so könnte ber Reichspräsident die Be­schlüsse der ermächtigten Regierung alS Irrungen deS Reichstags ansechen und den Volks-entscheid binnen einem Monat anordnen. DaS wird jedoch der Reichspräsident vorauSsich li-ch nicht tun, und so bleibt auch für den Fall ber Aufwertung und der Goldmiete nebst Mietesteuer mir w etzer der DrllSentscheid auf Grund deS Begehrens von mindestens einem Zehntel der stimmberechtigten Deutschen übrg. Der Apparat, der für diese Del'Sgesetzgebung in C<ttnung gebracht werden muh. arbeitet minde­stens Io aufregend, alle politischen Leidenschaften aufwül lend, wie die Reichstagswahlen. Darf sich das deutsche Volk, kaum au8 dem ärgsten Wirt­schaft-elend heraus, solche Krastanstrengung zu- muten?

gclung die Ansichten geteilt fi tb, geteilt auch nad) der Verkündung deS Reichs- gerichtsurteilS, delsen Bedeutung nach dem Wesen deS Richtc-soruche; darin liegt, mit der Autorität deS höchsten Gerichte Hofes die gegen­wärtige Rechtslage f e ft A u ft e 11 e n und damit eine zweifelsfreie Grundlage für die künftige Gesetzgebung zu geben.

ES hei're diese D^>cutung verkennen, wollte man in der Änderung Änes vom Reichsgericht nuika'bend auSgelegte i Ce'cf-c8 eine .Umftofjung der Aufiattung deS Reick>igerichtS durch Macht- speuch deS G-llctzg.-berS" finden.

Auf bet anderen Sette würde eS zur Auf­lösung ber Rechtsvrbnung und zu einer unheilvollen Grschütterung deS StaatSge- fügeS führen, wollte ein Gericht für sich baS Recht in Anspruch nehmen, ein ber» faffungSmätzig zustanbe gekommene- Gesetz nicht anzuwenben, weil e- nach Ansicht ber Mehrheit seiner Mitglieder mit bem allge­meinen Sittengesetz nicht im Einklang stehe. Kundgebungen auS den vertchied-msten Kreisen der Drvrlkerong bestätigen die Sinnütigkeit der UeberKugu-g. tah eS i«m s-hwee um sein^ Sri- sten; und för se n: Erneuerung rinaend-en Volke jeden Halt nehmen mühte, wollte man auch

Sonder- Konzert fällt"

Berlin, 30 Ian. iWDB > DaS Komitee für Bubtet und Währung veröisentlicht folg<n>e- 6ommunigu^:

Da< Erste Sachverständigen-Komitee ist heule vormittag 11 ^lhr zusammengetreten. ES beschlotz, sich an den Reichskanzler zu wenden, um die Verbindung herzustellen mit Personen, bie offiziell befugt sind, Auskunft zu geben, über bie technischen Fragen, mit denen sich baS Komitee zu be» fasten hat. DaS Komitee hat den Wunsch, seine Llntersuchungen in Berlin mit her möglichsten Eile burchzuführen, aber ti be­absichtigt nicht, seinen Bericht vor se'ner Abreise abzufasten. DaS Komitee hat weiter­hin beschloffen, seine Arbeiten heute nach­mittag in ben Unterausschüssen fortzusetzen.

Die Mitglleder deS Sach?erstLndtgrr.auS- schusseS für Budget und Währung wurden bcuta vom ReichSkanllrr im Beiseln dcS M.nistcrS des Aeuhern, Dr. Strefemann, des Finanz- mlnisterS Dr. Luther und deS WittlchaftS- ministerS Dr. Hamm empfangen Anwe'end tvaren auch der Staatssekretär im Wl d-rausdau- Ministerium Müller und b*r Bor l enV der KriegSlastenlommi slon Staat.sckretär F i fcher

Der Reichskanzler

begrüßte die Herren deS Koml'eeS durch f)lc>rade Ansprache Meine Herren! Ich freue mi-h, Ge­legenheit zu haben, Sir namen-S ber ReichSrene- rung hier zu begrüben, nachdem Sie durch De- fchlust der ReparationSkommisfiTn vom 30. Ro­vember damit betraut worben sind, die Were für den Ausgleich de» deutschen Haushalt« und Mabnahmen für die Stabll hcnmg der Währung zu ermitteln. Die Reichs re gi erung erkennt eS mit Dank an, bah Sie hierher gekommen sind, um an Ort und Stelle bie deutschen Verhältnisse zu prüfen. Ss wird fettens ber deutschen Ver­waltung alle» geschehen, um Sie in ihrer schrr-eren verantwortungsvollen Aufgabe zu un­terstützen. Ihre Wünsche und Fraoen iivrben mit grbbter Beschleunigung und m t rückhaltloser Offenheit behandelt und beantzwortet werden. Zur Llnteistützung Ihrer Arbeiten ist im Auftrage der Reichsregttrung Material für dar Stu­dium der deutschen Wirtschaft, der Währung und der Finanzen zusammeagesteckli worben, das Ihnen alZbald zugeheu wird. Um dir geschäft­lichen Beziehungen zw schm dem Komitee irnb ben deutschen R gierungSstelle i ^u erleichter'.i, ist bie deutsche Krieg-clastenkommission, derer V)v- sihenber Staatssekretär Fischer ist, beauftragt tt-orden, die deutsche Regierung Ih-ien gege rüber zu vertreten. Außerdem ist ein besonderer Vertreter bet KriegSlastenko.nml s vn Ln den Ihnen für Ihre Arbeiten zur Verfügung ge-